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Johnny Cash zum 78.

26. Februar 2010

Heute jährt sich sich zum 78. Mal der Geburtstag des am 12. September 2003 verstorbenen Johnny Cash. Ein Grund, heute schwarz zu tragen und des Man in Black zu gedenken. Letzteres am besten durch das Anhören seines just erschienenen, wohl letzten Albums American VI – Ain’t No Grave.

Nograve
Es ist ein feines Album geworden, aber mehr dazu nicht von mir, sondern in den Feuilletons der heutigen Ausgabe der allermeisten Tageszeitungen. Statt dessen will ich auf ein Buch hinweisen, das ich mir letztes Jahr zu Gemüte geführt habe – Vivian Cash’s I Walked The Line.

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Aus der Einleitung von Vivian Cash:

To the world, Johnny was revealed as the Man in Black. But to us he was simply Daddy. To the girls, he was their world. And to me he is and will always be my wonderful, caring, protective husband and the father of my children. (S. 5)

Vivian war Johnnys erste Ehefrau und die Mutter seiner vier Töchter. Die Ehe ging zu Bruch, als Johnnys Verhältnis zu June Carter immer offensichtlicher wurde. Für Cash-Aficionados ist dieses Buch deshalb interessant, weil es neues Licht auf Cashs frühe Jahre wirft. Vivian erzählt davon, wie sie am 18. Juli 1951 in San Antonio als 17-jährige den zwei Jahre älteren Johnny kennenlernt, die drei folgenden Wochen mit ihm verbringt, bis er aufbricht – erst zu einem kurzen Besuch bei seinen Eltern in Dyess, Arkansas, danach auf die Air Force Base in Camp Kilmer, New Jersey und anschließend nach Deutschland. Während dieser Zeit schreiben sich die beiden – oft mehrmals täglich. Und so nehmen die im Wortlaut (manche auch als Fotografie) aufgenommenen Briefe, die Johnny Vivian aus Dyess, Camp Kilmer, Sonthofen, Landsberg etc. bis zu seiner Rückkehr im Juli 1954 schrieb, mit 247 Seiten den Löwenanteil des 326-seitigen Buches ein. Sie geben ein beredtes Zeugnis des frühen Johnny Cash ab, erzählen vom Leben auf dem Stützpunkt, von Air-Force-Kameraden, die oftmals betrunken sind und ihre Freundinnen betrügen, von Johnnys Liebe zu Vivian, von seiner Freude über seltene Telefonate oder ein neues Foto von ihr, von gemeinsamem Gebet zur selben Zeit, von Hochzeitsplänen, kleineren Fehltritten uvm. Nach drei Jahren der Trennung sehen sie sich wieder. Über den Willkommenskuss sagt Johnnys Vater: »Vivian, you look like you’re gonna eat him up, and in nine months you’ll look like you did!« (S. 270) Ein Monat später wird die Hochzeit gefeiert.
Schmerzhaft ist es, später davon zu lesen, wie Vivian die zunehmende Popularität ihres Mannes und dessen Verhältnis zu June Carter erlebt. Vivian schreibt:

However, my original instincts about June would prove right on the money. Not only would she be the source of a lifetime of pain for me, but she would forever affect the lives of our children and Johnny too. She would eventually contribute to Johnny’s addiction, pursue him relentlessly, and destroy our marriage. But I didn’t know all that back then. All I knew was that I felt the bottom begin to slowly drop out from under our marriage when she came into the picture. (291) Day by day I watched as Johnny began dividing his affection and time and money between June’s family and our family. I felt him slipping away. Let me tell you, it is a degrading experience when you realize you’re losing your husband to another woman. I felt completely helpless, not knowing how to bring him back. I longed for the days when Johnny told me he’d always walk the line for me. He didn’t tell me that anymore. (295) As Princess Diana once said of her marriage to Prince Charles, „There were three people in our marriage … it was a bit crowded.“ (296)

Gerade June wurde in den unterschiedlichen Cash-Biographien und nicht zuletzt im Film Walk the Line oft als »Johnnys Engel« dargestellt und Cash selbst als jemand porträtiert, der durch die Begegnung mit June eine wundersame Wandlung from sinner to saint erlebte. Vivian erzählt eine ganz andere Geschichte. Lange hatte sie geschwiegen, aber der Tod von June brachte Vivian eine Art Befreiung: »I would be freer to say the things I have to say – and Johnny would be freer to tell the truth too. The full story of our lives, the unvarnished truth, could now be told more easily.« (6f) Zwei Monate nach Junes und ebenfalls acht Wochen vor Johnnys Tod hatte Vivian Johnny das letzte Mal gesehen, und er hatte zu ihr gesagt: »Viv, I’ve been thinking for years, if anyone on this planet should write a book about me, it should be you. It’s time.« Interessant, dass dieses Treffen genau in die Zeit der Aufnahmen zu den letzten American-Alben fiel. Damit eröffnet es einen Blick in die Gemütslage des Mannes, der so leidenschaftlich und zerbrechlich singt.

It is a story about the decent, God-fearing man that Johnny was. The Johnny that Vivian called her husband was sweet and vulnerable, a warm and loving husband and father, a tender lover. It is also a story about the people, events and forces that changed him. (Aus dem Vorwort von Co-Autorin Ann Sharpsteen, S, 3)

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2 Kommentare zu “Johnny Cash zum 78.”

  1. Mike sagt:

    Hallo Sämann,
    ich muß gestehen, dass ich mich erst seit den „american recordings“ wieder etwas mit Cash beschäftigt habe.
    Die erste Scheibe, die ich mit Genuß und Tiefsinn hörte, war die „american III“ – und diese CD war der Grundstock zu den anderen. Habe dann über einige Umwege eine Ausgabe seiner Autobiographie aus den 70-ern erstanden, die mich tief beeindruckt hat.

    Da ich selber schon seit einigen Jahren (mit Unterbrechungen) als Schlag- und Klangwerker aktiv bin, interessiert mich natürlich alles, was irgendwie mit Klang und Musik zu tun hat – wobei ich auch meine Vorlieben bei bestimmten Interpreten und Musikstilen habe! Cash ist so einer.

    Bin durch „Zufall“ auf Deine Seite gestoßen und finde sie sehr interessant – eine Fülle an Informationen, die ich erstmal sacken lassen muß!

    beste Grüße und Gottes Segen
    Mike

  2. Andy von Briefgold sagt:

    Auch wenn „I walked the Line“ wirklich gut ist,möchte ich mich an dieser Stelle eher an das Album American VI – Ain’t No Grave wenden.
    Trotz meiner jungen Jahre weiß ich die Musik con Johnny Cash sehr zu schätzen. Neben Woody Guthrie und eher „modernen“ Rockgruppen wie Led Zeppelin und Pink Floyd, steht der gute Mann ganz oben bei mir auf der Musikliste. Erst kürzlich habe ich seine Musik wieder „ausgegraben“, als ich das „neue“ Album von Jimi Hendrix Anfang vergangenen Monats besorgte und in Errinerungen schwelgte (die aber unmöglich meine sein konnten,da ich einfach kein Zeitzeuge bin), bin ich unweigerlich wieder auf Cash gekommen.
    Postum veröffentlichte Alben sind aus guten Gründen mit Skepsis zu betrachten, denn wenn ich allein schon an den bereits genannten Hendrix denke, wünschte ich,dass am besten niemand über die Rechte für seine Studiorohlinge verfügen dürfte. Wie oft gab es halbherzige Zusammenschnitte von einem drogengepeinigten Hendrix, die er selbst im Leben nicht veröffentlicht hätte?Schlechte Aufnahmen und misslungene Solis, die den von Hedrix eingeschlagenen Weg nicht eine Spur folgen?
    Aber glücklicherweise ist das nicht die Regel.Um von dem Gitarrengott weg zu kommen, so hat mir auch American VI – Ain’t No Grave erstaunlicherweise gut gefallen und der Gedanke an geldgeile Rechtebesitzer verging schon mit dem zweiten Lied.
    Dabei ist für mich das technische fast egal – klar Overdubs sind toll,sie machen die Akkorde wärmer und spürbarer,allerdings ist mir natürliche und bodenständige Musik deutlich wichtiger…und genau das bekommt man hier geboten. Auch wenn Personen von Cash nicht soviel halten wie ich, ist nicht zu leugnen, dass es einer „der“ Musiker vieler Generationen war und eigentlich immer noch ist.
    Schade ist nur,dass heutzutage solche Künste nicht entdeckt und vermarktet werden – in der heutigen,schnellen Gesellschaft ist halt kein Platz mehr für Künstler, deren metaphorische Wirkung ihrer Musik, den Horizont einer Partyhits Platte übersteigt. Musik wird aus dem Internet geladen,einmal gehört und dannach vergessen. Wo sind die Zeiten,als man sich im Laden überlegt hat,welche LP sich wohl am meisten lohnen würde? Eine LP immer und immer wieder angehört wurde,bis überhaupt die Absicht der Künstler deutlich wurde,die in jeder einzelnen Note steckt?
    Heute dominieren leider nur talentlose Eintagsfliegen den Markt und zerbrechen sich LPs auf dem Schädel, was die genauso dumme Masse amüsiert.
    Schade eigentlich, denn ich würde gerne wissen,wieviele Talente es dadraußen gibt,die deswegen ihre Fähigkeiten mit ins Grab nehmen werden…


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