Salbung Re-Imagined
1. April 2007
Abendessen im Hause Simons des Pharisäers
Der aussätzig war
Jesus im Kreis seiner Freunde
Auch Lazarus sitzt am Tisch
Maria und Martha warten auf
Vertraute, fröhliche Runde
Ruhe außerhalb Jerusalems
Der Stadt in Aufruhr
Nachdem Jesus triumphierend einzog
Und die Händler aus dem Tempel trieb
Jetzt aber
Ein ruhiges Abendessen
Maria hatte den Raum verlassen
Kommt zurück mit einer Flasche
Kostbares Nardenöl
Und sie weint
Kniet vor Jesus, der am Tisch liegt, sich zu ihr wendet
Ihre Tränen tropfen auf die Füße des Herrn
Bis sie ihren Haarknoten löst
Und die Füße Jesu mit ihrem langen, wallenden Haar trocknet
Die Blicke stören Maria nicht
Als sie seine Füße zu küssen beginnt
Sich wieder aufrichtet
Ihr unendlich wertvolles Fläschchen zerbricht
Das betörende Öl auf das Haupt Jesu gießt
Seine Füße salbt
Eine stadtbekannte Sünderin
Von sieben Dämonen besessene Hure
Mag sie gewesen sein
Was war, ist vergangen
Dieser Moment gehört ihr
Schamlos liebkost sie den Messias
Der von Gott Gesalbte wird von einer Sünderin gesalbt
Und läßt es zu
Verteidigt sie
Schafft ihr Raum in Gegenwart des Pharisäers
Und kritischer Jünger
-
Wenn es nur möglich wäre, Jesus
Dich tatsächlich leibhaftig vor mir zu sehen
Wenn ich Dir nur sagen könnte, Jesus
Was tief in meinem Inneren pulsiert
Und Dir entgegen wallt
Wenn ich nur könnte, Jesus
So gerne würde ich es tun
Worte – plötzlich inhaltsleer
Taten haben ihre Bedeutung verloren
Können weder sagen noch zeigen
Was kommuniziert werden will
Laß mich lernen, Jesus
Von Maria
Das Kostbarste zu zerbrechen
Und es Dir zu schenken
Zu weinen in Deiner Gegenwart
Frei ohne Scham den Kopf zu erheben
Und Deine Füße zu küssen
Dein Haupt zu salben
Das mir begegnet
In meinem Nächsten
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