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Archiv für die 'Wegmarken' Kategorie

[Wegmarken] Josua 18 – Die Verlosung des restlichen Landes

8. September 2007

Ganz Israel versammelt sich in Silo und richtet dort das Zelt der Begegnung auf. Sieben Stämme sind noch übrig, deren Erbe ihnen noch nicht zugeteilt war. Josua tadelt sie: „Wie lange seid ihr so lässig, daß ihr nicht hingeht und das Land einnehmt, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gegeben hat?“ Josua schickt aus jedem Stamm drei Männer in den noch nicht verteilten Rest Kanaans, die diese Region beschreiben und in sieben Teile teilen sollen. Das machen sie auch, kehren zurück, und Josua wirft das Los. Das erste Los ist das des Stammes Benjamin, dessen Territorium der Rest des Kapitels detailliert beschreibt.

Stell Dir doch mal vor, Gott würde zu Dir sagen: »Warum bist Du zu lässig, hinzugehen und das Land einzunehmen, das ich Dir gegeben habe?“ Was könnte er damit meinen und wie würdest Du reagieren?

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[Wegmarken] Josua 17 – Wachstum durch Herausforderung

30. August 2007

Das Land, welches der zweiten Hälfte des Stammes Manasse westlich des Jordans zufällt, wird verteilt. Machir, der Erstgeborene Manasses, erhält Gilead und Baschan, »denn er war ein Kriegsmann«. Zelofhad aus dem Stamm Manasse hatte keinen Sohn, weshalb Gott seinen Töchtern ein eigenes Erbteil versprochen hatte, was diese jetzt bei Josua einfordern und auch erhalten. Die Stämme Ephraim und Manasse beschweren sich darüber, daß ihr Territorium zu klein sei und die benachbarten Kanaaniter zu stark. Josua trägt ihnen auf, die umliegenden Wälder zu roden und die Kanaaniter zu vertreiben.

Gott kümmert sich um die Starken und die Schwachen, das lese ich aus diesem Kapitel heraus:

  • Die Töchter Zelofhads kommen zu ihrem Recht, auch sie werden versorgt, sie müssen sich nicht direkt an einen Mann hängen.
  • Machir, der Krieger, und die Stämme Ephraim und Manasse an sich werden vor Herausforderungen gestellt: Sie müssen sich ihr Land erst durch Kampf und Arbeit erwerben. Natürlich erfüllt Gott sein Versprechen, indem er ihnen das Land zuweist. Aber sie sind auch selbst aktiv gefordert. Ist das nicht oft so, wenn Gott uns unseren Weg offenbart? Das Land, in dem Milch und Honig fließt, steht uns zwar offen, doch haben wir auch unseren Teil beizutragen. Mich erinnert dieser Gedanke an den schönen und empfehlenswerten Film Evan Allmächtig. Dort sagt Morgan Freeman sinngemäß: „Wenn Sie Gott um Geduld bitten, glauben Sie dann, daß er Sie dann sofort mit Geduld segnen wird? Oder wird er Sie nicht vielmehr in Situationen stellen, in denen Sie Geduld lernen können? Und wenn Sie Gott um mehr Zusammenhalt in der Familie bitten, könnte es dann nicht sein, daß er Sie in eine herausfordernde Situation stellt, in der Sie als Familie einfach zusammenhalten müssen?“ Ich glaube, daß Gott meine Gebete desöfteren auf solche Weise erhört hat.

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[Wegmarken] Josua 16 – Das Land Ephraims

23. August 2007

Das Land, das den Nachkommen Josephs zufällt, wird umrissen und dann auf das Gebiet Ephraims näher eingegangen sowie dessen exakte Grenzen beschrieben. Eine Besonderheit wird erwähnt: „They did not, however, drive out the Canaanites who lived in Gezer; so the Canaanites have lived within Ephraim to this day but have been made to do forced labor.“

  • Auch beim Territorium Ephraims werden die genauen Grenzen festgehalten – die Verheißung Gottes erfüllt sich nicht irgendwie nebulös, sondern konkret, spezifisch und meßbar
  • Der Fall mit den Einwohnern Gezers erinnert mich daran, daß es gut ist, Projekte zu beenden und nicht in halbfertigem Zustand zu lassen
  • Ein zweiter Gedanke: Aus Feinden werden Zwangsarbeiter: Aus der heutigen Sicht ist das nicht schön, aber in meinem persönlichen Leben lohnt sich das Nachdenken darüber, welche von mir empfundenen Ärgernisse mir dienstbar und damit fruchtbar gemacht werden können

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[Wegmarken] Josua 15 – Das Land Judas / Kaleb nimmt Hebron ein

22. August 2007

In diesem Kapitel wird mit exakten geographischen Grenzen das dem Stamm Juda zugeloste Land beschrieben und die Namen aller Städte Judas wiedergegeben.

  • Wieder einmal wird alles genau und exakt festgehalten und so die konkrete Erfüllung der Verheißung Gottes dokumentiert. Zu einem Streit unter den Stämmen kann es nicht kommen, da alle Grenzen detailliert notiert werden.

Kaleb erhält das ihm versprochene Hebron mit Umgebung, wo er die einheimischen Riesen besiegt. Dem Eroberer der Stadt Kiriath-sepher verspricht er seine Tochter Achsah zur Frau. Kalebes Neffe Othniel macht das Rennen. Achsah erbittet von ihrem Vater noch ein Feld mit Wasserquellen, da sie mit ihrem Mann in der Wüste Negev wohnen wird. Kaleb gewährt ihr diese Bitte.

  • der alte Mann besiegt die Riesen – Gott belohnt Treue und Ausharren
  • daß Othniel seine Kusine heiratet, ist in der damaligen Zeit nichts Besonderes und bleibt im Text ohne Wertung
  • Achsah erhält von ihrem Vater auf ihre Bitte hin Wasserquellen in der Wüste. Sollte das bei unserem Vater anders sein?

Das Kapitel schließt mit einer Randbemerkung: Das Volk des Stammes Juda konnte die Jebusiter nicht aus Jerusalem vertreiben: „So the Jebusites live with the people of Judah in Jerusalem to this day.“ Für die Datierung des Buches Josua ein interessanter Vers. Dieser Text muß also vor der Zeit Davids niedergeschrieben worden sein.

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[Wegmarken] Josua 14 – Das Westjordanland / Kaleb erhält Hebron

21. August 2007

Die Kapitel 14-21 widmen sich der Verteilung des Westjordanlandes an die neuneinhalb Stämme. Die Zuteilung durch das Los nehmen Josua und der Priester Eleasar vor. Ab sofort werden die Nachfahren der Söhne Jospehs, Ephraim und Manasse, als zwei separate Stämme gezählt. V. 5 betont nochmals, daß die Aufteilung des Landes unter die Stämme ein Gebot Gottes war.
Der hauptsächliche Teil dieses Kapitels widmet sich allerdings Kaleb. Dieser erinnert Josua daran, daß Mose ihm, weil er einstmals als Kundschafter treuen Bericht erstattet hatte, denjenigen Teil des Landes versprochen hatte, den er ausgespäht hatte. Kaleb bezeugt:

And now, as you see, the Lord has kept me alive, as he said, these forty-five years since the time that the Lord spoke this word to Moses, while Israel was journeying through the wilderness; and here I am today, eighty-five years old. I am still as strong today as I was in the day that Moses sent me; my strength now is as my strength was then, for war, and for going and coming. So now give me this hill country of which the Lord spoke on that day; for you heard on that day how the Anakim were there, with great fortified cities; it may be that the Lord will be with me, and I shall drive them out, as the Lord said.

Josua segnet Kaleb und weist ihm Hebron zu, die Stadt des größten Riesen jener Tage, „because he whole-heartedly followed the Lord, the God of Israel.“

Wow. 45 Jahre des Wartens sind vorbei. Das Ausharren hat sich gelohnt. Das Versprechen wird eingelöst. Und Kaleb steht mit 85 noch voll im Saft. Im Reich Gottes gibt es keinen Ruhestand, keinen Rückzug auf’s Altenteil, kein Salatstechen in Nizza. (Man denke auch an Cäsar mit der Gießkanne in „Asterix erobert Rom“…) In jeder Lebenssituation gilt es, sich der Mission Gottes anzuschließen mit dem, was uns zur Verfügung steht. Im Fall Kalebs war das offensichtlich noch eine ganze Menge.

Übrigens: Was die Mission Gottes anbelangt, hat Toby eben schön Gesellschaftstransformation definiert. Dafür lohnt das Engagement.

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[Wegmarken] Josua 13 – Erbe und Lebens-Raum

20. August 2007

„Now Joshua was old and advanced in years“. Vieles von dem Land war aber noch nicht eingenommen, darunter das der Philister. Gott verheißt: „I will myself drive them out before the Israelites; only allot the land to Israls for an inheritance as I have commanded you.“ Damit erhält Josua den Auftrag, das Land westlich des Jordans unter den neun Stämmen und dem halben Stamm Manasse aufzuteilen. Ruben, Gad und die andere Hälfte Manasses hatten sich ja bereits im Ostjordanland niedergelassen. Deren Gebiet wird nochmals detailliert beschrieben (inklusive aller Grenzen). Besonders hervorgehoben wird der Stamm Levi: Dieser Stamm erhält nur Städte mit Weideland, aber kein eigenes Stammesgebiet. Gott selbst ist das Erbe Levis.

  • Auch wenn die Schlacht geschlagen und der Krieg gewonnen ist, gilt es, das Land vollends einzunehmen. Gott gibt die Verheißung dazu. Wieder werde ich an Röm 6-8 erinnert.
  • Gott schenkt Raum zum Leben. Konkreten, physischen Raum. Vor anderthalb Jahren hätte ich im Traum nicht daran gedacht, ohne Mietkosten in einem eigenen Haus zu wohnen. Mittlerweile habe ich mich fast schon daran gewöhnt. Trotzdem: Es ist der Hammer – Danke!
  • Gott selbst ist das Erbe Levis. Zu Abraham sagt Gott: „Ich bin Dein sehr großer Lohn“. Wir sind „Erben Gottes und Miterben Christi“. Was kann es bedeuten, »Gott zu erben«?

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[Wegmarken] Josua 12 – 33 Könige

11. August 2007

Dieses Kapitel bringt eine Zusammenfassung der Eroberungen Moses und Josuas. Die beiden Könige, die Israel und Mose besiegte, werden zusammen mit ihrem Land aufgezählt. Dasselbe gilt für die 31 Könige, die Israel und Josua überwand. Alle Namen werden genannt. Das erspare ich mir jetzt…

  • In diesem Kapitel leuchtet wieder einmal die große Bedeutung auf, die in der biblisch-israelisch-alttestamentlich-hebräisch-jüdischen Kultur auf den Rückblick, die Erinnerung an die Vergangenheit gelegt wird. Das geschieht detailliert – jeder besiegte König wird beim Namen genannt. Das Erleben des Beistandes Gottes im Sieg gegen die Feinde hat die Identität Israels bis in die Gegenwart hinein geprägt. Es sollte auch Teil unserer Identität sein, beständig der großen Taten Gottes in der Geschichte – sei es die biblische oder unsere persönliche – zu gedenken. Ein Begriff fällt mir in diesem Zusammenhang immer wieder: „Rückwärts gewandt vorwärts schreiten“. Im Handeln Gottes in der Vergangenheit die Verheißung auf zukünftiges Handeln Gottes erkennen.
  • Mose wird erinnert als „der Diener Gottes“. Wow – welch ein Erbe! Woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie nach Deinem Tod an Dich zurückdenken?

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[Wegmarken] Josua 11 (2) – Die weiteren Feldzüge Josuas

2. August 2007

Die Erzählung
Nachdem in den vorangehenden Kapiteln einzelne Feldzüge und Schlachten besonders beleuchtet wurden, folgt im zweiten Teil von Josua 11 eine kurze Zusammenfassung über die weiteren Eroberungsfeldzüge Israels. Josua nahm das ganze Land Kanaan ein und benötigte zum Sieg über all die anderen Könige „a long time“. Außer den Gibeonitern gab es keine andere Nation, mit der Israel Frieden schloß. Gott verhärtete das Herz der Kanaaniter, so daß sie gegen Israel in den Krieg zogen, damit sie komplett vernichtet würden und keine Gnade empfingen, sondern ausgelöscht würden, wie Gott es Mose geboten hatte. In einer Randnotiz wird noch erwähnt, daß Josua die Anakim fast ganz auslöschte – nur in Gaza, Gad und Aschdod blieben welche übrig. Das wird später noch von Bedeutung sein, denn mit den Nachfahren dieser Riesen (einer davon Goliath) wird es Israel noch zu tun bekommen. Das Kapitel endet folgendermaßen:

So Joshua took the whole land according to all that the Lord had spoken to Moses; and Joshua gave it for an inheritance to Israel according to their tribal allotments. And the land had rest from war. (RSV)

Notizen

  • Der Plan ist erfüllt, das Land ist eingenommen. An dieser Stelle wird vorweggenommen, was in späteren Kapiteln ausgeführt werden wird: Jedem Stamm Israels wird per Losverfahren ein Teil Kanaans übertragen. Was Gott seit Abraham immer wieder verheißen hatte, ist wahr geworden. Wenn Gott ein Wort spricht, dann gilt das. Auch wenn es lange dauern und der Augenschein widersprechen mag – was Gott verspricht, das wird er halten. Also: Kopf hoch!
  • „Und das Land hatte Ruhe vom Kriege.“ Oft finden sich im Alten Testament Stellen, in denen Land/Boden personifiziert wird. Weil ich glaube, daß es sich dabei um mehr als nur um schöne Bildsprache handelt, habe ich seit Jahren vor, (im Rahmen einer größeren Arbeit) diese Thematik intensiver zu studieren. Mittlerweile habe ich auch etwas Literatur angesammelt, von der ich leider nicht allzu überzeugt bin. Darum die Frage: Solltest Du von Ansätzen zu einer „Theologie des Landes“ wissen – egal ob Monographie, Teil einer AT-Theologie oder Kosmologie, Exkurs in einem Kommentar, Artikel in einer Zeitschrift – was auch immer: Bitte melde Dich und gib mir Bescheid! Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
  • Auf krasse Weise wird hier die „dunkle Seite Gottes“ sichtbar. Die Elberfelder Bibel übersetzt Vers 20 folgendermaßen: „Denn vom HERRN kam es, daß sie ihr Herz verstockten, so daß es zum Krieg mit Israel kam, damit an ihnen der Bann vollstreckt würde, ohne daß ihnen Gnade widerführe, sondern daß sie vernichtet würden, wie der HERR dem Mose befohlen hatte.“ Deutlicher geht es nicht – wer wie ich davon ausgeht, daß die ganze Schrift nach 2Tim 3,16 gottgehaucht ist, und sich nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden geben will, wird sich auch solchen Aussagen stellen müssen, die auf den ersten Blick nicht in ein neutestamentliches Gottesbild passen wollen. Oder doch? In Röm 9,17-23 nimmt Paulus das Beispiel des von Gott verhärteten Herzen des Pharao zum Anlaß, um eine Lanze für die Souveränität Gottes zu brechen. Dem Schöpfer ist es gestattet, mit seinen Geschöpfen nach seinem Gutdünken zu verfahren. „Wer bist Du, daß Du mit Gott rechten willst?“ Gedanken, die uns schwer im Magen liegen.
  • Israel hat unter Josuas Führung zwar „the whole land of Canaan“ eingenommen, allerdings bleiben Widerstandsnester wie der Streifen am Mittelmeer oder Jerusalem, die dem Volk immer wieder Probleme bereiten werden. Dies erinnert mich an das, was Paulus in Röm 6 und 7 beschreibt: Die Sünde ist in unserem Leben entmachtet, allerdings nicht beseitigt. Sie ist besiegt, aber nicht entfernt. Immer wieder erhebt sie ihr Gesicht, wir aber sollen sie nicht herrschen lassen. Durch das innere Wirken des Heiligen Geistes werden wir immer mehr dem Bild Jesu gleichgestaltet. Vollkommen los werden wir die feindliche Macht aber erst bei der Auferstehung/Verwandlung, die Paulus in 1Kor 15 beschreibt.

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[Wegmarken] Josua 11 (1) – Israel erobert den Norden Kanaans

2. August 2007

Mehrere Könige aus dem Norden Kanaans schmieden eine Allianz gegen das Volk Gottes: „They came out, with all their troops, a great army, in number like the sand on the seashore, with very many horses and chariots.“ Die bis dato größte Bedrohung für Israel. Aber Gott sichert seinen Beistand zu. Er sagt zu Josua: „Do not be afraid of them, for tomorrow at this time I will hand over all of them, slain, to Israel; you shall harmstring their horses and burn their chariots with fire.“ Am nächsten Tag startet Josua einen blitzartigen Angriff, Gott gibt die Feinde in die Hand der Israeliten, die sie verfolgen und erschlagen. Danach wendet sich Josua gegen die feindlichen Städte, erobert sie, tötet alles Volk und Israel macht große Beute. Damit ist auch der nördliche Teil Kanaans unter der Kontrolle Israels. Der Abschnitt endet mit dem Satz: „As the Lord had commanded his servant Moses, so Moses commanded Joshua and so Joshua did; he left nothing undone of all that the Lord had commanded Moses.“

  • Wieder einmal macht Gottes Gegenwart und Eingreifen den entscheidenden Unterschied aus. Aus dem Hören auf die Weisung Gottes heraus handelt Josua. Gottes „in-die-Hand-Israels-geben“ der Feinde und das Kämpfen des Volkes gehen Hand in Hand. So darf es bei uns ruhig auch sein.
  • Beachtlich ist der Abschlußsatz: Gott gibt Mose ein Gebot, der gibt es an Josua weiter, und der erfüllt es. Das erinnert mich an Paulus, der Timotheus anweist, das, was er von Paulus gehört hat, treuen Menschen anzuvertrauen, die tüchtig sind, wieder andere zu lehren. Wem gibst Du weiter, was du von Gott empfangen hast?
  • Josua ließ nichts ungetan von dem, was der Herr geboten hatte. Ein beeindruckendes Vorbild!

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[Wegmarken] Josua 10 (2) – Erinnerungen an Jesus und ein totaler Triumph

31. Juli 2007

Die Erzählung
Nach ihrer Niederlage bei Gibeon fliehen die fünf Könige und verbergen sich in der Höhle von Makkedah. Josua bekommt Wind davon, läßt die Höhle mit großen Steinen verschließen und stellt eine Wache auf. Danach läßt er zunächst einmal die fliehenden Feinde verfolgen und jeden auslöschen, der es nicht in eine der befestigten Städte geschafft hat. Dann wird die Höhle geöffnet. Josua heißt die Anführer seiner Soldaten ihren Fuß auf den Nacken der gefangenen feindlichen Könige setzen. Dabei sagt er zu ihnen: »Do not be afraid or dismayed; be strong and couragous; for thus the Lord will do to all the enemies against whom you fight« (RSV) Anschließend werden die Könige erschlagen und an fünf Bäumen aufgehängt. Am Abend werden die Leichname abgenommen und wieder in die Höhle geschafft, die ein weiteres Mal mit schweren Steinen verschlossen wird. Im Anschluß daran nimmt Josua Makkedah, Lachisch, Libna, Eglon, Hebron und Debir ein. Weil Gott für Israel streitet, erobert Josua in einem Streich den ganzen Süden Kanaans. Dabei erschlägt er nach dem Gebot Gottes alles, was lebt.

Gedanken
Ich kann nichts dafür, die Geschichte Jesu ist eben in meinem Kopf, und darum teile ich auch in der heutigen Episode mit, was mich an Jesus erinnert:

  • die Könige in der Höhle zu Makkedah waren Herrscher über jeweils einen Stadtstaat – Jesus war, ist und bleibt Herrscher des Alls, König der Herrlichkeit
  • freiwillig verbergen sich die Könige in der Höhle – Jesus wurde in ein Felsengrab geworfen, nach dem er gewaltsam hingerichtet wurde und doch freiwillig in den Tod gegangen war
  • Israels Soldaten verschließen die Höhle mit schweren Steinen – römische Soldaten wälzten einen Stein vor das Grab Jesu
  • die Könige waren gefangen, verschlossen in der Höhle – Jesus ist daraus hervor gebrochen, nichts konnte ihn aufhalten
  • Israels Soldaten entfernten den Stein vor dem Höhlengefängnis – den Stein vor dem Grab des Herrn der Herrlichkeit rollte ein Engel weg
  • die Könige in der Höhle zu Makkedah wurden gefangen herausgeführt, ganz passiv – Jesus war Subjekt und Objekt der Auferstehung: Er ist auferstanden und wurde auferweckt
  • die Könige in der Höhle zu Makkedah kamen als Gefangene heraus – ein freieres Frei-sein als dasjenige, das Jesus eignete, ist nicht vorstellbar
  • die israelitischen Soldaten setzten ihren Fuß auf den Nacken der Könige – Jesus hat in seinem Tod der Schlange den Kopf zertreten, nach dem sie ihn in die Ferse gestochen hatte (Gen 3,15 – okay, wir können darüber streiten, ob das Durchtreten des Kopfes noch aussteht oder überhaupt geschehen wird, vgl. Offb 20…); Jesus hat seinen Jüngern die Macht übertragen, auf Schlangen und Skorpione zu treten (Luk 10,19) und Gott „wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze“ (Röm 16,20)
  • die Könige wurden vor ihrem Tod verhöhnt und zur Schau gestellt – Jesus wurde vor seinem Tod ebenfalls verspottet, hat aber, als er aus dem Grab hervorgebrochen ist, „die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht“ (Kol 2,15)
  • die Könige wurden nach ihrem Tod aufgehängt – Jesus starb als Aufgehängter

Es ist erstaunlich, wie vieles sich da finden läßt. Und das war nur der Anfang – vielleicht fällt Dir ja noch viel mehr ein. Die Rabbinen sagen ja, jedes Wort der Schrift sei wie ein Edelstein in der Sonne: Jedesmal, wenn wir ihn drehen, glitzert und leuchtet und funkelt er auf neue Weise. Ein wunderbares Bild.
Jedenfalls veranstaltet Josua nach dem Töten der Könige auf das Geheiß Gottes hin eine ethnische Säuberung im Süden Kanaans. Natürlich drängen sich hier Fragen auf, die ich auch schon in den vergangenen Posts zur Seite geschoben habe, weil das ganze Buch Josua voll davon ist. Viele haben Schwierigkeiten mit diesem grausamen Gottesbild, das in diesem Buch vermittelt zu werden scheint. Dabei ist das Thema „Heiliger Krieg – Gott kämpft für Israel“ ein Motiv, das sich durch das ganze AT zieht. Da ich am Ende des jeweiligen biblischen Buches immer einen Rückblick poste, werde ich an jener Stelle auf dieses Thema eingehen. Für das heutige Kapitel läßt sich sagen: Durch den Beistand Gottes erringt Israel einen totalen Triumph über die feindlichen Völker. Ebenso hat Christus den Sieg über alle widergöttlichen Mächte bereits errungen, sein Reich ist unter uns, aber der totale Triumph wird erst dann sichtbar werden, wenn „er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat“ (1Kor 15,24), Gott „alles in allem“ sein wird (1Kor 15,28), alle Tränen abwischen wird, und weder Tod, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein wird (Offb 21,4). Dann werden wir nicht mehr – soviel sei hier vorweggenommen – in einem dunklen Bild rätselhafte Umrisse sehen, sondern Gott von Angesicht zu Angesicht erkennen und unsere Fragen werden beantwortet sein. Dann ist auch der letzte Feind vernichtet (1Kor 15,26), und nicht nur der schmale Streifen zwischen Jordan und Mittelmeer, sondern die ganze neue/erneuerte Erde wird den umfassenden Shalom Gottes genießen. Auch hierauf deutet das Buch Josua, deshalb soll es an dieser Stelle auch erwähnt sein.

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[Wegmarken] Josua 10 (1) – „Sonne, steh still zu Gibeon!“

30. Juli 2007

Adoni-Zedek, der König Jerusalems, bekommt es ob der Stärke Israels mit der Angst zu tun und verbündet sich mit den Königen der vier weiteren Amoriterstädte Hebron, Jarmuth, Lachisch und Eglon. Gemeinsam greifen sie die Stadt Gibeon an, deren Einwohner sich ja den Friedensvertrag mit Israel ergaunert hatten. Josua eilt den Gibeonitern zu Hilfe und wird von Gott darin bestärkt: „Do not fear them, for I have handed them over to you; not one of them shall stand before you.“ (RSV) Gott bringt Panik über die Feinde, so daß Israel die Oberhand gewinnt. Gott „wirft Steine vom Himmel“, so daß mehr Amoriter durch den Hagel sterben, als durch das Schwert der Israeliten. Berühmt geworden sind die Verse 12-14:

„Damals redete Josua zum HERRN, und zwar an dem Tag, als der HERR die Amoriter vor den Söhnen Israel dahingab, und sagte vor den Augen Israels: Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis das Volk sich an seinen Feinden gerächt hatte. Ist das nicht geschrieben im Buch Jaschar? Die Sonne blieb stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen, ungefähr einen ganzen Tag lang. Und es war kein Tag wie dieser, weder vorher noch danach, daß der HERR so auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn der HERR kämpfte für Israel.“ (ELB)


Gedanken:

  • Der Feind schließt sich zusammen. Angesichts der großen Übermacht bekommt Josua kein Fracksausen, sondern hält sich an den von den Gibeonitern erschlichenen Bund. Gott stellt sich dazu: Erst sichert er Josua seinen Beistand zu, dann läßt er es hageln und zum Schluß gewährt er das Wunder der beinahe doppelten Tagesdauer. Eindeutiges, parteiisches, übernatürliches Eingreifen Gottes, ohne das Israel (wie so oft seit dem Exodus) wohl untergegangen wäre. So wird aus einer drohenden Niederlage der Sieg über eine feindliche Übermacht, der Israel die Vorherrschaft in dieser Region Kanaans sichert.
  • „Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!“ So gebietet Josua den Himmelskörpern. Und Gott hört auf die Stimme Josuas. Ist das nicht anmaßend? Hätte das auch schief gehen können? Aus welcher Autorität heraus tut Josua das? Können wir das auch? Mir fällt auf, daß Josua zuerst „zum Herrn“ redete, bevor er den Planeten gebot. Aus der Begegnung mit Gott erhält Josua die Erkenntnis dessen, was zu tun ist. Er handelt nicht eigenmächtig. Das soll mir ein Vorbild sein! Nicht kleingläubig zurückschrecken, aber auch nicht wahllos irgendwelchen Bergen gebieten, sich in’s Meer zu heben, in der Hoffnung, daß mein Glaube groß genug sein möge. Nein, aus der Offenbarung des konkreten Willens Gottes heraus gilt es zu handeln.
  • „Äh, aber die Sonne bewegt sich doch gar nicht!“ Oft bildete dieser Text den Anlaß, die Historizität der in der Bibel berichteten Ereignisse in Frage zu stellen. Mein Ansatz: Weil ich an die Inspiration der Heiligen Schrift glaube, gehe ich davon aus, daß es an diesem Tag tatsächlich ca. zwei Tage lang nicht dunkel wurde. Aus der Sicht Josuas „blieb die Sonne mitten am Himmel stehen“. So wie auch wir vom „Sonnenuntergang“ sprechen, obwohl wir doch wissen, daß es die Erde ist, die sich dreht.
  • Randnotiz: Der Name des Amoriter-Königs von Jerusalem, Adoni-Zedek, bedeutet übersetzt „Herr der Gerechtigkeit“. Faszinierend, wie hier ein heidnischer König als Typos auf den wahren Herrn der Gerechtigkeit und König von Jerusalem, Jesus Christus, deutet!
  • Was das Buch Jaschar ist? Man könnte es auch als das „Buch des Geraden/Frommen/Redlichen/Aufrechten“ übersetzen. Worum es sich dabei handelt? Keine Ahnung…

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[Wegmarken] Josua 9 – Die List der Gibeoniter

11. Juli 2007

Feindliches Bündnis
Einige Könige Kanaans bekommen es mit der Angst zu tun und schmieden ein Bündnis gegen Josua und Israel.

  • Solltest Du Dein Leben mit Gott leben, wird es immer wieder auch Kräfte geben, die nicht an Deinem Wohlergehen interessiert sind. Kein Grund zur Panik, aber zur Wachsamkeit.

Die List der Gibeoniter
Die Bewohner Gibeons wählen eine andere Taktik: Sie gehen zu Josua und geben vor, von weit her gekommen zu sein. Sie hätten von den großen Taten Gottes gehört, davon, was er in Ägypten und auch bei den Siegen Israels über die Könige Sihon von Heschbon und Og von Baschan (listigerweise werden Jericho und Ai nicht erwähnt…) getan hat. Darum seien sie gekommen, um Israel ihre Dienste anzubieten.

  • Nicht nur mit offenem Widerstand ist zu rechnen, sondern auch mit List, Täuschung und Verdrehung, die vordergründig im Gewand des Gotteslobes daherkommt

Ein fataler Fehler
Die Führer Israels untersuchen die Sache, aber „fragen nicht nach der Weisung Gottes“. Daraufhin schließt Josua einen Bund mit den Gibeonitern und garantiert ihr Leben.

  • Auffallend ist hier, daß „die Führer Israels“ die Prüfenden sind, wo an anderer Stelle immer explizit von Josua als dem Handelnden gesprochen wurde.
  • Wieder tritt das „Josua-Prinzip“ auf: Nach Gottes Weisung wird nicht gefragt, sondern eigenmächtig entschieden. In diesem Fall eindeutig der falsche Weg.

Das böse Erwachen und eine zweite Chance
Nach drei Tagen kommt das böse Erwachen, als Israel die Städte der Gibeoniter erreicht und deren wahre Identität zutage tritt. Die Führer des Volkes wollen/können den Eid nicht brechen, den sie den Gibeonitern vor Gott geschworen haben. Das Volk Israel murrt. Als Josua die Gibeoniter zur Rede stellt, erfährt er, daß sie von dem Auftrag Gottes an Mose, die Bewohner Kanaans auszurotten, wußten und deshalb um ihr Leben fürchteten. Die Israeliten wollen die Gibeoniter umbringen, die Josua aber rettet. Er macht sie zu Arbeitern für Israel.

  • An dieser Stelle denke ich (wieder einmal) an Jesus. Nach drei Tagen kommt der Betrug der Gibeoniter an’s Licht. Sie werden von Josua gerettet und zu Arbeitern für das Volk Gottes gemacht. Jesus (dessen Name im Hebräischen dem Namen Josuas entspricht) ist am dritten Tag auferstanden und hat die Wahrheit Gottes an’s Licht gebracht, uns errettet und zu seinem königlichen und priesterlichen Eigentumsvolk gemacht. Eine interessante Parallele.
  • Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die Gibeoniter, die sich durch Lug und Trug das Überleben erkämpft haben, eine zweite Chance erhalten und dem Gottesvolk eingegliedert werden – jenem Gottesvolk, dessen Stammväter Abraham und Isaak sich ebenfalls durch Täuschung („Das ist gar nicht meine Frau“) ausgezeichnet hatten und dessen Namensgeber Jakob/Israel sich durch Trug und Täuschung das Erstgeburtsrecht samt des väterlichen Segens erschlichen hatte – von seiner trickreichen Täuschung Labans und Bereicherung an dessen Vieh ganz abgesehen…

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[Wegmarken] Josua 8 – Josua erobert Ai und erneuert den Bund Israels mit Gott

10. Juli 2007

Der Auftrag Gottes
Gott gibt Josua den Auftrag, mit allen kampffähigen Männern gegen Ai zu ziehen, einen Hinterhalt hinter der Stadt zu legen und mit Ai dasselbe zu machen wie mit Jericho. Einziger Unterschied: Diesmal können die Israeliten Vieh und eroberte Güter als Beute behalten.

  • Selbst eine scheinbar leichte Aufgabe wie die Einnahme Ais kann nicht mit halber Kraft erledigt werden – es benötigt alle Soldaten Israels sowie einen göttlichen Plan. Eine notwendige Erinnerung an mich, nicht einfach drauflos zu handeln und Dinge nebenher erledigen zu wollen, sondern das Reden Gottes zu suchen und dann konzentriert an die Umsetzung zu gehen. Gut, daß nächste Woche beim diesjährigen Live2Gether Zeit dafür ist.
  • Die Beute aus Ai dürfen die Israeliten behalten – war das Gut Jerichos als Erstlingsopfer für Gott zu sehen?

Die Zerstörung Ais
In einem dreitägigen Feldzug lockt Josua die Bewohner Ais aus der Stadt heraus. Auf das Geheiß Gottes, der Ai in die Hand der Israeliten gegeben hat, hin, gibt Josua das Zeichen, auf das hin die im Hinterhalt verborgene Division die Stadt einnimmt. Alle Einwohner werden getötet, große Beute gemacht, der König aufgehängt, Ai in Schutt und Asche gelegt und auf dem Leichnam des Königs ein Steinmal zur Erinnerung errichtet. Das strikte Befolgen der Weisung Gottes bringt einen umfassenden militärischen Sieg.

Die Erneuerung des Bundes
Auf dem Berg Ebal baut Josua einen Altar, auf welchem Brand- und Dankopfer dargebracht werden. Danach schreibt er auf Steine das Gesetz Moses (wohl die Zehn Gebote, sonst hätte er viel zu schreiben gehabt…) und liest anschließend das ganze mosaische Gesetz (vielleicht das Buch Deuteronomium? oder Lev-Deut? oder noch mehr?) Wort für dem ganzen Volk vor. So wird Israel ein weiteres Mal auf das Halten des Bundes eingeschworen.

  • Offensichtlich hatte Josua zumindest Teile des Pentateuch zu seiner Verfügung (wie auch aus Jos 1,8 geschlossen werden kann). Soviel zum Thema: „Das haben die im babylonischen Exil verfasst.“
  • Nach dem Sieg kommt der Dank an Gott und das Bekenntnis dazu, an ihm festhalten zu wollen. Als Opfer wird wohl das Beste der Beute dargebracht worden sein. Vorbildhaftes Verhalten.

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[Wegmarken] Josua 7 – Die Sünde Achans und die Niederlage bei Ai

9. Juli 2007

Ein Blick hinter die Kulissen
Während der Eroberung Jerichos vergreift sich Achan aus dem Stamm Juda an den gebannten Gütern aus der Stadt. Gottes Zorn entbrennt über Israel.

Eine unerwartete Niederlage
Josua schickt nun Spione aus, um Ai, die nächste Stadt, die es einzunehmen gilt, auszukundschaften. Ihr Fazit: Es ist nicht nötig, das ganze Heer zu schicken, zwei- bis dreitausend Mann sind genug. 3.000 Mann ziehen also los, es kommt zum Kampf, die Israeliten fliehen vor den Kriegern Ais, 36 Mann werden getötet und „das Herz des Volkes schmolz und wurde wie Wasser“.

Trauer und Klage
Josua und die Ältesten Israels zerreißen ihre Kleider, streuen sich Staub über den Kopf, fallen auf ihr Angesicht vor der Bundeslade. Josua klagt: „Gott, warum hast Du uns überhaupt hierher gebracht? Wenn wir vernichtet werden, was wirst Du dann für Deinen Namen tun?“
Mir fällt auf, daß Josua zwar auf die Ehre des Namens Gottes bedacht ist, aber dennoch Gott als den Schuldigen für die Niederlage ausmacht und nicht nach möglichem eigenen Versagen fragt. Josua hatte meinem Empfinden nach eigenmächtig gehandelt, indem er auf das Wort der Kundschafter hin seinen Schlachtplan entworfen hatte. Immer wieder wird dieses Motiv im Buch Josua auftauchen: Strebt das Volk aktiv nach einer Offenbarung des Willens Gottes, so sind ihre Unternehmungen von Erfolg gekrönt. Handelt Josua aber eigenmächtig, muß er empfindliche Rückschläge hinnehmen. Hätte er in dieser Situation die Gegenwart Gottes gesucht, wäre er, so denke ich, auf die Übertretung Achans aufmerksam gemacht worden.

Die Antwort Gottes
Gott spricht: „Warum liegst Du da? Israel hat gesündigt, den Bund übertreten, gestohlen. Darum haben sie keine Chance gegen ihre Feinde. Ich werde nicht mit Euch sein, wenn das Gebannte nicht zerstört wird.“
Das aktive Übertreten der Weisung Gottes katapultiert das Volk aus dem Bund und entzieht Gottes Beistand.

Die Entlarvung des Übertreters
Auf das Geheiß Gottes hin wird Achan am nächsten Tag vor dem ganzen Volk als der Schuldige entlarvt. Er bekennt, einen schönen Mantel, Silber und Gold gesehen, begehrt und gestohlen zu haben.
Eine psychologische Einsicht: Auf das Sehen folgt das Begehren, welches zur sündigen Handlung führt. Hier denke ich an Jesu Wort in Mt 5,28: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ Auch werde ich an Jak 1,14f erinnert:

Ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Hier zeigt sich dieselbe Reihenfolge: Aus dem Sehen wird Begehren, das zur Sünde führt. Gut, daß der Heilige Geist im Herzen des Gläubigen Genügsamkeit wirkt. Warum alles konsumieren und erstreben und haben müssen, wenn unser himmlischer Vater versprochen hat, uns zu versorgen (Mt 6,31-34; 1Tim 6,6-11)?

Die Bestrafung des Übertreters
Josua „und ganz Israel“ nehmen Achan, das Diebesgut (Mantel, Silber, Gold), seine Söhne und Töchter sowie sein Vieh und sein ganzes Eigentum, steinigen und verbrennen sie. Danach wird ein großer Steinhaufen auf ihnen errichtet – ein Erinnerungs- und Mahnmal. Gottes Zorn wendet sich von seinem Volk.
Warum eine solch harte Strafe? Der Text liefert eine Letztbegründung nicht. Das Gebannte in Jericho sollte zerstört werden bzw. Gottes Eigentum sein. Vielleicht wurde hier auch während der Jungfernzeit des Volkes im verheißenen Land ein Exempel statuiert, ähnlich wie das bei der Rotte Korach nach dem Exodus (Num 16) und Hananias und Saphira in der jungen Gemeinde (Apg 5) war. Jedenfalls ist klar: Sünde schadet nicht nur der eigenen Person, den Mitmenschen und der Welt, sondern ist immer auch (und vorrangig) ein Vergehen gegen Gott und darum ernst zu nehmen.

Ein Blick auf Christus
Die Sünde eines Israeliten bringt Verderben über das ganze Volk, so wie die Sünde Adams allen Menschen den Tod gebracht hat (vgl. Röm 5,12). Durch die Bestrafung Achans wird der Zorn Gottes vom Volk genommen. Hier denke ich an die Worte von Paulus aus Röm 5,18-21:

Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Die Zeiten haben sich geändert. Das ist gut. Aber auch für uns gilt: Sünde ist zu erkennen, zu benennen und zu bekennen. Gottes Vergebung ist gewiß (1Jo 1,9).

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[Wegmarken] Josua 6 (2) – Die Einnahme Jerichos

3. Juni 2007

Israel führt die Anweisung Gottes aus, zieht sechs Tage lang jeweils einmal um Jericho, am siebten Tag dann sieben Mal. Vorn die Priester und die Bundeslade. Beim siebten Mal werden die Trompeten geblasen, das Volk brüllt und die Mauern Jerichos stürzen in sich zusammen. Gottes Volk nimmt die Stadt ein. Alles Lebende wird erschlagen. Rahab und alle in ihrem Haus werden gerettet. Die Stadt wird niedergebrannt, nur Silber, Gold, bronzene und eiserne Gefäße kommen in den „Schatz des Herrn“. Josua spricht einen Fluch über eine mögliche Wiedererrichtung der Stadt aus. Das Kapitel endet mit der Feststellung: „So the Lord was with Joshua; and his fame was in all the land.“

Schwer liegt dieser Bericht im Magen von so manchen. Ein Gott, der solch grausame Greuel befiehlt, könne nicht der Vater Jesu Christi sein. Ich wehre mich dagegen, finde ich doch keine innerbiblischen Hinweise für eine multiple Persönlichkeitsstörung Gottes. Auch die Annahme daß es sich bei diesem Bericht um die geschönte Propaganda der siegreichen Israeliten handelt, ist für mich nicht akzeptabel. Mein Verständnis der Bibel bringt mich dazu, das hier Geschilderte als von Gott intendiert anzusehen. Und damit liegt Josua 6 auch schwer in meinem Magen. Gott, so lehrt mich dieses Kapitel wieder einmal, ist nicht so, wie ich ihn haben will. Gott ist souverän. Wer hat des Herrn Ratschluß erkannt? Seine Gedanken sind höher als die meinigen, darum will ich mich nicht daran wagen, seine Beweggründe zu hinterfragen. Daran ist bereits Hiob gescheitert.

Weil der biblische Erzähler aus der Sicht Israels berichtet, will ich nicht die Perspektive Jerichos einnehmen, sondern am Text bleiben. Der erzählt mir davon, wie Gott sein Versprechen wahr macht. Einst hatte er Abraham verheißen, daß er dessen Nachkommen aus der Knechtschaft befreien und zurück nach Kanaan führen würde. Beinahe wahnwitzig mag dies dann auch in den Ohren Moses geklungen haben. Aber an dem Tag, da die Mauern Jerichos fielen, erfüllte sich ein weiteres Stück der Verheißung. Das gehorsame Volk erlebt die Treue Gottes. Rahab, die sich auf die Seite Israels geschlagen hatte, wird errettet, erkannt an dem roten Seil, das als Erkennungszeichen aus ihrem Fenster hing. Ein rotes Seil, das an das Blut des Passalammes erinnert, welches auf das Blut Jesu deutet, das auch mich rettet.
Alles Lebende in Jericho wird erschlagen. Es steht unter dem Bann. Der alte Sauerteig muß fort. Strikte Absonderung ist Gottes Gebot gewesen. Heute kokettiere ich meist mit dem goldenen Mittelweg. Dieses Kapitel fordert mich wieder neu heraus zu fragen: Was ist meinem Leben-mit-Gott dienlich? Was nicht? Wie weit ist zu weit? Und welcher Anteil von meinen Ressourcen sollte dem Schatz des Herrn zufließen, dem Aufbau seines Reiches – in welcher Gestalt auch immer?

Wie so oft – mehr Fragen als Antworten…

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[Wegmarken] Josua 6 (1) – Verschlossen? Offen! Auch wenn’s komisch klingt…

24. April 2007

Die Einwohner Jerichos fürchten sich vor Israel und verschließen ihre Stadt. Gott aber spricht zu Israel: „Ich habe euch die Stadt übergeben“. Und Gott gibt die (mittlerweile legendäre) Anweisung an sein Volk, angeführt von den Priestern mit der Bundeslade an sechs Tagen einmal um Jericho zu ziehen. Am siebten Tag sollen es dann sieben Umläufe sein. Beim letzten Mal sollen die Trompeten geblasen werden und das ganze Volk laut schreien. Darauf werde dann die Stadtmauer Jerichos einfallen.

Eine Episode, die zum Nachdenken anregt. Eine verschlossene Stadt. Keine Chance für Israel, sie einzunehmen. Eigentlich. Aber „was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott“. Eine interessante Aussage: „Ich habe euch die Stadt übergeben“. Gott ist der Eigentümer, der Entscheidungen zu treffen hat. Und er hat Israel die Stadt übergeben. Zu einem Zeitpunkt, da Jerichos Mauern noch hoch aufragen, hat der Allmächtige seinen Entschluß schon getroffen, wie die Vergangenheitsform deutlich macht: Ich habe euch die Stadt übergeben. Sie gehört bereits euch. Auch wenn der äußere Anschein etwas völlig Anderes nahelegt.

Aber obwohl Gott Jericho schon an sein Volk übergeben hatte, mußte Israel die Stadt noch einnehmen. Und wie sollte das geschehen? Auf eine Weise, die für menschliche Ohren absolut lächerlich klingt: Sechs Tage lang einmal im Gänsemarsch um die sich wahrscheinlich außerordentlich amüsierenden Feinde herum, das ganze am siebten Tag gleich nochmal (Randnotiz: Zumindest einmal in dieser Woche wurde der Sabbat gebrochen…) und dann einmal Krach machen. Absurd. Eigentlich.

Was ich aus dieser Geschichte gelernt habe:
Entscheidend ist nicht, was vor meinen Augen ist, sondern was Gott mir sagt (Aber bitte, bitte, bitte: Verwende diese Erkenntnis nicht dazu, irgendwelche Schriftstellen aus dem Zusammenhang zu reißen und dann zu proklamieren, was Gott Dir anscheinend alles übergeben hat – er trifft seine Entscheidungen souverän und ist nicht mit einem Kaugummiautomaten zu vergleichen, der bei Einwurf einer Münze [eines Gebetes, des richtigen Bekenntnisses, Glaubenskraft Stufe 7 etc.] das gewünschte Produkt [Heilung, Sieg etc.] ausspuckt. Gott hält sich nicht zwangsläufig an von Menschen aufgestellte „biblische Prinzipien“… Nebenbei war es Gottes einmalige Strategie für Israel damals, Jericho zu umkreisen. Lustig, wie oft ich es schon erlebt habe, dass aus einer Gebetszeit heraus „ein Eindruck da war“, man solle jetzt siebenmal im Gebet um das zu bebetende Gebäude/Gelände marschieren – und nie ist das gewünschte Ergebnis eingetreten…)

Für Dich:
Was scheint Dir verschlossen? In welcher Situation Deines Lebens bekommst Du kein Bein auf den Boden? Vielleicht ist es wieder einmal angebracht, Deine eigenen Anstrengungen zu beenden, nach Gottes Gedanken zu suchen und ihm einfach zu gehorchen. Was könnte wahnsinniger klingen, als zwölfmal um eine Stadt rumzurennen und beim dreizehnten Mal dann Zeter und Mordio zu brüllen? Aber diese Strategie war Gottes Strategie. Vielleicht war sie auch eine Lektion in Demut, bei der Israel lernen sollte, sich nicht auf Heer oder Kraft zu verlassen, sondern auf den Geist Gottes… Warum sollte es bei Dir anders sein?

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[Wegmarken] Josua 5 (4) – Der Fürst über das Heer des Herrn

18. April 2007

In der Nähe der Stadt, die als erste eingenommen werden muss, sieht Josua „einen Mann mit einem gezückten Schwert“. Josua fragt ihn, ob er zu ihnen oder zu den Feinden gehört. Eine sehr interessante Frage, will mir scheinen. Josua gibt damit seine Identität preis. Fürchtet er sich nicht? Begegnet er diesem Mann allein? Ist er bewaffnet? Begibt er sich mit dieser Frage nicht in Todesgefahr? Nun ja, die Bibel lässt es offen… Der Mann antwortet: „Ich bin als Fürst über das Heer des Herrn gekommen“. Daraufhin fällt Josua sofort vor ihm nieder, betet ihn an und fragt ihn: „Was befiehlst Du Deinem Knecht zu tun, mein Herr?“ Der geheimnisvolle Fürst erwidert: „Zieh Deine Schuhe von Deinen Füßen, denn der Ort, auf dem Du stehst, ist heilig“. Josua tut es und die Erzählung bricht ab.

Gedankensplitter:

  • Das „Heer des Herrn“ ist nicht zwingend das Heer Israels. Josuas Besucher steht wie ein „neutraler“ da, fast wie eine dritte Partei. Ist diese Deutung zulässig, dann höre ich eine Ermahnung, meine Sache nicht mit Gottes Sache zu verwechseln, auch wenn ich in göttlicher Mission unterwegs bin.
  • Vielleicht ist das „Heer des Herrn“ auch das Heer Israels. Dann ist Josuas Besucher gekommen, um die Befehlsgewalt zu übernehmen. Ist diese Deutung zulässig, dann höre ich eine Ermahnung, auch dann, wenn ich in göttlicher Mission unterwegs bin, ständig nach den Anordnungen der höheren Instanz zu fragen.

Wer ist der „Fürst über das Heer des Herrn“?

  • Das kann ein von Gott eingesetzter Befehlshaber sein, eine Engelmacht
  • Das kann Gott selbst sein – Wer ist der Sohn meines Vaters? Ich! Wer ist der Fürst über das Heer des Herrn? Der Herr! Ich tendiere zur Annahme, dass es sich hierbei um Gott gehandelt hat. Warum? Zunächst einmal lässt der Fürst die Anbetung durch Josua zu. Das machen Engel im Normalfall nicht (siehe Offb). Nur Satan würde es zulassen, aber diese Deutung ist mir zu ultraweit hergeholt… Also Gott. In meinem Hinterkopf höre ich die Worte des Johannes: „Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.“ Also schließe ich mich einer sehr umstrittenen Deutungsvariante an und tendiere zur Annahme, dass es sich hierbei um Jesus gehandelt haben könnte, der denselben Namen wie Josua trägt und dessen Vor-Bild Josua ist.

Josuas Reaktion
„Was befiehlst Du Deinem Knecht zu tun, mein Herr?“ – In der Begegnung mit Gott ist die einzig angebrachte Reaktion die des Josua: Unterwerfung – Anbetung und Dienstbereitschaft.

Die Erinnerung an Mose
„Zieh Deine Schuhe aus, die Stätte, darauf Du stehst, ist heilig.“ Heilig und abgesondert ist der Ort nicht an sich, sondern aufgrund der manifesten Gegenwart Gottes. Das Ausziehen der Sandale meint auch einen weiteren Akt der Unterwerfung unter einen Höheren. Hier ist die Erinnerung an Mose deutlich. Dessen Berufung am Dornbusch begann mit denselben Worten aus dem Mund Gottes. Vielleicht ein weiterer Hinweis auf die Identität des Fürsten über das Heer des Herrn. Mose zog daraufhin zurück nach Ägypten und führte Israel heraus aus der Knechtschaft, durch das Rote Meer in die Wüste. Josua hat seine Berufung schon hinter sich, auch den Jordan hat er schon durchzogen.

Wie geht es weiter?
Josua reagiert auf die Anweisung des Fürsten. Wahrscheinlich hat er sich an Mose erinnert, als das Gebot zum Ausziehen der Schuhe kam. Josua tut dasselbe. Unterwirft sich unter Gott. Was ihm der Fürst über das Heer des Herrn gesagt hat, ist nicht überliefert. Wahrscheinlich hat er den Auftrag Josuas nochmals bestätigt. Im Bewußtsein des Beiseins Gottes konnte der Fürst über das Heer Israels an die kommenden Aufgaben machen.

Gut zu wissen, dass der Fürst über das Heer des Herrn nicht fern ist!

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[Wegmarken] Josua 5 (3) – Das Ende des Manna

16. April 2007

Bei Gilgal feiern die Israeliten das erste Passa in Kanaan. Sie gedenken der großen Taten Gottes beim Auszug aus Ägypten und dem Durchzug durch’s Rote Meer, erinnern sich an seine Führung, Bewahrung und Versorgung in der Wüste bis zum Durchzug durch den Jordan. Am nächsten Tag endet das Manna. Die übernatürliche Versorgung hat ein Ende, die Zeit in der Wüste ist vorbei. Ab sofort essen sie von den Früchten Kanaans.

Einiges geht mir in Verbindung mit diesem Abschnitt durch den Kopf. Gott ist derjenige, der das Volk in’s Leben gerufen und ihm eine „Verfassung“ gegeben hat. Auf übernatürliche Weise hat er sein Volk in der Wüste ernährt. In den Propheten spricht er mit besonderer Freude über diese „Jugendzeit“ Israels. Nun erfolgt ein Schritt weiter in die Selbständigkeit des Volkes. Eine Randnotiz nur, ein Nebensatz: „An demselben Tage hörte das Manna auf“. Von jetzt an ist Israel herausgefordert, sich im Schweiße ihres Angesichts selbst zu versorgen, das Land zu bebauen und Vieh zu züchten, um sich davon zu ernähren. Wachteln und Manna fallen nicht mehr vom Himmel. Eigenverantwortung ist gefragt. Dabei bleibt Gott derjenige, der sie versorgt, der Gras und Getreide wachsen läßt und Regen sendet. Sein Wirken steht hinter allem.

In meinem Leben-mit-Gott scheint es ähnlich zu sein. Frühe Jahre der intensiven Erfahrungen mit Gott wurden von einer Übergangsphase der Wüstenzeit abgelöst, in welcher das Land karg schien, Gottes Versorgung aber deutlich erkennbar war. Seit einigen Jahren bin ich selbst herausgefordert, das Land zu bearbeiten, Gottes Nähe zu suchen und ihm Raum zu schaffen. Wichtig sind mir dabei geistliche Übungen wie Meditation, Stille, Fasten, Feiern, Reflektion, Zweierschaft etc. geworden. Ähnlich dem Rhythmus von „Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ gibt es intensivere Zeiten der Gottesbegegnung und Zeiten, die mehr von Arbeit und Streß geprägt sind. Das Kirchenjahr ist mir eine wertvolle Hilfe zur Zeiteinteilung und Schwerpunktsetzung geworden, ebenso wie andere jüdische oder kirchengeschichtlich gewachsene Traditionen. Gott ist immer noch derjenige, der hinter allem wirkt und mich beschenkt. Aber das Manna fällt nicht mehr immer nur vom Himmel. Es will auch selbst angebaut werden.

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[Wegmarken] Josua 5 (2) – Beschneidung der zweiten Generation

14. April 2007

Auf die Anweisung Gottes hin beschneidet Josua die neue Generation der Israeliten, die nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüsten aufgewachsen und bislang noch nicht beschnitten waren. Damit ist „die Schande Ägyptens von Euch abgetan“, sagt Gott.

Die Knechtschaft unter dem fremden Herrn ist vorbei. Zur parallelen Meditation empfiehlt sich hier Römer 6. Die Beschneidung, die Gott Abraham und seine Nachkommen aufgetragen hatte, ist das äußere Zeichen für den Bund Israels mit Gott. Diese Menschen haben ihr ganzes Leben in der Wüste verbracht. Nun steht die Einnahme Kanaans kurz bevor. Ich denke daran, wie die Taufe das Ende des vergangenen Lebens und den Beginn eines neuen signalisiert. (Einmal mehr verstehe ich die Praxis der Kindertaufe nicht…) Hoffnung auf das Kommende verbindet sich mit der Einwilligung in den Bund mit Gott, der das neue, jetzt beginnende und ewig währende Leben schenkt. Er ist es, dessen Herrschaft wir uns unterstellen. Er hat Israel damals sicher durch die Wüste und durch den Jordan zur Eroberung Kanaans geführt. Er führt mich und Dich täglich weiter. Immer wieder gibt es Zeiten der Umkehr und der Neuausrichtung, so wie sie Israel an jenem Tag erlebt hat. Vielleicht kommst Du auch aus der Wüste, hast ein Gespür dafür, wo Gott mit Dir hin will. Aber es geht (noch?) nicht weiter. Vielleicht steht erst noch die Beschneidung an – Altes abzulegen und sich neu Gott zu weihen. Dies war ein Teil der Vorbereitung des Volkes Israel auf die Eroberung des verheißenen Landes. Die Schande Ägyptens ist abgetan.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur.
Das Alte ist vergangen
Siehe, Neues ist geworden!

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[Wegmarken] Jousa 5 (1) – Gott bereitet den Weg

13. April 2007

Israel ist durch den Jordan gezogen und hat in Gilgal ein Steinmal aufgerichtet. Die Könige der Amoriter westlich des Jordans und die Könige der Kanaaniter am Mittelmeer hören, daß Gott sein Volk durch den Jordan geführt hat. Ihre Herzen schmelzen und ihr Geist verlässt sie.
Gott bereitet seinem Volk den Weg. Erst durch’s Rote Meer. Dann durch die Wüste. Jetzt durch den Jordan. Und es ist schon absehbar, daß das so weitergehen wird. Die Feinde zittern. Gott eilt sein Ruf voraus. Die Mächte, die sich gegen Gott und sein Volk stellen, bekommen es mit der Angst zu tun.

Ich will an dieser Stelle nicht über gerechten bzw. heiligen Krieg im Alten Testament nachdenken. Das ist mir zu hoch, ich halte es mit David und „gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar sind“ (Ps 131). Mir reicht es an dieser Stelle zu wissen, dass Gott diese Geschichte wollte und angeordnet hat. Israel wird in ein fremdes Land geschickt, hinein in die Auseinander setzung mit Völkern, die größer und zahlreicher sind als sie. Aber: Gott ist dabei! Die Herzen der feindlichen Könige zittern und schmelzen.

Warum zitterst Du
Und Dein Herz schmilzt?
Ist es nicht Gott
Der Dir den Weg bereitet?
Der Dich bei seiner rechten Hand hält?

Ist Gott für uns,
Wer kann wider uns?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben –
Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Wer will verdammen?
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?

Nichts, nichts und niemand!

„Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen
und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen!“

Wenn Du in einer Phase des Umbruchs steckst, es in ein neues Land hineingeht, Du aus der Wüste kommst und vor dem zitterst, was vor Dir liegt, dann sei gewiß (auch wenn es abgedroschen klingt): Gott ist schon dort, im neuen Land, er kennt Deinen Weg, er bereitet Dich vor und wird Dich hindurchtragen.

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