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[Everything Must Change] Teil 2 – Suizidalsystem

9. November 2007

[Dies ist der dritte Post zu Brian McLaren’s Buch Everything Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung und zu Teil 1. Zunächst eine Zusammenfassung, anschließend wieder übersetzte Ausschnitte.]

Im Westen half das Konzept der Postmoderne die Selbstsicherheitssucht und Unsicherheitsphobie der eigenen kolonialen Kultur zu verstehen und zu unterminieren. Diejenigen, die von den Selbstsicheren beherrscht und kolonialisiert worden waren, kamen durch das postkoloniale Denken zu neuem Selbstvertrauen. Die Verbindung von postmodernen und postkolonialen Anliegen führten Brian vom Nachdenken über interne religiöse Streitfragen zur Auseinandersetzung mit globaleren Dingen, die in seinen beiden Grundfragen angedeutet sind: Was sind heute die größten Probleme der Welt? und Was hat das Leben und die Lehre Jesu dazu zu sagen?
In seiner Beschäftigung mit unterschiedlichen Gruppierungen, die sich mit den größten globalen Problemen auseinandersetzten und Lösungsansätze fanden (Kopenhagen Konsens, die Milleniumsziele der Vereinten Nationen, der Weltbankvizepräsident J. F. Rischard, der PEACE Plan von Rick Warren etc.), versuchte Brian, ein einheitliches System zu finden, in welches die Erkenntnisse der einzelnen Gruppen integriert werden konnten. Er stieß auf die Suizidmaschine »als eine hilfreiche Metapher (unter anderen) für die Systeme, die unsere Zivilisation von Frieden und Gesundheit wegführen«. Er sieht unsere gesellschaftliche Maschine als ein aus drei ineinander greifenden Untersystemen bestehendes Supersystem. Die einzelnen Elemente sind:

  • Das Wohlstandssystem versucht unser Bedürfnis nach Glück mit Sensationen zu stillen und füttert deshalb die Kultur mit den Produkten und Dienstleistungen, welche die Leute wollen. Dazu dienen diverse Untersysteme wie Landwirtschaft, Industrie, Energie, Transportwesen, Bildung, Unterhaltung, Kommunikation etc. Wenn aber Einzelpersonen oder Menschengruppen mehr vom Kuchen haben, dann erwacht die Eifersucht. Die Gefahr, daß sich Außenstehende in das eigene Streben nach Glück einmischen, führt zum wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit.
  • Das Sicherheitssystem besteht ebenfalls aus vielen Untersystemen wie Rüstung, Geheimdienst, Grenzkontrolle, Polizei und Überwachung.
  • Das Gleichheits- bzw. Fairneßsystem: Aufgrund der Sehnsucht nach Glück, die durch das Wohlstandssystem gestillt wird, dessen Schutz wiederum durch das Sicherheitssystem gewährleistet werden soll, muß eine Gesellschaft Wege finden, wie die wachsenden Kosten des Sicherheitssystems fair verteilt werden und die Ausbreitung des Wohlstandssystems gerecht unterstützt werden kann. Darum entwickelt das Gleichheitssystem Gesetze, um die Freiheit der Menschen in ihrem Streben nach Wohlstand und Sicherheit zu beschützen; es erhebt Steuern, um die Entwicklung und Aufrechterhaltung der drei Systeme zu finanzieren; es schafft und erhält die Presse wie auch das Rechtssystem, deren Aufgabe die beständige Untersuchung und der Bericht über Ungerechtigkeiten ist. Sollten Gesetze, die Presse und die Gerichte in ihrer Aufgabe versagen, springen diverse Nichtregierungsorganisationen ein, um durch eine große Bandbreite an Projekten das Leiden zu mildern.

Die Systeme beeinflussen sich gegenseitig und brauchen einander. Aber die Gesellschaftsmaschine besteht nicht nur aus einzelnen Teilen, sondern ist selbst nur ein Teil eines größeren Systems. Wenn wir dieses nicht in Betracht ziehen, dann unterstützen wir die Maschine in ihrem suizidalen Trieb. Sie gehört zum sichtbaren Ökosystem unseres Planeten Erde und nimmt zwei Ressourcen (Masse und Energie – hauptsächlich Solarenergie, die einzig signifikante Ressource, die von außen in unser Ökoystem kommt) in sich auf und produziert Abfallprodukte, die wiederum in’s Ökosystem dringen. Manche der Ressourcen innerhalb des Ökosystems sind für uns von großer Wichtigkeit; manche reproduzieren sich nach Verbrauch, andere erneuern sich nicht und sind deshalb weg, wenn wir sie verbraucht haben. Eine Frage zeichnet sich ab, die wir dringend beantworten sollten: Wie groß sollte die Maschine im Vergleich zum Ökosystem sein? Sie könnte eine Größe erreichen, die mehr Ressourcen verbraucht, als das Ökosystem hergibt und mehr Abfall produzieren, als es absorbieren kann. Dann würde sie zu einer Suizidmaschine.

Genau wie Deine biologischen Systeme und Zellen von der Rahmenerzählung, die Du Dir selbst als Person erzählst, vereinigt, integriert, motiviert und geleitet werden, so werden auch unsere Gesellschaften von den Rahmenerzählungen, die wir uns als Gruppen erzählen, vereint, integriert, motiviert und angetrieben. Diese Erzählungen koordinieren die Sehnsüchte von Milliarden von Einzelpersonen durch die drei Systeme und sorgen so für ein Bezugssystem, in dem wir leben, handeln, wünschen und träumen. Wenn unsere Rahmenerzählung weise, stark, realistisch und konstruktiv ist, bringt sie uns auf ein hoffnungsvolles Gleis. Sollte sie aber dysfunktional, schwach, falsch, unrealistisch oder destruktiv sein, könnte sie uns auf eine abwärtsgerichtete Bahn hin zu Un-Frieden, Un-Gesundheit, Un-Wohlstand und Un-Leben führen. Schaut man sich unsere globalen Krisen und unsere Unfähigkeit, angemessen mit ihnen umzugehen, an, so läßt sich sehr stark vermuten, daß die dominierende Rahmenerzählung unserer Welt am Versagen ist. Und das in vielerlei Hinsicht:

  • sie führt uns dazu, immer mehr und immer schneller Ressourcen zu verbrauchen und Abfall zu produzieren, statt die Grenzen unserer Umwelt zu respektieren
  • sie legitimiert die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, statt uns zur Anstrengung für das Gemeinwohl zu leiten. Jede soziale Gruppierung – ob national, religiös, ethnisch, tribal, politisch oder was auch immer – wird in den Strudel des Konfliktes zwischen Arm und Reich hineingezogen und wird zu einer Partei, die nach ihrem eigenen Vorteil im Gegensatz zum Gemeinwohl strebt.
  • sie führt diese rivalisierenden Fraktionen nicht zu einer friedlichen Versöhnung. So entwickelt sich immer mehr ein Teufelskreis der Spannung zwischen dem verängstigten Weltreich der Reichen und einer wütenden globalen terroristischen Revolution der Armen.

In einer Gesellschaft, die von einer ungesunden Rahmenerzählung infiziert ist, werden diverse zerstörerische Untererzählungen wuchern, die sich um Opfer und Vergeltung drehen, um Krieg und Revolution, Rückzug und Isolation oder eine Vergottung des Kapitalismus. Das menschliche Zusammenleben auf diesem Planeten kann als ein Wirbel von Kulturen gesehen werden, die beständig an diesen Erzählungen arbeiten, sie verlieren, adoptieren oder adaptieren, während sie im Drall der großen Rahmenerzählung unseres Planeten gefangen sind, die sich langsam aber sicher zu einem tödlichen Wirbelsturm entwickelt.

Wir können unserer Krise nur beikommen, wenn wir die Rahmenerzählung verändern. Jesus hat der Rahmenerzählung der Gesellschaft seiner Zeit die Stirn geboten und eine radikale Alternative angeboten, um aus der abwärtsgerichteten Flugbahn eine aufsteigende Spirale der Veränderung und Hoffnung zu machen. Darum ist es eine der vorrangigen Herausforderungen für Jesus-Gläubige heute, sein Wirken zu verstehen und darüber nachzudenken, wie wir seinem Beispiel folgen und sein Werk weiterführen können.

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4 Kommentare zu “[Everything Must Change] Teil 2 – Suizidalsystem”

  1. [Everything Must Change] Teil 4 - Jesus neu vorgestellt » Der Sämann » Blog Archiv » [Everything Must Change] Teil 4 - Jesus neu vorgestellt sagt:

    […] Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung, zu Teil 1, zu Teil 2 und zu Teil 3. Dieses Mal wieder übersetzte […]

  2. [Everything Must Change] Teil 6 - Das Wohlstandssystem » Der Sämann » Blog Archiv » [Everything Must Change] Teil 6 - Das Wohlstandssystem sagt:

    […] Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung und zu den Teilen 1|2|3|4|5. Dieses Mal wieder übersetzte […]

  3. [Everything Must Change] Teil 7 - Das Gleichheits-/Fairneßsystem » Der Sämann » Blog Archiv » [Everything Must Change] Teil 7 - Das Gleichheits-/Fairneßsystem sagt:

    […] Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope. Direkt zur Einführung und zu den Teilen 1|2|3|4|5|6 Dieses Mal wieder übersetzte […]

  4. [Everything Must Change] Rückschau » Der Sämann » Blog Archiv » [Everything Must Change] Rückschau sagt:

    […] Teil 2 – Suizidalsystem […]


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