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Foster: Das Gebet der Verlassenen

13. Januar 2007

{Dies ist der fünfte Post zu Richard Fosters Buch „Prayer: Finding the heart’s true home“. Die Vorgänger: 1|2|3|4}

„Wenn Du zu der Freude kommen willst, Die Du nicht hast, mußt Du einen Weg nehmen, der Dir keine Freude bereitet“ (Johannes vom Kreuz)

Diejenigen, die den Pfad des Glaubens vor uns gegangen sind, haben im Allgemeinen Zeiten scheinbarer Verlassenheit und Gottesferne erlebt. Vielleicht sollten wir uns ebenfalls darauf einstellen, daß wir früher oder später erleben werden, was es heißt, sich von Gott verlassen zu fühlen. Wir wissen theologisch, daß Gott immer bei uns gegenwärtig ist, aber es gibt Zeiten, in denen er unser Bewußtsein seiner Gegenwart entzieht. Viele sind diesen Weg vor uns gegangen, darum sei ermutigt: Du und ich, wir sind in guter Gesellschaft. Dunkelheit ist durchaus eine Erfahrung des Gebets. Wir müssen sie erwarten, ja sogar umarmen. Es stimmt: Wer am Anfang des Glaubenslebens steht, erhält oft ungewöhnliche Gnaden des Geistes, gerade so, wie ein neugeborener Säugling geknuddelt und in Windeln gewickelt wird. Es ist ebenfalls wahr, daß manche der umfassendsten Erfahrungen der Entfremdung und Gottesferne von denen gemacht wurden, die sich weit hinein in die inneren Reiche des Glaubens bewegt haben. Aber wir können die öden Wüsten der Unfruchtbarkeit und die dunklen Schluchten der Qual zu jedem Zeitpunkt unserer Pilgerschaft erleben. Durch seine bloße Verborgenheit entwöhnt uns Gott davon, ihn in unser Bild zu schaffen. Indem er sich widersetzt, eine Marionette zu sein, deren Fäden wir in der Hand halten, oder ein Geist in unserer Flasche, befreit uns Gott von unseren falschen Götzenbildern. Nebenbei bemerkt sollten wir wahrscheinlich dankbar dafür sein, daß Gott sich nicht immer dann zeigt, wenn wir es uns wünschen, weil wir das vielleicht gar nicht ertragen könnten. Johannes vom Kreuz meint, daß in der Dunklen Nacht der Seele zwei Reinigungen geschehen. Einerseits verlieren wir die Abhängigkeit von äußeren Dingen – ob es sich dabei nun um beindruckende Gebäude und Zeremonien, die Anerkennung Anderer, persönliche Andachtshilfen oder das Bedürfnis, die Kontrolle über unser Leben selbst in Händen zu halten, handelt. Die zweite Reinigung macht uns frei von inneren Gewißheiten, bringt uns zum Zweifeln und stellt uns bohrende Fragen. Paradoxerweise reinigt Gott unseren Glauben, indem er mit seiner Zerstörung droht. Wir werden zu einem tiefen und heiligen Mißtrauen gegenüber allen oberflächlichen Antrieben und menschlichen Bestrebungen geführt. Tiefer als je zuvor verstehen wir, daß wir zu unendlicher Selbsttäuschung in der Lage sind. Langsam werden uns unsere eingebildeten Sicherheiten und falschen Abhängigkeiten genommen. Unser Vertrauen auf äußerliche und innerliche Ergebnisse wird erschüttert, so daß wir lernen, auf Gott allein zu vertrauen. Durch die Trockenheit unserer Seele bringt Gott Ablösung, Demut, Geduld und Durchhaltevermögen hervor. Und das Überraschendste: Unsere bloße Dürre führt uns in’s Gebet. Nichts lenkt uns mehr ab. Alle warme Gemeinschaft ist verschwunden. Wir haben einen neuen Fokus bekommen. Unsere Seele wurde geröstet. Sie ist durstig. Und das kann uns in’s Gebet führen. Ich sage kann, denn es kann uns auch zur Hoffnungslosigkeit führen oder dazu bringen, die Suche aufzugeben.

Was tun in dieser Zeit der Verlassenheit? Wie können wir beten? Wir können mit dem Gebet der Klage beginnen, das heute weithin vergessen scheint, in der Bibel aber allgegenwärtig ist. Die beste Art, wie wir diesen Zugang zu Gott wieder erlernen können, ist das Beten der Klagepsalmen. Sie drücken Ehrerbietung und Enttäuschung aus. Sie vertrauen auf den Charakter Gottes und sind zur selben Zeit erbittert über seine Inaktivität. Die Klagepsalmen lehren uns, unsere inneren Konflikte und Widersprüche zu beten. Sie erlauben uns, unsere Verlassenheit in die finstere Höhle der Gottesferne hineinzurufen, das Echo wieder und wieder zurückkommen zu hören, bis wir sie bitter von Neuem ausrufen. Sie geben uns die Genehmigung, im einen Augenblick unsere Faust gegen Gott zu schütteln und im anderen in Lobpreis auszubrechen.
Wir mögen vielleicht am Anfang nicht das Ende sehen können, aber wir bleiben dran, wir tun, was wir tun. Wir beten, wir hören, wir beten an, wir tun das, was im Moment angebracht ist. Wir klopfen immer wieder an die Tür Gottes, auch wenn sie verschlossen bleibt. Diese beständige, sehnsüchtige Liebe bewirkt in uns eine Festigkeit in der Ausrichtung unseres Lebens. Wir lieben Gott mehr als das, was er schenkt.

Denen, die sich gerade der Gegenwart Gottes beraubt finden, möchte ich einen weiteren Rat geben: Harre auf Gott. Warte, ruhig und still. Warte, aufmerksam und ansprechbar. Lerne, daß Vertrauen dem Glauben vorausgeht. Vertrauen bedeutet, sich auf den Charakter Gottes zu verlassen. Fest und absichtsvoll zu sagen: „Ich verstehe nicht, was Gott tut, oder wo Gott ist, aber ich weiß, daß er Gutes mit mir im Sinn hat.“ Das ist Vertrauen. So wollen wir warten.
Ich verstehe die Gründe für die Wüste der Gottesferne nicht gänzlich. Das weiß ich: Die Wüste ist zwar nötig, aber sie bleibt niemals auf Dauer. In Gottes Zeit und auf Gottes Art wird die Wüste einem Land Platz machen, in dem Milch und Honig fließt.

GOTT, Wo bist Du!?
Was habe ich getan, daß Du Dich vor mir versteckst?
Spielst Du Katz und Maus mit mir, oder sind Deine Absichten größer als meine Wahrnehmung?
Ich fühle mich einsam, verloren und verlassen.
Du bist der Gott, der sich selbst offenbart. Du hast Dich Abraham, Isaak und Jakob gezeigt. Als Mose wissen wollte, wie Du aussiehst, hast Du Dich ihm gezeigt. Warum ihnen und nicht mir?
Ich bin des Betens müde. Ich bin des Bittens müde. Ich bin des Wartens müde. aber ich werde weiter beten und bitten und warten, denn ich kann nirgendwo anders hin.
Jesus, Du kanntest die Einsamkeit der Wüste und die Isolation am Kreuz auch. Und durch Dein Gebet der Verlassenheit spreche ich diese Worte.
Amen.

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Ein Kommentar zu “Foster: Das Gebet der Verlassenen”

  1. Judith sagt:

    Was mach ich, wenn sogar Vertrauen mir vorkommt wie zuviel verlangt? Wenn ich die Gewissheit verliere, dass Gott wirklich gut ist? Oder dass er überhaupt existiert? Wenn ich am Liebsten meinen ganzen Glauben wegschmeißen würde, weil ich keinen Sinn mehr drin sehe? (Vielleicht ändern sich auch die Zeiten, aber die Fragen bleiben.)
    Ich hoffe, du kannst mir da halbwegs eine Antwort drauf geben…


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