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[The Forgotten Ways] Apostolisches Umfeld

19. April 2007

{Dies ist der neunte Post zu Alan Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8}

Die primäre Verantwortung eines Leiters besteht darin, die Wirklichkeit zu erklären. (Max DePree)

In jeder Manifestation des apostolischen Genius gibt es eine kraftvolle Art katalytischen Einflusses, die mit dem scheinbar chaotischen Netzwerk von Gemeinden und Gläubigen verwoben ist. Es gibt kein treffenderes Wort dafür, als, um biblische Sprache zu verwenden, apostolisch. Und hierbei handelt es sich nicht nur um die Kraft des Evangeliums bzw. apostolischer Lehre, sondern auch um eine bestimmte Art Leiterschaft, nämlich die der apostolischen Person. Ich kann keine Situation finden, wo die Gemeinde die Mission Gottes auf bedeutsame Weise ausgebreitet hat, wo sie schnelles metabolisches Wachstum erfahren hat, in der man nicht auf die eine oder andere Weise apostolische Leiterschaft entdecken kann. Tatsächlich läßt sich diese Art der Leiterschaft um so schneller finden, je größer die missionalen Auswirkungen sind.

Wenn Du eine missionale Gemeinde willst, dann…
Zum jetzigen Zeitpunkt sieht sich die Kirche im Westen großen Herausforderungen an ihre Anpassungsfähigkeit gegenübergestellt. In einer sich beständig verändernden Umgebung müssen Organisationen und Führungskräfte lernbereit und anpassungsfähig sein. Es ist die Berufung einer apostolischen Person, das Christentum auszubreiten, indem sie die Gemeinde zu ihrer maßgeblichen Berufung führt und sie dabei unterstützt, zu ihrer Bestimmung zu finden, ein missionarisches Volk mit einer verändernden Botschaft für die Welt zu sein. Alle anderen Funktionen der Gemeinde müssen qualifiziert sein von ihrem Auftrag, durch ihr Leben und ihr Zeugnis die Erlösungsmission Gottes auszubreiten. Der apostolische Leiter verkörpert, symbolisiert und re-präsentiert die apostolische Mission für die missionale Gemeinschaft. Desweiteren entwickelt er die Gaben und Berufungen eines jeden im Volk Gottes. Ohne apostolischen Dienst vergißt die Gemeinde entweder ihre hohe Berufung oder schafft es nicht, diese erfolgreich umzusetzen. Der einzige Schluß aus den Forschungen und Studien zu diesem Buch ist, daß apostolischer Dienst ein entscheidendes Element des Apostolischen Genius ist und wir ihn deshalb verstehen und annehmen müssen, wenn wir eine wahrhaft missionale Gemeinde werden wollen.

Eine apostolische Aufgabenbeschreibung
Apostolischer Dienst ist eine Funktion und nicht ein Amt. In der frühen Gemeinde wurde er als Begabung und Berufung von Gott angesehen, von einem in der Übereinstimmung mit der Botschaft gelebten Leben authentifiziert und an seiner Auswirkung auf die Bewegung und deren Kontext erkannt – nämlich an der Ausbreitung der Mission Gottes und an der Nachhaltigkeit und Gesundheit der Gemeinden. Für das Überleben und Wachsen der Bewegung war er entscheidend. Die Wichtigkeit und Unersetzlichkeit dieses Dienstes erklärt sich am Besten, wenn wir den Apostel als Hüter des Apostolischen Genius und des Evangeliums selbst beschreiben. Jeder nachfolgende apostolische Dienst orientiert sich an den originalen und autoritativen Aposteln. Er oder sie ist damit die Person, welche die missionale DNA vermittelt und verankert. Und wenn die mDNA einmal in einer örtlichen Gemeinschaft eingebettet ist, dann arbeitet der apostolische Dienst daran, sicherzustellen, daß die Gemeinden ihr gegenüber treu bleiben und sich nicht in etwas verwandeln, das Gott nicht vorgesehen hatte.
Im Kern ist es die apostolische Aufgabe, das Christentum auszubreiten, und das sowohl physikalisch in der Form von missionarischem Pionierdienst und Gemeindepflanzungen, als auch theologisch durch die Integration apostolischer Lehre in das Leben einzelner Christen und der Gemeinschaften, denen sie angehören. Kurz gesagt sind es drei Aufgaben:

  1. Einbettung missionaler DNA durch das Erschließen neuen Bodens für das Evangelium und die Gemeinde (In seinem Herzen ist der Apostel ein Pionier. Dieser innovative Pioniergeist macht in der Beziehung zu anderen Diensten seine Einzigartigkeit aus).
  2. Bewahrung missionaler DNA durch die Anwendung und Integration apostolischer Theologie (Apostel sind nicht nur hitzköpfige Unternehmer; sie sind auch arbeitende Theologen – oder sollten es zumindest sein, wenn sie wahrhaft apostolisch sind).
  3. Ein Umfeld schaffen, in welchem die anderen Dienste zum Vorschein kommen (Apostolischer Dienst ist die grundlegende Gabe, die sowohl das Umfeld, als auch den Referenzpunkt für die anderen in der Bibel erwähnten Dienste bereitstellt). Der fünffältige Dienst (apostolisch, prophetisch, evangelistisch, hirtlich, lehrhaft) besteht aus delegierten Diensten, die aus der apostolischen Aufgabe, Hüter der missionalen DNA zu sein, geboren werden – der apostolische Dienst ist der grundlegende. Und es muß betont werden: Das Leiterschaftsmodell ist das eines inspirierenden Dieners, und nicht jemand, der über die anderen herrscht und sie niederhält.

Feld der Träume
Apostolischer Dienst wird durch Leiden und Ermächtigung authentifiziert, nicht durch Anspruch auf eine Leitungsposition mit institutionellen Hebeln. Er bezieht seine Autorität und Kraft aus dem Gedanken des Dienens und der Berufung, sowie aus moralischer und geistlicher Größe. Im Einklang mit der Volksbewegung, der er dient, erfordert auf inspirativ-geistlicher Leiterschaft basierender apostolischer Dienst einen organischen, beziehungsorientierten Führungsstil, der Zweck, Bewegung und Reaktion in denen hervorruft, die in seine Umlaufbahn kommen. Dies geschieht auf dem Grund der erkennbaren Berufung sowie geistlichen Begabung und Autorität der apostolischen Person. Und wie immer bei großer Leiterschaft wird ein Einflußfeld geschaffen, in welchem spezielles Verhalten geschieht. Die Gegenwart eines großen Leiters, z.B. Nelson Mandela, verändert das Verhaltensmuster einer Gruppe. Diese Matrix der Apostolizität ist für das Entstehen authentisch missionaler Gemeinde entscheidend, weil es die Aufgabe apostolischen Dienstes ist, ein Umfeld zu schaffen, in welchem die apostolische Vorstellungskraft des Volkes Gottes erweckt, die geistlichen Gaben und Dienste entwickelt und die vom Evangelium inspirierte Hoffnung und Liebe bekannt gemacht werden kann. Das Problem mit CEO-mäßiger Leiterschaft ist, dass sie dazu neigt, andere zu entmachten, und falls der Leiter die Gruppe verlassen sollte, ist die Organisation meist schwach und unterentwickelt. Charismatische Leiter sind eines der größten Hindernisse dafür, daß aus einer guten Organisation eine sehr gute werden kann. Der Leiter spürt die schlafende Energie und katalysiert sie. Bewegung und Adaption finden nicht deswegen statt, weil der Leiter alle Antworten hat, sondern aufgrund des Zusammenspiels der Umgebung, zeitlicher Gegebenheiten, Mitgliedern der Organisation und einem Leiter, der die Herausforderung so ausdrücken kann, dass andere zu einem Tanz eingeladen werden, der während seiner Aufführung erst choreographiert wird. Alle Elemente des Apostolischen Genius sind schon latent in der mDNA der Kirche vorhanden. Die Leiterschaft muß sie nur noch unter der Kraft des Heiligen Geistes wachrufen. Wie ein guter Landwirt schafft apostolische Leiterschaft die äußeren Bedingungen, die inneres Wachstum und Entwicklung ermöglichen und sucht den Einklang mit dem Wirken Gottes.

Bedeutungsnetze schaffen
[Über ein Beispiel der chinesischen Untergrundkirche schreibt Hirsch:] Leiterschaft und Gefolgschaft gründeten auf einem gemeinsamen und geteilten Verständnis von Sinn und Zielen, die von geistlichen und persönlichen Banden zusammengehalten wurden, ein Gewebe, das sich auf Millionen von Menschen ausdehnen kann. Eine andere Art der Betrachtung dessen, wie apostolischer Dienst ohne Abhängigkeit von zentralisierten Organisationsformen einen weiten Einfluß ausübt, ist eine Sichtweise im Sinne des Managements [wahrscheinlich besser: der Vermittlung] von Sinn [oder: Bedeutung]. Apostolischer Genius manifestiert sich im Normalfall in der Form einer aus Netzwerken von [freien] Werken, Gemeinden und Einzelpersonen bestehenden Bewegung und wird von einem Bedeutungsnetz [web of meaning: Wie sag ich das auf deutsch?] zusammengehalten, das durch apostolischen Einfluß und Umgebung geschaffen wird. Apostolische Leiterschaft tut dies, indem sie das Beziehungsnetz auf die Bedeutung und die Implikationen des Evangeliums fokussiert, sowie auch auf die Beziehungen, die dadurch begründet werden. Jede Einzelperson, jedes Werk und jede Gemeinde ist nur deshalb mit dem apostolischen Leiter verbunden, weil es für sie bedeutsam/sinnstiftend ist, und nicht, weil sie es müssen. Weil in jeder christlichen Gemeinschaft das Evangelium eingepflanzt wurde und der Heilige Geist gegenwärtig ist, sind apostolischer Dienst und Leiterschaft in der Lage, das Netzwerk zusammenhalten.

Ein (apostolisch-) genialer Zug
Missionale Kirche erfordert ein missionales Dienst- und Leiterschaftssystem. Der fünffältige Dienst gehört zur DNA des gesamten Gottesvolkes – in das eigentliche Gewebe dessen, was es heißt, „Gemeinde“ zu sein. Dies zu erkennen ist entscheidend dafür, die wahre Kraft der paulinischen Lehre zu entriegeln und ein erweitertes Verständnis von Priesterschaft und Dienst aller Gläubigen zu bekommen. Im Licht des fünffältigen Dienstes kann Leiterschaft als „Berufung innerhalb einer Berufung“ angesehen werden. Es handelt sich hierbei um eine eigenständige Aufgabe, die es mit sich bringt, den Leib Christi zu leiten und zu beeinflussen, ihm nicht nur zu dienen bzw. sich um ihn zu sorgen. Selten ist bei jemandem nur einer dieser Dienste in Aktion. Unsere Berufung scheint sich oft in einem Komplex von Dienstgaben auszudrücken, obwohl wir primär in in einer von ihnen agieren – abhängig von unserem Kontext. Ob es mehr als die im fünffältigen Dienst genannten Dienstgaben/-ämter gibt? Vielleicht, aber es kann gesagt werden, dass das neutestamentliche Dienstmodell mindestens fünffältig ist. Wie ist das Verhältnis der Geistesgaben zu diesen Diensten? Ich glaube, dass die Dienste alle Geistesgaben verwenden – so wie sie gebraucht werden und so wie Gott sie schenkt. Natürlich verwenden gewisse Dienste auch besondere Geistesgaben. Der fünffältige Dienst ist als System gedacht und soll auch so funktionieren: Ein System innerhalb des lebenden Systems Gemeinde. Der ganze Text in Epheser 4 ist voll von organischen Bildern wie Leib, Glieder, Gelenke, Haupt etc. Christlicher Dienst ist nicht dazu bestimmt, einfältig oder zwiefältig zu sein, sondern fünffältig, und jeder Leiterschaftsstil wird von den speziellen Beiträgen der anderen gestärkt und ergänzt. Sind alle fünf vorhanden und in effektiver Weise miteinander verbunden, wird der Leib Christi auf die bestmögliche Weise funktionieren. Um die Begriffe von Paulus in Epheser 4 zu verwenden, wird er „wachsen“, „zur Reife kommen“, „sich selbst auferbauen“ und „zur Einheit des Glaubens gelangen“. Diejenigen Dienste, die mehr nach außen und nicht auf den Status quo schauen (wie Apostel, Propheten und Evangelisten) werden sicherstellen, daß genügend Information von außen kommt und für eine dynamische Auseinandersetzung mit der Umgebung und damit letztlich auch für Wachstum sorgen. Die mehr erhaltenden Dienste (wie Hirten und Lehrer) werden sicherstellen, daß die Gemeinde ihr Maß nicht überschreitet. Insgesamt führt dies zu einer guten Balance zwischen gemeindlicher Gesundheit und missionaler Fitness.

Das letzte Wort
Dieses Kapitel versuchte darzulegen, warum das apostolische Umfeld ein Schlüsselelement des Apostolischen Genius darstellt. Apostolischer Einfluß erweckt die Gemeinde zu ihrer eigentlichen Berufung und Identität und ist als solcher unersetzbar. Im besten Falle können Bewegungen und Gemeinden ohne apostolischen Einfluß nur Aspekte missionaler DNA aufgreifen; sie können sie allerdings nicht zu diesem zusammenhängenden, synergistischen Ganzen verbinden, das wahren Apostolischen Genius ausmacht. Auch deswegen habe ich diese elementare Kraft der Gemeinde „Apostolischer Genius“ genannt. Es liegt etwas Essentielles und Unersetzbares im Dienst des Apostels, was für die Entstehung missionaler Bewegungen wie die der biblischen und nachbiblischen Zeit oder der chinesischen Kirche entscheidend ist.

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Ein Kommentar zu “[The Forgotten Ways] Apostolisches Umfeld”

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