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[Everything Must Change] Rückschau

21. Dezember 2007

Etwas spät beende ich meine Serie zu Brian McLaren’s Buch Everything Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope mit dieser Rückschau. Nach einer inhaltlichen Zusammenfassung, die sich an Brian’s Wortlaut orientiert, folgt eine Bewertung des Buches und persönliche Gedanken zu Brian, bevor die Links zu meinen Posts über die einzelnen Teile des Buches und der Hinweis auf andere Blogs, die sich mit diesem Buch befasst haben, den Post beenden.

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Zusammenfassung

(1) Die Absicht – Als Nachfolger Christi auf dem Grund der Botschaft Jesu die Probleme dieser Welt angehen
Brian schreibt als Mensch wie Du und ich, der sich Gedanken über unsere Welt macht und das Richtige tun will, damit Gottes Wille auf der Erde getan wird. Ausgehend von seinen beiden grundlegenden Fragestellungen (a) nach den größten Problemen dieser Welt und (b) der Relevanz der Botschaft Jesu in Bezug auf diese Probleme, kam Brian zu dem Schluß, daß wir Menschen eine selbstmörderische Maschine in Gang gesetzt haben, die zu vier globalen Krisen geführt hat, die alle miteinander zusammenhängen: Die globale Ökonomie schuf durch Raubbau an der Umwelt und Mißbrauch der natürlichen Ressourcen großen Reichtum für ein Drittel der Weltbevölkerung – die Wohlstandskrise. Diese Ungleichheit führt auf der Seite der armen Mehrheit zu Ablehnung, Haß und Neid gegenüber der reichen Minderheit, was in dieser wiederum Angst und Wut auslöst – die Gleichheits- bzw. Fairneßkrise. Spitzt diese sich zu, so besteht die Gefahr eines katastrophalen Krieges zwischen den Gruppierungen an den zwei Enden des wirtschaftlichen Spektrums – die Sicherheitskrise. Aus dem Scheitern Weltreligionen, die es nicht verstanden, eine Rahmenerzählung zu schaffen, die in der Lage wäre, die drei ersten Krisen zu heilen und zu vermindern, erwuchs die Spiritualitätskrise. Brian ist der Ansicht, daß sich aus dem Leben und der Botschaft Jesu eine Antwort auf diese Krisen finden läßt, die eine Revolution der Hoffnung entfachen kann. Dazu sei es notwendig, daß sich Christen nicht mehr nur damit auseinandersetzen, wie sie (a) nach dem Tod in den Himmel gelangen oder (b) mit der Hilfe Gottes auf Erden glücklicher und erfolgreicher werden können. Die Ausgangsfrage des vorliegenden Buches lautet also: »Was müßte geschehen, damit die Nachfolger Jesu in zunehmendem Maße zu einer einflußnehmenden Kraft würden, die dem Guten dieser Welt dient?« oder etwas modifiziert: »Was könnte sich ändern, wenn wir die Botschaft Jesu – die gute Nachricht vom Reich Gottes – auf die größten Probleme der Welt anwenden würden?« Brian will das Gute und Wahre im Christentum nicht verwerfen. Statt dessen plädiert er dafür, unseren Glauben von den modernen, westlichen, kolonialen, imperialen, rationalistischen, reduktionistischen und anderen Viren zu entwanzen, die in seine Software eingedrungen seien.

(2) Die Analyse – Eine von einer fatalen Rahmenerzählung angetriebene Suizidmaschine
Brian ist der Ansicht, daß sich in unserer Welt ein selbstmörderisches System herausgebildet hat, das aus drei ineinander greifenden Subsystemen besteht. Das Wohlstandssystem versucht, unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte mit diversen Produkten und Dienstleistungen zu stillen. Wenn aber einige mehr vom Kuchen haben, erwacht in anderen die Eifersucht. Die Gefahr, daß sich Außenstehende in das eigene Streben nach Glück einmischen, führt zum wachsenden Bedürfnis nach Schutz, worum sich das aus vielen Untersystemen wie Rüstung, Geheimdienst, Polizei etc. bestehende Sicherheitssystem kümmert. Das Gleichheits- oder Fairneßsystem erläßt Gesetze, um die Freiheit der Menschen in ihrem Streben nach Wohlstand und Sicherheit zu beschützen; es erhebt Steuern, um die Entwicklung und Aufrechterhaltung der drei Systeme zu finanzieren; es schafft und erhält die Presse wie auch das Rechtssystem, deren Aufgabe die beständige Untersuchung und der Bericht über Ungerechtigkeiten ist.
Auf der höheren Ebene gehört dieses ganze System wiederum zum Ökosystem unseres Planeten Erde. Es nimmt Masse und (Solar-)Energie in sich auf und produziert Abfallprodukte, die zurück in’s Ökosystem dringen. Eine Frage zeichnet sich ab, die dringend zu beantworten ist: Wie groß sollte unser System im Vergleich zum Ökosystem sein? Es könnte eine Größe erreichen, die mehr Ressourcen verbraucht, als das Ökosystem hergibt und mehr Abfall produzieren, als letzteres absorbieren kann. Dann würde es zu einer Suizidmaschine.
Die Rahmenerzählung, die gegenwärtig unser System vereint und antreibt, wirkt insofern fatal, als daß sie (a) uns dazu führt, immer mehr und immer schneller Ressourcen zu verbrauchen und Abfall zu produzieren, statt die Grenzen unserer Umwelt zu respektieren, (b) die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich legitimiert, statt uns zur Anstrengung für das Gemeinwohl zu leiten, und (c) die rivalisierenden Fraktionen nicht zu einer friedlichen Versöhnung führt, so daß sich immer mehr ein Teufelskreis der Spannung zwischen dem verängstigten Weltreich der Reichen und einer wütenden globalen terroristischen Revolution der Armen entwickelt.

(3) Der Weg – Wie Jesus die Rahmenerzählung verändern
Wir können unserer Krise nur beikommen, wenn wir die Rahmenerzählung verändern – so wie Jesus der Rahmenerzählung der Gesellschaft seiner Zeit die Stirn geboten und eine radikale Alternative aufgezeigt hat. Darum handelst es sich um eine der vorrangigen Herausforderungen für Jesus-Gläubige heute, sein Wirken zu verstehen und darüber nachzudenken, wie wir seinem Beispiel folgen und sein Werk weiterführen können. Das damalige römische Reich verlangte völlige Unterwerfung und versprach Frieden, Sicherheit und Gleichheit/Fairneß durch Dominanz. Die Juden, die sich von der Pax Romana nicht befrieden lassen wollten, entwickelten ihre eigenen Erzählungen, die – in abgewandelter Form – auch heute noch lebendig sind: Imperiale oder dominante Erzählungen, welche die Machthaber legitimieren (Sadduzäer, Herodianer), Gegenerzählungen oder revolutionäre Erzählungen, die zum Umsturz aufrufen (Zeloten), duale Erzählungen, die zu einem Leben nach der imperialen Narrative in der Öffentlichkeit, nach einer anderen, gezähmten Erzählung im Privatleben führen (Pharisäer) oder Rückzugserzählungen, welche die Nichtpartizipation und Isolation von Subkulturen rechtfertigen (Essener). Demgegenüber lautete die Botschaft Jesu: »Die Zeit ist gekommen! Überdenkt alles! Ein radikal neues Reich ist da – das Königreich Gottes! Glaubt an diese gute Nachricht und wendet euch ab von allen menschlichen imperialen, dualen, revolutionären und Rückzugs-Erzählungen. Öffnet euren Verstand und eure Herzen wie Kinder, um die Dinge auf frische Weise in dieser neuen Art zu sehen, folgt mir und meinen Worten und fangt mit dieser neuen Lebensweise an.« Der verheißene König würde Israel dabei helfen, seinen Sünden in’s Auge zu sehen, von ihnen umzukehren und Vergebung zu empfangen, so daß das Volk aus der Dunkelheit römischer Unterdrückung zu Freiheit und Schalom – Wohlergehen und Frieden – geführt würde. In seiner Botschaft vom Reich Gottes schlägt Jesus eine ganz neue Rahmenerzählung vor und möchte, daß die Menschen ihm genug vertrauen, um seinem Weg zum Frieden eine Chance zu geben. Zwar verwendet er ebenfalls eine stark exklusive Sprache, die aber denen gilt, die selbst andere ausschließen (Schriftgelehrte, Pharisäer). Dagegen schließt er diejenigen ein, die sonst ausgeschlossen werden (Prostituierte, Sünder, Nichtjuden). So dekonstruiert Jesus das vorherrschende System der Exklusion. Es ist der Wunsch des Vaters im Gleichnis vom verlorenen Sohn, alle seine Kinder zum Fest nach Hause zu holen. Weil die Metapher vom Königreich Gottes, die Jesus verwendete, in heutiger Zeit etwas problematisch geworden ist, würde Jesus heutzutage vielleicht andere Metaphern entwickeln und vom göttlichen Friedensaufstand, von Gottes Unterror-Bewegung oder von der globalen Liebesökonomie reden. Seine ganze Rahmenerzählung ließe sich vielleicht als Gottes heiliges Ökosystem bezeichnen, in dem es darum geht, daß Gottes Traum für diese Welt wahr wird. Letztlich wirbt Jesus für eine Rahmenerzählung, in der Gott uns durch die natürlichen Systeme der Schöpfung versorgt, in der wir innerhalb dieser Systeme unsere geschöpfliche Würde, aber auch unsere Begrenzungen erkennen, in der wir unsere Verwandtschaft mit Vögeln und Blumen, Jahreszeiten und dem Erdboden feiern. Jesus nachzufolgen heißt, seinem Friedensaufstand beizutreten und Gemeinschaften zu formen, die nicht mehr durch Gewalt, Unterdrückung, Genozid, Ausschluß und Einschüchterung Frieden schaffen wollen, sondern durch Gerechtigkeit, Weitherzigkeit, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, Verfolgung zu erleiden statt sie anderen widerfahren zu lassen.

(4) Wie es praktisch wird – umdenken und andere Werte leben
Das Sicherheitssystem existiert zum Schutz und zur Unterstützung des Wohlstandssystems. Beide können nur zusammen “repariert” werden. In der Wirtschaft geht es nicht um Zahlen oder Statistiken, sondern um die immaterielle Währung des Verlangens und der Sehnsüchte. Wenn Jesus zu unseren globalen Krisen etwas zu sagen hat, dann muß er diese falsche Gottheit angehen. Dazu gehört der verantwortliche Umgang mit den Ressourcen der Erde, von denen auch unsere Nachkommen leben werden müssen. Wenn wir einen Krieg um die knapper werdenden Rohstoffe vermeiden wollen, dann müssen wir weniger verbrauchen und unabhängiger werden. Es ist Wahnsinn, zu glauben, daß wir durch “Wachstum” – den immer steigenden Verbrauch – alle Probleme lösen werden können. In seiner neuen Rahmenerzählung vom Reich Gottes wirbt Jesus für gute Taten zum Wohle der Allgemeinheit, für Zufriedenheit durch Dankbarkeit und Teilen, für Erlösung durch das Streben nach Gerechtigkeit und für Freiheit zum Gedeihen durch den Aufbau besserer Gemeinschaften. In der Liebesökonomie Gottes setzt jeder seine Gaben ein und strebt danach, aus ihnen das Beste zu machen und teilt mit den Notleidenden. Systemische Ungerechtigkeiten, von denen einige profitieren und andere benachteiligt werden, werden angegangen, damit das System immer mehr zu dem wird, was es sein kann und soll. Reiche und Arme trachten gemeinsam danach, bessere Gemeinschaften zu schaffen, die wiederum eine bessere Welt schaffen. Sie erkennen dabei, daß diese gemeinsame Anstrengung wahren Wohlstand freisetzt. Die Gerechtigkeit Gottes geht über Fairneß hinaus und schließt das Anliegen sozialer Nachhaltigkeit, Heilung und Transformation mit ein. Seine Fairneß beinhaltet eine Gnade, welche die Gesellschaft heilen und systemische Ungerechtigkeit unterminieren kann, statt einfach den Status quo zu erhalten. Systemische Ungerechtigkeit muß bloßgestellt und konfrontiert werden, wo immer sie auch auftritt und durch eine höhere Gerechtigkeit ersetzt werden, welche die der Pharisäer und Schriftgelehrten übertrifft und das Königreich Gottes widerspiegelt, wo Klassenunterschiede verschwinden, Verlorene und Ausgeschlossene ihren Platz finden und eine neue, inklusive Gleichheit Gestalt gewinnt. Um die extreme Armut auf der Welt zu überwinden, müssen wir uns für freien und fairen Handel, weise Hilfsleistungen, Schuldenerlaß, das Respektieren der ökologischen Grenzen unseres Planeten, gerechte Löhne und allgemeine Gerechtigkeit einsetzen. Außerdem müssen wir die öffentliche Meinung verändern, indem wir die Werte verändern, die Einzelpersonen und Gruppen leiten, indem wir die Vision dessen ändern, was sowohl möglich als auch wünschenswert ist, indem wir letztlich unsere Rahmenerzählung ändern. Die selbstmörderische Rahmenerzählung, die unsere Welt bestimmt, bezieht ihre Macht nur daraus, daß ihr Glauben geschenkt wird. Wir stehen vor der Wahl, ob wir es wagen, gegen die Suizidmaschine zu glauben und Jesus zu vertrauen – hin zu einer anderen Welt. Es verlangt ein “lebendiges Opfer”: Das Leben aufzugeben, das wir leben könnten und stattdessen konkrete Entscheidungen zu treffen: Anders beten, arbeiten, kaufen, wählen, essen, Geld investieren, andere Aufgaben übernehmen, unsere Mitmenschen anders behandeln, gemeinsame Initiativen unterstützen, auf gewaltfreiem Weg für gesellschaftliche Veränderungen eintreten, etc.

(5) Das Ziel
In der Welt, von der wir träumen, respektiert das Wohlstandssystem demütig die schöpfungsimmanenten Begrenzungen. Zusammen mit dem Gleichheits-/Fairneßsystem setzt es die Energie der Gemeinschaft zum Wohle aller ein, ohne daß dabei die schwächsten Glieder vergessen werden. Gemeinsam transformieren diese beiden Systeme das Sicherheitssystem, dessen Bestreben sich nun darauf richtet, menschliches Leiden zu lindern. Im Kern dieser Gemeinschaft steckt eine gute Botschaft, welche die Menschen zu Kreativität, Harmonie, Versöhnung, Gerechtigkeit, Tugendhaftigkeit, Integrität und Frieden aufruft, weil dies die Werte unseres Schöpfers sind. Wir sind alle Teile eines Reiches, eines wunderbaren Ganzen, mit einem fürsorglichen Schöpfer, der treu zu uns ist, sogar in unserer Dummheit und Sünde. Gott ruft uns zur Versöhnung mit Gott, miteinander und der Schöpfung, damit wir von den falschen Erzählungen, die uns trennen und zerstören, ablassen, und er ruft uns auf, zusammen mit ihm auf die Heilung der Welt durch Liebe und das Streben nach Gerechtigkeit und dem Wohl aller hinzuwirken. Die Vision vom neuen Jerusalem kann unserer Vorstellungskraft Hoffnung in Bezug darauf geben, was durch die gute Nachricht vom Reich Gottes aus unserer Welt werden könnte.

Fazit
Auf den ersten Blick stechen die Mängel dieses Buches in’s Auge – Cover und Titel sind viel zu reißerisch und sensationslüstern, als daß sie ernst genommen werden könnten; die Probleme dieser Welt lassen sich nicht in drei bis vier Punkten zusammenfassen; die Analyse fällt sichtlich verkürzt aus und der Weg zur Veränderung scheint mir zu idealistisch dargestellt. Dazu komme ich mit der aus meiner Sicht sehr verkürzten Deutung des Todes Jesu und der ausschließlich diesseitigen Eschatologie nicht klar. Darum bleibt mir zu viel vom klassischen Liberalismus und zu wenig reformierte Theologie. Ich hätte mir beides gewünscht. Zu Brian’s Ehrenrettung muß allerdings erwähnt werden, daß dieses Buch keine Antworten auf (klassische) soteriologische Fragen geben will, sondern einen Aufruf zum Handeln darstellt. Darum habe ich diese Passagen auch nur verkürzt wiedergegeben. Bei der Eschatologie sieht es wiederum anders aus, aber auch diese soll hier nicht das Thema sein und ich will nicht auf dem herumreiten, was mir an der Theologie dieses Buches nicht gefällt. Nein, ich will Brian ernstnehmen als belesenen und reflektierten Menschen, der seit Jahren in einem anderen Kontext als dem meinigen und mit einer anderer Biographie als der meinigen dasselbe Ziel hat, das auch mich antreibt – Jesus nachzufolgen und den Willen Gottes zu leben. Diesem Ziel dient »Everything Must Change«. Die mitreißende Schreibweise macht das Lesen zu einer Freude, die Bilder, die Brian heranzieht, illustrieren seine Gedanken und bleiben lange haften. Zwar wiederholt er sich meines Erachtens zu oft, aber dafür prägen sich die Grundgedanken schnell ein. Am Ende bleibt eine Unzufriedenheit darüber, daß es uns als Leib Jesu nicht gelungen ist, die Ideen Gottes zu verstehen und zu leben. Brian bleibt der Stachel im Fleisch einer sich selbst genügenden Existenz im christlichen Ghetto. Er legt seinen Finger in die Wunden dieser Welt und erinnert uns als Nachfolger Jesu an unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung sowie unseren lokalen und globalen Nächsten. Er läßt christlichen Individualismus hinter sich und spricht die Gemeinde als Ganze an, an der es liegt, gemeinsam auf allen Ebenen für eine Gestaltung der Welt nach der Idee Gottes zu beten und zu wirken. Darum ist »Everything Must Change« ein wichtiges Buch.

Persönliche Gedanken zu Brian McLaren
Brian’s Bücher sind mir in den letzten Jahren zur wichtigen Inspirationsquelle geworden. Weil er jenseits ausgetretener Pfade seinen Weg geht und darum ringt, Gottes Gedanken besser zu verstehen und das Verstandene zu kommunizieren. In der persönlichen Begegnung habe ich ihn als äußerst sympathischen und liebenswerten Menschen erlebt. Sein Denken hat dazu geführt, daß ich zum ersten Mal seit vielleicht fünfzehn oder sogar zwanzig Jahren die Bibel wieder so lese, als sei es das erste Mal – die Antworten, die ich hatte, zur Seite stelle, mich in meiner tradierten Auslegung biblischer Texte hinterfragen lasse und mir selbst beständig die Frage stelle: »Was ich da lese – bedeutet das wirklich das, was ich immer dachte?« Das ist für ein sehr fruchtbarer und anregender Prozess, der bislang dazu geführt hat, daß ich mich in den allermeisten meiner bisher gehaltenen Positionen bestätigt fühle, aber auch manchen Elementen meines Glaubensmosaiks anderes Gewicht beimesse als zuvor. Meine Sehnsucht nach einer Theologie, welche die Botschaft der ganzen Bibel (statt präferierter Teile) ernst nimmt, wächst weiter. Brian hat mich dazu gebracht, auf einigen Brocken, die mir bislang schwer im Magen lagen, herumzukauen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie für mich fruchtbar zu machen. Danke sehr! »We may disagree, but we are friends
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Meine Beiträge im Einzelnen

Einführung

Teil 1 – Zwei alles beherrschende Fragen

Teil 2 – Suizidalsystem

Teil 3 – Jesus wieder in seinem ursprünglichen Zusammenhang sehen

Teil 4 – Jesus neu vorgestellt

Teil 5 – Das Sicherheitssystem

Teil 6 – Das Wohlstandssystem

Teil 7 – Das Gleichheits-/Fairneßsystem

Teil 8 – Eine Revolution der Hoffnung

Andere Stimmen zu diesem Buch

  • Alan Roxburgh bringt eigene Gedanken und ein dreiteiliges Interview mit Brian, das als Audio und Video verfügbar ist. Die einzelnen Teile: 1|2|3
  • Andrew Jones bietet diese Buchbesprechung.
  • Scot McKnight endet seine Serie mit diesem Fazit.

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3 Kommentare zu “[Everything Must Change] Rückschau”

  1. dermob sagt:

    Etwas spät bemerke ich deinen superinteressanten Post, und weil du für deine sehr gute Zusammenfassung und große Mühe noch keinen Kommentar bekommen hast, hinterlasse ich einfach unbekannterweise einen.
    Vielen Dank für deine Mühe. Ich war auch mal auf einem Studientag mit Brian, und ich fand es sehr spannend. Er ist jetzt nicht der Oberchef, aber seine Fragen und Ansprüche an die Frommen sind so gut und frei machend, dass es eine wahre Wohltat ist. Er ist wie du so schön sagst: der Stachel im Fleisch einer sich selbst genügenden Existenz im christlichen Ghetto!

  2. Markus sagt:

    Eine wirklich schöne und informative Zusammenfassung! Bin gerade dabei, das Buch zu lesen, aber erst etwa einen Drittel durch. Was mir bislang unklar blieb: Welche Richtung von Eschatologie vertritt McLaren und aus welcher eschatologischen Perspektive hast du selbst das Buch gelesen? (Zitat: „Dazu komme ich mit der aus meiner Sicht sehr verkürzten Deutung des Todes Jesu und der ausschließlich diesseitigen Eschatologie nicht klar“ … was ist eine „diesseitige Eschatologie“?).
    Gerne schliesse ich mich dem Dank von Dermob an. Da steckt viel Mühe drin, ein wertvoller Beitrag!

  3. DoSi sagt:

    Hallo Markus,

    Zu Brian’s Eschatologie lass ich ihn mal lieber selbst zu Wort kommen:

    »I believe the Book of Revelation is an example of Jewish Apocalyptic which, although it may be concerned with the end of the age, is not really talking about the end of the world at all. In this, I follow NT Wright’s general line of thought, so if I’m off the ranch, so is he. I see Biblical prophecy in terms of warnings and promises, which are different from prognostications. If I had to put a name on my eschatology, I suppose I would call it „Participatory“ – meaning that God invites us to participate in God’s ongoing work in the world, leading to the ultimate victory of all that is good and the ultimate defeat of evil. Beyond that, there are a lot of eschatological details I was much surer about twenty years ago when I read the Bible less and popular end-times books more!«

    Aus einem eMail-Interview mit Andrew Jones unter http://tallskinnykiwi.typepad......ren-r.html

    Ich teile die grundsätzliche partizipatorische, missionale Stoßrichtung Brians, tendiere aber zu einer eher pessimistischen Einschätzung in Bezug auf die Frage, ob uns Transformation der Welt wirklich gelingen wird. Ich denke, daß Reich Gottes im Wirken der Gemeinde zeichenhaft als Salz und Licht aufscheinen wird (Stichwort: Kontrastgesellschaft). Die finale Neuschöpfung sehe ich als einmaligen, punktuellen Akt des Handelns Gottes an – im Gegensatz zur Sicht Brians, die mich an klassischen Postmillenialismus erinnert, auch wenn er diese Terminologie nicht mag…


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