26. September 2009
In der aktuellen Ausgabe von Christ in der Gegenwart findet sich mit »Der Priester von heute« ein interessanter Artikel von Johannes Röser über das Verständnis des Priesteramtes in der römisch-katholischen Kirche. Daraus folgendes Zitat:
Priester sollen die Menschen auf das Reich Gottes vorbereiten. In gewisser Weise sind sie so etwas wie Hebammen der Gottesgeburt im Menschen und beim Menschen. Sie nehmen dem Einzelnen das religiöse Gebären nicht ab, leiten ihn aber aufgrund besseren Wissens und tiefer Erfahrung an und greifen manchmal erleichternd ein, mitten im schmerzhaften Prozess. Priester sollen in diesem Sinne Hebammen des Religiösen sein, mit Führungssinn und Führungsverantwortung, aber ohne Besserwisserei, ohne den heute nur noch peinlichen sakral-magischen Dünkel eines besonderen “Auserwähltseins” und “Geweihtseins”, als ob die vielen wetlichen Berufungen des Menschen keine göttliche Dignität hätten.
Aus: Christ in der Gegenwart Nr. 39 / 2009, S. 428
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25. September 2009
Schön ist es, wenn Vorfreude nicht von Enttäuschung, sondern von Freude abgelöst wird. Letztere Emotion stellte sich heute bei mir ein, als ich ein Päckchen aus dem Briefkasten nahm, es öffnete und darin die beiden Belegexemplare von Beziehungsweise Leben: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen fand. Konzipiert und herausgegeben wurde dieses Buch von Daniel und Björn, erschienen ist es in der Emergent Edition, einer Kooperation des Verlages der Francke Buchhandlung und Emergent Deutschland.

Schön ist es, einen Teil zu einem deutschsprachigen christlichen Buch beigetragen zu haben, das auch dem Auge schmeichelt. Verantwortlich zeichnet dafür wieder einmal Denis Holzmüller. Ob auch der Inhalt zusagt, mußt Du selbst beurteilen. Darum: Kaufen! Mehrfach kaufen und weiter verschenken. Solltest Du unentschlossen sein, findest Du hier mehr Informationen.
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23. September 2009
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15. September 2009
Ein vorerst letztes Zitat von Ernst Käsemann, das seine Aktualität nicht verloren hat:
Das entscheidende Kriterium der Gemeinde und der Jüngerschaft kann doch nicht sein, welche Überzeugungen wir hegen, zumal Überzeugungen sich selbst bei Christen wandeln und wir nie fertig sind, sondern alle zu wachsen haben. Entscheidendes Kriterium der Einheit wie Trennung im Glauben kann nur sein, wieweit Jesus als dem Herrn in der Nachfolge gedient und wieweit er fromm oder unfromm als Herr von uns desavouiert wird.
(Aus: Paulinische Perspektiven, S. 97)

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14. September 2009
Nochmals Ernst Käsemann:
Es besagt gar nichts, daß Jesus als Herr proklamiert und geglaubt wird. Alles hängt vielmehr daran, ob christliche Frömmigkeit, um mit Kähler zu sprechen, bis in den Alltag hinein am Kreuz den Grund und ihr Maß findet.
(Aus: Paulinische Perspektiven, S. 72)

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12. September 2009
Ein weiteres Zitat von Ernst Käsemann, welches an Newbigin erinnert:
Gegenwärtige Erlösung läßt sich nur behaupten, wenn einzelne Menschen, in sichtbarer Gemeinde zusammengefaßt, sie in ihrer Leiblichkeit anstößig und glaubwürdig vertreten und mit ihrer Existenz klarmachen, welchen Sachzwängen sie nicht mehr letztlich unterliegen. Heil, das nicht in gelebter Jüngerschaft sich bekundet, wird zum religiösen Postulat und zur unverständlichen Ideologie. Auch der christliche Glaube kann zum Aberglauben werden.
(Aus: Paulinische Perspektiven, 52f.)

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10. September 2009
… erschien Ernst Käsemanns Aufsatzband Paulinische Perspektiven, den ich heute nochmals quer gelesen habe. Dabei bin ich auf einige Aussagen gestoßen, die auch für die Leser dieses Blogs von Interesse sein könnten. Den Anfang macht folgende Feststellung Käsemanns:
Die unverkennbare Grundlagenkrise aller Geisteswissenschaften mit Einschluß der Philosophie hat etwas damit zu tun, daß wir dem idealistischen Erbe des sogenannten christlichen Abendlandes nicht kritisch genug gegenüberstehen. (S. 26)

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9. September 2009
Zur Zeit stelle ich Material zu einer Arbeit über die Heilslehre des Paulus zusammen. Grundsätzlich fühle ich mich dabei der New Perspective on Paul verbunden, ohne dass ich die Erkenntnisse der Altvorderen über Bord werfen wollte. Wenn ich jetzt so die einst gelesenen Bücher durchgehe, dann findet sich da so manches Kleinod, welches einmal mehr deutlich macht, dass die Grenzen längst verschwommen sind. Als Beispiel mag Peter Stuhlmacher dienen, der in seiner Kritik an der New Perspective beispielsweise schreibt:
For the apostle, the righteousness of God, the Christ of God, the people of God and the kingdom of God all belong inseparably together. … Romans 4:25 and 8:34 give a wide eschatological span to christology: on Good Friday, Christ was delivered up to death by God, and since Easter he makes his death effective before God‘s judgment throne on behalf of all who confess him as Lord (cf. Rom 10,9-11). If they remain true to him, he remains their advocate until the final judgment so that nothing and no one will be able to separate them from the love of God shown them in Christ Jesus (cf. Rom 8:38-39). … By confessing Christ as Lord and Savior (cf. Rom 6:17 with 1Cor 15:3-5 and Rom 10:9-10) and by being baptized in his name, the baptized gain a share in his death on the cross and in the power of his new life. Through Christ‘s sacrifice they are freed from slavery to sin and are sanctified. Henceforth they are his property and are placed in the service of righteousness, which is God‘s will. Justification and sanctification are bound together and condition each other. … Justification means the establishment of a new being before God (cf. 2Cor 5:17,21). Therefore, the controversial and (…) much discussed distinction between „imputed“ righteousness (which is only credited to the sinner) and „effective“ righteousness (which transforms the sinner in his or her being) cannot be maintained from the Pauline texts. Both belong together for the apostle. … Therefore, justification by faith alone is justification by virtue of the grace of God alone, which opens to people the saving way of faith and gives them the power to live this way by the Holy Spirit. … The Pauline doctrine of justification is the doctrine about the implementation of God‘s righteousness through Christ for the entire creation. Its goal is the establishment of the kingdom of God. This doctrine therefore shows in its own way both that and how God will bring the first and second petitions of the Lord‘s prayer to their fulfillment (…).
Aus: Peter Stuhlmacher, Revisiting Paul‘s Doctrine on Justification: A Challenge to the New Perspective, 52.59.60.62.65.73.

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1. September 2009

(Bild: Wikipedia)
Der Gott der Christen ist seinem Wesen nach kein Gott, der lediglich ein Schöpfer geometrischer Wahrheiten und der Ordnung der Elemente wäre; das ist den Heiden und Epikureern eigen. Er ist seinem Wesen nach auch nicht lediglich ein Gott, der seine Vorsehung über das Leben und die Güter der Menschen walten läßt, um jenen eine glückliche Folge von Jahren zu geben, die ihn anbeten; das ist den Juden vorbehalten. Aber der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Gott der Christen ist ein Gott der Liebe und des Trostes; es ist ein Gott, der sie im Inneren ihr Elend und seine unendliche Barmherzigkeit fühlen läßt, der sich mit ihnen in ihrer tiefsten Seele vereinigt und sie mit Demut, Freude, Vertrauen und Liebe erfüllt, der sie unfähig macht, ein anderes Ziel als ihn selbst zu haben.
(Gedanken, Röderberg 1988, S.190f)
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