Von der Leitung missionaler Gemeinden – oder: Was Alan Roxburgh zu sagen hat und warum er Gehör verdient
24. Februar 2010
Am 12.-14. März veranstaltet u.a. Emergent Deutschland ein Wochenende mit Alan Roxburgh in Erlangen. Diese Tage haben wir unter den Titel »Es geht ja doch! Missionaler Aufbruch in “ganz normalen” Gemeinden« gestellt. Anmelden kannst Du Dich hier, am besten unverzüglich. Am Geld sollte Deine Teilnahme nicht scheitern, betragen die Kosten doch nur 50€ für Normal- und 30€ für Nichtverdiener. Ist das ein Angebot?!

Alan wird darüber sprechen, wie den gesellschaftlichen Umbrüchen in unseren Tagen begegnet werden kann, indem Veränderungsprozesse in Gemeinden verstanden, initiiert und begleitet werden. Sein Fokus liegt dabei auf dem Personenkreis der Gemeindeleitenden, wie auch der Titel des Buches The Misisonal Leader: Equpping Your Church to Reach a Changing World andeutet, das Alan zusammen mit Fred Romanuk verfasst hat. Hieraus nun einige Gedankensplitter, die darlegen, warum ich empfehle, vom 12.-14. März in Erlangen dabei zu sein.

Weil das Wort »missional« zur Zeit inflationär verwendet wird, beginnen wir mit einer Definition dessen, was die Autoren unter einer »missionalen Gemeinde« verstehen:
A missional church is a community of God’s people who live into the imagination that they are, by their very nature, God’s missionary people living as a demonstration of what God plans to do in and for all of creation in Jesus Christ. (S. XV)
Um diese Art von Gemeinden zu leiten, braucht es ein neues Verständnis von Leiterschaft, da die meisten »missional« genannten Führungsmodelle oft nur alten Ansätzen einen neuen Anstrich verpassen, was aber in einer Zeit permanenten Wandels keinen Sinn mehr macht. Die Antwort auf die neuen Umstände ist für die Autoren nicht das Gründen neuer Gemeinschaften und Initiativen, sondern die Transformation bestehender Gemeinden. Dafür reichen die pastoralen Fähigkeiten, in denen viele aktuelle Gemeindeleiter ausgebildet wurden, allerdings nicht aus. Genauso wenig ist die Übernahme von Führungsmodellen aus der Wirtschaft eine Lösung, da dies der Einzigartigkeit von Gemeinde nicht gerecht wird. Der Geist Gottes ruht auf dem Volk Gottes.
Congregations matter. But they need leaders with the skills to cultivate an environment in which the Spirit-given presence of God’s future may emerge among the people of God. (S. 11) God’s future is among the regular ordinary people of God. It’s not primarily in great leaders or experts but among the people, all those people most leaders believe don’t get it. (S. 20f) Missional leadership is about cultivating the capacity and gifts of the people who are already part of the church. (S. 30)
Es ist die Aufgabe der Gemeindeleitung, den Gemeindegliedern Raum zu schaffen, um gemeinsam im Licht der großen Linien der Bibel über ihre persönliche Geschichte, die Geschichte der Gemeinde und den aktuell sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel zu reflektieren, sowie dem aktuellen Wirken und Reden Gottes in genau diesen Umständen nachzuspüren.
In this book we offer an alternative model of the missional leader who is a cultivator of an environment that discerns God’s activities among the congregation and in its context. It is leadership that cultivates the practice of indwelling Scripture and discovering places for experiment and risk as people discover that the Spirit of God’s lifegiving future in Jesus is among them. (S. 27)
Die Gemeindeleitung versucht darum, in der Gemeinde das Bewußtsein dafür zu schaffen,
- was Gott unter denen tut, die zur Gemeinde gehören
- wie die Gemeinde sich selbst als Kern dessen verstehen kann, was Gott tut
- wie Gott im Umfeld der Gemeinde am Wirken ist
Dafür braucht es neue Zugänge zur Bibel, neue Wege des Austauschs unter den Gemeindegliedern und neue Formen des persönlichen und gemeinsamen Lebens in der Nachfolge Jesu. Aber die gute Nachricht lautet:
A congregation can be transformed into a missional community. It doesn’t need to be stuck in a cycle of growth, plateau, and decline. There are ways to innovate a new missional identity that is more than just an old pattern dressed in new words, but it requires some awareness and understanding of what is happening in congregations. (S. 39)
Im weiteren Verlauf des Buches führen die Autoren aus, wie dies geschehen kann. Dabei gehen sie auf die unterschiedlichen immer wiederkehrenden Phasen im Leben einer Gemeinde ein, welche Herausforderungen diese jeweils mit sich bringen und wie dem begegnet werden kann. Sie präsentieren das »Missional Change Model«, welches bei der Navigation durch Veränderungsprozesse hindurch hilft, erläutern, welche spezifischen Anforderungen an Leitungspersonen gestellt werden und stellen einen Weg vor, wie Pastoren in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sich ganz praktisch auf einen Wachstumsprozess einlassen können, der sie fit für die neuen Aufgaben macht.
Mehr werde ich nicht mehr schreiben, weil das einerseits Peter schon getan hat (hier gehts zu seinen Posts zum Buch: 1|2|3|4|5|6|7), und ich andererseits sowohl das Buch als auch das Wochenende mit Alan im März sehr empfehle. Ich hoffe, wir sehen uns.
Technorati Tags: Alan Roxburgh, Emergent Deutschland, Emerging Church, Missional, Fred Romanuk





































































