Über Dienst und Botschaft Jesu: Der Text zum Bild
29. Mai 2008
Aus der Gliederung im vorigen Post ist ein Text geworden, der das Wirken Jesu von der Gefangennahme Johannes des Täufers bis zu seiner Auferstehung zusammenfassen soll.
Mit seiner Botschaft von der Königsherrschaft Gottes malte Jesus ein Bild von der Zukunft, das sich radikal von dem unterschied, was seine Zeitgenossen gewohnt waren. Von allen Seiten regte sich Widerstand – Pharisäer und Sadduzäer wandten sich gegen ihn, aber auch dämonische Mächte manifestierten sich in seiner Gegenwart. Der wahre Feind blieb jedoch zumeist unsichtbar: Nur in der Versuchungsgeschichte kam es zur direkten Konfrontation mit Satan, der doch hinter allem persönlichen, transpersonalen, sozialen und systemischen Bösen zu finden war, von dem die Menschen zu befreien Jesus gekommen war. Beständig kündigte Jesus das Gericht über die Generation Israels an, die seine Botschaft nicht annehmen würde. Im Laufe der Zeit wurde die ablehnende Haltung der Mehrheit der Juden immer deutlicher und es geschah, was Romano Guardini mit drastischen Worten als »den zweiten Sündenfall« bezeichnet – der Gottessohn wurde von seinem eigenen Volk verworfen. Hätte Israel seinen Messias angenommen, so hätten sich nach Guardini die jesajanischen Verheißungen von der Neuordnung der Welt mit beim Lamme liegenden Löwen erfüllt, die, so Guardini, damit hinfällig geworden seien, da ja nun die Weissagungen des Neuen Testamentes gälten. Ein interessanter Gedanke.
Jesus selbst war sich seiner Sendung sehr wohl bewußt. In Taufe und Verklärung empfing er die Bestätigung seines himmlischen Vaters, und dem Bekenntnis des Petrus, bei Jesus handele es sich um den »Messias, des lebendigen Gottes Sohn«, stimmte er ausdrücklich zu. In seinen Zeichen offenbarte sich die Kraft Gottes und die Fülle der messianischen Zeit, in seinem ganzen Wirken wurde das Ebenbild Gottes Fleisch und Gottes Idee vom menschlichen Leben sichtbar; Gnade und Wahrheit gingen Hand in Hand. Menschen wurden heil und frei. Jesus verkündigte eine neue Halacha; er legte und lebte die Tora im Sinne ihres Gebers aus und schärfte seinen Jüngern ein, in allem seinem Beispiel zu folgen, selbst wenn es auch sie das Leben kosten sollte.
Jesus ging bewußt in den Tod, er ergab sich in den Willen des Vaters und gab sein Leben als „Lösegeld für viele“. Die Juden verurteilten ihn als Gotteslästerer; von der Hand der Römer erlitt er den Kreuzestod. Nach seiner Auferstehung zeigte er sich seinen Schülern, übertrug ihnen seine Kraft und setzte sie als seine Nachfolger ein, die seine Sendung weiterführen sollten. Als Reben am Weinstock des Messias wurden sie zu seinem Leib, dem neuen Gottesvolk.
Was denkst Du dazu? Was fehlt?
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Donnerstag 29. Mai 2008 um 23:14
Ich würde es andersrum schreiben: erst über das, was Jesus tat (und welche gewaltige Resonanz er fand), und dann erst über Widerstände. Genauso wie ich im ersten Artikel bei der Schöpfung anfangen würde und nicht beim Sündenfall.
Donnerstag 29. Mai 2008 um 23:35
Danke. Werd ich mir mal durch den Kopf gehen lassen…
Freitag 13. Juni 2008 um 15:18
Ich denke gerade nach was mir Sprüche 9 Vers 7-9 zu sagen hat:
7 Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon, und wer den Gottlosen zurechtweist, holt sich Schmach. 8 Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse; rüge den Weisen, der wird dich lieben. 9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.
Spötter belehren, ist nicht sinnvoll, da bleibt immer auch etwas an einem selbst hängen.
Frieden im Herzen, wünsche ich – auch bei diesen “Brüdern”
Armin
Freitag 13. Juni 2008 um 15:22
Sorry, da war die Hand zu schnell. Dies ist der Kommentar zu: “Offener Brief an Rudolf Ebertshäuser”
Armin
Montag 16. Juni 2008 um 17:47
Hehe, sowas soll vorkommen