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Archiv für September, 2010

Crazy for God V: Dreimal O-Ton II

25. September 2010

[Dies ist der fünfte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3|4]

Crazy For God-4

The more successful in the world you were before you got saved, the greater the triumph when you „returned from these worldly things to serve the Lord“. (71)

Mom drove me crazy with her pietistic spin on just about anything. She also drove my sisters and myself crazy by folding the most personal moments of our lives into her talks as further illustrations of God’s hand on us, or to make points on how to raise a family. (91)

Über Billy Graham: Did the followers of Billy know that he’d plucked his seventeen-year-old daughter out of her first semester at Wheaton College to marry a man almost twenty years older than her whom she had never met until Billy introduced her? Would they have cared? (100)

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Crazy for God IV: Dreimal O-Ton I

24. September 2010

[Dies ist der vierte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3]

Crazy For God-3

Ich beende meine Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God mit einigen Posts, die jeweils drei Zitate aus dem Buch enthalten, die ich für bedenkenswert erachte.

Fundamentalists never can just disagree. The person they fall out with is not only on the wrong side of an issue; they are on the wrong side of God. … A church split builds self-righteousness into the fabric of every new splinter group, whose only reason for existence is that they decide they are more moral and pure than their brethren. (30)

We Schaeffers never compromised. At times it seemed that only God knew how important we were, how right, how pure. But isolation and rejection by „The World“ only confirmed our self-importance. The sense of being like the tribes of Israel wandering the desert, with enemies on all sides, was the underlying reality of my childhood. (31)

It is no coincidence that about 99 percent of evangelical books are written to help people order their lives according to an invisible world when everything in the visible world is challenging faith. (33)

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Crazy for God III: More than fiction

20. September 2010

[Das ist der dritte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den ersten beiden: Einführung | Aufstieg und Ausstieg.]

Crazy For God-2
Nachdem Frank Schaeffer der religiösen Rechten seinen Rücken gekehrt hatte, versuchte er sich mit einigen Projekten über Wasser zu halten, die alle nicht von Erfolg gekrönt waren. Wie bereits erwähnt, erwiesen sich erst seine von ihm selbst als »semi-autobiographical« bezeichneten Romane als Wendepunkt, da sie sich überraschend gut verkauften. Darin nimmt er die Perspektive Calvin Beckers ein, Sprössling fundamentalistisch-evangelikaler US-Missionare, die in der Schweiz eine Kommunität gegründet haben. Ich habe nur die ersten beiden Teile der Becker-Trilogie gelesen – Portofino und Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren.
Portofino-2
Beide Bücher sind in deutscher Übersetzung günstig antiquarisch zu bekommen. »Portofino« handelt von den Abenteuern des elfjährigen Calvin im Italien-Urlaub. Sonne, Strand, italienische Lebensart und seine Freundin Jennifer aus England, deren Familie immer zeitgleich mit den Beckers in derselben Pension urlaubt, bringen ihm viel Freude. Auf der anderen Seite steht der religiöse Fanatismus der Eltern, für den er sich beständig schämt, personifiziert in seiner Mutter, die lautstark betend am Mittagstisch im Restaurant die Kellnerin ignoriert, Mitreisende im Zug mit Hilfe von aberwitzigen evangelistischen Hilfsmitteln (Jesus-Junk gab es wohl schon lange vor WWJD und Kawohl) die Mitreisenden zu bekehren versucht und immer wieder auf peinliche Weise Calvins sexuelle Aufklärung vorantreiben will. »Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren« spielt 5 Jahre später und handelt vom Leben in der Schweizer Kommunität/Missionsstation, von Kirchenspaltungen, familiären Konflikten und davon, wie Calvin es trotz vieler Herausforderungen letztlich doch schafft, wieder zur rechten Zeit nach Portofino zu kommen und Jennifer wieder zu sehen.
Calvin-2
Die Bücher sind wunderbar leicht und humorvoll geschrieben, lesen sich flüssig und lassen ein bitter-süß melancholisches Gefühl zurück. Ich wurde beim Lesen in die Geschichte hineingezogen und war etwas enttäuscht, dass der zweite Band fünf Jahre übersprang, weil ich wissen wollte, was in der Zwischenzeit geschehen war… Nach der Lektüre von »Crazy for God« faszinieren die Calvin-Becker-Romane, weil die Charaktere so eng an der Ursprungsfamilie Frank Schaeffers und Mitarbeitern L’Abris gehalten sind, dass es schwer fällt, nicht alles als quasi-autobiographisch zu verstehen. Dasselbe gilt für die Schauplätze und weitere Details. Frank Schaeffer gibt hier Einblick in das (erinnerte) Seelenleben seiner Kindheit, und so werden hier all die Themen, die in »Crazy for God« intensiv behandelt werden, spielerisch mit eingeflochten. Lesestoff für entspannte Stunden am Sonntagnachmittag, der zum Nachdenken einlädt. Meine Empfehlung.
(Dritter und letzter Teil der Calvin-Becker-Serie ist übrigens Zermatt).
Zermatt

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Crazy for God II – Aufstieg und Ausstieg

11. September 2010

[Dies ist der zweite Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Hier geht’s zur Einführung.]

Crazy For God-1
Im weiteren Verlauf des Buches beschreibt Frank Schaeffer, wie sein Vater Francis immer bekannter und berühmter wurde, als er sich mit der säkularen Kultur zu beschäftigen begann. »He slipped into a second career as an art historian, pop culture analyst, and futurist.« (118) Die Veränderung wird auch optisch sichtbar: »Dad was wearing his hair longer and longer, and he grew a goatee. … Dad had evolved into a hip guru preaching Jesus to hippies, a precursor to, and the spiritual father of, the Jesus Movement that some of Dad’s disciples (…) founded after they studied at L’Abri« (208).

Francis Schaeffer veröffentlichte sein erstes Buch Escape from Reason und wurde zu einem der bekanntesten und einflußreichsten christlichen Leiter seiner Zeit. »Born-again Christians were confronted by a rebellious youth culture. Suddenly they needed Dad’s pop culture expertise.« (209) Je bekannter sein Vater wurde, desto intensiver wurde das Doppelleben Franks. Er schildert sein Aufwachsen, den ersten Geschlechtsverkehr u.ä., was ihm in L’Abri keinen Ruhm einbrachte. Gleichzeitig wird die Kluft zwischen dem öffentlichen Bild der Schaeffers und seiner Wahrnehmung seiner Eltern immer größer. L’Abri spaltet sich, und über seine Mutter schreibt Frank: »On one days, Mom was hiding bruises on her arms; on other days she was flirting shamelessly with Roger, a handsome „sensititve poet“ from SanFrancisco, twenty years younger than her. This was the source of my parents‘ biggest fights.« (216) Und zu aller Ironie wurden seine Eltern als Heilige wahrgenommen, die dafür gelobt wurden, dass sie „diese Hippies“ erreichten – dabei waren sie in Franks Augen selbst zu Hippies geworden. »But groupies have to believe in something or someone.« (217)

Mit der Zeit versucht sich Frank als Maler und lernt seine spätere Frau Genie kennen, die er auch gleich schwängert, was seinen Ruf weiter in den Keller zieht. Francis schreibt sein Buch How should we then live?, das Frank zu einer Filmserie verarbeitet, in deren zwei letzten Episoden Abtreibungsproblematik thematisiert wird. Die Filme werden im Rahmen einer Seminar-Tour in fünfzehn amerikanischen Städten vorgeführt – jeweils einen ganzen Tag lang wurden die halbstündigen Episoden gezeigt und eine Diskussion von Francis, später auch von Frank geleitete Diskussion schloß sich an. »By the end of the tour, Dad was one of the most sought-after and best-known evangelical leaders in the United States.« (269) Als nächstes folgte dann Whatever happened to the Human Race?, zu dem Frank auch eine Film-Serie produzierte. Das Ergebnis beschreibt er so:

The impact of our two film series, as well as their companion books, was to give the evangelical community a frame of reference through which to understand the secularization of American culture, and to point to the „human life issue“ as the watershed between a „Christian society“ and a utalitarian relativistic „post-Christian“ future stripped of compassion and beauty. (273)

In der Folgezeit sind die beiden Schaeffers ganz oben angekommen. Sie haben direkten Zugang zu allen Mitglieder der Republikanischen Partei. Nach seinen Worten waren er und sein Vater die ersten, die die amerikanischen Evangelikalen dazu aufforderten, politisch aktiv zu werden. Ihre Plattform erhielten sie durch das berühmt gewordene Roe-vs.-Wade-Urteil. »Abortion became the evangelical issue. Everything else in our „culture wars“ pales by comparison. The anger we stirred up at the grassroots was not feigned but heartfelt.« (289) Nach Franks Buch A Time for Anger und Francis‘ A Christian Manifesto begannen die Demonstrationen vor Abtreibungskliniken. Die Evangelikalen strömen ins amerikanische Fernsehen und die religiöse Rechte formiert sich. Auch wenn die beiden Schaeffers von dieser oft angewidert waren, spielten sie das Spiel mit.

To our lasting discredit, Dad and I didn’t go public with our real opinions of the religious-right leaders we were in bed with. We believed there was too much at stake, both personally, as we caught the power-trip disease, and politically, as we got carried away by the needs of the pro-life movement. (300) The public image of the religious right I met with so many times also contrasted with who they really were. In public, they maintained an image that was usually quite smooth. In private, they ranged from unreconstructed bigot reactionaries like Jerry Falwell, to Dr. Dobson, the most power-hungry and ambitious person I have ever met, to Billy Graham, a very weird man indeed who lived an oddly sheltered life in a celebrity/ministry cocoon, to Pat Robertson, who would have a hard time finding work in any job where hearing voices is not a requirement. (315)

Über seine öffentlichen Auftritte im Rahmen der Whatever happened to the Human Race?-Tour schreibt Frank:

I knew „The Speech“ so well, I could think about other things while I delivered it; for instance, about how I wished God had never made any men or women with a „ministry in music.“ I wished he’d strike them all down so I’d never have to spend another minute listening to another fat lady (even the men were „fat ladies“ to me) sing another Jesus-is-my-boyfriend song to synthesized violin playback. … Shorthand version: Abortion is murder; secular humanism is destroying us; turn back to our Christian foundation; vote Republican. (325)

Die innere Distanz Francis Schaeffers zur Religiösen Rechten wurde immer größer:

Dad seemed lost in a depressed daze. He had recently been saying privately that the evangelical world was more or less being led by lunatics, psychopaths, and extremists, and agreeing with me that if „our side“ ever won, America would be in deep trouble. (335) I still regard abortion as an unmitigated tragedy. … More than thirty years after helping to launch the pro-life movement, I am filled with bitter regret for the unintended consequences. (345) To the extent that the Republican Party benefited from the pro-life movement, my efforts and those of my father contributed to making the Republican congressional majorities of the 1980s and 1990s possible. We also indirectly helped make the elections of Reagan, Bush Sr., and Bush Jr. possible. (346)

Frank stieg aus. Verließ die evangelikale Bühne, führte bei einigen Hollywood-B-Movies Regie und begann zu schreiben. Zwischenzeitlich war er samt Frau und Kindern in finanziellen Schwierigkeiten, so dass bisweilen das Geld für Lebensmittel fehlte und Frank im Supermarkt einmal Steaks stahl.

I’d remember that if it came down to it, I’d rather be arrested for shoplifting than ever be an evangelical leader again. There was a certain basic and decent honesty about stealing pork chops that selling God had lacked. (376)

Frank versuchte Geld zu verdienen, schrieb Drehbücher für Filme, die aber abgelehnt wurden. 1990 trat er der Griechisch-Orthodoxen Kirche bei, arbeitet ein bißchen in seiner Ortsgemeinde mit. Das Urteil über seine Eltern fällt differenzierter aus, als es hier den Anschein haben mag. Sie bleiben ihm Vorbilder in ihrer Hingabe, Demut und der Opferbereitschaft für andere. Das Buch enthält auch sehr schöne Momente, wenn Schaeffer fast zärtlich über Vater und Mutter spricht. An der Orthodoxen Kirche schätzt er die Liturgie und die jahrhundertelange Kontinuität. Es scheint, er hat seinen Frieden gefunden. Auch wirtschaftlich ging es wieder aufwärts – die beiden semi-autobiographischen Romane Portofino (über Franks Kindheit) und Saving Grandma (deutsch Calvin oder wie ich versuchte meine Großmutter zu bekehren) verkauften sich recht gut und leiteten die Wende ein. Mehr zu diesen Romanen später in einem separaten Post.

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Crazy for God I – Einführung

6. September 2010

Im März hatte ich angekündigt, „in nächster Zeit“ mal was zu Frank Schaeffer’s Buch Crazy for God zu schreiben. Und voilà, nur ein halbes Jahr später ist es schon so weit 😉
Nun bin ich zwar in Evangelikalien aufgewachsen, kannte den Namen Francis Schaeffer (Vater von Frank) aber nur vom Hörensagen, ohne mich näher mit ihm auseinandergesetzt zu haben. So ist das, wenn man erst 1980 das Licht der Welt erblickte. Auf das 2007 erschienene »Crazy for God« bin ich über die englischsprachige Blogosphäre aufmerksam geworden, wo es einigen Staub aufgewirbelt hat und mir daher näherer Betrachtung wert schien. Der Untertitel spricht für sich: »How I grew up as one of the elect, helped found the Religious Right, and lived to take all (or almost all) of it back«. Klingt nach Autobiographie und nach Abrechnung, könnte also interessant werden.
Crazy For God
Interessant ist das Buch allemal, um mal ein wertneutrales Wort zu verwenden. Es ist untergliedert in die vier Teile »Childhood«, »Education«, »Turmoil« und »Peace«. Als Kind der amerikanischen Missionare Francis und Edith Schaeffer wuchs Frank in der Kommunität L’Abri in den Schweizer Bergen auf. Abgeschirmt von der heidnischen Welt und umgeben von geistlich Suchenden entfremdete er sich mehr und mehr vom calvinistischen Glauben seiner Eltern. Mit der Zeit wurde sein Vater Francis immer berühmter, so dass »Billy Graham’s daughter, President Ford’s son, even Timothy Leary« (2) häufig am Schaeffer’schen Esstisch anzutreffen waren. Francis und Edith Schaeffer stiegen auf der Leiter des Einflusses bis nach ganz oben, waren desöfteren im Weißen Haus und trafen dort die Präsidenten Ford, Reagan und Bush Sr. Im Prolog bilanziert Frank:

My life has been one of all-consuming faith – not my faith, but the faith of others that I seem to have caught like a disease and been almost obliterated by. What does God want? I still don’t know. … The only answer to „Who are you?“ is „When?“

Das macht neugierig. Und, wie gesagt, das Buch ist interessant. Schaeffer kann schreiben, ohne Frage. (Davon zeugen auch seine Romane, die zu Bestsellern wurden – mehr dazu später.) Aber nicht nur deshalb ist das Buch interessant. Beim Lesen finde ich mich ständig auf beiden Seiten wieder – viele der Überzeugungen von Franks Eltern teile ich. Und manche der schmerzlichen Erfahrungen, die Gefühl, in eine evangelikale Subkultur nicht ganz reinzupassen, einhergehen, teile ich auch. Ich leide mit und an den handelnden Personen. (Ein ähnliches Erlebnis übrigens wie bei den Gleichnissen Jesu – z.B. beim Verlorenen Sohn: Meine Identifikation und mein Verhalten springt zwischen allen drei männlichen Figuren im Gleichnis hin und her. Das Ziel ist zum Vater zu werden, schon klar…) Aber zurück zu Schaeffer. Er betont: »This is a memoir, not a biography« (6). Er erhebt nicht den Anspruch, die absolute Wahrheit über seine Familie zu erzählen, sondern auch mal Namen geändert und Jahreszahlen vertauscht zu haben. Aber er erzählt seine Geschichte, erzählt von seinen drei Schwestern, von dem oft geistig abwesenden Vater, der viel Zeit mit den Sinn suchenden Gästen und wenig Zeit mit seinem Sohn verbrachte und die Erziehung der Kinder in allen Belangen seiner Frau Edith überließ. Frank hatte keine einfache Beziehung zu seiner Mutter, die morgens um vier aufstand, um zu beten, selbst im Hotel im Urlaub vor allen Anwesenden am Essenstisch seeeehr lange und laut betete und in allem, was geschah, die Bestätigung Gottes für ihre Lebensweise sah, und sich gesandt wußte, den armen Schweizer Heiden das Evangelium zu bringen. Die Ironie ist nicht zu überlesen:

The overall feeling was that we were somehow displaced aristocrats, former royalty reduced to being dependent on less-cultured strangers, grateful yet resentful, sorry for ourselves for the sacrifices we were making for a higher cause, yet envious of those people who could lead normal lives (…) and made money from everyday jobs where you were paid instead of waiting for a series of miracles. (51f) We were outsiders doing everything we could to be mistaken for insiders and then convert them to being outsiders, like us, until everyone became an outsiders and therefore we got to be insiders forever! (52) What I never heard Mom or Dad explain was that if the world was so bad and lost, why did they spend so much time trying to imitate it and impress the lost? (53)

Wie Streiflichter tauchen die Erinnerungen auf. Über seine Schwager schreibt Schaeffer, dass sie erst »our kind of people« werden mußten: »My sisters were very good at training their husbands, just as Mom had trained Dad« (70). Bei den Hochzeiten seiner Schwestern gab es keinen Alkohol, keinen Tanz und die Predigten zielten jeweils auf die Eltern des Bräutigams ab, um ihnen klarzumachen »how, without a faith in Christ, a real faith, a faith like ours, no marriage could last.« (71) Dass an der Ehe seiner Eltern auch nicht alles Gold war, erzählt Schaeffer mit schonungsloser Offenheit:

God might have given Dad faith, but he never did manage to get him to be polite to his wife. … And when it came to how Dad sometimes treated my mother, the other L’Abri workers looked the other way. They must have heard the screaming, and some must have known there was abuse. They did nothing. (101) Dad was abusive at times, but my mother was in no way intimidated. In fact, she seemed to relish her martyr status. (104) Mom never showed any weakness. She could do everything, and she let us know it. (111) The spiritual pride that underlay Mom’s zeal made her children grow up with the feeling that no matter what we did for the Lord, it was never enough. Mom had gotten there first, and the rest of us weren’t even in the race. (113)

So weit für diesen Post. Genug Stoff um nach- und weiterzudenken.

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