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Mutter Teresa und die Zweifel im Glauben

26. August 2007

Im September erscheint ein Buch, das meinem Empfinden nach viel Diskussionsstoff bieten wird: Komm, sei mein Licht! Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta. Den Hinweis darauf verdanke ich einmal mehr Scot McKnight. Ein umfassender und empfehlenswerter Artikel hierzu findet sich in der »Time«.
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Manche vergleichen es schon mit Klassikern der »geistlichen Autobiographie« wie die ebenfalls sehr an’s Herz zu legenden Bekenntnisse von Augustinus oder Der Berg der sieben Stufen von Thomas Merton. Mich erinnert es allerdings an Johannes vom Kreuz’ Dunkle Nacht der Seele. Man mag zu solcher Literatur stehen wie man will – ich erachte sie als Düngemittel für mein Leben-mit-Gott, auch wenn sie zur Individualisierung und Verinnerlichung der Beziehung zu Gott beitragen.
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Mutter Teresa – das Vorbild im Glauben
Viele sehen in Mutter Teresa ein leuchtendes Glaubensvorbild – eine Heilige, die sich in der Nachfolge Christi den Ärmsten und Geringsten zuwendete und ihnen diente.

Zuerst denken wir über Jesus nach – und dann gehen wir hinaus, um herauszufinden, wie er sich verkleidet hat.

Dieser Satz fand sich auf der Rückseite der Mai-Juni-Ausgabe von AufAtmen und hat sicher nicht nur mich zum Hinterher-Denken inspiriert. Mutter Teresa ist zum Sinnbild gelebten Christseins geworden, ihr selbstloser Dienst am Nächsten wurde Vorbild und Wegweisung für Millionen von Menschen weltweit. Zurecht wurde sie mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Mutter Teresa – von Zweifeln gepeinigt
Diese Überschrift mutet übertrieben an. Geradezu reißerisch. Ist sie aber nicht. Ein Jahrzehnt nach dem Tod Mutter Teresas erscheint nun »Komm, sein mein Licht«. Dabei handelt es sich um Briefe und private Aufzeichnungen, welche die Tote selbst immer vernichtet wissen wollte. Dennoch sind sie veröffentlich worden. Warum? Diese Schriften enthüllen Mutter Teresas Innenleben. Ihr innersten Kämpfe. Die zur Heiligen hochstilisierte Frau kämpfte ein halbes Jahrhundert lang gegen Glaubenszweifel an, die sie selbst die »Hölle« nannte. Jesus bezeichnete sie als »den Abwesenden«. Den Zustand ihrer Seele empfand sie als »Trockenheit«, »Dunkelheit«, »Einsamkeit«, »Folter«. Mutter Teresa ging von einem Beichtvater oder Seelsorger zum Nächsten. Die Zweifel, die sie peinigten, wurde sie jedoch offensichtlich nie los. Die »dunkle Nacht der Seele« dauerte Jahrzehnte lang an.

Vom Umgang mit dem Zweifel
Wie geht man mit Zweifeln im Glauben um? Was sage ich dem, der zweifelt? Und wenn ich selbst nicht (mehr) glauben kann? Wenn ich selbst von Zweifeln gemartert werde? »Wer zweifelt, glaubt nicht richtig!«, so habe ich schon reden gehört. Aber auch die Negation dieses Satzes, »Wer nicht zweifelt, glaubt nicht richtig!« ist in meiner Gegenwart schon gefallen. Welcher Satz ist richtig? Welcher falsch? Ich weiß es nicht und will mich auch vor einer Antwort hüten. Statt dessen will ich die Frage nach dem Fundament des Glaubens stellen. Für manche gründet der Glaube in der Schrift. »Weil’s in der Bibel steht.« »Aber«, so wird ein Zweifelnder fragen, »woher weiß ich denn, daß das stimmt, was in der Bibel steht?« Andere wiederum sehen das Fundament ihres Glaubens in ihrer Biographie: »Ich habe Gott erlebt«. »Aber«, so wird eine Zweifelnde sagen, »woher weiß ich denn, daß ich mir das nicht alles eingebildet habe?«

Eine Anfrage an die zeitgenössische (»Lobpreis«-)Frömmigkeit
Ein Problem sehe ich in den gefühlsbetonten Texten mancher Lobpreislieder. Unfaßbar, wie die Beziehung zu Gott romantisiert wird. Wie die »Lobpreiszeit« danach bewertet wird, was ich dabei subjektiv empfunden habe. Gut war es, wenn ich Gott »gespürt« habe. Ihm »begegnet« bin. Ihn »erlebt« habe. Welch eine Perversion! Und wie schrecklich für diejenigen, die Gott nicht »begegnen«, ihn nicht »spüren«, ihn nicht »erleben«. Keine Frage, ich liebe es, die Berührung Gottes – auf welche Weise auch immer – wahrzunehmen. Und will mich nach ihr ausstrecken. Aber kann das alles sein? Ist mein Glaube nur dann gesund, wenn ich Gott »spüre«? Nein, das glaube ich nicht.

Ende mit einem Doppelpunkt
Was ich hier äußere, sind unfertige Gedanken. Darum nagele mich bitte nicht darauf fest. Ich liebe es auch, in Diskussionen immer erst mal die Gegenposition zum Anderen zu übernehmen. Darum sind das hier unfertige Gedankensplitter. Mein Glaube fußt auf der Schrift. Ich glaube viele Dinge einfach nur deshalb, weil sie in der Bibel stehen. Und ich glaube der Bibel deshalb, weil ich das subjektive Empfinden habe, daß Gott sich mir offenbart hat, weil ich ihn erlebt habe. Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, daß ich der Bibel vertrauen kann. Darum glaube ich, daß alles, was in der Bibel steht, so drin steht, wie Gott es haben wollte, und daß alles, was in der Bibel berichtet wurde, historisch so geschehen ist, wie es in der Bibel steht. Warum ich das glaube? Weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, daß das Gesamtzeugnis der Bibel dafür spricht. Warum ich dem Gesamtzeugnis der Bibel glaube? Nun, weil ich Gott subjektiv erfahren habe… Die Katze beißt sich in den Schwanz. Ist das intellektuell redlich? Mir doch egal! Ist das eine Antwort, die für Dich funktioniert? Keine Ahnung. Ist das postmodern? Was soll’s… Ich kann mit Jesaja von meinem Schöpfer sagen: »Fürwahr, Du bist ein verborgener Gott, Du Gott Israels« (Jes 45,15) und ich kann zur selben Zeit mit David sagen: »Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.« (Ps 131) Gleichzeitig sage ich mit Hiob: »Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.« (Hi 42,5) Ich freue mich auf das Buch von Mutter Teresa und bin froh, daß diese Schriften veröffentlicht wurden. Wahrhaft geistliches Schwarzbrot, das wohl lange gekaut werden muß.

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9 Kommentare zu “Mutter Teresa und die Zweifel im Glauben”

  1. Peter sagt:

    Manche zweifeln ja auch deswegen, weil sie meinen, sie erleben nicht “das, was in der Bibel steht”…

  2. Schrotty sagt:

    Zweifel an sich sind ja nicht immer negativ, oft bringen sie weiter und lassen einen geistlich reifen. Es besteht halt immer nur die Frage wie man mit den Zweifeln umgeht.

  3. Arne sagt:

    Genau diese Fragen beschäftigen mich seit Jahren schon länger. Was ich in so Zeiten- Zweifel kann man ja nicht sagen, eher Leere; weil Abwesenheit spürt ja nur der, der fest damit rechnet, dass etwas anwesend sein sollte- immer hilfreich fand, war das Wort Gnade: wenn der ganze Wortschatz mit dem christlichen Vokabular in dem man Gott erlebt und über diese Erlebnisse spricht, wenn dieses Vokabular schrumpft und ich nicht mehr weiß, was “Heiligung” “Begegnung mit Gott” “Jüngerschaft” “Selbstverleugnung” überhaupt heißen soll; das Wort “Gnade” vergeß ich nie. Denn es heißt ja eigentlich auch, dass wir nicht nur “über unsere Werke hinaus” gerecht sind, sondern auch “über unsere Gedanken und Gefühle hinaus”. Nicht wer Gott ergreift, ist selig- und das ist der Part den ich am Calvinismus mag- sondern, wer von Gott ergriffen ist.

  4. Hans Loker sagt:

    Glaubenszweifel kehren immer wieder, sie lassen uns in steter Unruhe und verstärkter Suche oft einsam und leer zurück, diese unterschiedlich starken Zweifel machen Glauben aus, sie beweisen sogar die in uns Menschen angelegte Sehn, diese leidenschaftliche Suche nach göttlichen Prinzipien wie Friede und Liebe, eben nach dem verborgenen Gott.
    Die uns umgebende gewaltige Schöpfung und unser Bewusstsein, insbesondere unser ausgeprägtes Gewissen helfen mir weiter zu glauben.
    Wohl jeden aufgeklärten und informierten Menschen unserer Zeit peinigen bestimmte Glaubenszweifel unterschiedlicher Prägung.
    Die Suche nach einem sinnerfüllten Leben jenseits von Jugendwahn, Selbstsucht und Reichtum sollte alle Kräfte bündeln. Es lohnt sich bestimmt!

  5. Frage und Antwort » Der Sämann » Blog Archiv » Frage und Antwort sagt:

    [...] waren das Thema einiger der letzten Posts bzw. Diskussionen auf diesem Blog – darunter die Frage nach der Gegenwart bzw. Abwesenheit Gottes am Beispiel Mutter Teresas oder die Frage nach dem rechten Verständnis der Anfangskapitel der Bibel. Manchmal frage ich mich, [...]

  6. Jochen sagt:

    Gibt es nun einen Gott oder gibt es ihn nicht ? Mutter Teresa zweifelt. Das ist ehrlich. Wo bleibt denn auch der Gott, der das Leid der Welt sich selbst überläßt ? Unter Hinweis auf die christlichen Mystiker versuchen Theologen, das Dunkel in der Welt mit dem Dunkel der Gottheit zu erklären. Letztlich bleibt nur der Glaube. “Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben”, so steht es im NT. Das wird gewiss auch Mutter Teresa gebtet haben. Ob sie jetzt erfahren hat, was sie geglaubt hat ? Wir wissen es nicht. Aber ganz gewiss werden wir die Wahrheit erkennen. Doch bis dahin bleibt der Zweifel.

  7. Jochen sagt:

    Warum die ganze Glaubenszweifelsproblematik ?. Sie macht nur krank. Schon vor 2500 Jahren hat ein Mensch versucht, die Wahrheit zu ergründen. Auch er war von Glaubenszweifeln bedrückt, bis er dies fand: es gibt keine Seele, Kein Ich, keinen Gott. Ich empfehle eine Beschäftigung mit dem Buddhismus in seiner ursprünglichen Form. Literatur: Pali-Kanon

  8. Scot über Teresa » Der Sämann » Blog Archiv » Scot über Teresa sagt:

    [...] mein Post über das Buch von Mutter Teresa Dein Interesse geweckt haben, dann verweise ich Dich wieder mal auf Scot, der eine Reihe zum selben [...]

  9. Meuser sagt:

    Dies ist eines der erschütterndsten Bücher, das ich kenne. Ich legte es mit der Sehnsucht aus der Hand Jeus ganz zu gehören – und der Wehmut, ihm nicht besser zu dienen.

    Bernhard Meuser


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