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[Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VI – Freitag Nachmittag

21. Oktober 2007

Johannes Zimmernann – Being connected. Sozialität und Individualität in der christlichen Gemeinde
[Hier fehlen mir die beiden ersten Teile des Vortrages. Ich gebe nur Teil III und IV wieder.]

III. Ein Leib – viele Glieder / biblisch-theologische Grundlagen
Der Einzelne und die Gemeinschaft
»Der Einelne und die Gemeinschaft sind gleich ursprünglich im Heilshandeln Gottes.« (Martin Doerne) Der Einzelne wird in die Nachfolge gerufen und dann in die Gemeinschaft geführt. Dies wird sichtbar an Jesus, der die Einzelnen zum Zwölferkreis verbindet. Dabei handelt es sich um eine prophetische und messianische Zeichenhandlung, die der Sammlung und Restitution des gesamten Gottesvolkes dient. Ein anderes Beispiel für die Beziehung Individuum / Gemeinschaft ist das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Luk 15), dem der Hirte hinterhergeht, um es wieder zurück zur Herde zu bringen.

„Erbauung“ und „Gemeindeaufbau“ bei Paulus
Wo in den paulinischen Schriften das Wort »Erbauung« auf den Einzelnen reduziert wird, herrscht ein verkürztes Verständnis. Zimmermann schlägt vor, »Erbauung« auch mit »Gemeindeaufbau« zu übersetzen. Wie im AT der Tempel erbaut wird, so im NT die Gemeinde. Der Leib Christi wird in seinen einzelnen Gliedern (Röm 15,2) erbaut. Darum gilt: Was dem Nächsten förderlich ist, dient dem Gemeindeaufbau.

Taufe, Herrenmahl und Leib Christi
– Taufe: Zuspruch für den Einzelnen „Du bist mein“ – „Einverleibung in die Gemeinde“
– Herrenmahl: Zuspuch: „Für Dich gegeben“ – Gemeinde als Leib Christi – Wenn eines leidet, leiden alle
„Die biblischen Grundlagen verstehe ich als promissional. Sie wollen unseren Glauben pro-vozieren.“

IV. Auf der Suche nach Sozialformen christlicher Gemeinde
Gemeinde als Lebensort
Die Grundfrage lautet, wie die Sozialität in der christlichen Gemeinde so dargestellt werden kann, daß sie den Einzelnen nicht hemmt, sondern fördert? Dabei kann das schwache Subjekt der PoMo-Diskussion einen wertvollen Anknüpfungspunkt darstellen. Unser Gemeindeverständnis muß die Mitte zwischen individualistischer und kollektivistischer Überbetonung finden. Dabei soll die Gemeinde ein Raum der Heilung sein. Gott will keine Uniformierung, sondern individuell entfaltete und weiterentwickelte Persönlichkeiten. Darum ist die Bestimmung der Gemeinde die Stützung und Förderung des Einzelnen zur Entfaltung seines Potentials. Dies geschieht durch soziale Netzwerke und das Bieten einer Plausibilitätsstruktur. Dabei darf die Gemeinde als geistliche Heimat und Ort des Lebens (- „Bio-top“) nicht zum abgegrenzten Reservat verkommen – der missionarische Auftrag begrenzt den berechtigten Wunsch nach Beheimatung.

Gemeinde als Ort der Gotteserfahrung
„In, mit und unter gemeindlicher Sozialität wird Gott erfahren“: Weil die christliche Gemeinde der primäre Ort für von Gott erneuerter Sozialität ist, muß die Gemeinde der erste Ort und der formative Kontext der Gotteserfahrung sein.

Gemeinde als Netzwerk
Ist das Netzwerk die Sozialform der Postmoderne? Netzwerkstrukturen können eine lose oder eine intensive Verbundenheit bedeuten. Das im EKD-Impulspapier »Kirche der Freiheit« vorgestellte Netzwerkmodell scheint eine Tendenz zur übertriebenen Offenheit zu haben. Es braucht „Passantengemeinden“, welche unterschiedliche unverbindliche Angebote machen, an denen teilgenommen werden kann. Dies ist eine notwendige Inkulturation christlicher Gemeinde in postmoderne Kontexte.
Es braucht aber auch Konterkulturation. Dabei ist die entscheidende Fragen, wie die gemeinschaftsstiftende Gestalt der „Versammlung der Heiligen“, die auf körperlicher Anwesenheit beruht, zum Tragen kommen kann. Leiblichkeit ist ortsgebunden, bleibt lokal, ermöglicht das gemeinschaftliche Teilen von Leiden und Schmerz. „Die pathetische Verfassung des Menschen weist ihn auf seinen Nächsten hin.“
Wer ohne Familie lebt, braucht alternative Netzwerkstrukturen, die er aufgrund seiner Mobilität meist selbst wählen und erreichen kann. Wie dienen wir aber denjenigen, die selbst nicht die Ressourcen für Netzwerke haben, wie z.B. Alte, Alleinerziehende etc.? Für solche Menschen bleiben parochiale Strukturen wichtig.

Kurz gesagt:

  • der missionarischen Herausforderung begegnen wir durch offene Netzwerke
  • der diakonischen Herausforderung begegnen wir durch tragfähige Netzwerke für Labile


Pluralitätsfähige Gemeinde
– Pluralisierung: Innerhalb der Landeskirche kommen offene Gemeinden und Netzwerkgemeinden hinzu – fresh expressions; innerhalb der Ökumene: Pinfgstkirchen, Migrantengemeinden etc.
– Wir müssen übergemeindliche Netzwerke bilden, welche die Einheit des Leibes Christi sichtbar werden lassen und von gastfreundlichem Miteinander geprägt sind.
– in der glokalen Welt geht es darum, die universale Perspektive zu behalten, aber vor Ort präsent und offen für Andere zu sein

Gemeinde zwischen Agora (Marktplatz) und Oikos (Haus)
– das Passagenbedürfnis verlangt nach markanten Orten, an denen Erfahrungen gemacht werden – Vorteil der Kirchenräume in den Innenstädten
– Präsenz auf dem Marktplatz – mitmischen in Diskurs und Angebot
– Verwurzelung und Beheimatung im Haus, Anspruch und öffentliche Präsenz auf dem Marktplatz
– Die Herausforderung: Brücken zwischen Events und Gemeinschaft zu schlagen

Schlußgedanken: Being connected
Individualität und Sozialität stehen im christlichen Glauben nicht gegeneinander, sondern in einer unentflechtbaren Wechselwirkung gegenseitiger Förderung und Stützung.

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6 Kommentare zu “[Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VI – Freitag Nachmittag”

  1. Andere berichten aus Greifswald at einAugenblick.de sagt:

    […] Dominik Sikinger: • Auf Reisen – »Kirche und Postmoderne« in Greifswald • [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« II – Freitag Nachmittag • [Auf Reisen] “Kirche und Postmoderne” III – Freitag Abend • [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« IV – Samstag Vormittag • [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« Samstag Mittag • [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VI – Freitag Nachmittag […]

  2. Schrotty sagt:

    Hi,

    was ich mal fragen wollte: weißt du ob es von den Vorträgen die Mp3’s gibt, oder werden die gar nicht aufgenommen?

  3. DoSi sagt:

    Hey Schrotty,

    soweit ich weiß, gibt es keine Aufnahmen von den Vorträgen. Allerdings werden sie Mitte nächsten Jahres als Buch erscheinen. Ich hab es vorbestellt, sobald es eintrifft, wirst Du hier davon lesen 😉

  4. Schrotty sagt:

    aha cool 😀 wo kann man das denn vorbestellen?

  5. DoSi sagt:

    Keine Ahnung, am letzten Tag des Symposiums ging eine Liste rum. Vielleicht mußt Du nach dem Institut von Michael Herbst suchen, der wird möglicherweise der Herausgeber sein.

  6. Schrotty sagt:

    danke dir 😀


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