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[Foster] Kontemplatives Gebet

6. März 2007

{Dies ist der achtzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12| 13|14|15|16|17}

O mein göttlicher Meister, lehre mich diese stumme Sprache, die soviel sagt. (Jean-Nicholas Grou)

Kontemplatives Gebet läßt uns in die Stille Gottes eintauchen. In den modernen Welt brauchen wir diese wortlose Taufe so sehr! Der syrische Mönch Isaak von Ninive erkannte: „Wer sich in einer Vielzahl von Worten gefällt, ist innerlich leer, wenn er auch bewundernswerte Dinge zu sagen weiß.“ Kontemplatives Gebet ist diejenige geistliche Übung, die uns von unserer Abhängigkeit an Worte befreien kann. Fortschreitende Intimität mit Gott bedeutet Fortschritt hin zum Schweigen. Kontemplatives Gebet ist nichts für den Novizen. Das sage ich über keine andere Gebetsform. Ohne Rücksicht auf Befähigung oder Leistung ist jeder willkommen zu Anbetung und Meditation und Fürbitte und einer Menge anderer Zugänge zum Gebet. Aber Kontemplation ist etwas anderes. Während wir in den Augen Gottes alle gleich wertvoll sind, so sind wir doch nicht alle in der selben Weise bereit dazu, „Gottes Reden in seiner wundersamen, schrecklichen, sanften, liebenden, allumfassenden Stille“ zu hören.

C .S. Lewis schrieb seinem Freund Malcolm:

Ich glaube immer noch, daß das Gebet ohne Worte das beste ist – wenn es jemand wirklich fertigbringen kann. Aber jetzt erkenne ich, indem ich es zu meinem täglichen Brot gemacht habe, daß ich auf eine größere mentale und geistliche Stärke zurückgreifen kann, als ich sie eigentlich habe. Um erfolgreich ohne Worte zu beten, muß man „an der Spitze seiner Form“ sein.

In der Tat suchen geistliche Ratgeber immer nach Zeichen eines reifenden Glaubens, bevor sie jemanden zum kontemplativen Gebet ermutigen. Zu diesen Merkmalen gehört eine zunehmender Hunger nach Intimität mit Gott, die Fähigkeit, anderen zu einem hohen persönlichen Preis vergeben zu können, ein lebendiges Verständnis davon, daß nur Gott die Sehnsucht des menschlichen Herzens erfüllen kann, eine tiefe Freude am Gebet, eine realistische Einschätzung der eigenen Befähigungen und Unzulänglichkeiten, ein Frei-Sein vom Ruhm über geistliche Errungenschaften und eine sichtbar gewordene Fähigkeit, den Anforderungen, die das Leben an einen stellt, in Geduld und Weisheit zu entsprechen. In diesen Bereichen wird keine Perfektion von uns verlangt. Aber ein beständiger Fortschritt muß erkennbar sein. Als ein weiteres Wort der Warnung möchte ich voranschieben, daß wir in der stillen Kontemplation Gottes tief in das geistliche Reich eintreten. Und dort gibt es auch ein übernatürliches Geleitet-werden, das nicht von Gott kommt.

In seiner grundsätzlichsten Ausdrucksform ist kontemplatives Gebet ein liebendes Aufmerken auf Gott. Wir warten auf ihn, der uns liebt, der uns nahe ist und uns zu sich zieht. Im kontemplativen Gebet tritt das Reden in den Hintergrund und Gefühle rücken nach vorne. Es handelt sich mehr um eine Erfahrung des Herzens, als des Kopfes. Das Ziel kontemplativen Gebets ist die Vereinigung mit Gott. Das bedeutet nicht, daß wir unsere Identität verlieren würden, sondern daß wir vielmehr unser volles Menschsein gewinnen. Wir werden zu allem, wozu Gott uns geschaffen hat.

Während die Vereinigung das Werk Gottes an unserem Herzen ist, gibt es zwei wichtige Dinge, wie wir uns darauf vorbereiten können: Gott zu lieben und das Herz zu reinigen. Einfach ausgedrückt empfangen wir seine Liebe und lieben ihn zurück. Diese Liebe führt uns zur Reinheit des Herzens. Wenn wir beständig von der stürmischen Erfahrung der Liebe Gottes bombardiert werden, ist es nur natürlich, so werden zu wollen wie der Geliebte. Unreinheit ist für die Vereinigung mit Gott fatal. Gottes Weisheit brennt alles Unreine weg, so daß wir bereit sind zur göttlichen Vereinigung. Kierkegaard meinte: „Reinheit des Herzens bedeutet, nur Eines zu wollen.“ Wir lassen alles andere los und werden äußerst empfänglich für den himmlischen Wächter. Wir sehen nur, was der Vater sieht, sagen nur, was der Vater sagt, tun nur, was der Vater tut. Wir wollen nur Eines: Das Gute, das Gott ist. Dies ist die Reinheit des Herzens.

Es gibt drei grundlegende Schritte zum kontemplativen Gebet: Das erste ist Sammlung oder Zentrierendes Gebet. Dies bedeutet, alle anderen Zerstreuungen loszulassen, bis wir dort, wo wir sind, ganz gegenwärtig sind. Weil der Herr bei uns gegenwärtig ist, können wir entspannen und uns von allem anderen trennen, weil in seiner Gegenwart nichts anderes von Bedeutung ist, als uns auf in auszurichten. Wir lassen es zu, daß innere Ablenkungen und Frustrationen vor ihm weggeschmolzen werden wie Schnee von der Sonne. Wir lassen es zu, daß er die inneren Stürme zur Ruhe bringt und daß seine große Stille unsere unruhigen Herzen in den Frieden führt.

Wenn wir mit der Gnade der Sammlung vertraut sind, dann schreiten wir zum zweiten Schritt des kontemplativen Gebets, den Teresa von Avila das Gebet der Ruhe nennt. Diese Erfahrung ist tiefgründiger als bloße Stille oder die Abwesenheit von Worten. Es ist eine zuhörende Stille. Tief in uns ist irgendetwas erwacht und an die Oberfläche gekommen. Unser Geist steht auf den Zehenspitzen – aufmerksam und hörend. Unser Herz schaut auf den Herrn. Wir sonnen uns in der Wärme seiner Gegenwart. Wir spüren seine Nähe und seine Liebe. Und wir lauschen. Wir hören richtig hin. Wir hören mit dem Verstand, dem Herzen, dem Geist, den Knochen und Muskeln und Sehnen. Wir lauschen mit unserem ganzen Sein. Während wir so vor dem Herrn warten, bekommen wir gnädig einen belehrbaren Geist geschenkt. Natürlich ist es das Ziel, diese Haltung des aufmerksamen Gebets in den Alltag zu transportieren. Das geschieht nicht sofort. Trotzdem erfahren wir mit der Zeit eine zunehmende Aufmerksamkeit auf das göttliche Flüstern in allen Lebenslagen.

Der letzte Schritt in konstemplatives Gebet hinein ist geistliche Ekstase. Es ist unsere Verantwortung, beständig offen und empfänglich dafür zu sein, daß der Geist Gottes in uns wohnen kann. Wenn es um Ekstase geht, dann ist das die Angelegenheit Gottes und nicht unsere.

Eine letzte Ermutigung in Bezug auf das kontemplative Gebet. Einer seiner größten Vorteile wird uns erst bewußt, wenn die Sonne unseres Lebens sich zum Untergang neigt und unsere Kapazitäten unseres Verstandes nachlassen. Es kann eine Zeit kommen, in der wir keine Worte mehr sagen können, aber – und hier ist die Herrlichkeit – wir sind immer noch in der Lage, zu beten, ohne Worte zu beten. Am Ende des Lebens, ebenso wie zu Beginn, finden wir uns selbst (um mit den Worten von Gerhard Tersteegen zu sprechen), wie wir „einen Gott anschauen, der immer gegenwärtig ist, und lassen ihn uns anschauen“.

Mein Herr und mein Gott,
zuzuhören fällt mir schwer. Naja, eigentlich nicht schwer, denn dabei geht es ja mehr um’s Empfangen als darum, etwas zu versuchen. Was ich meine, ist, daß ich so handlungsorientiert bin, immer auf das Ergebnis schaue, so daß das Tun für mich leichter ist als das Sein. Ich brauche Deine Hilfe, wenn ich still sein soll und lauschen. Ich würde es gerne versuchen. Ich würde es gerne lernen, in das Licht Deiner Gegenwart zu sinken, bis ich mich in dieser Haltung wohlfühle. Hilf mir, es jetzt zu versuchen. Amen.

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Ein Kommentar zu “[Foster] Kontemplatives Gebet”

  1. bachweg sagt:

    „Sehen was ist“ ist eine der schwierigsten „Übungen“, weil es keine „übung“ im wörltichen Sinn ist.
    „ES“ ist nicht meditition, nicht komplentation, nicht „So Sein“, nicht „IN Gott- oder Im-Geist Sein“ und wenn ich schreibe: ES ist Nichts oder auch Nicht-Sein, dann ist es auch das nicht. „Es“ ist einfach „Das“ „was weder in Worten, nocht im Geiost und schon gar nicht durch den Intellekt „verstanden“ werden kann.
    ES ist was es IST, wenn ich WEISS, was es ist.
    Weiß ich ES nicht, dann IST ES auch nicht, auch wenn ich „glaube“, dass ich (es) BIN, weil es dann immer noch (nur) eine Vorstellung, ein Gedanke, eine Einbildung von dem ist, was ist.
    Ist es so?
    der bach fließt und fließt, endet irgendwann im Meer, das Wasser verdunstet, steigt auf, bildet Wolken, die Wolken regnen ab, nähren den Bach, der Bach den Fluss, der Fluss das Meer und alles bleibt im Fluss – oder im Kreislauf – hat weder Anfang noch Ende – ist weder mystisch noch religiöls, weder dies noch das, auch wenn ich DAS dazu sagen kann, weil ICH es sage – aber deshalb muss es nicht auch schon für dich, der das liest, gelten. Ja? Nein?
    Keiner weiß, auch nicht, dass er nicht weiß.
    bachweg…


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