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[Wegmarken] Levitikus 26 – Leben im Segen? – Alter und neuer Bund

14. Mai 2006

Zunächst eine Wiederholung der bekannten Heiligkeitsforderung: Israel soll Gott allein anbeten – keine Götzenbilder aufstellen, keine heiligen Säulen oder Steine aufrichten und zu Anbetungsstätten erklären, sondern die Sabbate halten und Gottes Heiligtum ehren.

Danach folgt eine Passage, mit der schon viel Schindluder getrieben wurde, die (aus dem Zusammenhang gerissen) schon zu den abstrusesten Auslegungen geführt hat, deren Auswirkungen Menschen in psychisches Leid geführt haben. Die Frage, welche dahinter steht, lautet: Kann ich mir den Segen Gottes erarbeiten?

Gleichzeitig ist dieses Kapitel auch der Schlüssel zum Verständnis der Geschichte Israels im Alten Testament, der AT-Propheten und der Pharisäer im NT.

Nachdem Gott mit Israel einen Bund geschlossen hatte, gab er ihnen seine Ordnungen. Das beginnt bei den Zehn Geboten, geht über Anweisungen zur Stiftshütte, zu Opfern und alles, was „Geistliches“ betrifft, hin zu ganz „profanen“ Dingen wie Umgang mit Aussatz, sexuelle Beziehungen, Strafe für Verbrechen etc. Deutlich wird: Die Trennung zwischen weltlich und geistlich wird aufgehoben, das ganze Leben wird von der Beziehung zu Gott durchdrungen, wird so zum Leben-mit-Gott. Die Anweisungen führen zu erfülltem Leben-in-Gemeinschaft.

Und nun erfolgt das Fazit: Wird sich Israel an die Weisung Gottes halten, verheißt Gott seinen Segen: Regen, reiche Ernte, Friede, Sicherheit vor wilden Tieren, Triumph über Feinde, Vermehrung des Volkes. Gott wird sich zu seinem Volk bekennen, er wird in ihrer Mitte Wohnung nehmen, Israel wird sein Volk und Gott wird ihr Gott sein. Dieselbe Melodie erklingt in Offb 21.
Wird das Volk aber den Bund Gottes brechen und ihm nicht gehorsam sein, dann folgt daraus Strafe: Schrecken, Angst, Leid, Hungersnot. Gott kündigt an: „I will set my face against you“ (V. 17). Die Feinde werden über Israel triumphieren, der Solz des Volkes wird gebrochen, Raubtiere terrorisieren das Land. Kehrt das Volk daraufhin nicht um zu Gott, wird er weiter feindlich gegen sie sein, wird die Strafe vergrößern. Feinde fallen ins Land ein, Israeliten werden ihre eigenen Kinder essen, ihre Anbetungsstätten werden zerstört, das Land verwüstet und das Volk unter die Nationen zerstreut. Wenn das Volk im Exil sein wird, erhält das Land seine Sabbatruhe zurück, die ihm zuvor verweigert wurde; die Dagebliebenen leben in Furcht und Schrecken. Wenn das Volk aber seine Sünde bekennt, wird Gott sich seines Bundes mit den Erzvätern erinnern und Israel nicht vollends ausrotten, sondern sich ihnen wieder zuwenden.

Was wir hier lesen, ist auf erschreckende Weise eingetroffen. Jeder König Israels wurde daraufhin bewertet, ob er das Volk auf die Wege Gottes führte und das Volk deswegen gesegnet wurde, oder ob er sie vom Herrn abtrünnig machte, und das Volk darum Leid erlitt. Die Propheten riefen das Volk zur Umkehr und kündigten das Leid an, das hier in Lev 26 schon erscheint. Der Einfall der Feinde geschah, und in den Berichten Jeremias und der Klagelieder wird erschütternd deutlich, dass alles wahr geworden ist. Sie haben ihre eigenen Kinder gegessen, weil Nahrung knapp und der Hunger groß war. Und sie wurden ins Exil zerstreut. Das Land lag brach. Andere Propheten kündigten die Rückkehr aus dem Exil an, Jeremia sprach von 70 Jahren, Daniel fügte 70 Jahrwochen hinzu. Nach 70 Jahren kam das Volk zwar zurück in sein Land, lebte aber größtenteils in Fremdherrschaft. Erst als 69 von Daniels 70 Jahrwochen um sind, erfüllt sich Jesajas Verheißung von Johannes dem Täufer, dann tritt Jesus auf, das innere Exil ist zuende und die Herrschaft Gottes ist da!
Die Exilserfahrung brachte Israel zurück zu Gott, die Götzen wurden fallengelassen. Aus der Furcht, so etwas wieder erleben zu müssen, analysierte man die Anordnungen Gottes aufs genaueste und kam zu einer Fülle von Einzelgeboten, die es einzuhalten galt, damit das Volk nie wieder von den Wegen Gottes abkommen würde. Weil aufgrund dieser Detailsverliebtheit das Wesentliche vergessen wurde – Gott und den Nächsten zu lieben und mit ihnen in erfüllter Gemeinschaft zu leben – hat Jesus die Pharisäer hart kritisiert, obwohl er an ihren Anweisungen nicht viel auszusetzen hatte (vgl. Mt 23).

Was bedeutet das für uns? Ernte ich Gottes Segen, wenn ich seine Gebote halte?

Erstens: Dieses Kapitel richtet sich an das Volk als Ganzes. Es geht nicht um einzelne Personen. Schon damals wurde in den Psalmen immer wieder die Frage laut: Warum geht es den Gottlosen so gut? Das ganze Volk ist gefragt, auf dem Weg Gottes zu gehen, dann wird das ganze Land gesegnet werden.

Zweitens: Dieses Kapitel spricht in die Bundesbeziehung hinein. Gott hatte mit Israel einen Bund geschlossen und dieses Kapitel gehört in den „Bundesvertrag“ hinein. Ich bin nicht sehr begeistert darüber, wenn über den alten Bund negativ gesprochen oder alles zu trennen versucht wird, aber an dieser Stelle müssen wir klar unterscheiden. Wir können in diesen Gesetzen Gottes Herz erkennen, seine Gedanken verstehen und Prinzipien wahrnehmen, die uns zeigen, wie er Dinge beurteilt. Aber wir können dieses Kapitel nicht einfach 1:1 auf unsere Situation übertragen.

Wenn aber Gott mit uns einen neuen Bund geschlossen und uns in Jesus angenommen hat, erben wir dann nicht die Segnungen des alten Bundes? Sind wir dann nicht an die Stelle Israels getreten?

Nein, sind wir nicht. Israel behält auch im neuen Bund eine Sonderrolle. Lies dazu Röm 9-11. Für uns Christen aus den Heiden gilt, was das neue Testament sonst zu sagen hat. Und das Gesamtzeugnis des NT ist auf die Fragestellung zum Leben im Segen leider nicht die, die wir hören wollen:

Wer Jesus annimmt, wird zum Kind Gottes. Aufgrund des Opfertods Jesu erfährt er Vergebung von Sünden und Schuld. Er wird von oben geboren und der Heilige Geist nimmt in ihm Wohnung. Er verändert ihn und macht ihn Jesus ähnlicher. Leben-mit-Gott schlägt sich in der Tat nieder. Das Handeln und Tun ist Folge des Glaubens, Antwort auf Gottes Gnade, Dank für seine Barmherzigkeit. Vergebung und Rechtfertigung sind ein Geschenk, nicht durch unser Tun zu erkaufen. Das Tun ergibt sich automatisch daraus, dass Gott seinen Geist in uns legt und seinen Willen in unser Herz schreibt. Es ist Erfüllung des Doppelgebotes der Gottes- und Nächstenliebe. Es dient erfülltem Leben-in-Gemeinschaft untereinander und mit Gott.

Jesu Blut wäscht uns rein von der Sünde. Es beschützt uns nicht vor Leid. Kein geistliches Prinzip, das wir einhalten oder Bekenntnis, das wir proklamieren könnten, hält Unglück von uns fern. Christen müssen durch viel Trübsal ins Reich Gottes eingehen. Leid ist Teil einer gefallenen Welt und Nachfolger Jesu erhalten meist eine Überdosis davon. Weil Christus in uns lebt, können wir das Leid überwinden – das heißt standhaft ertragen und aushalten. Leid trifft uns von unterschiedlichen Seiten. Gott kann die Ursache sein, es kann der Böse sein, es kann Folge von Schuld sein, es kann einfach Pech sein. Wir haben die Frage nach der Ursache nicht zu stellen.

Nach der Neuschöpfung nach der Wiederkunft Jesu wird eine Zeit anbrechen, in der Tod, Leid, Geschrei und Schmerz Vergangenheit sein werden. In der Zwischenzeit wird das zeichenhaft hier und dort sichtbar: Menschen werden geheilt, Kranke werden gesund, weil Gott wirkt. Wo das geschieht ist es Gnade. Anworten auf die Frage, warum dieser Kranke geheilt wird, jener nicht, warum hier Wunder geschehen und dort nicht, können nicht gegeben werden. Jede Erklärung greift zu kurz und Sätze wie: „Du hast nicht (genug) geglaubt“ oder „Da ist Sünde in Deinem Leben“ etc. sind ein Affront.

Leben-mit-Gott ist lebendige Beziehung, Lebensgemeinschaft. Es geht um gegenseitigen Austausch, Liebe, geteiltes Leben. Es geht nicht um das Einhalten von Prinzipien, die mir Segen garantieren würden. Griechisch-philosophisches Denken zielt auf abstrakt-spekulative Lehren und Prinzipien. Hebräisches Denken zielt auf Beziehung. Geh mit den Dingen, die Du nicht verstehst zu Gott, berge Dich in seiner Nähe und stelle ihm die Fragen direkt. Du wirst nicht immer Antworten erhalten, aber Dir gewiß sein, daß Gott für Dich ist.

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Ein Kommentar zu “[Wegmarken] Levitikus 26 – Leben im Segen? – Alter und neuer Bund”

  1. Lea sagt:

    ich hab ihn gelesen!!!


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