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Exiles (8) – Für das Host-Imperium arbeiten

30. November 2006

{Das ist der neunte Post zu Michael Frost’s Exiles: Living Missionally in a Post-Christian Culture. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8}

Exilanten werden sich hingebungsvoll ihrer Arbeit widmen, weil sie wissen, daß sie von Gott berufen sein können, in einer Fabrik, einer Anwaltskanzlei, einer Schule oder zuhause zu arbeiten, genauso wie jemand von Gott berufen sein kann, als Pastor zu dienen. Wie Daniel oder Joseph werden Exilanten hart für das Host-Imperium arbeiten und dabei versprechen: „Wir werden rechtschaffen arbeiten.“

Exilisches Denken strebt danach, den Beruf eines Menschen mit seiner Mission [Sendung; im traditionellen Verständnis: „Berufung“] in Einklang zu bringen. Zulange ist die Kirche dem Dualismus aufgesessen und hat Arbeit als weltlich angesehen, Dienst in der Gemeinde hingegen als heilig und rechtschaffen. Diese Sichtweise erkennt nur den vollzeitlichen „geistlichen“ Dienst von Pastoren oder Missionaren als heilig an. Viele Kirchgänger bekommen den Eindruck vermittelt, daß Gott kein Interesse daran hat, was sie die ganze Woche über an ihrem Arbeitsplatz leisten und statt dessen viel mehr an den wenigen Stunden ihrer gemeindlichen Aktivitäten interessiert ist. Biblisch gesehen ist eine solche Sichtweise fehlerhaft, denn Gott ist in unserem Arbeitsleben im selben Maße gegenwärtig und daran interessiert, wie das bei jedem anderen Bereich unseres Lebens der Fall ist. Exilanten müssen sich sowohl von einer Kirche, welche die Rechtschaffenheit ihres alltäglichen Arbeitslebens abwertet, als auch von einer Welt, die Arbeit nur als Möglichkeit, Geld zu verdienen ansieht, freimachen. Natürlich sollte jeder Christ den Ruf, verantwortlich zu arbeiten und nicht zum Leid anderer beizutragen, ernstnehmen. Wer seinen Beruf als seine Mission ansieht, dem geht es nicht nur darum, seinen Arbeitsplatz für das persönliche Zeugnis zu nutzen, sondern er wird danach streben, seine Berufung, Gott zu dienen, durch die Arbeit, die er tut, zu erfüllen. Selbstverständlich verdienen wir mit unserer Arbeit Geld, aber unsere primäre Motivation als Exilanten ist es, unsere Arbeit als Ausdruck unserer Beziehung zu Gott zu tun.

Wenn Jesus uns aufträgt, zu unserem „Vater im Himmel“ zu beten, dann beitet er uns mehr als eine bloße Anrede für Gott. Er lädt uns vielmehr dazu ein, einen wichtigen Teil unserer Beziehung zu Gott zu erkennen. Zur Zeit Jesu schauten die Söhne ihren Vätern jeden Tag bei der Arbeit zu und lernten auf diese Weise schon in sehr jungen Jahren deren Handwerk. Bis vor 150 Jahren war das bei uns noch genauso. Heutzutage sehen Kinder ihren Vätern nur noch selten bei der Arbeit zu und kommen folglich auch gar nicht auf die Idee, in deren Fußstapfen zu treten. Der junge Jesus lernte die Arbeit seines irdischen Vaters von frühester Kindheit an, indem er zuerst mit Holz spielte, dann einfache Techniken zu seiner Bearbeitung lernte und dann im Betrieb seines Vaters ausgebildet wurde. Natürlich würde er später auch einmal Zimmermann werden. Söhne folgten ihren Vätern. Im Alter von zwölf Jahren fällt die Verbundenheit Jesu mit seinem himmlischen Vater auf, als er, wie in Luk 2 berichtet, im Tempel mit den Schriftgelehrten diskutiert und zu seinen Eltern sagt, er müsse im Haus seines Vaters sein. Wie er seinem irdischen Vater ins Zimmermannshandwerk folgte, so folgte er seinem himmlischen Vater in den Tempel.

Wenn wir zu unserem Vater im Himmel beten, dann drücken wir damit auch unsere Beziehung als Lehrlings-Kind zu ihm aus. wir bekennen damit, daß wir Gott in den „Familienbetrieb“ folgen wollen. Während wir im Glauben wachsen, sollten wir immer mehr das Werk unseres Vaters tun. Als kleine Kinder fangen wir an, sehen unseren Vater jeden Tag mit Sägemehl bedeckt nach Hause kommen, langsam aber sicher nehmen wir dann seine Berufung als die unsrige an, lernen Stück für Stück als Lehrlings-Kinder und später dann als Mitarbeiter. Was allerdings ist der „Familienbetrieb“?

Als Nachfolger des lebendigen Gottes sind wir nicht nur dazu berufen, ihn zu lieben und anzubeten, sondern ihm bei seinem Werk zuzuschauen und ihn in unserer Sphäre nachzuahmen. Dies geschieht vor allen Dingen in dem Beruf, den wir wählen. In unserem Geist verspüren wir das Rufen Gottes, erkennen unsere Berufung und wählen unseren Beruf. Fälschlicherweise sprechen wir oft nur von Berufung in den „geistlichen“ Vollzeitdienst, bspw. in der Gemeindeleitung oder auf dem Missionsfeld. Mit einem solchen falschen dualistischen Denken sehen wir nur die Kirche als den „Familienbetrieb“ unseres himmlischen Vaters an. Dualismus trennt zwischen dem weltlichen und dem geistlichen, dem säkularen und dem sakralen Bereich, sieht nur Gottesdienste, Stille Zeit, theologische Ausbildung, Bibelstudium u.s.w. als „geistlich“ an. Zum weltlichen Bereich gehört dann der Rest des Lebens: Sex haben, Gartenarbeit, eine Ausstellung besuchen, essen, das Haus renovieren, Sport, Arbeitsplatz u.ä. Vielleicht denken wir gar nicht, daß Gott bei diesen Aktivitäten abwesend ist, aber wir nehmen jedenfalls nicht an, daß er so wirklich besonders gegenwärtig ist. In Wahrheit ist aber die Welt nicht in zwei Bereiche geteilt. Gottes Gegenwart beschränkt sich nicht auf den sogenannten „geistlichen“ Bereich. Im Büro, im Garten oder im Stadion ist er genauso gegenwärtig wie im Gottesdienst. Wir müssen endlich mit der Vorstellung Schluß machen, daß die einzigen, die ihrem Vater in den Familienbetrieb folgen, diejenigen im vollzeitlichen „geistlichen“ Dienst sind.

Im Neuen Testament nimmt Gott selbst die Materie an, er wird ganz Mensch, teilt unser normales alltägliches Leben, lernt ein Handwerk, nimmt echtes Essen zu sich, leidet und stirbt. Mitten in der Materie, im alltäglichen Leben fühlt sich Gott mehr als zuhause. Exilanten haben diesen alten Dualismus verlassen. In einem System, das nur die Arbeit des Predigers wertschätzt und ihre Arbeit in der Schule, im Krankenhaus oder im Büro ignoriert. In einer biblischeren Weltsicht nehmen sie ihre Rolle als Kinder Gottes an und folgen ihrem Vater in den Familienbetrieb. Und diese Beschäftigung ist nicht auf den Klerus limitiert, sondern beinhaltet jede Tätigkeit, die das Werk Gottes in dieser Welt weiterführt. Jede Arbeit, die Gottes Wirken nachahmt, ist für den Exilanten eine edle Berufung. Was können wir uns darunter vorstellen?

Schaffen/Bauen: Gott ist der Schöpfer. Er erträumt neue Welten, kreiert Sonnensysteme, gestaltet das Leben selbst – vom kleinen Kolobri bis zum mächtigen Himalaya. Gott ist kreativ, er schafft Systeme, denkt in den kompliziertesten vernetzten Strukturen und Organisationen. Welche Arbeit könnte dem entsprechen? Z.B. Computerprogrammierer, Designer, Klempner, Gärner, Arbeiter auf Baustellen, Elektriker, Unternehmer, Künstler, Dichter, Autor, Maler, Schiffsbauer, Architekt, Mechaniker etc. Nirgendwo sehen wir allerdings die schöpferische Tätigkeit auf wundervollere Weise, als wenn zwei Menchen zusammen ein Kind zeugen.

Bennenen/Umbennen: Eine Aufgabe hat Gott dem Menschen exklkusiv anvertraut: Das Benennen der Tiere (Gen 2,19f). Wie können wir dieses Namengeben ausleben? In jeder Form von Forschung; Eltern, die ihren Kindern Namen geben; aber auch Lehrer, Seelsorger, Therapeuten u.a., die Menschen von ihren Lebenslügen befreien und ihnen neue Namen geben. Vgl. Abram –> Abraham; Jakob –>Israel; Simon –> Petrus

Die Wahrheit sagen: Lehren im biblischen Sinn bedeutet nicht einfach, in einer Ausbildungsstätte zu arbeiten, sondern vielmehr andere auf den rechten Weg führen. Gott ebnet Wege und führt uns in die Wahrheit. Die Wahrheit aussprechen – das gilt auch für Angestellte im Patentamt, für Forscher, Polizisten, Journalisten, Richter, Pastoren, Psychotherapeuten etc. Viele Exilanten werden auch Läden aufbauen, in denen Fair-Trade-Produkte verkauft werden oder auf ökologische Verantwortung geachtet wird. Christliche Autoren, Dichter und Journalisten werden sich darum bemühen, die Wahrheit zu schreiben.

Heilen: Die heilende Seite Gottes ist im irdischen Dienst Jesu offensichtlich. Menschen, die dasselbe tun, sind z.B. Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Psychiater, Sozialarbeiter, Angestellte in der Pharmabranche etc. Wenn wir unser Verständnis von Heilung erweitern wollen, dann gehört dazu auch das Saubermachen eines Spielplatzes, das Schaffen von Wohlfühlräumen wie Cafés und Restaurants dazu.

„Wenn wir Schuhe verkaufen, Straßen fegen, Computer programmieren oder Lastwagen fahren, bringen wir unserer Welt Heilung, wenn wir die Menschen durch unsere Güte, Integrität und Mitleid, die sich in unserem täglichen Leben zeigen, auf Jesus hinweisen. Auf diese Weise werden wir „kleine Jesusse“, Lehrlings-Kinder unseres Vaters und Meisters, Gott. … Wenn der Beruf, den wir gewählt haben, gut bezahlt wird, dann soll es so sein. Falls das aber der Fall ist, dann müssen wir sicherstellen, daß wir viel Geld weggeben, so daß damit anderen gedient werden kann. Wenn unsere Tätigkeit von der Gesellschaft nicht allzu sehr wertgeschätzt wird, dann dürfen wir uns daran erinnern, daß es der Hauptgrund unserer Berufung ist, das Werk unseres Meister-Vaters zu vollenden. Das ist eine heilige Aufgabe, die weder die Gesellschaft noch die Gemeinde für gering erachten darf.“

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3 Kommentare zu “Exiles (8) – Für das Host-Imperium arbeiten”

  1. [depone] sagt:

    Vielen Dank für deine Zusammenfassungen, DoSi. Ich habe eben mal einen Link-Artikel zu deinen Artikeln online gestellt. Vielleicht legst du bei Gelegenheit mal noch eine »Exiles« Kategorie an, dann kann der interessierte Leser alle Einträge mit einem Klick auf den Bildschirm bekommen… Grüße.

  2. DoSi sagt:

    Schau mer mal, die Dünger-Kategorie soll später mal noch mit mehr als Exiles gefüllt werden, aber ich denk drüber nach. Segen!

  3. [depone] » Blog Archive » Exiles | DoSi über Frosts aktuelles Werk sagt:

    […] Exiles (8) – Für das Host-Imperium arbeiten. […]


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