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[Auf Reisen] „Kirche und Postmoderne“ III – Freitag Abend

19. Oktober 2007

Matthias Clausen – Evangelistisch predigen unter nachmodernen Bedingungen

Klärungen
– viele Gebildete, die keine Ahnung vom Inhalt der Glaubenslehre haben
– Evangelisation ist kommunikative Zuspitzung der Mission
– Evangelisation ist bestimmt durch ihren Inhalt und ihre Kommunikation und daher mehr als Veranstaltungsevangelisation
– Kontextualisation ist Einlassen auf die Lebenswelt des Anderen – um unterschiedlichen Menschen dasselbe zu sagen, muß es different artikuliert werden
– durch kulturelle und lebensweltliche Nähe das Recht zum Reden erwerben
– Evangelisation ist Teil der umfassenden Missio Dei – Gott inkarniert in unsere Welt, kommt auf Augenhöhe und darum ist kontextuelle Evangelisation Ausdruck des Wesens von Evangelisation

Evangelisation in der Postmoderne
– Unterscheidung zwischen traditioneller Evangelisation und neu aufkommender Evangelisation („Emerging Evangelism“)
– Robert E. Webber (The Younger Evangelicals) sieht drei Ansätze von Evangelisation

  • Traditioneller Ansatz: Veranstaltung mit herausfordernder Botschaft
    Pragmatischer Ansatz: Sucherorientierter GoDi, Ermutigung und Aufzeigung der Lebenshilfe durch das Evangelium
    Evangelisation als Prozess in der Emerging Church, dialogischer und beziehungsorientierter Ansatz

– Kennzeichen der PoMo wie Mo: Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen
– Frage: Sprechen diese drei Ansätze zur Postmoderne? Wie sieht eine evangelistische Verkündigung aus, welche die Sprache der PoMo spricht?
– Lyotard: Skepsis gegenüber den Metaerzählungen – Institutionen, welche die bestehende Ordnung legitimieren. Statt dessen wünscht er sich diskursive Ansätze.
– Die Postmoderne beginnt dort, wo der einheitliche Zugang zur Wirklichkeit aufhört.
– Pluralität (verschiedene Perspektiven auf die Wirklichkeit, die einander auf der personalen Beziehungsebene respektieren und akzeptieren) vs. Pluralismus (auf der Metaebene: Alle Perspektiven haben gleiche Gültigkeit) müssen unterschieden werden, denn ein solcher Pluralismus ist mit evangelistischer Theologie nicht vereinbar. Es muß schon erlaubt sein, beherzt und friedlich für die eigene Überzeugung einzustehen.

Überzeugungsprozesse erkunden
– der Heilige Geist wirkt den Glauben, aber er benutzt menschliche Prozesse, darum muß auch gearbeitet und nachgedacht werden.
– Konversion ist mehr als Kognition – alle Lebensbereiche sind beteiligt – auch Denken, Fühlen, etc.
– das Verstehen von neuen Konzepten läßt sich nicht von veränderten Lebensprozessen trennen – man lebt sich in ein neues Denken

Postfoundationalism (nicht mehr an selbstevidente Grundüberzeugungen gebunden) als Gesprächsangebot an die Postmoderne
– verschiedene Sichtweisen auf die Wirklichkeit brauchen für ein gemeinsames Gespräch nicht denselben Ausgangspunkt
– von der Idee einer für alle verbindlichen Wirklichkeit müssen wir uns nicht verabschieden

1) Alvin Plantinga und die Rationalität des Glaubens
Wir haben es mit einer Wirklichkeit außerhalb uns selbst zu tun. Ist Glaube an Gott rational? Nach dem alten Verständnis (allgemein evident) hatte er einen schweren Stand. Aber: Die Kriterien des klassischen Foundationalism sind in sich widersprüchlich. Was spricht dagegen, den Glauben an Gott selbst als basale Überzeugung zu sehen? Nach Plantinga haben Überzeugungen eine Struktur. Wenn jemand zum Glauben kommt, ändern sich nicht nur seine Überzeugungen, sondern es ändert sich auch die Art und Weise, wie sich seine Überzeugungen ändern. Wenn ein Mensch das Evangelium annimmt, wird er bald merken, wie sein gesamtes bisheriges Verständnis infrage gestellt wird – sein Denken, Fühlen, Glauben etc. Wie also darauf reagieren?

  • Proklamatorischer Ansatz: Man könnte herausfordernd predigen und zu klaren Entscheidungen rufen. Indikativisch und assertorisch predigen mit dem Verzicht auf Begründungen. Darum blieb dieser Ansatz im Clinch mit der Moderne. Die traditionelle Evangelisation bezog ihre Kraft daraus, daß sie sich auf von ihren Adressaten akzeptiere Autoritäten begründete („The bible says…“)
    Apologetischer Ansatz: Begründung gemäß des aufklärerischen Ansatzes. Emerging Church: Skepsis gegenüber Apologetik, gelebter Glaube. Webber: From rationalism to embodiment. John Finney: Das Mysterium wiederentdecken. Apologetik hat in der Postmoderne immer noch ihren Platz. Argumente funktionieren lokal – ich kann an die Überzeugungen der Menschen angreifen, die mir in persona gegenüber sitzen. Apologetische Verkündigung hat auch eine seelsorgerliche Funktion, weil Menschen erkennen, daß man auch glauben und seinen Verstand eingeschaltet lassen kann. Wir müssen also nach den Überschneidungen unserer Denkwelten suchen und dort ansetzen – z.B. Esoteriker glauben wie wir daran, daß es auf der Welt mehr gibt, als wir sehen können. Wie in einem solchen Gespräch die Veränderung grundlegender Überzeugungen geschehen kann, ist nicht einfach zu sagen. Plantinga spricht von „defeaters“ – durchschlagenden Elementen, die das bisherige System aufweichen. An dieser Stelle muß noch weitergedacht werden.

2) Ludwig Wittgenstein und Sprache als Medium der Wahrnehmung
Zwei Konzepte sind wichtig: Sprachspiel und Lebensform. Sprache ist eine Fülle dynamischer Prozesse, die alle ihre eigene Binnenlogik haben und daher als „Sprachspiele“ bezeichnet werden. Schon unser Verständnis von Sprache ist eng verknüpft mit unserer Lebenswelt und Lebenspraxis. Rezipiert wurden diese Konzepte u.a. von George Lindbeck und Stanley Hauerwas. Das zum-Glauben-kommen kann man mit dem Erlernen einer neuen Sprache vergleichen. Es sind dieselben Worte mit einer anderen Bedeutung: „Vater“ in Bezug auf Gott ist neu gefüllt, „Liebe“ in Bezug auf Christus ebenfalls. Die evangelistische Predigt muß noch stärker im gelebten Salz-und-Licht-Kontext verortet sein. Verkündigung als Nacherzählung biblischer Inhalte, das einen eigenständigen Blick auf die Wirklichkeit ermöglicht. Sprachwelt der Erzählung wird zur Denkwelt der Hörer.

Fazit:
Postmodern ist die Offenheit für vielfältige Zugänge zur Wirklichkeit, darum müssen wir keine direkte Begründung geben. Wir haben auch keine, nur die Bitte: „Laßt euch versöhnen mit Gott!“ Wir können die christliche Glaubenswahrheit nicht erzeugen, wir können sie nur bezeugen.

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3 Kommentare zu “[Auf Reisen] „Kirche und Postmoderne“ III – Freitag Abend”

  1. Andere berichten aus Greifswald at einAugenblick.de sagt:

    […] Dominik Sikinger: • Auf Reisen – »Kirche und Postmoderne« in Greifswald • [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« II – Samstag Nachmittag • [Auf Reisen] “Kirche und Postmoderne” – Samstag Abend […]

  2. Hufi sagt:

    Irgendwie bist du der Zeit voraus, erst jetzt haben wir Samstag…

  3. meine-24-welt-reise » Re: Keine Reisen mehr in die USA! - EU bei Fluggastdaten “über den Tisch gez… sagt:

    […] die ins Gelobte Land einfallen wollen. Die haben leider vergessen, daß sie alle selber auch nur Einwanderer sind und das Land jemand anderem weggenommen haben. (Die gleiche Einstellung kann man übrigens in […]


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