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Archiv für Oktober, 2007

[Secret Message] Kapitel 15 – Die Ethik des Königreichs

16. Oktober 2007

[Dies ist der sechzehnte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14|15. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 3: »Stell Dir vor… : Eine Erkundung darüber, wie die geheime Botschaft Jesu alles verändern könnte«]

In seinem Manifesto des Königreichs zeigt Jesus, auf welche Weise „die Gerechtigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten“ die Menschen in entstellte Praktiken führt, was das Geben von Almosen an Arme, das Gebet und das Fasten anbelangt. Im Reich Gottes geht es nicht um äußerliche Show. Das Entscheidende läuft im Geheimen ab, hinter den Kulissen. Belohnt wird nicht das laute Reden in der Öffentlichkeit, sondern die wirksame private Praxis. Genauso sagt Jesus soll unser Reichtum hinter den Kulissen sein. Wir sollen uns Schätze im Himmel sammeln und von der Gebundenheit an Geld frei werden. Die praktischen ethischen Implikationen der Bergpredigt, können wir wie folgt zusammenfassen:

Seid arm im Geist, klagt, seid sanftmütig, hungert und dürstet nach wahrer Gerechtigkeit, seid barmherzig, habt ein reines Herz, stiftet Frieden, seid bereit, dafür, daß ihr das Rechte tut, fröhlich Unrecht und Verfolgung zu erleiden.
Seid Salz und Licht in der Welt – indem ihr gute Werke tut.
Haßt nicht und gebt euch nicht dem Ärger hin, sondern strebt nach Versöhnung.
Gebt euch nicht der Lust hin und seid in eurem Herzen nicht sexuell untreu.
Legt keinen Eid ab, sondern sprecht einfach und klar, so daß ein Ja auch Ja bedeutet und ein Nein auch Nein.
Seid nicht auf Vergeltung aus, sondern findet kreative gewaltlose Wege, um das Böse zu überwinden, das euch angetan wird.
Liebt wie Gott eure Feinde und seid großzügig gegenüber allen, wie das auch Gott ist.
Gebt den Armen, betet und fastet heimlich.
Laßt nicht Gier eure Anschauung verdunkeln, sondern sammelt euch durch eure Freigebigkeit Schätze im Himmel.
Sorgt euch nicht um eure täglichen Bedürfnisse, sondern vertraut euch Gottes Fürsorge an und sucht zuerst und vor allem sein Königreich.
Richtet andere nicht, sondern setzt euch zuerst mit eurer eigenen Blindheit auseinander.
Geht mit all euren Bedürfnissen zu Gott, im Wissen, daß er ein fürsorglicher Vater ist.
Behandelt andere so, wie ihr von ihnen behandelt werden wollt.
Laßt euch nicht von religiösem Gerede in die Irre führen. Was zählt, ist tatsächlich nach der Lehre Jesu zu leben.

Am Ende verstärkt Jesus das Gesagte mit einem Bild: Wer nach seiner Lehre lebt, dessen Leben wird wie ein Haus sein, daß fest gebaut ist und sicher steht. Hier könnte auch eine politische Bedeutung verborgen sein: Das jüdische Volk könnte die Botschaft zurückweisen und statt dessen den Weg der gewaltsamen Revolution gehen. Ihr Haus würde aber zusammenbrechen, wenn der Sturm der römischen Vergeltung sie erreicht. Aber wenn sie dem Pfad Jesu folgen, werden sie überleben und sicher stehen, was auch immer die Römer tun werden. Aber jenseits dessen bleibt die grundlegende Bedeutung für uns alle: Was zählt ist Frucht, praktisches Handeln, das Leben an der Botschaft Jesu ausrichten.

Was würde in unserer Welt geschehen, wenn eine zunehmende Zahl von uns auf diese Weise leben würde? Was würde sich in unserem persönlichen Leben verändern, wenn wir nicht nur die Worte Jesu hören und „Herr, Herr“ zu ihm sagen würden, sondern auf seine Worte hören und sie tun würden? Und andererseits – welche Zukunft ließe sich für uns, unsere Nation, unseren Planeten voraussagen, wenn wir uns der Botschaft Jesu in der Praxis widersetzen würden (auch wenn wir ihr theoretisch Lippendienst erweisen)?

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[Secret Message] Kapitel 14 – Das Manifesto des Königreichs

15. Oktober 2007

[Dies ist der fünfzehnte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 3: »Stell Dir vor… : Eine Erkundung darüber, wie die geheime Botschaft Jesu alles verändern könnte«]

Das konzentrierteste Beispiel der Lehre Jesu findet sich in Matthäus 5-7. Diese Passage wird normalerweise als Bergpredigt bezeichnet, wir nennen sie aber das Manifesto des Königreichs. Wenn wir gewisse Grundlagen der geheimen Botschaft Jesu verstehen wollen, dann müssen wir uns diesen Text anschauen, in dem Jesus erläutert, wie das Leben im Reich Gottes aussehen soll.

Jesus beginnt mit den „Seligpreisungen“ – acht Aussagen darüber, wer gut dasteht, wer glücklich und gesegnet ist. Vom ersten Satz an stellen sie die normalen Erwartungen auf den Kopf. Darauf aufbauend stellt Jesus klar, daß seine Nachfolger nicht einfach gewöhnliche Menschen mit einer besonderen religiösen Vorliebe sind, sondern radikale Teilhaber in einem Unterfangen, das große Hingabe erfordert. Er vergleicht sie mit Salz, das Fleisch würzt und erhält, und mit Licht, das in die Dunkelheit vordringt und sie erhellt.

Jesus ist nicht gekommen, die heiligen Schriften abzuschaffen, sie zu brechen, zu annullieren oder zu verwässern, sondern um sie zu erfüllen, indem er die alten Gebote vertieft und über den Standard der Pharisäer und Schriftgelehrten von der Ebene äußerlicher Konformität zu innerlicher Veränderung von Herz und Verstand erhebt. Das Manifesto des Königreiches ruft uns über die bisherigen moralischen Standards hinaus; wir müssen uns mit Gier und Lust, Arroganz und Vorurteilen in unseren Herzen auseinandersetzen. Mehr noch: Statt bloß das Falsche nicht zu tun, werden wir dazu motiviert, mit einem veränderten Herzen das Richtige zu tun. Ein Beispiel: Die konventionelle Moralvorstellung setzt sich für angemessene Vergeltung ein („Auge um Auge“), aber Jesus fordert Versöhnung.

Was würde es bedeuten, wenn jetzt, in diesem Moment, viele Leser wirklich anfangen würden zu glauben, daß eine andere Welt möglich ist, daß Jesus tatsächlich Recht gehabt haben könnte, daß die geheime Botschaft vom Reich Gottes tatsächlich die einzige Botschaft sein könnte, die uns retten kann?

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[Secret Message] Kapitel 13 – Verstehen und einsteigen

14. Oktober 2007

[Dies ist der vierzehnte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Wie kommt man nun in das Königreich Gottes? Aus der Lehre Jesu wird deutlich, daß dazu mehrere miteinander verbundene Schritte gehören:

Erstens geht es darum, vom Herzen aus zu hören und intensiv darüber nachzudenken, alles im Licht der geheimen Botschaft nochmals neu zu überdenken mit der Einsicht, daß man in vielerlei Hinsicht falsch liegen könnte, und dem ernsthaften Verlangen, sich anhand des Guten und Wahren neu auszurichten.
Zweitens geht es um Glauben, um Vertrauen, das natürlicherweise aus dem ersten Schritt entsteht, so daß gar nicht genau gesagt werden kann, wo der erste aufhört und der zweite anfängt. Wer sich selbst infrage stellen kann, ist auch in der Lage, Gott zu vertrauen. Für Jesus reicht ein wenig Glauben, klein wie ein Senfkorn, der sich auf seine Botschaft verläßt und sein Leben an ihr ausrichtet.
Der dritte Schritt erwächst aus der Sinnesänderung und dem Glauben und liegt zwar außerhalb Deiner eigenen Kontrolle, verlangt aber etwas von Dir. Wer umkehrt („Buße tut“) und glaubt, muß offen sein, um zu empfangen. Diese Aufnahmefähigkeit oder Empfänglichkeit ist schwer zu definieren. Sie ist weder ganz passiv, noch ist sie aktiv. Was wird empfangen? Nicht nur eine Sache, sondern eigentlich alles: Vergebung, Annahme, Liebe, Hoffnung, Ermächtigung, Kraft, Ermutigung, Durchhaltevermögen – alles was nötig ist, um im Reich Gottes zu leben. Mehr noch als das: Was wir wirklich empfangen müssen ist der Geist Gottes. Ohne diesen dritten Schritt sind wir in der Gefahr zu denken, daß das Reich Gottes etwas wäre, das wir bewerkstelligen könnten und nicht eine Gabe, die wir aus Gnade allein empfangen.
Der vierte Schritt fließt wiederum auf natürlichem Wege aus den ersten drei. Es ist mit Deiner Buße, Deinem Glauben und Deiner Aufnahmebereitschaft der Schritt an die Öffentlichkeit. In der Zeit Jesu geschah dies durch die Taufe.
Die ersten vier Schritte sind wiederum die Vorbereitung für den fünften und umfassendsten, eine Bewegung, die Dich für den Rest Deines Lebens in Beschlag nehmen wird: Jesus jeden Tag Deines Lebens folgen zu lernen. Dabei geht es um einen neuen Lebensstil, eine neue Berufung, die auf die Praxis der Botschaft Jesu ausgerichtet ist. Jesus hat es so gesagt: Als neuer Lehrling lernst Du, alles zu halten, was er geboten hat (Matthäus 28,18-20).

Alles neu zu überdenken, zu glauben, zu empfangen, an die Öffentlichkeit zu gehen und einen neuen Lebensstil einzuüben – dies scheinen die Grundelemente dessen zu sein, wie man in das Geheimnis eindringt und es in sich selbst eindringen läßt.

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[Secret Message] Kapitel 12 – Die Botschaft an neuen Orten verbergen

13. Oktober 2007

[Dies ist der dreizehnte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Wer Paulus liest und dabei nicht nur nach offensichtlichen Hinweisen auf das Reich Gottes Ausschau hält, sondern die im vorherigen Kapitel skizzierte allgemeinere Vorstellung vom Reich Gottes im Hinterkopf hat, der stößt überall darauf. Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes wird nicht heruntergespielt, sondern in andere Bildsprache übersetzt. Paulus stellt – im Gegensatz zum römischen Imperium, das voll von Bildern Cäsars war – ein anderes Reich vor – mit Gott als dem König, und dem gegenwärtigen Jesus in unserer Mitte als Bild Gottes und Zeichen seiner gegenwärtigen Autorität (Kol 1,15-20). Der Friede des Reiches Gottes kommt – im Gegensatz zur Pax Romana – nicht durch gewaltsame Folter und unbarmherzige Auslöschung der Feinde des Königs, sondern durch Leiden und Sterben des Königs selbst. Die pax Christi ist nicht der Friede der Unterwerfung, sondern der Friede wahrer Versöhnung. Der König erreicht den Frieden nicht dadurch, daß er das Blut seiner Feinde vergießt, sondern indem er sein eigenes Blut vergießt. Daraus erwächst eine neue und bleibende Versöhnung zwischen Gott und der Menschheit und zwischen all den zerrissenen Individuen und Gruppierungen, aus denen die Menschheit besteht. Diese Einheit unter einem Haupt (Eph 1,9f) ist eine weitere Bezeichnung für das Reich Gottes. Ein weiterer Begriff, den Paulus fünfzehnmal stenographisch für seine Botschaft verwendet, ist das Wort Mysterium. Paulus hat also wie Jesus eine geheime Botschaft – eine Botschaft, die sowohl verschleiert als auch enthüllt ist. Es ist eine Botschaft der Versöhnung und Vereinigung, so wie ein Königreich Menschen unter einem König zusammenbringt.

Paulus muß keine Gleichnisse verwenden, um seine Botschaft zu illustrieren oder zu verstecken. Vielleicht ist Paulus selbst ein laufendes und sprechendes Gleichnis, das sich unter laufenden, sprechenden Gemeinschaften von Gleichnissen bewegt. Vielleicht verkörpert und veranschaulicht Paulus‘ eigene Verwandlungsgeschichte – vom haßerfüllten religiösen Eiferer zum Brückenbauer für Liebe und Versöhnung – die gute Nachricht vom Reich Gottes. Und vielleicht sind die Menschen, die er zusammenführt und vernetzt selbst – einzeln und als Gemeinschaften – ein Medium, das die geheime Botschaft Jesu enthält. Könnte es sein, daß die Botschaft in ihnen verborgen ist, in ihrem gemeinsamen Leben, gerade so, wie sie in den Gleichnissen Jesu verborgen war? Genau das schreibt Paulus in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth (3,2f), als er ausführt, daß sie ein Brief seien, eine fleischgewordene Botschaft, nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes geschrieben, nicht auf Steintafeln gemeißelt, sondern in lebendigen, menschlichen Herzen verkörpert.

Fängt das jetzt an, Sinn zu machen? Verstehst Du jetzt, daß die geheime Botschaft Jesu nicht nur gehört oder gelesen, sondern in menschlichen Leben gesehen werden soll, in radikal inklusiven, versöhnenden Gemeinschaften, nicht auf Seiten in einem Buch geschrieben, sondern in den Leben und Herzen von Freunden? Siehst Du, wie das Reich Gottes, das ursprünglich in Gleichnissen verborgen war, sich an neuen Orten verbarg – in den Geschichten echter Menschen und Gemeinschaften quer durch das römische Reich und letztlich in der ganzen Welt? Kannst Du Dir Dich selbst und Deine Gemeinschaft im Glauben als ein lebendes Gleichnis vorstellen, in dem die geheime Botschaft Jesu heute verborgen werden könnte?

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[Secret Message] Kapitel 11: Das offene Geheimnis

12. Oktober 2007

[Dies ist der zwölfte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Manche würden behaupten, daß wir das Christentum durch „Paulianismus“ ersetzt haben. Das Christentum handelte aus ihrer Sicht vom für alle auf die Erde gekommenen Reich Gottes, der Paulianismus drehe sich hingegen darum, daß einige wenige Auserwählte der Erde entfliehen und nach ihrem Tod in den Himmel kommen. Für sie ist Paulus der Feind, der das Gute, was Jesus begonnen hatte, ruiniert hat. Ich jedenfalls denke nicht, daß Paulus der Feind ist, sondern unsere Fehlinterpretationen dessen, was Paulus verkündigt hat. Ich glaube, daß Paulus in Wirklichkeit ein Freund des Evangeliums vom Reich Gottes ist, vielleicht sogar der beste Freund seit Jesus.

In den Briefen, die Paulus geschrieben hat, ist die Sprache des Königreiches häufiger anzutreffen, als viele meinen. Paulus spricht viermal darüber, das „Reich Gottes zu erben“ (1Kor 6,9f; 15,50; Gal 5,21; Eph 5,5), zweimal beschreibt er, woraus das Reich Gottes nicht besteht, sondern woraus es in Wahrheit besteht (Röm 14,17; 1Kor 4,20), zweimal bezieht sich Paulus auf das Reich Gottes als eine bereits gegenwärtige Wirklichkeit (Kol 1,13; 1Thess 2,12) und zweimal als eine Wirklichkeit, für die Menschen gegenwärtig arbeiten und leiden (Kol 4,11; 2Thess 1,5) und dreimal scheint er sich auf eine Zukunft oder kommende Wirklichkeit des Reiches Gottes zu zu bewegen (1Kor 15, 24; 2Tim 4,1.18).

Wenn Jesus sein Werk erfolgreich abgeschlossen hat, wenn er das Reich Gottes effektiv proklamiert, den Menschen vor Augen und sie in es hinein geführt hat, dann hinterlässt er seinen Nachfolgern nicht dieselbe Ausgangssituation, sondern eine radikal neue Situation mit neuen Problemen, neuen Fragen, neuen Möglichkeiten und neuen Anforderungen. Wir sollten uns fragen, ob Paulus nicht vielleicht treu mit dieser neuen Situation, die Jesus geschaffen hat, umgegangen ist. In diesem Licht können wir Paulus sorgfältig lesen und darauf achten, ob sich seine Botschaft tatsächlich mit neuen Problemen und Möglichkeiten befasst, die durch den Erfolg Jesu geschaffen wurden.

Die geheime Botschaft Jesu verdeutlicht in Worten und Taten, daß das Reich Gottes auf radikale und skandalöse Weise inklusiv sein wird. In jedem seiner Briefe setzt sich Paulus damit auseinander. Eine neue und unvorhergesehene soziale Wirklichkeit wird geschaffen – ein neues Reich, ein neues Beziehungsnetzwerk, ein neues Königreich. Und damit finden wir jenseits der dreizehn Belegstellen für das Reich Gottes in den seinen Briefen den sicheren Erweis dafür, daß Paulus auf das Fundament Jesu aufbaut, statt ein anderes Fundament zu legen (1Kor 3,11).

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[Secret Message] Kapitel 10: Geheimagenten des geheimen Reiches

11. Oktober 2007

[Dies ist der elfte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Königreiche mögen Priester und Prediger haben, aber sie brauchen auch Landwirte, Regierungsbeamte, Anstreicher, Ingenieure, Autoren, Zimmermänner, Wissenschaftler, Diplomaten, Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Köche, Philosophen, Bildhauer und sogar Anwälte. Was, wenn der wahre Unterschied in der Welt nicht von uns Predigern gemacht wird, sondern von denen, die unsere Verkündigung aushalten, die geheime Botschaft vom Reich Gottes still in ihrem täglichen Arbeitsleben im Labor, Klassenzimmer, Büro, Cockpit, Parlament, in der Küche, auf dem Market, in der Fabrik und in ihrer Wohngegend ausleben?

Vielleicht wird die geheime Botschaft Jesu jetzt klarer. Jesus formt eine Bewegung von Menschen, die ihm vertrauen und seine Botschaft glauben. Sie glauben, daß sie nicht darauf warten müssen, daß irgendetwas geschieht, sondern daß sie stattdessen schon jetzt auf eine neue und bessere Weise zu leben beginnen können. Ihr Leben dreht sich jetzt um eine interaktive Beziehung; sie sind mit Gott und ihren Mitmenschen versöhnt und sehen ihr ganzes Leben als eine Möglichkeit an, die schöne Musik des Reiches Gottes erklingen zu lassen, so daß mehr und mehr Menschen in es hineingezogen werden und die Welt durch ihren wachsenden Einfluß verändert wird.

Jeder Mensch kann ein Geheimagent des geheimen Reiches werden. Jeder Beruf kann zu einer Berufung werden, wenn Du ihn als Geheimagent für das Reich Gottes angehst. Vielleicht hast Du den langweiligsten, herabwürdigsten und am wenigsten erfüllenden Job der Welt. Was würde geschehen, wenn Du Deine Arbeit als einen Bestandteil Deiner Berufung zur Mitwirkung am Reich Gottes sehen würdest? Würde das Deine Einstellung verändern?

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[Secret Message] Kapitel 9: Man kann ein Geheimnis nicht behalten

9. Oktober 2007

[Dies ist der zehnte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Die Berichte der vier Evangelien unterscheiden sich auf mancherlei Weise, eines haben sie jedoch gemeinsam: Nach seinem Tod und seiner Auferstehung sendet Jesus seine Jünger mit einem besonderen Auftrag in die Welt. Diesen Missionsbefehl könnte man so zusammenfassen:

Ihr dürft das Geheimnis des Königreichs nicht für Euch selbst behalten. Ich sende Euch jetzt, so wie mich der Vater gesandt hat, die gute Nachricht vom Königreich Gottes zu verkünden. Diejenigen, die Eure Botschaft annehmen, sollt Ihr zu Lerngemeinschaften praktizierender Nachfolger formen, damit sie gemäß meiner geheimen Botschaft zu leben lernen, so wie Ihr es lernt. Ihr solltet das nicht aus Eurer eigenen Kraft tun, sondern müßt Euch auf die Kraft des Heiligen Geistes verlassen. An den Grenzen Eurer Kultur, Sprache oder Religion dürft Ihr nicht Halt machen, sondern müßt jede Grenze überschreiten, um überall mit allen Menschen das Geheimnis zu teilen, das Ihr von mir gelernt habt – den Weg, die Wahrheit und das Leben, die Ihr erfahren habt, indem Ihr mit mir gegangen seid.

Daß Jesus seine Jünger zu allen Nationen schickt, mag für die Juden der damaligen Zeit revolutionär gewesen sein; in Wahrheit aber wurde so nur die Berufung Abrahams, ein Segen für alle Völker zu sein, wieder aufgenommen. In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie die Nachfolger Jesu diesen Auftrag ausgeführt haben, und die geheime Botschaft Jesu vom Königreich Gottes bleibt dort von Anfang bis Schluß ihr Thema.

Jesus berief zwölf Schüler oder Lehrlinge (das ist die eigentliche Bedeutung von »Jünger«) und zeigte ihnen die Kunst des Lebens im Reich Gottes. Sie bekamen sozusagen drei Jahre lang Privatunterricht. Elf bestanden die Prüfung und wurden als Meister und Lehrer – oder Apostel – ausgesandt. Das ganze »Reich Gottes«-Projekt begann in Form einer Gemeinschaft von Menschen, die es lernten, in der Tradition des Meisters und seiner ursprünglichen Lehrlinge die Musik des Königreichs zu lieben und zu spielen. Die Geschichte des Reiches Gottes ist die Geschichte dieser Lebens-Musiker über die letzten 2.000 Jahre hinweg.

Heute haben viele von uns das Gefühl, daß die christliche Tradition einige neue Künstler gebrauchen könnte, welche die Musik des Reiches Gottes tief in ihren Seelen tragen, um die Tradition in der Welt, insbesondere der westlichen Welt, neu zu beleben. Offen gesagt war unsere Musik oft seicht und disharmonisch, oder sie wurde mit einer hölzernen Besorgnis um technische Korrektheit, aber leider ohne Emotion und Leidenschaft gespielt. Oder sie wurde leidenschaftlich gespielt, verließ aber die wahren Noten, Rhythmen und Harmonien des Meisters. Und wann immer das passiert, macht das Publikum das, was es auch tun sollte: Es ignoriert uns und unsere Botschaft, oder wendet sich voll Langeweile und Abneigung ab. Jesus selbst sagte, daß dies passieren würde. Er sah voraus, daß seine Nachfolger in ihrer Leidenschaft abkühlen und von seiner Botschaft abdriften würden. Die Kirchengeschichte bis in die heutige Zeit hinein zeigt, daß Jesus darin richtig lag.

Aber auf meinen Reisen habe ich auch gesehen, daß dort, wo der geheimen Botschaft Jesu Glauben geschenkt wird, sie verkündigt und gelebt wird, sich Transformation ereignet. Einzelne Menschen, Glaubensgemeinschaften, Wohngegenden und sogar Kulturen werden verändert. Wenn diese stille Transformation geschieht, wenn die Dinge richtig laufen, dann nehmen das die Leute oft nicht wahr; trotzdem, wie Jesus sagte, schreitet das Königreich so subtil voran, wie aufwachsende Saat oder Hefe, die sich in einem Laib Brot ausbreitet. Aber wenn es die Menschen bemerken, dann spüren sie, daß Gott anwesend ist, und sie beten Dankgebete. Trotz unseres mannigfaltigen Versagens dringt das Geheimnis an die Öffentlichkeit!

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ZEITGEIST ist da!

9. Oktober 2007

ZeitGeist: Kultur und Evangelium in der Postmoderne, herausgegeben von Tobias Faix und Thomas Weißenborn

Zeitgeist

Dieses schöne Buch überreichte mir in doppelter Ausführung heute mein Postbote. Von außen ist es sehr hübsch anzuschauen, innen drin stehen viele nette und kurze Artikel. Einer stammt von mir, was eine Premiere ist, deshalb freue ich mich darüber. Mein Thema ist »Emerging Church: Gemeindebau in der Postmoderne«, ein Destillat aus den Büchern The Shaping of Things to Come, The Out of Bounds Church?, The Complex Christ, Emerging Churches, Exiles und The Forgotten Ways. Wer sonst noch so alles mitgeschrieben hat und worum es in dem Buch geht, erfährst Du auf dem ZeitGeist-Blog.

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[Secret Message] Kapitel 8 – Der Skandal der Botschaft

8. Oktober 2007

[Dies ist der neunte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Könnte es sein, daß die geheime Botschaft Jesu eine ungewöhnliche und besondere Marketingmethodik erforderte, daß sie schon skandalös war? Damit die geheime Botschaft Jesu vom Königreich verwirklicht werden konnte, mußte sie zuerst das Böse in allen alternativen Reichen, Regimen, Systemen oder Ideologien bloßstellen, indem es aus seinem verborgenen Versteck herausgezogen wurde.

Jesus hat viele Dämonen ausgetrieben, durch ihn ist das Reich Gottes gekommen und hat viele Individuen aus der Unterdrückung durch geistliche Mächte befreit und geheilt. Könnte diese individuelle Strategie selbst ein Fingerzeig sein, der auf Jesu Gesamstrategie für die ganze Nation und vielleicht sogar die Welt hindeutet, korporatives oder sogar kosmisches Böses an’s Tageslicht zu bringen, wo es gesehen, benannt, zurückgewiesen und verbannt werden kann? So wie Jesus versteckte dämonische Eindringlinge aufdeckt und austreibt, so muß er auch das systemische und transpersonale Böse bloßstellen und vertreiben, das sich unter Roben und Kronen, in Tempeln und Palästen, hinter politischen Slogans und Münzprägungen, in Taktiken und Traditionen versteckt und ganze Gruppierungen „besetzt“ zu haben scheint, so daß sie in einer schrecklichen Choreographie denken und sich bewegen. Indem Jesus das verdeckte Böse aus der Reserve lockt, so daß es sich manifestiert, stellt er die gefährlichen „Geister“ bloß, die den respektiertesten Institutionen innewohnen können – Regierungen, politischen Bewegungen, religiösen Parteien, Strukturen und Hierarchien, Berufszweigen und Familiensystemen.

So wie kranke und zerstörerische Geister Gruppen besetzen können, dringt der neue Geist des Reiches Gottes in Menschen ein und wandelt sie zu einer gesunden, schöpferischen und neuen Art Gemeinschaft um – das Königreich Gottes. Dieses neue Reich drängt sich dort, wo es nicht willkommen ist, nicht auf. Es kommt fast unmerklich, sanft und unter der Hand.

Im Leben Jesu werden insbesondere zwei Mächte als Feinde des Reiches Gottes bloßgestellt – das römische Imperium und die damalige religiöse Elite. Am Ende wird Jesus und seine Bewegung von diesen Gewalten erdrückt. Und es scheint so, als ob Jesus gescheitert sei. Dies ist der Skandal der Botschaft Jesu: Das Reich Gottes scheitert. Es ist schwach. Es wird erdrückt. Was, wenn das Reich Gottes auf genau diese Weise kommt? Wenn es nur durch Schwäche, Verwundbarkeit, Opfer und Liebe siegreich ist? Wenn es siegt, indem es zuerst überwunden wird? Wenn überwunden zu werden unbedingt notwendig ist, um die brutale Gewalt und finstere Unterdrückung dieser Mächte und Gewalten, dieser menschlichen Ideologien und Gegen-Imperien bloßzustellen, damit sie als das erkannt werden können, was sie wirklich sind, damit sie frei abgelehnt werden und Platz für das neue Reich machen? Was, wenn das Königreich Gottes auf diese Weise scheitern muß, um den Sieg davonzutragen?

Für Paulus war die Niederlage Christi am römischen Kreuz das Mittel, mit dem Gott das Böse in Imperium und Religion bloßstellte und richtete und in ihnen das Böse jedes einzelnen Menschen, damit der Menschheit vergeben werden und sie mit Gott versöhnt werden konnte. Und diese Versöhnungsbewegung, die aus Leben, Lehre, Tod und Auferstehung Christi entstammt, ist für uns das Reich Gottes.

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Der Sämann und die Bundesliga

8. Oktober 2007

Simon hat den Anstoß ausgeführt und Haso den Ball weitergeleitet, so daß ich nun aufgefordert bin, etwas zur Bundesliga zu sagen. Wohlan!

1. Mein Verein ist und bleibt …
Der VfB Stuttgart. Das Leiden an diesem Verein nimmt mir im Moment etwas von der Freude an der Bundesliga.

2. Ein (ehemaliger) Bundesligaspieler, den ich als Persönlichkeit achte, ist …
Mehmet Scholl. Er hat sich nicht verbiegen lassen, ist derselbe geblieben, war immer locker und konnte über sich selbst lachen. Das imponiert mir.

3. Mein Lieblingsspruch eines Spielers lautet:
„Do war a Muldn“ entgegnete Franz Wohlfahrt auf die Frage eines Reoprters, warum ihm der Ball versprungen und ins Tor gegangen sei.
„Ich grüße meine Mami, meinen Papi und ganz besonders meine Eltern!“ sagte Mario Basler und winkte in die Kamera.
Mehmet Scholl hat mich desöfteren spontan zum Schmunzeln gebracht, darunter eine Anmerkung zur grünen Partei und dem Waldbestand sowie ein Kommentar zum gerührten Uli Hoeneß bei Schollis Abschiedsspiel.

4. Lieblingsspruch eines Trainers:
Fällt mir spontan keiner ein.

5. Falls die Bayern diese Saison nicht Meister werden, dann wird es …
Der VfB – wer sonst? Dummerweise werden die Bayern aber Meister, weil sie ihre Neuzugänge überraschend schnell integriert haben, das Mannschaftsgefüge paßt, die Spieler harmonieren sowie Ergebnis und Erlebnis stimmen. Mist. Für mich als Württemberger darf eigentlich außer dem KSC jeder Meister werden.

6. Als Traditionsclub würde ich gerne wieder in der ersten Liga sehen …
Da kann es nur einen geben – die Piraten vom Millerntor, die mir jedes Jahr im DFB-Pokal sehr viel Freude bereiten.

7. Die Bundesliga verfolge ich am liebsten via …
Hm, ich liebe die Spannung der Radio-Übertragung, besuche immer wieder eine Premiere-Sportsbar und versuche mindestens einmal pro Saison im Stadion zu sein. In der ganz großen Not muß der Liveticker im Web herhalten.

8. Ein denkwürdiges Bundesligaspiel, das ich besonders in Erinnerung habe, ist …
Das 2:1 des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen. Als letztes Spiel der Saison 1991/92 bescherte es dem Fußballverein meines Herzens die erste Meisterschaft, die ich als Zwölfjähriger bewußt erleben durfte. Aber auch eine 3:4-Niederlage beim FC Bayern ist mir noch im Gedächtnis. An diesem Samstag arbeitete ich mit meinem Vater an der Holzdecke meines Zimmers und wie immer lief im Radio SWR 1 (damals noch SDR 1) „Heute im Stadion“. Der VfB lag schnell mit 0:3 hinten, der Reporter lobte ein Tor von Thomas Strunz (Bayern) mit den Worten „Schuß! Tor! Wie aus dem Fußball-Lehrbuch Seite 18 rechts unten!“ Als meine Schwaben dann das 3:3 erzielten sprang ich auf und schlug mit dem Kopf an die sich in der Entstehung befindliche Holzdecke. Leider ging das Spiel dennoch verloren, möglicherweise auch mit 3:5, muß etwa 1996 oder so gewesen sein.

9. Eine Regel, die ich am liebsten sofort abschaffen würde, wäre …
die Ahndung exzessiven Jubelns durch das Ausziehen des Trikots mit gelber Karte. Emotionen gehören dazu.
Einführen würde ich gerne den Chip im Ball bzw. die Torkamera sowie den Videobeweis vor der Vergabe von Roten Karten oder Strafstoßentscheidungen. Eine kurze Spielunterbrechung würde ich dafür in Kauf nehmen, analog zum American Football.

10. Sportschau oder Sportstudio?
Sportstudio ganz selten, um diese Zeit bin ich oft nicht daheim. Sportschau relativ regelmäßig für den Fall, daß mein VfB nicht verloren hat. Dann fehlt mir bisweilen die Motivation. Jede Woche allerdings klingt mein Sonntag mit „Sport im Dritten“ im SWR Fernsehen aus. Diese Sendung widmet sich jedesmal ausführlich den Stuttgartern inklusive Rückschau auf den Samstag, Interviews vom Sonntagstraining und Studiogast vom Verein.

Normalerweise wirft man solche Stöckchen ja weiter. Ich werfe es in die Luft und bin gespannt, ob jemand die Lust hat, es aufzufangen. Vielleicht Peter oder toby oder tobiK?

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[Secret Message] Kapitel 7 – Die Demonstration der Botschaft

7. Oktober 2007

[Dies ist der achte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Jesus hat die Botschaft vom Reich Gottes nicht nur durch Worte, sondern auch durch Zeichen und Wunder vermittelt. Im jüdischen Wirklichkeitsverständnis zur Zeit Jesu hatte sowohl Gott als auch die Menschen Handlungs- und Wirkungsfreiheit. Beides schloß sich nicht gegenseitig aus. Ich glaube, daß Gott sich nicht aus unserer Welt zurückgezogen hat, sondern an ihrem Treiben teilnimmt und wir oftmals mit seiner Gnade in Berührung kommen. Diese Erlebnisse sind zeichenhaft – für uns sind es Hinweise auf das Handeln Gottes. Und sie sind wundersam – sie lassen uns staunen und wir wundern uns. Auf natürlichem Weg können wir sie nicht erklären. Solche Ereignisse umgaben Jesus.

Manche der Zeichen und Wunder Jesu waren dramatischer und öffentlicher (Speisung der 5.000, Sturmstillung, Totenerweckung), andere mehr privater Natur (Heilungen etc.). Jedes dieser Zeichen und Wunder war kreativ und einzigartig; sie lassen sich nicht auf eine Formel oder einen Mechanismus reduzieren. Dennoch haben sie einige Gemeinsamkeiten:

  • Es geht bei ihnen eher um Heilung als um Zerstörung (von der Verfluchung des Feigenbaums abgesehen).
  • Sie hängen in komplexer Weise mit Glauben zusammen. Manchmal geschehen sie als Antwort auf den Glauben von Menschen, in anderen Fällen sollen sie Glauben stimulieren. So scheinen sie Teil einer aufsteigenden Spirale des Glaubens zu sein.
  • Sie haben eine symbolische oder geheime Bedeutung. Beispielsweise weist die Heilung eines Blinden darauf hin, daß es darum geht, den Menschen zu helfen, „das Licht zu sehen“.
  • Meistens sagt Jesus zu den Menschen, sie sollen die Zeichen und Wunder nicht weitererzählen. Vielleicht hatte das etwas mit seiner Gesamtstrategie zu tun, und er wollte, daß es unter der Oberfläche blubbert und rumort.
  • Sie sind nicht selbst der Punkt. Wie Hinweisschilder zeigen sie auf das, worum es wirklich geht.

Was geht da vor sich, wenn kranke Menschen plötzlich und unerklärlich gesund werden, wenn es Gerüchte gibt, daß ein Sturm plötzlich still wurde, wenn Wahnsinnige vernünftig und Hungrige satt werden und sogar Tote auferstehen?

Die Zeichen und Wunder Jesu machen deutlich, daß das Reich Gottes hier und jetzt ist. Sie bahnen einen Weg für den Glauben an etwas Neues, Unvorhergesehenes, bis dato für unmöglich Gehaltenes. Sie erzählen uns, daß Gott, der gute König, gegenwärtig ist. Das Reich Gottes ist hier und jetzt in unserer Mitte – für diejenigen, die Augen zu sehen und Ohren zu hören haben. Mitten im alltäglichen Chaos und Tumult ist der König anwesend, und er bringt Heilung, Erkenntnis, klare Sicht, Befreiung, Ganzheit, Ganzheitlichkeit, Bewegung, Gesundheit, Fülle, Nahrung, Verstand und Balance. Die Invasion des Reiches Gottes hat bereits begonnen. Wir stehen einem sanftmütigen und barmherzigen Überfall gegenüber, wir werden bedroht von einem Reich des Friedens, der Heilung, der Vergebung und des Lebens.
Könnte die Botschaft Jesu deutlicher sein?

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[Secret Message] Kapitel 6 – Das Medium der Botschaft

5. Oktober 2007

[Dies ist der siebte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6. Das vorliegende Kapitel gehört zu Teil 2: »Die Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu«]

Das Herz der Lehre Jesus kommt auf dem Weg eines besonderen literarischen Genres zu uns: Dem Gleichnis. Jesus erzählt eine Abfolge solcher Gleichnisse in Matthäus 13 (parallel Lukas 8), die alle einige faszinierenden Gemeinsamkeiten haben. Erstens endet jedes mit dem Satz: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ – eine Aufforderung zum genauen Hinhören auf die tiefere Bedeutung. Zweitens enthält jedes Gleichnis etwas Verborgenes, das am Ende sichtbar wird: Samenkörner, Unkraut, ein Senfkorn, Hefe, ein Schatz, eine Perle, sowie gute und schlechte Fische. Drittens enthalten alle Gleichnisse ein überraschendes Element – eine überraschend große Senfpflanze, eine überraschende Antwort, was mit dem Unkraut getan werden soll, etc. Die Wahrheit liegt im Gleichnis verborgen, wir müssen nach seiner Bedeutung forschen – eine Bedeutung, die uns bei ihrer Ent-Deckung überraschen wird. Gleichnisse locken ihre Hörer auf neues Gebiet. Wenn das Ziel eine interaktive Beziehung ist, dann trägt ein Gleichnis dort den Sieg davon, wo einfache Antworten und offensichtliche Erklärungen dazu nicht in der Lage waren. So gehen Gleichnisse darüber hinaus, ihre Zuhörer nur zu informieren; Gleichnisse haben die Macht, ihre Hörer zu interaktiven, inerdependenten, demütigen, neugierigen und beharrlichen Menschen zu transformieren.

Warum hat Jesus in Gleichnissen gesprochen? Warum verhielt er sich subtil, indirekt und geheimniskrämerisch? Weil seine Botschaft nicht nur darauf abzielte, Informationen zu vermitteln. Es ging um etwas Wichtigeres: Die geistliche Umwandlung der Zuhörer. Die Gattung des Gleichnisses hilft dabei, ein Herz zu formen, das bereit ist, eine beständige, interaktive und vertrauensvolle Beziehung zum Lehrer einzugehen, neues Gebiet zu erkunden sowie sich demütig einzugestehen, daß es noch nicht verstanden hat und durstig genug ist, um Fragen zu stellen. Anders gesagt macht ein Gleichnis seine Zuhörer nicht zu Experten oder Allwissenden oder Gelehrten … sondern zu Kindern. Das übrigens ist es, was das Wort Buße meint – umzudenken, die Richtung zu ändern, zuzugeben, daß man falsch liegen könnte und über das eigene Leben nachzudenken.

Menschliche Imperien schreiten durch Zwang und Gewalt voran, mit fallenden Bomben und fliegenden Geschossen, aber das Königreich Gottes kommt durch Geschichten voran, durch Fiktion, durch Erzählungen, die sich leicht ignorieren und falsch verstehen lassen. Vielleicht ist das der einzig mögliche Weg.

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Wenn ich keine Ohren hätte, würd‘ ich jetzt im Kreis ‚rum grinsen!

5. Oktober 2007

Hurra, hurra, die Fans von Olympique Lyon haben ihr Kartenkontingent für’s Ausswärtsspiel beim VfB Stuttgart nicht ausgeschöpft und 1.500 Karten wieder zurückgeschickt. Diese hat der Fußballverein meines Herzens im freien Verkauf zugänglich gemacht, so daß mein Freund Andreas sich heute überreden ließ, nach Benztown zu fahren und uns zwei Karten zu kaufen. Hurra, hurra, es hat geklappt, ich werde ein Spiel der ChampionsLeaugue live im Stadion erleben! Normalerweise werden die Karten für Heimspiele des VfB in der CL unter Mitgliedern des Vereins und der offiziellen Fanclubs verlost, was ich beides nicht bin. Danke nach Lyon für’s Zurückschicken der Tickets, Ihr habt dem Onkel DoSi eine gigantische Freude gemacht – und übrigens ist die Saison in der CL noch nicht vorbei und die Jungs in den weißen Trikots mit dem roten Brustring sind auch noch nicht ausgeschieden… Schön, das.

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[Secret Message] Kapitel 5 – Die verborgene Botschaft Jesu

5. Oktober 2007

[Dies ist der sechste Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5. Das vorliegende Kapitel gehört zu »Teil 1 – Ausgrabung: Unter der Oberfläche schürfen, um die Botschaft Jesu zu enthüllen«]

Die öffentliche Verkündigung Jesu hat mir ein Gefühl für die Kontur und die Auswirkung seiner Botschaft gegeben, aber seine privaten Gespräche, die meist infolge seiner öffentlichen Verkündigung zustande kamen, haben mir im selben Maße die Tür zur Botschaft vom Königreich geöffnet. Die Begriffe ewiges Leben, Leben in Fülle und schlicht Leben aus dem JohEv geben uns eine Vorstellung davon, was Jesus mit dem „Reich Gottes“ meint: Ein Leben, das sich von dem Leben, das die Leute in diesen Tagen leben, radikal unterscheidet, ein volles und überfließendes Leben, ein höheres Leben, dessen Kern in einer interaktiven Beziehung zu Gott und zu Jesus besteht – oder schlicht „ein außerordentlich erfülltes Leben mit der Beziehung zu Gott im Kern“.

Wenn Jesus zu Nikodemus sagt, er müsse von Neuem geboren werden, dann meint er damit, daß Nikodemus wieder klein und aufnahmefähig wie ein Kind werden muß, um alles, was Jesus ihm beibringen will, ganz neu lernen zu können. Wenn Jesus zur Samariterin über lebendiges Wasser spricht, dann ist das eine weitere Metapher für „erfülltes Leben“, für das Reich Gottes. Aber was bedeutet das? Von einem Gespräch zum anderen wehrt sich Jesus dagegen, offen oder direkt zu sein. Es gibt kaum eine Frage, die er direkt beantwortet, ohne eine Gegenfrage zu stellen oder eine Geschichte zu erzählen oder so viel Bildersprache zu verwenden, daß sich wieder unzählige Fragen stellen.

Warum verbirgt Jesus seine Botschaft? Warum geht er das Risiko ein, mißverstanden zu werden? Was würdest Du auf diese Fragen antworten? Und in welcher Verbindung stehen Deine Antworten zu Deiner momentanen Erfahrung? Was haben sie mit mir zu tun, der ich diese Zeilen schreibe? Versuche ich, offen zu sein? Direkt? Oder verborgen? Oder beides? Welchen Unterschied macht das?

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Free Burma

4. Oktober 2007

Free Burma 06
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[Secret Message] Kapitel 4 – Die revolutionäre Botschaft Jesu

4. Oktober 2007

[Dies ist der fünfte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3|4. Das vorliegende Kapitel gehört zu »Teil 1 – Ausgrabung: Unter der Oberfläche schürfen, um die Botschaft Jesu zu enthüllen«]

Im Herzen von allem ist eine Geschichte. Es beginnt mit der Schöpfung. Danach kommt die Krise, als Adam und Eva, die in Gottes Bild erschaffen waren und in einer ursprünglichen und natürlichen Beziehung zu Gott gelebt hatten, sich von Gott trennen und die Grenzen, die der Schöpfer ihrer Freiheit gesetzt hat, abweisen. Die Epoche Berufung besteht darin, daß Gott Abraham und seine Nachkommen als besonderes Volk dazu beruft, Gott zu kennen und seinen Segen weiterzugeben. Später ist dieses Volk in der Gefangenschaft, aus der Gott es durch Mose herausführt und ihnen das Gesetz, die Torah gibt – eine weise Art zu leben, welche sowohl die Einzelpersonen als auch die ganze Volksgemeinschaft prägen und ihre Würde wiederherstellen wird, so daß sie ihren Zweck, der Schöpfung Heilung zu bringen, ausführen können. Priester, Propheten, Poeten, Philosophen und politische Leitfiguren führen über die Generationen hinweg das Gespräch mit und über Gott und über ihre spezielle Beziehung – ihren Bund – mit Gott. Diese vierte Episode könnte Konversation, Bund oder vielleicht Konflikt genannt werden, weil das Bleiben in der Treue zu Gott heftigen Kampf mit inneren und äußeren Feinden mit einschließt. Über die Blütezeit unter König David, Bürgerkrieg und die Trennung in Nord- und Südreich kommt es zur Eroberung des Nordreiches durch Assyrien. Die Elite des Südreiches wird ins babylonische Exil verschleppt und lebt nach ihrer Rückkehr unter persischer, griechischer und römischer Fremdherrschaft.

Jesus wächst in dieser Geschichte auf, sieht jede Epoche in seiner eigenen Zeit zusammenkommen und versteht seine eigene Berufung in Bezug auf die erwähnten Helden. Er ist der neue David, der König, dessen Reich anbricht. Er ist der neue Mose, der dem Volk ein neues Gesetz gibt. Er ist der neue Abraham, der sich zwölf Jünger beruft und diese in alle Nationen entsendet. Er ist der neue Adam, für den es in Bezug auf Rassen, religiöse Orientierung, Moral, ethnische Herkunft oder sozialen Status keine Schranken mehr gibt und der die Menschen zusammenbringt. Er identifiziert sich mit Gott, indem er heilt, Tote auferweckt, Dämonen austreibt, Ungerechtigkeit konfrontiert, sich mit Gott einsmacht und behauptet, daß Gott durch ihn eine neue Weltordnung, eine neue Welt, eine neue Schöpfung hervorbringt. Das sind die grundlegenden, störenden, inspirierenden, Furcht einflößenden, hoffnungsvollen Worte und Werke eines Revolutionärs, der den Status quo auf jede erdenkliche Weise umzustürzen versucht.
Sein Königreich schreitet langsam vorwärts, ruhig, unter der Oberfläche, wie Hefe im Teig, wie Saat in der Erde. Es schreitet mit Glauben vorwärts: Wenn die Menschen daran glauben, daß es wahr ist, dann wird es wahr. Und es schreitet mit versöhnender, vergebender Liebe vorwärts: Wenn die Menschen Fremde und Feinde lieben, dann gewinnt dieses Reich an Boden.

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[Secret Message] Kapitel 3 – Die jüdische Botschaft Jesu

2. Oktober 2007

[Dies ist der vierte Post über Brian McLaren’s Buch The Secret Message of Jesus: Uncovering the Truth that Could Change Everything. Die Vorgänger: 1|2|3. Das vorliegende Kapitel gehört zu »Teil 1 – Ausgrabung: Unter der Oberfläche schürfen, um die Botschaft Jesu zu enthüllen«]

Priester waren für das regelkonformen Gang des alltäglichen und alljährlichen religiösen Lebens des Judentums verantwortlich. Sie sorgten dafür, daß alle Feier- und Fasttage mit Opfern etc. traditionsgemäß abliefen. Was geschah, wenn die Priester zwar sicherstellten, daß das religiöse Leben der Nation wie eine gut geölte Maschine funktionierte, aber die Treue zu den Ritualen die Menschen für soziale Ungerechtigkeit und geistliche Halbherzigkeit blind machte? In solchen Fällen würde ein Prophet aufstehen und dem Volk klarmachen, daß Gott über die äußerliche religiöse Observanz entrüstet ist, die so ganz ohne herzliche Aufrichtigkeit und Hingabe an soziale Gerechtigkeit und praktische Barmherzgkeit für die Armen und Schwachen vor sich hin plätschert. Im Gegensatz zu den Priestern, die offiziell in ihren Dienst eingesetzt wurden und spezielle Kleidung trugen, besaßen Propheten für ihren Dienst keine formale Qualifikation – nur ihre sich selbst authentifizierende Leidenschaft und moralische Substanz. Wie man aufgrund der Tatsache, daß sie den Status quo durcheinanderbringen wollten, vielleicht vermuten kann, war ihr Leben und ihre Wortwahl zwingend unorthodox, beunruhigend und manchmal schockierend.

Im traditionellen Sinn war Jesus kein legitimer Priester. Aber er war ein Prophet, der aus der Verborgenheit aufstand und eine schockierende, beunruhigende, unerwartete, aufrührerische Botschaft hatte. Interessanterweise war die Botschaft Jesu von der Königsherrschaft Gottes reich an mindestens vier Aspekten, für welche die Propheten seit Jahrhunderten ihre Stimme erhoben hatten.
Erstens setzte sich Jesus wie viele Propheten für die Armen, die Schwachen, die Vergessenen, die Abgelehnten und die Außenseiter ein.
Zweitens betonte Jesus in starkem Nachklang der prophetischen Tradition die innere Wahrhaftigkeit des Herzens und nicht nur äußere Konformität.
Drittens sprach Jesus wie die Propheten vor ihm vom kommenden Gericht über Ungerechtigkeit und Heuchelei.
Der vierte Aspekt ist besonders wichtig: In Jesus fand die prophetische Botschaft von der Möglichkeit und dem Kommen einer neuen Weltordnung ihr Echo und wurde noch intensiviert. Ich glaube daß Jesu Botschaft vom Reich Gottes in diesem vierten Kontext, der in Wirklichkeit die anderen beinhaltet und verbindet, besonders deutlich wird. Ein neuer Tag kommt – eine neue Erde, eine neue Weltordnung, eine neue Wirklichkeit, ein neues Reich – kurz gesagt, ein neues Königreich. In dieser neuen Wirklichkeit werden die Armen und Abgelehnten angenommen und wertgeschätzt und in die Gemeinschaft zurückgeholt werden. In dieser neuen Zeit wird das zählen, was im Herzen ist – nicht nur das, was äußerlich vorgegeben wird. Das Böse in all seinen Formen wird entblößt, beim Namen genannt und abgefertigt werden. In diesem neuen Königreich werden Gerechtigkeit, Integrität und Friede den Sieg davontragen.

Jetzt kommt der Skandal: Jesus spricht nicht bloß von diesem neuen Reich, sondern er sagt, daß es da ist, ergriffen werden kann, daß an seine Tür geklopft werden kann – nicht nur irgendwann in der Zukunft, sondern hier und jetzt. Hier und jetzt! Warum ist das in den Augen seiner Zeitgenossen ein Skandal? Die Proklamation Jesu erscheint so unreif und unpraktisch, daß sie komplett unrealistisch zu sein scheint. Schlimmer noch: Die Proklamation Jesu bedroht den Status quo, etwas, das vielleicht die Armen und Unterdrückten anspricht, aber unter den gut Betuchten und Mächtigen keinen Enthusiasmus hervorrruft. Am Schlimmsten: Die Proklamation Jesu eröffnet den Führern der Nation und den Häuptern des religiösen Establishments, daß sie vom Weg abgekommen sind, ihre Identität vergessen und sich als untreu gegenüber Gott erwiesen haben.

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Everything Must Change: Alan Roxburgh interviewt Brian McLaren

2. Oktober 2007

Zur Einstimmung auf die Studientage und das Forum von Emergent Deutschland mit Brian McLaren blogge ich zur Zeit über dessen Buch The Secret Message of Jesus. Nach dem Ende dieser Serie werde ich über Everything Must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope schreiben – Brian’s aktuelles Werk, das voraussichtlich am 05.10. in Deutschland erscheinen wird.

Mclaren Everything Must Change

Zur Einstimmung empfehle ich ein Interview, welches Alan Roxburgh mit Brian geführt hat. Direkt zum ersten Video dieses Interviews oder zu Alan’s Gedanken über Brian.

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Antiamerikanismus und Entwestlichung in Deutschland

1. Oktober 2007

Da ich gerne gegen den Strom der Blogosphäre schwimme, verweise ich heute einmal auf den Essay Deutschlands langsamer Abschied vom Westen von Jaques Schuster in der Welt.

Er schreibt u.a.: Die meisten Deutschen »betrachten die Vereinigten Staaten als ein Land kriegslüsterner Umweltsünder, die in falscher Frömmigkeit die Erde zu ihren imperialistisch-kapitalistischen Ideen bekehren wollen. Wer nicht spurt, landet in Guantánamo. (…) Immer mehr Deutsche halten nichts von den USA, beobachten das Auseinanderdriften mit Freude und lauschen missmutig, wenn jemand sie an die amerikanische Rolle bei der Befreiung Europas erinnert. Zuweilen scheint es sogar, als hätten die heutigen Generationen den Amerikanern den Sieg 1945 nicht verziehen. Sie ärgern sich über die europäische Abhängigkeit von Amerika und stellen die eigene Schwäche gleichzeitig als moralische Stärke heraus. In ihrem Weltbild steht Deutschland als Insel der Tugend da, und nur ihre Bewohner wüssten, wie sich Schwerter zu Pflugscharen schmieden lassen. Die Debatten über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan belegen es. Mittlerweile ist der Antiamerikanismus eine feste Größe in der deutschen Gesellschaft geworden. Seit Gerhard Schröders Attacken auf die angeblich so hitzköpfigen Amerikaner hat er sich durch die Bevölkerungsschichten gefressen. Besorgniserregend daran ist, dass vielen Deutschen trotz der jahrzehntealten Westbindung noch immer das Bewusstsein fehlt, wo sie stehen in der Welt.«

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