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Archiv für die 'Spiritualität' Kategorie

[Foster] Unaufhörliches Gebet

9. Februar 2007

{Dies ist der fünfzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12| 13|14}

„Wenn der Geist gekommen ist, um in jemandem zu wohnen, dann kann diese Person niemals aufhören zu beten; denn der Geist betet ohne Unterlaß in ihm. Ob er schläft oder wach ist, in seinem Herzen findet die ganze Zeit Gebet statt. Er mag essen oder trinken, er mag ruhen oder arbeiten – der Weihrauch des Gebets wird spontan aus seinem Herzen aufsteigen. Das schwächste Rühren des Herzens ist wie eine Stimme, die still und verborgen zum Unsichtbaren singt.“ (Isaak der Syrer)

Gewöhnliche Menschen aus allen Zeiten sagen uns, daß die beständige Unterhaltung mit Gott möglich ist. „Laß das Gedenken an Jesus sich mit Deinem Atem verbinden“, rät Juliana von Norwich und Kallistos meint, unaufhörliches Gebet bestehe in der beständigen Anrufung des Namens Gottes. Frank Laubach berichtet: „Beständig in der Nähe Gottes zu bleiben, ihn zum Gegenstand meines Denkens und zum Gegenüber meiner Gespräche zu machen, ist das Erstaunlichste, was mir jemals begegnete.“

Durch einen praktischen und verständlichen Prozeß können wir auf dieselbe Weise leben. Außerdem ist beständige Gemeinschaft in mancherlei Hinsicht einfacher als unsere normale Art des Betens. Dadurch, daß wir regelmäßig Verbindung aufnehmen, entwickeln wir Intimität und Ausgeglichenheit. Warum letzteres? Weil wir feste Gewohnheiten der Gerechtigkeit entwickeln. Im Laufe der Zeit werden diese „heiligen Übungen“ ihr integratives Werk tun, so daß Beten leicht, natürlich und spontan wird – schwerer wird es sein, sich des Gebetes zu enthalten. Unaufhörliches Gebet spricht irgendwie Frieden in’s Chaos. Wir beginnen, etwas von der kosmischen Geduld Gottes zu erfahren. Unsere zerbrochenes und zerstückeltes Handeln fokussiert sich auf einen neuen Referenzpunkt. Wir erfahren Frieden, Ruhe, Klarheit und Festigkeit in der Ausrichtung unseres Lebens. Aber all dies entsteht nicht von allein. Wir müssen es wollen, es mit verzehrender Leidenschaft wollen.

Als Christen in der Geschichte danach strebten, der biblischen Weisung, ohne Unterlaß zu beten, zu folgen versuchten, entwickelten sie zwei grundsätzliche Formen unaufhörlichen Gebets. Die eine ist formaler, liturgischer, die andere dialogorientierter und spontaner.

Das eine ist das „Breath Prayer“, Gebet beim Atmen. Ein einziger Satz, der sich beständig wiederholt. Der berühmteste ist das Jesus-Gebet: „Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sei mir Sünder gnädig“. Suche Deinen eigenen Satz, die Sehnsucht Deines Herzens, eine einzelne Fürbitte wie z.B. „Lehre mich Sanftmut, Vater“ oder „Herr, zeige mir Deinen Weg“ etc. Und dann bete Dein Atem-Gebet so oft, wie es Dir möglich ist. Laß es Gott tief in den Tiefen Deines Geistes einpflanzen. Sei nicht in Eile oder verändere Dein Gebet zu schnell. Bete diesen Satz immer und immer wieder, beständig und unaufhörlich, bis er sich mit Deinem Atmen verbunden hat und jeder Atemzug zum Gebet wird.

Die zweite Form ist das „Einüben der Gegenwart Gottes“. [Es geht zurück auf Bruder Lorenz, Thomas Kelly und Frank Laubach]. Diese schlichte Praxis besteht darin, im freudigen Bewußtsein der Gegenwart Gottes durch den Tag zu gehen und beständig flüsternde Lob- und Anbetungsgebete aus dem Herzen fließen zu lassen. Lorenz rät uns, aus unserem Herzen eine private Kapelle zu machen, wohin wir uns von Zeit zu Zeit zurückziehen können um friedlich, demütig und liebevoll mit Gott Gemeinschaft zu haben. Er ermutigt uns dazu, innerliches Gebet zur letzten Tat des Abends und ersten des Morgens zu machen.

Wer das „Gebet ohne Unterlaß“ erfahren will, benötigt erstens Disziplin in seinen Übungen, zweitens muß dann dieses Werk ins Unterbewußte übergehen, drittens in’s Herz und viertens die ganze Persönlichkeit durchdringen. Es wird wie unser Atem oder unser Blut, das sich durch den ganzen Körper bewegt. Das Gebet entwickelt einen tiefen Rhythmus in uns.

Im inneren Heiligtum unserer Seele wartet Gott auf uns. Er heißt uns dort willkommen, wo wir, in den Worten von Madame Guyon, ein „beständiges inneres Verweilen“ erfahren können. Und das Schöne daran: Der Ertrag übersteigt den Aufwand bei Weitem.

„Herr unser Herrscher, wie herrlich ist Dein Name in allen Landen!“ Die nächtlichen Sternbilder singen Dein Lob. Die ganze Schöpfung scheint mit Dir, dem Meister-Dirigent, in Harmonie zu sein. Alle, außer mir. Warum? Warum will ich allein meine eigene Melodie singen? Oh, ich bin gewiß ein stures Geschöpf. Vergib mir.
Ich wünsche mir, umfassender und öfter in Harmonie mit Dir zu sein. Ich wünsche mir eine beständige, unaufhörliche Kameradschaft. Bitte, nähre dieses Verlangen in mir, das im Moment so klein und unscheinbar erscheint. Möge ich eines Tages wie ein Baum werden, „gepflanzt am Wasser, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. In allem, was er tut, floriert er.“
Um Jesu willen.
Amen.

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[Foster] Sakramentales Gebet

7. Februar 2007

{Dies ist der vierzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13}

Sakramentales Gebet ist inkarnatorisches Gebet. Gott hat sich in seiner Weisheit dazu entschlossen, uns sein Leben durch sichtbare Realitäten zu vermitteln. Dies ist ein großes Geheimnis. Gott, der reiner Geist ist, völlig frei von allen geschöpflichen Begrenzungen, erniedrigt sich angesichts unserer Schwäche und offenbart sich uns durch das Sichtbare und Physische. Brot und Wein sind von sakramentaler Kraft erfüllt. Der Reichtum und die Tiefe einer guten Liturgie kann uns zu hoher und heiliger Ehrfurcht erheben. Die Wärme und Intimität spontaner Anbetung kann uns in atemloses Staunen versetzen. In unserer Spiiritualität ist Raum für beides.

Ich habe herausgefunden, daß regelmäßige Andachtsgewohnheiten eine skelettähnliche Struktur formen, an der ich die Muskeln und das Gewebe beständigen Gebets anbringen kann. Ohne diese äußere Struktur hält die innere Sehnsucht meines Herzens einfach nicht zusammen. Die Bibel ist voll von Ritualen, Liturgien und Zeremonien aller Art. Jesus hat aller Wahrscheinlichkeit nach von frühester Kindheit an am liturgischen Leben seines Volkes teilgenommen. Während nicht alle Formen sakramentalen Gebets liturgisch sind, so sind doch alle recht empfangenen Liturgien sakramental.

Zunächst einmal hilft uns liturgisches Gebet, das Sehnen unseres Herzens, das ausgedrückt werden will, in Worte zu fassen. Zweitens vereinigen wir uns im liturgischen Gebet mit der Gemeinschaft der Heiligen, die vor uns dieselben Worte zu Gott gesprochen haben. Drittens hilft uns liturgisches Gebet, der Versuchung, spektakulär und unterhaltsam zu sein, zu widerstehen. Viertens widerstehen wir dadurch der Versuchung zur privaten Religion und fünftens vermeiden wir dabei allzugroße Vertrautheit, die Verachtung erzeugen könnte. Die Intimität des Gebets muß sich immer mit der unendlichen Distanz des Geschöpfes zum Schöpfer die Waage halten. Liturgien sind dazu da, das beste an christlicher Andacht zu erhalten und dadurch bewahren sie uns vor den neuesten Marotten. C.S. Lewis sagte einmal: „Der Auftrag an Petrus war: Weide meine Schafe, nicht: Starte Tierversuche mit meinen Ratten“.

Die Psalmen sind immer schon gleichzeitig sowohl das Gesang-, als auch das Gebetbuch der Gemeinde gewesen. Wenn Du Psalmen singst, dann singe sie betend. Laß zu, daß die Worte Dich zur Ruhe bringen, dazu, Dich niederzulassen, in die Tiefe zu führen. Wer mit vorgefaßten Gebeten nicht vertraut ist, findet in den Psalmen die bestmögliche Einführung. Wenn wir ganze Passagen auswendig lernen, senken sie sich tief in unser Herz und werden auf diese Weise unser spontanes Gebet befruchten und formen.

Im Herzen allen christlichen Gebets ist die Feier des Abendmahls, des heiligen Gemeinschaftsmahles. Hier findet sich fast jeder Aspekt des Gebets: Examen, Buße, Bitte, Vergebung, Betrachtung, Danksagung, Feier und viel mehr. In fast vollkommener Weise verkörpert das Abendmahl den zentralen Kern des Gebets: Wir nehmen ganz an den Handlungen teil, aber die Gnade, die daraus kommt, stammt allein von Gott. Alle Sinne sind beteiligt: Wir sehen, wir riechen, wir fühlen, wir schmecken. Wir hören die Einführungsworte: „Dies ist mein Leib. … Dies ist mein Blut.“ Kurz gesagt ist das eucharistische Gebet das vollständigste Gebet, das wir auf dieser Seite der Ewigkeit jemals darbringen können. Christus ist wahrhaft unter uns gegenwärtig, sein Leben teilt sich uns wahrhaft mit, aber wie das alles funktioniert ist ein heiliges Geheimnis.

Wenn ich vom Sakrament des Wortes spreche, dann meine ich mehr als nur Predigen, obwohl ich das Predigen natürlich mit einbeziehe. Das Wort steht gleichzeitig für mehrere Dinge: Jesus, der göttliche Logos; die Schrift, das geschriebene Wort Gottes; und das Aussprechen der Wahrheit Gottes durch Menschen unter der Kraft und Eingebung des Geistes. E.M. Bounds bemerkte: „Die Art unseres Betens bestimmt den Charakter unseres Predigens. Schwaches Gebet führt zu schwacher Predigt. Das Gebet verleiht der Predigt Stärke, Salbung und Schärfe.“ Wie können wir dabei helfen? Indem wir beständig für den Prediger beten. Aber es gibt noch etwas wichtigeres: Heiliges Zuhören. Wir hören mit dem Verstand, und wir hören mit dem Herzen. Die ganze Zeit nehmen wir unser Leben unter die Lupe und beten um Möglichkeiten, das Gehörte anzunehmen und umzusetzen.

Ich habe keinen Geist, ich bin ein Geist. In derselben Weise habe ich keinen Leib; ich bin ein Leib. Dasselbe gilt für Dich. Allerdings beten wir viel zu oft, als ob wir entkörperlichte Geistwesen seien. Es ist höchste Zeit, daß wir ein christlich-inkarnatorisches Verständnis unserer Leiblichkeit wiedergewinnen. Gottes Gnade wird uns über unsere Körper vermittelt. Wir beten Gott durch unseren Leib an. Wir beten mit unserem Körper und wollen deshalb unser Gebet auch auf vielfältige Weise durch unseren Leib ausdrücken. Ein erfülltes Gebetsleben besteht aus unendlicher Vielfalt. Wir kommen in liturgischer Würde und charismatischem Jubilieren vor Gott. Beides ist für eine ganzheitliche Gebetserfahrung entscheidend.

Unser Vater, der Du im Himmel bist,
Geheiligt werde Dein Name.
Deine Königsherrschaft komme,
Dein Wille geschehe,
Auf Erden so wie das im Himmel der Fall ist.
Gib uns heute unser tägliches Brot.
Und vergib uns unsere Übertretungen,
Wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig werden.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns vom Bösen.
Denn Dein ist das Reich, und die Macht,
Und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.

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Foster: Das Gebet der Ruhe

1. Februar 2007

{Dies ist der dreizehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12}

Ruhe. Ruhe. Ruhe in Gottes Liebe. Das einzige Werk, das jetzt von Dir gefordert wird, ist seiner kleinen leisen Stimme in Deinem Innern die volle Aufmerksamkeit zu geben. (Madame Jeanne Guyon)

Durch das Gebet der Ruhe platziert Gott seine Kinder im Auge des Sturmes. Wenn alles um uns in Chaos und Verwirrung versinkt, kennen wir tief ins uns eine Stabilität und Klarheit. Mitten im intensivsten persönlichen Kampf sind wir ruhig und entspannt. Während uns tausend Frustrationen ablenken wollen, bleiben wir konzentriert und aufmerksam. Das ist die Frucht des Gebets der Ruhe. Heute, genau in diesem Augenblick, lädt Jesus Dich in seine Ruhe ein: „Nehmt mein Joch auf Euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für Eure Seelen.“ (Mt 11,29)

Keine Lehre, die sich aus dem Sabbatprinzip ergibt, ist so wichtig, wie die Zentralität unserer Ruhe in Gott. Statt danach zu streben, daß dieses oder jenes geschieht, lernen wir, einem himmlischen Vater zu vertrauen, der es liebt, zu geben. Das soll für uns nicht Inaktivität, sondern abhängige Aktivität bedeuten. Wir nehmen die Dinge nicht mehr länger selbst in die Hand, sondern übergeben sie Gott und handeln dann aus innerem Antrieb. Durch das Gebet der Ruhe treten wir in eine intensive Stille, eine leise Wachsamkeit ein. In Gott zu ruhen bedeutet weder Resignation noch Trägheit. Es bedeutet nicht, daß wir uns zurücklehen und dann hoffen, daß Gott schon handeln wird. „Aktivismus“ und „Quietismus“ beschreibt nicht ausreichend, was im Gebet der Ruhe vor sich geht. Ja, es ist „Sabbatruhe“, was passiv klingt, aber wir müssen sie auch betreten, was wiederum aktiv klingt. Die alten Meister sprachen von otium sanctum, heiliger Muße, einer Art Balance im Leben: Aktivität und Ruhe, Arbeit und Spiel, Sonnenschein und Regen. Es geht um die Fähigkeit, die Aktivitäten des Tages in der kosmischen Geduld Gottes auszutragen. Heilige Muße bedeutet, mit der mittleren Stimme zu leben und zu beten. Die wunderbare Neuigkeit, die ich vermitteln will, ist, daß wenn wir am gnadenvollen Werk des Gebets teilhaben, das Werk des Gebets nicht von uns abhängt. Verstehst Du, was das für eine Erleichterung ist? Der Heilige Geist Gottes, das dritte Glied der Trinität, er selbst begleitet uns in unseren Gebeten. Wir können in diesem Werk, das der Geist an unserer Stelle vollbringt, zur Ruhe kommen.

Jesus Christus ist unser großer Hohepriester; es war die Funktion des Hohenpriester im alten Israel, vor Gott in Vertretung des Volkes Fürbitte zu tun. In unseren gestammelten Gebeten hat Gott mit sich selbst ewige Gemeinschaft. Das Wirken der Trinität konzentriert sich auf unsere schwächlichen Gebete. Gott der Geist übersetzt unser Seufzen und Stöhnen vor dem Thron im Himmel. Gott der Sohn vertritt uns in der Fürbitte vor dem Thron im Himmel. Und Gott der Vater, der auf dem Thron im Himmel sitzt, benutzt unsere Gebete, um ein vollkommenes Selbstgespräch zu schaffen – Gott spricht mit Gott.

Es gibt drei etablierte Übungen, die uns in’s Gebet der Ruhe führen sollen. Die erste ist Einsamkeit. In der Einsamkeit enthalten wir uns eine gewisse Zeit von unseren normalen Gewohnheiten der Aktivität und des Umgangs mit den Menschen, um [neu] zu entdecken, daß unsere Kraft und unser Wohlbefinden von Gott allelin herrühren. Wir lassen alles los und empfangen das himmlische Manna.
Die zweite Übung ist Silencio, oder das Ruhen-lassen dessen, was die Alten „kreatürliche Aktivität nannten“. Dabei geht es nicht so sehr um ein Schweigen der Worte, sondern ein Schweigen unserer zupackenden und manipulativen Kontrolle über Menschen und Situationen. In der Silencio lassen wir alle Bewegung ruhen, die nicht in Gott verwurzelt ist. Wir werden ruhig, bewegungslos, bis wir am Ende zentriert sind. Alles überflüssige Gepäck streifen wir ab, bis in die völlige Wirklichkeit des Königreiches Gottes kommen. Wir lassen alle Zerstreuungen fahren, bis wir zum Kern gekommen sind. Wir lassen Gott unsere Prioritäten neu sortieren und unnötigen Schaum eliminieren. Das Ruhen aller kreatürlichen Aktivität befähigt uns, Gott zu hören.
Der dritte Weg, wie wir in’s Gebet der Ruhe gleiten können, wird „Sammlung“ genannt. Sammlung bedeutet Fokus, bedeutet Ruhe des Verstandes, des Herzens und des Geistes. Wir können die Reflektion pflegen, über unsere Identität nachdenken, uns zurückziehen und über die Richtung unseres Lebens sinnieren. Darum geht es in der Sammlung.

Gelobter Heiland,
ich bin nicht gut darin, in der Senke Deiner Hand zu ruhen. Nichts in meiner Erfahrung hat mich diese Ruhe gelehrt. Ich wurde gelehrt, wie ich etwas in die Hände nehmen kann, wie ich die Kontrolle erlangen kann. Aber zu ruhen? Nein, ich habe kein Muster, kein Paradigma für das Ruhen.
Das stimmt nicht ganz. Jesus, als Du unter dem Volk in Jerusalem und auf den Hügeln Judäas unterwegs warst, hast Du diese Lebensweise vorgelebt. Du warst immer aufmerksam und lebendig. Du warst äußerst ansprechbar für den Willen des Vaters. Vielen Anforderungen bist Du begegnet, aber Du warst nie in Eile.
Hilf mir, in Deinen Fußtapfen zu gehen. Lehre mich, nur das zu sehen, was Du siehst, nur das zu sagen, was Du sagst, nur das zu tun, was Du tust. Hilf mir, Herr, ruhend zu arbeiten und ruhend zu beten.
Ich bitte das in Deinem guten und starken Namen.
Amen.

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Foster: Das anbetende Gebet

31. Januar 2007

{Dies ist der zwölfte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11}

In der Schule der Anbetung lernt die Seele, warum sie das Streben nach jedem anderen Ziel ruhelos gelassen hat. (Douglas Steere)

Gebet ist die menschliche Antwort auf das beständige Ausgießen der Liebe, mit dem Gott jede Seele belagert. Unsere direkteste Rückantwort nennt sich Anbetung. Sie ist die spontane Sehnsucht unseres Herzens, Gott zu loben, zu ehren, groß zu machen und zu segnen. Einerseits ist Anbetung keine besondere Gebetsform, denn jedes wahre Gebet ist von ihr erfüllt. Andererseits ist sie aber doch von allen anderen Gebetsarten unterschieden, da wir in der Anbetung die verfeinerte Luft selbstloser Hingabe betreten. Im anbetenden Gebet lieben wir Gott um seiner Selbst willen, für sein eigentliches Wesen, für seine strahlende Freude.

Die zwei Seiten des anbetenden Gebets, Danksagung und Lob, werden gewöhnlich so unterschieden: In der Danksagung rühmen wir Gott für das, was er für uns getan hat; im Lob rühmen wir Gott für das, was er in sich selbst ist. Diese Unterscheidung ist zulässig, aber wir dürfen sie nicht zu wichtig nehmen. In unserer Erfahrung weben sich die beiden ineinander und werden Teil eines organischen Ganzen. Wenn wir eine Demarkationslinie ziehen wollen, dann liegt das Lob über der Danksagung, da wir uns in der Danksagung immer noch in einem gewissen Grad um uns selbst drehen, im Lobpreis aber zu selbstvergessener Anbetung aufsteigen und nur noch die Majestät und Macht Gottes sehen, seine Gnade und sein Heil rühmen. Wenn wir nur das Herz des Vaters sehen könnten, würden wir viel öfter zu Lobpreis und Danksagung hingezogen werden. Unser Gott sehnt sich danach, ersehnt zu werden; er besteht nicht aus Stein; sein Herz ist das empfindsamste und zarteste.

Nach C.S. Lewis hält uns folgendes von der Anbetung ab: Mangelnde Aufmerksamkeit, falsche Aufmerksamkeit (wir sehen einen Sonnenuntergang und wollen ihn analysieren, statt den Schöpfer zu loben), Habgier (nicht nach immer mehr streben, sondern uns an dem Vorhandenen erfreuen) und Eingebildetheit.

Das anbetende Gebet muß erlernt werden. Es geschieht nicht von allein. Wir beginnen dort, wo wir gerade stehen, mitten in unserem normalen Leben. Wir erkennen die Güte Gottes nicht durch ein Nachsinnen über die Güte Gottes, sondern indem wir einen Schmetterling beobachten. Darum ist mein Rat: Fang damit an, indem Du diese kleinen Kreaturen beobachtest, die über die Erde kriechen. Studiere oder analysiere sie nicht. Schau einfach den Vögeln und Eichhörnchen und Enten zu. Schau einfach zu, bewerte nichts, schau nur zu. Nimm sie einfach nur wahr. Wenn wir das regelmäßig tun, werden wir bald Freude erfahren. Und jenseits dieser Freuden zieht es uns hin zum Geber des Vergnügens. Sprich aus Deinem innersten Zentrum der Dankbarkeit und Ruhe heraus kleine, flüsternde Danksagungen. Danach übe Dich in der Dankbarkeit. Entwickle die Gewohnheit, für die einfachen Gaben, die Du jeden Tag erfährst, Dank zu sagen. Danach mach Gott groß. Der einfachste Weg ist, den Psalter zu benutzen, die biblischen Psalmen zu beten. Nach einer gewissen Zeit werden diese Worte nicht nur zu Deinen eigenen werden, sondern werden Dich zu eigenen führen. Wenn wir Worte der Schulderkenntnis sprechen, führen sie uns zum Bekenntnis, zur Würdigung, Dankbarkeit, Danksagung, Lobpreis und Anbetung. Zuletzt kommt freudiges, ausgelassenes, mit-den-Füßen-stampfendes Feiern. Wir klatschen, lachen, rufen, singen, tanzen. Feiern gelingt in Gemeinschaft am besten, aber auch wenn wir allein sind, sind wir niemals allein, da wir uns dem jubilierenden Singen der Engel, Erzengel und lebendigen Geschöpfe anschließen, über die wir nur Vermutungen anstellen können.

Oh höchster, herrlicher Gott, wie groß ist mein Dilemma! In Deiner furchtbaren Gegenwart scheint Stille angebracht zu sein. Aber wenn ich still bin, dann werden die Steine schreien. Wenn ich aber reden will, was soll ich dann sagen?
Liebe bringt mich zum Reden, wenn es auch wie Stammeln klingt. Ich liebe Dich, Herr Gott. Ich bete Dich an. Ich verehre Dich. Ich beuge mich vor Dir.
Danke für die Geschenke Deiner Gnade:
– die Beständigkeit von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang,
– die staunenswerten Farben,
– den Trost bekannter Stimmen.
Ich erhebe Dich, Herr. Laß mich Deine Größe sehen – soweit ich sie aufnehmen kann. Hilf mir, mich in Deiner Gegenwart in endlosem Staunen und unaufhörlichem Lobpreis zu beugen.
Im Namen dessen, dessen Anbetung niemals misslang,
Amen.

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Foster: Die Bewegung nach oben – Nach der Intimität streben, die wir brauchen

30. Januar 2007

{Dies ist der elfte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10}

Wir sind Exilanten und Fremdlinge, bis wir in Gott kommen, dem wahren Zuhause unseres Herzens. Stolz und Furcht haben uns in sicherer Entfernung gehalten. Aber wenn die Zurückhaltung in uns durch das Wirken von Glaube, Hoffnung und Liebe überwunden wird, bewegen wir uns nach oben, in die göttliche Intimität hinein. Und so werden wir wiederum zu unserem Dienst an anderen befähigt.

Leo Tolstoi erzählt von drei Eremiten, die auf einer Insel lebten. Ihr intimes und liebendes Gebet war so schlicht wie sie selbst: „Wir sind drei, Du bist drei; hab Erbarmen mit uns. Amen“. Manchmal geschahen Wunder, wenn sie auf diese Art beteten.
Eines Tages besuchte sie der Bischof, weil er sie über die rechte Weise zu beten lehren wollte. Nachdem er die Mönche unterrichtet hatte, segelte er wieder los, auf das Festland zu, und freute sich darüber, daß er die Seelen solch einfacher Männer erleuchtet hatte. Plötzlich sah er, wie jenseits des Hecks seines Schiffes ein großer Lichtball über den Ozean schien. Er kam immer näher, bis der Bischof erkannte, daß es die drei Einsiedler waren, die über das Wasser rannten. Als sie am Schiff angekommen waren, sagten sie zum Bischof: „Es tut uns wirklich leid, aber wir haben einen Teil Deiner Lehre vergessen. Könntest Du uns bitte nochmals unterweisen?“ Der Bischof schüttelte den Kopf und entgegnete sanft: „Vergeßt alles, was ich Euch gelehrt habe, und betet weiterhin in Eurer gewohnten Weise.“

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Foster: Bündnisgebet

27. Januar 2007

{Dies ist der zehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9}

Was wir brauchen, ist der Wunsch, den ganzen Willen Gottes zu kennen mit einem festen Entschluß, ihn zu tun. (John Wesley)

Bündnisgebet ist ein tiefer, innerer Ruf des Herzens nach einem von Gott durchtrunkenen Leben. Am Altar des Bündnisgebets schwören wir unerschütterliche Loyalität; wir treffen hohe Entscheidungen; wir versprechen heiligen Gehorsam. Durch Hingabe, Disziplin und feste Gewohnheit gewinnen wir Freiheit in allen Dingen. Freiheit ist das Ergebnis von Disziplin und Hingabe. Die Versprechungen und Verpflichtungen unseres Herzens sind nicht umsonst. In Deiner Umwandlung bewirkt Gott das Wollen. Er erfüllt diese innersten Sehnsüchte – er hat sie ja schließlich in Dich hineingelegt.

Wir antworten den himmlischen Ouvertüren der Liebe Gottes zuerst durch den Bund heiligen Gehorsams. Ohne Zurückhaltung schwören wir, dem leisesten Flüstern des Vaters zu folgen. In äußerster Hingabe und völliger Schlichtheit versprechen wir, der Stimme des wahren Hirten zu gehorchen. Nebenbei bemerkt ist Gehorsam gar nicht so beschwerlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Wir antworten auf die einzig mögliche Weise dem eindringlichen, drängenden, einladenden, überzeugenden Ruf der ewigen Liebe. Wir werden uns niemals mehr mit bloßem Gut-sein oder Halbherzigkeit zufriedengeben. Ein unbarmherziger, unerbittlicher göttlicher Standard heiligen Gehorsams verzehrt uns.

Außerdem üben wir uns darin ein, unseren Verstand und unser Herz auf Gott auszurichten. Bei jeder Gelegenheit schauen wir auf zu Gott mit innerem Bekenntnis und sagen: „Erbarmen, Herr“, „Ich liebe Dich, Jesus“, „Zeige mir heute Deinen Weg“. Wir steigen mit dem Verstand in unser Herz hinunter und leben in stiller Anbetung, Ehrfurcht, Staunen und Lob. Wir gehorchen ihm sofort in allem, was wir wissen und können. Wenn wir fallen – und wir werden fallen – stehen wir auf und suchen von neuem zu gehorchen. Wir üben uns in die Gewohnheit des Gehorsams ein, und jede Gewohnheit beginnt mit Stolpern, Fallen und falschen Anfängen. Zuerst wird es uns vorkommen, als ob wir das Werk verrichteten, daß wir die Initiatoren seien. Aber im Laufe der Zeit werden wir erkennen, daß es Gott ist, der unser Herz mit einer brennenden Sehnsucht nach absoluter Reinheit entflammt. Und jetzt kommt das Schöne: Gott zu finden vertieft und erhöht das Streben nur noch.

Bündnisgebet macht nicht Halt bei der weitgefaßten Hingabe an heiligen Gehorsam. Es führt uns zu detaillierten Entschlüssen. Das Bündnis der Zeit bedeutet eine Verpflichtung zu regelmäßigen Gebetszeiten. Wir werden erkennen, daß dies unser Streben, uns selbst zu wichtig zu nehmen bezwingen wird, ebenso auch die Listen des Teufels. Das alte hebräische Gebetsmuster war dreimal täglich – morgens, mittags, abends. Wir müssen hier aber wachsam sein, den Menschen keine zu schwere Last aufzuerlegen. Wir werden niemals Zeit für’s Gebet haben, wir müssen uns Zeit nehmen. Wir dürfen unsere Gebetslosigkeit niemals damit entschuldigen, „immer betend zu leben“. Anderen Rechenschaft zu geben, kann immens hilfreich sein.

Das Bündnis der Zeit bringt uns Beständnigkeit, das Bündnis des Ortes ruft uns zu Stabilität. Es empfiehlt sich also, einen festen Ort zum Gebet zu haben.

Wir können unser Herz dadurch vorbereiten, daß wir diejenige Haltung einnehmen, die uns am besten hilft, unsere Gefühle auszudrücken. Wir üben uns in „heiliger Erwartung“ ein, bewegen uns durch den äußeren und inneren Vorhof und beginnen, nach der Stimme Jahwes Ausschau zu hören. Eine andere Weise, das Herz für die ehrfurchtgebietende Gegenwart bereit zu machen, ist es, die Zunge im Zaum zu halten. Außerdem profitieren wir von traditionellen Gebetbüchern, am allermeisten natürlich von den biblischen Psalmen.

Das Gebet der Verabredung ist unser besonderes Date mit Gott. Wir können frei und entspannt sein, denn wir betreten das wahre Zuhause unseres Herzens. Unser ewiger Liebhaber zieht uns regelmäßig zurück in seine Gegenwart, schenkt uns Vorfreude und Freude. Es ist nicht schwer, diese regelmäßige Gebetszeit in Ehren zu halten, denn die Sprache der Liebenden ist die Sprache der Verschwendung. Wir sind froh, daß wir Zeit mit Gott verschwenden können, den in seiner Gesellschaft fühlen wir uns wohl.

Gelobter Heiland,
am Altar der Hingabe bewege ich mich vor und zurück. Ich wünsche mir wirklich die Gewohnheit einer festen Gebetszeit. Zumindest wünsche ich sie mir jetzt gerade. Ich weiß nicht, ob ich sie in zwei Wochen auch noch will. Ich weiß, daß ich ohne eine Art beständiger Gemeinschaft mit Dir des heiligen Gehorsams nicht fähig sein werde. Darum verspreche ich, mir so gut ich kann regelmäßig Zeit für Gebet, Meditation/Nachsinnen und geistliche Lesung zu nehmen. Stärke mich in diesem Bündnis. Hilf mir, mich so an Deiner Gegenwart zu erfreuen, daß ich oft wieder heimkommen werde.
In Deinem Namen und um Deinetwillen gehe ich dieses Bündnis ein.
Amen.

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Foster: Das Gebet der Umwandlung

24. Januar 2007

{Dies ist der neunte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8}

Gebet – geheimes, glühendes, glaubensvolles Gebet – macht die Wurzel aller persönlichen Göttlichkeit aus. (William Carey)

Der Hauptzweck des Gebetes liegt darin, uns in solch ein Leben der Gemeinschaft mit dem Vater zu führen, daß wir durch die Kraft des Geistes in zunehmendem Maße in das Bild des Sohnes verwandelt werden. Niemand kann ein Leben des Gebets aufrecht erhalten, wenn er nicht zur Veränderung bereit ist. Jeden Tag belehrt uns der brütende Geist Gottes auf neue und lebendige Weise. Wenn wir diesen Anstößen des Geistes zu folgen beginnen, werden wir von innen heraus verändert. Gebet selbst ist begrenzt in bezug auf das Gute, das es erreichen kann. Es ist nur ein Teil – wenn auch ein überaus wichtiger Teil – eines größeren Ganzen. Darum dürfen wir das Gebet nie vom Rest christlicher Andacht isolieren und es für mehr in Anspruch nehmen, als es Gott im Sinn hatte. Nein, statt dessen wollen wir das dynamische Zusammenspiel des Gebets im Zusammenhang eines allumfassenden geistlichen Lebens erkennen.

Ich will die Wichtigkeit des Fortschritts, des Wachstums, der Veränderung, der Umwandlung betonen. Gott will uns mehr und mehr in das Bild Christi umgestalten. Wir müssen alle tiefer über unser beständige Neigung zum Ungehorsam und Gottes unbegrenzte Art des Vergebens nachsinnen. Wir müssen alle dieses Leben tiefer betrachten, das uns den Weg zeigt, daß wir „seinen Schritten folgen“ können. Wir müssen alle mehr über den Tod nachdenken, der uns freisetzt. Wir müssen alle diese Auferstehung tiefer erfahren, die uns dazu befähigt, Christus in allen Dingen zu gehorchen.

Demut bedeutet, so nah wie möglich an der Wahrheit zu leben – der Wahrheit über uns selbst, der Wahrheit über andere, der Wahrheit über die Welt, in der wir leben. Demut steckt eigentlich voller Kraft, Leben hervorzubringen. Sie ist eine dieser Tugenden, die wir niemals erhalten, indem wir uns auf sie konzentrieren. Benedikt sagte: „Eine beständige Ehrfurcht vor Gott vor Augen haben, den eigenen Willen und die eigenen Wünsche zurückweisen und statt dessen Gottes Willen tun; alle bösen Gedanken und alle bösen Taten dem Herrn bekennen.“ Wir müssen Stille einüben, leichtsinniges Gerede vermeiden und schlichte, einfache Sprache verwenden. Einfache, gewöhnliche Dinge unternehmen wir für die Liebe Gottes. Wenn wir viele kleine Tode erfahren, indem wir über uns hinausgehen, kommen wir in die Gnade der Demut hinein. Der kleine Weg von Thérèse von Lisieux bedeutet, die niedrige Arbeit zu tun, ungerechte Kritik anzunehmen, uns diejenigen, die uns verdrießen, zu Freunden zu machen und den Undankbaren zu helfen. Für die kleinen, unsichtbaren Siege in unserem alltäglichen Leben werden wir niemals eine Auszeichnung oder nur ein Dankeschön erhalten – und das ist genau, was wir wollen.

Das umwandelnde Gebet hat auch eine passive Seite: Der erste und grundsätzlichste Zugang dazu ist die Einsamkeit. Um in die Einsamkeit zu kommen, müssen wir das, was andere von uns denken, unbeachtet lassen. In der Stille wird unser falsches, umtriebiges Selbst entlarvt und zeigt sich als so betrügerisch, wie es wirklich ist. So komisch es sich für heutige Ohren anhören mag, war doch zu allen Zeiten das Nachsinnen über den eigenen Tod einer der am höchsten geachteten Wege zu persönlicher Transformation. Ein dritter Weg des passiven, umwandelnden Gebetes ist das „Gebet der Fügsamkeit“, die Erfahrung, sich ganz biegsam, unterwürfig und transparent den Händen Gottes zu überlassen. Also, wenn Du diese Worte liest, übergebe Dich den Händen des Meistertöpfers. Laß seine Hand auf Deinen ruhen und Dich führen. Werde schwach, zerbrechlich, verletzbar. Dann höre auf die Stimme des wahren Hirten und lerne von ihm.

Lieber Herr Jesus,
in meinen lichteren Momenten will nichts mehr, als wie Du zu sein. Aber es gibt auch andere Zeiten…
Hilf mir, zu sehen, wie gut Gleichförmigkeit mit Dir wirklich ist. Laß mich in meinem Suchen nach Dir von Dir gefunden werden. Ich liebe Dich, Herr.
Amen.

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Foster: Das Gebet der Überlassung

23. Januar 2007

{Dies ist der achte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7}

Der Geist lehrt mich, meinen Willen ganz dem Willen des Vaters hinzugeben. Er öffnet mein Ohr, so daß ich voll Sanftmut und Belehrbarkeit darauf warte, was der Vater Tag für Tag zu sagen und zu lehren hat. Er läßt mich erkennen, daß Einheit mit dem Willen Gottes Einheit mit Gott selbst ist, wie komplette Unterordnung unter Gottes Willen der Anspruch des Vaters, das Vorbild des Sohnes und der wahre Segen der Seele ist. (Andrew Murray)

Zu Beginn unseres Gebetslebens kämpfen wir mit dem Willen Gottes. Wir wünschen uns spontane Gebetserhörungen und beten manipulative Gebete. Später beginnen wir damit, unseren Willen loszulassen und im Willen des Vaters zu fließen. Das Gebet der Überlassung bringt uns vom Kämpfen zum Loslassen. Das Endergebnis des Gebetes der Überlassung bringt uns eine Ruhe, die unsere Seele sättigt und zufriedenstellt. In der Schule von Gethsemane lernen wir, unseren eigenen Gedanken, unserem eigenen Verstand und Willen zu mißtrauen, auch wenn diese nicht direkt sündig sind. Das „Mein Wille geschehe“ wird vom „Nicht mein Wille“ überwunden. Innerer Kampf ist ein wesentlicher Bestandteil des Gebets der Überlassung, denn Verzicht ist nicht einfach. Wir resignieren nicht einfach fatalistisch, sondern werden von einem festen Vertrauen in den Charakter Gottes gehalten. Manchmal wir uns genau das wieder geschenkt, was wir aufgegeben haben.

Warum scheint es so, daß Gott unseren Verzicht benötigt, bevor er etwas Neues schafft? Ein Teil der Antwort liegt darin, daß wir oft an dem bekannten Guten festhalten wollen, so daß wir das unbekannte Bessere nicht empfangen können. Gott muß uns dabei helfen, unsere schmale Sichtweise loszulassen, so daß wir das Größere bekommen können, das er für uns bereit hält. Der überwiegende Teil der Antwort liegt darin, daß Gott die Persönlichkeit des Menschen transformieren will. Überlassung, Verzicht und Preisgabe führt uns zu einem unbezahlbaren Schatz: Die Kreuzigung des Willens.

Weißt Du, welch große Freiheit diese Kreuzigung des Willens bedeutet? Es bedeutet, von der immerwährenden Last, daß alles auf unsere Art geschehen muß, freizuwerden. Es ist die Freiheit, für andere zu sorgen, ihre Bedürfnisse voranzustellen , freudig und frei zu geben. Stück für Stück verändert uns diese tägliche Kreuzigung des Willens. Neue Gnaden kommen zum Vorschein: Die Fähigkeit, all unsere Sorgen auf Gott zu werfen, Freude am Erfolg anderer, Hoffnung auf einen guten Gott.

Wie es praktisch wird
Nur durch das tägliche Leben kannst Du in das Gebet der Überlassung hineingeführt werden, durch die Unterordnung Deines Willens in den gewöhnlichen Entscheidungen zuhause, in der Familie und bei der Arbeit.

Erstens: Lerne das Gebet der Selbstentäußerung. Bete meditativ durch Philipper 2, wo die Selbstentäußerung Christi beschrieben wird. Bitte den brütenden Geist Gottes darum, Deine Gebete auf die Eigentümlichkeiten Deines Tages anzuwenden. Warte still. Höre genau hin. Gehorche sofort.
Zweitens: Lerne das Gebet der Unterordnung. Nimm eines der synoptischen Evangelien und gehe mit Jesus in den Garten Gethsemane.
Drittens: Lerne das Gebet des Preisgebens. Erlaube dem souveränen Herrscher Deines Herzens, Dir deutlich zu machen, welche Bedürfnisse Du zu seinen Füßen ablegen solltest.
Viertens: Lerne das Gebet des Loslassens. Lege alles in seine Hände und dann drehe Dich um und gehe Deinen Weg. Er wird so für alles sorgen, wie er es für nötig erachtet.
Fünftens: Lerne das Gebet der Auferstehung. Manche Dinge werden tot bleiben, und vielleicht ist das für Dich auch besser so. Andere werden auf eine Weise zu neuem Leben erwachen, daß Du sie kaum wiedererkennen wirst. In jedem Fall verlasse Dich darauf, daß Gott auf dem Gebiet der Auferstehung kompetenter ist als Du.

Oh Herr,
wie soll ich loslassen, wenn ich mir so unsicher bin?
Ich bin unsicher, was Deinen Willen anbelangt, und ich bin unsicher, was mich selbst betrifft… Aber das ist eigentlich gar nicht das Problem, oder? Die Wahrheit ist, daß ich die bloße Vorstellung des Loslassens hasse. In Wirklichkeit will ich die Kontrolle behalten. Da liegt der Hund begraben, oder? Ich fürchte mich davor, die Kontrolle aufzugeben, davor, was passieren könnte. Heile meine Angst, Herr.
Wie gut, daß Du selbst in meinem stolpernden Gebetsversuchen meine blinden Flecke aufdeckst. Danke!
Aber jetzt, was soll ich tun? Jesus, bitte lehre mich Deine Weise des Loslassens.
Amen.

[Ähnliche Gedanken, wie sie Foster in diesem Kapitel zur Sprache bringt, habe ich vor kurzem in meinem Post Mit oder für Gott kämpfen geäußert.]

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Foster: Das Gebet der Tränen

21. Januar 2007

{Dies ist der siebte Post zu Richard Fosters Buch “Prayer: Finding the heart’s true home”. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6}
 
Tränen sind wie das Blut in den Wunden der Seele (Gregor von Nyssa)

Was ist das, dieses Gebet der Tränen? Es bedeutet, daß es uns „durch’s Herz geht“ (Apg 2,37), daß wir fern von Gottes Güte sind und sie immer wieder beleidigen. Es bedeutet, über unsere Sünden und die Sünden der Welt zu weinen. Es bedeutet, in die befeienden Erschütterungen der Buße einzutreten. Es ist das intime und ultimative Bewußtsein, daß uns Sünde von der Fülle der Gegenwart Gottes trennt.

Worum geht es in all dieser Sorge, dem Weinen und Klagen? Es hört sich womöglich etwas bedrückend an – zumindest für diejenigen von uns, die in einer Religion der positiven Gefühle und des Wohlstands aufgewachsen sind. Die alten Schreiber hatten jedoch eine andere Sicht. Sie sahen es als eine Gabe an, nach der man streben soll, das „Charisma der Tränen“. Für sie waren die Menschen am bemitleidenswertesten, die mit trockenen Augen und kalten Herzen durch’s Leben gingen. Sie nannten dieses innere Herzensgetümmel sogar „tiefe Freude“. Freude ist in der Tat das augenfälligste Resultat eines Herzens, das sich fortwährend in Reue beugt. Der Heilige Ammonas schreibt: „Angst bringt Tränen hervor, und Tränen Freude. Freude bringt Särke, wodurch die Seele in allen Dingen Frucht bringen wird.“

Wenn das gefühlsmäßige Zentrum unseres Lebens unberührt bleibt, dann ist das so, wie wenn eine Fackel unangezündet bleibt. Tränen sind ein Zeichen – kein untrügliches Zeichen wohlgemerkt, aber nichtsdestotrotz ein Zeichen – dafür, daß Got dieses Zentrum berührt hat. Durch das Gebet der Tränen erlauben wir Gott, uns unsere Sündhaftigkeit und die Sündhaftigkeit der Welt auf der emotionalen Ebene zu zeigen. So weit ich es erkennen kann, sind Tränen der Weg, wie Gott uns Hilfe, mit dem Verstand in’s Herz hinabzusteigen und uns dort in fortwährender Verehrung und Anbetung zu neigen. Martin Luther erklärt, daß das Leben des Christen ein Leben der täglichen Buße sein sollte. Täglich bekennen wir, täglich kehren wir um. Das Gebet der Tränen ist das primäre Hilfsmittel für unsere Umkehr.

Wir können schlicht nicht dafür sorgen, daß die Buße des Herzens geschieht. Sie ist nicht etwas, das wir schaffen können, indem wir uns durch eine besondere Atmosphäre und eine bestimmte Art Musik in eine spezielle Stimmung bringen. Sie ist ein Geschenk Gottes, schlicht und einfach. Aber sie ist eine Gabe, die Gott gerne denen schenkt, die ihn darum bitten. Und darum bitten wir ihn mutig und beharrlich um ein zerbrochenes Herz.  Wir bitten um weinende, klagende Herzen. Wir machen uns eins mit den vielen Stimmen aus allen Zeitaltern, bitten um das Geschenk der Buße, das Gebet der Tränen. Manchmal läßt sich unser Gebet auf ein einziges Wort reduzieren: „Barmherzigkeit!“

Und wir bekennen. Wir geben unseren Mangel an Glauben zu, unsere Distanz, unsere Hartherzigkeit.
Und wir empfangen. Unser Gott, der treu uns gerecht ist und auch voll Barmherzigkeit, wird vergeben und wird reinigen.
Und wir gehorchen. Es genügt nicht, Gott um ein weiches und gebrochenes Herz zu bitten, wo Raum zur Buße ist. Es reicht nicht aus, frei und offen unsere vielen Vergehen zu bekennen. In dem Wort der Vergebung liegt der Ruf zum Gehorsam.

Gnadenvoller Jesus,
es fällt mir leichter, mit meinem Verstand zu Dir zu kommen, als mit meinen Tränen. Ich weiß nicht, wie ich vom emotionalen Zentrum meines Lebens her beten soll oder wie ich überhaupt mit diesem Teil von mir in Berührung kommen soll. Trotzdem komme ich zu Dir so, wie ich bin.
Es tut mir leid, daß ich Deine Liebe oft verworfen habe. Bitte vergib mir alle meine Vergehen gegen Dein Gebot. Ich kehre von meinen harten und gefühllosen Wegen um. Zerbrich mein steinernes Herz mit den Dingen, die Dein Herz brechen.
Jesus, Du hast Dich in Deiner größten Prüfung Deiner Todesangst nicht geschämt und hast Tränen tiefen, tiefen Kummers geweint. Im Gedenken an Dein Leid, hilf mir, über meine Sünde zu weinen… und über meine Sünden.
Um Deinetwillen und in Deinem Namen bete ich.
Amen.

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Verzweiflung

17. Januar 2007

Im Moment komme ich seit ein paar Tagen nicht dazu, ausreichend Zeit in den Blog zu investieren. Darum würde ich mir wünschen, daß der nächste Input von Dir kommt, und zwar als Reaktion auf einige Fragen, die Judith als Kommentar zu Foster’s Gebet der Verlassenen gestellt hat:

Was mach ich, wenn sogar Vertrauen mir vorkommt wie zuviel verlangt? Wenn ich die Gewissheit verliere, dass Gott wirklich gut ist? Oder dass er überhaupt existiert? Wenn ich am Liebsten meinen ganzen Glauben wegschmeißen würde, weil ich keinen Sinn mehr drin sehe? (Vielleicht ändern sich auch die Zeiten, aber die Fragen bleiben.) Ich hoffe, du kannst mir da halbwegs eine Antwort drauf geben…

Was meinst Du, lieber Leser, liebe Leserin? Hat dieser Kommentar eine Antwort verdient? Kann man überhaupt antworten, oder sind Worte manchmal nur leer und hohl? Hast Du eine Antwort, einen Rat, den Du mit uns teilen willst?

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Foster: Das Examen-Gebet

15. Januar 2007

{Dies ist der sechste Post zu Richard Fosters Buch „Prayer: Finding the heart’s true home“. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5}

Das Examen-Gebet besteht aus zwei grundlegenden Aspekten, wie die beiden Seiten einer Tür. Der erste besteht aus einem Examen/einer Prüfung/Untersuchung des Bewußtseins, wodurch wir herausfinden, auf welche Weise uns Gott im Lauf des Tages nahe war und wie wir auf seine liebende Gegenwart reagiert haben. Der zweite Aspekt besteht aus dem Examen des Gewissens, durch das wir diejenigen Bereiche aufdecken, die Reinigung und Heilung benötigen.

Durch das Examen des Bewußtseins wirkt Gott darauf hin, daß wir unserer Umgebung mehr gewahr werden. Gott will, daß wir dort, wo wir sind, ganz gegenwärtig sind. Er lädt uns dazu ein, unsere Umgebung zu sehen und auf sie zu lauschen, und darin die Fußspuren des Heiligen zu entdecken. Im Examen des Bewußtseins erinnern wir uns daran, wo und wie Gott uns begegnet ist.
Im Examen des Gewissens laden wir den Herrn ein, unsere Herzen in der Tiefe zu erforschen. Ohne Entschuldigung, Rechfertigung oder Ausrede bitten wir darum, erkennen zu können, was wirklich in uns ist. Diese Prüfung des Gewissens geschieht gemeinsam mit Gott. Er zeigt uns, was wir sehen sollen, dann, wenn wir es sehen sollen.

Das Examen-Gebet bringt in uns die kostbare Gnade der Selbsterkenntnis hervor. Wir dürfen die Tiefe des Bösen in uns weder verleugnen noch ignorieren, denn unsere Sündhaftigkeit wird paradoxerweise zu unserem Brot. Wenn wir das Böse in uns ehrlich als Teil der Wahrheit über uns selbst akzeptieren, und Gott diese Wahrheit darbringen, werden wir auf geheimnisvolle Weise ernährt. Selbst die Wahrheit über unsere Schattenseite macht uns frei (Joh 8,32). Durch den Glauben führt uns Selbsterkenntnis zur Selbstannahme und Selbstliebe, die von Gottes Annahme und Liebe her ihr Leben erhalten.
Wir begeben uns nicht auf eine Reise in uns selbst, sondern eine Reise durch uns selbst hindurch, damit wir aus der Tiefe unseres Selbst in Gott hinein hervortreten können. Wie Johannes Chrysostomos schrieb: „Finde die Tür zu Deinem Herzen, und Du wirst feststellen, daß es sich dabei um die Tür zum Königreich Gottes handelt.“
Eine Weise, das Examen des Bewußtseins zu beginnen, ist das Führen eines geistlichen Tagebuchs. Indem wir über die äußerlichen Geschehnisse nachdenken, verstehen wir das Wirken Gottes in der Tiefe unseres Herzens.

Kostbarer Retter,
warum fürchte ich mich davor, von Dir durchforscht zu werden?
Dein Examen ist ein Examen der Liebe.
Trotzdem habe ich Angst, fürchte mich vor dem, was zutage treten könnte.
Dennoch lade ich Dich ein, mich in der Tiefe zu erforschen, damit ich mich selbst – und Dich – in höherem Grade erkennen möge.
Amen.

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Foster: Das Gebet der Verlassenen

13. Januar 2007

{Dies ist der fünfte Post zu Richard Fosters Buch „Prayer: Finding the heart’s true home“. Die Vorgänger: 1|2|3|4}

„Wenn Du zu der Freude kommen willst, Die Du nicht hast, mußt Du einen Weg nehmen, der Dir keine Freude bereitet“ (Johannes vom Kreuz)

Diejenigen, die den Pfad des Glaubens vor uns gegangen sind, haben im Allgemeinen Zeiten scheinbarer Verlassenheit und Gottesferne erlebt. Vielleicht sollten wir uns ebenfalls darauf einstellen, daß wir früher oder später erleben werden, was es heißt, sich von Gott verlassen zu fühlen. Wir wissen theologisch, daß Gott immer bei uns gegenwärtig ist, aber es gibt Zeiten, in denen er unser Bewußtsein seiner Gegenwart entzieht. Viele sind diesen Weg vor uns gegangen, darum sei ermutigt: Du und ich, wir sind in guter Gesellschaft. Dunkelheit ist durchaus eine Erfahrung des Gebets. Wir müssen sie erwarten, ja sogar umarmen. Es stimmt: Wer am Anfang des Glaubenslebens steht, erhält oft ungewöhnliche Gnaden des Geistes, gerade so, wie ein neugeborener Säugling geknuddelt und in Windeln gewickelt wird. Es ist ebenfalls wahr, daß manche der umfassendsten Erfahrungen der Entfremdung und Gottesferne von denen gemacht wurden, die sich weit hinein in die inneren Reiche des Glaubens bewegt haben. Aber wir können die öden Wüsten der Unfruchtbarkeit und die dunklen Schluchten der Qual zu jedem Zeitpunkt unserer Pilgerschaft erleben. Durch seine bloße Verborgenheit entwöhnt uns Gott davon, ihn in unser Bild zu schaffen. Indem er sich widersetzt, eine Marionette zu sein, deren Fäden wir in der Hand halten, oder ein Geist in unserer Flasche, befreit uns Gott von unseren falschen Götzenbildern. Nebenbei bemerkt sollten wir wahrscheinlich dankbar dafür sein, daß Gott sich nicht immer dann zeigt, wenn wir es uns wünschen, weil wir das vielleicht gar nicht ertragen könnten. Johannes vom Kreuz meint, daß in der Dunklen Nacht der Seele zwei Reinigungen geschehen. Einerseits verlieren wir die Abhängigkeit von äußeren Dingen – ob es sich dabei nun um beindruckende Gebäude und Zeremonien, die Anerkennung Anderer, persönliche Andachtshilfen oder das Bedürfnis, die Kontrolle über unser Leben selbst in Händen zu halten, handelt. Die zweite Reinigung macht uns frei von inneren Gewißheiten, bringt uns zum Zweifeln und stellt uns bohrende Fragen. Paradoxerweise reinigt Gott unseren Glauben, indem er mit seiner Zerstörung droht. Wir werden zu einem tiefen und heiligen Mißtrauen gegenüber allen oberflächlichen Antrieben und menschlichen Bestrebungen geführt. Tiefer als je zuvor verstehen wir, daß wir zu unendlicher Selbsttäuschung in der Lage sind. Langsam werden uns unsere eingebildeten Sicherheiten und falschen Abhängigkeiten genommen. Unser Vertrauen auf äußerliche und innerliche Ergebnisse wird erschüttert, so daß wir lernen, auf Gott allein zu vertrauen. Durch die Trockenheit unserer Seele bringt Gott Ablösung, Demut, Geduld und Durchhaltevermögen hervor. Und das Überraschendste: Unsere bloße Dürre führt uns in’s Gebet. Nichts lenkt uns mehr ab. Alle warme Gemeinschaft ist verschwunden. Wir haben einen neuen Fokus bekommen. Unsere Seele wurde geröstet. Sie ist durstig. Und das kann uns in’s Gebet führen. Ich sage kann, denn es kann uns auch zur Hoffnungslosigkeit führen oder dazu bringen, die Suche aufzugeben.

Was tun in dieser Zeit der Verlassenheit? Wie können wir beten? Wir können mit dem Gebet der Klage beginnen, das heute weithin vergessen scheint, in der Bibel aber allgegenwärtig ist. Die beste Art, wie wir diesen Zugang zu Gott wieder erlernen können, ist das Beten der Klagepsalmen. Sie drücken Ehrerbietung und Enttäuschung aus. Sie vertrauen auf den Charakter Gottes und sind zur selben Zeit erbittert über seine Inaktivität. Die Klagepsalmen lehren uns, unsere inneren Konflikte und Widersprüche zu beten. Sie erlauben uns, unsere Verlassenheit in die finstere Höhle der Gottesferne hineinzurufen, das Echo wieder und wieder zurückkommen zu hören, bis wir sie bitter von Neuem ausrufen. Sie geben uns die Genehmigung, im einen Augenblick unsere Faust gegen Gott zu schütteln und im anderen in Lobpreis auszubrechen.
Wir mögen vielleicht am Anfang nicht das Ende sehen können, aber wir bleiben dran, wir tun, was wir tun. Wir beten, wir hören, wir beten an, wir tun das, was im Moment angebracht ist. Wir klopfen immer wieder an die Tür Gottes, auch wenn sie verschlossen bleibt. Diese beständige, sehnsüchtige Liebe bewirkt in uns eine Festigkeit in der Ausrichtung unseres Lebens. Wir lieben Gott mehr als das, was er schenkt.

Denen, die sich gerade der Gegenwart Gottes beraubt finden, möchte ich einen weiteren Rat geben: Harre auf Gott. Warte, ruhig und still. Warte, aufmerksam und ansprechbar. Lerne, daß Vertrauen dem Glauben vorausgeht. Vertrauen bedeutet, sich auf den Charakter Gottes zu verlassen. Fest und absichtsvoll zu sagen: „Ich verstehe nicht, was Gott tut, oder wo Gott ist, aber ich weiß, daß er Gutes mit mir im Sinn hat.“ Das ist Vertrauen. So wollen wir warten.
Ich verstehe die Gründe für die Wüste der Gottesferne nicht gänzlich. Das weiß ich: Die Wüste ist zwar nötig, aber sie bleibt niemals auf Dauer. In Gottes Zeit und auf Gottes Art wird die Wüste einem Land Platz machen, in dem Milch und Honig fließt.

GOTT, Wo bist Du!?
Was habe ich getan, daß Du Dich vor mir versteckst?
Spielst Du Katz und Maus mit mir, oder sind Deine Absichten größer als meine Wahrnehmung?
Ich fühle mich einsam, verloren und verlassen.
Du bist der Gott, der sich selbst offenbart. Du hast Dich Abraham, Isaak und Jakob gezeigt. Als Mose wissen wollte, wie Du aussiehst, hast Du Dich ihm gezeigt. Warum ihnen und nicht mir?
Ich bin des Betens müde. Ich bin des Bittens müde. Ich bin des Wartens müde. aber ich werde weiter beten und bitten und warten, denn ich kann nirgendwo anders hin.
Jesus, Du kanntest die Einsamkeit der Wüste und die Isolation am Kreuz auch. Und durch Dein Gebet der Verlassenheit spreche ich diese Worte.
Amen.

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Foster: Einfaches Gebet

6. Januar 2007

{Dies ist der vierte Post zu Richard Fosters Buch “Prayer: Finding the heart’s true home”. Die Vorgänger: 1|2|3}

Dom John Chapman sagte: „Bete so wie Du kannst, nicht so, wie Du nicht kannst.“ Jeder möchte mehr Zeit im Gebet verbringen, aber es gibt viele Dinge, die uns davon abhalten wollen, und den meisten werden wir zu gegebener Zeit auf den Grund gehen. Jetzt wollen wir uns nur einer Sache zuwenden, einem Gedanken, der unter uns modernen Hochleistungstieren so verbreitet ist. Nämlich der Annahme, wir müßten zuerst alles „in Ordnung gebracht“ haben, um zu beten. Unser Problem ist, daß wir davon ausgehen, daß Gebet etwas sei, das wir meistern können, so wie wir Algebra oder das Reparieren von Autos meistern. Daß wir in eine Position „oben an der Spitze“ kommen, in der wir kompetent sind und alles unter Kontrolle haben. Aber beim Gebet kommen wir „darunter“, wo wir ruhig und absichtlich die Kontrolle abgeben und inkompetent werden. Emilie Griffin schreibt: „Zu beten heißt, naiv werden wollen.“ Wir müssen nicht in Ordnung, oder rein, oder erfüllt von Glauben oder sonstwas sein. Das bedeutet Gnade. Wir sind nicht nur durch Gnade errettet, sondern wir leben auch durch Gnade. Und wir beten durch Gnade. Unsere Motive werden niemals rein genug sein, wir werden nie gut genug sein oder genug Erkenntnis haben, um recht zu beten. Wir müssen diese Dinge einfach auf die Seite legen und anfangen, zu beten. Tatsächlich ist es der Akt des Gebets selbst – die beständige, intime Interaktion mit Gott -, der für die Erfüllung dieser Belange Sorge trägt.

Im Einfachen Gebet bringen wir uns selbst vor Gott, so wie wir sind, mit Warzen und allem. In einer sehr realen Weise geht es im Einfachen Gebet um uns. Unsere Nöte, unsere Wünsche, unsere Angelegenheiten bestimmen unsere Gebetserfahrung. Wir machen viele Fehler, und manchmal wird das Einfache Gebet auch das Gebet des Neuanfangs genannt. Einfaches Gebet ist die gebräuchlichste Gebetsform in der Bibel. In Einfachem Gebet bringen normale Menschen gewöhnliche Angelegenheiten vor einen liebenden und mitfühlenden Vater. Einfaches Gebet ist der Anfang des Betens. Es ist das Gebet von Kindern, und wir werden wieder und wieder dahin zurückkommen.

Es gibt eine Versuchung, die besonders die „Fortgeschrittenen“ und Anspruchsvollen trifft: Diese elementare Gebetsweise zu verachten. Sie wollen das Einfache Gebet überspringen, in der Hoffnung, vorwärts zu kommen und „reifere“ Gebetserfahrungen zu machen. Der einzige Weg, über „selbstzentriertes Gebet“ hinwegzukommen (wenn das überhaupt jemals geschehen wird) ist, durch es durchzugehen, nicht es zu umgehen. Wenn wir beten, wahrhaftig beten, dann wird der wahre Zustand unseres Herzens enthüllt. So sollte es sein. Dann beginnt Gott, in uns zu wirken. Das Abenteuer fängt dann gerade an.

Ganz einfach: Wir fangen damit an, wo wir stehen. Bei unseren Familien, in unserem Beruf, mit unseren Nachbarn und Freunden. Zu glauben, daß Gott uns in den gewöhnlichen Umständen des täglichen Lebens erreichen und segnen kann, darum geht es im Gebet. Auf die natürlichste und einfachste Weise lernen wir das Gebet, indem wir die normalen Erfahrungen des Alltags nehmen und sie zu Gott bringen. Wir sollten überhaupt kein Problem damit haben, uns bei Gott zu beschweren, mit Gott zu diskutieren oder ihn anzuschreien. Mach Dir zum jetzigen Zeitpunkt keine Gedanken darüber, wie man „richtig“ betet, rede einfach mit Gott. Teile Deine Verletzungen, Deine Sorgen, Deine Freuden offen und frei mit ihm. Gott hört in Liebe und Mitgefühl zu, so wie wir es tun, wenn unsere Kinder zu uns kommen. Er freut sich an unserer Gegenwart. Wenn wir das tun, dann werden wir etwas von unschätzbarem Wert entdecken. Wir werden herausfinden, daß wir durch Gebet lernen, wie man betet.

Mein erster Rat ist einfach die Erinnerung daran, daß Gebet nichts mehr ist als eine beständige und wachsende Liebesbeziehung mit Gott dem Vater, Sohn und Heiligem Geist. Zweitens, wenn wir anfangen, dürfen wir durch unseren Mangel an Gebet niemals entmutigt werden. Selbst in unserer Gebetslosigkeit können wir nach Gott hungern. Wenn das so ist, dann ist der Hunger selbst Gebet. Zur rechten Zeit wird das Verlangen zur Tat führen und die Tat wird das Verlangen vergrößern. Wenn wir nicht beten können, dann lassen wir Gott unser Gebet sein. Auch sollte uns die Härte unseres Herzens keine Angst einjagen. Das Gebet wird es erweichen. Wir geben selbst unseren Mangel an Gebet an Gott ab. Ein gegensätzlicher, aber genauso wichtiger Ratschlag ist es, nicht mit aller Gewalt zu beten zu versuchen. Wenn das Gebet nicht Deine feste Gewohnheit ist, dann starte nicht mit einem zwölfstündigen Dialog, sondern nimm Dir ein paar Momente Zeit und lege alle Deine Energie hinein. Nebenbei gesagt: Selbst diejenigen, die geistlich am weitesten fortgeschritten sind – vielleicht besonders diejenigen, die geistlich am weitesten fortgeschritten sind – brauchen regelmäßige Zeiten des Lachens und Spielens, in denen sie einfach Spaß haben. Der nächste Rat klingt vielleicht sonderbar: Bete, wenn Du im Bösen wohnst. Rede mit Gott über das, was in Deinem Inneren vorgeht. Natürlich gefällt ihm Sünde nicht. Aber sie zu verbergen macht es noch schlimmer. Nochmals Emilie Griffin: „Der Herr liebt uns vielleicht am meisten, wenn wir scheitern und neu beginnen.“ Mein letzter Rat ist, daß Du zu Beginn nach unspektakuläten Gebetserfahrungen strebst. Und wenn wir es nicht gewohnt sind, kann die einfache und ruhige Begnung mit Gott so exotisch und frisch sein, daß sie uns enorme Freude bereitet.

Zu Beginn sind wir in der Tat Gegenstand und Zentrum unseres Gebets. Aber in Gottes Zeit und auf Gottes Weise ereignet sich in unserem Herzen eine kopernikanische Revolution. Langsam, fast nicht wahrnehmbar, bewegt sich unser Gravitätszentrum. Wir bewegen uns von der Annahme, Gott sei Teil unseres Lebens, zu der Erkenntnis, daß wir ein Teil seines Lebens sind. Auf wunderbare und geheimnisvolle Weise bewegt sich Gott von der Peripherie unserer Gebetserfahrung ins Zentrum. Eine Bekehrung des Herzens findet statt, eine Transformation des Geistes. Dieses wundervolle Werk der göttlichen Gnade ist die Hauptlast dieses Buches.

Lieber Jesus,
wie nötig habe ich es, zu lernen, wie man betet.
Und wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, daß ich oftmals nicht einmal beten will.
Ich bin zerstreut!
Ich bin eigensinnig!
Ich bin selbstzentriert!
In Deiner Barmherzigkeit, Jesus, bringe meine Wünsche mehr in Übereinstimmung mit dem, was ich wirklich brauche, damit ich möchte, was ich brauche.
In Deinem Namen und um Deinetwillen bete ich. -Amen.

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Foster: Sich nach innen bewegen

5. Januar 2007

{Dies ist der dritte Post zu Richard Fosters Buch „Prayer: Finding the heart’s true home“. Die Vorgänger: 1|2}

Der erste Teil des Buches ist überschrieben mit: „Die Bewegung nach innen: Nach der Veränderung streben, die wir brauchen.“ Foster schreibt dazu:

„Zu beten heißt, sich zu verändern. Das ist eine große Gnade. Wie gut, daß Gott uns einen Weg anbietet, durch den unser Leben von Liebe und Freude und Frieden und Geduld und Freundlichkeit und Güte und Treue und Sanftmut und Selbstbeherrschung übermannt werden kann. Die Bewegung nach innen kommt zuerst, denn sonst würde die Bewegung nach oben, in Gottes Herrlichkeit, uns überwältigen und die Bewegung nach außen, in den Dienst, uns zerstören.“

Foster erzählt die Geschichte von Abba Joseph, zu dem einst ein Jünger kam und sagte: „Vater, nach meinem Vermögen halte ich meine kleine Regel, mein kleines Fasten und mein kleines Gebet. Nach meinem Vermögen strebe ich danach, meinen Verstand von allen bösen Gedanken und mein Herz von allen bösen Absichten zu reinigen. Was sollte ich darüber hinaus noch tun?“ Abba Joseph stand auf, streckte seine Hände gen Himmel aus und seine Finger wurden wie zehn Feuerlampen. Er antwortete: „Warum nicht ganz in Feuer verwandelt werden?“

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Foster: Nach Hause kommen – Eine Einladung zum Gebet

4. Januar 2007

{Dies ist der zweite Post zu Richard Fosters Buch „Prayer: Finding the heart’s true home“. Die Einführung findest Du hier.}

Gott sehnt sich nach unserer Gegenwart. Wir brauchen nicht schüchtern zu sein. Er lädt uns in sein Wohnzimmer ein, und der Schlüssel dazu ist das Gebet. Das Herz des Vaters ist weit geöffnet – Du bist willkommen, einzutreten. Wenn Gebet der Schlüssel ist, dann ist Jesus Christus die Tür. Wir müssen nicht mehr fernab stehen, sondern können durch die Tür der Barmherzigkeit und Gnade Gottes in Jesus Christus eintreten.

In diesem Buch geht es um eine Liebesbeziehung, eine andauernde, beständige, wachsende Liebesbeziehung mit dem großen Gott des Universums. Überwältigende Liebe lädt zur Antwort ein. Zu lieben ist die Syntax des Gebets. Wenn wir recht beten wollen, dann müssen wir recht lieben. Mit einem einfachen Herzen erlauben wir es uns, in den Armen des Vaters anzukommen.

Lieber Gott,
ich bin so dankbar für Deine Einladung, Dein liebendes Herz zu betreten.
Ich komme, so gut ich kann.
Danke, daß Du mich annimmst.
Amen.

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Prayer: Finding the heart’s true home – Einführung

3. Januar 2007

Um meine neue Kategorie „Spiritualität“ zu eröffnen, werde ich in der nächsten Zeit über das Buch Prayer: Finding the heart’s true home von Richard Foster posten. Die deutsche Ausgabe des Buches lautet Gottes Herz steht allen offen. Da mir nur das englische Original vorliegt, wirst Du mit meiner Übersetzung vorlieb nehmen müssen. Richard Foster ist mir in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Führer im geistlichen Leben geworden, seine Bücher haben mich geprägt und seine Gedanken begleiten mich. Foster hat die Renovare-Bewegung gegründet, deren Homepage immer einen Besuch lohnt.

Vorbemerkung: Foster will in Prayer unterschiedliche Gebetsformen vorstellen und ein Verständnis dafür wecken, wie Gott unter uns wirkt und wie wir uns auf ihn einlassen können. [Foster merkt an, daß er im Bewußtsein der Begrenztheit unserer Sprache für Gott das maskuline Pronomen verwenden wird. Obwohl Jesus Gott als „Abba, Vater“ bezeichnete, offenbart Jesus, daß unsere Beziehung zu Gott nicht nur aus Stärke und Ermächtigung besteht, was im Allgemeinen mit Männlichkeit assoziiert wird, sondern auch aus nährender und fürsorglicher Intimität, welche uns an Weiblichkeit denken läßt.] Zeiten allein mit Gott sind wichtig, aber, so Foster, wer in seinem geistlichen Leben den Himalaya erklimmen will, muß sich in den Bergen und Tälern des alltäglichen Lebens auskennen.

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