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[Everything Must Change] Teil 7 – Das Gleichheits-/Fairneßsystem

22. November 2007

[Dies ist der achte Post zu Brian McLaren’s Buch Everything Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung und zu den Teilen 1|2|3|4|5|6 Dieses Mal wieder übersetzte Ausschnitte.]

Das Fairneßsystem hat mehrere Fehlfunktionen: Es wird von der vorherrschenden Rahmenerzählung programmiert, vom mangelhaften Wohlstandssystem dafür gebraucht, den Insidern (Aggressive, Herrschende, Privilegierte etc.) zu dienen, es basiert auf falschen Voraussetzungen aus der modernen Welt und kann daher mit unseren Umweltproblemen nicht mehr Schritt halten, und seine Finanzierung (und damit sein Überleben) hängt vom Wohlstandssystem ab. Aus diesen und weiteren Gründen ist das Fairneßsystem nicht in der Lage, mit der wachsenden Ungleichheit in der heutigen Welt angemessen umzugehen. Das Wohlstandssystem kann seine Regeln auch nicht selbst bestimmen, also verfolgt es nur zwei Ziele: Wachstum und Geschwindigkeit. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer, auf der Seite der Armen wächst die Wut, bei den Reichen die Furcht. Das Sicherheitssystem kommt ins Spiel. Reiche sichern sich ab und finanzieren diese Sicherheit u.a. durch den Verkauf von Waffen an Arme. Und weiter steigt hier die Wut, dort die Furcht. Darum hängt viel vom Fairneßsystem und seiner Fähigkeit, die Dinge zu ordnen, ab. Leider aber ist der Wohlstand in dieser Welt überaus ungleich und unfair verteilt. Und es ist nicht immer harte Arbeit, die mit Wohlstand belohnt wird. In manchen Fabriken arbeiten Frauen und Kinder oft härter, als ein CEO jemals gearbeitet hat – 18 Stunden täglich an der Nähmaschine, 7 Tage die Woche, für einen Stundenlohn von wenigen Cents. Ihre Arbeit schafft bringt ihnen keinen Wohlstand, sondern denen im Westen, die bereits reich sind. Eine solche Ungerechtigkeit kann nur in eine Richtung führen: Revolution. Irgendwann muß eine Explosion kommen. Terrorismus und Gewalt ticken wie eine Bombe. Wir müssen wählen: Den Weg Jesu oder den Weg gewaltsamer Revolution.

Jesus kannte die systemischen Ungerechtigkeiten des gesellschaftlichen Systems seiner Zeit. Er schlug vor, das offizielle Rechtssystem zu umgehen und eine außergerichtliche Versöhnung anzustreben (Mt 5,25f). Er griff auch die systemische Ungerechtigkeit des Wirtschaftssystems an (Mt 18,23-35; Luk 16). Deutlich wird das in seinem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16). Die Gerechtigkeit Gottes geht über Fairness hinaus und schließt das Anliegen sozialer Nachhaltigkeit, Heilung und Transformation mit ein. Seine Fairness schließt eine Gnade mit ein, welche die Gesellschaft heilen und systemische Ungerechtigkeit unterminieren kann, statt einfach den Status quo zu erhalten. Jesus zeigt auch auf, wie religiöse Systeme gegen die guten und gerechten Zwecke wirken, für die sie eingerichtet wurden (Mt 19,1-9). Systemische Ungerechtigkeit muß bloßgestellt und konfrontiert werden, wo immer sie auch auftritt und durch eine höhere Gerechtigkeit ersetzt werden – eine Gerechtigkeit, welche die der Pharisäer und Schriftgelehrten übertrifft (Mt 5,20) und das Königreich Gottes widerspiegelt. In derselben Weise konfrontiert und übertritt Jesus gesellschaftliche Systeme oder Traditionen, die andere ausgrenzen. Im Reich Gottes verschwinden die Klassenunterschiede; Verlorene und Ausgeschlossene finden ihren Platz und eine neue, inklusive Gleichheit gewinnt Gestalt.
Wenn wir der Botschaft Jesu vertrauen – wie gehen wir dann mit den großen Problemen unserer Zeit um? Wir müssen die Wahrheit über systemische Ungerechtigkeit aussprechen. Wir werden zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten (Mt 6,33) und selbst unserer eigenen Heuchelei in’s Gesicht sehen und Buße tun.Wir werden großzügig, weitherzig und freigiebig den Armen helfen – den Hungrigen, den Nackten, den Gefangenen, den Heimat- und Obdachlosen und die Reichen dazu aufrufen, dasselbe zu tun – von ihrer endlosen Selbstbereicherung umzukehren und ihren ärmeren Nächsten zu dienen, indem sie z.B. ihre unternehmerischen Fähigkeiten nutzen, um gute Arbeitsplätze zu schaffen.
Unsere Initiativen für soziale Gerechtigkeit werden Mut, Kreativität und Durchhaltevermögen erfordern. Die Ungerechtigkeit kann nicht von jetzt auf nachher ein für allemal gelöst werden. So lange wir am Leben sind, werden wir zu tun haben. Wir müssen die Menschen aufklären, überzeugen und vom Glauben inspirierte Bewegungen gründen, die sich auf der ganzen Welt für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Dabei müssen wir die richtigen Fragen stellen, die unsere Vorstellungskraft freisetzen:

  • Welchen Vorteil werden die Reichen haben, wenn es den Armen besser geht? Welche negativen Konsequenzen wird es haben, wenn es den Armen nicht besser geht?
  • Was für eine Welt werden wir unseren Kindern und Enkeln vererben, wenn wir uns weiterhin auf Akkumulation und Selbstschutz statt auf Mitleid, Dienst und Fairness konzentrieren?
  • Was für eine Welt werden wir hinterlassen, wenn wir uns ganz für Gerechtigkeit, Fairness und Gleichheit einsetzen?

Wenn wir die extreme Armut überwinden wollen, dann müssen wir unsere Anstrengungen auf sieben Bereiche konzentrieren:

  • Handel: Wir müssen unsere Wirtschaftsphilosophie an die Gegebenheiten der Umwelt anpassen, sonst werden anderswo Menschen unter dem Umweltkollaps leiden. Wir müssen freien mit fairem Handel verbinden. Wir müssen es leichter machen, Kleinstunternehmen zu starten.
  • Hilfsleistungen: Schlecht geplante und verwaltete Hilfsgüter können ungewollt Korruption erhöhen und der lokalen Wirtschaft Schaden zufügen. Aber die Alternative zu unweiser Hilfe ist nicht keine Hilfe, sondern weise Hilfe.
  • Schulden: Das Erlassen von Schulden, gepaart mit nötigen politischen Reformen in den betroffenen Nationen, spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Armen zu helfen.
  • Grenzen: Wir Menschen müssen erkennen, daß wir als endliche und verantwortliche Wesen in einer endlichen Schöpfung leben, deren biologische Grenzen wir respektieren müssen – was unseren Verbrauch von Ressourcen genauso anbelangt wie den Anstieg unserer Bevölkerung.
  • Löhne: Vielleicht brauchen wir einen an lokale Bedingungen angepaßten globalen Mindestlohn wie auch eine Gehaltsobergrenze in Relation zum geringstbezahlten Angestellten eines Unternehmens.
  • Gerechtigkeit: Ein effektives Gerechtigkeitssystem ist zentral, um die Armut loszuwerden. Es hängt aber von den Steuern eines gesunden Wohlstandssystems ab, das wiederum ohne ein gutes Gleichheits-/Fairneßsystem nicht möglich ist.
  • Gemeinschaft: Lokale Gemeinden, Schulen, Regierungen, Unternehmen und zivile Organisationen spielen eine wichtige Rolle – sie stärken Familien und Gemeinschaften, indem sie Tugend feiern und Menschen trainieren, sie zu leben. So kann eine neue Rahmenerzählung entstehen, die der Sprache von Gottes heiligem Ökosystem oder Gottes globaler Liebesökonomie entspricht.

Wenn es eine Kraft in der Welt gibt, die stark und gut genug ist, um das zermalmende und zerstörerische Drehmoment der Suizidmaschine zu überwinden, dann findet sich diese nicht in organisierter Religion, die nach institutioneller Selbsterhaltung strebt, sondern in der Religion, die sich für das Wohl der Allgemeinheit organisiert.

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Ein Kommentar zu “[Everything Must Change] Teil 7 – Das Gleichheits-/Fairneßsystem”

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