Der Sämann

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Archiv für Mai, 2008

Offener Brief an Rudolf Ebertshäuser

29. Mai 2008

Lieber Herr Ebertshäuser,

es ist lieb von ihnen, dass Sie wieder einmal den Wachhund spielen. Was wäre die Gemeinde in Deutschland ohne solch gewissenhafte »Wächter auf der Mauer« wie Sie?
Messerscharf analysieren Sie seit Jahren sogenannte Irrlehren und prangern alles an, was nicht ihrer eigenen Rechts-Außen-Fundamentalismus-Sichtweise entspricht. Woher dieses Sendungsbewußtsein? Wer gibt Ihnen das Recht, in der Öffentlichkeit des Internets ein Pamphlet zu verbreiten, das von willkürlich aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelstellen nur so strotzt und zu folgendem Fazit kommt:

Ich kann nur vor der Bewegung der „Emerging Church“ warnen. Sie kommt nicht aus dem Geist Gottes,
sondern aus den verführerischen Geistesmächten, die in der Endzeit immer offener eine falsche Chri-
stenheit aufbauen, die die Bibel und den wahren Herrn Jesus Christus verlassen hat und auf einem ver-
schlungenen Weg zu der Endzeit-Welteinheitsreligion ist. Dort wo die Bibel als absolute Wahrheit und
verbindliche Grundlage für Denken und Leben verlassen wird, da gibt es keinen festen Halt mehr, und
der Strom des gegenwärtigen Zeitlaufs trägt die irregeführten „modernen“ und „postmodernen“ Christen
immer weiter in den Abgrund der Hure Babylon, deren Ende das Gericht und der Feuersee ist.

Gut, daß Sie es erkannt haben! Eigentlich heißt es ja, die Liebe »erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles«. Aber Sie haben recht – was zuviel ist, ist zuviel! Also werfen Sie nicht nur mich, sondern auch einige andere meiner persönlichen Freunde, Bekannten und Vertreter der deutschsprachigen Bloggerszene (u.a. Peter Aschoff, Mike Bischoff, Daniel Ehniß, Martin Dreyer, Tobias Faix, Tobias Künkler, Mark Reichmann, Reinhold Scharnowski, Storch, die Werkstatt für Gemeindeaufbau, die Autoren des ZeitGeist-Buches und Emergent Deutschland sowieso) in einen Topf und gießen alles über uns aus, was Ihre Tastatur so her gibt. Warum sollten Sie auch das persönliche Gespräch mit uns suchen? Hätte Jesus sicher auch nicht so gemacht, oder? Einfach mal aus der Ferne mit Schrot geschossen. Ich weiß nicht, was mich am meisten an ihrem Schriftstück aufregt – ist es der arrogante Ich-weiß-alles-am-Besten-Tonfall? Der fragwürdige Umgang mit der Heiligen Schrift? Die Vor-Urteile, die vorausgesetzt werden? Die Tatsache, daß Sie die Micha-Initiative als »völlig verkehrt« und Karl Barth, Jürgen Moltmann und N.T. Wright als »Irrlehrer« bezeichnen? Nicht nur, daß sie den schriftgemäßen Umgang mit etwas, das Sie aus Ihrer Sicht als bedrohlich empfinden, verlassen – nein, was Sie betreiben ist Rufmord. Ist das, was Sie antreibt, wirklich die Liebe Christi? Oder zeigt sich hier wieder die häßliche Fratze jenes Geistes, der Paulus dazu antrieb, die Nachfolger Jesu zu verfolgen und der auch in der mittelalterlichen Inquisition sein Unwesen trieb? Sie machen mich traurig, Herr Ebertshäuser. Wie können Sie im Umgang mit Brüdern und Schwestern in Christus ein solches Verhalten an den Tag legen? Erinnern Sie sich an den Aufruf unseres Herrn: »Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet« und tun Sie Buße!
Ich lade Sie ein, mit mir und evtl. einigen emergenten Freunden bei Kaffee und Kuchen das Gespräch zu suchen. Dialog statt engstirnigem Fanatismus scheint mir der bessere Weg zu sein. Vielleicht würden Sie dann erfahren, daß auch wir nicht alles blind unterschreiben, was die Autoren, die wir zitieren, so von sich geben. Aber wir trauen es dem mündigen Nachfolger Christi zu, selbst zu prüfen und das Gute zu behalten.

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Über Dienst und Botschaft Jesu: Der Text zum Bild

29. Mai 2008

Aus der Gliederung im vorigen Post ist ein Text geworden, der das Wirken Jesu von der Gefangennahme Johannes des Täufers bis zu seiner Auferstehung zusammenfassen soll.

Mit seiner Botschaft von der Königsherrschaft Gottes malte Jesus ein Bild von der Zukunft, das sich radikal von dem unterschied, was seine Zeitgenossen gewohnt waren. Von allen Seiten regte sich Widerstand – Pharisäer und Sadduzäer wandten sich gegen ihn, aber auch dämonische Mächte manifestierten sich in seiner Gegenwart. Der wahre Feind blieb jedoch zumeist unsichtbar: Nur in der Versuchungsgeschichte kam es zur direkten Konfrontation mit Satan, der doch hinter allem persönlichen, transpersonalen, sozialen und systemischen Bösen zu finden war, von dem die Menschen zu befreien Jesus gekommen war. Beständig kündigte Jesus das Gericht über die Generation Israels an, die seine Botschaft nicht annehmen würde. Im Laufe der Zeit wurde die ablehnende Haltung der Mehrheit der Juden immer deutlicher und es geschah, was Romano Guardini mit drastischen Worten als »den zweiten Sündenfall« bezeichnet – der Gottessohn wurde von seinem eigenen Volk verworfen. Hätte Israel seinen Messias angenommen, so hätten sich nach Guardini die jesajanischen Verheißungen von der Neuordnung der Welt mit beim Lamme liegenden Löwen erfüllt, die, so Guardini, damit hinfällig geworden seien, da ja nun die Weissagungen des Neuen Testamentes gälten. Ein interessanter Gedanke.
Jesus selbst war sich seiner Sendung sehr wohl bewußt. In Taufe und Verklärung empfing er die Bestätigung seines himmlischen Vaters, und dem Bekenntnis des Petrus, bei Jesus handele es sich um den »Messias, des lebendigen Gottes Sohn«, stimmte er ausdrücklich zu. In seinen Zeichen offenbarte sich die Kraft Gottes und die Fülle der messianischen Zeit, in seinem ganzen Wirken wurde das Ebenbild Gottes Fleisch und Gottes Idee vom menschlichen Leben sichtbar; Gnade und Wahrheit gingen Hand in Hand. Menschen wurden heil und frei. Jesus verkündigte eine neue Halacha; er legte und lebte die Tora im Sinne ihres Gebers aus und schärfte seinen Jüngern ein, in allem seinem Beispiel zu folgen, selbst wenn es auch sie das Leben kosten sollte.
Jesus ging bewußt in den Tod, er ergab sich in den Willen des Vaters und gab sein Leben als „Lösegeld für viele“. Die Juden verurteilten ihn als Gotteslästerer; von der Hand der Römer erlitt er den Kreuzestod. Nach seiner Auferstehung zeigte er sich seinen Schülern, übertrug ihnen seine Kraft und setzte sie als seine Nachfolger ein, die seine Sendung weiterführen sollten. Als Reben am Weinstock des Messias wurden sie zu seinem Leib, dem neuen Gottesvolk.

Was denkst Du dazu? Was fehlt?

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Über Dienst und Botschaft Jesu

27. Mai 2008

… schreibe ich grade eine Seminararbeit. Heute ist diese Gliederung entstanden, die einige Punkte daraus in meinem Kopf verbinden soll.

Gliederung

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Lebenszeichen

19. Mai 2008

Kurzes Update aus dem Leben des Sämanns: Zwei Hochzeiten enger Freunde an den letzten beiden Samstagen und einiges an Arbeit, um die Kontakte des Christivals aufzuarbeiten, haben mich in den letzten Wochen in Beschlag genommen. Parallel dazu schreibe ich gelegentlich an meiner aktuellen Seminararbeit über Leben, Dienst und Botschaft Jesu und lese gleichzeitig Material für die nächste Seminararbeit über die Botschaft des Paulus.

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Außerdem habe ich ein neues Ritual eingeführt – das »Buch am Feiertag«: Sollte ich an einem Sonn- oder Feiertag nicht außer Haus sein, gönne ich mir nach spontaner Laune ein Buch aus meinem »Ungelesen«-Regal. Meist handelt es sich dabei um einen Roman. Gestern war Nicholas Shakespeare’s In dieser einen Nacht dran – Liebesgeschichte und Gesellschaftsproträt des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands. Da ich gestern erst um 23:30 Uhr mit dem Buch begonnen habe und es nicht wieder weglegen konnte, habe ich es eben „in dieser einen Nacht“ durchgelesen. 8) Gelohnt hat es sich allemal.

Mein an anderer Stelle bereits geschilderter Zahnarztmarathon ist heute zu einem guten Ende gekommen. Zwei nebeneinanderliegende Backenzähne wurden überkront und verhalten sich ruhig. Auf daß dies noch lange so bleiben möge!

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Von den Büchern, die ich gerade parallel lese (siehe rechte Sidebar) machen mir im Moment insbesondere Jamie Smith’s Who’s afraid of Postmodernism? und Tony Jones‘ The New Christians Freude. Ersterer nimmt Derrida, Lyotard und Foucault mit in die Kirche, letzterer sendet Depeschen aus dem Grenzland zwischen kirchlicher Zivilisation und emergenter Wildnis. Sobald ich mit beiden durch bin, wird es hier mal wieder zwei kurze Buchserien geben. Als kleinen Vorgeschmack ein besonderes Schmankerl. Tony erzählt in seinem Buch die Geschichte von Trucker Frank. Freundlicherweise kann sich jeder, der den Frank des Buches mochte, einen etwas intensiveren Einblick in das Leben und Denken des Truckers verschaffen, da Tony eine Serie kurzer Videos produziert hat – On the Road with Trucker Frank. Sehr fein. Weil sie so schön ist, kannst Du Dur die aktuelle Folge direkt hier ansehen. Frank kommt zwar nur am Rande vor, aber wenn Du ein wenig emergentes Gedankengut in Dir trägst, wirst Du bei diesem Clip nicht ohne Emotionen bleiben. Versprochen.

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Die Transformation des Willens

6. Mai 2008


Unser Wille muss Sohneswille werden. Dann können wir sehen. Sohnsein aber heißt Bezogensein; es ist ein Relationsbegriff. Es bedeutet das Ablassen von der Autonomie, die sich in sich selbst verschließt; es schließt das ein, was Jesus mit dem Wort vom Kindwerden sagt. So verstehen wir auch das Paradox, das im Johannes-Evangelium weiter ausgeweitet ist: dass Jesus einerseits sich ganz dem Vater als Sohn unterordnet und dass er gerade so ganz in der Gleichheit mit dem Vater steht; ihm wirklich gleich, eins mit ihm ist.

Aus: Joseph Ratzinger/Beneditkt XVI. – Jesus von Nazareth, 394.

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Aufgeschnappt und festgehalten: Vom Wachsen und Schrumpfen der Liebe

4. Mai 2008


Liebe ist etwas, das beim Gehen wächst und beim drüber Nachdenken immer schrumpft.

Sam Zimmer im Gespräch mit einem Bekannten.

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Komisches Gefühl

1. Mai 2008

Ich sitze gerade am Stand der Werkstatt für Gemeindeaufbau in der Messe Missionarischer Möglichkeiten auf dem Christival und erlebe ein komisches Gefühl. Ich möchte mich nicht einreihen in den Wettbewerb der freien Werke und Ausbildungsstätten, die ihr Angebot anpreisen und mit den unterschiedlichsten Aktionen Aufmerksamkeit zu erregen suchen. Andererseits bin ich überzeugt vom Konzept der WfG und freue mich über jeden, der aufrichtiges Interesse zeigt.

Gleichzeitig denke ich an gestern Abend. Wir waren unterwegs vom Quartier zur Eröffnungsfeier, als plötzlich Polizeisirenen ertönen und diverse Mannschaftswagen unserer Freunde und Helfer in Richtung Christival fahren. Wir kommen dann doch nicht mehr zum Parkplatz, weil uns die Polizei den Weg versperrt. Spezialkräfte springen aus dem Wagen und eskortieren mehrere hundert Demonstranten, von denen etliche schwarz vermummt sind. Ca. 100 von ihnen brechen durch den Sicherheitszaun, der den Parkplatz von der Eröffnungsfeier trennt. Die Ordner sind hilflos. Feuerwerkskörper fliegen. Ein Polizist wird verletzt. Die Protestierenden halten Schilder hoch, auf denen z.B. »Gott liebt alle ihre Kinder« zu lesen ist. Die Polizei treibt sie zurück und der Konvoi bewegt sich weiter in die Innenstadt hinein. Eine Stimme verkündet durchs Mikrofon, daß die politisch eher links orientieren Demonstranten doch bitte zusammenbleiben sollen, da sie in der City voraussichtlich von politisch eher rechts orientierten Hooligans erwartet werden. Ob es zu diesem Zusammenstoß kam, ist mir nicht bekannt. Parallel zur Demo, von der die meisten Besucher des Christivals nichts mitbekommen, spricht Torsten Hebel auf der Bühne der Autaktveranstaltung davon, daß die ersten Christen »Gunst beim ganzen Volk« hatten und er sich das für uns heute auch wünscht. Hunderte von Menschen demonstrieren gegen ein christliches Jugendfestival, weil sie ihre Freiheit und Menschenrechte gefährdet sehen. Ein komisches Gefühl, das mir gar nicht gefällt.
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