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Archiv für Juli, 2007

[Wegmarken] Josua 10 (2) – Erinnerungen an Jesus und ein totaler Triumph

31. Juli 2007

Die Erzählung
Nach ihrer Niederlage bei Gibeon fliehen die fünf Könige und verbergen sich in der Höhle von Makkedah. Josua bekommt Wind davon, läßt die Höhle mit großen Steinen verschließen und stellt eine Wache auf. Danach läßt er zunächst einmal die fliehenden Feinde verfolgen und jeden auslöschen, der es nicht in eine der befestigten Städte geschafft hat. Dann wird die Höhle geöffnet. Josua heißt die Anführer seiner Soldaten ihren Fuß auf den Nacken der gefangenen feindlichen Könige setzen. Dabei sagt er zu ihnen: »Do not be afraid or dismayed; be strong and couragous; for thus the Lord will do to all the enemies against whom you fight« (RSV) Anschließend werden die Könige erschlagen und an fünf Bäumen aufgehängt. Am Abend werden die Leichname abgenommen und wieder in die Höhle geschafft, die ein weiteres Mal mit schweren Steinen verschlossen wird. Im Anschluß daran nimmt Josua Makkedah, Lachisch, Libna, Eglon, Hebron und Debir ein. Weil Gott für Israel streitet, erobert Josua in einem Streich den ganzen Süden Kanaans. Dabei erschlägt er nach dem Gebot Gottes alles, was lebt.

Gedanken
Ich kann nichts dafür, die Geschichte Jesu ist eben in meinem Kopf, und darum teile ich auch in der heutigen Episode mit, was mich an Jesus erinnert:

  • die Könige in der Höhle zu Makkedah waren Herrscher über jeweils einen Stadtstaat – Jesus war, ist und bleibt Herrscher des Alls, König der Herrlichkeit
  • freiwillig verbergen sich die Könige in der Höhle – Jesus wurde in ein Felsengrab geworfen, nach dem er gewaltsam hingerichtet wurde und doch freiwillig in den Tod gegangen war
  • Israels Soldaten verschließen die Höhle mit schweren Steinen – römische Soldaten wälzten einen Stein vor das Grab Jesu
  • die Könige waren gefangen, verschlossen in der Höhle – Jesus ist daraus hervor gebrochen, nichts konnte ihn aufhalten
  • Israels Soldaten entfernten den Stein vor dem Höhlengefängnis – den Stein vor dem Grab des Herrn der Herrlichkeit rollte ein Engel weg
  • die Könige in der Höhle zu Makkedah wurden gefangen herausgeführt, ganz passiv – Jesus war Subjekt und Objekt der Auferstehung: Er ist auferstanden und wurde auferweckt
  • die Könige in der Höhle zu Makkedah kamen als Gefangene heraus – ein freieres Frei-sein als dasjenige, das Jesus eignete, ist nicht vorstellbar
  • die israelitischen Soldaten setzten ihren Fuß auf den Nacken der Könige – Jesus hat in seinem Tod der Schlange den Kopf zertreten, nach dem sie ihn in die Ferse gestochen hatte (Gen 3,15 – okay, wir können darüber streiten, ob das Durchtreten des Kopfes noch aussteht oder überhaupt geschehen wird, vgl. Offb 20…); Jesus hat seinen Jüngern die Macht übertragen, auf Schlangen und Skorpione zu treten (Luk 10,19) und Gott „wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze“ (Röm 16,20)
  • die Könige wurden vor ihrem Tod verhöhnt und zur Schau gestellt – Jesus wurde vor seinem Tod ebenfalls verspottet, hat aber, als er aus dem Grab hervorgebrochen ist, „die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht“ (Kol 2,15)
  • die Könige wurden nach ihrem Tod aufgehängt – Jesus starb als Aufgehängter

Es ist erstaunlich, wie vieles sich da finden läßt. Und das war nur der Anfang – vielleicht fällt Dir ja noch viel mehr ein. Die Rabbinen sagen ja, jedes Wort der Schrift sei wie ein Edelstein in der Sonne: Jedesmal, wenn wir ihn drehen, glitzert und leuchtet und funkelt er auf neue Weise. Ein wunderbares Bild.
Jedenfalls veranstaltet Josua nach dem Töten der Könige auf das Geheiß Gottes hin eine ethnische Säuberung im Süden Kanaans. Natürlich drängen sich hier Fragen auf, die ich auch schon in den vergangenen Posts zur Seite geschoben habe, weil das ganze Buch Josua voll davon ist. Viele haben Schwierigkeiten mit diesem grausamen Gottesbild, das in diesem Buch vermittelt zu werden scheint. Dabei ist das Thema „Heiliger Krieg – Gott kämpft für Israel“ ein Motiv, das sich durch das ganze AT zieht. Da ich am Ende des jeweiligen biblischen Buches immer einen Rückblick poste, werde ich an jener Stelle auf dieses Thema eingehen. Für das heutige Kapitel läßt sich sagen: Durch den Beistand Gottes erringt Israel einen totalen Triumph über die feindlichen Völker. Ebenso hat Christus den Sieg über alle widergöttlichen Mächte bereits errungen, sein Reich ist unter uns, aber der totale Triumph wird erst dann sichtbar werden, wenn „er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat“ (1Kor 15,24), Gott „alles in allem“ sein wird (1Kor 15,28), alle Tränen abwischen wird, und weder Tod, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein wird (Offb 21,4). Dann werden wir nicht mehr – soviel sei hier vorweggenommen – in einem dunklen Bild rätselhafte Umrisse sehen, sondern Gott von Angesicht zu Angesicht erkennen und unsere Fragen werden beantwortet sein. Dann ist auch der letzte Feind vernichtet (1Kor 15,26), und nicht nur der schmale Streifen zwischen Jordan und Mittelmeer, sondern die ganze neue/erneuerte Erde wird den umfassenden Shalom Gottes genießen. Auch hierauf deutet das Buch Josua, deshalb soll es an dieser Stelle auch erwähnt sein.

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Thomas Merton über Glaube und die Absurdität des Lebens

31. Juli 2007

Ein wenig Thomas Merton hat noch keinem geschadet. Darum hier ein kurzes Zitat, welches ich heute entdeckt habe:

Im übrigen wird echter Glaube erst dann möglich, wenn man sich kompromißlos der offenkundigen Absurdität des Lebens gestellt hat. Sonst neigt der Glaube dazu, eine Art Zerstreuung und Ablenkung zu bleiben, ein geistlicher Zeitvertreib, bei dem man anerkannte, allgemein übliche Floskeln sammelt und sie zum gängigen Erklärungsmuster zusammensetzt, ohne wirklich ihren Sinn zu erfassen, oder sich zu fragen, ob sie irgendwelche praktischen Konsequenzen für das eigene Leben haben.

Aus: Thomas Merton – Ein Tor zum Himmel ist überall: Zeiten der Stille, S. 72.

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Subversive Influence

31. Juli 2007

Aus den Tiefen meines Palms sind diese Notizen aufgetaucht, die ich irgendwann im letzten Jahr festgehalten habe und die sich mit meiner Vorstellung von Gemeinde beschäftigen:

Subversive Influence
NO manipulation
NO show-attendance
NO pre-ordained programme
NO more lemmings following the leader

But
Every member contributing
The Spirit only constituting
Limb with limb concatenating
Christians simply marching
Onward to maturity

Church on the other side
CHRIST on the other side
Disciples following their master
Reaching to the lost
Hearing prophetically
Acting apstolically
Thinking missionally
Connecting globally
Loving totally
Salt and light
Being church
Representing CHRIST

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Bekenntnis zur Bipolarität

30. Juli 2007

Ein weiteres Fundstück, auf das ich in meiner Einkehrzeit gestoßen bin, ist dieser Ausschnitt aus einem Tagebucheintrag vom Mai letzten Jahres:

Mehr und mehr stelle ich fest, daß ich ein sowohl-als-auch Mensch bin. Traditionalist und Revolutionär, Hirte und Schaf, Charismatiker und Kontemplativer, Träumer und Macher. Was ich gar nicht mag, sind Grenzen, Beschränkungen, Verabsolutierungen. (…) Ich mag die Perichoresis, die dynamische Harmonie, den eng umschlungenen Tanz verschiedener Standpunkte, die ich stehen lassen kann, die einander ergänzen und mich darin befruchten. Wie der hermeneutische Zirkel immer vom Ganzen auf die Teile geht und von den Teilen wieder zurück auf‘s Ganze, möchte ich so denken und leben. Mir gefällt das Bild vom Glaubensmosaik, vom web of beliefs, das verschiedene Dinge integriert. Einseitigkeit langweilt mich, ich will bunte Schafe und eine bunte Herde. Ich will eine integrative Theologie, eine integrative Gemeinde, ein offenes System, in dem der Kern klar ist.

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Was ist Glück?

30. Juli 2007

Am gestrigen Abend haben wir im p-shuttle über Glück nachgedacht. Dabei entstand in meinem Kopf folgender Satz:

Glück ist, unter den begeisterten Anfeuerungsrufen Gottes das Potential meines Lebens zu entfalten.

Was ist Glück für Dich?

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[Wegmarken] Josua 10 (1) – „Sonne, steh still zu Gibeon!“

30. Juli 2007

Adoni-Zedek, der König Jerusalems, bekommt es ob der Stärke Israels mit der Angst zu tun und verbündet sich mit den Königen der vier weiteren Amoriterstädte Hebron, Jarmuth, Lachisch und Eglon. Gemeinsam greifen sie die Stadt Gibeon an, deren Einwohner sich ja den Friedensvertrag mit Israel ergaunert hatten. Josua eilt den Gibeonitern zu Hilfe und wird von Gott darin bestärkt: „Do not fear them, for I have handed them over to you; not one of them shall stand before you.“ (RSV) Gott bringt Panik über die Feinde, so daß Israel die Oberhand gewinnt. Gott „wirft Steine vom Himmel“, so daß mehr Amoriter durch den Hagel sterben, als durch das Schwert der Israeliten. Berühmt geworden sind die Verse 12-14:

„Damals redete Josua zum HERRN, und zwar an dem Tag, als der HERR die Amoriter vor den Söhnen Israel dahingab, und sagte vor den Augen Israels: Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis das Volk sich an seinen Feinden gerächt hatte. Ist das nicht geschrieben im Buch Jaschar? Die Sonne blieb stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen, ungefähr einen ganzen Tag lang. Und es war kein Tag wie dieser, weder vorher noch danach, daß der HERR so auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn der HERR kämpfte für Israel.“ (ELB)


Gedanken:

  • Der Feind schließt sich zusammen. Angesichts der großen Übermacht bekommt Josua kein Fracksausen, sondern hält sich an den von den Gibeonitern erschlichenen Bund. Gott stellt sich dazu: Erst sichert er Josua seinen Beistand zu, dann läßt er es hageln und zum Schluß gewährt er das Wunder der beinahe doppelten Tagesdauer. Eindeutiges, parteiisches, übernatürliches Eingreifen Gottes, ohne das Israel (wie so oft seit dem Exodus) wohl untergegangen wäre. So wird aus einer drohenden Niederlage der Sieg über eine feindliche Übermacht, der Israel die Vorherrschaft in dieser Region Kanaans sichert.
  • „Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!“ So gebietet Josua den Himmelskörpern. Und Gott hört auf die Stimme Josuas. Ist das nicht anmaßend? Hätte das auch schief gehen können? Aus welcher Autorität heraus tut Josua das? Können wir das auch? Mir fällt auf, daß Josua zuerst „zum Herrn“ redete, bevor er den Planeten gebot. Aus der Begegnung mit Gott erhält Josua die Erkenntnis dessen, was zu tun ist. Er handelt nicht eigenmächtig. Das soll mir ein Vorbild sein! Nicht kleingläubig zurückschrecken, aber auch nicht wahllos irgendwelchen Bergen gebieten, sich in’s Meer zu heben, in der Hoffnung, daß mein Glaube groß genug sein möge. Nein, aus der Offenbarung des konkreten Willens Gottes heraus gilt es zu handeln.
  • „Äh, aber die Sonne bewegt sich doch gar nicht!“ Oft bildete dieser Text den Anlaß, die Historizität der in der Bibel berichteten Ereignisse in Frage zu stellen. Mein Ansatz: Weil ich an die Inspiration der Heiligen Schrift glaube, gehe ich davon aus, daß es an diesem Tag tatsächlich ca. zwei Tage lang nicht dunkel wurde. Aus der Sicht Josuas „blieb die Sonne mitten am Himmel stehen“. So wie auch wir vom „Sonnenuntergang“ sprechen, obwohl wir doch wissen, daß es die Erde ist, die sich dreht.
  • Randnotiz: Der Name des Amoriter-Königs von Jerusalem, Adoni-Zedek, bedeutet übersetzt „Herr der Gerechtigkeit“. Faszinierend, wie hier ein heidnischer König als Typos auf den wahren Herrn der Gerechtigkeit und König von Jerusalem, Jesus Christus, deutet!
  • Was das Buch Jaschar ist? Man könnte es auch als das „Buch des Geraden/Frommen/Redlichen/Aufrechten“ übersetzen. Worum es sich dabei handelt? Keine Ahnung…

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Listening to the Beliefs of Emerging Churches

28. Juli 2007

In den letzten zwei Wochen war es dank Live2Gether, viel Arbeit und der mittelschweren Erkältung, die mich jeden Sommer besucht, sehr ruhig auf diesem Blog. Nächste Woche wird sich voraussichtlich mehr tun. In der Zwischenzeit möchte ich das vom leider kürzlich verstorbenen Robert Webber herausgegebene Buch Listening to the Beliefs of Emerging Churches anpreisen. Daraus habe ich bereits die Definition des Begriffs „Emerging Church“ von Dan Kimball ausschnittsweise übersetzt. Im Folgenden die Buchbesprechung, die ich für Kairos Media geschrieben habe, wo auch weiterer empfehlenswerter Lesestoff zu finden ist.

In dem von Robert Webber herausgegebenen Buch »Listening to the Beliefs of Emerging Churches« legen Mark Driscoll, John Burke, Dan Kimball, Doug Pagitt und Karen Ward dar, was und vor allem wie sie glauben. Diese fünf prominenten Vertreter der „Emerging Church“-Bewegung in den Vereinigten Staaten teilen evangelikale, nicht-pfingstliche Wurzeln und haben jeder eine theologische Ausbildung durchlaufen; wer also einen weltweiten Überblick über die Bewegung sucht, wird enttäuscht werden. Wer dagegen schon immer einmal wissen wollte, welche Lehren von einigen der bekannteren Namen der Szene vertreten werden, wird auf seine Kosten kommen. Dabei lassen schon die hier vorgelegten Ansätze in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit deutlich werden, daß von einer einheitlichen »Theologie der „Emerging Church“-Bewegung« nicht die Rede sein kann.
In einer kurzen und interessanten Einleitung legt Webber die Geschichte der US-amerikanischen evangelikalen Bewegung im 20. Jahrhundert dar, verortet den „Emerging Church“-Aufbruch in diesem Strom und charakterisiert kurz die Autoren des Buches. Diese erläutern im Anschluß jeweils die Kernfragen ihres Glaubens, äußern ihre Gedanken zu Theologie, Gemeinde, den Umgang mit der Bibel etc. und antworten dann auf die Beiträge der anderen. Mark Driscoll (von Webber mit dem Prädikat „biblizistische Theologie“ versehen) nimmt eine sehr defensive Position ein, spielt ein wenig den Lehrer, der die anderen Autoren auf den rechten Weg zurückführen muß und errichtet ein mit unzähligen Schriftstellen begründetes, traditionell-evangelikales Lehrgebäude. John Burke („inkarnatorische Theologie“) steht Driscoll theologisch sehr nahe, scheint aber in seiner Kommunikation seinem pluralistischen Kontext gegenüber deutlich sensibler zu sein. Dan Kimball („missionale Theologie“) betont die Wichtigkeit der altkirchlichen Bekenntnisse und baut Brücken in die heutige Zeit. Doug Pagitt („verkörperte Theologie“) schreibt das mit Abstand interessanteste Kapitel. Er träumt von Gemeinden als Brutstätten theologischer Vorstellungskraft, legt weniger dar, woran er glaubt, als vielmehr wie in einem lokalen Kontext lokale Theologie entstehen kann, die Pagitt als Tanz zwischen Evangelium und Kultur versteht. Karen Ward („gemeinschaftliche Theologie“) hat ihr Kapitel zusammen mit ihrer Gemeinde geschrieben und versteht darin das Entstehen theologischer Überzeugungen als gemeinschaftlichen Prozess. Abschließend faßt Robert Webber das Gelesene nochmals zusammen, würdigt die Beiträge, äußert Bedenken und weiterführende Gedanken. Im Anhang finden sich Literaturempfehlungen, die Texte dreier altkirchlicher Bekenntnisse (das Apostolische Glaubensbekenntnis sowie die Bekenntnisse von Nicäa und Chalcedon), die von Webber formulierte „Ancient-Future Vision“ und der von ihm initiierte Call to an Anchient Evangelical Future.

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Woran Du einen Überwinder erkennst – Gedanken über Jakob in Pniel und die Glaubensbewegung

17. Juli 2007

Im Rahmen meiner entspannten Klausur- und inneren Einkehrwoche lese ich gerade alte Tagebucheinträge. Dazu gehören Gedanken zu Bibeltexten aus der Zeit, da ich sie noch nicht als Wegmarken bloggte. Möglicherweise wird sich noch mehr davon hier einfinden. Nachfolgender Text datiert vom 05.02.2006 und entstammet meinem Nachdenken über Genesis 32, Jakob in Pniel am Jabbok.

Morgens schon hatte Jakob die Engel gesehen und am Abend hatte er die intensivste Gottesbegegnung, die je ein Mensch hatte: Stundenlanger Ringkampf. Nun hat Jakob einen neuen Namen, eine neue Identität; er besitzt den Segen Gottes und ist äußerlich gezeichnet. Überwinder reiten nicht auf hohem Roß, nein, sie hinken und werden im Triumphzug Christi mitgeführt. [Vieles ließe sich über absonderliche Deutungen des „Triumphzugs Christi“ schreiben, von dem Paulus in 2Kor 2,14 spricht.] Überwinder sind nicht strahlende Sieger, sondern hinkende Überwundene. Und darin sind sie gesegnete Gottesstreiter, in deren Schwachheit die Kraft Gottes im Überschwang zur Wirkung kommt. Sie tragen das Mal Gottes auf ihrem Leben, sie sind gezeichnet von der Hand Gottes. Sie sind gestorben und Christus lebt in ihnen. So war es bei Jakob. Ganz auf sich allein gestellt, frei von allem Eigentum und jedweder Ablenkung wirft er den ganzen Mann in die Waagschale und empfängt das Siegel Gottes. Ähnlich war es bei Abraham auf dem Berg Morija. Schadrach, Meschach und Abed-Nego vor dem goldenen Standbild. Jona an Bord des Schiffes im Sturm. Nicht alle haben ein Pniel. Aber jeder wird immer wieder in Situationen geführt, in denen er geprüft wird, in denen sein Schicksal sich wenden kann: David unter der Anklage Nathans, Joseph vor Potifars Frau, Daniel nach dem Gesetzeserlaß usw. (…) Oft zeigt sich erst hinterher, welche Bedeutung in einer solchen Situation lag. (…) Die Tiefe des Geheimnisses des Lebens in Gemeinschaft mit Gott wird uns nicht spontan zuteil. Das Leben des Jüngers ist ein beständiges Wachsen, Reifen und Geformt-werden. Lebenslange 24/7-Transformation. Vgl. Bonhoeffers Gedicht „Stationen auf dem Wege zur Freiheit“. Es gibt Schlüsselerlebnisse wie Pniel. Beschnitten und gezeichnet werden vor dem Angesicht Gottes. Aber: Diese Formung ist ein Prozeß. Die Hand Gottes spüren und unter ihr vorwärts gehen. Nicht „bekennen, glauben und haben“, sondern in Lebens-Gemeinschaft mit Gott verwandelt werden, immer wieder neues Sterben und Auferstehen, dem eigenen Leben absagen, die Sorgen auf Gott werfen, das Kreuz Jesu auf sich nehmen, sich unter sein sanftes Joch beugen, die Hand Gottes ergreifen und sagen: „Dein Wille geschehe“. Den Kelch trinken und das Leben feiern. In Schwachheit Gott zum Wirken kommen lassen. So zu Salz und Licht werden. Und in der Rückschau mit Kevin Prosch sagen: „I am not prepared for so much grace to fall on me“. Keine Instant-Verwandlung oder -Heiligung, sondern beständiges Vorwärts-Schreiten an der Hand Gottes, sitzend auf seinem Schoß im Aufschauen auf Christus erfüllt sein von Gottes Liebe und seiner Mission, die unser Leben bestimmt und zu unserem Dienst und Auftrag wird: „Alles geben für das Königreich Gottes“ –> d.h. Gott und Menschen tatkräftig lieben.

Interessant, diesen Text nach über einem Jahr zu lesen, irgendwo in den Tiefen meines Tagebuchs. Vor kurzem hatte ich mich mit zwei Mitstreitern über gewisse von uns als extrem empfundene Ausformungen der Glaubensbewegung unterhalten. Obige Gedanken treffen ziemlich genau das, was mir an diesem Teil des Leibes Christi immer suspekt war: Von einem sonderbaren Wort-Gottes-Verständnis geprägt, steigern sich manche Geschwister in einen anderen Bewußtseinszustand hinein, indem sie willkürlich ausgewählte, oft auch noch aus dem Kontext gerissene Schriftstellen mantra-mäßig vor sich her sagen. Gerne wird dafür z.B. „Ich vermag alles durch Gott, der mich mächtig macht“ verwendet – dieser Vers sagt nicht, daß Du plötzlich zu Superman geworden bist, sondern daß Gott Paulus die Ausdauer und Festigkeit schenkte, um auch extreme Belastungen durchzustehen. Von einer Siegestheologie ist Philipper 4 außerordentlich weit entfernt. Leben-mit-Gott ist ein Beziehungsgeschehen, in welchem der Heilige Geist unser Inneres transformiert und dem Willen, den Gedanken, Träumen und der Weisung Gottes konform gestaltet. Es ist ein Teil dieser Beziehung, über das Wort Gottes nachzusinnen. Aber lectio divina und positives Denken ist nicht dasselbe. Wenn in der Meditation über eine Schriftstelle das Wort Gottes in meinem Herzen, dem inneren Kern meiner Person, explodiert, so daß Wärme und Licht ausströmt, dann wird die Wahrheit dieser Schriftstelle zu einem Teil meiner Person, ich muß sie mir nicht mehr solange einreden, bis ich sie endlich glaube. Leben-mit-Gott ist ein Beziehungsgeschehen. Dazu gehören immer wieder auch solche Pniel-Erlebnisse, von denen der obige Text spricht, den wiedergefunden zu haben ich mich freue…

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Bitte nur unter Aufsicht lesen!

13. Juli 2007

Online Dating

Solltest Du noch nicht volljährig sein, nimm bitte Deine Eltern an die Hand, wenn Du Dich auf dem Feld des Sämanns bewegst 😉

Solltest Du wissen wollen, wie Dein Blog eingestuft wird, dann klicke hier.

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TV-Hinweis: ARD-Doku über christlichen Fundamentalismus in Deutschland

12. Juli 2007

Das dürfte nicht nur mich, sondern auch meine Leser interessieren: Morgen, Mittwoch 11.07., um 22:45 Uhr strahlt die ARD die dreiviertelstündige Dokumentation Die Hardliner des Herrn – Christliche Fundamentalisten in Deutschland aus. Auf der Website steht dazu folgender Text:

Schluss mit lustig – zurück zur reinen, bibeltreuen Lehre! Zunehmend mehr Christen in Deutschland, vor allem aus dem evangelikalen Spektrum, kämpfen für ein deutlicheres Profil ihres Glaubens. Die biblische Botschaft darf für sie nicht länger der Beliebigkeit ausgeliefert bleiben. Im Extremfall sind sie sogar bereit, ihre Kinder nicht mehr in öffentliche Schulen gehen zu lassen, weil dort Sexualkunde und Evolutionslehre unterrichtet werden. Beides widerspricht in ihren Augen dem Geist der Heiligen Schrift. Inzwischen stehen immer häufiger diese Schulverweigerer im Namen des Herrn vor den Schranken des Gerichts. Sie selbst begreifen sich als Gottes Elite auf Erden, als Retter des christlichen Glaubens und als Kämpfer gegen die Laster der Gegenwart.
Fundamentalismus ist schon länger kein Thema allein für die islamische Religion. Christliche Fundamentalisten – was in den USA seit Jahrzehnten seine Blüten treibt, ist nun auch in Deutschland zunehmend häufiger anzutreffen. Diesen überzeugten Christen gilt Schwulsein als Sünde, Sex vor der Ehe ist ihnen verpönt. Vor allem aber: Sie wähnen sich im Besitz des einzig wahren Glaubens. Ein Dialog ist kaum möglich und Muslime ebenso wie Liberale stellen für sie eine Gefahr dar, gegen die es zu missionieren gilt.
Inzwischen gibt es sogar hierzulande in großen Wirtschaftsunternehmen Führungskräfte, die ungeachtet des geltenden Antidiskriminierungsrechts freimütig bekennen, nur noch Christen einstellen zu wollen. Die Filmdokumentation unternimmt einen Streifzug durch die neue und anwachsende Szene des christlichen Fundamentalismus.

idea weiß: Zu Wort kommen u.a. der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber (Berlin), der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), der Vorsitzende des Kongresses christlicher Führungskräfte, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), die katholische Unternehmerin Christiane Underberg, der Leiter der Nachrichtenagentur idea, Helmut Matthies (Wetzlar), die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) und der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera (Kassel).

Ich glaube, ich fühle mich jetzt schon unwohl…

Update:
Mittlerweile habe ich die Dokumentation gesehen. Die unangenehme Vorahnung (siehe Kommentare) hat sich bestätigt. Interessant fand ich es, zu beobachten, auf welche Weise der Autor des Beitrages kommuniziert – wann geschnitten wurde, welche Bilder verwendet werden, was die Tonspur bestimmt etc. Schmerzen bereitet hat mir manches: Jeder scheint das Wahrheitsmonopol besitzen zu wollen – der Kulturwissenschaftler, der Biologe, der (Haus-)Lehrer, der Prediger, aber vor allem der Autor des Beitrages. Wo ist da die agonale Komplexität, die der Postmoderne nachgesagt wird? Jeder beharrt fundamentalistisch auf seiner Ansicht. Auf der einen Seite wird die EvolutionsTHEORIE als wissenschaftliches Faktum genommen, das nicht hinterfragbar ist, sondern einfach geschluckt werden muß (hallo: Das wissenschaftliche Paradigma wird nicht hinterfragt, oder wie sieht’s aus?), auf der anderen Seite müssen Frauen Kopftücher tragen und Kinder werden nicht unter-richtet, sondern abge-richtet. Ich kenne Mütter aus meinem Umfeld, die Angst davor haben, ihre Kinder auf die staatliche Schule zu schicken. Das macht mir wahrlich Schmerzen. Willkommen im christlichen Ghetto! Wie auch immer…

Hast Du diese Sendung gesehen? Was hast Du dabei empfunden?

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„Missional“ und „missionarisch“ – was ist der Unterschied?

11. Juli 2007

In einem Kommentar zu einem älteren Post von mir fragt Schrotty (der auf seinem Blog über missionarische Jugendarbeit nachdenkt), was aus meiner Sicht „missional“ und „missionarisch“ unterscheidet. Ich habe im Kommentarformular zu antworten begonnen, dann aber festgestellt, daß es dieser Kommentar verdient hätte, ein eigener Post zu sein. Darum nachfolgend meine spontanen, unreflektierten und sehr komprimierten Gedanken zum Thema.

Meinem persönlichen Empfinden nach ist „missionarisch“ in mancher Hinsicht schon sehr gelabelt. Einerseits vom akttraktionellen Gemeindemodell: Missionarisch bedeutet „hinaus in die Welt gehen“ und „die Leute in die Kirche holen“ – Netz auswerfen, Menschen fangen, Übergabegebet sprechen lassen etc. Zweitens wird missionarisch dem Missionar zugeordnet. Und der ist für viele immer noch einer, der zu den Menschen in Afrika geht und ihnen von Jesus erzählt.

Missional hingegen verstehe ich ganzheitlicher. Gott hat den Menschen zur Harmonie mit Gott, sich selbst, dem Mitmenschen und der Welt geschaffen – Schalom eben. Nach dem Sündenfall ist in allen vier Richtungen etwas zerrissen, was sich seitdem multipliziert hat, so daß der Mensch in Disharmonie mit seinem Schöpfer und dessen Schöpfung lebt – das bezieht die eigene Person, die Nächsten und die Umwelt mit ein. Die Schaffung von umfassendem, ganzheitlichem Schalom ist daher meiner Ansicht nach der Kern der Missio Dei. Jesus hat in seinem Leben dies in mannigfaltigen Facetten demonstriert, durch seinen Tod die Kluft zwischen Gott und Menschen geschlossen und die widergöttlichen Mächte ihrer Gewalt entkleidet. Seitdem ist ein entscheidender Unterschied möglich: Im Nachfolger Jesu lebt der Heilige Geist, der uns im Inneren transformiert, den Willen Gottes in unser Herz schreibt, die Frucht des Geistes hervorbringt und in zunehmendem Maße die Harmonie mit Gott, mir selbst, meinen Nächsten und der Schöpfung möglich macht. Die Gemeinschaft der Jesus Nachfolgenden trägt dies hinaus in die Welt – das ist unsere Sendung.

Damit schließt „missional“ für mich den Kern des oben leicht polemisch skizzierten Verständnisses von „missionarisch“ ein, geht aber weit darüber hinaus. Nicht nur Buße und Bekehrung, sondern darüber hinaus auch Nachfolge, Jüngerschaft, Reich Gottes, soziale Gerechtigkeit, positiv verstandene Gesellschaftstransformation, Verantwortung gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt usw. Dazu sind wir gesandt. Das will ich (zu) leben (versuchen). Und damit wird „missional“ mehr als eine Strategie, mehr als ein Eigenschaftswort. Missional heißt für mich, dem „von Gott Gesandt-Sein“ in allen Belangen Rechnung zu tragen, in jeder Hinsicht nach dem zu streben, was auf dem Herzen Gottes ist. So zu leben, wie Jesus leben würde, wenn er mein Leben leben würde. Somit wird missional zum Lebensstil, zum Mindset.

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[Wegmarken] Josua 9 – Die List der Gibeoniter

11. Juli 2007

Feindliches Bündnis
Einige Könige Kanaans bekommen es mit der Angst zu tun und schmieden ein Bündnis gegen Josua und Israel.

  • Solltest Du Dein Leben mit Gott leben, wird es immer wieder auch Kräfte geben, die nicht an Deinem Wohlergehen interessiert sind. Kein Grund zur Panik, aber zur Wachsamkeit.

Die List der Gibeoniter
Die Bewohner Gibeons wählen eine andere Taktik: Sie gehen zu Josua und geben vor, von weit her gekommen zu sein. Sie hätten von den großen Taten Gottes gehört, davon, was er in Ägypten und auch bei den Siegen Israels über die Könige Sihon von Heschbon und Og von Baschan (listigerweise werden Jericho und Ai nicht erwähnt…) getan hat. Darum seien sie gekommen, um Israel ihre Dienste anzubieten.

  • Nicht nur mit offenem Widerstand ist zu rechnen, sondern auch mit List, Täuschung und Verdrehung, die vordergründig im Gewand des Gotteslobes daherkommt

Ein fataler Fehler
Die Führer Israels untersuchen die Sache, aber „fragen nicht nach der Weisung Gottes“. Daraufhin schließt Josua einen Bund mit den Gibeonitern und garantiert ihr Leben.

  • Auffallend ist hier, daß „die Führer Israels“ die Prüfenden sind, wo an anderer Stelle immer explizit von Josua als dem Handelnden gesprochen wurde.
  • Wieder tritt das „Josua-Prinzip“ auf: Nach Gottes Weisung wird nicht gefragt, sondern eigenmächtig entschieden. In diesem Fall eindeutig der falsche Weg.

Das böse Erwachen und eine zweite Chance
Nach drei Tagen kommt das böse Erwachen, als Israel die Städte der Gibeoniter erreicht und deren wahre Identität zutage tritt. Die Führer des Volkes wollen/können den Eid nicht brechen, den sie den Gibeonitern vor Gott geschworen haben. Das Volk Israel murrt. Als Josua die Gibeoniter zur Rede stellt, erfährt er, daß sie von dem Auftrag Gottes an Mose, die Bewohner Kanaans auszurotten, wußten und deshalb um ihr Leben fürchteten. Die Israeliten wollen die Gibeoniter umbringen, die Josua aber rettet. Er macht sie zu Arbeitern für Israel.

  • An dieser Stelle denke ich (wieder einmal) an Jesus. Nach drei Tagen kommt der Betrug der Gibeoniter an’s Licht. Sie werden von Josua gerettet und zu Arbeitern für das Volk Gottes gemacht. Jesus (dessen Name im Hebräischen dem Namen Josuas entspricht) ist am dritten Tag auferstanden und hat die Wahrheit Gottes an’s Licht gebracht, uns errettet und zu seinem königlichen und priesterlichen Eigentumsvolk gemacht. Eine interessante Parallele.
  • Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die Gibeoniter, die sich durch Lug und Trug das Überleben erkämpft haben, eine zweite Chance erhalten und dem Gottesvolk eingegliedert werden – jenem Gottesvolk, dessen Stammväter Abraham und Isaak sich ebenfalls durch Täuschung („Das ist gar nicht meine Frau“) ausgezeichnet hatten und dessen Namensgeber Jakob/Israel sich durch Trug und Täuschung das Erstgeburtsrecht samt des väterlichen Segens erschlichen hatte – von seiner trickreichen Täuschung Labans und Bereicherung an dessen Vieh ganz abgesehen…

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Quizfrage des Tages

11. Juli 2007

Wie viele Charismatiker werden benötigt, um eine Glühbirne reinzuschrauben?

Quelle: Aktuelle Folge des Christian Comedy Podcast. Dort werden zwar „Pentecostals“ genannt, aber in unseren Gefilden erscheint mir „Charismatiker“ im Vergleich zu „Pfingstler“ als die besser kontextualisierte Variante. Nebenbei ist der genannte Podcast immer mal wieder eine nette Abwechslung zu all den bedeutungsschwangeren Predigten und Vorträgen, die ihren Weg aus dem weltweiten Netz über den Palm in meine Ohren finden.

Update:
Es braucht natürlich 12 – Einer dreht die Glühbirne rein und elf beten gegen den Geist der Finsternis 8)

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[Wegmarken] Josua 8 – Josua erobert Ai und erneuert den Bund Israels mit Gott

10. Juli 2007

Der Auftrag Gottes
Gott gibt Josua den Auftrag, mit allen kampffähigen Männern gegen Ai zu ziehen, einen Hinterhalt hinter der Stadt zu legen und mit Ai dasselbe zu machen wie mit Jericho. Einziger Unterschied: Diesmal können die Israeliten Vieh und eroberte Güter als Beute behalten.

  • Selbst eine scheinbar leichte Aufgabe wie die Einnahme Ais kann nicht mit halber Kraft erledigt werden – es benötigt alle Soldaten Israels sowie einen göttlichen Plan. Eine notwendige Erinnerung an mich, nicht einfach drauflos zu handeln und Dinge nebenher erledigen zu wollen, sondern das Reden Gottes zu suchen und dann konzentriert an die Umsetzung zu gehen. Gut, daß nächste Woche beim diesjährigen Live2Gether Zeit dafür ist.
  • Die Beute aus Ai dürfen die Israeliten behalten – war das Gut Jerichos als Erstlingsopfer für Gott zu sehen?

Die Zerstörung Ais
In einem dreitägigen Feldzug lockt Josua die Bewohner Ais aus der Stadt heraus. Auf das Geheiß Gottes, der Ai in die Hand der Israeliten gegeben hat, hin, gibt Josua das Zeichen, auf das hin die im Hinterhalt verborgene Division die Stadt einnimmt. Alle Einwohner werden getötet, große Beute gemacht, der König aufgehängt, Ai in Schutt und Asche gelegt und auf dem Leichnam des Königs ein Steinmal zur Erinnerung errichtet. Das strikte Befolgen der Weisung Gottes bringt einen umfassenden militärischen Sieg.

Die Erneuerung des Bundes
Auf dem Berg Ebal baut Josua einen Altar, auf welchem Brand- und Dankopfer dargebracht werden. Danach schreibt er auf Steine das Gesetz Moses (wohl die Zehn Gebote, sonst hätte er viel zu schreiben gehabt…) und liest anschließend das ganze mosaische Gesetz (vielleicht das Buch Deuteronomium? oder Lev-Deut? oder noch mehr?) Wort für dem ganzen Volk vor. So wird Israel ein weiteres Mal auf das Halten des Bundes eingeschworen.

  • Offensichtlich hatte Josua zumindest Teile des Pentateuch zu seiner Verfügung (wie auch aus Jos 1,8 geschlossen werden kann). Soviel zum Thema: „Das haben die im babylonischen Exil verfasst.“
  • Nach dem Sieg kommt der Dank an Gott und das Bekenntnis dazu, an ihm festhalten zu wollen. Als Opfer wird wohl das Beste der Beute dargebracht worden sein. Vorbildhaftes Verhalten.

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[Wegmarken] Josua 7 – Die Sünde Achans und die Niederlage bei Ai

9. Juli 2007

Ein Blick hinter die Kulissen
Während der Eroberung Jerichos vergreift sich Achan aus dem Stamm Juda an den gebannten Gütern aus der Stadt. Gottes Zorn entbrennt über Israel.

Eine unerwartete Niederlage
Josua schickt nun Spione aus, um Ai, die nächste Stadt, die es einzunehmen gilt, auszukundschaften. Ihr Fazit: Es ist nicht nötig, das ganze Heer zu schicken, zwei- bis dreitausend Mann sind genug. 3.000 Mann ziehen also los, es kommt zum Kampf, die Israeliten fliehen vor den Kriegern Ais, 36 Mann werden getötet und „das Herz des Volkes schmolz und wurde wie Wasser“.

Trauer und Klage
Josua und die Ältesten Israels zerreißen ihre Kleider, streuen sich Staub über den Kopf, fallen auf ihr Angesicht vor der Bundeslade. Josua klagt: „Gott, warum hast Du uns überhaupt hierher gebracht? Wenn wir vernichtet werden, was wirst Du dann für Deinen Namen tun?“
Mir fällt auf, daß Josua zwar auf die Ehre des Namens Gottes bedacht ist, aber dennoch Gott als den Schuldigen für die Niederlage ausmacht und nicht nach möglichem eigenen Versagen fragt. Josua hatte meinem Empfinden nach eigenmächtig gehandelt, indem er auf das Wort der Kundschafter hin seinen Schlachtplan entworfen hatte. Immer wieder wird dieses Motiv im Buch Josua auftauchen: Strebt das Volk aktiv nach einer Offenbarung des Willens Gottes, so sind ihre Unternehmungen von Erfolg gekrönt. Handelt Josua aber eigenmächtig, muß er empfindliche Rückschläge hinnehmen. Hätte er in dieser Situation die Gegenwart Gottes gesucht, wäre er, so denke ich, auf die Übertretung Achans aufmerksam gemacht worden.

Die Antwort Gottes
Gott spricht: „Warum liegst Du da? Israel hat gesündigt, den Bund übertreten, gestohlen. Darum haben sie keine Chance gegen ihre Feinde. Ich werde nicht mit Euch sein, wenn das Gebannte nicht zerstört wird.“
Das aktive Übertreten der Weisung Gottes katapultiert das Volk aus dem Bund und entzieht Gottes Beistand.

Die Entlarvung des Übertreters
Auf das Geheiß Gottes hin wird Achan am nächsten Tag vor dem ganzen Volk als der Schuldige entlarvt. Er bekennt, einen schönen Mantel, Silber und Gold gesehen, begehrt und gestohlen zu haben.
Eine psychologische Einsicht: Auf das Sehen folgt das Begehren, welches zur sündigen Handlung führt. Hier denke ich an Jesu Wort in Mt 5,28: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ Auch werde ich an Jak 1,14f erinnert:

Ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Hier zeigt sich dieselbe Reihenfolge: Aus dem Sehen wird Begehren, das zur Sünde führt. Gut, daß der Heilige Geist im Herzen des Gläubigen Genügsamkeit wirkt. Warum alles konsumieren und erstreben und haben müssen, wenn unser himmlischer Vater versprochen hat, uns zu versorgen (Mt 6,31-34; 1Tim 6,6-11)?

Die Bestrafung des Übertreters
Josua „und ganz Israel“ nehmen Achan, das Diebesgut (Mantel, Silber, Gold), seine Söhne und Töchter sowie sein Vieh und sein ganzes Eigentum, steinigen und verbrennen sie. Danach wird ein großer Steinhaufen auf ihnen errichtet – ein Erinnerungs- und Mahnmal. Gottes Zorn wendet sich von seinem Volk.
Warum eine solch harte Strafe? Der Text liefert eine Letztbegründung nicht. Das Gebannte in Jericho sollte zerstört werden bzw. Gottes Eigentum sein. Vielleicht wurde hier auch während der Jungfernzeit des Volkes im verheißenen Land ein Exempel statuiert, ähnlich wie das bei der Rotte Korach nach dem Exodus (Num 16) und Hananias und Saphira in der jungen Gemeinde (Apg 5) war. Jedenfalls ist klar: Sünde schadet nicht nur der eigenen Person, den Mitmenschen und der Welt, sondern ist immer auch (und vorrangig) ein Vergehen gegen Gott und darum ernst zu nehmen.

Ein Blick auf Christus
Die Sünde eines Israeliten bringt Verderben über das ganze Volk, so wie die Sünde Adams allen Menschen den Tod gebracht hat (vgl. Röm 5,12). Durch die Bestrafung Achans wird der Zorn Gottes vom Volk genommen. Hier denke ich an die Worte von Paulus aus Röm 5,18-21:

Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Die Zeiten haben sich geändert. Das ist gut. Aber auch für uns gilt: Sünde ist zu erkennen, zu benennen und zu bekennen. Gottes Vergebung ist gewiß (1Jo 1,9).

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Kaffee-Sucht

4. Juli 2007

Wenn wir schon mal bei Abhängigkeiten sind:

I am 73% Addicted to Coffee

Wie abhängig bist Du? Mach den Test!

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Blog-Sucht

3. Juli 2007

82%How Addicted to Blogging Are You?

Haso, der so freundliche Worte für das Feld des Sämanns gefunden hat, ruft seine Leser auf, die eigene Blog-Sucht zu testen. Und siehe da, es scheint mich erwischt zu haben. Wie süchtig bist Du? Mach den Test!

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Was das iPhone alles kann

2. Juli 2007

Selten habe ich mich so amüsiert, wie bei dieser Fake-Werbung für das iPhone. Das Video steht schon eine ganze Weile online, aber nach dem offiziellen Verkaufsstart des neuesten „Eigentlich braucht man es nicht wirklich, es ist auch schweineteuer, aber irgendwie will ich es trotzdem haben“-Gadgets von Apple will ich nochmals drauf hinweisen. Solltest Du noch zögern, dann werden Dich diese 1:11 Minuten restlos überzeugen: Auch Du brauchst ein iPhone!

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[Foster] Gebet aus dem Leiden

1. Juli 2007

{Dies ist der vierundzwanzigste Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13|14|15|16| 17|18|19|20|21|22|23}

Es ist das Gebet aus Agonie, das die Welt rettet. (St. Maria von Jesus)

Im Gebet des Leidens lassen wir unsere Bedürfnisse und Wünsche, ja selbst unsere Umwandlung und Vereinigung mit Gott, weit zurück. Hier geben wir Gott die verschiedenen Beschwerlichkeiten und Prüfungen, denen wir gegenüberstehen und bitten ihn, sie zu unserem Heil zu benutzen. Außerdem nehmen wir freiwillig die Sorgen und Mühen anderer auf uns, um sie freizusetzen. In unserem Leiden können die Leidenden das Angesicht des leidenden Gottes sehen.

Kein größeres Bild

Es gibt kein größeres Bild von dieser leidenden, erlösenden Liebe als Jesus, der an das Kreuz von Golgatha genagelt ist und die Worte der Absolution ausstößt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Luk 23,34). Diesen höchsten Akt der Erlösung können wir nicht wiederholen, aber Christus lädt uns ein, seine Leiden zu teilen und auf diese Weise mit ihm an der Erlösung der Welt teilzuhaben. Wir sind aufgerufen, Partner Christi zu sein, indem wir an der „Gemeinschaft seiner Leiden“ (Phil 3,10) partzipieren.

Erlösendes Leiden

Es gibt Leiden, das Sinn und Bedeutung hat. Es bereichert das Leben anderer und bringt der Welt Heilung. Auf der rein menschlichen Ebene können wir das im Hinblick auf unsere Kinder verstehen; wir bringen gern manches Opfer, damit sie ein besseres Leben haben können. Papst Paul VI schreibt: „Der Christ kann zur selben Zeit zwei unterschiedliche, gegensätzliche Erfahrungen machen – Sorge und Freude -, die einander ergänzen.“ In erlösendem Leiden stehen wir mit Menschen in ihrer Sünde und ihren Sorgen. Wir werden nicht nur für andere „gekreuzigt“, sondern mit ihnen. Im Leiden beten wir und werden dadurch verändert. Wir reden nicht mehr über „sie“, sondern über „uns“ und „wir“. Alle vermeintliche Überlegenheit – ob intellektuell, kulturell oder geistlich – wird schlicht weggeschmolzen. Wir stehen gemeinsam unter dem Kreuz.

Freude, nicht Elend, ist die treibende Kraft hinter erlösendem Leiden. Es geht darum, daß Gott uns zum Besten aller benutzt – was eine ziemlich erstaunliche Vorstellung ist, wenn wir uns die Zeit nehmen, darüber nachzudenken.

Den Nutzen erkennen

Der Wert des Gebets aus dem Leiden ist Legion. Zunächst einmal schützt es uns vor einem oberflächlichen Triumphalismus. „Kein Kreuz, keine Krone“, wie William Penn sagte. Für Nachfolger Jesu gehört das Leiden mit dazu. Thomas Kelly bemerkt: „Gott hat das Kreuz neben die Straße des heiligen Gehorsams gepflanzt“. Aber jetzt kommt das Erstaunliche: Das Leiden ist nicht umsonst! Gott nimmt es und gebraucht es für etwas Schönes, etwas, das jenseits unserer Vorstellung liegt.

Ein weiterer Nutzen: Durch das Leiden werden unsere Herzen erweitert und sensibilisiert. Wir werden zu „verwundeten Heilern“, wie Henri Nouwen uns zu sagen gelehrt hat. Wir erkennen das Leid unserer Zeit in unseren Herzen, und das wird der Ausgangspunkt für unseren Dienst.

Was tun wir?

Unsere Frage lautet nicht: „Warum gibt es Leiden in der Welt?“, sondern „Wie kann ich in das Leiden in der Welt auf eine Weise eintreten, die Erlösung und Heilung bringt?“ Wir müssen nach der Praxis fragen. Es geht nicht um Leiden um des Leidens willen. Es geht nicht um eine Sehnsucht nach dem Martyrium. Dies ist ein bewußtes Schultern der Sünden und Sorgen anderer, damit sie geheilt werden und ein neues Leben bekommen mögen. George MacDonald bemerkt: „Der Sohn Gottes litt bis an den Tod, nicht, damit die Menschen nicht mehr leiden müßten, sondern, damit ihr Leiden wie seines sein möge“.

Die passive und die aktive Seite

Jean Nicholas Grou schrieb:

Laß Dein Leiden für Gott getragen werden; leide in Unterwerfung und Geduld und leide in Einheit mit Jesus Christus und Du wirst ein höchst exzellentes Gebet darbringen.

Gott, der alles weiß und alles sieht, wird am Ende alle Dinge gerade rücken. Besser noch: Er wird jede Träne trocknen. In der Zwischenzeit nimmt er unsere Sorgen und verwendet sie auf geheimnisvolle Weise dazu, der Welt Heilung zu bringen. Mit geistlicher Reife kommt die Fähigkeit, zwischen den Prüfungen, die zum normalen Leben unter dem Kreuz dazugehören, und den Ungerechtigkeiten einer bösen Welt, die Korrektur verlangen, zu unterscheiden.

Wir müssen uns nicht ständig die Lasten anderer auf unsere Schultern laden, sondern sie in die Arme des Vaters übergeben. Tun wir das nicht, wird uns die Last zu schwer werden und Depression wird uns übermannen. Und außerdem ist es nicht nötig. Unsere Aufgabe ist in Wirklichkeit eine recht kleine: Die Agonie anderer einfach so lange zu halten, daß sie sie selbst loslassen können. Dann können wir gemeinsam alles Gott überlassen.

Stellvertretend für andere Buße tun

Das Gebet aus dem Leiden zeigt seine ganze nackte Wirklichkeit, wenn uns die Gnade gegeben ist, stellvertretend für andere Menschen Buße zu tun – insbesondere für unsere Feinde, wenn wir ihnen vergeben und sie freisetzen. Natürlich muß jeder dort umkehren, wo er die göttliche Barmherzigkeit verwundet hat. Aber unser stellvertretendes Buße-Tun für andere scheint es ihnen irgendwie leichter zu machen, selbst umzukehren.

Das Stöhnen eines ringenden Glaubens

Ein solches Stehen zwischen Gott und Menschen beinhaltet eine Art Ringen mit Gott. Dies ist ein Teil unseres Leidens, vielleicht ein wenig mit einem Wortwechsel mit unserem besten Freund zu vergleichen. Solch ein Ringkampf ist mit Liebe vereinbar, denn es handelt sich dabei um einen Ausdruck unseres Sorgens für andere. Es ist nicht Ärger, Wut oder Gejammer, sondern – wie Martin Luther es ausdrückte – „ein beständiges, gewaltsames Handeln des Geistes, während er sich zu Gott erhebt“. Wir haben es hier mit ernsten Dingen zu tun. Unsere Gebete sind wichtig. Sie haben eine Auswirkung bei Gott. Wir wollen, daß Gott weiß, wie ernst es uns in unserem Herzen ist. Wir hämmern an die Tür des Himmels, weil wir dort oben gehört werden wollen. Wir quälen uns. Wir schreien auf. Wir rufen. Wir beten schluchzend und unter Tränen. Unsere Gebete werden zum Stöhnen eines ringenden Glaubens.

Fasten ist ein Ausdruck unseres Ringens. Fasten ist der freiwillige Verzicht auf eine normale Funktion um intensiver geistlicher Aktivität willen. Unser Fasten ist ein Zeichen dafür, daß uns nichts in unserem Ringen im Namen der Gebrochenen und Unterdrückten aufhalten wird. Unser Fasten ist Teil unseres Ringens mit Gott. Es ist Teil der Geburtswehen, die wir durchmachen, um neues Leben aufbrechen zu sehen.

Das Ringen mag schmerzhaft sein, aber das Endresultat ist des Kämpfens wert, denn, so erinnert uns Kierkegaard, wir gewinnen – und Gott ebenfalls: „Der Gerechte ringt im Gebet mit Gott und überwindet – und darin überwindet Gott.“

Mit dem Leib Christi leiden

Die Bezeichnung „Leib Christi“ für die Gemeinschaft der Gläubigen ist keine romantische Metapher, sondern echte Wirklichkeit. Durch den Heiligen Geist lebt Jesus Christus in seiner Gemeinde, und unser Leiden ist sein Leiden. Genauso ist sein Leiden unser Leiden. Von Zeit zu Zeit wird uns das Vorrecht verliehen, das Leiden Christi aufgrund eines besonderen Notstandes in seinem Leib zu teilen.

Oh Heiliger Geist Gottes,
so viele leiden heute. Hilf mir, mit ihnen in ihrem Leiden zu stehen. Ich weiß nicht wirklich, wie das geht. Ich bin in Versuchung, ein kurzes Gebet zu sprechen und sie dann wegzuschicken, anstatt mit ihnen die Troslosigkeit des Leidens auszuhalten. Zeige mir den Pfad in ihren Schmerz.
Im Namen Jesu und um Jesu willen.
Amen.

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Schöne Musik von Mark Knopfler und Emmylou Harris sowie Eric Clapton

1. Juli 2007

Manchmal, sehr selten, da geschieht es, daß ich ein Lied höre und weiß: Das wird auch noch in zehn Jahren einer meiner Faves sein. Vor kurzem ist es wieder passiert: Ich fahre durch die Nacht, habe (warum auch immer) das Radio an (und keinen Podcast auf dem Palm), als eine sympathische SWR1-Moderatorin „This is us“ von Mark Knopfler und Emmylou Harris ankündigt. Wußte ich gar nicht, daß die was zusammen gemacht haben. Was, die Scheibe kam schon 2006 raus? Lied läuft, tut gut, sehr angenehme, geliebte Alte Knopfler-Gitarre. Romantisches Thema, flotter Beat, wunderbar harmonierende Stimmen zweier, die nichts mehr beweisen müssen. Klar wird: Das Album muß her! Tagelang nicht mehr dran gedacht, als plötzlich wieder im Auto (diesmal war ich nur Beifahrer) dasselbe Lied läuft. Tagelang Entzugserscheinungen. Bis heute die Bestellung fällig war. Allerdings wollte ich nicht auf das Eintreffen der Silberscheibe warten, und so sitze ich nach Mitternacht beim Arbeiten, Knopf(ler) im Ohr, miserabler YouTube-Sound, aber die Seele fühlt sich dennoch gestreichelt.

Hier der Text:

This is us down at the Mardi Gras
This is us In your Daddy’s Car
You and the missing link
Yeah, I’d had a little too much to drink,now
Too long in the sun
Having too much fun
You and me and our memories
This is us

Rocking at the barbecue
Yeah, when we said I do
Hand jiving on the Ballroom floor
You in that wedding coat you wore
And you in that amazing dress
I was stoned on love I guess
You and me we were meant to be
This is us

This is us on our Honeymoon
In our hotel room
Sitting by the wishing well
Checking out of the love motel
Making plans for the sunshine state
Waiting at the terminal gate
You and me making history
This is us

And our baby boy
With our pride and joy
You at the Sunday Game
Standing next to What’s hisname?
On our Anniversary
With the family
You and me and our memories
This is us

(Mark Knopfler feat. Emmylou Harris – „This Is Us“ vom Album All the Roadrunning)

Hach, schön. Genauso, wie ich’s gerne hab. Hier der Link zum Video. Wer ein wenig mehr von Mark Knopfler sehen möchte, gönne sich eine 10:42-Version von Sultuans of Swing (mit Eric Clapton). Und wenn wir schon beim guten Eric sind: Der performt eines der schönsten Liebeslieder – Wonderful Tonight (hier veredelt durch die Gitarrenarbeit von – jawohl: Mark Knopfler).

Update 10.07.:
Heute ist „All the Roadrunning“ angekommen. Der Eindruck nach dem ersten Durchlauf: Sehr entspanntes, angenehmes Country-Feeling, das sich mit den Vibes mancher Teile von Johnny Cash’s Unearthed Box-Set vergleichen läßt. „All the Roadrunning“ wird sich mit dieser Box und Springsteen’s feinem Devils & Dust darum streiten, wer mich in lauen Sommernächten bei Rotwein und Zigarre begleiten darf.

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