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[Wegmarken] Numeri 20 – Zerplatzte Träume

7. Juni 2006

Die Erzählung schreitet fort. In Kadesch in der Wüste Zin stirbt Mirjam und wird begraben. Sie hat Mose von klein auf gekannt, war Zeuge als ihn die Tochter des Pharao aus dem Wasser zog, hat sein Säuglings- und Kleinkindalter miterlebt, bis er dann wieder zum Königshof geholt wurde, hat miterlebt, wie er als erwachsener Mann fliehen mußte, als alter Mann zurückkehrte, in der Kraft Gottes einer Weltmacht widerstand und ein Volk von Sklaven in die Freiheit führte. Mirjam war es, die am Ufer des Roten Meeres den Lobpreis auf Gottes Macht angestimmt hatte und sie war es auch, die gegen Mose rebellierte. Am Ende ist sie in der Wüste gestorben – fern vom verheißenen Land. Ob ich wohl beständig nahe am Herzen Gottes sein und meine Bestimmung erfüllen werde? Ich will lernen aus dem Leben Mirjams. Ganz nah dabei war sie, und hat die Erfüllung auch ihrer Träume doch nicht erlebt.

Das Volk ermangelt Wasser und lehnt sich gegen Mose & Aaron auf. Einmal mehr. Wie oft eigentlich noch? Mose & Aaron fallen wieder auf ihr Angesicht, suchen Gott. Sie sind geduldig, dienen ihrem Herrn und den ihnen Anbefohlenen. Auch davon will ich mich anspornen lassen. Gottes Herrlichkeit erscheint und er gebietet Mose, seinen Stab zu nehmen, das Volk zu versammeln und dem Felsen zu befehlen, dass er Wasser von sich geben solle, damit das Volk trinken könne. Mose nimmt den Stab, versammelt das Volk und ruft: „Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?“ Zweimal schlägt er den Felsen mit dem Stab, Wasser strömt hervor, ganz Israel trinkt mitsamt ihren Herden. Ein Wunder! Aber Gott spricht zu Mose & Aaron: „Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde.“ Autsch! Knapp vorbei ist auch daneben. Vor kurzem noch war Mose sich sicher, nach Kanaan zu gelangen. Das rebellische Volk, ja, das würde seine gerechte Strafe erhalten. Aber er, der große Mann Gottes, der sanftmütigste Mensch auf Erden, er war ja gefeit. Er war ja etwas Besonderes, seine Stellung war eine herausragende, selbst gegenüber Mirjam und Aaron. Hatte er gedacht. Und soweit war ja vielleicht auch alles in Ordnung. Bis dann plötzlich das Volk wieder einmal rebellierte. Warum sie Gott einfach nicht vertrauen wollten, konnte Mose nicht begreifen. Dabei hatte der HERR doch schon so oft seine Treue, Fürsorge und Güte bewiesen. Dieses halsstarrige Volk! Würden sie es denn nie lernen? Und irgendwann geschieht es, tritt dieser kleine Moment ein, in dem Mose die Kritik des Volkes persönlich nimmt. In diesem Augenblick ist er es, der am Pranger steht, ist er es, gegen den das Volk rebelliert. Und in diesem Augenblick ist er es, der beweisen will, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist. Und in diesem Augenblick ist er es, der das Wasser aus dem Felsen holt, nicht Gott. Ein kleiner Augenblick nur, aber in diesem Augenblick zerbricht die Vision des Mose, zersplittert sein großer Traum. Und in diesem Augenlick verändert sich für immer das Bild der Nachwelt von Mose, dem großen Mann Gottes, der das verheißene Land nur gesehen, aber nicht betreten hat. Gott ist es, der das Volk führt und versorgt. Gott und nicht ein Mensch. Solange Mose Gottes Weisung ausführte, war Kritik an Mose immer auch als Kritik an Gott zu verstehen, und Gott hatte sich immer bedingungslos auf Moses Seite gestellt. Als aber Mose Gottes Weisung übertritt und sich selbst für einen Augenblick die Ehre Gottes gönnt, rückt dieser von ihm ab. Das läßt mich über meinen Umgang mit Anerkennung nachdenken…

Nach dem Zwischenfall am Haderwasser (so wird dieser Ort von nun an heißen) sendet Mose Botschafter zu den Edomitern und bittet sie darum, Israel durch ihr Gebiet ziehen zu lassen. Man werde auf der breiten Straße bleiben und alles Wasser, das man trinke, bezahlen. Der König Edoms lehnt das ab und zieht nach einer zweiten Bitte Israels dem Volk Gottes mit einer Armee entgegen. Israel ändert folglich seine Richtung und umgeht Edom. Dieses Geschehnis wird nicht folgenlos für die Edomiter bleiben, da Israel sich eines Tages auf das Geheiß Gottes hin bitter rächen wird. Einmal mehr hat mit dem König Edoms ein Mensch aus einer Laune heraus eine falsche Entscheidung getroffen, die er später zu bereuen haben wird. Der rote Faden dieses Kapitels ist eine solche Launenhaftigkeit – und die Ermahnung, aus dem Frieden und der Ruhe Gottes heraus zu agieren, um auch in der Folgezeit mit den Konsquenzen des eigenen Handelns im Einklang sein zu können.

Das Kapitel schließt mit dem Bericht des Zuges Israels zum Berg Hor. Dort ruft Gott Mose, Aaron und dessen Sohn Eleasar zu sich auf den Berg. Aaron muß aufgrund der Rebellion am Haderwasser sterben. Auch er betritt das verheißene Land nicht. Auch er war wie Mirjam hautnah am Geschehen beteiligt. Auch er hat fürchterliche Fehler begangen – man denke nur an das Goldene Kalb – und hätte gerne eine ebenso exponierte Stellung wie Mose gehabt. Offensichtlich war er aber nicht der Mann dazu. Gott hat ihn Mose nur beigegeben, weil letzterer klagte, er könne nicht reden. In den entscheidenden Momenten, so glaube ich mich zu erinnern, hat Mose aber selbst gesprochen. Aaron war ihm wohl oft mehr Segen als Fluch. Er hat meist nur reagiert, wo Mose agierte. Wieder bleibt die Erkenntnis, daß Gott offensichtlich ganz gut weiß, mit welchen Aufgaben er uns zu betrauen hat und unsere Einwände durch unser Mitspracherecht zu Modifikationen führen können, welche die Sache nicht unbedingt angenehmer machen. Etwas mehr Gottvertrauen schadet also nicht! Jedenfalls erhält Eleasar die Kleider Aarons, Mose und Eleasar kehren zurück, das Volk erkennt die neue Aufgabe Eleasars als Hoherpriester an seiner Kleidung und hält aufgrund des Todes Aarons eine 30tägige Totenklage. Die bringt mich zu der Feststellung, dass eine Zeit bewußter Trauer um den Verlust eines Menschen auch in unserer Zeit durchaus Sinn machen würde – schiebt man die Trauer doch gern auf die Seite, weil das Leben ja weiter gehen muß… Israel hatte eine andere Praxis: Man schob das Leben auf die Seite, um den Tod betrauern zu können.

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