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[Everything Must Change] Teil 3 – Jesus wieder in seinem ursprünglichen Zusammenhang sehen

15. November 2007

[Dies ist der vierte Post zu Brian McLaren’s Buch Everything Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung, zu Teil 1 und zu Teil 2. Dieses Mal wieder übersetzte Ausschnitte.]

Jesus bot seinen in ihrem eigenen Suizidalsystem gefangenen Zeitgenossen in der guten Nachricht eine ganz neue Rahmenerzählung. Die konventionelle Sichtweise auf Jesus fordert die unserer Zeit dominierende Gesellschaftsmaschine nicht heraus, sondern begünstigt ihre selbstmörderischen Tendenzen in sechsfacher Weise:

  • Jesus hat für die gesellschaftlichen Probleme der Menschheit keine Bedeutung – ihm geht es um die Schuld der einzelnen Seele vor Gott und ihr Leben nach dem Tod
  • Für die Zukunft des Planeten Erde gibt es keine Hoffnung – er wird zerstört und ersetzt werden
  • Glaube ist eine geistliche Privatsache und hat nichts mit „weltlichem“ sozialem Engagement zu tun
  • Gesegnet ist eine kleine Gruppe, die sich um ihre eigenen Interessen kümmert, der Rest der Menschheit geht leer aus
  • Gott steht bei der Verwandlung und Erneuerung dieser Welt nicht auf unserer Seite, sondern wird sie zerstören
  • Es entspricht Gottes Plan, daß es mit der Welt immer weiter abwärts geht (das wird zu einer selbsterfüllenden Weissagung)

Diese konventionelle Sichtweise hat Jesus genau in derjenigen Rahmenerzählung verortet, die Jesus eigentlich untergraben wollte. Eine neue Sichtweise kann nur dann entstehen, wenn wir Jesus in seinem ursprünglichen Kontext wahrnehmen – dem römischen Reich, dessen Rahmenerzählung völlige Unterwerfung verlangte und das Friede, Sicherheit und Gleichheit/Fairness durch Dominanz versprach. Jeder profitierte vom Imperium – außer Sklaven, Dienern, Bauern, Frauen, Soldaten, Freigeistern und den Bewohnern des Grenzlandes. Ironischerweise wurde das Kreuz, das eigentlich das Symbol der herrschenden römischen Rahmenerzählung war, zum Zeichen der befreienden Rahmenerzählung Jesu.

In der damaligen Zeit entwickelten die Juden, die sich von der Pax Romana nicht befrieden lassen wollten, ihre eigenen Erzählungen. Diese gibt es auch heute noch:

  • Imperiale oder dominante Erzählungen legitimieren die Machthaber (Sadduzäer, Herodianer)
  • Gegenerzählungen oder revolutionäre Erzählungen rufen zum Umsturz auf (Zeloten)
  • Duale Erzählungen lassen Dich in der Öffentlichkeit nach der imperialen Narrative leben, im Privatleben nach einer anderen, gezähmten Erzählung (Pharisäer)
  • Rückzugserzählungen rechtfertigen die Nichtpartizipation und Isolation von Subkulturen, welche die genannten anderen Erzählungen ablehnen (Essener)

Als Jesus seine Botschaft vom Reich Gottes verkündete, rief er dazu auf, das Leben nicht von den Erzählungen und Gegenerzählungen des römischen Reiches prägen zu lassen, sondern sich in einer anderen Erzählung wiederzufinden, der guten Nachricht, daß Gott König ist und wir in Beziehung zu Gott und Gottes Liebe leben können, statt zu Cäsar und seiner Macht. Jesus will, daß wir das große Bild erkennen, das er sah und hörte, aber zuerst brauchen unsere Augen und Ohren Heilung. Das kann geschehen, wenn wir die Bibel lesen als die Geschichte der Partnerschaft zwischen Gott und der Menschheit mit dem Ziel, die ganze menschliche Gesellschaft zu retten und die globale Zerstörung abzuwenden. Dann lautet die Botschaft Jesu:

Die Zeit ist gekommen! Überdenkt alles! Ein radikal neues Reich ist da – das Königreich Gottes! Glaubt an diese gute Nachricht und wendet euch ab von allen menschlichen imperialen, dualen, revolutionären und Rückzugs-Erzählungen. Öffnet euren Verstand und eure Herzen wie Kinder, um die Dinge auf frische Weise in dieser neuen Art zu sehen, folgt mir und meinen Worten und fangt mit dieser neuen Lebensweise an.

Aus der Betrachtung von Maria und Zacharias zu Beginn des Lukasevangeliums wird deutlich, daß Gott die Reichen und Mächtigen in ihrem Platz an der Sonne nicht rechtfertigt, sondern die imperialen Erzählungen auf den Kopf stellt, so daß ein armes, unterdrücktes und besetztes Land wie Israel wieder Hoffnung schöpfen kann, es politisch und sozial befreit wird, damit es seinem Gott ohne Furcht dienen kann. Der verheißene König wird auf sanfte und barmherzige Weise Israel dabei helfen, seinen Sünden in’s Auge zu sehen, von ihnen umzukehren und Vergebung zu empfangen, so daß das Volk aus der Dunkelheit römischer Unterdrückung zu Freiheit und Schalom – Wohlergehen und Frieden – geführt wird. Ja, Jesus behauptet später selbst, der lange erwartete Befreier zu sein, der die imperialen Erzählungen der Römer und ihrer Kollaborateure umstürzt und die Unterdrückten befreit. Aber nicht auf exklusive, parochiale oder nationalistische Weise. Selbst Außenseiter, ja sogar Nichtjuden, sind in den Geltungsbereich seiner guten Nachricht eingeschlossen. Vor Pilatus stellt Jesus klar, daß irdische Königreiche kämpfen, aber sein Königreich von einem anderen Ort stammt, ein anderes Wesen und eine andere Strategie besitzt. Statt durch Herrschaft und Gewalt Siege einzufahren, erzählt sein Reich schlicht die Wahrheit und wartet ab, wer zuhört: »Darum bin ich geboren und in die Welt gekommen, um von der Wahrheit Zeugnis abzulegen.« (Joh 18,37) Einige Stunden später hing Jesus am Kreuz, und das Reich des Pilatus hatte gewonnen. So schien es zumindest.

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Ein Kommentar zu “[Everything Must Change] Teil 3 – Jesus wieder in seinem ursprünglichen Zusammenhang sehen”

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