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[Secret Message] Rückschau

26. Oktober 2007

Nun ist meine Serie zu Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything (auf deutsch: Die geheime Botschaf von Jesus. Die Wahrheit, die alles verändern könnte) zu Ende. Was bleibt?
Secret Message-1
Zusammenfassung
Brian ist motiviert davon, Jesus zu verstehen – und insbesondere seine Botschaft. Er behauptet nicht, daß ihm dieses umfassend gelungen ist, er sei aber auf einiges gestoßen, was im Allgemeinen übersehen werde. Er beginnt mit einem Blick auf die politische und soziale Situation im damaligen Israel. Was er beschreibt, mag dem Theologen verkürzt und einseitig erscheinen, aber Brian wendet sich nicht an Theologen, sondern an Menschen „wie Du und ich“ 8) Jesus habe die Menschen zu einer neuen Art von Revolution aufgerufen und sie aufgefordert, sich dem Traum vom Königreich Gottes, das für jedermann zugänglich sei, anzuschließen: „Dieser Zimmermannssohn aus Galiläa fordert jede existierende politische Bewegung zum radikalen Um- und Nachdenken über seine revolutionäre Alternative auf.“ Jesus, so Brian, trat für die Marginalisierten ein, betonte im Gegensatz zur äußerlich konformen Frömmigkeit die innerliche Wahrhaftigkeit des Herzens, sprach von zukünftigem Gericht über Ungerechtigkeit und proklamierte das Kommen einer neuen Wirklichkeit und Weltordnung – nicht fern und zukünftig, sondern im Hier und Jetzt. Jesus ist der König des neuen Reiches, der den Willen Gottes neu auslegt und eine neue Gemeinschaft gründet, die für die Welt zum Segen werden soll und in der Menschen nicht mehr durch religiöse, ethnische, rassische, moralische oder soziale Grenzen voneinander getrennt sind. Die Wunder, die Jesus tut, sind für Brian Zeichen seiner Botschaft, Hin-weise darauf, daß das Reich Gottes gegenwärtig ist. Im Kern steht ein „Leben, das sich von dem Leben, das die Leute in diesen Tagen leben, radikal unterscheidet, ein volles und überfließendes Leben, ein höheres Leben, dessen Kern in einer interaktiven Beziehung zu Gott und zu Jesus besteht”. Jesus verbirgt seine Botschaft in Gleichnissen und lädt seine Zuhörer ein, sich in diese Geschichten mit hineinnehmen und sich von ihnen verändern zu lassen. Jesus befreite Menschen aus der Unterdrückung durch geistliche Mächte, stellte sich aber auch dem systemischen und transpersonalen Bösen entgegen – insbesondere dem römische Imperium und der damaligen religiösen Elite. Er scheint zu unterliegen. Aber es wird deutlich: Das Reich Gotte überwindet durch Schwäche, Verwundbarkeit, Opfer, Liebe und Leiden: „Die Versöhnungsbewegung, die aus Leben, Lehre, Tod und Auferstehung Christi entstammt, ist für uns das Reich Gottes.“ Nach seiner Auferstehung sendet Jesus seine vom Heiligen Geist ermächtigten Jünger mit dem Auftrag in die Welt, die gute Nachricht vom Königreich Gottes zu verbreiten und Lerngemeinschaften praktizierender Nachfolger Jesu zu formen, die das neue, von Jesus gelernte Leben, in jedem Bereich ihres Lebens ausleben. Und das, so Brian, ist geschehen:

Einzelne Menschen, Glaubensgemeinschaften, Wohngegenden und sogar Kulturen werden verändert. Wenn diese stille Transformation geschieht, wenn die Dinge richtig laufen, dann nehmen das die Leute oft nicht wahr; trotzdem, wie Jesus sagte, schreitet das Königreich so subtil voran, wie aufwachsende Saat oder Hefe, die sich in einem Laib Brot ausbreitet. Aber wenn es die Menschen bemerken, dann spüren sie, daß Gott anwesend ist, und sie beten Dankgebete. Trotz unseres mannigfaltigen Versagens dringt das Geheimnis an die Öffentlichkeit!

Anschließend zieht Brian die Linien weiter zum seiner Ansicht nach oft mißverstandenen Paulus, der dort weitermachte, wo Jesus aufgehört hatte, das Reich Gottes in seinen Schriften sichtbar werden ließ und die praktizierenden Nachfolger Jesu im Leben auf dem Weg Jesu unterrichtete. Einen meiner Lieblingsabschnitte aus dem Buch zitiere ich an dieser Stelle wörtlich:

Vielleicht ist Paulus selbst ein laufendes und sprechendes Gleichnis, das sich unter laufenden, sprechenden Gemeinschaften von Gleichnissen bewegt. Vielleicht verkörpert und veranschaulicht Paulus’ eigene Verwandlungsgeschichte – vom haßerfüllten religiösen Eiferer zum Brückenbauer für Liebe und Versöhnung – die gute Nachricht vom Reich Gottes. Und vielleicht sind die Menschen, die er zusammenführt und vernetzt selbst – einzeln und als Gemeinschaften – ein Medium, das die geheime Botschaft Jesu enthält. Könnte es sein, daß die Botschaft in ihnen verborgen ist, in ihrem gemeinsamen Leben, gerade so, wie sie in den Gleichnissen Jesu verborgen war? Genau das schreibt Paulus in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth (3,2f), als er ausführt, daß sie ein Brief seien, eine fleischgewordene Botschaft, nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes geschrieben, nicht auf Steintafeln gemeißelt, sondern in lebendigen, menschlichen Herzen verkörpert.

Wie kommt man nun in das Königreich Gottes? Aus der Lehre Jesu wird deutlich, daß dazu mehrere miteinander verbundene Schritte gehören: Das Überdenken des eigenen Lebens und eine Neuausrichtung an der Botschaft Jesu, das vertrauensvolle Sich-Verlassen auf Jesus, die Offenheit zum Empfang des Geistes Gottes, das öffentliche Bekanntmachen der Lebensänderung sowie die tägliche Einübung des Lebens in der Nachfolge Jesu. Aus der Bergpredigt entwickelt Brian die Ethik des Königreichs: Nicht bloß das Falsche nicht zu tun, sondern aus einem veränderten Herzen das Richtige zu tun und die eigene Spiritualität nicht an die große Glocke zu hängen, sondern im Verborgenen die Nähe des himmlischen Vaters zu suchen und auf seine Güte zu vertrauen.
In der Geschichte der Christenheit kam es immer wieder zur aktiven Gewaltanwendung. Brian erläutert die Theorie des „gerechten Krieges“, stellt aber klar: „Das Königreich, von dem Jesus spricht, übt seine Macht nicht mit Gewalt, sondern in mutiger, sich verschenkender Liebe aus. Das Endziel ist Shalom – umfassender Friede, viel mehr als das Ende eines Konflikts, sondern ein ganzheitliches Leben in Fülle und im Gleichgewicht.“ Darum plädiert Brian für ein aktives Streben nach Frieden, indem die unterschwelligen Ursachen persönlicher, lokaler, regionaler, nationaler und globaler Konflikte angegangen werden. An diesen Dingen zeigt die Spannung des zwar schon gekommenen, in seiner Vollendung aber noch ausstehenden Reiches Gottes. Dieser Gedanke für Brian zur Eschatologie. Die biblischen „Endzeitreden“ sind für ihn handlungsleitende Warnungen und Verheißungen, an denen wir uns im gegenwärtigen Leben orientieren sollen: „Je nach dem, wie wir auf Jesu geheime Botschaft vom Reich Gottes reagieren, werden wir zwei verschiedene Welten schaffen: Eine höllische oder eine himmlische.“ Am Ende dieses Zeitalters sieht Brian die Ernte, in welcher Einzelne und Gruppen nach ihrer Frucht beurteilt werden. Dabei wird es zu überraschenden Ergebnissen kommen. Das Buch schließt einer Mediation über 1Kor 15 und der daraus fließenden Motivation, ganz für das Kommen des Königreiches Gottes zu leben und zu beten.

Die letzte Hoffnung jenseits des Todes ist also die Hoffnung der Auferstehung, die auch die Hoffnung der Vollendung ist, die Hoffnung an der Wiederherstellung aller Dinge teilzuhaben. Alles, was wir uns in unserem Leben ersehnt, wonach wir gestrebt, gearbeitet und in unserem Trachten für das Reich Gottes erlitten haben, wird uns schließlich in Fülle erwarten. Unser Träumen, Hoffen, Mühen und Lieben wird vollendet, erfüllt und belohnt werden im Reich Gottes, das dieses Leben und das danach in einer ehrfurchtgebietenden Wirklichkeit umfaßt.

Fazit
Ich mag dieses Buch. Und ich empfehle es. Ja, ich habe auch meine Schwierigkeiten. Oftmals habe ich das Gefühl, Brian kämpft gegen seine eigene Vergangenheit, den (von ihm so empfundenen) dunklen Schatten, der ihm aus seiner Zeit bei den Plymouth Brethren anhaftet. Und er kämpft leidenschaftlich gegen die religiöse Rechte in den Vereinigten Staaten. Das führt dazu, daß in diesem Buch vieles fehlt, das aus meiner Sicht auch Jesus gehört. In den letzten beiden Tagen habe ich zur Unterrichtsvorbereitung das Johannesevangelium gelesen. Und ich bin auf den johanneischen Christus getroffen, der beständig (ja eigentlich in jedem Kapitel) auf seine Identität und Sendung pocht, der deutlich von Sünde spricht, der die Menschen konfrontiert, so daß sich viele von ihm abwenden und sich buchstäblich die Geister scheiden. Diesen Jesus habe ich bei Brian nur manchmal und nur versteckt gefunden. Negativ gesagt: weichgespült. Genauso wie der Bußruf, von dem ich in den synoptischen Evangelien, in den Predigten der Apostelgeschichte und den paulinischen Briefen lese. Außerdem teile ich Brian’s Eschatologie (noch?) nicht.
Aber genug der Kritik. Ich empfehle dieses Buch. Warum? Weil ich in meinem pietistisch geprägten, post-charismatischen Umfeld zu wenig von dem sehe, was Brian zu recht herausstreicht. Ja, er übertreibt oftmals. Nein, Deutschland ist nicht Nordarmerika. Ja, das Buch ist reißerisch aufgemacht. Nein, er enthüllt nichts wirklich Neues. Muß er ja auch nicht. Er bringt Altes gut zur Sprache. Manches hätte ich anders gesagt oder betont. Na und? An dem, was Brian von der Botschaft Jesu verstanden hat und kommuniziert, müssen wir uns messen lassen. Streiten wir nur um Glaubensinhalte, oder folgen wir Jesus nach – konkret, praktisch, im Alltag?

Austausch
Kaufe dieses Buch. Dann wirst Du das, was ich verkürzt oder verfälscht wiedergegeben habe, im Zusammenhang lesen. Zusammen mit all den schönen Geschichten, die ich weggelassen habe. Starte eine Verschwörung des Guten. Mehr zu diesem Buch findest Du bei tobiK, toby und Simon. Wenn Du dieses Buch – oder meine Zusammenfassung – gelesen hast, dann lade ich ein, einen Kommentar zu hinterlassen, was Dich besonders angesprochen hat, womit Du Deine Schwierigkeiten hast und was Deine Ideen dazu sind, wie wir die geheime Botschaft Jesu leben können. Ach ja – und komm zum Emergent Deutschland Forum nach Erlangen, wo Du nicht nur Brian, sondern auch viele andere treffen wirst, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.


Direkter Zugriff auf die Posts zu den einzelnen Kapiteln

Einführung

Teil 1 – Ausgrabung: Unter der Oberfläche schürfen, um die Botschaft Jesu zu enthüllen
Kapitel 1: Beunruhigende Fragen über Jesus
Kapitel 2: Die politische Botschaft Jesu
Kapitel 3: Die jüdische Botschaft Jesu
Kapitel 4: Die revolutionäre Botschaft Jesu
Kapitel 5: Die verborgene Botschaft Jesu

Teil 2: Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu
Kapitel 6: Das Medium der Botschaft
Kapitel 7: Die Demonstration der Botschaft
Kapitel 8: Der Skandal der Botschaft
Kapitel 9: Man kann ein Geheimnis nicht behalten
Kapitel 10: Geheimagenten des geheimen Reiches
Kapitel 11: Das offene Geheimnis
Kapitel 12: Die Botschaft an neuen Orten verbergen
Kapitel 13: Verstehen und einsteigen

Teil 3: Stell Dir vor… Eine Erkundung darüber, wie die geheime Botschaft Jesu alles verändern könnte
Kapitel 14: Das Manifesto des Königreichs
Kapitel 15: Die Ethik des Königreichs
Kapitel 16: Die Sprache des Königreichs
Kapitel 17: Das friedfertige Königreich
Kapitel 18: Die Grenzen des Königreichs
Kapitel 19: Die Zukunft des Königreichs
Kapitel 20: Die Ernte des Königreichs
Kapitel 21: Das Königreich sehen
Nachwort und Anhang

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4 Kommentare zu “[Secret Message] Rückschau”

  1. Arne sagt:

    Hey vielen Dank, für die guten Zusammenfassungen von dir. Eine Frage: könntest du die Zusammenfassungen am Ende der jeweiligen Reihe als PDF oder Word oder sonstwas Datei hochladen? Ist irgendwie bequemer als sich durch die Posts durchzuklicken .

  2. DoSi sagt:

    Hey Arne, mal sehen, ob das noch klappt. Das fordert etwas redaktionelle Arbeit, und zur Zeit weiß ich grade nicht, wo mir der Kopf steht…

  3. Peter sagt:

    Hallo,
    hast Du schon von dem Artikel in Factum gehört?

    Emerging Church – das Ende der Eindeutigkeit

    (04. Oktober 2007) – Was will die Emerging Church-Bewegung? Ein Blick in Brian McLarens Buch «A Generous Orthodoxy».Ron Kubsch
    http://www.factum-magazin.ch/w.....s_heft.php
    Gruß
    Peter

  4. DoSi sagt:

    Hallo Peter, willkommen hier!

    Nein, den Artikel kannte ich bisher nicht – Danke für den Link!


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