Kurzes Update aus dem Leben des Sämanns: Zwei Hochzeiten enger Freunde an den letzten beiden Samstagen und einiges an Arbeit, um die Kontakte des Christivals aufzuarbeiten, haben mich in den letzten Wochen in Beschlag genommen. Parallel dazu schreibe ich gelegentlich an meiner aktuellen Seminararbeit über Leben, Dienst und Botschaft Jesu und lese gleichzeitig Material für die nächste Seminararbeit über die Botschaft des Paulus.
Außerdem habe ich ein neues Ritual eingeführt – das »Buch am Feiertag«: Sollte ich an einem Sonn- oder Feiertag nicht außer Haus sein, gönne ich mir nach spontaner Laune ein Buch aus meinem »Ungelesen«-Regal. Meist handelt es sich dabei um einen Roman. Gestern war Nicholas Shakespeare’s In dieser einen Nacht dran – Liebesgeschichte und Gesellschaftsproträt des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands. Da ich gestern erst um 23:30 Uhr mit dem Buch begonnen habe und es nicht wieder weglegen konnte, habe ich es eben “in dieser einen Nacht” durchgelesen. Gelohnt hat es sich allemal.
Mein an anderer Stelle bereits geschilderter Zahnarztmarathon ist heute zu einem guten Ende gekommen. Zwei nebeneinanderliegende Backenzähne wurden überkront und verhalten sich ruhig. Auf daß dies noch lange so bleiben möge!
Von den Büchern, die ich gerade parallel lese (siehe rechte Sidebar) machen mir im Moment insbesondere Jamie Smith’s Who’s afraid of Postmodernism? und Tony Jones’ The New Christians Freude. Ersterer nimmt Derrida, Lyotard und Foucault mit in die Kirche, letzterer sendet Depeschen aus dem Grenzland zwischen kirchlicher Zivilisation und emergenter Wildnis. Sobald ich mit beiden durch bin, wird es hier mal wieder zwei kurze Buchserien geben. Als kleinen Vorgeschmack ein besonderes Schmankerl. Tony erzählt in seinem Buch die Geschichte von Trucker Frank. Freundlicherweise kann sich jeder, der den Frank des Buches mochte, einen etwas intensiveren Einblick in das Leben und Denken des Truckers verschaffen, da Tony eine Serie kurzer Videos produziert hat – On the Road with Trucker Frank. Sehr fein. Weil sie so schön ist, kannst Du Dur die aktuelle Folge direkt hier ansehen. Frank kommt zwar nur am Rande vor, aber wenn Du ein wenig emergentes Gedankengut in Dir trägst, wirst Du bei diesem Clip nicht ohne Emotionen bleiben. Versprochen.
Don Carson’s Buch hat einiges an Staub aufgewirbelt, die Diskussion um die »Emerging Church«-Bewegung in den USA stark geprägt und auch viel Kritik einstecken müssen. Drei Beispiele:
Freundlicherweise lassen sich alle Bücher von CLV als pdfs für den persönlichen Gebrauch downloaden. Du kannst Dir also Dein eigenes Bild machen. Ich bin gespannt auf Deine Meinung zu Carson’s Buch, dessen pdf-Version Du hier findest.
Wer Michael Frost’s feines Buch Exiles mochte, hat jetzt die Möglichkeit, in seiner Gemeinschaft auszuprobieren, wie es sich in einer post-christlichen Kultur missional leben läßt. Frosty hat nämlich Material für Kleingruppen produziert, das hier besprochen wird.
… erläutert Andrew Jones in einem wunderbaren Post. Hier einige kurze Auszüge:
We need to listen, to dialogue, to understand the story (mythology) behind a culture as well as the art and philosophy that expresses it so that we can help create understanding of the good news that Christ suffered, died, rose again and ascended.
…
Does the context affect the message? Of course it does. The story stays the same – same Jesus who fleshed out his life with humans in their context, and who died, rose again, ascended and then appeared to many witnesses in their context, in a way they could acknowledge. Same story but it will be different every time you tell it because people and their environment are different. DUH! This is not compromise. This is telling the story.
And if we ignore the context of the hearers of the gospel, we will end up with a colonial Christianity shaped by the culture of ourselves, the message-bearers. Contextualization matters and the lack of it is a curse to those on the receiving end of our ministry.
…
Bottom line. I believe that the Apostle Paul listened and conversed and looked for the redemptive analogies that would help him convincingly and prophetically shed light on the good news of Christ. The next generation are finding their own mythologies that will influence how they understand concepts of redemption, salvation, blood sacrifice and other theological concepts. They will need eye openers. They already have stored away a few redemptive analogies from the poets and writers of their own day and will draw on them to understand the mysteries of the Kingdom. Some of those stories are helpful and some will need to be corrected. But we do need to be aware of them.
And thats why you might find me in the cinema watching Harry Potter.
Solltest Du dieses schöne Buch von Michael Frost und Alan Hirsch noch nicht gelesen haben, weil Dir die englische Sprache schwerfällt, gibt es ab sofort keine Ausreden mehr. Reinhold Scharnowski ist mit der Übersetzungsarbeit fertig. Also: Zugreifen und vorbestellen! Leider sieht die deutsche Ausgabe nicht ganz so schön aus. Egal – an dieser Stelle ist das Geld gut investiert.
Solltest interessiert daran sein, was Michael Frost und Alan Hirsch nach »Shaping« so getrieben haben, lege ich Dir meine Serien zu Frost’s Exiles: Living Misisonally in a Post-Christian Culture und Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church ans Herz. Das sind ebenfalls feine Bücher… Leider werden Frost und Hirsch momentan zu wenig gehört. Und so nennt sich heute alles und jeder »Emerging Church«, ohne daß sich z:B. an Gemeindeform und -struktur sowie Leiterschaftsverständnis etwas geändert hätte. Ein bißchen soziale Gerechtigkeit und schon sind wir missional… Und inkarnatorisch sind wir ja sowieso… Sind wir das?
Bei all dem Ernst in der emergenten Bloggerszene endlich mal wieder was zu lachen: Kester Brewin schlägt die jährlichen Emergent Awards vor. Köstlich auch die Kommentare!
Mein Lieblingsgag aus dem Post: Die Kamera zoomt auf Andrew Jones, der nervös mit den Füßen scharrt, bevor der Preis für das Lebenswerk verkündet wird.
Meine Favoriten aus den Kommentaren: Vorgeschlagene Kategorien waren u.a. Bestes Remix einer Tirade von Mark Driscoll, bester Blogpost über einen Blogpost und der Königsgag: “Church with fewest participants claiming to be a movement”.
Auch wir Deutschen sollten mehr über uns selbst lachen können…
Ich hatte ja schon immer ein Faible für Italien – der Movie Test hat jetzt aufgedeckt, warum: Nach Fragen zu meiner Persönlichkeit, hat er mich Don Vito Corleone zugeordnet. Eigentlich habe ich ein anderes Wertesystem – aber was solls
Steve Taylor, dessen Buch ich Dir sowieso an’s Herz lege, hat drei schöne Posts unter dem Thema »A to Z beginner’s guide to the missional conversation« geschrieben.
Hier geht’s lang: Teil 1 A-H, Teil 2 I-N und Teil 3 O-W. U, V, X, Y und Z fehlen. Vielleicht hast Du ja einen Vorschlag?
Nebenbei habe ich heute mein 28. Lebensjahr vollendet. Nice.
In einem Interview mit der Time erläutert der geschätzte N. T. Wright seine biblisch fundierte Sicht über das Leben nach dem Tod und das Leben nach dem Leben nach dem Tod. Empfehlung!
Heute bin ich mit etwas Verspätung auf einen ZEIT-Artikel über den Prenzlauer Berg gestoßen, der mir wieder einmal deutlich macht, warum ich mit gewissen Lebensentwürfen rein gar nichts anfangen kann. Was mich dabei erschreckt, ist die blinde Selbstgerechtigkeit, die aus einem bewußt gerechten, ökologisch wertvollen, politisch korrekten und gesunden Lebensstil erwachsen zu sein scheint. Alternativ ist ja schon lange Mainstream; wenn dieser aber so bürgerlich wird, daß er sich in sein eigenes Ghetto zurückzieht und sich immer noch für revolutionär hält, dann ringe ich mit dem Brechreiz. Gleichzeitig schaue ich in den Spiegel und frage mich, ob die emergente Gemeinschaft nicht auch von ähnlichen Symptomen befallen sein/werden könnte.
Björn verlinkt einen faszinierenden Test, über den sich herausfinden läßt, ob Du mehr von Deiner rechten oder linken Gehirnhälfte verwendest. Und entgegen dem, was mir bisweilen nachgesagt wird, ist das Ergebnis eindeutig – ich bin ein Rechter. Dessen Eigenschaften klingen dann wieder gar nicht mal so überraschend
‘Erfühlt’ Dinge
hat immer das große Bild vor Augen
Die Vorstellungskraft ist das wichtigste
Arbeitet mit Symbolen und Bildern
Gegenwarts und Zukunftsorientiert
Philosophie und Religion
Kriegt es mit
Glaubt
Gibt Anerkennung
Kann nur Teilgebiete erfassen
Erahnt welche Funktion etwas hat
Fantasiebezogen
Präsentiert Möglichkeiten
Ungestüm, spontan
Nimmt Risiken in Kauf
Was mich an dieser Liste fasziniert, ist daß aus der Sicht meiner linken Gehirnhälfte die rechten Eigenschaften »hat immer das große Bild vor Augen« und »kann nur Teilgebiete erfassen« einander zu widersprechen scheinen.
Ich tue es Hufi gleich und gebe preis, welche Podcasts ich regelmäßig höre. Seit Jahren organisiere ich mein Leben mit einem PalmOS-Handheld, im Augenblick nutze ich einen Lifedrive, der mit seinen 4 GB internem Speicher ausreichend Platz für Officedateien, Musik, Fotos und Videos bietet. Auf Reisen machen mir Bluetooth und W-Lan Freude, letzteres vor allem, um eMails zu checken.
Eigentlich habe ich ständig die Kopfhörer drin – beim Zähneputzen, bei Spaziergängen, beim Rauchen, beim Hausputz, beim Haareföhnen, etc. Neben vielen spontanen Downloads, die ich in der Blogosphäre finde, und der Audiobibel, bei der ich mich momentan durch das AT höre, habe ich folgende Podcasts abonniert:
Christian Comedy Podcast – Nette Abwechslung für diejenigen, die auf Klamauk stehen. Pausiert seit einer Weile. Normalerweise ca. 10 min lang.
dradio Kulturpresseschau – Vier bis fünf Minuten langer Blick in die Feuilletons der großen Tageszeitungen.
Emergent Podcast – Pflichtprogramm. Gute bis brillante Beiträge. Erscheint im Normalfall wöchentlich.
HM Podcast – Das HM Magazine habe ich seit Jahren abonniert, der Podcast macht mir mit monatlich ca. einer Stunde hart rockender Musik sehr viel Freude.
Internet Monk Radio – Für seinen Blog fehlt mir die Zeit, aber die meist wöchentlichen Beiträge von Michael Spencer lasse ich mir nicht entgehen.
MDR Figaro Feuilleton – Ca. vierminütige Feuilleton-Auslese aus ostdeutscher Perspektive. Interessant für mich als Schwaben.
Relevant Podcast – Wöchentlich ca. eine Stunde. Bringt mich immer wieder zum Lachen.
Simply Orthodox – Brad Nassif, Kollege von Scot McKnight in North Park, gibt wöchentlich einen viertelstündlichen Einblick in ostkirchlich-orthodoxes Glaubensleben.
Start the Day right – Zweimal wöchentliche Kurzandacht von Fuzz Kito – Bibelabschnitt, Kurzgeschichte und Gedanken dazu in 5 min.
Theology and a Pub – Erscheint recht unregelmäßig. Römisch-katholische Sprecher sprechen in einem Pub ca. eine Stunde lang über römisch-katholische Themen.
Theology Unplugged – Michael Patton und Rhome Dyck vom Dallas Theological Seminary diskutieren mit Moderator Greg Cromartie wöchentlich 30 min.
Volxbibel Podcast – Martin Dreyer liest wöchentlich zwei Kapitel aus der Volxbibel – zumindest war es so geplant…
Gute Nachrichten für diejenigen, denen die Kosten der T-Mobile-Verträge in Verbindung mit dem iPhone zu teuer waren: Ab sofort ist das schöne Gerät auch ohne Vertragsbindung zu haben – für schlappe 999€! Na dann Prost Mahlzeit. Zu diesem Preis könnte sich der geneigte Freund des Apfels auch ein MacBook erwerben. Damit lautet die Frage nicht mehr iPhone oder MacBook Pro?, sondern nur noch iPhone oder MacBook?