Was man lesen sollte
30. Juni 2007
“If you want to be a leader, you have to be a reader!” so beginnt der aktuelle Post auf Kingdom People. Eine Überzeugung, die sich auch in mir festgesetzt hat – ich lese leidenschaftlich gerne und viel. Blogs sind ja schön und gut, aber meiner Ansicht nach ist die Blogosphäre geprägt von In-Themen, Meinungsmachern, Blendern, Pseudo-Erkenntnissen, etc. – selten treffe ich im weltweiten Netz auf einen Post, der wirklich lange hängen bleibt (und diesen Anspruch hat auch mein Blog nicht). Wie anders ist dagegen ein gutes Buch! Ansprechend formulierte Gedankentiefe, die zum Nachdenken anregt, mich begleitet und verändert. Aber welche Bücher aus der Fülle wählen? Da hilft nun der angesprochene Post, On Reading Widely, weiter. Dabei werden fünf Tipps gegeben und ausgeführt. Im Einzelnen:
1. Vergiß die Klassiker nicht – sie haben den Test der Zeit bestanden
2. Lies Buchbesprechungen – das wird Dir helfen, eine Auswahl zu treffen
3. Bleib nicht in Deiner Nische – laß Dich bereichern
4. Lies Bestseller – dann weißt Du, was viele Deiner Mitmenschen bewegt
5. Lies Romane – bzw. Lies Bücher, die Du normalerweise nicht lesen würdest – als Theologe lies Romane, als “Normalbürger” packe Dir mal was mit Tiefgang auf den Nachttisch
Punkt drei hat es mir am meisten angetan. Ich zitiere:
Bleib nicht in Deiner Nische
Die Emerging Church und die Neuen Reformierten haben eines gemeinsam – beide Bewegungen lesen gerne bestimmte Autoren und Verlage. Geh auf eine Emerging Church Convention und Du wirst einen Haufen Leute treffen, die dieselben drei Bücher gelesen haben und sich nun bei Kaffee (oder Bier!) darüber unterhalten wollen. (…) Beide Bewegungen betonen die Wichtigkeit alter Bücher (Emerging wendet sich an die vor-mittelalterlichen Väter, die Reformierten konzentriert sich auf die Reformation). Aber keine Gruppe liest die anderen gut.
Laß Dich nicht nur in einen einzigen Strom der Christenheit hineinziehen. (…) Und noch ein Rat: Lies die Autoren, mit deren Position Du nicht übereinstimmst, nicht nur, damit Du ihre Argumente auseinander nehmen kannst. Lies gnadenvoll. Lies um zu lernen. (…) Spring in andere Ströme der Christenheit und laß Dich vom Schwimmen erfrischen!
Das ist mal ein Abschnitt, der mir aus der Seele spricht! Lieber Freund der Emergenz: Du mußt nicht alles glauben, nur weil N.T. Wright es sagt. Oder Brian. Oder Doug. Oder Moltmann. Oder Küng. Oder Padilla. Oder Bonhoeffer. Oder Newbigin. Ich mag die Jungs. Ich lerne von ihnen. Aber ich könnte nicht sagen, daß ich von Luther, Calvin, Wesley, Finney, Spurgeon, Arndt, Spener, Zinzendorf, Barth, Brunner, Rahner, C.S. Lewis, Tolkien, Chesterton und aktuell Kameraden wie z.B. C.Peter Wagner, Hybels, Warren und Driscoll weniger gelernt hätte. Warum immer Grabenkämpfe? Warum sind einige Autoren plötzlich uncool geworden? Warum gehen manche Blogger (inklusive meiner Wenigkeit) immer davon aus, alles durchschaut zu haben und alles besser zu wissen? Lies weit, lies breit, lies alle – prüf aber alles und das Gute behalte!
Wie stehst Du zum Lesen? Welche Anregungen hast Du?






































































