Der Sämann

Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott







  • Buchtipps vom Sämann



    vernetzt mit Emergent Deutschland

    Das Buch vom Sämann Wie die Bibel Sinn macht

    Bücher mit dem Sämann In allen Städten und Dörfern Beziehungsweise Leben Zeitgeist
    Zeitgeist
  • Täglich Brot

    • Irisches Gebetbuch
    • Richard Foster, Dallas Willard, Walter Brueggemann (Hrsg.) – Renovaré Spiritual Formation Study Bible
  • Was ich höre

    • Bob Dylan – Nashville Skyline
    • Bon Iver – Bon Iver
    • Coldplay – Mylo Xyloto
    • Jens Böttcher – Viva Dolorosa
    • Johnny Cash – Bootleg Vol. 2: From Memphis to Hollywood
    • Johnny Cash – Bootleg Vol.3: Live Around the World
    • Johnny Cash – I Would Like to See You Again
    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
  • Was ich lese

    • Gustav Aulén – Das christliche Gottesbild in Vergangenheit und Gegenwart: Eine Umrißzeichnung
    • Manfred Scheuch – Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung
    • Saul Friedländer – Das Dritte Reich und die Juden
    • Stephen R. Covey – The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness
    • Thomas C. Oden und Cindy Crosby – Ancient Christian Devotional: A Year of Weekly Readings
    • William Shakespeare – The Complete Works
Egoload - Analytischer Denker

Emergent Village

Friend of Missional

Firefox

Falls dieser Blog nicht richtig angezeigt wird, klicke hier

Dieser Blog ist lizensiert unter einer Creative Commons 3.0-Lizenz

ecto

apple

Döner macht schöner!

[Foster] Gebet aus dem Leiden

1. Juli 2007

{Dies ist der vierundzwanzigste Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14|15|16| 17|18|19|20|21|22|23}

Es ist das Gebet aus Agonie, das die Welt rettet. (St. Maria von Jesus)

Im Gebet des Leidens lassen wir unsere Bedürfnisse und Wünsche, ja selbst unsere Umwandlung und Vereinigung mit Gott, weit zurück. Hier geben wir Gott die verschiedenen Beschwerlichkeiten und Prüfungen, denen wir gegenüberstehen und bitten ihn, sie zu unserem Heil zu benutzen. Außerdem nehmen wir freiwillig die Sorgen und Mühen anderer auf uns, um sie freizusetzen. In unserem Leiden können die Leidenden das Angesicht des leidenden Gottes sehen.

Kein größeres Bild

Es gibt kein größeres Bild von dieser leidenden, erlösenden Liebe als Jesus, der an das Kreuz von Golgatha genagelt ist und die Worte der Absolution ausstößt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Luk 23,34). Diesen höchsten Akt der Erlösung können wir nicht wiederholen, aber Christus lädt uns ein, seine Leiden zu teilen und auf diese Weise mit ihm an der Erlösung der Welt teilzuhaben. Wir sind aufgerufen, Partner Christi zu sein, indem wir an der „Gemeinschaft seiner Leiden“ (Phil 3,10) partzipieren.

Erlösendes Leiden

Es gibt Leiden, das Sinn und Bedeutung hat. Es bereichert das Leben anderer und bringt der Welt Heilung. Auf der rein menschlichen Ebene können wir das im Hinblick auf unsere Kinder verstehen; wir bringen gern manches Opfer, damit sie ein besseres Leben haben können. Papst Paul VI schreibt: „Der Christ kann zur selben Zeit zwei unterschiedliche, gegensätzliche Erfahrungen machen – Sorge und Freude -, die einander ergänzen.“ In erlösendem Leiden stehen wir mit Menschen in ihrer Sünde und ihren Sorgen. Wir werden nicht nur für andere „gekreuzigt“, sondern mit ihnen. Im Leiden beten wir und werden dadurch verändert. Wir reden nicht mehr über „sie“, sondern über „uns“ und „wir“. Alle vermeintliche Überlegenheit – ob intellektuell, kulturell oder geistlich – wird schlicht weggeschmolzen. Wir stehen gemeinsam unter dem Kreuz.

Freude, nicht Elend, ist die treibende Kraft hinter erlösendem Leiden. Es geht darum, daß Gott uns zum Besten aller benutzt – was eine ziemlich erstaunliche Vorstellung ist, wenn wir uns die Zeit nehmen, darüber nachzudenken.

Den Nutzen erkennen

Der Wert des Gebets aus dem Leiden ist Legion. Zunächst einmal schützt es uns vor einem oberflächlichen Triumphalismus. „Kein Kreuz, keine Krone“, wie William Penn sagte. Für Nachfolger Jesu gehört das Leiden mit dazu. Thomas Kelly bemerkt: „Gott hat das Kreuz neben die Straße des heiligen Gehorsams gepflanzt“. Aber jetzt kommt das Erstaunliche: Das Leiden ist nicht umsonst! Gott nimmt es und gebraucht es für etwas Schönes, etwas, das jenseits unserer Vorstellung liegt.

Ein weiterer Nutzen: Durch das Leiden werden unsere Herzen erweitert und sensibilisiert. Wir werden zu „verwundeten Heilern“, wie Henri Nouwen uns zu sagen gelehrt hat. Wir erkennen das Leid unserer Zeit in unseren Herzen, und das wird der Ausgangspunkt für unseren Dienst.

Was tun wir?

Unsere Frage lautet nicht: „Warum gibt es Leiden in der Welt?“, sondern „Wie kann ich in das Leiden in der Welt auf eine Weise eintreten, die Erlösung und Heilung bringt?“ Wir müssen nach der Praxis fragen. Es geht nicht um Leiden um des Leidens willen. Es geht nicht um eine Sehnsucht nach dem Martyrium. Dies ist ein bewußtes Schultern der Sünden und Sorgen anderer, damit sie geheilt werden und ein neues Leben bekommen mögen. George MacDonald bemerkt: „Der Sohn Gottes litt bis an den Tod, nicht, damit die Menschen nicht mehr leiden müßten, sondern, damit ihr Leiden wie seines sein möge“.

Die passive und die aktive Seite

Jean Nicholas Grou schrieb:

Laß Dein Leiden für Gott getragen werden; leide in Unterwerfung und Geduld und leide in Einheit mit Jesus Christus und Du wirst ein höchst exzellentes Gebet darbringen.

Gott, der alles weiß und alles sieht, wird am Ende alle Dinge gerade rücken. Besser noch: Er wird jede Träne trocknen. In der Zwischenzeit nimmt er unsere Sorgen und verwendet sie auf geheimnisvolle Weise dazu, der Welt Heilung zu bringen. Mit geistlicher Reife kommt die Fähigkeit, zwischen den Prüfungen, die zum normalen Leben unter dem Kreuz dazugehören, und den Ungerechtigkeiten einer bösen Welt, die Korrektur verlangen, zu unterscheiden.

Wir müssen uns nicht ständig die Lasten anderer auf unsere Schultern laden, sondern sie in die Arme des Vaters übergeben. Tun wir das nicht, wird uns die Last zu schwer werden und Depression wird uns übermannen. Und außerdem ist es nicht nötig. Unsere Aufgabe ist in Wirklichkeit eine recht kleine: Die Agonie anderer einfach so lange zu halten, daß sie sie selbst loslassen können. Dann können wir gemeinsam alles Gott überlassen.

Stellvertretend für andere Buße tun

Das Gebet aus dem Leiden zeigt seine ganze nackte Wirklichkeit, wenn uns die Gnade gegeben ist, stellvertretend für andere Menschen Buße zu tun – insbesondere für unsere Feinde, wenn wir ihnen vergeben und sie freisetzen. Natürlich muß jeder dort umkehren, wo er die göttliche Barmherzigkeit verwundet hat. Aber unser stellvertretendes Buße-Tun für andere scheint es ihnen irgendwie leichter zu machen, selbst umzukehren.

Das Stöhnen eines ringenden Glaubens

Ein solches Stehen zwischen Gott und Menschen beinhaltet eine Art Ringen mit Gott. Dies ist ein Teil unseres Leidens, vielleicht ein wenig mit einem Wortwechsel mit unserem besten Freund zu vergleichen. Solch ein Ringkampf ist mit Liebe vereinbar, denn es handelt sich dabei um einen Ausdruck unseres Sorgens für andere. Es ist nicht Ärger, Wut oder Gejammer, sondern – wie Martin Luther es ausdrückte – „ein beständiges, gewaltsames Handeln des Geistes, während er sich zu Gott erhebt“. Wir haben es hier mit ernsten Dingen zu tun. Unsere Gebete sind wichtig. Sie haben eine Auswirkung bei Gott. Wir wollen, daß Gott weiß, wie ernst es uns in unserem Herzen ist. Wir hämmern an die Tür des Himmels, weil wir dort oben gehört werden wollen. Wir quälen uns. Wir schreien auf. Wir rufen. Wir beten schluchzend und unter Tränen. Unsere Gebete werden zum Stöhnen eines ringenden Glaubens.

Fasten ist ein Ausdruck unseres Ringens. Fasten ist der freiwillige Verzicht auf eine normale Funktion um intensiver geistlicher Aktivität willen. Unser Fasten ist ein Zeichen dafür, daß uns nichts in unserem Ringen im Namen der Gebrochenen und Unterdrückten aufhalten wird. Unser Fasten ist Teil unseres Ringens mit Gott. Es ist Teil der Geburtswehen, die wir durchmachen, um neues Leben aufbrechen zu sehen.

Das Ringen mag schmerzhaft sein, aber das Endresultat ist des Kämpfens wert, denn, so erinnert uns Kierkegaard, wir gewinnen – und Gott ebenfalls: „Der Gerechte ringt im Gebet mit Gott und überwindet – und darin überwindet Gott.“

Mit dem Leib Christi leiden

Die Bezeichnung „Leib Christi“ für die Gemeinschaft der Gläubigen ist keine romantische Metapher, sondern echte Wirklichkeit. Durch den Heiligen Geist lebt Jesus Christus in seiner Gemeinde, und unser Leiden ist sein Leiden. Genauso ist sein Leiden unser Leiden. Von Zeit zu Zeit wird uns das Vorrecht verliehen, das Leiden Christi aufgrund eines besonderen Notstandes in seinem Leib zu teilen.

Oh Heiliger Geist Gottes,
so viele leiden heute. Hilf mir, mit ihnen in ihrem Leiden zu stehen. Ich weiß nicht wirklich, wie das geht. Ich bin in Versuchung, ein kurzes Gebet zu sprechen und sie dann wegzuschicken, anstatt mit ihnen die Troslosigkeit des Leidens auszuhalten. Zeige mir den Pfad in ihren Schmerz.
Im Namen Jesu und um Jesu willen.
Amen.
del.icio.us:[Foster] Gebet aus dem Leiden   digg:[Foster] Gebet aus dem Leiden   spurl:[Foster] Gebet aus dem Leiden   wists:[Foster] Gebet aus dem Leiden   simpy:[Foster] Gebet aus dem Leiden   newsvine:[Foster] Gebet aus dem Leiden   blinklist:[Foster] Gebet aus dem Leiden   furl:[Foster] Gebet aus dem Leiden   reddit:[Foster] Gebet aus dem Leiden   fark:[Foster] Gebet aus dem Leiden   blogmarks:[Foster] Gebet aus dem Leiden   Y!:[Foster] Gebet aus dem Leiden   smarking:[Foster] Gebet aus dem Leiden   magnolia:[Foster] Gebet aus dem Leiden   segnalo:[Foster] Gebet aus dem Leiden   gifttagging:[Foster] Gebet aus dem Leiden

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>