Der Sämann

Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott







  • Buchtipps vom Sämann



    vernetzt mit Emergent Deutschland

    Das Buch vom Sämann Wie die Bibel Sinn macht

    Bücher mit dem Sämann In allen Städten und Dörfern Beziehungsweise Leben Zeitgeist
    Zeitgeist
  • Täglich Brot

    • Irisches Gebetbuch
    • Richard Foster, Dallas Willard, Walter Brueggemann (Hrsg.) – Renovaré Spiritual Formation Study Bible
  • Was ich höre

    • Bob Dylan – Nashville Skyline
    • Bon Iver – Bon Iver
    • Coldplay – Mylo Xyloto
    • Jens Böttcher – Viva Dolorosa
    • Johnny Cash – Bootleg Vol. 2: From Memphis to Hollywood
    • Johnny Cash – Bootleg Vol.3: Live Around the World
    • Johnny Cash – I Would Like to See You Again
    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
  • Was ich lese

    • Gustav Aulén – Das christliche Gottesbild in Vergangenheit und Gegenwart: Eine Umrißzeichnung
    • Manfred Scheuch – Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung
    • Saul Friedländer – Das Dritte Reich und die Juden
    • Stephen R. Covey – The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness
    • Thomas C. Oden und Cindy Crosby – Ancient Christian Devotional: A Year of Weekly Readings
    • William Shakespeare – The Complete Works
Egoload - Analytischer Denker

Emergent Village

Friend of Missional

Firefox

Falls dieser Blog nicht richtig angezeigt wird, klicke hier

Dieser Blog ist lizensiert unter einer Creative Commons 3.0-Lizenz

ecto

apple

Döner macht schöner!

„Missional“ und „missionarisch“ – was ist der Unterschied?

11. Juli 2007

In einem Kommentar zu einem älteren Post von mir fragt Schrotty (der auf seinem Blog über missionarische Jugendarbeit nachdenkt), was aus meiner Sicht „missional“ und „missionarisch“ unterscheidet. Ich habe im Kommentarformular zu antworten begonnen, dann aber festgestellt, daß es dieser Kommentar verdient hätte, ein eigener Post zu sein. Darum nachfolgend meine spontanen, unreflektierten und sehr komprimierten Gedanken zum Thema.

Meinem persönlichen Empfinden nach ist „missionarisch“ in mancher Hinsicht schon sehr gelabelt. Einerseits vom akttraktionellen Gemeindemodell: Missionarisch bedeutet „hinaus in die Welt gehen“ und „die Leute in die Kirche holen“ – Netz auswerfen, Menschen fangen, Übergabegebet sprechen lassen etc. Zweitens wird missionarisch dem Missionar zugeordnet. Und der ist für viele immer noch einer, der zu den Menschen in Afrika geht und ihnen von Jesus erzählt.

Missional hingegen verstehe ich ganzheitlicher. Gott hat den Menschen zur Harmonie mit Gott, sich selbst, dem Mitmenschen und der Welt geschaffen – Schalom eben. Nach dem Sündenfall ist in allen vier Richtungen etwas zerrissen, was sich seitdem multipliziert hat, so daß der Mensch in Disharmonie mit seinem Schöpfer und dessen Schöpfung lebt – das bezieht die eigene Person, die Nächsten und die Umwelt mit ein. Die Schaffung von umfassendem, ganzheitlichem Schalom ist daher meiner Ansicht nach der Kern der Missio Dei. Jesus hat in seinem Leben dies in mannigfaltigen Facetten demonstriert, durch seinen Tod die Kluft zwischen Gott und Menschen geschlossen und die widergöttlichen Mächte ihrer Gewalt entkleidet. Seitdem ist ein entscheidender Unterschied möglich: Im Nachfolger Jesu lebt der Heilige Geist, der uns im Inneren transformiert, den Willen Gottes in unser Herz schreibt, die Frucht des Geistes hervorbringt und in zunehmendem Maße die Harmonie mit Gott, mir selbst, meinen Nächsten und der Schöpfung möglich macht. Die Gemeinschaft der Jesus Nachfolgenden trägt dies hinaus in die Welt – das ist unsere Sendung.

Damit schließt „missional“ für mich den Kern des oben leicht polemisch skizzierten Verständnisses von „missionarisch“ ein, geht aber weit darüber hinaus. Nicht nur Buße und Bekehrung, sondern darüber hinaus auch Nachfolge, Jüngerschaft, Reich Gottes, soziale Gerechtigkeit, positiv verstandene Gesellschaftstransformation, Verantwortung gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt usw. Dazu sind wir gesandt. Das will ich (zu) leben (versuchen). Und damit wird „missional“ mehr als eine Strategie, mehr als ein Eigenschaftswort. Missional heißt für mich, dem „von Gott Gesandt-Sein“ in allen Belangen Rechnung zu tragen, in jeder Hinsicht nach dem zu streben, was auf dem Herzen Gottes ist. So zu leben, wie Jesus leben würde, wenn er mein Leben leben würde. Somit wird missional zum Lebensstil, zum Mindset.

Technorati Tags: ,

del.icio.us: digg: spurl: wists: simpy: newsvine: blinklist: furl: reddit: fark: blogmarks: Y!: smarking: magnolia: segnalo: gifttagging:

15 Kommentare zu “„Missional“ und „missionarisch“ – was ist der Unterschied?”

  1. Björn Wagner sagt:

    Danke DoSi!

    Du hattest die Zeit, die ich nicht habe. Unterstütze Deine Definition – freue mich schon sehr auf unsere Workshop!

    😉

    @Schrotty: Manchmal geht es schnell und unkompliziert in der Blogszene…coole Sache das, erinnert mich an was, weiß nicht genau „Emergenz“ – könnte sein… 😉 Hihi

  2. haso sagt:

    der gegensatz von missional und missionarisch wird verschieden gedeutet. manchmal werden beide begriffe austauschbar verwendet. der neueste englische wikipedia-eintrag zu „missional living“ erwähnt eine begriffsverwendung, bei der die interkulturelle mission als missionary bezeichnet wird, während mission, bei der man das evangelium in seiner eigenen kultur „kontextualisiert“, missional genannt wird. diese mehr oder weniger technische unterscheidung ist aber sicher nicht das, worauf es uns ankommt.

    wichtiger ist mir die unterscheidung, die du machst. auch ich verwende den begriff „missional“ seit einiger zeit in diesem sinne, um deutlich zu machen, dass ich viel mehr meine als „missionarisch“. eine frühere fassung des „missional living“-eintrags in wikipedia brachte die ganzheitlichkeit gut auf den punkt: As commonly used today, the word describes the way in which Christians do all their activities, rather than identifying any one particular activity. To be missional is to align one’s life with the mission of Jesus in the world… A missional church aligns all of the program, function and activities of the church around the mission of God in the world.

    als „missionarisch“ oder „evangelistisch“ würde ich es deshalb bezeichnen, wenn gemeinden, die mehr oder weniger eine parallelgesellschaft gebildet haben, ab und zu (oder auch regelmäßig) einen ausfall in die welt „da draußen“ unternehmen. als „missional“ würde ich gemeinden bezeichnen, die sich in all ihrem tun als teil der „missio dei“ sehen.

    Es gibt deshalb zwar missionarische aktionen, aber es gibt keine missionalen aktionen! es gibt nur eine missionale existenz (und dann aktionen, die ausdruck dieser existenz sind).

  3. DoSi sagt:

    @Björn: Ich teile Deine Vorfreude…

    @Haso: Gutes Wikipedia-Zitat, das kannte ich gar nicht, Danke!

  4. [depone] sagt:

    yo DoSi und Haso, da geht was.

  5. DoSi sagt:

    Thx Bro

  6. Hufi sagt:

    Danke, gute Definition finde ich. Habe ich bisher auch ungefähr so verstanden…

  7. Missional und Missionarisch at einAugenblick.de sagt:

    […] conversation” auftaucht. Aber was ist da eigentlich der Unterschied zu “missionarisch”? DoSi klärt auf und bietet eine gute Definition, der ich direkt […]

  8. markus sagt:

    cool und dito. ;o) danke übrigens, dass du ulrike unseren hilferuf weitervermittelt hast!!

  9. Fundstücke XXXVI | Vries-Land.de sagt:

    […] DoSi mit einer guten Erklärung über den Unterschied zwischen “Missionarisch” und […]

  10. Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag » Der Sämann » Blog Archiv » Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag sagt:

    […] dreht sich um »Missionale Kirche«. [Wen es interessiert – mehr auf diesem Blog gibt’s hier: “Missional” vs. “Missionarisch”. Solltest Du auf diesem Blog neu sein und Dich dafür interessieren, was ich unter »Emerging […]

  11. [Missional SynchroBlog] »Was ist missional?« » Der Sämann » Blog Archiv » [Missional SynchroBlog] »Was ist missional?« sagt:

    […] •Der Unterschied zwischen “missional” und missionarisch” […]

  12. Christian Beese sagt:

    Hallo DoSi,

    ich finde, wir tun den guten alten Missionaren ganz schön Unrecht, wenn wir ihr Handeln als auf das beschränkt darstellen, was du hier unter „missionarisch“ beschreibst. Die wussten auch, dass Jüngerschaft und umweltbewusstes, gesellschaftsrelevantes Engagement ebenfalls dazu gehören.
    Nach meiner Meinung verwenden die „Missionalen“ denselben Trick wie z. B. die Anhäger der „New Paul’s Perspective“:
    Sie stellen die herkömmliche Sicht extrem verkürzt dar und schreiben alles, was sie bei ihrer Darstellung auslassen, anschließend als „neu“ auf ihre eigenen Fahnen.

    Fragt sich nur: Ist das fair?

  13. DoSi sagt:

    Mir geht es nicht darum, was irgendjemand irgendwann unter »missionarisch« verstanden hat, sondern wie das Wort heute von der Mehrheit verstanden wird. Und die setzt es zumeist mit »evangelistisch« und mit »äußerer Mission in der dritten Welt« gleich – das ist zumindest meine Erfahrung. Selbstverständlich kenne ich z.B. einige Afrika-Missionare, die in diesem Sinne nicht nur »missionarisch«, sondern auch »missional« aktiv sind – wie auch viele ihrer Vorläufer. Aber wenn eine Gemeinde einen »missionarischen Gottesdienst« ankündigt oder einen »Missionar aussendet« – woran denken dann die meisten? Höchstwahrscheinlich nicht an die im Post aufgezeichnete Ganzheitlichkeit, die der Mission Gottes entspricht. Das ist ja auch nicht schlimm. Aber wenn ein neues Wort wie »missional« dabei helfen kann, diese Ganzheitlichkeit wieder in den Blick zu bekommen, dann ist das doch eine feine Sache.

  14. Christian Beese sagt:

    stattgegeben!

  15. Die postmoderne – emergent-kontextuale – Gemeindebewegung – Eine Bewegung, die alles bewegt! (Teil 5) | jesaja 66:2 sagt:

    […] Der Sämann, “Missional” und “missionarisch” – was ist der Unterschied?  (siehe auch: Rudolf Ebertshäuser, Johannes Reimer, „Die Welt umarmen?“ Eine kritische […]


Fatal error: Call to undefined function show_manual_subscription_form() in /www/htdocs/pshuttle/dosi/wp-content/themes/wp-andreas09-l10n/comments.php on line 50