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Exiles (2) – Jesus, der Exilant

8. November 2006

{Das ist der dritte Post zu Michael Frost’s Exiles: Living Missionally in a Post-Christian Culture. Die Vorgänger sind Einführung und (1) Selbsterwählte Exilanten.}

Sein zweites Kapitel „Jesus the Exile“ beginnt Frost mit der Feststellung, dass es Teil seiner Arbeit ist, die Bilder, welche sich manche Menschen von Jesus machen, zu korrigieren, da unsere hygienisch rein gezähmten Vorstellungen von Jesus seiner Ansicht nach nicht dem neuen Testament entstammen, sondern aus zwei Jahrtausenden romantischer christlicher Kunst und Kultur. Wenn wir aber Jesus zähmen, verringern wir auch unsere Hingabe an seine Mission, zu der er uns berufen hat.

Jede missionale christliche Aktivität – unsere gefährliche Kritik, unsere gefährlichen Verheißungen – muß aus unserer Beziehung zu Jesus kommen. Er war der ultimative Exilant. Er hielt nicht an seiner Gleichheit mit Gott fest, sondern demütigte sich und ließ sein irdisches „Exil“ zu. Und wie jeder rechtschaffene und treue Exilant betritt er das Leben in diesem Host-Imperium, ohne sich selbst ganz in dessen Gewalt zu begeben. Es ist der Geist Christi in jedem von uns, der einen missionalen Lebensstil erweckt. Und es sind die Taten und Lehren Jesu, die unsere primäre Vorstellung von Mission formen. Darum müssen wir die Evangelien fraglos ernstnehmen als diejenigen Texte, die den Standard für Leben, Mission und Jüngerschaft setzen. (29)

Bedauerlicherweise verabschiedete sich die alte Kirche jedoch schon bald von den Beschreibungen des irdischen Lebens Jesu in den Evangelien und wandte sich in den Bekenntnisformeln dann mehr seiner Natur, Person und seinem Wesen zu.

Wenn das Evangelium von einem echten Menschen handelt, der isst, trinkt, lehrt, gekreuzigt und begraben wird und aufersteht, dann liegt die Botschaft in der Aktion. Wenn wir Jesus als Licht vom Licht sehen, wahren Gott vom wahren Gott, dann verändert das unsere Spiritualität auf dramatische Weise. Jesus wird zu jemandem, der angebetet und untersucht wird, über den man nachsinnt. Die früheren Glaubensformeln zeigen jedoch einen Lebensstil, dem gefolgt werden kann. … Darum bestimmte Jesus ganz die ersten Missionare. Sein Lebensstil, seine Leidenschaft, seine Lehre wurde zum Handlungsmuster für die ersten Christen. Auf dieselbe Weise sollte er heute ganz diejenigen Exilanten bestimmen, die ihm in der Welt nach Christendom folgen wollen. … Wir dürfen den historischen Jesus niemals vom ersten Platz in unserem Denken und Handeln verdrängen. … Wenn Jesus nur wahres Licht von wahrem Licht ist, ätherisch und außerweltlich, dann sind wir bloß dazu berufen, ihn anzuhimmeln. Wenn er aber ein wahrer Mensch ist, einer der liebte und heilte, der diente und lehrte, der starb und wieder auferstand, dann wird er zu jemandem, dem wir nachfolgen können. (30.32)

An Jesus läßt sich ablesen, wie ein gewöhnlicher Mensch ein göttliches Leben leben kann. Die rechte Antwort auf das Evangelium und die Tatsache, daß es sich bei Jesus um den rettenden Messias Gottes handelt, verlangt von uns nicht nur, daß wir uns auf das verlassen, was Jesus für uns erwirkt hat, sondern auch, daß wir ihm persönlich untertan sind.

Wie Esther oder Daniel fand sich Jesus im Host-Imperium zurecht und blieb doch gleichzeitig in angemessener göttlicher Distanz. Dies zeigt sich vor allem in der Art und Weise, wie er aß und trank, und in welcher Gesellschaft er das tat. Frost untersucht das Mahl im Haus Simons (Luk 7), das Ährenraufen am Sabbat (Luk 6), das Essen bei Zachäus (Luk 19) und die Hochzeit zu Kana (Joh 2).

Jesus vergibt. Jesus erfüllt das Gesetz Moses. Jesus ermächtigt uns zu Buße und neuem Leben. Wie werden diese Lehrinhalte in den untersuchten Geschehnissen offenbart? Während des gemeinsamen Essens. Auf diese Weise lehren uns die Verfasser der Evangelien nicht nur theologische Wahrheiten über den Christus, sondern zeigen uns gleichzeitig einen Weg, diese Wahrheiten zu vermitteln. … Der Esstisch in Kana erinnert uns daran, daß sich Jesu genauso für unsere öffentliche Verlegenheit interessiert, wie für unsere infizierten Körper und unsere leeren Mägen. … Die alte Trennung zwischen Heiligem und Weltlichem wird erschüttert. Das alltägliche Wunder, einer zusammen feiernden, essenden, und trinkenden Gemeinschaft anzugehören, wird geheiligt. Hart arbeitende, unreligiöse „Sünder“ werden in den Kreis von Gottes Schutz und Fürsorge aufgenommen. (43.45)

Jesus kam auf die Welt, ins Exil, und war von gewöhnlichen Menschen umgeben. Viele von ihnen waren Außenseiter – Exilanten, wenn man so will. An den Tischen, an denen er aß, enthüllte sich sein messianischer Charakter. Am Kreuz wird Jesus zum ultimativen Exilanten, wenn er ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

Indem er für uns stirbt, erkauft er unsere Erlösung und stellt sicher, daß auch obwohl wir uns im Exil von der uns umgebenden Welt fühlen, wir niemals von Gott und seiner bemerkenswerten unsterblichen Liebe abgeschnitten sein werden. Jesus erleidet um unser willen ein selbstauferlegtes Exil. Unser Glaube an ihn sorgt dafür, daß wir immer in der Gegenwart Gottes und seines eingeborenen Sohnes Jesus daheim sein werden. Wenn wir ein solches Zuhause gefunden haben, dann wird sich herausstellen, daß der Stachel des Exils in der Welt nach Christendom für uns betäubt wurde. Dann sind wir freier, dem Vorbild Jesu zu folgen, der für uns beispielhaft die große Macht vorlebt, sich mit den Verworfenen und den an den Rand gedrängten an einen Tisch zu setzen und ein gemeinsames Mahl einzunehmen. Darum geht es in missionalem Handeln – Gnade, Liebe, Gastfreundschaft, Freigebigkeit. Wenn Jesus in unseren Überlegungen das Zentrum ist, dann sind diese Elemente für heutige Exilanten nicht optional, sondern unvermeidlich. (49)

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4 Kommentare zu “Exiles (2) – Jesus, der Exilant”

  1. Daggi sagt:

    Der Post macht extrem Lust, das Buch zu lesen. Danke.

  2. Marlin sagt:

    Ich finde das einen sehr guten Abschnitt und Fokus. Viele betrachten Jesus wirklich mehr als ein System oder als Objekt. Dabei ist er Person und seine Leben ist genauso wichtig wie sein Tod. Danke fürs Posten!

  3. Ralf sagt:

    Danke! Das ist total inspirierend. In der Beschreibung Exilant finde ich mich derzeit selbst sehr drin wieder.

  4. [depone] » Blog Archive » Exiles | DoSi über Frosts aktuelles Werk sagt:

    […] Exiles (2) – Jesus, der Exilant. […]


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