Der Sämann

Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott







  • Buchtipps vom Sämann



    vernetzt mit Emergent Deutschland

    Das Buch vom Sämann Wie die Bibel Sinn macht

    Bücher mit dem Sämann In allen Städten und Dörfern Beziehungsweise Leben Zeitgeist
    Zeitgeist
  • Täglich Brot

    • Irisches Gebetbuch
    • Richard Foster, Dallas Willard, Walter Brueggemann (Hrsg.) – Renovaré Spiritual Formation Study Bible
  • Was ich höre

    • Bob Dylan – Nashville Skyline
    • Bon Iver – Bon Iver
    • Coldplay – Mylo Xyloto
    • Jens Böttcher – Viva Dolorosa
    • Johnny Cash – Bootleg Vol. 2: From Memphis to Hollywood
    • Johnny Cash – Bootleg Vol.3: Live Around the World
    • Johnny Cash – I Would Like to See You Again
    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
  • Was ich lese

    • Gustav Aulén – Das christliche Gottesbild in Vergangenheit und Gegenwart: Eine Umrißzeichnung
    • Manfred Scheuch – Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung
    • Saul Friedländer – Das Dritte Reich und die Juden
    • Stephen R. Covey – The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness
    • Thomas C. Oden und Cindy Crosby – Ancient Christian Devotional: A Year of Weekly Readings
    • William Shakespeare – The Complete Works
Egoload - Analytischer Denker

Emergent Village

Friend of Missional

Firefox

Falls dieser Blog nicht richtig angezeigt wird, klicke hier

Dieser Blog ist lizensiert unter einer Creative Commons 3.0-Lizenz

ecto

apple

Döner macht schöner!

Woran Du einen Überwinder erkennst – Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung

17. Juli 2007

Im Rahmen meiner entspannten Klausur- und inneren Einkehrwoche lese ich gerade alte Tagebucheinträge. Dazu gehören Gedanken zu Bibeltexten aus der Zeit, da ich sie noch nicht als Wegmarken bloggte. Möglicherweise wird sich noch mehr davon hier einfinden. Nachfolgender Text datiert vom 05.02.2006 und entstammet meinem Nachdenken über Genesis 32, Jakob in Pniel am Jabbok.

Morgens schon hatte Jakob die Engel gesehen und am Abend hatte er die intensivste Gottesbegegnung, die je ein Mensch hatte: Stundenlanger Ringkampf. Nun hat Jakob einen neuen Namen, eine neue Identität; er besitzt den Segen Gottes und ist äußerlich gezeichnet. Überwinder reiten nicht auf hohem Roß, nein, sie hinken und werden im Triumphzug Christi mitgeführt. [Vieles ließe sich über absonderliche Deutungen des „Triumphzugs Christi“ schreiben, von dem Paulus in 2Kor 2,14 spricht.] Überwinder sind nicht strahlende Sieger, sondern hinkende Überwundene. Und darin sind sie gesegnete Gottesstreiter, in deren Schwachheit die Kraft Gottes im Überschwang zur Wirkung kommt. Sie tragen das Mal Gottes auf ihrem Leben, sie sind gezeichnet von der Hand Gottes. Sie sind gestorben und Christus lebt in ihnen. So war es bei Jakob. Ganz auf sich allein gestellt, frei von allem Eigentum und jedweder Ablenkung wirft er den ganzen Mann in die Waagschale und empfängt das Siegel Gottes. Ähnlich war es bei Abraham auf dem Berg Morija. Schadrach, Meschach und Abed-Nego vor dem goldenen Standbild. Jona an Bord des Schiffes im Sturm. Nicht alle haben ein Pniel. Aber jeder wird immer wieder in Situationen geführt, in denen er geprüft wird, in denen sein Schicksal sich wenden kann: David unter der Anklage Nathans, Joseph vor Potifars Frau, Daniel nach dem Gesetzeserlaß usw. (…) Oft zeigt sich erst hinterher, welche Bedeutung in einer solchen Situation lag. (…) Die Tiefe des Geheimnisses des Lebens in Gemeinschaft mit Gott wird uns nicht spontan zuteil. Das Leben des Jüngers ist ein beständiges Wachsen, Reifen und Geformt-werden. Lebenslange 24/7-Transformation. Vgl. Bonhoeffers Gedicht „Stationen auf dem Wege zur Freiheit“. Es gibt Schlüsselerlebnisse wie Pniel. Beschnitten und gezeichnet werden vor dem Angesicht Gottes. Aber: Diese Formung ist ein Prozeß. Die Hand Gottes spüren und unter ihr vorwärts gehen. Nicht „bekennen, glauben und haben“, sondern in Lebens-Gemeinschaft mit Gott verwandelt werden, immer wieder neues Sterben und Auferstehen, dem eigenen Leben absagen, die Sorgen auf Gott werfen, das Kreuz Jesu auf sich nehmen, sich unter sein sanftes Joch beugen, die Hand Gottes ergreifen und sagen: „Dein Wille geschehe“. Den Kelch trinken und das Leben feiern. In Schwachheit Gott zum Wirken kommen lassen. So zu Salz und Licht werden. Und in der Rückschau mit Kevin Prosch sagen: „I am not prepared for so much grace to fall on me“. Keine Instant-Verwandlung oder -Heiligung, sondern beständiges Vorwärts-Schreiten an der Hand Gottes, sitzend auf seinem Schoß im Aufschauen auf Christus erfüllt sein von Gottes Liebe und seiner Mission, die unser Leben bestimmt und zu unserem Dienst und Auftrag wird: „Alles geben für das Königreich Gottes“ –> d.h. Gott und Menschen tatkräftig lieben.

Interessant, diesen Text nach über einem Jahr zu lesen, irgendwo in den Tiefen meines Tagebuchs. Vor kurzem hatte ich mich mit zwei Mitstreitern über gewisse von uns als extrem empfundene Ausformungen der Glaubensbewegung unterhalten. Obige Gedanken treffen ziemlich genau das, was mir an diesem Teil des Leibes Christi immer suspekt war: Von einem sonderbaren Wort-Gottes-Verständnis geprägt, steigern sich manche Geschwister in einen anderen Bewußtseinszustand hinein, indem sie willkürlich ausgewählte, oft auch noch aus dem Kontext gerissene Schriftstellen mantra-mäßig vor sich her sagen. Gerne wird dafür z.B. „Ich vermag alles durch Gott, der mich mächtig macht“ verwendet – dieser Vers sagt nicht, daß Du plötzlich zu Superman geworden bist, sondern daß Gott Paulus die Ausdauer und Festigkeit schenkte, um auch extreme Belastungen durchzustehen. Von einer Siegestheologie ist Philipper 4 außerordentlich weit entfernt. Leben-mit-Gott ist ein Beziehungsgeschehen, in welchem der Heilige Geist unser Inneres transformiert und dem Willen, den Gedanken, Träumen und der Weisung Gottes konform gestaltet. Es ist ein Teil dieser Beziehung, über das Wort Gottes nachzusinnen. Aber lectio divina und positives Denken ist nicht dasselbe. Wenn in der Meditation über eine Schriftstelle das Wort Gottes in meinem Herzen, dem inneren Kern meiner Person, explodiert, so daß Wärme und Licht ausströmt, dann wird die Wahrheit dieser Schriftstelle zu einem Teil meiner Person, ich muß sie mir nicht mehr solange einreden, bis ich sie endlich glaube. Leben-mit-Gott ist ein Beziehungsgeschehen. Dazu gehören immer wieder auch solche Pniel-Erlebnisse, von denen der obige Text spricht, den wiedergefunden zu haben ich mich freue…

Technorati Tags: ,

del.icio.us:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung digg:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung spurl:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung wists:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung simpy:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung newsvine:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung blinklist:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung furl:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung reddit:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung fark:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung blogmarks:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung Y!:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung smarking:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung magnolia:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung segnalo:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung gifttagging:Woran Du einen Überwinder erkennst - Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>