Der Sämann

Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott







  • Buchtipps vom Sämann



    vernetzt mit Emergent Deutschland

    Das Buch vom Sämann Wie die Bibel Sinn macht

    Bücher mit dem Sämann In allen Städten und Dörfern Beziehungsweise Leben Zeitgeist
    Zeitgeist
  • Täglich Brot

    • Irisches Gebetbuch
    • Richard Foster, Dallas Willard, Walter Brueggemann (Hrsg.) – Renovaré Spiritual Formation Study Bible
  • Was ich höre

    • Bob Dylan – Nashville Skyline
    • Bon Iver – Bon Iver
    • Coldplay – Mylo Xyloto
    • Jens Böttcher – Viva Dolorosa
    • Johnny Cash – Bootleg Vol. 2: From Memphis to Hollywood
    • Johnny Cash – Bootleg Vol.3: Live Around the World
    • Johnny Cash – I Would Like to See You Again
    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
  • Was ich lese

    • Gustav Aulén – Das christliche Gottesbild in Vergangenheit und Gegenwart: Eine Umrißzeichnung
    • Manfred Scheuch – Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung
    • Saul Friedländer – Das Dritte Reich und die Juden
    • Stephen R. Covey – The 8th Habit: From Effectiveness to Greatness
    • Thomas C. Oden und Cindy Crosby – Ancient Christian Devotional: A Year of Weekly Readings
    • William Shakespeare – The Complete Works
Egoload - Analytischer Denker

Emergent Village

Friend of Missional

Firefox

Falls dieser Blog nicht richtig angezeigt wird, klicke hier

Dieser Blog ist lizensiert unter einer Creative Commons 3.0-Lizenz

ecto

apple

Döner macht schöner!

Emergent Forum – Rückschau (2) – Samstag Nachmittag und Abend

7. Dezember 2007

Nach dem entspannten Mittagessen stehen die Workshops an. Meiner dreht sich um »Missionale Kirche«. [Wen es interessiert – mehr auf diesem Blog gibt’s hier: „Missional“ vs. „Missionarisch“. Solltest Du auf diesem Blog neu sein und Dich dafür interessieren, was ich unter »Emerging Church« verstehe, dann lies doch mal dies und das. Ob Dich der missionale Virus angesteckt hast, erfährst Du hier.] Interessante Teilnehmer, leider aber driftet das Gespräch ab und dreht sich schwerpunktmäßig um die Frage, wie denn Außenstehende zu erreichen sind. Das ist zwar schade, aber in Ordnung.
Weil wir ein wenig überzogen haben, stehen für mich erstmal Kaffee und Zigarillo an. Währenddessen läuft schon die »Open Space«-Zeit. Beeindruckt registriere ich, wie viele Themen auf dem Flip-Chart stehen und wie engagiert im Raum diskutiert wird. Klasse! Die Themen sprechen mich nicht direkt an, mein Körper tendiert zu Mittagsschlaf. Den kriegt er aber nicht.

Abends spricht Brian wieder. Wir sehen ein Video mit Basketballspielern, ein weiß und ein schwarz gewandetes Team. Jedes hat einen Ball, den es sich gegenseitig zuspielt. Der Raum wird in drei Gruppen aufgeteilt. Unsere zählt die Pässe des weißen Teams. Nach einer Minute ist der Film vorbei und Brian fragt, wer den Gorilla gesehen habe. Welcher Gorilla? Die andere Hälfte des Raumes streckt und mir schwant: Da muß ein schwarzer Gorilla gewesen sein, den wir auf weiß Fokussierte nicht gesehen haben. Der Clip läuft ein zweites Mal, und tatsächlich: Ein Mensch im Affenkostüm läuft entspannt zur Mitte des Bildes, winkt in die Kamera, bleibt stehen und läuft danach entspannt wieder aus dem Bild. Krass. Brian bemerkt dazu: »What you focus on determines what you see.« Hier haben wir wieder eine Lektion gelernt. Schade, daß die Pluriformität der biblischen Botschaft selten wahrgenommen wird. Wie es anders geht, zeigt eine Predigt von Jens Stangenberg, die ich hiermit empfehle: Die sieben Farben des Evangeliums. Jens demonstriert, wie wir aufgrund unterschiedlicher Frequenzen nur Facetten des Evangeliums wahrnehmen. Sehr cool.
Brian erzählt weiter. Er spricht von Theologie als dem Prozess, ein Weltbild zu entwerfen, das auf Annahmen über Gott basiert. Wenn wir nun diese Annahmen hinterfragen, werden Menschen eingeschüchtert, weil ihr Weltbild zusammenbricht. In diesem Zusammenhang beschäftigt mich die Frage, inwiefern es sinnvoll ist, einfach nur aus Prinzip das Weltbild anderer zu erschüttern, nur um die eigene intellektuelle Überlegenheit zu demonstrieren. Wer in einem anderen Paradigma zu Hause ist, darf es meines Erachtens gerne behalten. Das neue Paradigma ist indes noch offen. Brian nennt Fragestellungen, die in unserem Jahresring aktuell seien, z.B.:

  • Wie stellt sich Gott unseren Umgang mit der Bibel vor?
  • Wovon ist Jesus uns zu retten gekommen?
  • Was ist das Evangelium?
  • Wie ist Gott?

Einmal mehr denke ich, daß die Antwort nur aus der Bibel kommen kann. Und wenn wir sie lesen, sollten wir uns nicht in einem solchen Maße auf den Gorilla konzentrieren, daß wir plötzlich die Basketballspieler aus dem Blick verlieren. Die ganze Breite sehen. Aussagen, die mir schwer im Magen liegen, auch mal aushalten.
Im Anschluß an diesen Part erfolgt für mich das Herz des Forums: Der Austausch in kleinen Gruppen über Fragen, die uns bewegen, oder die andere Menschen – Christen und Nicht-Christen – uns stellen, und die wir nicht einfach so beantworten können. Ich mag diesen Teil. »Safe Space«. Brian hat eine Atmosphäre geschaffen, die Offenheit und Wahrhaftigkeit ermöglicht. So stelle ich mir die Zukunft von »Emergent Deutschland« vor. Raum für offenen Austausch und Fragen. Andererseits stelle ich auch das in-Frage-stellen selbst in Frage. Wenn die Antwort auf eine Frage der Zweifel ist, dann ist das zwar Zweifel, aber auch eine Antwort. Als Dialektiker mag ich Menschen mit Überzeugungen. Auch wenn ich die Überzeugung an sich vielleicht nicht mag – sie ist mir lieber als ein im Brustton der Überzeugung gesprochenes: „Das kann man eh nicht wissen“. Das klingt wie: „Es ist eine objektive Wahrheit, daß es keine objektive Wahrheit gibt“. Oder: „Die einzig gültige Metanarrative ist die Ablehnung der Metanarrativen“. Das Kätzchen beißt sich in’s Schwänzchen… Lieber sage ich: „Ich weiß es nicht“. Das weiß ich dann aber sicher…
Im weiteren Verlauf des Abends geht Brian auf die Fragen ein. Ein interessanter Aspekt: Für ihn kann auch ein Anhänger einer nichtchristlichen Religion Jesus folgen. Hier wird das Eis so dünn, daß ich nicht mehr drüber laufen will. Die Nachfolge Jesu im neutestamentlichen Sinn beginnt für mich mit dem Bekenntnis: »Kyrios Iesus – Jesus ist Herr!“ Soteriologische und eschatologische Fragen kommen in’s Spiel. Wo wird ein Anhänger einer anderen Religion das neue Äon verleben? Ich weiß es nicht. Vielleicht gilt, was C.S. Lewis in den Chroniken von Narnia formuliert hat: Wer in der rechten Haltung kommt, landet immer bei Gott. Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ist, daß Jesus seine Nachfolger aussendet, alle Nationen zu Nachfolgern zu machen, indem sie sie auf den dreieinigen Gott taufen und sie alles halten lehren, was Jesus geboten hat. In dieser Spur will ich weiter gehen. Aber wie sagte Brian: »DoSi, we may disagree, but we are friends«. Yo.

Technorati Tags: ,

del.icio.us:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend digg:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend spurl:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend wists:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend simpy:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend newsvine:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend blinklist:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend furl:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend reddit:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend fark:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend blogmarks:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend Y!:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend smarking:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend magnolia:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend segnalo:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend gifttagging:Emergent Forum - Rückschau (2) - Samstag Nachmittag und Abend

23 Kommentare zu “Emergent Forum – Rückschau (2) – Samstag Nachmittag und Abend”

  1. Emergent Marburg, Hamburg & Erlangen at einAugenblick.de sagt:

    […] Dominik Sikinger: • Emergent Forum – Rückschau (1) • Emergent Forum – Rückschau (2) – Samstag Nachmittag und Abend […]

  2. Die Schneiderin sagt:

    Hallo Sämann
    Ich seh es wie Brian (die Stelle mit dem dünnen Eis, wo Du nicht drüber laufen willst).
    Ich spüre, dass es Gott nur auf die Haltung des Herzens ankommt. Ich sehe das im Römerbrief. Zum Beispiel im zweiten Kapitel.
    Macht weiter! Die Offenheit und geistige Beweglichkeit, neue Denkwege auszuprobieren, gehören für mich zu den wichtigsten Fähigkeiten, um weiter zu kommen.
    Weiterhin gutes Säen.
    Die Schneiderin

  3. Alex sagt:

    Die dünnes-Eis-Stelle fand ich auch sehr spannend. Habe es eigentlich aber schon eher so verstanden: Man kann im Kontext einer Religion/Kultur bleiben und trotzdem „Jesus ist Herr“ bekennen. Also ein Jesus-gläubiger Muslim sein, oder so. Habe auch kürzlich – war’s bei David J. Bosch? – was von verschiedenen Arten der Konversion gelesen. Vom Hardcore-Aussteiger, der für Jesus mit Kultur und Familie bricht bis zum noch komplett Integrierten, der innerhalb seiner Familie und Kultur bleibt. Als letzteres habe ich das verstanden gehabt…

  4. Peter sagt:

    Brian hat ja nicht behauptet, dass das die Lösung ist. Er hat es nur beschrieben, und der Unterschied war ihm wichtig. Aber wenn man Religionen als „Kultur“ definiert, und das kann man mit einem gewissen Recht, dann wäre das zumindest in Grenzsituationen vorstellbar. Ein Muslim, der Jesus nachfolgt, wird sicher in manchen Dingen (Gewalt in Strafrecht und als Mittel von Politik) andere Wege suchen. Aber mal ehrlich – es gibt auch viele Kompromisse von Christentum und US-amerikanischer nationalchauinistischer civil religion an genau diesem Punkt. Gleiches Recht für <alle also?

  5. [depone] sagt:

    soweit ich mich erinnere finden sich diese unterschiedlichen „formen“ der nachfolge in hirsch und frosts ›shaping of things to come‹. auf den seiten 91ff sprechen sie über kontextualisierung unter muslimen und möglichen auswirkungen der kontextualisierung auf das leben und darauf wie sie sich selbst wahrnehmen und wahrgenommen werden. (dabei berufen sie sich auf phil parshall und john travis)

    ob das eis an dieser stelle dünn wird hat viel mit unseren vorentscheidungen zu tun. wird das eis erst dann dünn wenn ich klare vorstellungen davon habe wie die kontextualisierung der nachfolge aussehen soll? vielleicht noch ein schritt weiter vorne kommt die frage ins spiel wie ich die umkehr, den beginn der nachfolge und die nachfolge an sich verstehe.

    in diesem zusammenhang plädiere ich auf jeden fall für die offenheit und empfinde das eis als gar nicht so dünn. unser umgang mit der bibel über den gerade bei peter gesprochen wird spielt hier natürlich auch noch mit rein.

  6. Alex sagt:

    Ah ja, danke. Die Sache bei Frost/Hirsch meinte ich….

  7. [depone] | Daniel Ehniss » Blog Archive » Verbindlichkeit sagt:

    […] mich spielt diese Differenzierung jedoch auch in den Bereich hinein über den es gerade auf DoSi-Blog unter dem Begriff ›dünnes Eis‹ eine Unterhaltung gibt. Auf der Suche nach Axiomen und Grundwerten hilft meiner Ansicht nach eine Hermeneutik wie ich sie […]

  8. Interessante Diskussionen | Vries-Land.de sagt:

    […] Bei DoSi wird diskutiert, ob man auch als Angehöriger einer anderen Religion Jesus nachfolgen […]

  9. Hufi sagt:

    Spannende Fragen, das alles. Ich musste auch daran denken, dass ich vor kurzem so etwas über Moslems, die Jesus nachfolgen, gelesen habe. Danke, Depone, dass du mich daran erinnerst, wo ich das las 🙂
    Ich bin immer wieder froh, dass wir nicht hier entscheiden müssen wer wahrer Christ ist oder nicht.
    Ich muss bei dieser Diskussion mal wieder an Hasos Beiträge über Himmel oder Hölle?, in denen es nicht so sehr um andere Religionen geht, die trotzdem damit zu tun haben. Dort findet man auch den schönen Satz: „Daraus baue ein System, wer kann. Ich baue daraus eine Hoffnung.“ – was ich auch zu der Sache mit dem dünnen Eis sagen würde.

  10. Tina sagt:

    Von allen Artikeln, die ich gelesen habe über das E-Forum, fand ich deinen am besten, weil ich darin Dinge erfahre, die ich wichtig finde.
    Und „zufälligerweise“ hab ich eben mir auch Gedanken gemacht über das Fragestellen (auf meinem Blog), bevor ich deinen Schrieb überhaupt gesehen hatte.
    Ja, die Zweifel sind auch eine Antwort. Aber nach meinem persönlichen Geschmack, -Zweifel in Bezug auf Gott selbst-, ein unangenehmer.

    Ja, die Antworten find ich in der Bibel. Aber die Frage, wie Gott sich den Umgang mit der Bibel vorstellt, find ich schwierig. Von mir als Theologiestudentin fordert er doch einen anderen Umgang damit als jemandem, der die Hoffnung für Alle einfach liebt? 😉 Und genau, wie kann ich dann überhaupt die Antwort in der Bibel finden, wenn ich noch nicht den Umgang mit ihr definiert habe?

    Weiter glaube ich nicht, dass Gott nur in mein Herz sieht. Er sieht alles. Und weil er Gott ist, vermag er mein komplexes Wesen am Ende richtig zu beurteilen. Wir Menschen meinen es selten böse, nicht wahr? But how do we give it?

    Was wäre, wenn Jesus heute Nacht kommen würde und dann fragt er mich, was ich im letzten Jahr so getrieben habe? I’d say: ich hab mein Denken über Evangelisation dekonstruiert und dann nicht mehr gewusst, wie man von dir weitererzählt. deswegen hab ich meiner kollegin nichts von dir gesagt im konkreteren, weil ich hoffte, dass sie den jesus in mir schon sehen würde, wenn er denn genügend da ist.
    ich habe sie auch nicht mehr zum alpha-dinner meiner gemeinde eingeladen, weil das jetzt nicht mehr der weg ist, wie man menschen zu gott führen kann.
    ist einfach out.

    und dann würde jesus vermutlich sagen: „wtf, my daughter, why didn’t you just tell her? what are you afraid of? are you afraid to lose your good reputation???“

    and I’d say: well, i think so. i’m sorry. i don’t know no nothing anymore b/c people say that everything has to change. but if this means, that you and i can’t love each other anymore, than i don’t wanna have anything to do with it.“

  11. Tina sagt:

    P.S.: Ich hab auch nicht mehr die Predigt- CD von Peter Wenz, BGG, einem nichtchristlichen Kumpel gegeben. Weil ich nicht genügend Beziehung zu ihm hatte…. Und lange, lange kam diese leise Stimme in mir hoch, gib ihm diese CD und beweg dich. Nur leider ist mein Kumpel dieses Jahr unerwartet gestorben.
    In der Predigt ging es darum, was es heißt, ein Jünger Jesu zu sein…
    Wir könnten jetzt spekulieren über dies und das. Aber ich habe nicht getan, was ich hätte tun sollen. Darum geht’s. Ob es ein kluger Weg ist oder nicht, was spielt das letzten Endes für eine Rolle? Es geht darum, was Gott draus macht. Als ob er es nicht könnte…

  12. DoSi sagt:

    Jetzt war ich den ganzen Tag weg und mir fehlt die Zeit, detailliert auf Eure Kommentare einzugehen. So wie ich den roten Faden der Bibel verstehe, muß an einem bestimmten Punkt im Leben eines Menschen ein HERRSCHAFTSWECHSEL stattfinden. Interessant ist in diesem Zusammenhang für mich Apg 26,17-18. Hier erklärt Paulus, wozu Jesus ihn gesandt hat. In Eph 2,1-10 ist das weiter ausformuliert. Alter und neuer Herrschaftsbereich stehen einander diametral gegenüber – Satan/Finsternis vs. Licht/Gott. Natürlich ist der Übergang ein gradueller, aber das Bekenntnis „Jesus ist Herr“ schließt die Absage an andere Autoritäten mit ein. Jesus ist derjenige, vor dem sich unsere Knie beugen müssen, sonst niemand. Da erkenne ich einen Absolutheitsanspruch, der auch in den Predigten der Apg deutlich wird. Das ist mehr als die Annahme eines anderen Lebensstils und anderer Werte. Zum Vergleich auch Röm 6 über die Taufe.

    Klar läßt Religion auf gewissen Ebenen mit Kultur gleichsetzen. Klar kann man von einer muslimischen Kultur geprägter Christ (der Herrschaft Jesu untertan seiender Nachfolger Jesu) sein. Aber man kann nicht Muslim und Jesus untertan sein. Denn wenn Jesus nur ein Prophet ist, dann ist er nicht Gott. Das ist nicht zu harmonisieren.

    Nochmal: Ich will nicht soteriologisch rumspekulieren, da habe ich keine Lust drauf. So wie sich Gott mir offenbart hat, ist er barmherziger und gerechter, als ich es mir vorstellen kann. Aber aus dieser meiner Vermutung und meinem mich oftmals trügenden Gefühl will ich kein Dogma machen. Die Missionsaufträge, die Jesus in den jeweils letzten Kapiteln der Evangelien gegeben hat, scheinen mir von der neutestamentlichen Kirche anders interpretiert worden zu sein, als es hier manchmal anklingt. Darauf deuten Apostelgeschichte und die Briefe des NT.

    Darum will ich von dem sprechen, was mir als klar offenbart erscheint, und das, was die Bibel offen läßt, auch offen lassen. Und offen heißt offen. Das heißt, es ist keine Entscheidung getroffen. Weder die eine, noch die andere. Mit dieser Spannung kann ich leben. Ich habe in gleicher Weise Schmerzen, wenn Menschen die eine ODER die andere Entscheidung als biblische Lehrmeinung deuten.

    Das sind meine 2 Cents.

  13. Tina sagt:

    Ich bin auch für Herrschaftswechsel. I like that!

    Greetings!

  14. Simon sagt:

    Ich finde das Bild vom Herrschaftswechsel auch wichtig – es ist nur ein Bild dafür, was es heißt, Christus nachzufolgen, aber ein wichtiges. Bei einem Menschen, der in einem muslimischen Kontext Jesus nachfolgt, würde ich mal davon ausgehen.

    Im Hinblick auf andere Religionen als Kulturen bin ich mir noch unsicher: Könnte man sagen, dass, wenn man von einem strengen Monotheismus ausgeht, andere Religionen nicht mehr als kulturelle Qualität haben können, weil dort eben nichtexistente Götter angebetet werden bzw. gar keine Götter angebetet werden? Das würde allerdings voraussetzen, dass wir Christen im alleinigen Besitz der Gotteserkenntnis sind.

    Barth ist ja noch weitergegangen und hat auch gleich analog zu anderen Religionen die christliche Religion der Kritik unterzogen und sie als selbstmächtigen Versuch, ein Gottesverhältnis aufzubauen, entlarvt. Damit kommt dem Christentum zunächst keine Sonderrolle im Konzert der Religionen zu, allerdings offenbart sich der dreieinige Gott dann ja laut Barth in Christus, in seinem Wort und in der christlichen Predigt. Offen bleibt aber auch hier, dass Gott sich auch überall sonst offenbaren könnte? Weiß jemand, ob bei Barth in diesem Zusammenhang auch von Kultur die Rede ist?

    Ihr seht, ich bin mir noch unsicher, mir ist Barths Position aber recht sympathisch.

  15. DoSi sagt:

    Naja, für mich ist es kein Bild, sondern der Herrschaftswechsel ist real. Und für mich stecken hinter den Götzen dämonische Mächte, so verstehe ich die beiden Pole in 1Kor 8 und 1Kor 10,14-22. 8: Diesen Götzen geopfertes Fleisch kann einem Christen nichts schaden, denn es gibt nur einen Gott. 10: Wer diesen Götzen dient, dient bösen Geistern.

  16. Simon sagt:

    Das habe ich vielleicht schlecht ausgedrückt. Ich meine schon auch, dass ein Herrschaftswechsel stattfindet. Aber die Vorstellung kommt doch aus der Politik, dass ich als Bürger einen neuen Herrscher (eines anderen Volkes) habe, oder?

  17. DoSi sagt:

    Da bin ich im Moment überfragt.

  18. Günter J. Matthia sagt:

    Nur mal kurz ein Dankeschön für Deine Berichte über Erlangen, da kann ich als Nichtdabeigewesener wenigstens ein paar Gedankensplitter und Impulse mitbekommen.

  19. wessnet sagt:

    Kurz und bündig: Der beste Artikel über das EF, den ich bislang gelesen habe. Vielen Dank … und: Respekt!

  20. [depone] sagt:

    vielleicht wäre es gut den gedanken des »herrschaftswechsels« näher auszuführen.

    gerade im zusammenhang mit den gedanken zu »reich gottes« und den verschiedensten aspekten die dabei zur sprache kommen, wäre es auch möglich den herrschaftswechsel systemisch zu verstehen – eben in richtung des reiches gottes, was meiner ansicht nach hand in hand geht mit einem leben gemäß gottes idee.

    ein solches leben kann in jeder kultur und in unterschiedlichster ausprägung geschehen. es kann meiner ansicht nach nicht bedeuten sich einer bestimmten religion anzuschließen – und danach hört es sich für mich hier immer noch an.

  21. DoSi sagt:

    Sehe das, was Du im mittleren Abschnitt schreibst, natürlich genauso.
    Evtl. müßten wir den Begriff »Religion« dekonstruieren, um an dieser Stelle weiterzukommen. Dafür fehlt im Moment die Zeit, aber ich freu mich auf die Mittagspause am Samstag mit Dir 😉

    Nach meinem Verständnis gehört das Bekenntnis „Jesus ist Herr“ existenziell dazu. War interessant, gestern in diesem Zusammenhang mal wieder den Römerbrief zu lesen. Und wenn Jesus Herr ist, dann gibt es keine anderen Herren mehr. Und wenn Jesus Gott ist, dann gibt es keine anderen Götter mehr. Dann geht es auch darum, mit diesen Göttern zu brechen – egal wie sie heißen. Und da geht es nicht nur um Götter wie Materialismus oder Konsum, sondern auch um sogenannte Götter verschiedener Religionen. So verstehe ich jedenfalls die Verkündigung in der Apostelgeschichte.

  22. peregrinatio » Basketball-Video sagt:

    […] Basketball-Video hat beim Emergent Forum viele tief beeindruckt. Hier kann man es zwar nicht herunterladen, aber wenigstens noch einmal ansehen […]

  23. [Everything Must Change] Rückschau » Der Sämann » Blog Archiv » [Everything Must Change] Rückschau sagt:

    […] Persönliche Gedanken zu Brian McLaren Brian’s Bücher sind mir in den letzten Jahren zur wichtigen Inspirationsquelle geworden. Weil er jenseits ausgetretener Pfade seinen Weg geht und darum ringt, Gottes Gedanken besser zu verstehen und das Verstandene zu kommunizieren. In der persönlichen Begegnung habe ich ihn als äußerst sympathischen und liebenswerten Menschen erlebt. Sein Denken hat dazu geführt, daß ich zum ersten Mal seit vielleicht fünfzehn oder sogar zwanzig Jahren die Bibel wieder so lese, als sei es das erste Mal – die Antworten, die ich hatte, zur Seite stelle, mich in meiner tradierten Auslegung biblischer Texte hinterfragen lasse und mir selbst beständig die Frage stelle: »Was ich da lese – bedeutet das wirklich das, was ich immer dachte?« Das ist für ein sehr fruchtbarer und anregender Prozess, der bislang dazu geführt hat, daß ich mich in den allermeisten meiner bisher gehaltenen Positionen bestätigt fühle, aber auch manchen Elementen meines Glaubensmosaiks anderes Gewicht beimesse als zuvor. Meine Sehnsucht nach einer Theologie, welche die Botschaft der ganzen Bibel (statt präferierter Teile) ernst nimmt, wächst weiter. Brian hat mich dazu gebracht, auf einigen Brocken, die mir bislang schwer im Magen lagen, herumzukauen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie für mich fruchtbar zu machen. Danke sehr! »We may disagree, but we are friends.« […]


Fatal error: Call to undefined function show_manual_subscription_form() in /www/htdocs/pshuttle/dosi/wp-content/themes/wp-andreas09-l10n/comments.php on line 50