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Gedanken über das Buch Hiob oder: How (not) to speak of God

20. September 2007

Donnerstags von Prag heimgekommen hatte ich am Samstag während einer Wochenendfreizeit den Bibelarbeitsteil für 14-18jährige zu verantworten. Als Thema war von der Freizeitleitung »Halte durch« gewählt worden. Vormittags unterhielten wir uns in der Teeniegruppe über miese Erfahrungen im Leben und den Umgang mit ihnen. Als ich die Jugendlichen nach biblischen Personen fragte, von deren Erfahrungen wir evtl. profitieren könnten, fiel schnell der Name Hiobs, über dessen Geschichte wir dann ausführlich nachdachten. Dabei sind mir einige Gedanken gekommen, die ich an dieser Stelle festhalten möchte.

Die Vorgeschichte
Hinter den Kulissen läuft ein mieser Deal: Gott und Satan gehen eine Wette ein. Der Einsatz ist nicht bekannt. Gegenstand der Wette: Der gerechte Hiob. Satan meint, dieser diene Gott nur deshalb, weil er so gesegnet sei. Gott geht darauf ein und erlaubt Satan, Hiob Leid zuzufügen. Hiob verliert infolgedessen fast sein gesamtes Eigentum und seine Kinder, wird selbst schwer krank »mit bösen Geschwüren von der Fußsohle bis zum Scheitel«. Dabei versündigt er sich nicht, sondern hält an seiner Frömmigkeit fest, obwohl ihm seine Frau nahelegt, dem Vertrauen auf Gott abzuschwören.

Feine Freunde
Drei Freunde Hiobs hören von seinem Unglück und besuchen ihn, weinen mit ihm und teilen sieben Tage lang still seinen Schmerz. Danach hebt Hiob zu einer Klage an und verflucht den Tag seiner Geburt. Lieber wäre er gestorben, dann hätte er jetzt im Totenreich seine Ruhe. Seine Freunde klagen ihn an: Er habe irgendeine heimliche Sünde begangen, seine Weste sei nicht so rein, wie er tue, darum habe Gott ihn bestraft. Hiob beharrt auf seiner Unschuld, ja er würde gerne mit Gott vor Gericht treten, damit der ihm sagen könne, warum er einen Unschuldigen so bestraft habe. Für die Freunde ist das Blasphemie – Gott mache eben keine Fehler und wisse genau, daß die Strafe, die Hiob ereilt hat, gerecht sei. Darum rufen sie Hiob zur Umkehr und Demütigung unter Gott auf. Wieder und wieder beteuert Hiob seine Unschuld, beklagt sein Unglück und appelliert an Gott. Danach tritt ein vierter Mann auf den Plan, der die Vorwürfe an Hiob nochmals wiederholt. Seine Aussage: Gott vergilt jedem nach seinem Tun und bestraft den, der es verdient hat.

Gottes Antwort: Fragen über Fragen
Gott antwortet Hiob, indem er Fragen stellt und seine eigene Größe Hiob gegenüberstellt: »Willst du mein Urteil zunichte machen und mich schuldig sprechen, daß du recht behältst? Hast du einen Arm wie Gott, und kannst Du mit gleicher Stimme donnern wie er?« Keine Erklärung. Gott gewährt Hiob keinen Blick hinter den Vorhang. Er sagt nicht: »Hör mal, ich hatte da eine Wette am Laufen…«. Der Blick auf die Größe Gottes läßt Hiobs Fragen und Anklage verstummen. Hiob spricht sich schuldig und tut Buße in Sack und Asche.

Wie man (nicht) von Gott reden sollte
Die überaus überraschende Wendung geschieht am Ende:

Als nun der Herr diese Worte mit Hiob geredet hatte, sprach er zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt über dich und über deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob. So nehmt nun sieben junge Stiere und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch; aber mein Knecht Hiob soll für euch Fürbitte tun; denn ihn will ich erhören, daß ich nicht töricht an euch handle. Denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob. (Hiob 42,7f)

Das ist für mich der eigentliche Hammer des Buches: Hiob wird gerechtfertigt. Seine Freunde aber, die so genau zu wissen schienen, wie Gott handelt, werden gerügt. Sie haben Mist erzählt, Hiob nicht.

Gott ist doch wieder anders!
Nein, Gott ist nicht derjenige, der mit Argusaugen im Leben der Menschen, die mit ihm und für ihn leben, nach Spuren der Sünde sucht, um diese sofort zum Anlaß für eine Strafe zu nehmen. Frag nach bei Abraham in Ägypten, bei David in mehreren Situationen oder bei der Petze Joseph. Er führt seine Leute anders, individuell, oft durch krasse Tiefen hindurch, für die wir keine menschliche Erklärung haben. Glücklich der Mensch, der wie Joseph zu seinen Brüdern sagen kann: „Ihr gedachtet es böse zu machen, der HERR aber gedachte es gut zu machen!“ Ambivalent war das bei Hiob. Natürlich war er nach der Prüfung doppelt so reich als vorher, hatte sieben Söhne und drei Töchter, von denen letztere als die Schönsten weit und breit galten. Toller Trost, denke ich sarkastisch. Jeder Vater wird seine Kinder für die Schönsten halten. Und wenn Hiob hundert Kinder gehabt hätte – das macht diejenigen, die ihm weggerissen wurden, nicht wieder lebendig… Und – na klar – da gibt es noch diejenigen, bei denen es auf dieser Erde nicht wirklich gut ausgegangen ist. In der Ruhmeshalle der Gläubigen im elften Kapitel des Hebräerbriefes werden nach all den glorreich siegreichen Überwindern noch weitere Glaubenshelden genannt:

Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erduldet. Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Erdlöchern.

Auch so kann es aussehen, wenn wir »im Triumphzug Christi mitgeführt« werden. Nein, es wird nicht immer prickelnd laufen. Wir werden nicht immer von großen Siegen berichten können. Und schon gar nicht werden wir das Handeln und Wesen Gottes in einem Satz ausdrücken können. Die Freunde Hiobs lagen falsch. Ob die Vorstellungen, die wir uns von Gott machen, ihm mehr entsprechen? Gut ist, daß »das Wort Fleisch wurde« und Gott »zuletzt zu uns geredet hat im Sohn«. Gut ist auch die Verheißung, daß »bei denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten zusammenwirken«. Das ist doch schonmal was.

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3 Kommentare zu “Gedanken über das Buch Hiob oder: How (not) to speak of God”

  1. Wie man (nicht) über Gott spricht « Männer auf dem Weg sagt:

    […] Verfasst von gjm am 24. September 2007 [Nicht ausschließlich für Männer geschrieben, aber dennoch hier am richtigen Platz, nicht zuletzt geht es ja um vier Männer… Erfrischend andere Gedanken zum Buch Hiob von DoSi, alias der Säman. Quelle: How (not) to speak of God] […]

  2. Günter J. Matthia sagt:

    Ich habe mir erlaubt, den Beitrag für die Männerseiten zu übernehmen, hoffe, dass das okay ist…

    Gruß, Günter

  3. DoSi sagt:

    Hallo Günter – kannst Du gerne machen.


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