Der Sämann

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Döner macht schöner!

Archiv für August, 2007

Ich bin für den Bundestrojaner

31. August 2007

Wollte ich einfach mal nur so gesagt haben. An jeder Ecke wird Stimmung gemacht – die Bösen, die uns nur ausspionieren wollen. Warum müssen »die von der Regierung« immer gleich die Bösen sein? Ich freue mich darüber, daß es diese Debatte gibt. Es wird Demonstrationen geben, Menschen werden auf die Straße gehen, Blog-Artikel, Zeitungskolummnen etc. werden verfaßt werden, es wird im Parlament diskutiert – Hurra! In anderen Ländern werden sicherlich die PCs schon lange ausspioniert. Bei uns passiert das nicht heimlich, sondern es wird öffentlich darüber diskutiert. Und wenn uns das die Möglichkeit gibt, große Verbrechen abzuwehren, warum denn nicht? Glaubst Du wirklich, »die« (wer immer »die« auch sein sollen – Wolfgang Schäuble vielleicht?) werden Deinen Rechner ausspionieren, alle geheimen Dokumente lesen etc.? Es ist kein großes technisches Problem, Dein Telefon abzuhören. Wovor hast Du also Angst? Ist denn jetzt Wolfgang Schäuble der Antichrist? Aber Du glaubst doch gar nicht an die Finale-Trilogie.. Warum immer diese Verschwörungstheorien?

Subjektiv und spontan. Du darfst gerne widersprechen. Aber für mich sind »die« immer noch tendenziell die Guten 😉

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Hat jemand Erfahrungen mit Parallels 3.0?

30. August 2007

Ich überlege gerade, von der letzten 2er-Version auf Parallels 3.0 umzusteigen. In der Windows-Partition arbeite ich mit Vista und Office 07. Hat jemand Erfahrungen? Was ist der große Unterschied? Lohnt sich das Upgrade?

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Barcelona, Lyon, Glasgow Rangers!

30. August 2007

Oh Junge, das wird ne ChampionsLeague-Saison!

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[Wegmarken] Josua 17 – Wachstum durch Herausforderung

30. August 2007

Das Land, welches der zweiten Hälfte des Stammes Manasse westlich des Jordans zufällt, wird verteilt. Machir, der Erstgeborene Manasses, erhält Gilead und Baschan, »denn er war ein Kriegsmann«. Zelofhad aus dem Stamm Manasse hatte keinen Sohn, weshalb Gott seinen Töchtern ein eigenes Erbteil versprochen hatte, was diese jetzt bei Josua einfordern und auch erhalten. Die Stämme Ephraim und Manasse beschweren sich darüber, daß ihr Territorium zu klein sei und die benachbarten Kanaaniter zu stark. Josua trägt ihnen auf, die umliegenden Wälder zu roden und die Kanaaniter zu vertreiben.

Gott kümmert sich um die Starken und die Schwachen, das lese ich aus diesem Kapitel heraus:

  • Die Töchter Zelofhads kommen zu ihrem Recht, auch sie werden versorgt, sie müssen sich nicht direkt an einen Mann hängen.
  • Machir, der Krieger, und die Stämme Ephraim und Manasse an sich werden vor Herausforderungen gestellt: Sie müssen sich ihr Land erst durch Kampf und Arbeit erwerben. Natürlich erfüllt Gott sein Versprechen, indem er ihnen das Land zuweist. Aber sie sind auch selbst aktiv gefordert. Ist das nicht oft so, wenn Gott uns unseren Weg offenbart? Das Land, in dem Milch und Honig fließt, steht uns zwar offen, doch haben wir auch unseren Teil beizutragen. Mich erinnert dieser Gedanke an den schönen und empfehlenswerten Film Evan Allmächtig. Dort sagt Morgan Freeman sinngemäß: „Wenn Sie Gott um Geduld bitten, glauben Sie dann, daß er Sie dann sofort mit Geduld segnen wird? Oder wird er Sie nicht vielmehr in Situationen stellen, in denen Sie Geduld lernen können? Und wenn Sie Gott um mehr Zusammenhalt in der Familie bitten, könnte es dann nicht sein, daß er Sie in eine herausfordernde Situation stellt, in der Sie als Familie einfach zusammenhalten müssen?“ Ich glaube, daß Gott meine Gebete desöfteren auf solche Weise erhört hat.

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Ob Dich der missionale Virus angesteckt hat…

29. August 2007

… erfährst Du hier auf Larry Chouinard’s Blog »Spiritual Conversations«. Larry listet dreizehn Indikatoren; hier einige derer, mit denen ich mich spontan am stärksten identifiziert habe:

Du hast missionale Tendenzen, wenn…

1. Du mehr über’s Reich Gottes redest als über Deine Ortsgemeinde.

3. Du auf dem Parkplatz mehr Gemeinschaft erfährst als in der Kirchenbank.

4. Du beim Verlassen eines Gottesdienstes desöfteren gedacht hast: „Irgendwie muß da mehr gehen…“

8. Du Dich fragst, was Gott eigentlich an den sechs anderen Tagen der Woche macht.

10. Du in der Vergangenheit den Drang verspürt hast, zum Pfarrer auf die Kanzel zu steigen, um eine andere Sichtweise zu präsentieren.

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In Wahrheit bloggt hier Anselm

29. August 2007

Andrew Jones hat heute auf ein Quiz hingewiesen, das offenbaren soll, welchem Theologen der sich Testende am nächsten steht. Faszinierenderweise kam bei mir Anselm raus, obwohl ich dessen Satisfaktionstheorie für außerordentlich einseitig halte. Außerdem sind seine Haare zu kurz… Vielleicht sollte ich mich mal mit dem beschäftigen, was der gute Mann sonst noch so geschrieben hat. Interessant ist einerseits der große Abstand zwischen Anselm und Augustinus, andererseits die vier Jungs, die punktgleich den zweiten Platz belegen. Auch sollten diejenigen, die selbst mich noch für einen Liberalen alter Schule halten, sich mal ansehen, wer im Quiz die beiden letzten Plätze belegt 8)

You scored as Anselm, Anselm is the outstanding theologian of the medieval period.He sees man’s primary problem as having failed to render unto God what we owe him, so God becomes man in Christ and gives God what he is due. You should read ‚Cur Deus Homo?‘

Anselm
 
73%
Karl Barth
 
60%
Jürgen Moltmann
 
60%
John Calvin
 
60%
Martin Luther
 
60%
Charles Finney
 
47%
Jonathan Edwards
 
47%
Augustine
 
40%
Friedrich Schleiermacher
 
40%
Paul Tillich
 
27%

Which theologian are you?
created with QuizFarm.com

So viel zu mir. Jetzt Du!

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»New Perspective« Revisited

27. August 2007

Vor einiger Zeit hatte ich Gedanken zur neuen Paulusperspektive mit der Frage nach einem blinden Fleck in der evangelischen Theologie eingeleitet und etwas später dann eine Blogserie Scot McKnigths zur »New Perspective« übersetzt und zusammengefaßt.

Falls Du die Diskussion nicht verfolgt hast, finden sich hier weitere Stimmen zum Thema:

  • Peter leidet an der augustinischen Sünden- und Gnadenlehre und zitiert einen älteren Post von Scot über die „Grace Grinders“
  • Simon faßt ältere Notizen zu einem erhellenden Aufsatz von Christian Strecker zusammen
  • Ron vom Theoblog setzt sich direkt mit der Serie von Soct McKnight auseinander. Darüber hinaus finden sich bei ihm auch Links zu MP3s eines englischsprachigen Vortrages von Peter Stuhlmacher. In Teil 1 und Teil 2 erläutert Stuhlmacher seine (eher traditionelle) Sicht von »Justification According to Paul«, im kurzen dritten Teil setzt er sich direkt mit der NP (v.a. Stendahl, Sanders und Dunn) auseinander.

Sämann’sches (Zwischen-)Fazit:
Ich selbst habe bislang nur aus zweiter bzw. dritter Hand über die NP gelesen. Und ich habe den Verdacht, daß auch in dieser Diskussion das bekannte Problem vorherrscht: Der jeweils Andere wird vereinfacht dar- und seine Schwachpunkte übertrieben herausgestellt. Von meinem Verständnis des Alten Testaments her habe ich „das Judentum“ immer als Gnaden- bzw. Bundesreligion verstanden: Aus freiem Gnadenentschluß wendet sich Gott Israel zu, macht es zu seinem Volk und gibt ihm die Torah als Anleitung zum Leben-mit-Gott. Erst die Gnade, dann der Gehorsam, den ich als Bundestreue verstehe. Erst die Annahme durch Gott, dann die Werke des Menschen. Diese Reihenfolge bleibt im Neuen Testament erhalten. Der entscheidende Unterschied: Im Leben des Christen ist die Macht der Sünde zwar noch vorhanden – aber ent-machtet, aus dem steinernen Herzen ist ein fleischernes Herz geworden, in welches Gott seinen Willen/seine Idee vom Leben geschrieben hat. Wer an/in Jesus bleibt, wird vom Heiligen Geist, der in sein Inneres ausgegossen ist, transformiert, Christus gleichgestaltet und die Frucht des Geistes wächst heran. Aus dieser Frucht entstehen Werke. Ohne diese ist der Glaube tot. Und diese Werke werden im (End-)Gericht eine Rolle spielen – ver-urteilt wird kein Christ (denn Gerechtigkeit kommt durch Christus) – be-urteilt wird hingegen jeder Christ gemäß seiner Werke.

Was mich noch interessieren würde…
Damit habe ich meine (bislang noch sehr traditionellen) Karten auf den Tisch gelegt. Allerdings ist meine Position (insbesondere der Satz vom Endgericht) sehr dehnbar… Was denkst Du? Und – eine weitere Frage an die NP-Insider – warum höre ich von den Kritikern der NP soviel über das jüngste Gericht und sowenig über das diesseitige Leben – und warum ist das bei ihren Vertretern genau umgekehrt? Ich jedenfalls lese in der paulinischen Briefliteratur und den Predigten des Paulus in der ApG a) vom Gericht und b) vom Leben im Diesseits. Und warum ist es heute offensichtlich nicht mehr angebracht, davon zu reden, daß Gott den „ganzen Erdkreis richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, Jesus Christus“? Was in den Predigten der Apostelgeschichte einen so großen Stellenwert hatte, was in den Briefen und der Offenbarung immer wieder betont wird, lasse ich mir durch die Vertreter der NP nicht weginterpretieren – es sei denn, die Lektüre von Sanders und Dunn überzeugt mich 😉 Und warum wird es selbst in unseren post-evangelikalen Kreisen immer unattraktiver, im Namen Jesu über die Buße zur Vergebung der Sünden zu sprechen – obwohl Christus selbst seinen Jüngern diesen Auftrag gegeben hat (Luk 24,47)? Warum müssen wir immer gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, nur weil wir selbst gebrannte Kinder sind und leidvolle Evangelisationserfahrungen nicht wiederholen wollen?

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Mutter Teresa und die Zweifel im Glauben

26. August 2007

Im September erscheint ein Buch, das meinem Empfinden nach viel Diskussionsstoff bieten wird: Komm, sei mein Licht! Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta. Den Hinweis darauf verdanke ich einmal mehr Scot McKnight. Ein umfassender und empfehlenswerter Artikel hierzu findet sich in der »Time«.
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Manche vergleichen es schon mit Klassikern der »geistlichen Autobiographie« wie die ebenfalls sehr an’s Herz zu legenden Bekenntnisse von Augustinus oder Der Berg der sieben Stufen von Thomas Merton. Mich erinnert es allerdings an Johannes vom Kreuz‘ Dunkle Nacht der Seele. Man mag zu solcher Literatur stehen wie man will – ich erachte sie als Düngemittel für mein Leben-mit-Gott, auch wenn sie zur Individualisierung und Verinnerlichung der Beziehung zu Gott beitragen.
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Mutter Teresa – das Vorbild im Glauben
Viele sehen in Mutter Teresa ein leuchtendes Glaubensvorbild – eine Heilige, die sich in der Nachfolge Christi den Ärmsten und Geringsten zuwendete und ihnen diente.

Zuerst denken wir über Jesus nach – und dann gehen wir hinaus, um herauszufinden, wie er sich verkleidet hat.

Dieser Satz fand sich auf der Rückseite der Mai-Juni-Ausgabe von AufAtmen und hat sicher nicht nur mich zum Hinterher-Denken inspiriert. Mutter Teresa ist zum Sinnbild gelebten Christseins geworden, ihr selbstloser Dienst am Nächsten wurde Vorbild und Wegweisung für Millionen von Menschen weltweit. Zurecht wurde sie mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Mutter Teresa – von Zweifeln gepeinigt
Diese Überschrift mutet übertrieben an. Geradezu reißerisch. Ist sie aber nicht. Ein Jahrzehnt nach dem Tod Mutter Teresas erscheint nun »Komm, sein mein Licht«. Dabei handelt es sich um Briefe und private Aufzeichnungen, welche die Tote selbst immer vernichtet wissen wollte. Dennoch sind sie veröffentlich worden. Warum? Diese Schriften enthüllen Mutter Teresas Innenleben. Ihr innersten Kämpfe. Die zur Heiligen hochstilisierte Frau kämpfte ein halbes Jahrhundert lang gegen Glaubenszweifel an, die sie selbst die »Hölle« nannte. Jesus bezeichnete sie als »den Abwesenden«. Den Zustand ihrer Seele empfand sie als »Trockenheit«, »Dunkelheit«, »Einsamkeit«, »Folter«. Mutter Teresa ging von einem Beichtvater oder Seelsorger zum Nächsten. Die Zweifel, die sie peinigten, wurde sie jedoch offensichtlich nie los. Die »dunkle Nacht der Seele« dauerte Jahrzehnte lang an.

Vom Umgang mit dem Zweifel
Wie geht man mit Zweifeln im Glauben um? Was sage ich dem, der zweifelt? Und wenn ich selbst nicht (mehr) glauben kann? Wenn ich selbst von Zweifeln gemartert werde? »Wer zweifelt, glaubt nicht richtig!«, so habe ich schon reden gehört. Aber auch die Negation dieses Satzes, »Wer nicht zweifelt, glaubt nicht richtig!« ist in meiner Gegenwart schon gefallen. Welcher Satz ist richtig? Welcher falsch? Ich weiß es nicht und will mich auch vor einer Antwort hüten. Statt dessen will ich die Frage nach dem Fundament des Glaubens stellen. Für manche gründet der Glaube in der Schrift. »Weil’s in der Bibel steht.« »Aber«, so wird ein Zweifelnder fragen, »woher weiß ich denn, daß das stimmt, was in der Bibel steht?« Andere wiederum sehen das Fundament ihres Glaubens in ihrer Biographie: »Ich habe Gott erlebt«. »Aber«, so wird eine Zweifelnde sagen, »woher weiß ich denn, daß ich mir das nicht alles eingebildet habe?«

Eine Anfrage an die zeitgenössische (»Lobpreis«-)Frömmigkeit
Ein Problem sehe ich in den gefühlsbetonten Texten mancher Lobpreislieder. Unfaßbar, wie die Beziehung zu Gott romantisiert wird. Wie die »Lobpreiszeit« danach bewertet wird, was ich dabei subjektiv empfunden habe. Gut war es, wenn ich Gott »gespürt« habe. Ihm »begegnet« bin. Ihn »erlebt« habe. Welch eine Perversion! Und wie schrecklich für diejenigen, die Gott nicht »begegnen«, ihn nicht »spüren«, ihn nicht »erleben«. Keine Frage, ich liebe es, die Berührung Gottes – auf welche Weise auch immer – wahrzunehmen. Und will mich nach ihr ausstrecken. Aber kann das alles sein? Ist mein Glaube nur dann gesund, wenn ich Gott »spüre«? Nein, das glaube ich nicht.

Ende mit einem Doppelpunkt
Was ich hier äußere, sind unfertige Gedanken. Darum nagele mich bitte nicht darauf fest. Ich liebe es auch, in Diskussionen immer erst mal die Gegenposition zum Anderen zu übernehmen. Darum sind das hier unfertige Gedankensplitter. Mein Glaube fußt auf der Schrift. Ich glaube viele Dinge einfach nur deshalb, weil sie in der Bibel stehen. Und ich glaube der Bibel deshalb, weil ich das subjektive Empfinden habe, daß Gott sich mir offenbart hat, weil ich ihn erlebt habe. Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, daß ich der Bibel vertrauen kann. Darum glaube ich, daß alles, was in der Bibel steht, so drin steht, wie Gott es haben wollte, und daß alles, was in der Bibel berichtet wurde, historisch so geschehen ist, wie es in der Bibel steht. Warum ich das glaube? Weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, daß das Gesamtzeugnis der Bibel dafür spricht. Warum ich dem Gesamtzeugnis der Bibel glaube? Nun, weil ich Gott subjektiv erfahren habe… Die Katze beißt sich in den Schwanz. Ist das intellektuell redlich? Mir doch egal! Ist das eine Antwort, die für Dich funktioniert? Keine Ahnung. Ist das postmodern? Was soll’s… Ich kann mit Jesaja von meinem Schöpfer sagen: »Fürwahr, Du bist ein verborgener Gott, Du Gott Israels« (Jes 45,15) und ich kann zur selben Zeit mit David sagen: »Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.« (Ps 131) Gleichzeitig sage ich mit Hiob: »Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.« (Hi 42,5) Ich freue mich auf das Buch von Mutter Teresa und bin froh, daß diese Schriften veröffentlicht wurden. Wahrhaft geistliches Schwarzbrot, das wohl lange gekaut werden muß.

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[Wegmarken] Josua 16 – Das Land Ephraims

23. August 2007

Das Land, das den Nachkommen Josephs zufällt, wird umrissen und dann auf das Gebiet Ephraims näher eingegangen sowie dessen exakte Grenzen beschrieben. Eine Besonderheit wird erwähnt: „They did not, however, drive out the Canaanites who lived in Gezer; so the Canaanites have lived within Ephraim to this day but have been made to do forced labor.“

  • Auch beim Territorium Ephraims werden die genauen Grenzen festgehalten – die Verheißung Gottes erfüllt sich nicht irgendwie nebulös, sondern konkret, spezifisch und meßbar
  • Der Fall mit den Einwohnern Gezers erinnert mich daran, daß es gut ist, Projekte zu beenden und nicht in halbfertigem Zustand zu lassen
  • Ein zweiter Gedanke: Aus Feinden werden Zwangsarbeiter: Aus der heutigen Sicht ist das nicht schön, aber in meinem persönlichen Leben lohnt sich das Nachdenken darüber, welche von mir empfundenen Ärgernisse mir dienstbar und damit fruchtbar gemacht werden können

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[Wegmarken] Josua 15 – Das Land Judas / Kaleb nimmt Hebron ein

22. August 2007

In diesem Kapitel wird mit exakten geographischen Grenzen das dem Stamm Juda zugeloste Land beschrieben und die Namen aller Städte Judas wiedergegeben.

  • Wieder einmal wird alles genau und exakt festgehalten und so die konkrete Erfüllung der Verheißung Gottes dokumentiert. Zu einem Streit unter den Stämmen kann es nicht kommen, da alle Grenzen detailliert notiert werden.

Kaleb erhält das ihm versprochene Hebron mit Umgebung, wo er die einheimischen Riesen besiegt. Dem Eroberer der Stadt Kiriath-sepher verspricht er seine Tochter Achsah zur Frau. Kalebes Neffe Othniel macht das Rennen. Achsah erbittet von ihrem Vater noch ein Feld mit Wasserquellen, da sie mit ihrem Mann in der Wüste Negev wohnen wird. Kaleb gewährt ihr diese Bitte.

  • der alte Mann besiegt die Riesen – Gott belohnt Treue und Ausharren
  • daß Othniel seine Kusine heiratet, ist in der damaligen Zeit nichts Besonderes und bleibt im Text ohne Wertung
  • Achsah erhält von ihrem Vater auf ihre Bitte hin Wasserquellen in der Wüste. Sollte das bei unserem Vater anders sein?

Das Kapitel schließt mit einer Randbemerkung: Das Volk des Stammes Juda konnte die Jebusiter nicht aus Jerusalem vertreiben: „So the Jebusites live with the people of Judah in Jerusalem to this day.“ Für die Datierung des Buches Josua ein interessanter Vers. Dieser Text muß also vor der Zeit Davids niedergeschrieben worden sein.

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[Wegmarken] Josua 14 – Das Westjordanland / Kaleb erhält Hebron

21. August 2007

Die Kapitel 14-21 widmen sich der Verteilung des Westjordanlandes an die neuneinhalb Stämme. Die Zuteilung durch das Los nehmen Josua und der Priester Eleasar vor. Ab sofort werden die Nachfahren der Söhne Jospehs, Ephraim und Manasse, als zwei separate Stämme gezählt. V. 5 betont nochmals, daß die Aufteilung des Landes unter die Stämme ein Gebot Gottes war.
Der hauptsächliche Teil dieses Kapitels widmet sich allerdings Kaleb. Dieser erinnert Josua daran, daß Mose ihm, weil er einstmals als Kundschafter treuen Bericht erstattet hatte, denjenigen Teil des Landes versprochen hatte, den er ausgespäht hatte. Kaleb bezeugt:

And now, as you see, the Lord has kept me alive, as he said, these forty-five years since the time that the Lord spoke this word to Moses, while Israel was journeying through the wilderness; and here I am today, eighty-five years old. I am still as strong today as I was in the day that Moses sent me; my strength now is as my strength was then, for war, and for going and coming. So now give me this hill country of which the Lord spoke on that day; for you heard on that day how the Anakim were there, with great fortified cities; it may be that the Lord will be with me, and I shall drive them out, as the Lord said.

Josua segnet Kaleb und weist ihm Hebron zu, die Stadt des größten Riesen jener Tage, „because he whole-heartedly followed the Lord, the God of Israel.“

Wow. 45 Jahre des Wartens sind vorbei. Das Ausharren hat sich gelohnt. Das Versprechen wird eingelöst. Und Kaleb steht mit 85 noch voll im Saft. Im Reich Gottes gibt es keinen Ruhestand, keinen Rückzug auf’s Altenteil, kein Salatstechen in Nizza. (Man denke auch an Cäsar mit der Gießkanne in „Asterix erobert Rom“…) In jeder Lebenssituation gilt es, sich der Mission Gottes anzuschließen mit dem, was uns zur Verfügung steht. Im Fall Kalebs war das offensichtlich noch eine ganze Menge.

Übrigens: Was die Mission Gottes anbelangt, hat Toby eben schön Gesellschaftstransformation definiert. Dafür lohnt das Engagement.

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[Wegmarken] Josua 13 – Erbe und Lebens-Raum

20. August 2007

„Now Joshua was old and advanced in years“. Vieles von dem Land war aber noch nicht eingenommen, darunter das der Philister. Gott verheißt: „I will myself drive them out before the Israelites; only allot the land to Israls for an inheritance as I have commanded you.“ Damit erhält Josua den Auftrag, das Land westlich des Jordans unter den neun Stämmen und dem halben Stamm Manasse aufzuteilen. Ruben, Gad und die andere Hälfte Manasses hatten sich ja bereits im Ostjordanland niedergelassen. Deren Gebiet wird nochmals detailliert beschrieben (inklusive aller Grenzen). Besonders hervorgehoben wird der Stamm Levi: Dieser Stamm erhält nur Städte mit Weideland, aber kein eigenes Stammesgebiet. Gott selbst ist das Erbe Levis.

  • Auch wenn die Schlacht geschlagen und der Krieg gewonnen ist, gilt es, das Land vollends einzunehmen. Gott gibt die Verheißung dazu. Wieder werde ich an Röm 6-8 erinnert.
  • Gott schenkt Raum zum Leben. Konkreten, physischen Raum. Vor anderthalb Jahren hätte ich im Traum nicht daran gedacht, ohne Mietkosten in einem eigenen Haus zu wohnen. Mittlerweile habe ich mich fast schon daran gewöhnt. Trotzdem: Es ist der Hammer – Danke!
  • Gott selbst ist das Erbe Levis. Zu Abraham sagt Gott: „Ich bin Dein sehr großer Lohn“. Wir sind „Erben Gottes und Miterben Christi“. Was kann es bedeuten, »Gott zu erben«?

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Emergent Deutschland ist online!

17. August 2007

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Dann schnell auf die Website!
Emergent Forum 2007

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Paulus in neuer Perspektive

13. August 2007

[Nachdem ich vor einer Woche nach einem blinden Fleck in der evangelischen Theologie gefragt und auf Scot McKnight’s Serie über die »New Perspective on Paul« hingewiesen habe, hat Scot seine Reihe mittlerweile beendet. Ich möchte seine Gedanken an dieser Stelle auf deutsch zusammenfassen. (Wenn Du jeweils auf die erste Hälfte der Überschrift „Teil X“ klickst, landest Du bei Scot’s originalem Post. Für Interessierte empfehle ich die Diskussion in den Kommentaren bei Scot.)]

Teil 1Alles beginnt mit E. P. Sanders
Abgesehen von den Forschungen zum historischen Jesus (über die Scot, hurra, hurra! gerade eine neue Serie angefangen hat) handelt es sich bei der »New Perspective on Paul« um die bedeutendste Entwicklung in der biblischen Forschung innerhalb der letzten 50 Jahre. Alles beginnt mit dem 1977 veröffentlichten Paul and Palestinian Judaism von E.P. Sanders.
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Die Kernaussagen von Sanders waren:

  • Das Judentum war keine „Religion der Werke“, wo Anerkennung bei Gott dadurch erreicht wird, daß man genügend Punkte sammelt. Paulus‘ Aussagen über die Juden so zu verstehen , heißt, sie mißzuverstehen.
  • Das Judentum zu einer „Religion der Werke“ zu machen, widerspricht der Ansicht jüdischer Gelehrter und der überwiegenden Mehrheit der antiken jüdischen Quellen. Eine solche Sichtweise entstammt den Problemen, die Luther mit der katholischen Kirche hatte und wurde im Nachhinein auf Paulus übertragen.
  • Das Judentum sah die Wurzel des Heils/der Erlösung (was wiederum ein christlicher Ausdruck ist) in zwei Motiven verwurzelt: In Gottes Erwählung und im Bund. Gott erwählte Israel, und dadurch erhielt Israel das Heil/die Erlösung. Juden machten sich keine Gedanken über eine finale Errettung und strebten nicht danach, durch verdienstvolle Werke ewiges Leben zu bekommen. Der Bund ist das Fundament aller jüdischer Religion.
  • Das Gesetz, oder das Halten des Gesetzes bzw. Gehorsam gegenüber der Torah [»Gesetz« bzw. »Torah« wird auf dem Feld des Sämanns ansonsten immer als »die Weisung Gottes« bezeichnet] ist für Juden der Weg, ihre Beziehung zum Bund und zu Gott „aufrechtzuerhalten“ und nicht der Weg, in den Bund hineinzugelangen. Wer sagt, daß Juden das Gesetz befolgten, um erlöst zu werden, läßt außer Acht, daß Jesus die Torah liebte.
  • Gerechtigkeit beschreibt das Verhalten im Einklang mit der Torah.

Das bedeutet letztlich, daß der Bund eine Gemeinschaft schafft, die dazu berufen ist, das Gesetz zu befolgen. Wenn die Torah übertreten wird, ist ein angemessenes Opfer und Sühne notwendig. Wer auf diese Weise in der Torah lebt, ist gerecht.
Diese Grundgedanken machen den Kern der »New Perspective on Paul« aus.

Teil 2James D. G. Dunn schließt sich an
Die zweite Phase der NP verbindet sich mit dem Werk von James D.G. Dunn. Sie begann 1982 und kam zur Erfüllung in Dunn’s Buch The Theology of Paul the Apostle, das 1998 erschien.
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Dunn stimmt mit Sanders überein, was das Judentum anbelangt: Eine auf der Erwählung basierende und vom Bund geformte Beziehung mit Gott für Israel, dem Gott die Torah gibt, damit sie wissen, wie man als Volk Gottes lebt. Für Dunn besteht das Problem, welches Paulus mit den Judaisierern hatte, darin, daß diese eine nationalistische Gerechtigkeit errichten wollten, von der die Nichtjuden ausgeschlossen waren. Die Judaisierer wollten die nichtjüdischen Christen zu Juden machen. Also würden sie die Torah nicht halten, um gerecht zu werden, sondern um Teil des Volkes zu sein, dem Gott sich zugewandt hatte. Für Paulus gehörte man aufgrund des Glaubens zur Gemeinde (dem Volk Gottes) und nicht aufgrund von Werken – dem Verhalten, das Juden und Nichtjuden unterschied. Es war die Mission des Paulus, auf der Basis des Glaubens ein neues Volk Gottes zu schaffen (die Gemeinde), und weil es auf Glauben und nicht auf Werken(Zeichen der äußeren Zugehörigkeit) gründete, war es ein Volk Gottes, zu dem Juden und Nichtjuden gehören konnten. Die Rechtfertigung war Gottes Werk, diejenigen gerecht zu sprechen und gerecht zu machen, die Vertrauen in bzw. Glauben an Jesus Christus hatten. Man könnte sagen: Rechtfertigung bedeutet, daß Gott bekannt macht, wer zum Volk Gottes gehört.

Teil 3N. T. Wright kommt in’s Spiel
Die dritte Phase besteht aus dem Werk von N.T. Wright. Wichtig ist dabei: Nicht alle drei genannten Theologen sagen dasselbe, sondern sie ergänzen und widersprechen einander.
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Wright’s hauptsächliche Erkenntnis war die Exils-Thematik. Zur Zeit von Jesus und Paulus war Israel zwar wieder zurück im verheißenen Land, allerdings hatten sich die Verheißungen Jesajas und anderer noch nicht vollständig erfüllt – darum lebte Israel unter der Herrschaft Roms noch immer im gefühlten Exil. Das prägte die Theologie des Paulus genauso wie sein Verständnis des Bundes und der Neuschöpfung. Wright stimmte – wie auch Dunn – mit der Sicht von Sanders bezüglich des Judentums überein: Auf der Erwählung basierendes, vom Bund geformtes Werk Gottes zur Schaffung des Volkes Gottes, dem Gott die Torah gab, um ihm zu zeigen, wie es vor Gott in Gerechtigkeit leben konnte. Wright’s Sicht der paulinischen Theologie ist schwer zusammenzufassen: Ende des Exils, Jesus rekapituliert die Bundesgeschichte, die Notwendigkeit, „in Christus“ zu sein, die Sehnsucht nach der neuen Schöpfung und eine Ideologie, die sich gegen das Imperium richtet. Für Wright beschreibt Rechtfertigung nicht, wie man in’s Volk Gottes kommt, sondern identifiziert, wer im Volk Gottes ist. Rechtfertigung als Begriff ist nicht der „Erlösung“ zuzuordnen, sondern dem „Bund“, es ist ein „ekklesialer“ Ausdruck, der etwas darüber sagt, wer schon im Volk Gottes ist und nichts darüber, wie man in’s Volk Gottes hinein kommt.
Interessanterweise wird Wright, der intensiv an und mit der Bibel arbeitet, im Lager der Reformierten sehr angegriffen, weil seine Sicht nicht der reformatorischen Lehre entspricht. Aber ging es der Reformation nicht auch darum, zu fragen, was die Bibel sagt? Ein Zitat von Scot über Wright:

No one has captured the young scholar more than Tom Wright. One reason is because there is no one out there who writes as well; combine that with a fertile, creative, courageous mind and a life dedicated to the church and you come up with Tom Wright. Do I agree with him all the time? Nope. But, like Jimmy Dunn and Ed Sanders, I read their every word.


Teil 4Klarstellungen

  • Es gibt keine offizielle Institution, welche die Lehre der »New Perspective on Paul« festlegt. Dunn nannte es die „neue Perspektive“, weil er damit ausdrücken wollte, wie Paulus in das neugewonnene Verständnis des Judentums paßte. Seitdem wurde Vieles veröffentlicht, und jeder Autor vertritt seine eigene Sichtweise.
  • Gemeinsam ist allen der rote Faden: Israel wurde von Gott erwählt, in den Bund geführt und erhielt das Gesetz (die Torah), welches das Leben des Gottesvolkes regelte. Die jüdische Religion fußte auf dem Bund, nicht auf den Werken. Diese waren Ausdruck des Bundes.
  • Was ihr Verständnis der Theologie des Paulus anbelangt, unterscheiden sich Sanders, Dunn und Wright. Dennoch werden sie von ihren Kritikern immer in denselben Topf geworfen.
  • Es gibt keine echte „Systematische Theologie“ in der NP. Sanders, Dunn und Wright sind Bibeltheologen und Historiker – keine Systematiker. Ein Großteil der Kritik an der NP kommt von Systematikern, die aufgrund der Aussagen von Sanders, Dunn und Wright eine systematische Theologie zu konstruieren versuchen.
  • Das Gewicht, das die Vertreter der NP auf die Paulus-Exegese legen, kann zu großen Veränderungen in der Theologie und in unserem Verständnis der Erlösung führen.

Teil 5Zu viel Augustinus?
Die Ursache für einen Großteil der Kritik an der »New Perspective on Paul« kann in einer augustinischen Anthropologie gesehen werden. Wer aus dem Becher des heutigen Evangelikalismus trinkt, findet Augustinus am Grunde, da er hinter der Reformation steht, die das Fundament zeitgenössischer Evangelikaler ist. Welches Bild zeichnet Augustinus u.a. vom Menschen?

  • Menschen sind in Ursünde geboren
  • Menschen sind in ihrer sündhaften Natur gefangen
  • Menschen versuchen sich ständig rechtzufertigen und Verdienste zu bekommen
  • Menschen können Gott nicht gefallen, weil ihre sündhafte Natur Gott nicht gefallen kann
  • Menschen sind darum „natürlicherweise“ verdammt vor Gott
  • Sie brauchen die erweckende Gnade Gottes und neues Leben – durch den Heiligen Geist
  • Der einzige Weg aus diesem Zustand der Selbst-Rechtfertigung und dem Trachten nach Verdiensten ist es, dieses selbstsüchtige, stolze Selbstbild niederzulegen und sich durch die neuschaffende Kraft des Geistes Gottes Gnade in Christus anheim zu geben

Jeder dieser Punkte prägte das Verständnis, das die Reformatoren vom Evangelium, von der Erlösung und von Paulus entwickelten. Und das prägte die Verkündigung des Evangeliums: Zeige den Menschen ihre Selbstsucht, ihre Sündhaftigkeit und mach‘ ihnen klar, daß sie Gnade brauchen, vertrauen und ihre eigenen guten Werke aufgeben müssen. Der Ausgangspunkt der reformatorischen Evangeliumsverkündigung ist die augustinische Menschenlehre. Darin weitergedacht: Das Gesetz ist der Weg, wie korrumpierte Menschen bei Gott Gefallen suchen; sie erklettern das Gesetz, um den Weg zu Gott zu finden. Aber gemäß der reformatorischen Auslegung ist das der falsche Weg, der in Gesetzlichkeit und Tod führt. Das Evangelium ist der dem Gesetz entgegengesetzte Weg zur Erlösung – durch Gnade, aufgrund von Glauben und Glauben allein.

Wenn die »New Perspective« lehrt, daß weder die Gegner des Paulus noch die Juden im allgemeinen nach Verdienst durch gute Werke strebten, dann ändert sich das ganze Evangelium. Darum zielen die Kritiker der NP auf deren soteriologischen Rahmen, den sie (die Kritiker) für den richtigen halten, von Calvin-Luther-Augustinus übernommen haben und den sie im Zentrum der Theologie des Paulus sehen. In Wirklichkeit ist der wahre Feind der alten Perspektive nicht die katholische Kirche, sondern Pelagius. Darum sollte sich die »New Perspective« weniger um die anti-katholische Polemik Luthers und mehr um Augustinus und Pelagius kümmern. Hatte Augustinus recht? Die Frage ist: War das die Anthropologie des Paulus? Oder des Judentums? Oder des Alten Testaments? War das Evangelium des Paulus geprägt von seiner Anthropologie?

Natürlich finden sich in der »New Perspective« noch andere Elemente, aber eines ist wichtig: Solltest Du etwas finden, was eine Schieflage hat, so bedeutet dies nicht, daß die ganze NP verworfen werden muß. Auf beiden Seiten gibt es viel zu viele „Alles oder Nichts“-Ansätze.

Update 18.08.07:
Mittlerweile ist die komplette Serie von Scot McKnight als pdf zum Download erhältlich..

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[Wegmarken] Josua 12 – 33 Könige

11. August 2007

Dieses Kapitel bringt eine Zusammenfassung der Eroberungen Moses und Josuas. Die beiden Könige, die Israel und Mose besiegte, werden zusammen mit ihrem Land aufgezählt. Dasselbe gilt für die 31 Könige, die Israel und Josua überwand. Alle Namen werden genannt. Das erspare ich mir jetzt…

  • In diesem Kapitel leuchtet wieder einmal die große Bedeutung auf, die in der biblisch-israelisch-alttestamentlich-hebräisch-jüdischen Kultur auf den Rückblick, die Erinnerung an die Vergangenheit gelegt wird. Das geschieht detailliert – jeder besiegte König wird beim Namen genannt. Das Erleben des Beistandes Gottes im Sieg gegen die Feinde hat die Identität Israels bis in die Gegenwart hinein geprägt. Es sollte auch Teil unserer Identität sein, beständig der großen Taten Gottes in der Geschichte – sei es die biblische oder unsere persönliche – zu gedenken. Ein Begriff fällt mir in diesem Zusammenhang immer wieder: „Rückwärts gewandt vorwärts schreiten“. Im Handeln Gottes in der Vergangenheit die Verheißung auf zukünftiges Handeln Gottes erkennen.
  • Mose wird erinnert als „der Diener Gottes“. Wow – welch ein Erbe! Woran sollen sich die Menschen erinnern, wenn sie nach Deinem Tod an Dich zurückdenken?

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Jürgen Moltmann über Missio Dei

9. August 2007

Gerade habe ich bei Jürgen Moltmann eine Passage gefunden, die so wunderbar den Gedanken der missionalen Kirche artikuliert, daß ich sie hier in voller Länge zitiere:

Wir finden an der Schwelle der Neuzeit als neue Antwort der Christenheit auf die veränderte Weltsituation: 1. eine missionarische Kirche, 2. den Willen zur ökumenischen Gemeinschaft getrennter Kirchen, 3. die Entdeckung der Universalität des Reiches Gottes, 4. das Laienapostolat. (…) Diese Ansätze zu einer missionarischen Kirche im Zerfall des Corpus Christianum muß das theologische Verständnis der Kirche heute aufnehmen. Es ist daraus zu lernen, daß nicht die Kirche eine Mission »hat«, sondern daß vielmehr umgekehrt die Mission Christi sich ihre Kirche schafft. Nicht von der Kirche her ist die Mission, sondern von der Mission her ist die Kirche zu verstehen. (…) Die ganze Gemeinde und jeder einzelne in ihr stehen mit allen Kräften und Möglichkeiten in der Mission des Reiches Gottes. (…) Im Zerfall des Corpus Christianum wird sich die Gemeinde wieder auf die Fülle der ihr eigenen Charismen besinnen und zu jenem ganzheitlichen Zeugnis des Heils vorstoßen, das vom Glauben über die Politik bis zur Ökonomie keinen Bereich des Lebens ohne Hoffnung läßt. Die missionarische Kirche im Welthorizont theologisch zu begreifen, heißt sie im Horizont der Missio Dei zu verstehen. Sendung umfaßt das Ganze der Kirche, nicht nur Teile in ihr, oder gar nur von ihr ausgesandte Glieder. Die Verkündigung des Evangeliums vom anbrechenden Reich ist der erste und wichtigste Faktor der Sendung Jesu, der Sendung des Geistes und der Sendung der Kirche, aber nicht der einzige. Mission umfaßt alle Tätigkeiten, die der Befreiung des Menschen aus seiner Knechtschaft in der Gegenwart des kommenden Gottes dienen, von der ökonomischen Not bis zur Gottverlassenheit. Evangelisation ist Mission, aber Mission ist nicht nur Evangelisation. (…) Die umfassende messianische Sendung der ganzen Gemeinde entspricht der messianischen Sendung Christi und der charismatischen Sendung des Geistes, »der auf alles Fleisch ausgegossen wird«. Versteht die Kirche ihre Sendung im Rahmen der Sendung des Sohnes und des Heiligen Geistes vom Vater, dann versteht sie sich selbst auch im Rahmen der Geschichte Gottes mit der Welt und entdeckt in dieser Geschichte ihren Ort und ihre Funktion. Die neuere katholische und evangelische Missionstheologie spricht darum mit Recht von der Missio Dei, einer Bewegung aus Gott, in der die Kirche entsteht und zu ihrer eigenen Bewegung kommt, die aber über die Kirche hinausgreift und in der Vollendung der Schöpfung in Gott zum Ziel kommt. Daraus folgt, daß die Kirche ihre Weltmission in der trinitarischen Geschichte Gottes mit der Welt versteht. Sie ist mit allen ihren Tätigkeiten und Leiden ein Faktor in der Geschichte des Reiches Gottes. Nicht um ihre eigene Ausbreitung, sondern um die Ausbreitung des Reiches geht es. Nicht ihre eigene Herrlichkeit, sondern die Verherrlichung des Vaters durch den Sohn im Heiligen Geist ist ihr Ziel. Der missionarische Begriff der Kirche führt zu einer in der Sendung Gottes weltoffenen Kirche, weil er zu einem trinitarischen Verständnis der Kirche in der Geschichte Gottes mit der Welt führt.“

Ach wie schön. Und dabei stammt das Buch Kirche in der Kraft des Geistes von 1974. Dort findet sich dieser Text auf S. 23f. Nebenbei freue ich mich darüber, daß »Zerfall des Corpus Christianum« schonmal deutlich deutscher und inhaltlich treffender klingt als »Post-Christendom«.

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Fabian Vogt – Das 1×1 der Emerging Church

9. August 2007

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Gerade eben habe ich Fabian Votgs Buch Das 1×1 der Emerging Church gelesen. Ein kleines Buch, mit ca. 60 Seiten Text, für das ich zum Lesen und Anstreichen mit dem Textmarker nicht ganz eine Stunde gebraucht habe. (Voraussichtlich wird das Verfassen dieses Posts mehr Zeit in Anspruch nehmen.) Gleichzeitig ein sehr feines Buch, das ich Dir sehr empfehlen möchte. Die vier Euro sind sehr gut angelegt, zumal der Buchhändler meines Vertrauens Bücher versandkostenfrei liefert. Also folge dem Link und bestelle das Buch. Jetzt! Und das sage ich, ohne eine Kooperation mit dem Buchhändler meines Vertrauens oder dem veröffentlichenden Verlag eingegangen zu sein und ohne den Autor persönlich zu kennen. Ich lege Dir dieses Buch an’s Herz, weil ich von ihm begeistert bin.

Warum ich dieses Buch so toll finde? Nun, mancherorts in deutschen Landen scheint es noch nicht angekommen zu sein, daß „Emerging Church“ nicht ein Gottesdienstmodell, sondern einen Neuansatz im Denken und Handeln meint. Damit räumt dieses Buch gekonnt auf. In deutscher Sprache und von einem deutschen Verfasser. Nix mehr mit: Wir kopieren schnell mal das coole neue Modell der Amis. Nein, wir verstehen Prinzipien und übertragen sie auf unseren Kontext. Kapieren statt kopieren. Das 1×1 der Emerging Church erklärt diesen Neuansatz in einer Nußschale. Klar, präzise, prägnant, so daß es jeder verstehen kann. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung.


Worum es geht

„Eine zukunftsfähige Kirche, die wie Jesus ganz in der Welt lebt, eine lebensfähige und glaubensstarke Gemeinschaft aufbaut und zugleich als Botschafter Gottes die Gesellschaft mutig verändert.“ Diese Bewegung hat „keine offizielle Institution, keine Zentrale und kein Leitungsgremium – jede und jeder fügt ein Mosaiksteinchen dazu und die Gemeinschaft guckt gemeinsam, ob sich die innovativen Ansätze bewähren oder nicht.“ Dabei lautet die Kernfrage: „Wie können Gemeinden für die Menschen in ihrer sich wandelnden Umgebung geistlich und kulturell relevant bleiben, ohne sich anzubiedern?“ EC ist kein Gemeinde- oder Gottesdienstmodell, sondern „eine neue Perspektive auf die Wirklichkeit der Kirchen, ein herausfordernder Denkansatz, ein Versuch, Gemeinden grundsätzlich dazu zu befähigen, auf die Menschen in ihrer Region, auf die dort vorherrschende Kultur und auf die Veränderungen der Gesellschaft zu reagieren.“

Emergenz
Der wissenschaftliche Begriff Emergenz „beschreibt das spontane Entstehen von Ordnung in komplexen Systemen“, die aus vielen Einzelelementen bestehen und in irgendeiner Form voneinander abhängig sind – wie die Menschen in einer Gemeinschaft. „Wenn diese Elemente nun zusammen wirken, kommt es häufig zur Bildung übergeordneter Strukturen und Effekte, die sich aus den einzelnen Teilen nicht herleiten lassen. (…) Das Entstehen solcher systemischer Eigenschaften, die schlicht belegen, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, nennt man »Emergenz«“.

Auf die Gemeinde angewandt
Wir sollten Kirchen und Gemeinden nicht primär als Organisationen, sondern Organismen verstehen. Und Organismen sind dann gesund, wenn sie sich entwickeln und verändernden Lebensbedingungen anpassen. Die Gesetze, nach denen Organismen funktionieren (und damit also auch Emergenz-Phänomene) kann man auch auf die Kirche übertragen. Komplexe Systeme organisieren sich selbst durch Netzwerkstrukturen, Austausch mit der Umwelt und gemeinsame Verarbeitung aller Informationen.

Stellen Sie sich bitte mal vor, Sie könnten Ihre Gemeinde so sehen: als einen sich auf Dauer selbst organisierenden, lernfähigen, sich weiterentwickelnden Organismus, ein System, in dem die Kommunikation zwischen den Mitgliedern so gut ist, dass es tatsächlich zu gemeinsam gefällten Entscheidungen und als notwendig erkannten Entwicklungen kommt, weil alle den Bedarf an Veränderungen erkennen und sich immer wieder neu auf die gemeinsamen Lebensbedingungen einstellen. Eine wirklich funktionierende Gemeinschaft. (…) Wenn man die „Emerging Church“ einordnen wollte, dann würde man wohl am ehesten von einem schöpfungstheologischen Ansatz reden: Wir schauen uns Gottes Schöpfung an und stellen fest, dass sie viel mehr über die Gestaltung funktionierender Gemeinschaften sagt, als wir bisher für möglich gehalten haben. Ich könnte die „Emerging Church“ aber auch als Inkarnationstheologie bezeichnen, da sie nach der „Menschwerdung“ der Kirche fragt, nach ihrem „der Welt gleich Werden“ , um so das Reich Gottes „mitten unter den Menschen“ bauen zu können. Bedenkt man dann noch, dass emergente Strukturen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie ihrem jeweiligen Lebensraum entsprechend agieren, also eine Inkulturationstheologie umsetzen, dann haben wir tatsächlich einen dreifachen Ansatz, der die Kirche zukunftsfähig macht.

Die Werte der Emerging Church

  • Offenheit: Keine Abschottung gegenüber der Umwelt
  • Anpassungsfähigkeit: Im Einklang mit der Umgebung leben und zur Veränderung bereit sein
  • Lernbereitschaft: Nicht nach der ewig gültigen Wahrheit, sondern nach der „Wahrheit in einer bestimmten Situation, nach der für einen bestimmten Zusammenhang richtigen Umgangsweise“ fragen.
  • Dezentralisierung: Viele wissen mehr als Einzelne, darum wird der ganze Organismus an den Entwicklungsprozessen beteiligt
  • Informationsaustausch: Viele verfügen über dieselben Informationen, verarbeiten sie auf ihre Weise und stellen sie der Gemeinschaft wieder zur Verfügung.
  • „Kirche von unten“: Gleichberechtigung und Beteiligung aller; ermutigende und dienende Leiterschaft

Die Konsequenzen für die Gemeinde
Es geht nicht um irgendwelche 5-Schritte-Programme, sondern um das vorsichtige Hineinwachsen in Gottes Vision der Gemeinde, ein Loslassen gewohnter Strukturen und ein Einlassen auf ein spürbar lebendiges Miteinander. Dies geschieht mehr durch Evolution als durch Revolution, es erfordert Zeit, ein Sich-Einlassen auf die Umgebung und Reaktion statt Aktion – erst beten und zuhören, dann erst planen, reden und miteinander vorwärts gehen, die eigene Bedürfnisbefriedigung dem Wohl der Gemeinschaft unterordnen und bewußten Austausch über das Leben und die Erfahrungen mit Gott fördern und so gemeinsam reifen und wachsen.

Auf dem Weg in neue Zeiten
„Das entscheidende Kennzeichen der „Emerging Church“ ist die Fähigkeit, zeitgemäß zu bleiben.“ [An dieser Stelle fügt Vogt einige tabellarische Übersichten ein. Davon handelt die erste von markanten Kennzeichen der Epochen »Tradition«, »Moderne Welt« und »Postmoderne« an sich, die zweite untersucht Glaubensmerkmale dieser Epochen und die dritte Gottesdienstmodelle.] Diese Tabellen lassen verstehen, „warum es zu so vielen Konflikten zwischen den Anhängern der jeweiligen Epochen kommt, … was den einzelnen gefällt und was nicht, und wieso es eine Einigung nur dann geben kann, wenn jeder bereit ist, den anderen als einen ernsthaft fragenden Mitglaubenden mit seinen eigenen kulturellen Ausdrucksweisen anzuerkennen.“

Kurze Tipps zur Umsetzung in der eigenen Gemeinde

  • Schritt für Schritt: Menschen gewinnen, nicht überzeugen
  • Von innen nach außen: Erst Menschen in der Kerngemeinde einladen und dann den Horizont des Prozesses immer weiter öffnen
  • Mit Leidenschaft: Wenn alle Elemente des komplexen Systems miteinander verzahnt sind und das auch wissen, entfalten sich ungeahnte Kräfte

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RelevantBlogs, mein Blog und das Bloggen an sich

8. August 2007

Vielleicht hast Du in meiner rechten Sidebar schon einen neuen Button entdeckt. Dieser führt Dich zur Homepage von RelevantBlogs. Dort ist zu lesen:

RelevantBlogs ist ein Netzwerk, das die besten deutschsprachigen Blogs christlicher Autoren mit den verschiedensten Themen zusammenfassen möchte. Wir haben RelevantBlogs gegründet um begeisterten christlichen Autoren eine größere Öffentlichkeit zu bieten und um Lesern bei der Suche nach guten und interessanten Blogs zu helfen.

Vor einigen Tagen hat mich einer der Betreiber dieser Website eingeladen, dem Netzwerk beizutreten, was ich hiermit getan habe – trotz der Tatsache, daß ich nicht gerne meinen Namen für etwas hergebe und auch nicht zu einer weiteren Ghettoisierung des „christlichen“ Webs beitragen will. Ziemlich starke Magenschmerzen bereitet mir die Formulierung „die besten deutschsprachigen Blogs christlicher Autoren“. Was macht einen Blog zu einem guten Blog? Wann gehört ein Blog zu „den besten“? Ich verstehe Blogs als subjektiven und damit eigentlich wertneutralen Ausdruck einer Person. In meinem Falle meiner Person. Darum schreibe ich in diesem Blog über Theologie, den VfB Stuttgart (der den Fußballer und Trainer des Jahres stellt!), die Vorfreude auf das nächste Mortification-Konzert und alles andere, auf das ICH Bock habe. Sollte es andere interessieren, daß die letzten Filme, die ich im Kino gesehen und genossen habe, Stirb Langsam 4.0, Harry Potter, Hot Fuzz, Death Proof, Next, Die Simpsons und Transformers waren, ist das nett – wenn nicht, werde ich das an dieser Stelle trotzdem erwähnen, auch wenn es vielleicht nicht in das Bild paßt, das manche von einem der „besten deutschsprachigen Blogs christlicher Autoren“ haben mögen.

Leider ist das Medium des Blogs äußerst begrenzt. Der geneigte Leser erfährt nur das, was der Blogger preisgibt. Beiträge sind einseitig. Du siehst nicht das Gesicht des Schreibenden, hörst nicht den Tonfall seiner Stimme, sondern liest nur Worte, die er geschrieben hat. Oftmals wird auf das hin kommentiert, was gerade nicht geschrieben wurde, der Kommentierende aber vermißt hat. Aber gerade ein Blog mit oftmals theologisierenden Inhalten macht es unmöglich, immer die ganze Position des Autors darzulegen. Schließlich entstehen meine Posts meist ohne Vorbereitung, sind nicht immer in der Tiefe durchdacht, sondern spontaner Ausfluß meiner Gedanken.

Ich jedenfalls mag es, wenn ich Persönliches der Autoren erfahre. Einige der Blogs, deren Feeds ich irgendwann mal abonniert habe, lese ich mittlerweile nicht mehr hauptsächlich wegen des gehaltvollen Inhalts, sondern weil sich Beziehungen ergeben haben, weil ich den Menschen hinter dem Blog schätzen gelernt habe und mich dafür interessiere, was er/sie mitteilen möchte. Und es ist immer wieder eine Freude, jemanden in persona kennenzulernen, der bislang nur der Verfasser der Beiträge eines Blogs war. Ein wenig Schleichwerbung: Eine DER Möglichkeiten 2007 auf Menschen zu treffen, die einem zum jetzigen Zeitpunkt nur durch ihre Blogs bekannt sind, wird das Forum mit Brian McLaren in Erlangen sein, auf das Peter schon hingewiesen hat und zu dem es in absehbarer Zeit mehr Information geben wird.

Warum habe ich die Einladung zu RelevantBlogs trotz meiner Vorbehalte angenommen? Einerseits finden sich dort Blogs anderer Autoren, die ich empfehlen möchte, und andererseits ist es meinem Empfinden nach eine schöne Sache, auch auf diese Weise zu zeigen, daß der Leib Jesu aus vielen Gliedern besteht, diese sich (theologisch) nicht immer einig sein müssen, aber dennoch zusammengehören und gemeinsam unterwegs sind. Darum: Solltest Du RelevantBlogs nicht kennen, dann schau doch mal dort vorbei und sieh nach, wer sich hinter den anderen Blogs versteckt. Solltest Du hingegen über RelevantBlogs zum Feld des Sämanns gekommen sein, dann fühl Dich wohl hier, schau nach, wer hier den Samen sät und worum’s dem Sämann geht, laß ein Hallo in den Kommentaren da und – wenn Du einen Post gefunden hast, der Dich interressiert – beteilige Dich am Gespräch. Herzlich Willkommen!

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Bildhaft über Leiterschaft

7. August 2007

Brother Maynard zeigt in zwei Bildern an, was im Leib Christi nicht verwechselt werden sollte 8)

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Ponderings

6. August 2007

Mit diesem Post endet die Reihe meiner Rückschau. Als Zusammenfassung der Tagebucheinträge aus 2005 und 2006 habe ich Folgendes formuliert:

Als Jünger Jesu will ich lernen, jeden Teil meines Lebens so zu leben, wie er das tun würde und dabei jeden Tag fragen, was mein Selbst will und was Jesus will. Nur in meiner Vision, in meiner brennenden Leidenschaft, komme ich zur Ruhe, alles andere ist Ballast. Wenn ich nahe bei Jesus bin, bin ich immer im Zeitplan.
„Herr, ich vertraue Dir. Ich will den Weg gehen, den Du mir zeigen wirst. Auch wenn ich gegürtet und dahin geführt werde, wohin ich nicht will. Dein Wille soll mit mir geschehen. Laß mich in meiner Zerbrochenheit echt und aufrichtig sein. Ich will vor anderen keine Masken tragen. Ich will keine Angst haben, sondern meine Sorgen auf Dich werfen, mein Kreuz auf mich nehmen und mich unter Dein Joch einreihen.“
Mit konventionellem Lobpreis kann ich fast nichts mehr anfangen. Ich will mich dem Dunkel nähern und Gott finden, immer die majestätische und die zärtliche Seite Gottes vor mir haben. Gott selbst ist mein Erbteil. Er ist „der Lebendige, der mich sieht.“ In seiner Vaterschaft finde ich Ruhe. Ich will ihn wirken lassen. In der Abgeschiedenheit der Stille will ich meinen Willen von der Stimme Gottes unterscheiden lernen. Ich will nur dorthin gehen, wohin Gott mich führt, wo der Weg schon bereitet scheint, will erkennen, wann Gottes Herrlichkeit sich erhebt und mir vorangeht, aber solange ich seine Gegenwart im Hier spüre, will ich nicht auf eigene Faust gehen. Dabei geschieht das Wachstum schrittweise, Stück für Stück hinein in‘s Vollmaß. Ich will Gottes Geschwindigkeit annehmen und mich nicht an anderen orientieren, auch keinen Status beanspruchen, der mir nicht zusteht, sondern gesund und organisch weiter wachsen. Gott soll mir meinen Platz zuweisen. Ich will treu tun, was Gott zeigt. Er soll meine erste, nicht meine letzte Hoffnung sein. Wenn das Land besetzt ist, gilt es zu warten. Tief verwurzelt in Gott möchte ich von ihm den Kurs gezeigt bekommen. Ich will nicht voreilig im Namen Gottes sprechen. Ich will mich nicht von Menschen herumtreiben und mich für ihre Zwecke mißbrauchen lassen. Ich will niemanden anderen für meine Zwecke mißbrauchen. Ich will nicht zum Spielball der Elemente werden, sondern in der göttlichen Ruhe bleiben.

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