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Exiles (6) – Ein Kollektiv von Exilanten formen

28. November 2006

{Das ist der siebte Post zu Michael Frost’s Exiles: Living Missionally in a Post-Christian Culture. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6}

Wer mittlerweile von der Freude an Communitas und dem Bedarf an Mission als liminaler Erfahrung überzeugt ist, muß einen Schritt weitergehen. Exilanten haben entweder die Gemeinden des Mainstream verlassen oder halten in freudloser Pflichterfüllung in ihnen aus. Aber auch im Host-Imperium der Zeit nach Christendom sind sie nicht zuhause. In Kurzzeitprojekten haben sie Communitas erfahren und wissen also, wie es sich anfühlen sollte, gemeinsam mit anderen Reisenden auf der Welle der Liminalität zu surfen und nichtinstitutionelles religiöses Dienen zu genießen. In ihren Gemeinden erleben sie dies meist nicht. Wir beschäftigen uns weiter mit den „gefährlichen Versprechungen“ der Exilanten. Eine davon ist die Gestaltung von Alternativen zu den exisitierenden Gemeinden des Host-Imperiums. Um dies zu erreichen, müssen Exilanten missionale Gemeinschaften schaffen.

Exilanten geben sich nicht damit zufrieden, zu glauben, daß das liminale Erleben christlicher Mission nur gelegentlicher Bestandteil ihres Christenlebens sein soll. Sie haben damit aufgehört, jeden Sonntag Kirche zu spielen und dabei herausgefunden, daß ihre missionale Erfahrung mit anderen ihre Gemeinde ist. [Frost beschreibt im Anschluß unterschiedliche Beispiele dafür.]
Pete Ward wirbt in seinem Buch Liquid Church für ein Umdenken von fester zu flüssiger Kirche. Erstere versteht er als eine mehr oder weniger zusammenhängende Gruppe von Menschen mit ausgeprägter organisatorischer Struktur, die sich zu einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort trifft. Dabei ist Treue ist gleichbedeutend mit Gottesdienstbesuch, Erfolg wird in Zahlen gemessen, Anbetung und Lehre sind standardisiert und die Mitgliedschaft ähnelt soziologisch gesehen der in einem Golf- oder Tennisverein. Im Gegensatz dazu erhält flüssige Gemeinde gemäß Ward ihre Identität aus der formlosen und fließenden Idee, daß Gläubige miteinander in Verbindung stehen. Flüssige Gemeinde ist keine Institution, sondern etwas, das „wir miteinander schaffen, indem wir Christus mitteilen“. Sie besteht aus Beziehungsnetzwerken, und die Basis für das Gemeindeleben findet sich nicht in organisatorischen Mustern oder Gebäuden, sondern in dem geistlichen Handeln der Menschen. Außerdem muß flüssige Gemeinde nicht unbedingt die Form eines wöchentlichen „Gottesdienstes“ haben, sondern Anbetung und gemeinsame Zusammenkunft „werden dezentralisiert und umgearbeitet, um dem wachsenden geistlichen Hunger in der Gesellschaft zu entsprechen“. David Barrett und Todd Johnson haben in einer Studie die Existenz einer „neo-apostolischen Bewegung“ herausgefunden, die von folgenden Eigenschaften gekennzeichnet ist:

  • – Ablehnung von Denominationalismus und einschränkender, niederdrückender zentraler Autorität
  • – Streben nach einem an Jesus ausgerichteten Leben
  • – Streben nach einem effektiveren missionarischen Lebensstil
  • – Es handelt sich um eine der am schnellsten wachsenden Bewegungen der Welt

Frost berichtet von einheimischen Evangelisten in Tansania, Sambia, Kambodscha, Vietnam und Brasilien, die einfach durch die Dörfer ziehen, das Evangelium verkündigen, neue Gläubige miteinander verbinden, eine Leiterschaft etablieren und die Gemeinde sich selbst überlassen, bis sie dann irgendwann später zu gelegentlichen Besuchen vorbeikommen werden. Abgesehen davon daß es sich hierbei auch um die Methode des Paulus handelt, geschieht dies ganz ohne Gebäude, Ausbildungsstätten, Bücher und andere Ressourcen, welche für die Gemeinde Jesu einen Luxus darstellen, aber keinesfalls notwendig sind. Auch ohne diese Hilfsmittel wächst die Kirche in China rasant.

„Warum erscheint es im Westen so viel schwerer? Warum können wir es uns nicht vorstellen, eine Gemeinschaft von Nachfolgern Christi ohne Gebäude oder offiziell ausgebildeten und akkreditierten Klerus zu sein?“

Oftmals erscheint an dieser Stelle der Einwand, daß aus solchen kleinen Zellen nur lehrmäßige Verirrungen entstehen könnten, aber die größten Häresien der Kirchengeschichte entstammten meist dem kirchlichen Mainstream.

„Ich möchte eines klarstellen: Ich behaupte nicht, daß an Ausbildungsstätten, Denominationen, Kirchengebäuden, und der restlichen gewaltigen Infrastruktur, die der Kirche im Westen zur Verfügung steht, etwas falsch ist. Was ich aber sagen möchte, ist, daß unsere Abängigkeit hiervon unser geistliches Wachstum limitiert. Solange wir auf Geld, Gebäude und bezahlte Experten vertrauen, realisieren wir unsere ganze Berufung als Gemeinde Christi nicht. … Warum können wir nicht flüssig denken, uns christliche Gemeinschaften vorstellen, die entstehen und wieder zurückgehen, sich in Risse ergießen und in Myriaden von Voklsgruppen und Orten Myriaden von Formen annehmen? Mit solch einer befreienden Ekklesiologie können Exilanten die „Gemeinde“ in allen möglichen verrückten und wunderbaren Ausdrucksformen erkennnen. … Wir müssen wiederentdecken, daß die sechs, acht, zehn oder dreißig von uns, die gemeinsam als Nachfolger Jesu leben, jede geistliche Resource haben, die wir benötigen, um an diesem Ort und in dieser Zeit seine Gemeinde zu sein.“

Frost zitiert einen weisen Satz von Antoine de Saint-Exupéry, dem Verfasser des Kleinen Prinzen:

„Wer ein Schiff bauen will, der rufe nicht Menschen zusammen um Holz zu kaufen, Werkzeuge vorzubereiten, Arbeiten zu verteilen und das Werk zu organisieren, sondern er lehre sie die Sehnsuch nach dem weiten, endlosen Meer.“

Im Westen ist die Gemeinde zu sehr damit beschäftigt, ihre Glieder zu motivieren, die Technik des Schiffbaus zu lernen, ohne sie zuerst mit der Sehnsucht, die Hochsee zu besegeln, inspiriert zu haben. Exilanten leben für den Ozean. Sie haben die Freude nichtinstutionalisierter Freundschaften und die Freiheit des Gewissens geschmeckt, und das genießen sie. Sie vertrauen Gott in ausreichender Weise, um glauben zu können, daß Gott die Gemeinde baut und die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden und daß die Form, die Gottes Bauwerk erhält, manche Christen verunsichern oder ängstigen wird. Exilanten, die einen solchen Hunger in sich tragen, haben die Verantwortung, ihn an andere weiterzugeben und sie zu lehren, sich nach dem weiten, endlosen Meer zu sehen. Wie geht das?

  • Jesus den Referenzpunkt sein lassen: Unsere Identität kommt aus unserem Verständnis davon, wer Jesus ist, was er tut und was er sagt. Wenn wir von dem Jesus der Evangelien besessen sind, können wir uns nur nach dem weiten Meer sehnen. Er ist frei – wunderbar und beängstigend frei – von den Schranken institutioneller Religion. Was würde Jesus tun? Wenn wir diese Frage ernsthaft beantworten wollten, würden wir uns in den liminalsten und missionalsten Erfahrungen unseres Lebens wiederfinden. Leiter unter den Exilanten werden ihre Freunde lehren, selbst ihre Leben in den Evangelien zu marinieren.
  • Eine Spiritualität des Engagements ergreifen: Jesus zu folgen, bedeutet, sich ernsthaft im Leben anderer zu engagieren. Das Leben Jesu bestand nicht primär aus Rückzug, Reflektion und Einsamkeit. Solches war die Ausnahme, Satzzeichen in einem Leben des Engagments, des Handelns und der Teilhabe an anderen. Mt 9,5: Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, predigte in den Synagogen, verkündigte die gute Nachricht vom Reich Gottes und heilte alle Krankheiten und Gebrechen. Leiter unter Exilanten werden es vorleben, daß Engagement normal ist und der Rückzug in die Einsamkeit einen gelegentlichen aber notwendigen Bestandteil der Spiritualität darstellt.
  • Sich von der vorbereitenden Gnade inspirieren lassen: Wer an die präveniente Gnade glaubt, geht davon aus, daß Gott uns auch in die unreligiösesten Situationen vorausgeht und dort eine Umgebung schafft, in der unser christusähnliches Beispiel in Empfang genommen werden kann. Die Ewigkeit in unseren Herzen (Pred 3,11) bringt uns dazu, uns auf die Suche nach Gott zu machen, nach dem Gott, der sich beständig auf der Suche nach uns befindet. Exilanten erkennen das an und gehen deshalb vertrauensvoll mitten hinein in die Welt, weil sie davon ausgehen, daß Gott ihnen vorausgeht. Darum müssen wir nicht dafür sorgen, daß gewisse Dinge geschehen, sondern mit Gott zusammenarbeiten, der sie stets geschehen läßt.
  • Dem missionarischen Gott an seltsame Orte folgen: Wenn Exilanten danach Ausschau halten, wo Gott bereits am Wirken ist, dann werden sie überrascht sein von dem, was sie entdecken werden. Vielleicht finden sie Gott in der Kneipe, in der Biker-Gang, in der Stripbar oder im Kasino. Zur Zeit Jesu hätte niemand damit gerechnet, Gott beim Essen mit Zöllnern oder beim Spielen mit Kindern anzutreffen.
  • – Menschen um Dich herum dazu inspirieren, dasselbe zu tun: Exilanten finden sich in den Rissen zwischen einem Host-Imperium, das sie nicht annehmen können, und einer Kirche, zu der sie keinen Bezug haben. Viele verlassen die Gemeinde, genießen die Freiheit von den vielen Verpflichtungen, denen sie zuvor unterworfen waren, und treiben dann einsam in einer kleinen Nußschale auf dem weiten Meer, zusammen mit wenigen – wenn überhaupt – anderen, die diese Reise mit ihnen teilen. Exilanten wollen das, was sie in ihren Gemeinden nicht gefunden haben: Freie, organische, egalitäre Communitas, verbunden durch eine gemeinsame Sache, die größer ist, als sie selbst, die Sache der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und des Friedens. Exilanten, die genug vom traditionellen Gemeindeleben haben und des Alleinseins müde geworden sind, müssen die Herausforderung annehmen, Verbündnisse von Exilanten zu schaffen und sie in die Mission zu leiten. Aber: „Was immer Du tust, führe andere in eine tiefere Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Vielleicht hast Du plötzlich eine Gruppe Exilanten, die durch eine gemeinsame Sache verbunden sind. Kann ich es zu sagen wagen? Vielleicht hast Du aus Versehen eine Gemeinde gepflanzt.“

Vielleicht müssen wir wiederentdecken, was eigentlich ein biblisches Gemeindeverständnis ausmacht. Wenn Exilanten missionale Communitas erfahren haben, ist ihr Appetit nach beständigem, Jesus-zentriertem Glaubensleben geweckt, aber sie wollen nicht das ganze Paket traditioneller Kirche. Darum fragen sie oft: „Was ist das nackte Minimum, das eine Gruppe Exilanten tun oder sein muß, um auf rechte Weise zu gemeinden (bzw. Gemeinde zu sein)? Frost schlägt folgende Mindestanforderungen für eine missionale Communitas oder Gruppe von Gläubigen vor:

  • Trinitarische Theologie: Der Glaube an die Dreieinigkeit steht im Mittelpunkt christlichen Glaubens. Ihre Wiederentdeckung bietet sowohl den Rahmen als auch den geistlichen Klebstoff für wahre Gemeinschaft. Gott der Vater lädt uns sein, seine Lehrlings-Kinder zu sein; Gott der Sohn inspiriert uns dazu, an der Ausbreitung seines Reiches in der Welt teilzuhaben; Gott der Heilige Geist weist uns an, Jesus als Herrn anzuerkennen und schenkt uns jede gute Gabe. In dem von Kevin Vanhoozer herausgegeben Buch The Trinity in a Pluralistic Age werden diverse Gründe genannt, warum trinitarische Theologie dazu führen kann, daß der christliche Glaube sich viel besser mit dem vorherrschenden Pluralismus auseinandersetzen kann, als andere Religionen:
  • – Gott als Dreieinigkeit zu verstehen wirkt dem Individualismus unserer Tage entgegen. Die sich selbst verschenkende Liebe der Trinität ermutigt uns zu Erbarmen und Versöhnung (was zur Verkündigung des Evangeliums gehört).
  • – Mitgefühl und Beziehung sind verbunden. Weil Gott in ewiger Beziehung einer-in-drei ist, können wir uns der Basis für Gottes Erbarmen uns und anderen gegenüber sicher sein.
  • – Eine auf der Trinität basierende Theologie repektiert Unterschiedlichkeit und lernt daraus (pluralistisch), während sie gleichzeitig daran festhält, daß eine Botschaft für alle wahr ist (exklusivistisch).
  • – Trinitarische Theologie gibt unserem Verständnis von Gott ein Stück des Geheimnisses zurück und lehnt das aufklärerische Streben nach absoluter Sicherheit ab, das auch postmoderne Menschen zurückweisen.
  • – Weil die Trinität ein Geheimnis ist, das uns trotz unseres Götzendienstes und unserer Selbstgerechtigkeit offenbart wurde, motiviert uns unsere Dankbarkeit der göttlichen Gnade gegenüber dazu, Andersgläubigen Respekt zu erweisen.
  • – Das Leben der Trinität ist eine intrapersonale Gemeinschaft, an der wir aus Gnade als Insider teilhaben und das gleichermaßen aus der Außenperspektive ein Modell für menschliches Zusammenleben darstellt.
  • – BÜNDNISHAFTER AUSDRUCK: Benedikt von Nursia formte Gruppen von jeweils zwölf Einsiedlern, Mönchen und anderen Exilanten aus der korrupten institutionellen Kirche, die er zu gemeinsamem Leben in Christus brachte und die sich gegenseitig dabei unterstützten, die Lehren Jesu auszuleben. Diese Gemeinschaften waren von Intimität, Offenheit, Liebe und Sanftheit geprägt. Benedikt entwickelte einen Orden, ein Regelwerk, das den göttlichen Zusammenhalt sicherstellen sollte, indem sich die Mitglieder zu gegenseitiger Loyalität verpflichteten. Der Gedanke eines Kollektivs von Exilanten, die einer korrupten Kirche entkommen und dem Einfluß einer säkularen Kultur widerstehen und in Harmonie Christus dienen wollen, drückt aus, was wir heute brauchen. Was ist damit gemeint, wenn davon gesprochen wird, die Kirche wieder zu „mönchisieren“? Stuart Murray schlägt in Post-Christendom vor, daß sich die Gemeinde verstehen soll als „monastischer, missionarischer Orden, Gemeinschaften der Erbauung, der Unterstützung und des Trainings, aus denen wir hervortreten, um als Christen am Arbeitsplatz zu leben und in die wir zum Zweck der Reflektion und Erneuerung zurückkehren.“ Es bedeututet also, eine Gruppe Gleichgesinnter zu finden, die sich durch eine „Regel“, einen gemeinsamen Wertekodex und gemeinsame Verpflichtungen mit uns verbinden. [Hallo Schoßhocker – haben wir je was anderes gewollt?8)] Ein solches gemeinsames Leben ist in seinem Wesen bündnishaft. Die Verpflichtung, die Gegenwart Christi zu feiern, miteinander das Leben zu teilen und gemeinsam die Mission Gottes anzunehmen, ist mehr als ein Versprechen oder eine Verpflichtung. Es ist ein Vertrag, wie eine Heirat, eine Einheit aus mehr als einer Partei mit gemeinsamen Werten und Verpflichtungen im Zentrum. Wir sind in geistlicher Kommunion verbunden; die Gemeinschaft selbst ist etwas Heiliges, viel mehr als nur ein Treffen Gleichgesinnter. Voraussetzung ist allerdings die explizite Verpflichtung der Mitglieder an Gott und aneinander und an die Welt, der zu dienen sie gesandt sind.
  • – KATHOLISCHE ORIENTIERUNG: Im wahren Wortsinn katholisch zu sein, bedeutet, sich seiner eigenen Stellung in der universellen Kirche aller Zeiten und allerorten bewußt zu sein. Wenn wir gemeinden, dann sollten wir ein Auge auf unsere Verbundenheit mit anderen Brüdern und Schwestern haben. Wenn sich Exilanten so miteinander verbinden, dann sind sie auch verpflichtet, in die reguläre Gemeinde hinein zu sprechen. Nach Ansicht Victor Turners treiben liminale Gemeinschaften den Mainstream vorwärts, indem sie Vitalität, Innovation und Kreativität mitbringen. Jede exilische Gemeinschaft tut der Kirche denselben Dienst. Die Benediktiner, Franziskaner, Reformatoren, Täufer, Methodisten, Heilsarmisten und Pfingstler taten es. Die in christlicher Communitas erlebte Freiheit sät den Samen der Erneuerung in zurück in die Kirche, die um die Welt wächst. Exilanten kennen ihren Platz in ihr. Sie haben eine globale Sicht und werden die Übersee-Mission unterstützen, während sie einen lokalen Ausdruck haben und den anderen traditionellen Gemeinden in ihrer Mitte zu dienen suchen.
  • – MISSIONALE ABSICHT: Ein rechtes Verständnis von Christus (Christologie) führt zu angemessener Hingabe an die Mission (Missiologie), was uns dazu antreibt, ein rechtes gemeinsames Leben zu entwickeln (Ekklesiologie). In dieser Reihenfolge muß es geschehen. Wer ein Schiff bauen will, muß erst die Sehnsucht nach dem Ozean wecken. Diese entspringt unserem Zusammensein mit Jesus. Sein Geist wird uns hinaus auf die steigende Flutwelle treiben und nur dann werden wir die angemessensten Strukturen für Anbetung, gemeinsames Leben und Leiterschaft entwickeln können.
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8 Kommentare zu “Exiles (6) – Ein Kollektiv von Exilanten formen”

  1. [depone] sagt:

    kurz etwas zur katholischen Orientierung:

    ich sehe das in der katholischen Kirche auf jeden Fall, hier sprach auch der letzte Papst bewusst davon, dass die Bewegungen Teil der katholischen Kirche bleiben/sind und so den marianischen Auftrag (vielleicht charismatische Frömmigkeit) innerhalb der Kirche ausführen und durch ihr in der Kirche sein die (gesamte) Kirche inspirieren.

    Allerdings frage ich mich immer wieder, wie kleine missionale Gemeinschaften dies tun. Ist es nicht in gewissem Maße so, dass freie Gemeinde kaum einen Einfluss auf etablierte Gemeinden haben? Wie sieht das praktisch aus, dass die Exilanten die etablierten Kirchen bereichern? (aber vielleicht kommst du ja im nächsten Post darauf zu sprechen).

  2. DoSi sagt:

    Tja ich hülle mich in den Mantel des Schweigens. Nebenbei bemerkt gebe ich ja nur das Buch wider, nicht meine Gedanken 😉

  3. [depone] » Blog Archive » Exiles | DoSi über Frosts aktuelles Werk sagt:

    […] Exiles (6) – Ein Kollektiv von Exilanten formen. […]

  4. Marlin sagt:

    Ich finde diesen Abschnitt einerseits herausfordernd, andererseite widersprüchlich. Forst redet von der Abhängigkeit von Institutionen und beschwert sich dann, dass Institutionen nicht genug machen, um Exzilanten zu fördern. In unsrer offenen Gesellschaft steht doch niemand im Weg, wenn man einfach was starten will, oder?! Es entstehen ja Gemeinden und Gruppen. Ich glaube, dass man neben Flexibilität auch Stabilität braucht.

    Flexibilität ist gut bei einem gewissen Grad an Reife und Selbstmotivation (wie sie z.B. die meisten Blogger haben). Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen mit echten Problemen, die Führung und Orientierung brauchen. Und wenn das fehlt, dann bleiben nur noch die reiferen übrig und der Rest bleibt auf der Strecke. Es geht ja nicht nur um die Selbstverwirklichung von motivierten Leuten, sondern um den Auftrag. Ich finde, das die Bibel von solchen Dingen wie „Ämtern“ oder „Ältesten“ spricht, was sich für mich eher wie Stabilität und Organisation anhört als nach Flexibilität, oder sehe ich das falsch.

    Ich sehe es ähnlich wie Frost, dass die Organisation zu viel Kuschelraum gibt für Leute, die eigentlich aktiver sein sollten. Da muss man nach Wegen suchen, wie man besser den Aufrag leben kann. Der Vorschlag mit Regeln und Bund ist eine Möglichkeit. (das finde ich auch etwas widersprüchlich zu der Forderung nach Flexibilität und losen Netzwerken. Was ist denn eine kirchenorganisation viel anders als ein Bund und gemeinsamen Regeln, ob diese jetzt besser oder schlechter sind?!).

  5. DoSi sagt:

    Wieder stimme ich Dir zu. Über eine biblisch begründete und kulturell verantwortete Definition der Rolle der Leiterschaft im heutigen Leib Jesu diskutiere ich gerne immer wieder fruchtbar mit [depone]…

    Dennoch spreche ich als Exilant. Ich fühle mich so. Als ich Brüggemann’s Prophetic Imagination gelesen habe, hat es mich umgehauen. Und Frosty bringt das EMPFINDEN des Exilanten gut rüber, das entspricht genau meinem Innenleben. Ob das EMPFINDEN den allgemeinen Tatsachen entspricht, ob man nicht über Kompromisse innerhalb der konventionellen oder geerbten Gemeindestrukturen auch zu fruchtbaren Ergebnissen kommen könnte, sei dahingestellt. Frost spricht Exilanten an, es geht um eine Minderheit, die sich gerne oft als die neue Mehrheit sieht. Aber meines Erachtens wird es immer einen „Markt“ für attraktionelle Gemeinde geben – eben weil es viele Christen gibt, die „zur Gemeinde kommen“ oder „den Gottesdienst“ besuchen, um auferbaut zu werden. Und das ist okay. Aber Frost spricht eine andere Gruppe Menschen an.

    Darum stimme ich Dir zu, was die allgemeine Situation betrifft, und mein Herz schlägt mit Frost. Ich bin einer dieser Verrückten, der irgendwie überall geistlich zuhause ist, aber am Allermeisten in einer Bruderschaft gleichgesinnter, einem Orden mit bislang nicht schriftlich festgehaltener Regel. Ich will Dinge ausprobieren, den Geist Gottes suchen, der „weht, wo er will“ und dann mal sehen, was geht. Mein Herz schlägt bei Frost, für seine Gedanken will ich werben, aber sie nicht jedem überstülpen. Exilanten sind wie gesagt in der Minderheit. Aber das ist okay, Gott hat für unterschiedliche Menschen unterschiedliche Sendungen, und Frost spricht hier eine spezielle Gruppe an.

  6. Ralf sagt:

    Hallo Dosi,
    in deinem letzten Absatz finde ich mich sehr wieder. Ich bin auch so ein Exilant, der gerade seine aufstrebende, gebäudeerwerbende attraktionelle Gemeinde verlassen hat und Gott sucht und sich von seinem Geist durchwehen lässt, um dann mal zu sehen was geht. Sehr gespannt.

  7. Marlin sagt:

    Hm, dieses Minderheits-Argument hatte ich so bei Frost nicht gelesen. Meint er das? So wie ich es verstanden hatte, meint er, dass wir alle Exilanten sind – Bürger in einer anderen Welt, oder?! Ich bin auch voll für geführt werden vom Heiligen Geist und situativ entscheiden. 100% dabei. Was mich stutzig macht ist der Mitgeschmack der Unverbindlichkeit. Wir sind erlöst, um seinen Willen zu tun und nicht nicht nur unseren Empfindungen oder Abenteuerlüsten zu folgen. Das muss kein Widerspruch sein. Ich bin auf der Seite von Eugene Peterson, der von „earthy spiritualität“ spricht, von Geistlichkeit, die sich durch Verbindlichkeit in Situationen, an Personen und Realitätssinn äußert, nicht durch große Konzepte und hohe Ambitionen (Peterson meint: „all abstraction is the devil’s work“). Wenn Exilanten-Dasein zu einem Entzug von Verbindlichkeit und Hingabe an reale Menschen führt, habe ich Schwierigkeiten das Gute und Jesus-mässige darin zu sehen.

  8. DoSi sagt:

    Yo ich liebe Peterson ebenfalls. Frost schreibt im Vorwort, dass er die traditionellen Gemeinden nicht anpissen will, sondern ein Stück weiterdenken…


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