1. Juli 2008
Nach meiner Serie zu The New Christians, deren Posts mittlerweile auf dieser Seite zu finden sind, hier nochmals die 20 Depeschen als Zusammenfassung.
1. Für Emergente sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Geschmacksformen des Christentums von nicht allzu großer Bedeutung. Stattdessen praktizieren sie eine weitherzige Orthodoxie, welche den Beitrag aller christlichen Bewegungen willkommen heißt.
2. Emergente lehnen die Politik und Theologie sowohl der Linken als auch der Rechten ab. Weil sie beide Seiten als ein Überbleibsel der Moderne ansehen, richten sie den Blick nach vorne auf eine komplexere Realität.
3. Das Evangelium ist wie Lava: Egal wie viel Kruste sich über ihm gebildet hat – es wird immer einen schwachen Punkt finden und hindurch brechen.
4. Die emergente Bewegung erschien in den späten 1990er Jahren auf der Bildfläche, als sich eine Gruppe christlicher Leiter darüber auszutauschen begann, wie sich die Postmoderne auf den Glauben auswirkt.
5. Die emergente Bewegung lebt nicht nur in Nordamerika, sondern wächst rund um den Globus.
6. Emergente sehen Gott in jedem Bereich der Kultur am Wirken und weisen die Unterscheidung zwischen heilig und profan (oder sakral und säkular) zurück.
7. Emergente sind der Ansicht, daß das Bemühen um Freundschaft und Versöhnung alle Diskussionen um Dogma und Doktrin einhüllen muß.
8. Emergente finden den biblischen Ruf zur Gemeinschaft attraktiver als den demokratischen Ruf nach individuellen Rechten. Die Herausforderung liegt darin, beiden Idealen gerecht zu werden.
9. Die emergente Bewegung ist stark theologisch geprägt und von der Grundüberzeugung geleitet, daß Theologie und Praxis untrennbar verbunden sind und einander beständig befruchten.
10. Für Emergente ist Theologie ort- und zeitgebunden und geschieht im Dialog. Um den theologischen Riesen der Vergangenheit gegenüber treu zu sein, streben Emergente danach, deren theologisches Gespräch weiterzuführen.
11. Emergente glauben, daß das Bewußtsein unseres relativen Standpunktes – zu Gott, zu einander, zur Geschichte – biblische Demut hervorbringen sollte und nicht relativistische Apathie.
12. Emergente nehmen die ganze Bibel an – die Herrlichkeit und den Pathos.
13. Emergente glauben, daß Wahrheit genauso wie Gott von endlichen menschlichen Wesen nicht endgültig artikuliert werden kann.
14. Emergente umarmen Widersprüche – insbesondere diejenigen, die Kernelemente der christlichen Erzählung sind.
15. Emergente haben eine von Hoffnung erfüllte Eschatologie: Als Jesus zum ersten Mal kam, war das eine gute Nachricht, und so wird es auch bei seiner Rückkehr sein.
16. Emergente sind der Ansicht, daß die Kirche eher wie ein Open-Source-Netzwerk funktionieren sollte als wie eine Hierarchie oder Bürokratie.
17. Emergente starten neue Gemeinden nicht aus evangelistischen Gründen, sondern um ihren eigenen Glauben zu retten.
18. Emergente sind der festen Überzeugung, daß Gottes Geist – und nicht ihre eigenen Bemühungen – für das Gute in der Welt verantwortlich ist. Es ist die Aufgaben der Menschen, mit Gott darin zusammenzuarbeiten, was Gott bereits tut.
19. Emergente spielen den Unterschied zwischen Klerus und Laien herunter – oder lehnen ihn rundheraus ab.
20. Emergente glauben, daß Kirche genauso schön und chaotisch sein sollte wie das Leben.
Was denkst Du zu diesen 20 Thesen? Werden sie der emergenten Bewegung gerecht? Welche Depesche würdest Du ergänzen?
Technorati Tags: Emerging Church, The New Christians, Tony Jones