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[Chrysalis] Fazit und persönliche Gedanken

31. März 2009

[Das ist der vierzehnte Post zu Alan Jamiesons Buch Chrysalis: The Hidden Transformation in the Journey of Faith. Nachdem ich in den letzten Posts Alan Jamieson übersetzt hatte, nun noch ein paar DoSi-Gedanken. Übrigens: Die gesammelten Posts zu »Chrysalis« sind ab sofort wie gewohnt in einer zentralen Übersicht zugänglich, die Du hier findest. – Anmerkung: Die nachfolgenden Gedanken hatte ich ursprünglich am 12.03. als schnellen Rohentwurf runtergeschrieben und wollte sie irgendwann noch sauber überarbeiten und ergänzen. Da ich aus Zeitgründen nicht dazugekommen bin, haue ich sie einfach mal im jetzigen Zustand raus und schließe damit die Chrysalis-Serie ab.]
Chrysalis-12
Jamieson hat eine schöne Bildsprache gewählt: Die Raupe, die sich in den Kokon zurückzieht und dann zum Schmetterling wird. Ein Bild, mit dem sich zu identifizieren nicht schwer fällt. Doch Vorsicht: Dieses Bild enthält eine Wertung. Ziel ist nicht das Raupendasein, Ziel ist nicht der Kokon, Ziel ist eindeutig der Schmetterling. Irgendwie scheint dieses Buch als Apologie auf die post-kritische Phase geschrieben zu sein… Die Gefahr, die ich darin sehe, liegt in der Tendenz, Christen in der vor-kritschen oder kritischen Phase als unreif, unfertig, vorläufig zu sehen und sich über sie zu erheben. Denn liegt es nicht nahe, sich beim Lesen dieses Buches selbst in der post-kritischen Phase zu verorten? Und (zumindest innerlich) zu anderen zu sagen »Erreiche Du erst einmal meine Stufe, dann wirst Du schon verstehen«? Ich jedenfalls habe mich dabei ertappt, wie ich Menschen in meinem Umfeld in die unterschiedlichsten Schubladen verschoben habe. Da gibt es die vor-kritischen (meist evangelikale Charismatiker), die alles nur schwarz und weiß sehen und deren Spiritualität mir begrenzt erscheint. Und es gibt die kritischen, die sich meist durch das identifizieren, wogegen sie sind, und nur zum Teil wissen, wofür sie eigentlich sind. Und es gibt (selbst ernannte?) post-kritische, die mir oft im negativen Sinne profillos erscheinen. Wenn das das Ziel sein soll, die reifste aller Stufen, dann schrecke ich davor zurück, finde sie nicht erstrebenswert. Und entdecke doch Spuren aller drei Phasen in mir. Ob Jamieson überhaupt Recht hat? Ich glaube jedenfalls nicht dass sich der Weg christlicher Glaubensentwicklung in drei (mir persönlich stark stereotypisiert erscheinenden) Standardphasen einteilen lässt. Stecke ich doch momentan nicht zum ersten Mal im Kokon… Daher glaube ich, dass solche Phasen immer wieder auftreten können, dass auch die post-kritische Phase nicht die letzte ist. (Ebenso glaube ich nicht, dass der Weg durch die Wohnungen in Teresa von Avilas Seelenburg konstant vorwärts geht, sondern beständig zwischen unterschiedlichen Zimmern hin- und herspringt. Und das Johannes vom Kreuz‘ dunkle Nacht auch nicht zwingend ein einmaliges Ereignis sein muss…) Es wäre ja auch zu einfach: Aus einem Kind, das alles nach einfachen Kritierien in richtig und falsch einteilen kann, wird – nach einer rebellierenden, ausbrechenden, türeknallenden Teeniezeit – ein toleranter und weitherziger erwachsener Mensch. 😉

Mit den genannten Einschränkungen finde ich »Chrysalis« wertvoll und hilfreich. Wer in der vor-kritischen Phase ist, dem muss das Verständnis dafür geweckt werden, dass auch andere Ausdrucksformen persönlichen Glaubens ihre Berechtigung haben. Menschen in der kritischen Phase müssen darauf hingewiesen werden, dass eine Welt beständiger Negation und Dekonstruktion keine lebenswerte darstellt. Post-Kritische dürfen wissen, dass ihre Entwicklung normal ist und noch lange nicht am Ende steht.

{Zusatz aus meinem Kopf:
Interessant finde ich den Gedanken, dieselben Entwicklungsstufen an Gemeinden anzulegen. Nun ja, wir alle meinen, vor-kritische Gemeinden zu kennen. Und vielleicht baust ja Du gerade die post-kritische Gemeinde schlechthin… Aber geht das überhaupt? Wie sieht eine solche post-kritische Gemeinde strukturell aus? Und stellt nicht die EmergingChurch-Conversation möglicherweise für viele Beteiligte den Schutzraum des Kokons dar? Wenn das so ist, dann kann es ja eigentlich keine Gemeinde geben, die von sich sagen kann: »Wir sind eine ‚Emerging Church’«. [Nebenbei bemerkt konnte ich solche Sätze noch nie leiden. Ähnlich schlimm die Frage: »Seid Ihr eine ‚Emerging Church‘?« (Meist eingeleitet mit: »Ich hab Deinen Blog gelesen.«)] Denn dann wäre EmCh mehr ein MindSet oder das Aufrechterhalten des liminalen Zustandes, aus dem dann die Inspiration kommt. Und wenn das so ist, dann liegt der Sinn der Emerging Conversation vielleicht gerade darin? Vielleicht gibt es deswegen kein „Emerging Gemeindemodell“, wenn es auch schon gewisse Grundzüge einer „Emerging Theologie“ gibt, aber das ist ein anderes Thema…}

Würde mich interessieren, was Du so denkst.

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Ein Kommentar zu “[Chrysalis] Fazit und persönliche Gedanken”

  1. Samuel sagt:

    Danke, habe nach den guten Beiträgen(ob sie das Buch adäquat repräsentieren, kann ich natürlich nicht beurteilen 😉 ) gar nicht mehr das Bedürfnis, das Buch zu lesen und habe trotzdem etwas für mich mitnehmen können. Auch deinem Denken, sich in die eine „bessere“ Phase einordnen zu wollen, kann ich mich anschließen.


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