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Jesus, Petrus, Emergent Deutschland und Du

12. Dezember 2007

[Nachfolgend einige Gedanken, die als morgendlicher Kurzimpuls für den Sonntag auf dem Emergent Forum gedacht waren, die wir aber aus Zeitgründen gestrichen haben. Mit ihnen schließe ich meine Reihe zum Forum ab.]

Nachdem Jesus sich mehrmals seinen Jüngern gezeigt hat, erzählt das letzte Kapitel im JohEv von einer besonderen Begegnung am See Tiberias. Petrus, Johannes, Jakobus, Thomas, Nathanael und zwei weitere Jünger fischen erfolglos eine ganze Nacht lang. Am Morgen steht Jesus, den sie nicht erkennen, am Ufer des Sees und schickt sie ein zweites Mal zum Fischen, diesmal allerdings sollen sie ihre Netze zur rechten Seite des Bootes auswerfen. Sie tun das und machen einen reichen Fang. Während der Rückfahrt wird es Johannes bewußt, daß das Jesus ist, der am Ufer steht, er teilt es Petrus mit, worauf sich dieser wieder anzieht und in den See springt. Die anderen kommen ans Ufer, Petrus zieht das schwere Netz mit den 153 großen Fischen an Land, bringt sie zum Kohlenfeuer, auf dem schon Brot und Fische liegen. Jesus fordert sie zum Essen auf. Keiner wagt es, ihn nach seiner Identität zu fragen, weil sie wissen, daß er der Herr ist. Jesus kommt und nimmt das Brot und die Fische und gibt sie ihnen. Nach dem Essen entspinnt sich ein interessanter Dialog:

Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?
Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe.
Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer!
Wieder spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?
Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe.
Spricht er zu ihm: Hüte meine Schafe!
Er spricht zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?
Petrus wurde traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach: Herr, du weißt alles; du erkennst, daß ich dich lieb habe.
Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst. (Dies aber sagte er, um anzudeuten, mit welchem Tod er Gott verherrlichen sollte.) (Und als er dies gesagt hatte, spricht er zu ihm:) Folge mir nach!
Petrus wandte sich um und sieht Johannes nachfolgen und spricht zu Jesus: Herr, was aber dieser?
Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!

Das war nicht das erste Treffen zwischen Jesus und Petrus. Wir wissen aus dem LukEv, daß Jesus Petrus allein am Ostertag begegnet ist, bevor er sich den zehn Jüngern zeigte. Dabei sprach er die Worte, die uns so wichtig sind: »Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Empfangt den Heiligen Geist! Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, und wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.« Eine Woche später trat er dann nochmals in ihre Mitte, als auch Thomas dabei war. Irgendwann in den Tagen danach dann diese Begegnung am See Tiberias. Sie wußten sich gesandt von Jesus, wußten aber nicht, was als Nächstes passieren sollte. Der allgemeine Auftrag war klar. Nun also gingen die Jünger fischen. Vielleicht war es ihnen langweilig – wer weiß? Wahrscheinlich waren sie zum letzten Mal fischen. Wahrscheinlich kam die Himmelfahrt kurze Zeit später, und danach blieben sie ja in Jerusalem. Jetzt aber war wohl manches unklar. Sie gehen fischen. Und begegnen Jesus. Stellen keine Fragen, sitzen nur beim Essen. Und dann dieses Gespräch. Ob Petrus den anderen wohl erzählt hatte, wie seine erste Begegnung mit Jesus abgelaufen war? Wir wissen es nicht. Jedenfalls stellt Jesus jetzt drei Fragen: »Liebst Du mich mehr als diese? Liebst Du mich? Hast Du mich lieb?« Drei Fragen. Dreimal hatte Petrus Jesus verleugnet. Jetzt darf er dreimal bestätigen: »Herr, Du weißt, daß ich Dich lieb habe«. Etwas wird heil in Petrus und in der Jüngergemeinschaft. Dreimal gibt Jesus den Auftrag: »Weide meine Lämmer. Hüte meine Schafe. Weide meine Schafe.« Was Jesus einst in Cäsarea Philippi zu ihm gesagt hatte, ist durch die Verleugnung nicht hinfällig geworden: »Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde bauen.« Petrus hat den Auftrag zurückbekommen, den Jesus ihm damals gegeben hatte. Sein Versagen hat ihn nicht disqualifiziert. Jesus sieht in sein Herz. Daß Petrus Jesus lieb hat – das ist es, was ihn qualifiziert. Das ist die angenehme Nachricht.
Die eher unangenehme Nachricht ist das, was im Folgenden kommt: Jesus deutet den Märtyrertod des Petrus an. Das schreibt Johannes in der Rückschau, zu einer Zeit, als Petrus wohl schon tot war. Jesus sagt zu Petrus: »Früher hast Du gemacht, was Du wolltest. Folge mir nach. Später werden Dinge mit Dir geschehen, die Du nicht willst.« Petrus will dann wissen, was mit Johannes geschehen wird. Jesus blockt das ab: »Was geht es Dich an, was ich mit Johannes vorhabe? Folge Du mir nach!«

Was sagt uns diese Geschichte, uns, die wir uns mit emergentem Gedankengut auseinandersetzen? Uns, die wir irgendwie nicht ganz zufrieden sind mit dem Bild, das die Kirche unserer Tage abgibt? Uns, die wir vieles Althergebrachte auf den Prüfstand stellen? Manche von uns sind schon länger in diesem Prozeß, andere erst seit kurzem. Manche haben in den letzten Monaten oder Jahren so viele Bücher und Blogs gelesen, daß sie gar nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Wenn wir berufen sind, an der Sendung Gottes zu partizipieren, dann kommt uns das so ungeheuer weit vor. Mission und Evangelisation, Umweltschutz und Gesellschaftstransformation, soziale Gerechtigkeit und inkarnatorische Ekklesiologie etc. Ein so weites Feld. So viel muß hinterfragt, dekonstruiert, neu verstanden, gedacht und artikuliert werden. Ein Gefühl der Unsicherheit schleicht sich ein. Können wir das? Sind wir überhaupt fähig dazu? Was ist mit den Menschen, die uns für das kritisieren, was wir tun und denken? Haben die recht? Sind wir nicht überfordert? Was kann Gott schon mit uns anfangen?

Ich glaube, daß uns Jesus die eine entscheidende Frage stellt: »Hast Du mich lieb?« Es geht nicht in erster Linie um Werte, Prinzipien oder Philosophien. Es geht in erster Linie um diese Frage, die uns Jesus stellt, jedem und jeder Einzelnen: »Hast Du mich lieb? Wenn ja, dann habe ich einen Auftrag für Dich. Möglicherweise ist der unbequem. Möglicherweise könnten Dir Dinge geschehen, die Du nicht willst. Vergleiche Dich nicht mit anderen. Entscheidend ist das, was ich zu Dir persönlich sage. Es kommt nicht darauf auf, ob Du bei den coolen und innovativen Leuten dabei bist oder irgendwelche verrückten Sachen machst. Entscheidend ist, daß Du mich lieb hast und mir auf dem Weg folgst, den ich Dir zeigen werde. Folge Du mir nach.«

Diese Frage will ich nicht vergessen. Sie bleibt die wichtigste.

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