Der Sämann

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Rückblick 2009: Kino

2. Februar 2010

Teil 2 meines Jahresrückblicks. Folgende Filme habe ich im vergangenen Jahr gesehen:

96 Hours
Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
The Fast and the Furious 4: Neues Modell, Originalteile
Das Gesetz der Ehre
Gran Torino
Hangover
Harry Potter und der Halbblutprinz
Illuminati
Inglourious Basterds
The International
Knowing
Männerzherzen
Public Enemies
Oben
Operation Walküre: Das Stauffenberg Attentat
Righteous Kill – Kurzer Prozess
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Sieben Leben
Slumdog Millionär
Terminator 4: Erlösung
Tödliches Kommando
Transformers 2 – Die Rache
Transporter 3
Verblendung
Der Vorleser
Watchmen
The Wrestler
X-Men Origins: Wolverine
Zweiohrküken

Für mich als Blockbuster-Freund war 2009 ein gutes Kino-Jahr. Folgendes fällt mir dazu ein:

  • 96 Hours war überraschend toll. Empfehlung für alle, die auf Action stehen. Schnörkellos voll auf die Zwölf. Einwandfrei.
  • Harry Potter war in Ordnung. Für mich, der ich die Bücher seit Teil 3 nicht mehr gelesen habe, hält die Geschichte doch immer wieder einige Überraschungen bereit. Und böte diverse feine Illustrationen, welche wunderbar in Predigten o.ä. eingesetzt werden könnten, wenn die Potter-Reihe in manchen evangelikalen Kreisen nicht solch ein rotes Tuch wäre. Schade.
  • The International wurde sehr gehypet. Möglicherweise lag es daran, dass mit Tykwer mal wieder ein relativ junger deutscher Regisseur mit Hollywood-Granden wie Clive Owen drehen durfte. Leider hat der Film meine Erwartungen nicht erfüllt. Okay, die Guggenheim-Ballerei war ganz nett und die Botschaft okay, wenn auch plakativ. Trotzdem ziemlicher Durchschnitt. Aber immerhin ein schöner Abgang für Armin Müller-Stahl.
  • Knowing hat mich überrascht, erfreut und berührt. Faszinierenderweise stehe ich damit ziemlich alleine da. In jedem Fall ein schöner Anlass über Eschatologie nachzudenken. Mir gefiel er sehr.
  • Männerherzen war so, wie ich mir eine deutsche Komödie wünscht. Zweiohrküken kam nicht ganz ran.
  • Oben war in Ordnung, konnte aber leider meinem Pixar-Favoriten WALL·E nicht das Wasser reichen. Schade, in der Geschichte wäre mehr Potenzial gewesen. Immerhin das 3D war nett.
  • Operation Walküre hat mich sehr positiv überrascht. Den habe ich noch nicht zum letzten Mal gesehen.
  • Public Enemies war toll. Johnny Depp ist eh immer klasse, aber nun endlich mal klassisch mit Anzug, Hut, Knarre und Marion Cotillard an seiner Seite. Mehr davon!
  • Righteous Kill hat mir Schmerzen bereitet. Da stehen ENDLICH!! mal wieder deNiro und Pacino gemeinsam vor der Kamera und dann das…
  • Benjamin Button hat mich enttäuscht und trotzdem berührt. Ein unnötig in die Länge gezogener Film mit lächerlichen, pseudo-nachdenklichen Kommentaren aus dem Off und über-künstlich aussehenden Schauspielern. Dennoch hatte er was, was heute noch nachklingt.
  • Sieben Leben war schön.
  • Slumdog Millionär hat die meisten seiner Oscars verdient. Lohnt sich, aber nicht der Über-Film. Erinnerte mich gelegentlich an City of God.
  • Kate Winslet hat für den Vorleser endlich den Oscar bekommen. Zurecht.
  • Als Freund der Graphic Novel hatte ich mich auf Watchmen sehr gefreut und den Film dann sehr genossen. Fraglich allerdings, ob das Nicht-Kennern der Vorlage auch so geht. Fraglich auch, ob der »Ultimate Cut« auch in Deutschland erscheinen wird. Schön wär’s.

Nun zu meinen Höhepunkten.

Basterds
Tarantino did it again. Ich liebe seine Filme. Ja, ich kenne die Gegenargumente. Ja, er scheint durchgeknallt zu sein. Aber ich finde ihn dennoch grandios. Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk. Vielleicht Tarantinos bester Film seit Pulp Fiction. Die Debatte über ausgelebte Rachegelüste an den Nazis wurde in den Feuilletons zur Genüge geführt. Darauf will ich nicht eingehen, sondern sage nur: Wunderbare Musik, wunderbare Kamera, wunderbar geschnitten, wunderbare Dialoge. Dazu das Spielen mit Klassikern – allein schon die erste Szene mit Anleihen an Erbarmungslos und Spiel mir das Lied vom Tod. Und dann mal wieder sein Händchen für Schauspieler – Mélanie Laurent, Diane Krüger, Daniel Brühl, Matthias Schweighöfer und Eli Roth machen ihre Sache sehr fein. Selbst Brad Pitt nervt nicht. Und zu Christoph Waltz sage ich nur: Sensationell. Gebt dem Mann den Oscar.

Torino
Clint Eastwood ist eine Legende. Seine letzten Regiearbeiten waren begeisternd – man denke nur an Mystic River oder Million Dollar Baby. Mit Gran Torino ist ihm wieder mal ein großer Wurf gelungen. Schade nur, dass er wohl das letzte Mal auch vor der Kamera zu sehen war. Andererseits: Einen besseren Abgang kann man sich nicht wünschen. Nach dem Tod seiner Frau hat sich der verbitterte Korea-Veteran Walt Kowalski, der lange bei Ford am Fließband stand, mit seiner nervenden Familie, den neuen Hmong-Nachbarn und einem übereifrigen Priester herumzuschlagen, der ihn gerne bei der Beichte sehen würde. Die langsame Wandlung des Griesgrams hin zum dramatischen Ende ist überaus sehenswert. Ich freue sehr mich auf Eastwoods nächsten Streich Invictus, der hoffentlich mehr auf Morgan Freeman als auf Matt Damon setzt…

Wrestler
Den Vogel abgeschossen hat allerdings Mickey Rourke mit seiner Darstellung des abgehalfterten Wrestlers Randy the Ram, der nicht aus seiner Haut kann und am Ende unsagbar kläglich scheitert. Selten habe ich mit einer Figur so gelitten. Marisa Tomei in der weiblichen Nebenrolle sowie der Theme-Song vom Boss taten ihr Übriges, um den Film zum für mich besten des Kinojahres zu machen.

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2 Kommentare zu “Rückblick 2009: Kino”

  1. Judith sagt:

    Also mich hat der gute Benjamin Button echt positiv überrascht… aber ich hatte vielleicht davon auch zu viele Kritiken gelesen und war gegen den Film recht voreingenommen. Arg lang war er, das gebe ich zu, aber ansonsten fand ich dadran eigentlich nichts zu meckern.

  2. DoSi sagt:

    So let’s agree to disagree :-)

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