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Crazy for God IV: Dreimal O-Ton I

24. September 2010

[Dies ist der vierte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3]

Crazy For God-3

Ich beende meine Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God mit einigen Posts, die jeweils drei Zitate aus dem Buch enthalten, die ich für bedenkenswert erachte.

Fundamentalists never can just disagree. The person they fall out with is not only on the wrong side of an issue; they are on the wrong side of God. … A church split builds self-righteousness into the fabric of every new splinter group, whose only reason for existence is that they decide they are more moral and pure than their brethren. (30)

We Schaeffers never compromised. At times it seemed that only God knew how important we were, how right, how pure. But isolation and rejection by „The World“ only confirmed our self-importance. The sense of being like the tribes of Israel wandering the desert, with enemies on all sides, was the underlying reality of my childhood. (31)

It is no coincidence that about 99 percent of evangelical books are written to help people order their lives according to an invisible world when everything in the visible world is challenging faith. (33)

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Crazy for God III: More than fiction

20. September 2010

[Das ist der dritte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den ersten beiden: Einführung | Aufstieg und Ausstieg.]

Crazy For God-2
Nachdem Frank Schaeffer der religiösen Rechten seinen Rücken gekehrt hatte, versuchte er sich mit einigen Projekten über Wasser zu halten, die alle nicht von Erfolg gekrönt waren. Wie bereits erwähnt, erwiesen sich erst seine von ihm selbst als »semi-autobiographical« bezeichneten Romane als Wendepunkt, da sie sich überraschend gut verkauften. Darin nimmt er die Perspektive Calvin Beckers ein, Sprössling fundamentalistisch-evangelikaler US-Missionare, die in der Schweiz eine Kommunität gegründet haben. Ich habe nur die ersten beiden Teile der Becker-Trilogie gelesen – Portofino und Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren.
Portofino-2
Beide Bücher sind in deutscher Übersetzung günstig antiquarisch zu bekommen. »Portofino« handelt von den Abenteuern des elfjährigen Calvin im Italien-Urlaub. Sonne, Strand, italienische Lebensart und seine Freundin Jennifer aus England, deren Familie immer zeitgleich mit den Beckers in derselben Pension urlaubt, bringen ihm viel Freude. Auf der anderen Seite steht der religiöse Fanatismus der Eltern, für den er sich beständig schämt, personifiziert in seiner Mutter, die lautstark betend am Mittagstisch im Restaurant die Kellnerin ignoriert, Mitreisende im Zug mit Hilfe von aberwitzigen evangelistischen Hilfsmitteln (Jesus-Junk gab es wohl schon lange vor WWJD und Kawohl) die Mitreisenden zu bekehren versucht und immer wieder auf peinliche Weise Calvins sexuelle Aufklärung vorantreiben will. »Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren« spielt 5 Jahre später und handelt vom Leben in der Schweizer Kommunität/Missionsstation, von Kirchenspaltungen, familiären Konflikten und davon, wie Calvin es trotz vieler Herausforderungen letztlich doch schafft, wieder zur rechten Zeit nach Portofino zu kommen und Jennifer wieder zu sehen.
Calvin-2
Die Bücher sind wunderbar leicht und humorvoll geschrieben, lesen sich flüssig und lassen ein bitter-süß melancholisches Gefühl zurück. Ich wurde beim Lesen in die Geschichte hineingezogen und war etwas enttäuscht, dass der zweite Band fünf Jahre übersprang, weil ich wissen wollte, was in der Zwischenzeit geschehen war… Nach der Lektüre von »Crazy for God« faszinieren die Calvin-Becker-Romane, weil die Charaktere so eng an der Ursprungsfamilie Frank Schaeffers und Mitarbeitern L’Abris gehalten sind, dass es schwer fällt, nicht alles als quasi-autobiographisch zu verstehen. Dasselbe gilt für die Schauplätze und weitere Details. Frank Schaeffer gibt hier Einblick in das (erinnerte) Seelenleben seiner Kindheit, und so werden hier all die Themen, die in »Crazy for God« intensiv behandelt werden, spielerisch mit eingeflochten. Lesestoff für entspannte Stunden am Sonntagnachmittag, der zum Nachdenken einlädt. Meine Empfehlung.
(Dritter und letzter Teil der Calvin-Becker-Serie ist übrigens Zermatt).
Zermatt

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Crazy for God II – Aufstieg und Ausstieg

11. September 2010

[Dies ist der zweite Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Hier geht’s zur Einführung.]

Crazy For God-1
Im weiteren Verlauf des Buches beschreibt Frank Schaeffer, wie sein Vater Francis immer bekannter und berühmter wurde, als er sich mit der säkularen Kultur zu beschäftigen begann. »He slipped into a second career as an art historian, pop culture analyst, and futurist.« (118) Die Veränderung wird auch optisch sichtbar: »Dad was wearing his hair longer and longer, and he grew a goatee. … Dad had evolved into a hip guru preaching Jesus to hippies, a precursor to, and the spiritual father of, the Jesus Movement that some of Dad’s disciples (…) founded after they studied at L’Abri« (208).

Francis Schaeffer veröffentlichte sein erstes Buch Escape from Reason und wurde zu einem der bekanntesten und einflußreichsten christlichen Leiter seiner Zeit. »Born-again Christians were confronted by a rebellious youth culture. Suddenly they needed Dad’s pop culture expertise.« (209) Je bekannter sein Vater wurde, desto intensiver wurde das Doppelleben Franks. Er schildert sein Aufwachsen, den ersten Geschlechtsverkehr u.ä., was ihm in L’Abri keinen Ruhm einbrachte. Gleichzeitig wird die Kluft zwischen dem öffentlichen Bild der Schaeffers und seiner Wahrnehmung seiner Eltern immer größer. L’Abri spaltet sich, und über seine Mutter schreibt Frank: »On one days, Mom was hiding bruises on her arms; on other days she was flirting shamelessly with Roger, a handsome „sensititve poet“ from SanFrancisco, twenty years younger than her. This was the source of my parents‘ biggest fights.« (216) Und zu aller Ironie wurden seine Eltern als Heilige wahrgenommen, die dafür gelobt wurden, dass sie „diese Hippies“ erreichten – dabei waren sie in Franks Augen selbst zu Hippies geworden. »But groupies have to believe in something or someone.« (217)

Mit der Zeit versucht sich Frank als Maler und lernt seine spätere Frau Genie kennen, die er auch gleich schwängert, was seinen Ruf weiter in den Keller zieht. Francis schreibt sein Buch How should we then live?, das Frank zu einer Filmserie verarbeitet, in deren zwei letzten Episoden Abtreibungsproblematik thematisiert wird. Die Filme werden im Rahmen einer Seminar-Tour in fünfzehn amerikanischen Städten vorgeführt – jeweils einen ganzen Tag lang wurden die halbstündigen Episoden gezeigt und eine Diskussion von Francis, später auch von Frank geleitete Diskussion schloß sich an. »By the end of the tour, Dad was one of the most sought-after and best-known evangelical leaders in the United States.« (269) Als nächstes folgte dann Whatever happened to the Human Race?, zu dem Frank auch eine Film-Serie produzierte. Das Ergebnis beschreibt er so:

The impact of our two film series, as well as their companion books, was to give the evangelical community a frame of reference through which to understand the secularization of American culture, and to point to the „human life issue“ as the watershed between a „Christian society“ and a utalitarian relativistic „post-Christian“ future stripped of compassion and beauty. (273)

In der Folgezeit sind die beiden Schaeffers ganz oben angekommen. Sie haben direkten Zugang zu allen Mitglieder der Republikanischen Partei. Nach seinen Worten waren er und sein Vater die ersten, die die amerikanischen Evangelikalen dazu aufforderten, politisch aktiv zu werden. Ihre Plattform erhielten sie durch das berühmt gewordene Roe-vs.-Wade-Urteil. »Abortion became the evangelical issue. Everything else in our „culture wars“ pales by comparison. The anger we stirred up at the grassroots was not feigned but heartfelt.« (289) Nach Franks Buch A Time for Anger und Francis‘ A Christian Manifesto begannen die Demonstrationen vor Abtreibungskliniken. Die Evangelikalen strömen ins amerikanische Fernsehen und die religiöse Rechte formiert sich. Auch wenn die beiden Schaeffers von dieser oft angewidert waren, spielten sie das Spiel mit.

To our lasting discredit, Dad and I didn’t go public with our real opinions of the religious-right leaders we were in bed with. We believed there was too much at stake, both personally, as we caught the power-trip disease, and politically, as we got carried away by the needs of the pro-life movement. (300) The public image of the religious right I met with so many times also contrasted with who they really were. In public, they maintained an image that was usually quite smooth. In private, they ranged from unreconstructed bigot reactionaries like Jerry Falwell, to Dr. Dobson, the most power-hungry and ambitious person I have ever met, to Billy Graham, a very weird man indeed who lived an oddly sheltered life in a celebrity/ministry cocoon, to Pat Robertson, who would have a hard time finding work in any job where hearing voices is not a requirement. (315)

Über seine öffentlichen Auftritte im Rahmen der Whatever happened to the Human Race?-Tour schreibt Frank:

I knew „The Speech“ so well, I could think about other things while I delivered it; for instance, about how I wished God had never made any men or women with a „ministry in music.“ I wished he’d strike them all down so I’d never have to spend another minute listening to another fat lady (even the men were „fat ladies“ to me) sing another Jesus-is-my-boyfriend song to synthesized violin playback. … Shorthand version: Abortion is murder; secular humanism is destroying us; turn back to our Christian foundation; vote Republican. (325)

Die innere Distanz Francis Schaeffers zur Religiösen Rechten wurde immer größer:

Dad seemed lost in a depressed daze. He had recently been saying privately that the evangelical world was more or less being led by lunatics, psychopaths, and extremists, and agreeing with me that if „our side“ ever won, America would be in deep trouble. (335) I still regard abortion as an unmitigated tragedy. … More than thirty years after helping to launch the pro-life movement, I am filled with bitter regret for the unintended consequences. (345) To the extent that the Republican Party benefited from the pro-life movement, my efforts and those of my father contributed to making the Republican congressional majorities of the 1980s and 1990s possible. We also indirectly helped make the elections of Reagan, Bush Sr., and Bush Jr. possible. (346)

Frank stieg aus. Verließ die evangelikale Bühne, führte bei einigen Hollywood-B-Movies Regie und begann zu schreiben. Zwischenzeitlich war er samt Frau und Kindern in finanziellen Schwierigkeiten, so dass bisweilen das Geld für Lebensmittel fehlte und Frank im Supermarkt einmal Steaks stahl.

I’d remember that if it came down to it, I’d rather be arrested for shoplifting than ever be an evangelical leader again. There was a certain basic and decent honesty about stealing pork chops that selling God had lacked. (376)

Frank versuchte Geld zu verdienen, schrieb Drehbücher für Filme, die aber abgelehnt wurden. 1990 trat er der Griechisch-Orthodoxen Kirche bei, arbeitet ein bißchen in seiner Ortsgemeinde mit. Das Urteil über seine Eltern fällt differenzierter aus, als es hier den Anschein haben mag. Sie bleiben ihm Vorbilder in ihrer Hingabe, Demut und der Opferbereitschaft für andere. Das Buch enthält auch sehr schöne Momente, wenn Schaeffer fast zärtlich über Vater und Mutter spricht. An der Orthodoxen Kirche schätzt er die Liturgie und die jahrhundertelange Kontinuität. Es scheint, er hat seinen Frieden gefunden. Auch wirtschaftlich ging es wieder aufwärts – die beiden semi-autobiographischen Romane Portofino (über Franks Kindheit) und Saving Grandma (deutsch Calvin oder wie ich versuchte meine Großmutter zu bekehren) verkauften sich recht gut und leiteten die Wende ein. Mehr zu diesen Romanen später in einem separaten Post.

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Crazy for God I – Einführung

6. September 2010

Im März hatte ich angekündigt, „in nächster Zeit“ mal was zu Frank Schaeffer’s Buch Crazy for God zu schreiben. Und voilà, nur ein halbes Jahr später ist es schon so weit 😉
Nun bin ich zwar in Evangelikalien aufgewachsen, kannte den Namen Francis Schaeffer (Vater von Frank) aber nur vom Hörensagen, ohne mich näher mit ihm auseinandergesetzt zu haben. So ist das, wenn man erst 1980 das Licht der Welt erblickte. Auf das 2007 erschienene »Crazy for God« bin ich über die englischsprachige Blogosphäre aufmerksam geworden, wo es einigen Staub aufgewirbelt hat und mir daher näherer Betrachtung wert schien. Der Untertitel spricht für sich: »How I grew up as one of the elect, helped found the Religious Right, and lived to take all (or almost all) of it back«. Klingt nach Autobiographie und nach Abrechnung, könnte also interessant werden.
Crazy For God
Interessant ist das Buch allemal, um mal ein wertneutrales Wort zu verwenden. Es ist untergliedert in die vier Teile »Childhood«, »Education«, »Turmoil« und »Peace«. Als Kind der amerikanischen Missionare Francis und Edith Schaeffer wuchs Frank in der Kommunität L’Abri in den Schweizer Bergen auf. Abgeschirmt von der heidnischen Welt und umgeben von geistlich Suchenden entfremdete er sich mehr und mehr vom calvinistischen Glauben seiner Eltern. Mit der Zeit wurde sein Vater Francis immer berühmter, so dass »Billy Graham’s daughter, President Ford’s son, even Timothy Leary« (2) häufig am Schaeffer’schen Esstisch anzutreffen waren. Francis und Edith Schaeffer stiegen auf der Leiter des Einflusses bis nach ganz oben, waren desöfteren im Weißen Haus und trafen dort die Präsidenten Ford, Reagan und Bush Sr. Im Prolog bilanziert Frank:

My life has been one of all-consuming faith – not my faith, but the faith of others that I seem to have caught like a disease and been almost obliterated by. What does God want? I still don’t know. … The only answer to „Who are you?“ is „When?“

Das macht neugierig. Und, wie gesagt, das Buch ist interessant. Schaeffer kann schreiben, ohne Frage. (Davon zeugen auch seine Romane, die zu Bestsellern wurden – mehr dazu später.) Aber nicht nur deshalb ist das Buch interessant. Beim Lesen finde ich mich ständig auf beiden Seiten wieder – viele der Überzeugungen von Franks Eltern teile ich. Und manche der schmerzlichen Erfahrungen, die Gefühl, in eine evangelikale Subkultur nicht ganz reinzupassen, einhergehen, teile ich auch. Ich leide mit und an den handelnden Personen. (Ein ähnliches Erlebnis übrigens wie bei den Gleichnissen Jesu – z.B. beim Verlorenen Sohn: Meine Identifikation und mein Verhalten springt zwischen allen drei männlichen Figuren im Gleichnis hin und her. Das Ziel ist zum Vater zu werden, schon klar…) Aber zurück zu Schaeffer. Er betont: »This is a memoir, not a biography« (6). Er erhebt nicht den Anspruch, die absolute Wahrheit über seine Familie zu erzählen, sondern auch mal Namen geändert und Jahreszahlen vertauscht zu haben. Aber er erzählt seine Geschichte, erzählt von seinen drei Schwestern, von dem oft geistig abwesenden Vater, der viel Zeit mit den Sinn suchenden Gästen und wenig Zeit mit seinem Sohn verbrachte und die Erziehung der Kinder in allen Belangen seiner Frau Edith überließ. Frank hatte keine einfache Beziehung zu seiner Mutter, die morgens um vier aufstand, um zu beten, selbst im Hotel im Urlaub vor allen Anwesenden am Essenstisch seeeehr lange und laut betete und in allem, was geschah, die Bestätigung Gottes für ihre Lebensweise sah, und sich gesandt wußte, den armen Schweizer Heiden das Evangelium zu bringen. Die Ironie ist nicht zu überlesen:

The overall feeling was that we were somehow displaced aristocrats, former royalty reduced to being dependent on less-cultured strangers, grateful yet resentful, sorry for ourselves for the sacrifices we were making for a higher cause, yet envious of those people who could lead normal lives (…) and made money from everyday jobs where you were paid instead of waiting for a series of miracles. (51f) We were outsiders doing everything we could to be mistaken for insiders and then convert them to being outsiders, like us, until everyone became an outsiders and therefore we got to be insiders forever! (52) What I never heard Mom or Dad explain was that if the world was so bad and lost, why did they spend so much time trying to imitate it and impress the lost? (53)

Wie Streiflichter tauchen die Erinnerungen auf. Über seine Schwager schreibt Schaeffer, dass sie erst »our kind of people« werden mußten: »My sisters were very good at training their husbands, just as Mom had trained Dad« (70). Bei den Hochzeiten seiner Schwestern gab es keinen Alkohol, keinen Tanz und die Predigten zielten jeweils auf die Eltern des Bräutigams ab, um ihnen klarzumachen »how, without a faith in Christ, a real faith, a faith like ours, no marriage could last.« (71) Dass an der Ehe seiner Eltern auch nicht alles Gold war, erzählt Schaeffer mit schonungsloser Offenheit:

God might have given Dad faith, but he never did manage to get him to be polite to his wife. … And when it came to how Dad sometimes treated my mother, the other L’Abri workers looked the other way. They must have heard the screaming, and some must have known there was abuse. They did nothing. (101) Dad was abusive at times, but my mother was in no way intimidated. In fact, she seemed to relish her martyr status. (104) Mom never showed any weakness. She could do everything, and she let us know it. (111) The spiritual pride that underlay Mom’s zeal made her children grow up with the feeling that no matter what we did for the Lord, it was never enough. Mom had gotten there first, and the rest of us weren’t even in the race. (113)

So weit für diesen Post. Genug Stoff um nach- und weiterzudenken.

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»Die Zweifel des Salaì« oder: Nur die toten Fische …

30. August 2010

Seit ca. anderthalb Jahren habe ich mir ein neues Hobby angeschafft – den „Sonntagsroman“. Soll heißen: An terminfreien Sonn- und Feiertagen gönne ich mir einen Roman. Das ist eine feine Sache und verstärkt das Sabbat-Gefühl enorm. Außerdem hilft es mir, auf die 100 im Jahr zu lesenden Bücher zu kommen 😉

Vor ein paar Wochen war Die Zweifel des Salaì dran. Ein historischer Roman, verfasst von einem italienischen Ehepaar, der Altphilologin Rita Monaldi und dem Musikwissenschaftler Francesco Sorti. Nachdem ihr erster Roman IMPRIMATUR in Italien boykottiert worden war, entschlossen sich die beiden, ihre Bücher international zu veröffentlichen, wo sie in über zwanzig Sprachen übersetzt und zu Bestsellern wurden. Die Zweifel des Salaì erschien 2008 und landete (wie das im Normalfall so läuft) über den Bücherbrief des Perlentauchers in meinen Suchaufträgen bei booklooker und einige Zeit später zum Schnäppchenpreis in meinem Briefkasten.
Der Plot: Leonardo da Vinci verbringt im Jahre 1501 einige Zeit in Rom, weil er von einem hohen Beamten der Kurie beauftragt wurde, herauszufinden, wer all die schlimmen Gerüchte über Papst Alexander VI. in Umlauf bringt. Leonardo wird von seinem Adoptivsohn Salaì begleitet. Aus dessen Briefen an seinen Florentiner Padrone Macchiavelli besteht die Erzählung. Locker, flüssig und humorvoll lesen sich die 400 Seiten der Korrespondenz. Im Stil des Schmelmenromans berichtet Salaì von zwielichtigen Gestalten und erotischen Abenteuern, von Scherzen und Gefahren. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass die Verschwörung mehrheitlich von Deutschen aus Straßburg ausgeht, die – durch Tacitus‘ Germania – von ihrer Überlegenheit überzeugt sind und den Papst schwächen wollen, auf dass eine Revolution kommen möge. Alles in allem ein nettes Buch, in welchem der Leser einiges über die damalige Zeit erfährt und ganz gut unterhalten wird.

Zweifeldessalai
Warum mir unter all den Sonntagsromanen gerade dieser einen Blogpost wert ist? Der Grund liegt weniger in den knapp 70 Briefen des Salaì, sondern vielmehr im 100-seitigen Apolog. Hier erfährt der Leser von den intensiven historischen Nachforschungen der Autoren und erkennt fasziniert, dass der rote Faden der Erzählung wahrer ist als gedacht, und dass es die Wahrheit durchaus mit erdichteten Kriminalromanen aufnehmen kann. Monaldi & Sorti berichten von Rodrigo Borgia, besser bekannt als Skandalpapst Alexander VI., dem Mätressen, Orgien, uneheliche Kinder etc. angehängt wurden und der bis heute als das schlechthinnige Sinnbild für den Abfall der römischen Kirche im Mittelalter gilt. Die Autoren geben in aller Kürze Rechenschaft über ihre Recherchearbeiten, verweisen auf weiterführende Literatur und präsentieren Ergebnisse, die ungeheuerlich aber glaubwürdig scheinen und die mich zum Nachdenken bringen. Zwei Ausschnitte:

  • Borgia war vor seiner Wahl zum Papst ein ehrenwerter Mann und ist es auch danach geblieben. Als Alexander VI. versuchte er, diverse Kirchenreformen anzustoßen, die ihm aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gelangen. Briefe an den deutschen Klerus belegen, wie ernst es ihm damit war und wie sehr er sich damit in die Nesseln setzte. Manches von dem, was er angedacht hatte, wurde erst Jahrzehnte später im Tridentinum umgesetzt. Nun allerdings unter ganz anderen Vorzeichen.
  • Tacitus‘ Germania, von der ich im Lateinunterricht auch schon Teile zu übersetzen hatte, ist möglicherweise eine Fälschung, gerne aufgenommen von der Gruppierung Deutscher, die den Reformen Alexanders entgegen standen. Der darin enthaltene Gedanke der Überlegenheit und Rassenreinheit der Deutschen wurde später insbesondere von Himmler wieder aufgegriffen. Faszinierenderweise wurde die Echtheit der Germania immer wieder angezweifelt, aber das Werk, das diese Zweifel letztlich zu zerstreuen versuchte, wurde von einem Historiker in Diensten der SS verfasst, der ein besonderer Günstling Himmlers war und auch im Nachkriegsdeutschland bis 1990 (!) noch einen Lehrauftrag hatte.

Sollten Monaldi und Sorti mit ihren Thesen richtig liegen (was ich natürlich nicht beurteilen kann), dann stellt die Wirklichkeit Dan Browns Phantasie deutlich in den Schatten. In mancherlei Hinsicht bringt mich dieses zum Nachdenken: Was war das für ein Boden, auf dem die Reformation gewachsen ist (nicht dass ich ihre Kerninhalte in Frage stellen will)? Ob der ohne die Verleumdungen Alexanders auch so fruchtbar gewesen wäre? Ob die Kirchengeschichte möglicherweise ganz anders verlaufen wäre? Und wie ist dies im Nachhinein zu bewerten? Interessant auch, dass das, was als gesicherte Geschichte, als faktische Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen, als historisch abgesichert präsentiert wird, auf solch tönernen Füßen steht. Dass eine Lehrmeinung irgendwann zu einer Doktrin wird, die nicht mehr hinterfragt werden darf, das kommt mir aus der Theologie doch äußerst bekannt vor und gefällt mir überhaupt nicht. Wenn der Wind sich gedreht hat und das neue Paradigma etabliert ist, dann wird von intellektueller Redlichkeit gesprochen, von gesicherten Ergebnissen, und dann ist es vorbei mit der Toleranz – ob nun die Evolutionstheorie in Frage gestellt wird oder die Theorie des deuteronomistischen Geschichtswerkes mit jahwistischen, elohistischen und was-weiß-ich-was-Schriften oder die Frage, ob praktizierte Homosexualität Gottes gute Idee war (dem geneigten Leser werden sicherlich auch andere Beispiele einfallen). Wer das Hinterfragen und das Hinterfragt-werden des Hinterfragens nicht mehr zulässt, bewegt sich in eine Richtung, die ich nicht mitgehen möchte. Denn: Nur die toten Fische schwimmen immer mit dem Strom. Das ist natürlich auch eine platte Pauschalaussage, aber es gibt mir die Möglichkeit, einen ernsten Post augenzwinkernd mit einem Lied zu beenden, bei dem Du – falls Du genau zuhörst – im Hintergrund nicht nur meine Jungscharknaben, sondern auch mich sowas wie … ähm … singen hören kannst. Mann ist das lange her…

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Lebenszeichen

27. August 2010

Auch wenn es so scheinen mag, ist dieser Blog nicht tot. Allerdings habe ich in den viereinhalb Jahren seiner Existenz keine so lange Pause wie die bisherige eingelegt. Geplant war sie nicht, sie hat sich einfach so ergeben. Immer wieder wollte ich »aus aktuellem Anlass« Dinge verschriften, habe dann aber die Zähne zusammengebissen, weil ich eigentlich erst 2009 so richtig gemerkt habe, welche Breitenwirkung manches schnell Dahingebloggte hat. Und für kurze Mini-Statements bzw. persönliche Neuigkeiten habe ich Facebook mehr und mehr als nettes Tool erlebt. Ein Status-Update ist eben schneller geschrieben als ein Blog-Artikel. Dennoch: Ich bin weiterhin überzeugt von dem Medium Blog, kann es doch manchmal zu gutem Austausch führen, wie sich beim Offenen Brief ab ca. Kommentar 100 zeigt. Darum will ich weiter machen und mich insbesondere dem zuwenden, was auch so was wie das Markenzeichen dieses Blogs geworden ist – der Empfehlung bzw. Zweitverwertung von Lesestoff. Schließlich ist die Zahl der Bücher auf dem »to blog about«-Stapel auf meinem Schreibtisch mittlerweile auf dreissig angewachsen… Weiterhin freue ich mich über Austausch in den Kommentaren und freue mich dabei besonders, wenn Du Deinen richtigen Namen angibst. Bei kontroversen und manchmal auch emotionalen Diskussionen kommt das einem realen »einander-in-die-Augen-sehen« am nächsten.

Weil aber nichts die Offline-Begegnung ersetzen kann und nichts den Inhalten dieses Blogs so sehr entspricht wie das Emergent Forum, lade ich Dich herzlichst dazu ein. Wir werden dieses Jahr in Essen sein und sind gespannt, wer sich mit auf die »Suche nach dem dritten Weg« macht. Wie immer wird das Forum von persönlichen Begegnungen und viel Raum für Austausch geprägt sein. Keine Antworten von der Bühne durchs Mikrofon, aber ein gemeinsames Unterwegs-Sein.

Einige der Themen, über die wir ins Gespräch kommen wollen:

Fromm oder politisch?
Wir suchen einen Weg, der über den Gegensatz von Konzentration auf das Seelenheil und Engagement für das Gemeinwohl hinausgeht.

Mächtige Leitung oder individualisierte Nachfolge?
Wir suchen einen Weg zu einer positiven Führungskultur, die das Potenzial von Gruppen und Einzelnen aufweckt und unterstützende Strukturen hilfreich gestaltet.

Alles neu oder alle dabei?
Wir suchen einen Weg, mutig voran zu gehen und doch unterschiedliche Geschwindigkeiten zuzulassen.

Gott – unnahbar oder intim?
Wir suchen einen Weg, mit Gott im persönlichen Kontakt zu leben, und dabei seine Fremdheit und Andersartigkeit zu respektieren.

Heilige Schrift oder gewachsenes Buch?
Wir suchen einen Weg, die Bibel zu lesen und dabei sowohl ihren Offenbarungscharakter als auch die redaktionelle Entstehung zu würdigen.

Aufsatz oder Diktat?
Wir suchen einen Weg im Umgang mit den Möglichkeiten unterschiedlicher Lebensgestaltung, der sowohl die Eigenverantwortlichkeit betont, dabei jedoch nicht beliebig wird.

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Auf die Ohren: Wheaton Conference mit N.T. Wright

24. April 2010

N.T. Wright ist für mich der Neutestamentler unserer Tage. Seine »The New Testament and the People of God«-Reihe ist Pflicht, genauso das, was er zur paulinischen Theologie beiträgt. Da ist es eine feine Sache, dass das Wheaton College eine Konferenz veranstaltet hat, die sich um Wrights Theologie dreht und bei der er auch selbst zu Wort kommt. Freundlicherweise sind die einzelnen Vorträge hier downloadbar bzw. stehen jeweils auch als Flashvideos zur Verfügung. Da es um die Auseinandersetzung mit dem Werk Wrights geht, empfiehlt es sich, zumindest Jesus and the Victory of God und eines der kleinen Paulus-Bücher (Tipp: Paul: Fresh Perspectives und das noch recht aktuelle Justification: God’s Plan and Paul’s Vision) gelesen zu haben, um allem folgen zu können. Dabei ist es nett, festzustellen, dass die eine oder andere meiner Anfragen an die Theologie Wrights von den Sprechern geteilt wird 😉
Wer mit NTW bislang nicht ganz vertraut ist, möge sich an der kurzen Predigt über den Epheserbrief (MP3 Audio | MP4 Video) erfreuen. Good stuff!
(Randnotiz: Wright erzählt davon, dass er noch immer an seiner Paulus-Monographie arbeitet und stellt einen Erscheinungstermin in 2012 in Aussicht.)
200Px-N.T. Wright

Achja, auf ChristianAudio.com findet sich auch beständig nettes Ohrenfutter, inklusive immer ein »Free Audio Book of the Month«.

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Schön gesagt

8. April 2010

Tpa
Nach ca. fünf-monatiger Abstinenz wende ich mich mal wieder meinem Studium zu und versuche mich an paulinischer Soteriologie. Mitten in James Dunns Opus Magnum bin ich auf folgende Worte gestoßen, die mir in vielerlei Hinsicht gefallen:

The portrayal of a Jesus Messiah who functions severally as another Adam, firstborn from the dead and elder brother of the family of the resurrected, as divine Wisdom and life-giving Spirit, but also as co-regent with God and soon coming Lord, is bound to be confusing. Now we have also a Christ who is conceived as a „location“ into which the convert is „inserted“ and within which believers find themselves, or alternatively as a personal presence within believers; as GodÄs saving action with which believers can be identified, or as the medium through whom God pours out his grace and through whom believers approach God; as a body of which believers have identified; or yet again as a powerful presence equivalent to the Spirit of God. … It must in fact be seriously doubted whether Paul himself actually had a single conception of the risen Christ. … In this case any attempt to harmonize the diversity of Paul’s imagery and to resolve the inconsistencies of different images straining against each other would be to our loss rather than our gain. Better to let the richness of the vision, its poetry and harmonies, capture heart and spirit, even if conceptual clarity remains elusive.

James D.G. Dunn, The Theology of Paul the Apostle, 408f.

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Rückblick 2009: 100 Bücher

23. März 2010

Nun, da sich mittlerweile sogar der März 2010 langsam dem Ende zuneigt, wird es Zeit, meinen Rückblick auf das vergangene Jahr zu beenden. Voilá die Bücher, die ich 2009 gelesen habe.

Diogenes Allen – Philosophy for Understanding Theology
Gottfried Arnold – Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie
James Matthew Barrie – Peter Pan in Kensington Gardens
James Matthew Barrie – Peter and Wendy
Marcia Bartusiak – Einsteins „Unvollendete“: Das letzte Rätsel der Relativitätstheorie
L. Frank Baum – The Wizard of Oz
Ludwig Bechstein – Deutsche Märchen und Sagen
Don Edward Beck und Christopher C. Cowan – Spiral Dynamics: Leadership, Werte und Wandel
Charles Burns – Black Hole
Lewis Carroll – Alice’s Adventures in Wonderland
Vivian Cash (with Ann Sharpsteen) – I Walked The Line: My Life with Johnny)
Hermann Cremer – Die paulinische Rechtfertigungslehre im Zusammenhange ihrer geschichtlichen Voraussetzungen
Loren Cunningham – Bist Du es, Herr?
Charles Dickens – A Christmas Carol
Doré-Bibel: Auszüge aus dem Alten und Neuen Testament mit 230 Illustrationen von Gustave Doré
Martin Dreyer – Die Volxbibel 2.0
Colin Duriez – Tolkien und C.S. Lewis: Das Geschenk der Freundschaft
Reiner-Friedemann Edel – Das Evangelium: Die Freudenbotschaft
Daniel Ehniß und Björn Wagner (Hg.) – Beziehungsweise Leben – Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen.
Will Eisner – The Best of „The Spirit“
Thomas Stearns Eliot – Ausgewählte Aufsätze, Vorträge und Essays
Tobias Faix u.a. (Hg.) – ZeitGeist 2: Postmoderne Heimatkunde
Jean Gebser – Ursprung und Gegenwart. 1. Teil: Die Fundamente der aperspektivischen Welt
Jean Gebser – Ursprung und Gegenwart. 2. Teil: Die Manifestationen der aperspektivischen Welt
Jean Gebser – Ursprung und Gegenwart: Kommentar
Albrecht Gralle – Als das Christkind erwachsen wurde: Elf wunderliche Weihnachtsgeschichten
Albrecht Gralle – Engel auf Erden: Geschichten von irdischen Boten und himmlischen Wesen
Albrecht Gralle – Weite Reise
Rainald Grebe – Global Fish
Harry Grey – The Hoods
Robert Farley, S.J. – Auf der Suche nach Jesus: Kontemplation und Unterscheidung der Geister
Michael Frost und Alan Hirsch – ReJesus: A Wild Messiah for a Missional Church
Douglas Harink – Paul among the Postliberals: Pauline Theology beyond Christendom and Modernity
Edvard Hoem – Die Geschichte von Mutter und Vater
The Holy Bible – New International Version: The New Testament
Nick Hornby – A Long Way Down
Nick Hornby – About a Boy
Nick Hornby – Fever Pitch
Nick Hornby – High Fidelity
Nick Hornby – How to be Good
John Irving – A Prayer for Owen Meany
Johannes von Damaskus – Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens
E. Stanley Jones – Der Christus der indischen Landstraße
Ernst Käsemann – Paulinische Pe0rspektiven
Helmut Krausser – Eros
Helmut Krausser – Melodien
Helmut Krausser – Thanatos
Helmut Krausser – UC: Ultrachronos
Alfred Kuen – Gemeinde nach Gottes Bauplan
Milan Kundera – Die Identität
Larry Libb und Wayne McLoughlin – Mal mir ein Bild vom Himmel
Siegfried Lenz – Schweigeminute
C.S. Lewis – Till We Have Faces: A Myth Retold
Astrid Lindgren – Die Brüder Löwenherz
William MacDonald – Licht für den Tag: Tägliche Andachten
Scot McKnight – The Blue Parakeet: ReThinking how You Read the Bible
Jürgen Moltmann (Hg.) – Wie ich mich geändert habe
Alan Moore und Dave Gibbons – Watchmen
Mutter Teresa – Komm, sei mein Licht
Friedrich Nietzsche – Der Antichrist: Fluch auf das Christentum
Blaise Pascal – Gedanken
Pirke Avot: Sprüche der Väter
Adrian Plass – Tagebuch eines frommen Chaoten
Fritz Reuter – Das Leben auf dem Lande
Joseph Roth – Hiob: Roman eines einfachen Mannes
James Sallis – Deine Augen hat der Tod
Roberto Saviano – Gomorrha: Reise in das Reich der Camorra
Frank Schaeffer – Crazy for God: How I Grew Up as One of the Elect, Helped Found the Religious Right, and Lived to Take All (or Almost All) of It Back
Harald Schmidt – Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv: Eine Vermessung
David Sedaris – When You Are Engulfed in Flames
Eugène Sue – Die Geheimnisse von Paris
Henry David Thoreau – Walden and Other Writings
J. R. R. Tolkien – The Children of Húrin
J.R. R. Tolkien – Tales from the Perilous Realm
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 1: The Book of Lost Tales Part 1
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 2: The Book of Lost Tales Part 2
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 3: The Lays of Beleriand
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 4: The Shaping of Middle-Earth
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 5: The Lost Road and Other Writings
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 6: The Return of the Shadow
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 7: The Treason of Isengard
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 8: The War of the Ring
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 9: Sauron Defeated
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 10: Morgoth’s Ring
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 11: The War of the Jewels
J. R. R. Tolkien – The History of Middle-Earth Volume 12: The People’s of Middle-Earth
J. R. R. Tolkien – The Hobbit or There and Back Again
J. R. R. Tolkien – The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring
J. R. R. Tolkien – The Lord of the Rings: The Two Towers
J. R. R. Tolkien – The Lord of the Rings: The Return of the King
J. R. R. Tolkien – The Silmarillion
J. R. R. Tolkien – Unfinished Tales of Numenor and Middle-Earth
J. R. R. Tolkien u.a. – The Hobbit (Graphic Novel)
Fred Uhlman – Der wiedergefundene Freund
Fritz Viering (Hg.) – Zur Bedeutung des Todes Jesu: Exegetische Beiträge
Bernhard und Hans-Jochen Vogel – Deutschland aus der Vogelperspektive: Eine kleine Geschichte der Bundesrepublik
Arne Völkel – Ausgebrannt für Jesus? Was Christen auslaugt – und was sie aufbaut
Ken Wilber – Integrale Spiritualität: Spirituelle Intelligenz rettet die Welt
Tom Wright – Justification: God’s Plan and Paul’s Vision
William P. Young – The Shack

Eine gute Mischung, scheint mir. Zu manchen der Bücher werde ich wohl bei Belegenheit noch etwas posten. Einige kurze allgemeine Gedanken: Beim Rückblick auf die in 2008 gelesenen Bücher hatte ich mir noch vorgenommen, 2009 mehr Lyrik und mehr Romane zu lesen. Ersteres hat nicht geklappt, letzteres jedoch durchaus. Dazu bin ich dem Rat zweier werbender Gefährten gefolgt – Peter schwärmte häufig von Nick Hornby, Toby von Helmut Krausser. Diesen beiden habe ich mich zugewandt und es genossen. Manche Kinderbuchklassiker habe ich neu oder wieder entdeckt und durch Watchmen den Zugang zum Genre der Graphic Novels gefunden. Sehr schöne Sache und ein neues Hobby. Ansonsten bleiben noch zwei Dinge besonders zu erwähnen:

Theshack
William Paul Youngs Bestseller The Shack fand ich toll. Ein Buch, das mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand gelesen werden sollte (sorry, dass ich hieraus Gegensätze mache 😉 aber in diesem Fall evtl. angebracht). Ein Roman ist ein Roman ist ein Roman. Mir hat er viel vom Wesen Gottes vermittelt – und das vielleicht gar nicht so sehr in den „theologischen“ Passagen. Vielmehr war es so, dass ich mich während des Lesens Gott nahe fühlte und mein Herz weich und warm wurde – huch, welch subjektiv emotionaler Gefühlsdusel. Nichtsdestotrotz kommuniziert Young auch überzeugend biblisch-theologische Wahrheiten, auf die einzugehen den Rahmen dieses Posts sprengen würde.

Tolkien
Zum Schluß eine Bemerkung zu der Person, die meine Leseliste dominiert: 21mal John Ronald Reuel Tolkien. 15 und 17 Jahre alt war ich, als ich die Herr-der-Ringe-Trilogie die ersten beiden Male gelesen hatte. Lange währte das Warten und die Vorfreude auf Kinofilme, die ich mir seit Jahren in der ersten Januar-Woche am Stück ansehe. Tolkiens Bilder sind tief in meine Vorstellungswelt und meinen Wortschatz eingegangen und haben mich immens inspiriert, so dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit war, bis ich mich seiner Welt und seinem Gesamtwerk intensiv widmen würde. Dieser Prozess hat nun im vergangenen Jahr begonnen und wird sich mit Sicherheit noch eine Weile hinziehen.

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Johnny Cash zum 78.

26. Februar 2010

Heute jährt sich sich zum 78. Mal der Geburtstag des am 12. September 2003 verstorbenen Johnny Cash. Ein Grund, heute schwarz zu tragen und des Man in Black zu gedenken. Letzteres am besten durch das Anhören seines just erschienenen, wohl letzten Albums American VI – Ain’t No Grave.

Nograve
Es ist ein feines Album geworden, aber mehr dazu nicht von mir, sondern in den Feuilletons der heutigen Ausgabe der allermeisten Tageszeitungen. Statt dessen will ich auf ein Buch hinweisen, das ich mir letztes Jahr zu Gemüte geführt habe – Vivian Cash’s I Walked The Line.

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Aus der Einleitung von Vivian Cash:

To the world, Johnny was revealed as the Man in Black. But to us he was simply Daddy. To the girls, he was their world. And to me he is and will always be my wonderful, caring, protective husband and the father of my children. (S. 5)

Vivian war Johnnys erste Ehefrau und die Mutter seiner vier Töchter. Die Ehe ging zu Bruch, als Johnnys Verhältnis zu June Carter immer offensichtlicher wurde. Für Cash-Aficionados ist dieses Buch deshalb interessant, weil es neues Licht auf Cashs frühe Jahre wirft. Vivian erzählt davon, wie sie am 18. Juli 1951 in San Antonio als 17-jährige den zwei Jahre älteren Johnny kennenlernt, die drei folgenden Wochen mit ihm verbringt, bis er aufbricht – erst zu einem kurzen Besuch bei seinen Eltern in Dyess, Arkansas, danach auf die Air Force Base in Camp Kilmer, New Jersey und anschließend nach Deutschland. Während dieser Zeit schreiben sich die beiden – oft mehrmals täglich. Und so nehmen die im Wortlaut (manche auch als Fotografie) aufgenommenen Briefe, die Johnny Vivian aus Dyess, Camp Kilmer, Sonthofen, Landsberg etc. bis zu seiner Rückkehr im Juli 1954 schrieb, mit 247 Seiten den Löwenanteil des 326-seitigen Buches ein. Sie geben ein beredtes Zeugnis des frühen Johnny Cash ab, erzählen vom Leben auf dem Stützpunkt, von Air-Force-Kameraden, die oftmals betrunken sind und ihre Freundinnen betrügen, von Johnnys Liebe zu Vivian, von seiner Freude über seltene Telefonate oder ein neues Foto von ihr, von gemeinsamem Gebet zur selben Zeit, von Hochzeitsplänen, kleineren Fehltritten uvm. Nach drei Jahren der Trennung sehen sie sich wieder. Über den Willkommenskuss sagt Johnnys Vater: »Vivian, you look like you’re gonna eat him up, and in nine months you’ll look like you did!« (S. 270) Ein Monat später wird die Hochzeit gefeiert.
Schmerzhaft ist es, später davon zu lesen, wie Vivian die zunehmende Popularität ihres Mannes und dessen Verhältnis zu June Carter erlebt. Vivian schreibt:

However, my original instincts about June would prove right on the money. Not only would she be the source of a lifetime of pain for me, but she would forever affect the lives of our children and Johnny too. She would eventually contribute to Johnny’s addiction, pursue him relentlessly, and destroy our marriage. But I didn’t know all that back then. All I knew was that I felt the bottom begin to slowly drop out from under our marriage when she came into the picture. (291) Day by day I watched as Johnny began dividing his affection and time and money between June’s family and our family. I felt him slipping away. Let me tell you, it is a degrading experience when you realize you’re losing your husband to another woman. I felt completely helpless, not knowing how to bring him back. I longed for the days when Johnny told me he’d always walk the line for me. He didn’t tell me that anymore. (295) As Princess Diana once said of her marriage to Prince Charles, „There were three people in our marriage … it was a bit crowded.“ (296)

Gerade June wurde in den unterschiedlichen Cash-Biographien und nicht zuletzt im Film Walk the Line oft als »Johnnys Engel« dargestellt und Cash selbst als jemand porträtiert, der durch die Begegnung mit June eine wundersame Wandlung from sinner to saint erlebte. Vivian erzählt eine ganz andere Geschichte. Lange hatte sie geschwiegen, aber der Tod von June brachte Vivian eine Art Befreiung: »I would be freer to say the things I have to say – and Johnny would be freer to tell the truth too. The full story of our lives, the unvarnished truth, could now be told more easily.« (6f) Zwei Monate nach Junes und ebenfalls acht Wochen vor Johnnys Tod hatte Vivian Johnny das letzte Mal gesehen, und er hatte zu ihr gesagt: »Viv, I’ve been thinking for years, if anyone on this planet should write a book about me, it should be you. It’s time.« Interessant, dass dieses Treffen genau in die Zeit der Aufnahmen zu den letzten American-Alben fiel. Damit eröffnet es einen Blick in die Gemütslage des Mannes, der so leidenschaftlich und zerbrechlich singt.

It is a story about the decent, God-fearing man that Johnny was. The Johnny that Vivian called her husband was sweet and vulnerable, a warm and loving husband and father, a tender lover. It is also a story about the people, events and forces that changed him. (Aus dem Vorwort von Co-Autorin Ann Sharpsteen, S, 3)

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Von der Leitung missionaler Gemeinden – oder: Was Alan Roxburgh zu sagen hat und warum er Gehör verdient

24. Februar 2010

Am 12.-14. März veranstaltet u.a. Emergent Deutschland ein Wochenende mit Alan Roxburgh in Erlangen. Diese Tage haben wir unter den Titel »Es geht ja doch! Missionaler Aufbruch in „ganz normalen“ Gemeinden« gestellt. Anmelden kannst Du Dich hier, am besten unverzüglich. Am Geld sollte Deine Teilnahme nicht scheitern, betragen die Kosten doch nur 50 für Normal- und 30 für Nichtverdiener. Ist das ein Angebot?!
Ed Roxburgh Flyer
Alan wird darüber sprechen, wie den gesellschaftlichen Umbrüchen in unseren Tagen begegnet werden kann, indem Veränderungsprozesse in Gemeinden verstanden, initiiert und begleitet werden. Sein Fokus liegt dabei auf dem Personenkreis der Gemeindeleitenden, wie auch der Titel des Buches The Misisonal Leader: Equpping Your Church to Reach a Changing World andeutet, das Alan zusammen mit Fred Romanuk verfasst hat. Hieraus nun einige Gedankensplitter, die darlegen, warum ich empfehle, vom 12.-14. März in Erlangen dabei zu sein.
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Weil das Wort »missional« zur Zeit inflationär verwendet wird, beginnen wir mit einer Definition dessen, was die Autoren unter einer »missionalen Gemeinde« verstehen:

A missional church is a community of God’s people who live into the imagination that they are, by their very nature, God’s missionary people living as a demonstration of what God plans to do in and for all of creation in Jesus Christ. (S. XV)

Um diese Art von Gemeinden zu leiten, braucht es ein neues Verständnis von Leiterschaft, da die meisten »missional« genannten Führungsmodelle oft nur alten Ansätzen einen neuen Anstrich verpassen, was aber in einer Zeit permanenten Wandels keinen Sinn mehr macht. Die Antwort auf die neuen Umstände ist für die Autoren nicht das Gründen neuer Gemeinschaften und Initiativen, sondern die Transformation bestehender Gemeinden. Dafür reichen die pastoralen Fähigkeiten, in denen viele aktuelle Gemeindeleiter ausgebildet wurden, allerdings nicht aus. Genauso wenig ist die Übernahme von Führungsmodellen aus der Wirtschaft eine Lösung, da dies der Einzigartigkeit von Gemeinde nicht gerecht wird. Der Geist Gottes ruht auf dem Volk Gottes.

Congregations matter. But they need leaders with the skills to cultivate an environment in which the Spirit-given presence of God’s future may emerge among the people of God. (S. 11) God’s future is among the regular ordinary people of God. It’s not primarily in great leaders or experts but among the people, all those people most leaders believe don’t get it. (S. 20f) Missional leadership is about cultivating the capacity and gifts of the people who are already part of the church. (S. 30)

Es ist die Aufgabe der Gemeindeleitung, den Gemeindegliedern Raum zu schaffen, um gemeinsam im Licht der großen Linien der Bibel über ihre persönliche Geschichte, die Geschichte der Gemeinde und den aktuell sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel zu reflektieren, sowie dem aktuellen Wirken und Reden Gottes in genau diesen Umständen nachzuspüren.

In this book we offer an alternative model of the missional leader who is a cultivator of an environment that discerns God’s activities among the congregation and in its context. It is leadership that cultivates the practice of indwelling Scripture and discovering places for experiment and risk as people discover that the Spirit of God’s lifegiving future in Jesus is among them. (S. 27)

Die Gemeindeleitung versucht darum, in der Gemeinde das Bewußtsein dafür zu schaffen,

  • was Gott unter denen tut, die zur Gemeinde gehören
  • wie die Gemeinde sich selbst als Kern dessen verstehen kann, was Gott tut
  • wie Gott im Umfeld der Gemeinde am Wirken ist

Dafür braucht es neue Zugänge zur Bibel, neue Wege des Austauschs unter den Gemeindegliedern und neue Formen des persönlichen und gemeinsamen Lebens in der Nachfolge Jesu. Aber die gute Nachricht lautet:

A congregation can be transformed into a missional community. It doesn’t need to be stuck in a cycle of growth, plateau, and decline. There are ways to innovate a new missional identity that is more than just an old pattern dressed in new words, but it requires some awareness and understanding of what is happening in congregations. (S. 39)

Im weiteren Verlauf des Buches führen die Autoren aus, wie dies geschehen kann. Dabei gehen sie auf die unterschiedlichen immer wiederkehrenden Phasen im Leben einer Gemeinde ein, welche Herausforderungen diese jeweils mit sich bringen und wie dem begegnet werden kann. Sie präsentieren das »Missional Change Model«, welches bei der Navigation durch Veränderungsprozesse hindurch hilft, erläutern, welche spezifischen Anforderungen an Leitungspersonen gestellt werden und stellen einen Weg vor, wie Pastoren in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sich ganz praktisch auf einen Wachstumsprozess einlassen können, der sie fit für die neuen Aufgaben macht.

Mehr werde ich nicht mehr schreiben, weil das einerseits Peter schon getan hat (hier gehts zu seinen Posts zum Buch: 1|2|3|4|5|6|7), und ich andererseits sowohl das Buch als auch das Wochenende mit Alan im März sehr empfehle. Ich hoffe, wir sehen uns.

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Kinnon on McLaren

10. Februar 2010

Brian McLaren hat dieser Tage ein neues Buch veröffentlicht:
Newkindofchristianity
Selbstverständlich werde ich es kaufen und lesen. Manches darin wird mir gefallen, mich ansprechen und herausfordern, anderes nicht. Wie eben bei jedem Buch.
Was mir allerdings ganz und gar nicht gefällt, sind die Botschaften, die Brian und der Verlag, in dem das Buch erscheint, zur Zeit vermitteln.
Bill Kinnon spricht mir aus dem Herzen.

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Rückblick 2009: 100 DVDs

4. Februar 2010

Teil 3: Folgende DVDs habe ich mir vergangenes Jahr angesehen:

50 Erste Dates
88 Minutes
300
Alpha Dog
American History X
Babylon A.D.
Band of Brothers
Die Bartholomäusnacht
Das Beste kommt zum Schluss
Big Fish
Die Braut des Prinzen
Brügge sehen … und sterben?
Capote
Cars
Casablanca
Cassandras Traum
Cast Away
City by the Sea
City of God
Der Club der toten Dichter
The Dark Knight
Dead Man
Death Proof
Desperado
Diva
Dogtown Boys
Doppelmord
Der Elefantenmensch
Erbarmungslos
Es begab sich aber zu der Zeit…
Gran Torino
Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Der Herr der Ringe: Die zwei Türme
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
A History of Violence
Irgendwann in Mexiko
Jackie Brown
Jacob’s Ladder
James Bond 007: Casino Royale
James Bond 007: Ein Quantum Trost
Jennifer 8
Jerusalem
Johnny zieht in den Krieg
Juno
Keinohrhasen
Kill Bobby Z
Knowing
Das Leben des Brian
Das Leben nach dem Tod in Denver
Leg Dich nicht mit Zohan an
M.A.S.H.
The Machinist
Der Mann, der niemals lebte
El Mariachi
Matrix
Matrix Reloaded
Matrix Revolutions
Mein Leben ohne mich
The Million Dollar Hotel
Monster
Nikita
Nix wie raus aus Orange County
No Country for Old Men
Nur noch 60 Sekunden
Die Passion Christi
Der Patriot
Projekt: Peacemaker
Ratatouille
Resident Evil
Ritter aus Leidenschaft
Ronin
Ein Schrei in der Dunkelheit
Die Schwester der Königin
Das siebente Siegel
Sin City
Sky Captain and the World of Tomorrow
Sleepers
Smoke
Spiel mir das Lied vom Tod
Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung
Star Wars Episode 2: Angriff der Klonkrieger
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith
Star Wars Episode 4: Eine neue Hoffnung
Star Wars Episode 5: Das Imperium schlägt zurück
Star Wars Episode 6: Die Rückkehr der Jedi-Ritter
The Straight Story
Das Streben nach Glück
Das süsse Jenseits
Sweeny Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Syriana
Tatsächlich… Liebe
Taxi Driver
Transformers
Tropic Thunder
Die üblichen Verdächtigen
Wehrlos – Die Tochter des Generals
Wo ist Fred?
Zimmer 1408
Zwielicht (Primal Fear)
Zoolander

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Rückblick 2009: Kino

2. Februar 2010

Teil 2 meines Jahresrückblicks. Folgende Filme habe ich im vergangenen Jahr gesehen:

96 Hours
Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
The Fast and the Furious 4: Neues Modell, Originalteile
Das Gesetz der Ehre
Gran Torino
Hangover
Harry Potter und der Halbblutprinz
Illuminati
Inglourious Basterds
The International
Knowing
Männerzherzen
Public Enemies
Oben
Operation Walküre: Das Stauffenberg Attentat
Righteous Kill – Kurzer Prozess
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Sieben Leben
Slumdog Millionär
Terminator 4: Erlösung
Tödliches Kommando
Transformers 2 – Die Rache
Transporter 3
Verblendung
Der Vorleser
Watchmen
The Wrestler
X-Men Origins: Wolverine
Zweiohrküken

Für mich als Blockbuster-Freund war 2009 ein gutes Kino-Jahr. Folgendes fällt mir dazu ein:

  • 96 Hours war überraschend toll. Empfehlung für alle, die auf Action stehen. Schnörkellos voll auf die Zwölf. Einwandfrei.
  • Harry Potter war in Ordnung. Für mich, der ich die Bücher seit Teil 3 nicht mehr gelesen habe, hält die Geschichte doch immer wieder einige Überraschungen bereit. Und böte diverse feine Illustrationen, welche wunderbar in Predigten o.ä. eingesetzt werden könnten, wenn die Potter-Reihe in manchen evangelikalen Kreisen nicht solch ein rotes Tuch wäre. Schade.
  • The International wurde sehr gehypet. Möglicherweise lag es daran, dass mit Tykwer mal wieder ein relativ junger deutscher Regisseur mit Hollywood-Granden wie Clive Owen drehen durfte. Leider hat der Film meine Erwartungen nicht erfüllt. Okay, die Guggenheim-Ballerei war ganz nett und die Botschaft okay, wenn auch plakativ. Trotzdem ziemlicher Durchschnitt. Aber immerhin ein schöner Abgang für Armin Müller-Stahl.
  • Knowing hat mich überrascht, erfreut und berührt. Faszinierenderweise stehe ich damit ziemlich alleine da. In jedem Fall ein schöner Anlass über Eschatologie nachzudenken. Mir gefiel er sehr.
  • Männerherzen war so, wie ich mir eine deutsche Komödie wünscht. Zweiohrküken kam nicht ganz ran.
  • Oben war in Ordnung, konnte aber leider meinem Pixar-Favoriten WALL·E nicht das Wasser reichen. Schade, in der Geschichte wäre mehr Potenzial gewesen. Immerhin das 3D war nett.
  • Operation Walküre hat mich sehr positiv überrascht. Den habe ich noch nicht zum letzten Mal gesehen.
  • Public Enemies war toll. Johnny Depp ist eh immer klasse, aber nun endlich mal klassisch mit Anzug, Hut, Knarre und Marion Cotillard an seiner Seite. Mehr davon!
  • Righteous Kill hat mir Schmerzen bereitet. Da stehen ENDLICH!! mal wieder deNiro und Pacino gemeinsam vor der Kamera und dann das…
  • Benjamin Button hat mich enttäuscht und trotzdem berührt. Ein unnötig in die Länge gezogener Film mit lächerlichen, pseudo-nachdenklichen Kommentaren aus dem Off und über-künstlich aussehenden Schauspielern. Dennoch hatte er was, was heute noch nachklingt.
  • Sieben Leben war schön.
  • Slumdog Millionär hat die meisten seiner Oscars verdient. Lohnt sich, aber nicht der Über-Film. Erinnerte mich gelegentlich an City of God.
  • Kate Winslet hat für den Vorleser endlich den Oscar bekommen. Zurecht.
  • Als Freund der Graphic Novel hatte ich mich auf Watchmen sehr gefreut und den Film dann sehr genossen. Fraglich allerdings, ob das Nicht-Kennern der Vorlage auch so geht. Fraglich auch, ob der »Ultimate Cut« auch in Deutschland erscheinen wird. Schön wär’s.

Nun zu meinen Höhepunkten.

Basterds
Tarantino did it again. Ich liebe seine Filme. Ja, ich kenne die Gegenargumente. Ja, er scheint durchgeknallt zu sein. Aber ich finde ihn dennoch grandios. Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk. Vielleicht Tarantinos bester Film seit Pulp Fiction. Die Debatte über ausgelebte Rachegelüste an den Nazis wurde in den Feuilletons zur Genüge geführt. Darauf will ich nicht eingehen, sondern sage nur: Wunderbare Musik, wunderbare Kamera, wunderbar geschnitten, wunderbare Dialoge. Dazu das Spielen mit Klassikern – allein schon die erste Szene mit Anleihen an Erbarmungslos und Spiel mir das Lied vom Tod. Und dann mal wieder sein Händchen für Schauspieler – Mélanie Laurent, Diane Krüger, Daniel Brühl, Matthias Schweighöfer und Eli Roth machen ihre Sache sehr fein. Selbst Brad Pitt nervt nicht. Und zu Christoph Waltz sage ich nur: Sensationell. Gebt dem Mann den Oscar.

Torino
Clint Eastwood ist eine Legende. Seine letzten Regiearbeiten waren begeisternd – man denke nur an Mystic River oder Million Dollar Baby. Mit Gran Torino ist ihm wieder mal ein großer Wurf gelungen. Schade nur, dass er wohl das letzte Mal auch vor der Kamera zu sehen war. Andererseits: Einen besseren Abgang kann man sich nicht wünschen. Nach dem Tod seiner Frau hat sich der verbitterte Korea-Veteran Walt Kowalski, der lange bei Ford am Fließband stand, mit seiner nervenden Familie, den neuen Hmong-Nachbarn und einem übereifrigen Priester herumzuschlagen, der ihn gerne bei der Beichte sehen würde. Die langsame Wandlung des Griesgrams hin zum dramatischen Ende ist überaus sehenswert. Ich freue sehr mich auf Eastwoods nächsten Streich Invictus, der hoffentlich mehr auf Morgan Freeman als auf Matt Damon setzt…

Wrestler
Den Vogel abgeschossen hat allerdings Mickey Rourke mit seiner Darstellung des abgehalfterten Wrestlers Randy the Ram, der nicht aus seiner Haut kann und am Ende unsagbar kläglich scheitert. Selten habe ich mit einer Figur so gelitten. Marisa Tomei in der weiblichen Nebenrolle sowie der Theme-Song vom Boss taten ihr Übriges, um den Film zum für mich besten des Kinojahres zu machen.

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Rückblick 2009: Neu im Plattenschrank

1. Februar 2010

Keine Rangliste, auch nicht alles im letzten Jahr erschienen, sondern nur von mir gekauft.

Bon Iver – For Emma, Forever Ago
Johnny Cash / Willie Nelson – VH1 Storytellers
Coldplay – Prospekt’s March (EP)
Dire Straits – Communiqué
Bob Dylan – The Freewheelin‘ Bob Dylan
Metallica – Death Magnetic (Limited Digipak)
Mortification – The Evil Addiction Destroying Machine
Philipp Poisel – Wo fängt Dein Himmel an?
Söhne Mannheims – Iz On
Söhne Mannheims und Xavier Naidoo – Wettsingen in Schwetzingen/MTV Unplugged
Xavier Naidoo – Alles kann besser werden
Sting – Fields of Gold
The Police – Their Greatest Hits
Bruce Springsteen – Magic
Bruce Springsteen – Working on a Dream (Ltd. Edition)
Stuck Mojo – Rising
Thumb – Encore
Die Toten Hosen – Learning English Lesson One
U2 – No Line on the Horizon
Hannes Wader – Neue Bekannte
The Verve – Forth
Tom Waits – Rain Dogs

Im Vergleich zum letzten Jahr fällt mir die Breite auf. Interessant, was mir alles Freude bereitet. Viel aktuelles ist nicht dabei, daher fällt es mir relativ leicht, mein Album des Jahres zu küren. Natürlich ist Bon Iver toll; auch U2 läuft bei mir immer noch mindestens einmal die Woche. Aber die Überraschung schlechthin waren für mich Hetfield & Co. – ich hätte nicht gedacht, dass es wieder Tage geben würde, an denen ich morgens mit Melodien und Textfetzen von Metallica im Kopf aufwachen würde… Den positiven Reviews nicht trauend habe ich mit dem Kauf lange gewartet, bis ich es dann doch irgendwann wissen wollte, und siehe da: Als hätte es Load, ReLoard, GarageInc., S&M, St. Anger und wie sie alle hießen nie gegeben, zeigen Metallica nach knapp zwei verlorenen Jahrzehnten wieder, wie es geht. Eine Freude, ein Gedicht, ein Traum. Hurra!

Deathmagnetic
[In der Kategorie: »Alben, die ich vor 10 Jahren entsorgt und mir jetzt wieder besorgt habe«, gewinnen eindeutig die Hosen. Wunderbare Spaßmusik.]

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Das Ende der EmergingChurch-Bewegung?

26. Januar 2010

Lange war es still auf diesem Blog. Viel war zu tun und die Zeit war knapp, die Motivation reichte nicht aus, obwohl genug Stoff vorhanden gewesen wäre, über den zu schreiben sich gelohnt hätte. Nachdem ich dann heute morgen versehentlich den aktuellen Stand der Bücher, CDs, DVDs und Kinofilme, die ich 2010 bislang genossen hatte, gepostet (und wieder gelöscht) habe, ist es nun an der Zeit, das Schweigen ein klein wenig zu brechen. Bevor ich mich in den nächsten Tagen an mein „Gehört, gelesen und gesehen 2009“ machen werde, widme ich mich hier zunächst einmal kurz der Emergent Conversation.

In den letzten Wochen wurde in der englischsprachigen Blogosphäre viel über das Ende der EmergingChurch-Bewegung gesprochen, und vorgestern stieß Marlin ins selbe Horn: Für ihn ist die Party vorbei, weil es zwar Blogs, Foren und Veröffentlichungen gibt, aber ihm viel zu wenig Praktisches passiert. Die Reise geht für ihn eher in Richtung »missional church«. Ich mag Marlin, aber in diesem Punkt bin ich anderer Meinung.
Vorab zwei subjektive emotionale Reaktionen: Erstens trauere ich sehr um den künstlichen Gegensatz zwischen missional und emergent – beides gehört zusammen; aus meiner Sicht ist das missionale Denken eo ipso ein Teil des Ausflusses der EmergentConversation. Zweitens nervt mich zusehends die Annahme, dass aus der emergenten Bewegung nichts Praktisches hervorginge. Das ist schlicht falsch. Alle mir persönlich bekannten Teilnehmer der Emergent Conversation sind am Bau des Reiches Gottes beteiligt – in praktischer herkömmlicher Gemeindearbeit, in aufsuchender Arbeit bei den Marginalisierten, im Einsetzen für einen fairen Lebensstil und im Schaffen neuer Räume, in denen Gott und einander begegnet werden kann. Alle sind Praktiker. Dass nicht jeder sofort eine neue Gemeinde gründet oder ein Projekt startet, das sofort mit eigener Website, eigener Facebook-Gruppe und eigenem Twitter-Account oder -Hashtag an den Start geht, ist möglicherweise sogar so gewollt… Theorie und Praxis gehören integral zusammen, beides bedingt einander, das Denken ändert das Handeln und das Handeln verändert das Denken. Mit den Worten von Helmut Gollwitzer: Theologie ist immer Theorie zwischen Praxis und Praxis. Beides ist notwendig und an sich wertvoll. Jesus hat nicht nur gehandelt, sondern auch gelehrt. Die Mischung macht’s.

Aber zurück zum Thema. Vielleicht wird jetzt offenbar, was schon lange klar war: Es gibt nicht das eine emergente Gemeindemodell, es gibt nicht das eine emergente Glaubensbekenntnis, es gibt nicht die eine emergente Spiritualitätsform. Es geht nicht um Gleichschaltung auf eine gemeinsame Linie durch Mittel wie Konferenzen oder Kernmedien. Es geht um sehr verschiedene Menschen, die alle auf ihre eigene Weise dem Wirken des Geistes Gottes in unserer Zeit nachspüren und ihm Raum zu geben versuchen. MIt den gemeinsamen Fragen hat alles begonnen. Möglicherweise hat sich mittlerweile eine gemeinsame Kern-Theologie herausgebildet, die meines Erachtens tief in der ostkirchlichen Trinitätslehre verwurzelt ist. Daraus ergibt sich ein erweitertes Verständnis von Gemeindeleitung, ein erneuertes Verständnis von Gemeinschaft, zwischenmenschlichen Beziehungen und sozialer Gerechtigkeit, ein neues Verständnis vom Reich Gottes und von der Nachfolge Jesu. Die Ethik knüpft an das Erbe der Täufer an; die eigentliche Lehre Jesu erfährt eine neue Betonung. Langsam wird zumindest für mich immer deutlicher, wofür die emergente Bewegung in Deutschland steht. Aber sie ist, was sie schon immer war: emergent.

Ist die EmergingChurch-Bewegung am Ende? Ich glaube nicht; ich denke vielmehr, sie beginnt erst. Sie ist weiterhin am Emergieren – sie bricht hervor, sie wandelt sich, vernetzt sich. In ganz unterschiedlichen Kontexten reagieren Menschen auf die eine sanfte Stimme, den Ton leisen Wehens und streben nach einem ganzheitlichen Leben-in-Gemeinschaft nach der Idee Gottes. Vieles ist unklar, viele Fragen sind da, mit denen umzugehen ist, viele Gedanken entstehen, viele Schmerzen sind da. Auf dem EmergentForum hat Haso Worte gefunden und mir damit direkt aus dem Herzen und ins Herz gesprochen. Ich empfehle dieses MP3 wärmstens all denen, die sich für die emergente Bewegung interessieren. 22:56 min, die sich lohnen. Haso spricht u.a. darüber, dass Gott nicht einen Schmetterling erschafft, sondern eine Raupe, die sich verpuppt. Es ist diese Zwischenphase, die meines Erachtens viele Vertreter der emergenten Bewegung weiterhin kennzeichnet – eine Mischung aus Hoffnung, Schmerzen, Trauer und Zuversicht. Die Zeit als Raupe ist vergangen, die Schmetterlingsphase kommt wohl erst noch oder beginnt gerade jetzt. In diesem Zusammenhang empfehle ich nochmals meine meine Serie zu Alan Jamiesons Buch Chrysalis, die vielleicht einige Monate zu früh kam 😉 Aber vielleicht hatten wir auch gehofft, die Chrysalis-Phase ginge schneller vorbei…

In den letzten Jahren hat sich immer wieder Jesja 43,19 in meine Gedanken geschlichen. In einer Situation der Hoffnungslosigkeit kündigt der Prophet das Handeln Gottes an:

Siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf – erkennt ihr’s denn nicht?

Ich habe diesen Worten wieder und wieder hinterhergedacht. Viele Vorstellungen hatte das Bundesvolk davon, wie Gott handeln und was genau er tun sollte. Der Messias, der kam, war ganz anders. Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, aber die meisten hatten keine Augen dafür. Ich habe mich oft gefragt, ob ich Jesus als den erkannt hätte, der er war, und ob ich vielleicht nicht auch das Kreuzige! gerufen hätte. Gott schuf ein Neues, es dauerte lange, es kam ganz anders als erwartet und stimmte doch mit Geist und Buchstabe der alten Schriften überein. Ich glaube, dass in unserer Generation – wie immer mal wieder in der Kirchengeschichte – etwas Ähnliches geschieht.

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Hebammen der Gottesgeburt

26. September 2009

In der aktuellen Ausgabe von Christ in der Gegenwart findet sich mit »Der Priester von heute« ein interessanter Artikel von Johannes Röser über das Verständnis des Priesteramtes in der römisch-katholischen Kirche. Daraus folgendes Zitat:

Priester sollen die Menschen auf das Reich Gottes vorbereiten. In gewisser Weise sind sie so etwas wie Hebammen der Gottesgeburt im Menschen und beim Menschen. Sie nehmen dem Einzelnen das religiöse Gebären nicht ab, leiten ihn aber aufgrund besseren Wissens und tiefer Erfahrung an und greifen manchmal erleichternd ein, mitten im schmerzhaften Prozess. Priester sollen in diesem Sinne Hebammen des Religiösen sein, mit Führungssinn und Führungsverantwortung, aber ohne Besserwisserei, ohne den heute nur noch peinlichen sakral-magischen Dünkel eines besonderen „Auserwähltseins“ und „Geweihtseins“, als ob die vielen wetlichen Berufungen des Menschen keine göttliche Dignität hätten.

Aus: Christ in der Gegenwart Nr. 39 / 2009, S. 428

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Heute im Briefkasten: Beziehungsweise Leben

25. September 2009

Schön ist es, wenn Vorfreude nicht von Enttäuschung, sondern von Freude abgelöst wird. Letztere Emotion stellte sich heute bei mir ein, als ich ein Päckchen aus dem Briefkasten nahm, es öffnete und darin die beiden Belegexemplare von Beziehungsweise Leben: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen fand. Konzipiert und herausgegeben wurde dieses Buch von Daniel und Björn, erschienen ist es in der Emergent Edition, einer Kooperation des Verlages der Francke Buchhandlung und Emergent Deutschland.

Bzwleben

Schön ist es, einen Teil zu einem deutschsprachigen christlichen Buch beigetragen zu haben, das auch dem Auge schmeichelt. Verantwortlich zeichnet dafür wieder einmal Denis Holzmüller. Ob auch der Inhalt zusagt, mußt Du selbst beurteilen. Darum: Kaufen! Mehrfach kaufen und weiter verschenken. Solltest Du unentschlossen sein, findest Du hier mehr Informationen.

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60 Jahre Boss

23. September 2009

Heute vor 60 Jahren erblickte Bruce Springsteen das Licht der Welt, was ich zum Anlass nehme, an dieser Stelle auf meine beiden Lieblingstracks des Bosses zu verweisen – viel Freude damit.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß das 3-CD-Box-Set Live 1975-1985 eine Pflichtanschaffung darstellt.
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Das Kriterium für Einheit

15. September 2009

Ein vorerst letztes Zitat von Ernst Käsemann, das seine Aktualität nicht verloren hat:

Das entscheidende Kriterium der Gemeinde und der Jüngerschaft kann doch nicht sein, welche Überzeugungen wir hegen, zumal Überzeugungen sich selbst bei Christen wandeln und wir nie fertig sind, sondern alle zu wachsen haben. Entscheidendes Kriterium der Einheit wie Trennung im Glauben kann nur sein, wieweit Jesus als dem Herrn in der Nachfolge gedient und wieweit er fromm oder unfromm als Herr von uns desavouiert wird.
(Aus: Paulinische Perspektiven, S. 97)

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