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Über die Bibel und den Willen Gottes

17. Dezember 2007

Heute hat mich Anna mit einer Frage zum Nachdenken gebracht: Wie lebt man als Christ den Willen Gottes?

Was mir bei der Antwort auf diese Frage geholfen hat und immer noch hilft, ist, immer wieder viel Bibel am Stück zu lesen oder anzuhören (toller Link von Storch: Die ganze Bibel zum Runterladen und Anhören). Am liebsten lese ich dabei immer ein komplettes Buch. Wenn ich eine durch habe, wechsele ich die Übersetzung. Das hilft mir immer wieder, neue Aspekte in Texten zu entdecken, die ich schon seit Jahren in der Luther-Version auswendig kenne.

Warum so viel am Stück lesen? Bei einem solchen Lesen geht es mir nicht darum, irgendwelche Details zu studieren oder zu entdecken oder zu meditieren, sondern darum, den roten Faden zu verstehen, die Zusammenhänge zu sehen, die Geschichte Gottes mit den Menschen zu verfolgen und mitzuerleben. So habe ich als Kind angefangen – mit Hörspielkassetten und der Kinderbibel. Später wurde mir dann »Stille Zeit« beigebracht. Dabei wurde anhand eines Leseplanes mit Erklärungen täglich ein kurzer Abschnitt gelesen und intensiv darüber nachgedacht. Diese Art des Bibellesens hat mir geholfen, an manchen Stellen in die Tiefe zu gehen. Andererseits brachte sie aber auch diverse Nachteile mit sich: Ein Absatz wird detailliert betrachtet, der Kontext wird ausgeblendet und so lange auf den paar wenigen Versen herumgekaut, bis irgendetwas herausgelesen wird, was nicht im Text steht. Das ist dann »Gottes Wort für heute«. Ich will an dieser Stelle nicht behaupten, daß Gott so nicht reden könnte. Aber dafür bräuchte er nicht die Bibel. Das würde mit jedem anderen Buch auch funktionieren.

Ich habe immer wieder über die Tatsache nachgedacht, daß es erst seit ca. 500 Jahren für jeden Christen die Möglichkeit gibt, die Bibel zu lesen, und daß auch Paulus und Petrus mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit keine Schriftrollen im Handgepäck hatten. Warum also sollte jeder Christ jeden Tag die Bibel lesen müssen? Faszinierenderweise beobachte ich, daß selbst unter denjenigen, die nach eigenen Angaben fast täglich in diesem Buch lesen, die Kenntnisse der innerbiblischen Zusammenhänge nicht allzu ausgeprägt sind. Bekannt sind eher einzelne Verse, die (leider viel zu oft!) aus dem Kontext gerissen werden und aus denen dann eine Theologie gemacht oder ein vermeintliches »biblisches Prinzip« entwickelt wird. Oftmals stehen mir die Haare zu Berge, wenn ich mir anhören darf, was nicht alles «ein biblisches Prinzip« sein soll.

Die Schriften der Bibel sind »gottgehaucht«, sind entstanden auf geheimnisvolle Weise aus göttlichem und menschlichem Ursprungs zugleich. Hier erfahre ich Ausschnitte aus der Geschichte Gottes mit der Welt und den Menschen. Je mehr ich in mit dieser Geschichte vertraut bin, desto weniger würde ich auf irgendwelche Fragen einfache Antworten in nur einem Satz geben. (Zum Beispiel auf Fragen, die mit den Worten »Darf man als Christ …« beginnen.) Aber desto mehr verstehe ich, wie Gott tickt, was ihm wichtig ist, wie sein Herz schlägt, wie er sich die Schöpfung, die Menschen und ihr Zusammenleben gedacht hat. Das gibt mir einen guten Rahmen für meine konkreten Entscheidungen, die mir Gott übrigens nicht abnimmt.

Im Judentum wurden die Kinder (okay: vorrangig die Söhne) schon in jungen Jahren in den heiligen Schriften unterrichtet, so daß sie mit dem Inhalt des AT vertraut waren. Das gefällt mir. Dadurch erhielten sie einen Deutungsrahmen für ihr Leben. Meiner Ansicht nach sollten wir die Losungshefte und Bibellesepläne-mit-Auslegungen mal eine Weile zur Seite legen und uns wieder auf die Suche nach dem roten Faden der Geschichte Gottes machen. Möglicherweise würden sich dann manche der »biblischen Prinzipien« von selbst auflösen…

P.S.: Das soll nicht heißen, daß ich es nicht schätzen würde, mich über längere Zeit mit einem kürzeren Text zu beschäftigen. Dazu nehme ich dann immer meine schön bemalte Luther’84 zur Hand. 😉 Ein feines Buch zum meditativen Bibellesen ist übrigens Eugene Peterson’s Eat This Book, das ich hiermit von Herzen empfehle.
21Eb472Qdvl. Aa115

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Ein Kommentar zu “Über die Bibel und den Willen Gottes”

  1. Schrotty sagt:

    Hey DoSi,

    sehr coole und wichtige Gedanken. Ich merke auch immer wieder, wie wichtig ist, einen Text komplett zu lesen.
    In meinem Hauskreis behandeln wir das Johannesevangelium und angefangen hat das damit, dass alle das Evangelium erstmal komplett durchgelesen haben. Jetzt ist es so, dass bei jedem Treffen Reih um gefragt , was im jeweiligen Kapitel drinne steht. Ist echt eine große Hilfe den Kontext im Auge zu behalten


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