Der Sämann

Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott







  • Buchtipps vom Sämann



    vernetzt mit Emergent Deutschland

    Das Buch vom Sämann Wie die Bibel Sinn macht

    Bücher mit dem Sämann In allen Städten und Dörfern Beziehungsweise Leben Zeitgeist
    Zeitgeist
  • Täglich Brot

    • Irisches Gebetbuch
    • Richard Foster, Dallas Willard, Walter Brueggemann (Hrsg.) – Renovaré Spiritual Formation Study Bible
  • Was ich höre

    • Bob Dylan – Nashville Skyline
    • Bon Iver – Bon Iver
    • Coldplay – Mylo Xyloto
    • Jens Böttcher – Viva Dolorosa
    • Johnny Cash – Bootleg Vol. 2: From Memphis to Hollywood
    • Johnny Cash – Bootleg Vol.3: Live Around the World
    • Johnny Cash – I Would Like to See You Again
    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
  • Was ich lese

    • Gustav Aulén – Das christliche Gottesbild in Vergangenheit und Gegenwart: Eine Umrißzeichnung
    • Manfred Scheuch – Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung
    • Saul Friedländer – Das Dritte Reich und die Juden
    • Stephen R. Covey – The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness
    • Thomas C. Oden und Cindy Crosby – Ancient Christian Devotional: A Year of Weekly Readings
    • William Shakespeare – The Complete Works
Egoload - Analytischer Denker

Emergent Village

Friend of Missional

Firefox

Falls dieser Blog nicht richtig angezeigt wird, klicke hier

Dieser Blog ist lizensiert unter einer Creative Commons 3.0-Lizenz

ecto

apple

Döner macht schöner!

[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls

19. März 2007

{Dies ist der achte Post zu Alan Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7}

Der christliche Glaube ist intrinsisch inkarnatorisch; will die Gemeinde kein fremdländisches Gebilde sind, wird sie deshalb immer in den Kontext eintreten, in dem sie sich vorfindet. (David Bosch)

In diesem Kapitel werden wir die Triebkraft und Struktur vergangener Jesusbewegungen untersuchen, eine Sache, die ich als „missional-inkarnatorischen Impuls“ bezeichne. Es ist die Grundthese dieses Kapitels, dass, wenn wir uns dieses Vorgehen nicht aneignen, wir im Endeffekt den Genius der apostolischen Gemeinde einsperren werden, der darin besteht, das Evangelium in die Kulturen und Gesellschaften unterschiedlicher Gruppen zu säen und einzubetten und dadurch die Saat schneller Multiplikation auszustreuen. Beim missional-inkarnatorischen Impuls handelt es sich letztlich um die angewandte Umsetzung der Sendung Gottes (der missio Dei) und der Inkarnation (Fleischwerdung). Darum ist er in der eigentlichen Weise verwurzelt, auf die Gott die Welt erlöst und sich uns offenbart hat. Es ist das evangelistisch-attraktionelle Modell, das uns davon abhält, diesen authentischen Impuls zu erleben, der durch echte Jesusbewegungen reflektiert wird.

Die Sendung Gottes

In den letzten ca. 40 Jahren hat sich die Art, wie wir Mission verstehen, grundlegend geändert – stand früher die Gemeinde im Zentrum, so ist es heute Gott. Wie Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat, so sind wir im Kern ein gesandtes oder schlicht missionarisches Volk. Diese „Sendung“ wird im missionalen Impuls verkörpert und ausgelebt. Es geht also prinzipiell um eine nach außen gerichtete Bewegung einer Gemeinschaft oder Einzelperson zu einer anderen. Das neutestamentliche Muster der Mission ist zentrifugal, nicht zentripetal, was nicht genug betont werden kann. Wenn Jesus das Königreich Gottes mit Samen vergleicht, die ausgesät werden, dann macht er keine Witze.

Wir haben dazu geneigt, Mission als etwas anzusehen, was wir in „heidnischen Nationen“ tun und nicht in der Heimat. Hier evangelisieren wir, dort gehen wir in die Mission. Das Christendom-Denken hat den missionalen Impuls verschlungen und durch einen attraktionellen ersetzt. Während die Ortsgemeinde evangelisiert und Outreaches durchführt, weil sie ihre Effektivität anhand zahlenmäßigen Wachstums, besseren Programms und zunehmender Ressourcen mißt, braucht sie zur Unterstützung den attraktionellen Impuls. Der stattgefundene Tausch wird fast nicht bemerkt, hat aber weitreichende Folgen, weil er die nach außen gerichtete Bewegung, die in’s Evangelium eingebaut ist, unwissentlich blockiert.

Die Inkarnation

Johannes 1,1-18 ist der zentrale und maßgebliche biblische Text, der vom erstaunlichen Kommen Gottes in die menschliche Geschichte erzählt. Alle Christen bekennen, dass Gott in Jesus Christus ganz gegenwärtig war und in einem bislang nicht gekannten Akt demütiger Liebe in unsere Nachbarschaft zog. Die Inkarnation und das aus ihr fließende Werk Christi erwirkte mehr als unsere Erlösung. Sie war ein Akt tiefgründiger Anziehung, eine radikale Identifikation mit allem, was es ausmacht, menschlich zu sein. Darüber hinaus, handelte es sich um eine Offenbarung: Indem er jeden Aspekt der Menschlichkeit auf sich nahm, würde Jesus für uns ganz wörtlich zum Bild Gottes. Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, brauchen wir nur Jesus anzuschauen. Wir können ihn verstehen, weil er einer von uns ist. Er kennt uns und kann uns den Weg zeigen. Davon ausgehend können wir mindestens vier Dimensionen ausmachen, die unser Verständnis der Fleischwerdung Gottes im Messias Jesus formen:

  • Gegenwart (der ewige Gott ist in Jesus ganz gegenwärtig)
  • Nähe (in Christus ist Gott auf eine Weise zu uns gekommen, die wir nicht nur verstehen können, sondern die für uns auch zugänglich ist)
  • Machtlosigkeit (Gott entäußerte sich und nahm die Gestalt eines demütigen Dieners an)
  • Verkündigung (Jesus verkündete die Herrschaft Gottes aus und rief die Menschen auf, in Form von Umkehr und Glauben zu antworten)

Inkarnatorisch zu handeln bedeutet deshalb, daß wir unsin unserer Sendung auf diejenigen einlassen, die wir erreichen wollen, und uns mit ihnen identifizieren. Es wird auf jeden Fall bedeuten, dass wir in ihre Nähe ziehen und damit eine echte und bleibende Präsenz unter ihnen aufrichten. Aber das Grundmotiv inkarnatorischen Dienstes ist ebenfalls offenbarend – damit sie Gott durch Jesus kennenlernen. Dadurch, dass er einer von uns wurde, hat Gott uns schlechthinnig deutlich gemacht, wie wahres Menschsein und damit auch wahre Gemeinschaft aussehen und sich verhalten sollte. Für unser Leben und unsere Mission hat dies weitreichende Folgen, wie anhand desselben Musters gezeigt werden soll.

  • Gegenwart: Es gibt eine Zeit für direktes und provokatives missionarisches Vorgehen, aber es gibt auch eine Zeit dafür, schlicht Teil einer Gemeinschaft zu werden. Desweiteren betont der Gedanke der Gegenwart den Stellenwert von Beziehungen. Unser Leben ist unsere Botschaft. Aber eine der wichtigsten Implikationen unserer Gegenwart als Repräsentanten Jesu ist es, dass Jesus gerne mit den Menschen Zeit verbringt, mit denen wir Zeit verbringen.
  • Nähe: Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, der Kontakte zu Menschen aus allen Ebenen der Gesellschaft hatte, dann müssen wir direkt und aktiv in das Leben der Menschen, die wir erreichen wollen, miteinbezogen sein. Das bedeutet nicht nur gegenwärtig, sondern verfügbar zu sein, was Spontaneität und Regelmäßigkeit in den Freundschaften und Gemeinschaften, an denen wir teilhaben, miteinbezieht.
  • Machtlosigkeit: Jesu Beispiel zu folgen, verpflichtet uns zu Dienstbereitschaft und Demut in unseren Beziehungen zueinander und zur Welt.
  • Verkündigung: Die Einladung des Evangeliums, die Jesus in seinem Dienst initiierte, bleibt bis heute aktiv und lebendig. Ein genuin inkarnatorischer Ansatz setzt voraus, dass wir immer bereit sind, denjenigen, die Teil unserer Welt sind, vom Evangelium zu erzählen.

Indem wir inkarnatorisch leben, bilden wir nicht nur das Modell der Menschlichkeit ab, das in der Inkarnation eingeführt wurde, sondern schaffen auch Raum, dafür, dass auf organische Weise Mission geschehen kann. So wird Mission zu etwas, das nahtlos in die gewohnten Rhythmen des Lebens, von Freundschaften und Gemeinschaften „paßt“ und folglich durch und durch kontextualisiert ist. Die Essenz inkarnatorischen Dienstes ist es, die Kirche zu den Menschen zu bringen, statt die Menschen zur Kirche. Was die missionalen Impulse bedeutsamer Jesusbewegungen anbelangt, stellen wir fest, dass es bei der inkarnatorischen Praxis darum geht, das Evangelium in jeder Volksgruppe einzubetten und zu vertiefen, so dass sie zum Volk Gottes werden mögen. Indem sie inkarnatorisch handeln, stellen Missionare sicher, dass Menschen eines jeden Stammes das Evangelium auf eine Weise annehmen und ausleben, die für ihren Stamm bedeutungsvoll ist. Die Kultur als ganze findet so ihre Vollendung und Erlösung in Jesus. Dadurch transformiert das Evangelium den Stamm von innen.

Missional-Inkarnatorisch

Wie sich die Mission ausbreitet, so sät sich auch das Evangelium in die Hostkultur. Heraus kommen Gemeinschaften des Glaubens, die ein faktischer Teil der Kultur sind, die sie bewohnen, und gleichzeitig sind sie selbst missional. Sie breiten ihrerseits die Mission, die sie empfangen haben, weiter aus, in dem sie missionarische Arbeiten zu anderen Stämmen und Volksgruppen in Gang setzen. Die Fähigkeit der Gemeinde, sich zu vervielfältigen, ist direkt mit diesem Impuls verbunden. Alle kraftvollen Bewegungen starten mit einer Gruppe von Menschen, die, von Leidenschaft für eine Sache durchdrungen, sich selbst durch Multiplikationssysteme reproduzieren.

Der missional-inkarnatorische Impuls ist ein fundamentaler Indikator für gemeindliche Gesundheit. Der missionale Impuls heißt uns, Volksgruppen als eigene kulturelle Systeme ernstzunehmen, wohingegen der inkarnatorische Impuls uns die spezifische Kultur einer Volksgruppen ernstzunehmen heißt. Ernst genug jedenfalls, um eine Glaubensgemeinschaft zu entwickeln, die dem Evangelium gegenüber treu und für die Kultur, die sie zu evangelisieren sucht, relevant ist. Dies ist mit der Kontextualisierung des Evangeliums und der Gemeinde gemeint.

Der missional-inkarnatorische Ansatz erfordert die Identifikation mit einer lokalen Volksgruppe, kulturelles Feingefühl und mutige Innovation, um die Mission zu erfüllen. Weil Kultur und Integrität einer Volksgruppe respektiert wird, erweitert missional-inkarnatorische Praxis das Beziehungsgeflecht einer gegebenen Host-Kultur. Das ist deshalb wichtig, weil das Evangelium, und damit auch der Bekehrungsprozess, sich immer entlang des Beziehungsgeflechts der gegebenen Host-Kultur fortbewegt. Für beständiges exponentielles Wachstum braucht eine Bewegung offene Beziehungen zu Außenseitern.

Attraktionelle Gemeinden verlangen, dass, wenn sie das Evangelium hören wollen, die Menschen zu uns, auf unseren Boden, in unsere kulturelle Zone kommen. Letztenendes müssen sie eine(r) von uns werden, wenn sie Jesus folgen wollen. Ich kann nicht genug betonen, wie sehr das die meisten Nicht-Christen entfremdet, die sich gewöhnlich gerne mit Jesus beschäftigen, aber in diesem Prozess ausdrücklich nicht „verkirchlicht“ werden wollen. Der biblische Weg wäre, nicht die Menschen zur Kirche zu bringen, sondern Jesus (und die Gemeinde) zu den Menschen.

Missionale Ekklesiologie oder… Die Hauptsache zur Hauptsache machen

Christologie determiniert Missiologie, und Missiologie determiniert Ekklesiologie. Das soll heißen, dass wenn wir uns als missionale Bewegung korrekt ausrichten wollen, wir zuerst zum Gründer des Christentums zurückkehren müssen und unseren Ansatz von da aus rekalibrieren müssen. Christliche Mission beginnt immer bei Jesus und wird von ihm definiert. Jesus ist unser beständiger Referenzpunkt – wir beginnen und enden mit ihm. Er bestimmt die Mission der Gemeinde in der Welt, und darum kommt unser Verständnis des Zweckes unserer Sendung davon, dass er uns in die Welt gesandt hat. Bei Jesus entdecken wir diese besondere Art der Heiligkeit, die so attraktiv für die nicht-religiösen Menschen und anstößig für die Religiösen war. Von Jesus lernen wir, wie wir uns mit Menschen auf eine ganz frische „unkirchliche“ Weise beschäftigen können. Er hing mit „Sündern“ ab und besuchte die Bars/Pubs seiner Zeit (Mt 11,19). Er tafelte, fastete, feierte, weissagte und klagte offen auf eine Weise, die das Reich Gottes für den Durchschnittsmenschen zugänglich und verlockend machte. Wir müssen zu Jesus zurück. Aber nicht nur unsere Zielsetzung wird von der Person und dem Werk Jesu bestimmt, sondern auch unsere Methodologie. Unsere Missiologie (unser Verständnis unserer Zweckbestimmung in der Welt) muss sich dann dem Wesen der Funktion, wie auch der Gestalt der Kirche mitteilen. Christus bestimmt unser Ziel und unsere Mission in der Welt, und dann muss unsere Mission unser Streben nach Art und Weise unseres In-der-Welt-Seins antreiben.

So wie ich die Bibel lese, scheint Ekklesiologie die flexibelste Doktrin zu sein. Die Gemeinde ist eine dynamische kulturelle Ausdrucksform des Volkes Gottes in seiner jeweiligen Umgebung. Anbetungsstil, soziale Dynamiken, liturgischer Ausdruck muss aus dem Prozess der Kontextualisierung des Evangeliums in der jeweiligen Kultur resultieren. Gemeinde folgt Mission.

del.icio.us:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls digg:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls spurl:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls wists:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls simpy:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls newsvine:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls blinklist:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls furl:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls reddit:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls fark:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls blogmarks:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls Y!:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls smarking:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls magnolia:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls segnalo:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls gifttagging:[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls

3 Kommentare zu “[The Forgotten Ways] Missional-Inkarnatorischer Impuls”

  1. Der Sämann » Blog Archiv » [The Forgotten Ways] Apostolisches Umfeld sagt:

    […] Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8} Die primäre Verantwortung eines Leiters besteht darin, die Wirklichkeit zu erklären. (Max […]

  2. [The Forgotten Ways] Organische Systeme » Der Sämann » Blog Archiv » [The Forgotten Ways] Organische Systeme sagt:

    […] Post zu Alan Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9} Wenige Führungskräfte akzeptieren, dass es, um den Kurs eines Unternehmens zu […]

  3. [The Forgotten Ways] Abschluß » Der Sämann » Blog Archiv » [The Forgotten Ways] Abschluß sagt:

    […] Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11. Den Anhang des Buches “A Crash Course in Chaos” werde ich nicht beackern, da […]


Fatal error: Call to undefined function show_manual_subscription_form() in /www/htdocs/pshuttle/dosi/wp-content/themes/wp-andreas09-l10n/comments.php on line 50