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Archiv für Juni, 2008

[The New Christians] Abschluß

27. Juni 2008

New-Christians2

Emergente Christen springen über Zäune und treiben sich in den kirchlichen Randgebieten herum. Einst saßen sie gezähmt in konventionellen Gemeinden und traditionellen theologischen Ausbildungsstätten, aber jetzt streben sie der Wildnis zu. Gelegentlich kommen sie zurück, nutzen die Strukturen und Theologien des traditionellen Christentums, aber sie bleiben nie allzu lange. Jeder Versuch, sie wieder zu zähmen, ist zum Scheitern verurteilt. Sie sind wild geworden. (220)

Mit obigem Zitat beendet Tony Jones sein Buch The New Christians: Dispatches from the Emergent Frontier. Fein ist es geworden. Sollten Dir die kleinen Häppchen, die ich in den vergangenen Posts serviert habe, Appetit gemacht haben, rate ich zur Anschaffung. Die 20 Depeschen stellen keineswegs eine Zusammenfassung der geäußerten Gedanken dar, vieles habe ich rausgelassen, u.a. diverse Erzählungen, die für diejenigen wertvoll sind, die sich für die emergente Szene in den USA interessieren. Insbesondere das sechste Kapitel schildert Tony’s Eindrücke von Besuchen in unterschiedlichen Gemeinschaften. Ebenfalls übergangen habe ich die Parts zwischen den Kapiteln, in denen Tony jeweils von einer Person oder einem Ereignis erzählt – darunter Trucker Frank, mit dem Tony einige kurze Videos produziert hat, die Du hier sehen kannst: 1|2|3|4|5|6. Im Anhang des Buches finden sich die Values & Practices von Emergent Village abgedruckt, die Erklärung Our Response To Critics, die 2005 von Tony Jones, Doug Pagitt, Spencer Burke, Bran McLaren, Dan Kimball, Andrew Jones und Chris Seay veröffentliche wurde, sowie ein kurzes Statement von Tony zur Frage, warum Emergent Village kein offizielles Glaubensbekenntnis verfaßt hat.

Mehr zum Buch findest Du auf der offiziellen Seite auf Tony’s Blog, darunter das komplette erste Kapitel, zwei Kapitel, die es nicht in das Buch geschafft haben, und Links zu diversen Reviews.

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[The New Christians] Kapitel 6 – Die emergente Kirche von innen

26. Juni 2008

15. Depesche:
Emergente haben eine von Hoffnung erfüllte Eschatologie: Als Jesus zum ersten Mal kam, war das eine gute Nachricht, und so wird es auch bei seiner Rückkehr sein.

Das Werk Jesu war kein Set von Idealen oder Prinzipien, um die Gesellschaft zu reformieren oder zu revolutionieren. Statt dessen hat er eine neue Gemeinschaft geschaffen, ein Volk, das Vergebung, miteinander Teilen und sich selbst hingebende Liebe in seinen Ritualen und Übungen verkörperte. In diesem Sinn ist die sichtbare Kirche nicht der Träger der Botschaft Christi, sondern sie ist die Botschaft selbst. (John Howard Yoder)

16. Depesche:
Emergente sind der Ansicht, daß die Kirche eher wie ein Open-Source-Netzwerk funktionieren sollte als wie eine Hierarchie oder Bürokratie.

Die emergente Bewegung besitzt nicht den einen Repräsentanten und niemand weiß, wie groß sie ist und wer zu ihr gehört oder nicht. Darin unterscheidet sie sich von früheren Gemeindebewegungen. Einzelpersonen, Gemeinden und Gruppierungen sind durch ein Netz von Beziehungen miteinander verbunden. Folgende sechs Eigenschaften der Internetenzyklopädie Wikipedia helfen zum Verständnis des emergenten Christentums:

  • Offener Zugang: Emergente Gemeinden stellen die Leiterschaftsstrukturen gewöhnlicher Gemeinden in Frage und entwickeln ihre eigenen Strukturen, indem sie z.B. im Kreis angeordnet sitzen, den Gebrauch von Mikrophonen abschaffen und sich in Cafés, Kneipen oder Wohnzimmern treffen.
  • Vertrauen: Viele Emergente glauben, daß wenn sie gemeinsam ihre Glaubensüberzeugungen „editieren“, alle besser dran sind. Darum experimentieren sie mit Predigten, die von mehreren Personen gemeinsam vorbereitet wurden, Vermittlung von Lehre im Dialog und Online-Diskussionen über vergangene und zukünftige Predigtthemen. Der Pastor, der Theologie studiert hat, bringt seine Erfahrung mit an den Tisch, genauso wie das der Gärtner oder Quantenphysiker tut. Keiner kann in allen Bereichen der Experte sein, aber wenn alle ihr Wissen zusammenbringen, bringt es die Gemeinschaft voran. Das ist eine hohe Sicht von Gemeinde: Das versammelte Volk Gottes wird in Gemeinschaft mit dem Geist Gottes in der Spur bleiben und an Gottes Wirken in der Welt teilhaben.
  • Gegenseitige Rechenschaft: Es ist nicht so, daß emergente Gemeinden gar keine Strukturen mehr hätten. Bei den meisten gibt es Pastoren, ein Leitungsteam, jemanden, der für den Kinderdienst verantwortlich ist oder die Musik für den Gottesdienst koordiniert. Aber diese Rollen sollen es anderen ermöglichen, ihren Beitrag zum Prozess des Kirche-Seins zu leisten, statt ihre Beiträge dadurch abzuschwächen, daß bereits bestimmt ist, was die Gemeinde tun wird oder die Einzelnen glauben werden etc.
  • Beweglichkeit: Weil emergente Gemeinden meist relativ klein sind und relativ egalitäre Leitungsstrukturen haben, sind sie sehr flexibel und können in gewissen Situationen schneller Entscheidungen treffen – als eine Bewegung von Aktivisten eben.
  • Verbindungsfähigkeit: Die emergente Bewegung ist pionierhaft in weltweiter ökumenischer Konnektivität, weil sie die Möglichkeiten des Internets und günstigen Reisens ausnutzt, um vielfältige Begegnungen und gemeinsamen Austausch zu ermöglichen.
  • Durcheinander: Emergente haben keine Angst vor Risiken und Fehlern, sondern suchen Innovation und Abenteuer. Sie nehmen das Durcheinander menschlichen Lebens gerne an, und ihre Gemeinden legen davon ein Zeugnis ab.


17. Depesche:
Emergente starten neue Gemeinden nicht aus evangelistischen Gründen, sondern um ihren eigenen Glauben zu retten.

18. Depesche:
Emergente sind der festen Überzeugung, daß Gottes Geist – und nicht ihre eigenen Bemühungen – für das Gute in der Welt verantwortlich ist. Es ist die Aufgaben der Menschen, mit Gott darin zusammenzuarbeiten, was Gott bereits tut.

19. Depesche:
Emergente spielen den Unterschied zwischen Klerus und Laien herunter – oder lehnen ihn rundheraus ab.

20. Depesche:
Emergente glauben, daß Kirche genauso schön und chaotisch sein sollte wie das Leben.

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[The New Christians] Kapitel 5 – Nach Objektivität: Schöne Wahrheit

26. Juni 2008

Demut in Bezug auf das, was Menschen wissen können, auf die Grenzen menschlicher Erkenntnis und unsere Fähigkeit, dieses Wissen zu artikulieren, ist ein weiterer Charakterzug der Emergenten. Ein Emergenter könnte zu Dir sagen: „Ich bin demütig, weil ich nicht weiß, worin ich heute falsch liege. Ich werde mit Überzeugung und Leidenschaft sprechen, aber nicht mit letzter Gewißheit.“ Emergente glauben, daß sie im gemeinsamen Austausch der Wahrheit näher kommen. Und daher sind sie besessen vom Dialog mit Christen anderer Prägung, mit toten Christen (durch Bücher), mit Nicht-Christen und miteinander. Wie Franziskus von Assisi, Martin Luther, Dorothy Day oder Dietrich Bonhoeffer, die den Status quo herausforderten und die Grenzen des Konventionellen erweiterten, versuchen sie zu ihrer Zeit und an ihrem Ort das Evangelium recht zu verstehen. Außerdem stehen sie auf Geschichten – sie erzählen gerne ihre eigene Geschichte und hören den Geschichten Anderer zu. Das macht sie zu besseren Auslegern der Bibel, denn wer seine Geschichte kennt, der kennt seine Prägungen, Vorurteile und blinden Flecken.

12. Depesche:
Emergente nehmen die ganze Bibel an – die Herrlichkeit und den Pathos.

In den Händen einen weisen Experten wird die Schönheit der Bibel sichtbar. In den Händen eines Sektenführers verströmt sie Schrecken und Unterdrückung. Wir können alle bessere Ausleger der Bibel werden, wenn wir uns die unterschiedlichen Deutungsbrillen, die wir tragen, bewußt machen. Wir verfeinern unsere Fähigkeit zur Auslegung der Bibel nicht nur durch das Studium der Bibel, sondern dadurch, daß wir sie im komplexen Leben mit unseren Mitmenschen in die Praxis umsetzen.

13. Depesche:
Emergente glauben, daß Wahrheit genauso wie Gott von endlichen menschlichen Wesen nicht endgültig artikuliert werden kann.

Die biblische Erzählung ist nicht an einem Scharnier namens »Wahrheit« befestigt, sondern an einer neuen Art des Lebens, zu der uns Jahwe im Alten und Jesus im Neuen Testament ruft. Emergente haben keine Angst vor Widersprüchen, sie umarmen sie. Gott kann der Schöpfer des Universums sein und gleichzeitig die physikalischen Gesetze brechen. Gott kann souverän sein und muß dennoch nicht zwangsläufig der Urheber des Bösen sein. Wieder einmal bewegen sich die Emergenten auf einem Mittelweg. Wo sich die linke Seite fideistisch an die menschliche Vernunft und die rechte Seite an das Übernatürliche hängen, liegt die Wahrheit in der Mitte, in einer Person, Jesus dem Christus, der wahrhaft Mensch und Wahrhaft Gott wahr – gemäß des Glaubens, nicht des Fideismus. Nachdem Objektivität als Mythos entlarvt wurde, nehmen wir unsere Subjektivität an und schwelgen in ihr, denn nur dann, wenn wir uns unserer Voreingenommenheiten bewußt sind, können wir zulassen, daß sie von konträren Meinungen und Neigungen geprägt werden können. So z.B. im interreligiösen Dialog. Wir müssen einen Weg finden, wie wir fest und entschieden wir selbst sein können und gleichzeitig in der Lage, uns authentisch und respektvoll für den Anderen zu öffnen. Emergente sind der Ansicht, daß eine globalisierte postmoderne Welt genau diese Haltung erfordert. Ist Wahrheit eine Frage, die beantwortet werden soll oder Schönheit, nach der es zu streben gilt? Während der letzten beiden Jahrhunderte hat uns die Wissenschaft zur ersten Variante geraten, so daß wir mit der zweiten möglicherweise nicht mehr vertraut sind. Emergente werden alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um der Wahrheit, die wir Gott nennen, näher zu kommen: Ihren rationalen Intellekt aber auch Kunst, Musik, Poesie oder die Werkzeuge der Mystiker und Mönche, die Wahrheit über Gott entdeckten, die dem wissenschaftlichen Rationalismus nicht zugänglich ist. Manche werden sich auch der Philosophie oder sogar einem anderen religiösen System gegenüber öffnen – nicht, daß dann eine andere Wahrheit über den christlichen Glauben triumphieren würde, sondern damit es zu einer Befruchtung kommt, so wie jemand, der unter Rückenschmerzen leidet, nicht nur einen Orthopäden, sondern vielleicht auch noch einen Chiropraktiker und einen Masseuer aufsuchen wird. Wenn wir uns Wahrheit als schön vorstellen, dann ist das vielleicht für diejenigen nicht ganz einfach, die Wahrheit bislang für verbale Aussagen, die mit der Wirklichkeit übereinstimmen, gehalten haben. Zu oft haben wir uns Wahrheit als eine Art ätherisches Konzept vorgestellt, das irgendwo über dem irdischen Reich schwebt und von dem Durcheinander der menschlichen Existenz unberührt bleibt. Aber das Schöne am christlichen Glauben ist, daß es sich bei Wahrheit geradezu um das Gegenteil handelt: Sie ist in einem tatsächlichen menschlichen Wesen inkarniert (Fleisch geworden). Damit ist ein göttliches menschliches Wesen (Jesus) Wahrheit. Gott ist transzendent und immanent. Wahrheit ist sowohl verläßlich als auch kontextbezogen. Relativismus ist relativ absolut. Der christliche Glaube steckt voller Widersprüche.

14. Depesche:
Emergente umarmen Widersprüche – insbesondere diejenigen, die Kernelemente der christlichen Erzählung sind.

Wenn Widersprüche in der Theologie nicht vermieden werden können, dann sind zwei im Christentum zentral und von großer Bedeutung für emergente Glaubensformen:

  • Gott ist Drei in Eins. Göttliche Liebe verbindet Vater, Sohn und Geist. Für Emergente ist der Ausdruck Gottes in Beziehungen sehr wichtig. Für sie ist der Individualismus der Moderne ein schädlicher Einfluß. Daher betonen sie Beziehungen, und viele von ihnen treffen sich in Hauskirchen oder neuen monastischen Gemeinschaften.
  • Jesus war sowohl ganz göttlich als auch ganz menschlich.

Diese beiden Paradoxe liegen im Kern des christlichen Glaubens und weil dieser Glaube nicht ein Ziel, sondern eine Reise ist, wünschen sich Emergente beständigen Austausch. Diese »Spiritualität des Paradoxen« stellt für viele Menschen eine Erleichterung dar, weil sie unserer Erfahrung in dieser wechselhaften Welt spottet. Viele suchen in dieser sich verändernden Welt nach einem festen Halt. Emergente krallen sich an dem Gott fest, der selbst der Wandel ist. Gebet ist eine Unterhaltung mit dem Herrn, nicht eine Suche nach Antworten oder eine therapeutische Praxis. Die Bibel ist ein Begleiter auf dem Glaubensweg, nicht ein Textbuch für Beweise oder eine Zusammenstellung inspirierender Sprüche. Emergente Gemeinden sind voll von Menschen, die treu Jesus folgen und dabei keine Widersprüchlichkeiten fürchten. Darum sehen emergente Gemeinden auch oft widersprüchlich aus und fühlen sich so an. Lieder, die in Molltönen enden, Predigten, die von einem Fragezeichen beschlossen werden, Gemeinden, die sich in einer Kneipe treffen, einem Lagerhaus, einem verwahrlosten Kirchengebäude oder einem Keller. Aber mitten in diesem Durcheinander existiert eine tiefe Sehnsucht danach, daß die Gemeinde selbst eine Reflektion der Trinität sein sollte, in ihrem Kern Beziehung.

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[The New Christians] Kapitel 4 – Es geht um Theologie, Dummerchen!

25. Juni 2008

Das christliche Evangelium wird immer inkulturiert, immer von einem bestimmten Volk zu einer bestimmten Zeit an einem Ort artikuliert. Wer versucht, eine einzige Artikulation des Evangeliums einzufrieren, um sie zeitlos und universell anwendbar zu machen, wird dem Evangelium nicht gerecht. Dieses Verständnis liegt im Herzen der Emergenten. Theologie bringt immer einen Lebensstil hervor. Je besser die Theologie, desto besser der Lebensstil. Die Hoffnung, der Dienst und die Botschaft der Emergenten zielt auf eine Neubelegung christlicher Theologie ab – nicht im Elfenbeinturm, nicht einmal auf Kanzeln und in Kirchenbänken, sondern auf der Straße.

9. Depesche:
Die emergente Bewegung ist stark theologisch geprägt und von der Grundüberzeugung geleitet, daß Theologie und Praxis untrennbar verbunden sind und einander beständig befruchten.

Theologie ist das Reden über die Verbindung zwischen göttlichem und menschlichem Handeln. Fast alles, was Menschen tun, ist theologisch, da es reflektiert, was wir über Gott glauben – wer Gott ist, was Gott von uns möchte, inwiefern er in der Welt am Wirken ist, usw. Viele Emergente sind von einem Christentum entmutigt, das alle Antworten bereits kennt. Die Bewegung der emergenten Kirche ist eine Neuentdeckung der alten theologischen Tradition, mit den intellektuellen und geistlichen Schwierigkeiten zu ringen, die zum christlichen Glauben gehören. Wenn Emergente ständig Fragen stellen, dann ist das kein Zeichen von Trotz, sondern von Integrität. Je mehr sie die Bibel lesen, desto komplexer erscheint sie ihnen. Sie nehmen den ganzen Text an und nicht nur ihre Lieblingsstellen.

10. Depesche:
Für Emergente ist Theologie ort- und zeitgebunden und geschieht im Dialog. Um den theologischen Riesen der Vergangenheit gegenüber treu zu sein, streben Emergente danach, deren theologisches Gespräch weiterzuführen.

11. Depesche:
Emergente glauben, daß das Bewußtsein unseres relativen Standpunktes – zu Gott, zu einander, zur Geschichte – biblische Demut hervorbringen sollte und nicht relativistische Apathie.

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30 Jahre Garfield!

24. Juni 2008

30Jahregarfield
Mit fünftägiger Verspätung gratuliere ich einem meiner Helden zur Vollendung des dritten Lebensjahrzents.
Am 19. Juni 1978 erschien der erste Garfield-Strip. Auch im Jahr 2008 nehme ich diese Bücher immer wieder gerne in die Hand.
Mehr auf Garfield.com, woher auch das obige Bild stammt.

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Sterbliches Fleisch

24. Juni 2008


The consequence of the incarnation is the crucifixion.

Erika Carney Haub – Missional: To dwell and to die.

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[Missional SynchroBlog] »Was ist missional?«

23. Juni 2008

Rick Meigs hat zum Missional SynchroBlog aufgerufen, und so wird heute auf diversen Blogs zu lesen sein, was der jeweilige Autor unter dem Wort »missional« versteht. Eine Liste der teilnehmenden Blogs findest am Ende dieses Posts.

Ich habe zu diesem Thema schon einiges geschrieben, so z.B.

Mehr findest, wenn Du »missional« in das Suchfenster über meiner rechten Sidebar eingibst.

Was also meine ich, wenn ich das Wort »missional« verwende?
Gott ist in sich selbst eine sich gegenseitig durchdringende und sich aneinander verschenkende dreieinige Gemeinschaft. Mit den Worten des 1. Johannesbriefes: Gott ist Liebe. Gott hat die Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen und erst die menschliche Gemeinschaft, die sich aneinander verschenkt, reflektiert das Wesen Gottes. Die in Genesis 3 geschilderten Ereignisse hatten zur Folge, daß die ursprüngliche und vollkommene schöpfungsinhärente Einheit zwischen Gott, Menschen und Schöpfung (kurz gesagt: Der Ur-Shalom) zerriß, Sünde in die Welt kam und Menschen seither von sich selbst, von einander, von Gott und von der Schöpfung entfremdet sind. Die Folgen scheinen durch die Kapitel 4-11 des ersten Mosebuches hindurch und auch wir leiden unter ihnen. In Genesis 12 beginnt Gott sein neues Werk mit Abraham, dessen Nachkommen zum großen Volk und zum Segen für die Nationen werden sollen. Mit Israel schließt Gott einen Bund und setzt es zum Licht für die Völker. Daran, wie Israel gemäß der Idee Gottes und in Gemeinschaft mit Gott leben würde, sollten die anderen Völker die Herrlichkeit Gottes erkennen. Dieser Plan mißlang und Gott verhieß einen neuen Bund, in dem er seine Weisung in die Herzen seines Volkes schreiben würde. Im Messias Jesus wurde Gott selbst Mensch und lebte auf vollkommene Weise nach der Idee Gottes, verkörperte Gottes Wesen, verkündete Gottes Willen und Herrschaft, brachte Menschen an Leib und Seele Heilung, trieb Dämonen aus und formte seine Schüler zur neuen Gemeinschaft, der er auftrug, sich untereinander zu lieben, so wie er sie geliebt hatte. In Tod und Auferstehung Jesu wurden Sünde, Tod und Teufel in jeglicher Gestalt besiegt und entmachtet. Nach seiner Himmelfahrt setzte sich Jesus zur Rechten des Vaters und sandte den Heiligen Geist, der an Pfingsten in den Nachfolgern Jesu Wohnung nahm und sie zur neuen Gemeinschaft, dem Leib des Messias, der Gemeinde oder Kirche verband. Dieser Gemeinschaft seiner Nachfolger hatte Jesus seine Sendung übertragen. Die Mission Jesu ist nun die Mission der Gemeinde: Allen Nationen zu Nachfolgern Jesu zu machen, die so leben, wie Jesus seine Jünger zu leben gelehrt hatte. Mit dem Heiligen Geist zieht die Kraft Gottes in das Herz des Gläubigen ein und bezeugt ihm, daß er ein Kind Gottes ist. In dieser seiner Identität liegt der Schlüssel zur Heilung der Selbst-Entfremdung. Die Vergebung der persönlichen Schuld der Menschen, die Jesus auf sich genommen hatte, heilt die Entfremdung zwischen Menschen und Gott. Mit dem Heiligen Geist schreibt Gott dem Gläubigen auch seinen Willen ins Herz, beginnt ihn zu transformieren und unter Zuhilfenahme geistlicher Übungen sowie innerer und äußerer Umstände dem Wesen Jesu gleichzugestalten. In der Gemeinschaft der Jesus Nachfolgenden, der Kirche, wird der Fremde zum Bruder. Wem vergeben wurde, der vergibt anderen. Wer von Gott angenommen wurde, der nimmt den Anderen an, wendet sich ihm zu, teilt sein Leben mit ihm, trägt seine Lasten mit. Die Entfremdung zwischen Menschen kann heil werden. Wer in der Gemeinschaft Gottes und der Gläubigen lebt, begreift die Schöpfung als gutes Geschenk Gottes, das liebevoll bebaut und bewahrt werden will. Hierin liegt der Keim für die Heilung der Entfremdung zwischen Menschen und der Schöpfung.
Endziel der Mission der Gläubigen ist das Königreich Gottes bzw. daß der Wille Gottes auf Erden so geschehe, wie das im Himmel der Fall ist. Missionales Leben bedeutet also, der Sendung Jesu gemäß zu leben. Missional heißt für mich, auf allen Ebenen daraufhin zu wirken, daß Menschen mit Gott, mit sich selbst, miteinander und der Schöpfung versöhnt werden und leben. Darum schließt missionales Handeln Evangelisation genauso ein wie Umweltschutz, Anbetung Gottes, das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, die Kommunikation der Idee Gottes durch die unterschiedlichsten kulturellen Formen, Gemeindebau und vieles mehr.
Missionales Denken erkennt, daß es Gott ist, der eine Mission hat und überall in der Welt am Wirken ist. Aus dem Dialog mit Gott wird ersichtlich, an welcher Stelle welche Menschen an der Mission Gottes partizipieren. Missionales Selbstverständnis weiß sich von Gott gesandt und lebt, um der Sendung Gottes zu dienen.
Missionale Gemeinde weiß sich als Teil der Sendung Gottes. Missionale Gemeinde wird je nach Kontext radikal anders aussehen, weil sie sich dem Wirken Gottes in ihrem Kontext unterordnet und daran teilhat. Ihre Aktivitäten, Programme, Strukturen, Beziehungsnetze etc. sind von ihrem spezifischen Auftrag und ihrer örtlichen Umgebung her bestimmt. Missionale Gemeinde wird zur einander liebenden und sich aneinander und an andere verschenkenden Gemeinschaft, die das Wesen Gottes reflektiert.
Missional heißt für mich, dem “von Gott Gesandt-Sein” in allen Belangen Rechnung zu tragen, in jeder Hinsicht nach dem zu streben, was auf dem Herzen Gottes ist. So zu leben, wie Jesus leben würde, wenn er mein Leben leben würde.

Wie Du siehst, ist »missional« für mich ein sehr wichtiges Wort geworden. Wie das Wort »Evangelium« läßt es sich leicht übersetzen, es schließt allerdings sehr viel mehr ein, als ein Blogpost sagen könnte. Darum ein zweifache Einladung: Teile uns mit, was Du unter »missional« verstehst – entweder mit einem Kommentar oder einem eigenen Post auf Deinem Blog. Und zweitens schau Dir an, wer sich heute heute noch zum Thema geäußert hat:

Alan Hirsch
Alan Knox
Andrew Jones
Barb Peters
Bill Kinnon
Brad Brisco
Brad Grinnen
Brad Sargent
Brother Maynard
Bryan Riley
Chad Brooks
Chris Wignall
Cobus Van Wyngaard
Dave DeVries
David Best
David Fitch
David Wierzbicki
DoSi
Doug Jones
Duncan McFadzean
Erika Haub
Grace
Jamie Arpin-Ricci
Jeff McQuilkin
John Smulo
Jonathan Brink
JR Rozko
Kathy Escobar
Len Hjalmarson
Makeesha Fisher
Malcolm Lanham
Mark Berry
Mark Petersen
Mark Priddy
Michael Crane
Michael Stewart
Nick Loyd
Patrick Oden
Peggy Brown
Phil Wyman
Richard Pool
Rick Meigs
Rob Robinson
Ron Cole
Scott Marshall
Sonja Andrews
Stephen Shields
Steve Hayes
Tim Thompson
Thom Turner

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[The New Christians] Kapitel 3 – Wer sind die emergenten Christen?

21. Juni 2008

Zunächst einmal sind die Mitglieder emergenter Gemeinschaften, die ich besucht habe, vom modernen amerikanischen Christentum und der Bipolarität von rechts gegen links sehr enttäuscht. Ihr zweites Charakteristikum ist eine große Sehnsucht nach Inklusion, Offenheit und einer nicht-verurteilenden Grundhaltung. Drittens teilen sie eine hoffnungsvolle Sicht der Zukunft, die sich allerdings nicht auf menschlichen Fortschritt richtet. Sie legen die Bibel dahingehend aus, daß Jesus eine gute Botschaft gebracht hat (auch „Evangelium“ genannt), und daß die Zukunft noch bessere Nachrichten bereithält – selbst am Tag des jüngsten Gerichts. In einer emergenten Gemeinde wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit Aussagen wie die folgende hören: »Es ist unsere Berufung als Gemeinde, als Partner Gottes an dem Werk teilzuhaben, das Gott schon in der Welt tut – am Bau des Reiches Gottes mitzuarbeiten.«.

6. Depesche:
Emergente sehen Gott in jedem Bereich der Kultur am Wirken und weisen die Unterscheidung zwischen heilig und profan (oder sakral und säkular) zurück.

7. Depesche:
Emergente sind der Ansicht, daß das Bemühen um Freundschaft und Versöhnung alle Diskussionen um Dogma und Doktrin einhüllen muß.

8. Depesche:
Emergente finden den biblischen Ruf zur Gemeinschaft attraktiver als den demokratischen Ruf nach individuellen Rechten. Die Herausforderung liegt darin, beiden Idealen gerecht zu werden.

Emergente haben an sich kein Problem mit den Lock’schen Rechten des Individuums; ihr Problem ist die Tatsache, daß die unveräußerlichen individuellen Rechte keine biblisch-theologische Tugend darstellen. Der biblische Ruf zielt nicht darauf ab, das Selbst zu schützen, sondern es dahinzugeben. Emergente streben danach, Politiker zu finden und zu unterstützen, die die politische Landschaft verändern werden und die nicht nur Dienst nach Vorschrift verrichten. Außerdem sehen sie politisches Engagement eher als Kunst denn als Wissenschaft an und suchen nach Überschneidungen und Kooperationsmöglichkeiten mit Vertretern des ganzen politischen Spektrums. Die Auswirkungen des Evangeliums auf politisches Engagement sind Legion, und sie werden sich sicherlich nicht nur mit der Ideologie einer einzigen politischen Partei in Verbindung bringen lassen. Die Unabhängigkeit der Emergenten hält sie nicht davon ab, aktiv zu werden. Genau das Gegenteil ist der Fall: Sie bringt Aktivismus hervor.

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[The New Christians] Kapitel 2 – Depeschen aus dem Grenzland der amerikanischen Kirche

20. Juni 2008

Das Evangelium von Gottes kompromissloser Liebe zu den Menschen und der ganzen Schöpfung, das auf die vollkommenste Weise in Jesus von Nazareth Fleisch wurde, ist ebensowenig vorhersagbar wie es der Messias mit dem wilden Blick war. Jesus ließ sich weder von den kulturellen oder politischen noch von den theologischen Kräften seiner Zeit zähmen.

3. Depesche:
Das Evangelium ist wie Lava: Egal wie viel Kruste sich über ihm gebildet hat – es wird immer einen schwachen Punkt finden und hindurch brechen.

Heute liegt es wieder unter einer Schicht aus Bürokratie, Institutionalismus, Dogmatismus, Individualismus und Konsumverhalten begraben. Aber Jesus läßt sich nicht zähmen. Immer wenn er an die Kette gelegt werden soll, reißt er sich los und fängt an, Ärger zu machen. Das Evangelium bringt Menschen dazu, seltsame und schöne Dinge zu tun. Im Kern ist das emergente Christentum eine Bewegung von bestimmten Menschen zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort, die auf das Evangelium reagieren, das (wieder einmal) durch die Kruste bricht. Die sich verändernde Plattentektonik der Postmoderne hat dabei zu den ersten Rissen geführt. Die Postmoderne kann – genauso wie die emergente Bewegung – nicht so einfach definiert werden. Für Lyotard geht es um das Anzweifeln von großen Rahmenerzählungen, für Cornel West darum, daß Europa nicht mehr länger im Zentrum steht und für Emmanuel Levinas und Jürgen Moltmann ist es ganz einfach die Welt nach Auschwitz. Angesichts des Pluralismus der globalisierten postmodernen Welt gibt es zwei Möglichkeiten: Säkularisierung (die Unterschiede zwischen Glaubensrichtungen herunterspielen) oder Fundamentalismus (den Rückzug ins eigene Lager). Emergente Christen versuchen den dritten Weg: Der Versuch, sowohl an der eigenen Identität festzuhalten als auch sich gleichzeitig der Identität des anderen zu öffnen. Für diejenigen, die auf Modelle, Paradigmen, 21-unbestreitbare-Gesetze oder 7-Schritte-Programme stehen, brechen schwere Zeiten an, da die emergente Antwort auf den Pluralismus immer ad hoc ist, kontext- und situationsbezogen. Und das bedeutet, daß emergente Gemeinden in Bezug auf Leitungsstrukturen, Gebäude oder Gottesdienstformen ganz unterschiedlich aussehen können. Was sie gemeinsam haben, ist ein Ethos, dieselbe Wellenlänge, derselbe Herzschlag. Und das ist schwammig.
Emergente akzeptieren nicht einfach blind alles, was man ihnen erzählt. Sie stellen ständig Fragen. Das kann nach Besessenheit aussehen, aber sie versuchen wirklich zu verstehen, wie das Evangelium in unterschiedlichen Kontexten zu verstehen und zu leben ist. Die emergente Kirche läßt sich nicht leicht definieren oder kategorisieren. Sie hat viele Formen und viele Stimmen.

4. Depesche:
Die emergente Bewegung erschien in den späten 1990er Jahren auf der Bildfläche, als sich eine Gruppe christlicher Leiter darüber auszutauschen begann, wie sich die Postmoderne auf den Glauben auswirkt.

[An dieser Stelle erzählt Tony darüber, wie aus einer Initiative des Leadership Network die Gruppe entstand, die später zu Emergent Village wurde.]

5. Depesche:
Die emergente Bewegung lebt nicht nur in Nordamerika, sondern wächst rund um den Globus.

Wenn Kirche das ist, was geschieht, wenn Menschen dem auferstandenen Jesus begegnen und sich darauf festlegen, diese Begegnung in ihren Begegnungen aufrechtzuerhalten und zu vertiefen, dann gibt es weiten theologischen Raum für unterschiedliche Rhythmen und Stile, solange wir die Identifikation mit dem selben lebendigen Christus im Herzen jedes Ausdrucks gemeinsamen christlichen Lebens miteinander teilen. (Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury)

Was Emergente gemeinsan haben, ist die Freundschaft. Vielleicht könnte die neue Definition dessen, was „christlich“ ist, nicht länger darauf liegen, an welche speziellen Lehren jemand glaubt oder zu welcher Art Kirche er gehört, sondern wie (und wie intensiv) er in das Gefüge der globalen Christenheit eingewoben ist. Viele in der Kirche haben versucht, ein kleines bißchen des emergenten Virus einzufangen – genug, um sie »relevant«, aber nicht genug, um sie krank zu machen. Viele Emergente werden Dir sagen, daß Du nicht nur ein bißchen emergent sein kannst, genausowenig, wie Du ein bißchen »schwanger« sein kannst. Ganz oder gar nicht. Eine halbherzige Annahme dieser Depeschen aus dem emergenten Grenzland wird unvermeidlich zur Frustration führen.

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[The New Christians] Kapitel 1 – Das alte Land verlassen

19. Juni 2008

Tony Jones beginnt das erste Kapitel von The New Christians: Dispatches from the Emergent Frontier mit der Feststellung, dass die Menschen des 21. Jahrhunderts nicht weniger, sondern anders religiös sind. Dies illustriert er an den beiden Depeschen (spezielle eingerahmte Kernthesen des Buches), die das erste Kapitel enthält:

1. Depesche:
Für Emergente sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Geschmacksformen des Christentums von nicht allzu großer Bedeutung. Stattdessen praktizieren sie eine weitherzige Orthodoxie, welche den Beitrag aller christlichen Bewegungen willkommen heißt.

2. Depesche:
Emergente lehnen die Politik und Theologie sowohl der Linken als auch der Rechten ab. Weil sie beide Seiten als ein Überbleibsel der Moderne ansehen, richten sie den Blick nach vorne auf eine komplexere Realität.

Der Hinweis auf die Politik ist insbesondere der amerikanischen Parteienlandschaft und der Unterwanderung der evangelikalen Bewegung durch die religiöse Rechte geschuldet. Moderne Einflüsse in der Theologie erkennt Tony darin, daß sowohl die liberale als auch die konservative Bewegung erkenntnistheoretischen Fundamentalismus betreiben: Letztere baut ihr Glaubenssystem auf der Bibel als unfehlbarem Wort Gottes auf, ersterer dient das Schleichermacher’sche Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit als Grundlage.

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[The New Christians] Einführung

18. Juni 2008

New Christians

Viele, die heute in Gemeinden Leitungsverantwortung tragen – von den „ganz normalen“ Gläubigen mal abgesehen – haben das Empfinden, daß die Kirche irgendwann im 20. Jahrhundert eine falsche Abzweigung genommen hat. Nun, am Anbruch eines neuen Jahrhunderts, sind die Emergenten eine der wenigen Gruppen, die einen Weg aus dem Schlamassel anbieten. Und viele Leute hören ihnen zu. (S. XVI)

Diese Worte deuten an, worum es Tony Jones in seinem neuen Buch The New Christians: Dispatches from the Emergent Frontier geht. Tony ist einer der Emergenten, zu denen auch ich mich zähle, Nachfolger Jesu, die nicht mehr allzu einfach in eine Schublade zu stecken sind. Tony ist National Coordinator von Emergent Village (mit dem Emergent Deutschland freundschaftlich verbunden ist) und schreibt primär über diejenigen, die sich mit EV assoziieren. Das sind die Emergenten. Und die Emergente Kirche definiert er als »the specifically new forms of church life arising from the modern, American Church of the twentieth century« (S. XIX). An dieser Stelle mag der geneigte Emergente den Kopf schütteln, ist doch der emergente Dialog etwas glokaler als die Vereinigten Staaten. Dennoch ist Tony ein wunderbares Buch gelungen, in welchem er »Depeschen aus dem Grenzland zwischen der kirchlichen Zivilisation und der emergenten Wildnis« senden und die emergente Bewegung vorstellen möchte. Für mich ein Grund, wieder mal eine kleine Serie zu starten, in der ich Dir die aus meiner Sicht wichtigsten Grundgedanken des Buches nahebringen möchte, ohne mich im Post selbst direkt dazu zu äußern. Dafür sind dann die Kommentare da.

Die neuen Gemeinschaften des Glaubens, die innovativen Formen monastischen Lebens, die abenteuerlustig-verwegene Theologie – das ist die emergente Kirche. Sie erwächst aus einem komplexen Erdboden, der die neuen Medien, politische Unzufriedenheit, den postmodernen Wandel in der Philosophie und Brüche in der traditionellen Gestalt des Christentums enthält. … Wenn die emergente Kirche etwas Seltenes oder Einzigartiges besitzt, dann ist es der Nexus aus Theologie und Praxis – innovativer Theologie und innovativer Praxis. Dieser Ansatz, sowohl Theologie als auch Gemeinde neu zu denken, treibt das aufkeimende Wachstum des emergenten Christentums an. (S. XVIIIf)

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Monbachtal, Berlin und die EM

16. Juni 2008

Eine interessante Woche liegt hinter mir. Den Start in die Fußballeuropameisterschaft erlebte ich auf einer Wochenendfreizeit im Schwarzwald, während der ich das Vergnügen hatte, mit Teenagern über die Bibel als Gottes Drama in fünf Akten zu reden. Sprung aus dem theologischen Elfenbeinturm ins pralle Leben. Schön auch die Möglichkeit, am Bach im Wald etwas aufatmen zu können.

Monbachtal
Etwas lauter ging es beim Mittagessen zu. Diverse Schulklassen sorgten für einen ordentlichen Lautstärkepegel. Hier der Blick auf den Leiter der Freizeit, der das Dankeslied für das Küchenteam dirigierte.
Bm
Zurück im schönen Heimerdingen genieße ich seit Montag die EM-Spiele auf der Großleinwand bei unserem CVJM-Haus am Waldrand. Abgesehen vom Wetter und den Darbietungen der deutschen Elf sehr nett – schöner Fußball, liebe Menschen und kreative Darstellungen der deutschen Nationalflagge, wie hier bei Lotte:
Scharlie
Samstag/Sonntag ging es dann kurzerhand nach Berlin, um Simon zu besuchen und an einem Worshipevent teilzuhaben. Letzteres brachte bei mir wie immer gemischte Gefühle hervor, die positiven überwiegen aber. Zwei Bilder aus der Kapitale:
Twins
Zwillingsbrüder beim Abschiednehmen.

Graffiti
Ein kunstvoll besprühtes Haus.

Und noch ein Grund zur Freude. Nach zwölf Jahren und diversen ausgetauschten Gläsern und Bügeln, bin ich seit Samstag in den Genuß einer neuen Brille gekommen, die mir – wie unschwer zu erkennen ist – endlich wieder den vollen Durchblick beschert.
Brille

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Steh auf, wenn Du das Wort »missional« magst!

16. Juni 2008

Rick Meigs ruft zum Missional SynchroBlog auf. Die Idee dahinter:

I have a continuing concern that the term missional has become over used and wrongly used.

Audio Ur posted a podcast with Alan Hirsch yesterday and I got around to listen to it this morning. Alan takes up this very concern and says things like: It is a critical term. We must reclaim the term. The concept behind missional is really big and it would be terrible to lose it.

I think it is time to make a bigger effort to reclaim the term, a term which describe what happens when you and I replace the “come to us” invitations with a “go to them” life. A life where “the way of Jesus” informs and radically transforms our existence to one wholly focused on sacrificially living for him and others and where we adopt a missionary stance in relation to our culture. It speaks of the very nature of the Jesus follower.

Was also tun? Um diesen uns lieb gewordenen Begriff nicht zu verlieren, schlägt Rick vor, daß jeder Interessierte am nächsten Montag, 23. Juni einen Post zur Frage »Was ist missional?« schreibt.

There are any number of ways one could blog on this topic. You could illustrate what the term means, describe what it is not and how it is wrongly used, define the term, explore its misuses, explore its theological foundations, or you name it.

Solltest Du miteinsteigen wollen, dann laß es Rick per Kommentar zum oben verlinkten Post wissen. Wäre nett, wenn ein paar deutschsprachige mit einsteigen würden. Mir liegt dieses Wort am Herzen, und mir liegt immer noch schwer im Magen, daß es in der deutschen Ausgabe von The Shaping of Things to Come mit »missionarisch« wiedergegeben wurde. Bäh!

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Emerging Church – Noch evangelikal oder schon post-evangelikal?

16. Juni 2008

Einen Artikel, der die Geschichte der evangelikalen Bewegung in den USA aufzeigt und der Frage nachgeht, ob die »Emerging Church«-Bewegung in Nordamerika noch unter dem evangelikalen Banner segelt, findest Du hier: The Emerging Church: Evangelical or Post-Evangelical Pioneer. Zwar ist die Fragestelltung etwas doof und auch das Schubladen-Denken nervt. Dennoch ein interessanter Essay. Insbesondere im Vergleich zum im vorherigen Post verlinkten Pamphlet.

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