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Archiv für Februar, 2007

Endlich online! oder: Was lange währt…

28. Februar 2007

Ende Oktober habe ich beim größten deutschen Telekommunikation- sunternehmen einen Telefon- und Internet-Anschluß in Auftrag gegeben. Mitte Januar wurde mir erklärt, daß der Auftrag wohl irgendwie verschütt gegangen sei. Aber man würde sich jetzt darum kümmern. Ende Januar war dann endlich das Telefon freigeschalten. DSL würde ein paar Tage länger dauern. Mitte Februar erschien dann unaufgefordert ein Vertreter des erwähnten Unternehmens, der sich darüber wunderte, daß das DSL bislang immer noch auf sich warten ließ. Ich solle doch bei der IT-Service-Hotline anrufen. Dies tat ich gestern und bekam zu hören, daß mein DSL freigeschaltet sei. Ob ich alles richtig installiert hätte? Wenn ja, dann könne nur der technische Kundendienst weiterhelfen, welchen ich im Anschluß anrief. Die freundliche Dame untersuchte meine Leitung, erklärte, die sei „wohl nicht synchron“ (was immer das heißen sollte) und sie müsse das an den Außendienst weitergeben. Dieser meldete sich heute, stellte alles richtig ein und – schwupps – ist alles in Butter. Wie schön! Nach vierteljährlichem Warten und hin- und her-Pendeln zwischen meinem neuen Domizil und dem Internet-fähigen Rechner in meinem Elternhaus bin ich ab heute im Genuß eines eigenen Netzzuganges. Zusammen mit dem schönen MacBook Pro, welches vor einer Woche eintraf, fühlt sich das alles schon sehr fein an. Nun noch mit meinem Vater und Schreiner-König den neuen Schreibtisch fertig bekommen und mein Traum-Arbeitsplatz ist Wirklichkeit! Selbstredend mußte dieses Ereignis heute Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein mit einer netten Zigarre gefeiert werden, denn wie sagte nicht Werner „Tiki“ Küstenmacher vor kurzem im Fernsehen: „Fest-Tag schlägt Fast-Tag“. Hurra! Ein Blick auf meinen aktuellen Arbeitsplatz:

http://www.p-shuttle.de/dosi/wp-content/myfotos/sonstige-bilder/CIMG1326.JPG

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[Fast Acht] Meditation zum Einzug Jesu in Jerusalem

26. Februar 2007

[Vor kurzem habe ich über unsere Fast-Acht-Aktion in der Fastenzeit gepostet. Hier mein Text für die erste der sieben Wochen; Gedanken, die zur Auseinandersetzung mit dem Einzug Jesu in Jerusalem anregen sollen. – Die Website zu Fast Acht findest Du hier.]

Synoptischer Text
(Zusammenfassung von Mt 21,1-11; MK 11,1-11; Luk 19, 28-44)
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien an den Ölberg, da sandte Jesus zwei seiner Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin, in das Dorf, das vor uns liegt, und sobald ihr hineinkommt, werdet ihr eine Eselin und auch ein Füllen bei ihr angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt es zu mir! Und wenn euch jemand fragen wird: Warum bindet ihr es los?, so sprecht: Der Herr bedarf seiner, und er sendet es alsbald wieder her. Sogleich wird er es euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: „Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.” Und die er gesandt hatte, gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, das Füllen angebunden an einer Tür draußen am Weg und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Sie banden es los. Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen seine Herren, die da standen, zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los? Sie aber sprachen, wie ihnen Jesus geboten hatte: Der Herr bedarf seiner. Und sie ließen’s zu Und sie brachten es zu Jesus und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich darauf. Als er nun hinzog, breiteten sie und eine sehr große Menge ihre Kleider auf den Weg; andere hieben grüne Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger, die ihm voranging und nachfolgte, an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige der Pharisäer in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien! Und als er nahe hinzukam, sag er die Stadt und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen. Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen, und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkanntest, in der du heimgesucht worden bist. Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa. Und Jesus ging hinein nach Jerusalem in den Tempel, und er besah ringsum alles, und spät am Abend ging er hinaus nach Betanien mit den Zwölfen.

Einführung
Der nachfolgende Text ist nicht zum einfachen Durchlesen gedacht. Er soll Dich zum Nachdenken bringen, zur Kontemplation, zur Meditation. Es steckt zu viel in den Gedanken zum Text, als daß Du sie mit einem Mal erfassen könntest. Darum will ich Dich ermutigen, Dich eine ganze Woche lang mit derselben Geschichte zu beschäftigen, bis du tief in sie eingedrungen bist. Lies den Bibeltext immer wieder durch, bis Du genau weißt, was geschehen ist. Und dann tauche ein in die Geschichte. Erlebe sie mit. Lauf mit den Jüngern mit. Höre zu. Beobachte. Sieh Dich um. Rede mit den Beteiligten. Reagiere auf das, was der Heilige Geist anstößt. Schreib Dir auf, was Dir wichtig ist. Die nachfolgenden Gedanken zum Text sind einfach nur als Anregungen gedacht, die Dich inspirieren können. Du mußt sie nicht “durcharbeiten” oder am Ende der Woche alle abhaken können. Reagiere nur auf das, was in Dir einen Widerhall findet.

Gedanken zum Text
Ein langer Weg liegt hinter ihnen. Schon lange hat Jesus davon gesprochen, daß er in Jerusalem leiden und sterben muß. Mach die Augen zu und stelle Dich zwischen die Jünger auf den staubigen Weg. Sieh hinauf nach Jerusalem – wie es dort oben auf dem Berg liegt, der Tempel als höchster Punkt und die Festung Antonia als Symbol der Besatzung. Halt inne. Denke nach über den Tempel als den Ort, an dem Gott seinem Volk begegnen wollte. Eine lange Reise, ein Pilgerweg liegt hinter den Jüngern. Sie kommen mit Erwartungen, freuen sich auf Jerusalem, sind gespannt auf das, was Gott tun wird und wie Jesus jetzt handeln wird. Überlege, was in ihren Köpfen vorgeht. Mehrere Jahre des gemeinsamen Lebens mit Jesus liegen hinter ihnen. Worüber denken sie nach? Über all die Wunder, die er getan hat, die Zeichen und die Heilungen? Ob sie an die Menschen denken, die sie durch Jesus kennengelernt haben? Jetzt geht es nach Jerusalem. Instinktiv spüren sie, daß jetzt etwas Entscheidendes geschehen muß. Es geht zu Ende – so oder so. Ob sie sich daran erinnern, was Jesus gesagt hat, davon, daß er sterben wird? Überlege, was jetzt wohl in Petrus vorgeht, dem Anführer der Jünger. Ob sich in seinem Kopf alles bündelt? Ob er müde ist vom Staub der Straße, hungrig und durstig? Euphorisch, weil sein Jesus jetzt zeigen muß, was er drauf hat? Nachdem er vormals immer wieder geflohen ist und die Menschenmassen gemieden hat, kann er ihnen nun nicht mehr ausweichen. Siehst Du das Gesicht von Petrus? Siehst Du die anderen Jünger? Wende Dich zu Jesus. Was bestimmt jetzt seine Gedanken? Was wünscht er sich jetzt? Von Gott? Von seinen Jüngern?

  • Jetzt stehst Du auch vor Jerusalem. Sieben Tage liegen zwischen den Jüngern und dem Ostermorgen. Sieben Wochen sind es, die Dich jetzt vom Ostermorgen trennen. Vielleicht wird diese Zeit für Dich nicht so entscheidend sein, wie sie für die Jünger war. Dennoch will ich Dich ermutigen, diese sieben Wochen bewußter zu leben, als sonst, mehr Raum zu schaffen für die bewußte Begegnung mit Gott.
  • Von ferne sehen die Jünger Jerusalem, denken vielleicht nach über Zeit mit Jesus. Vielleicht willst auch Du innehalten und zurückblicken auf die Zeit, die Gott mit Dir verbracht hat. Vielleicht nimmst Du Dir Zeit, darüber nachzudenken, auf welche Weise Gott in Deinem Leben zu finden war. Vielleicht schreibst Du ihm einen Dankesbrief für Dinge, die Du im Trubel vergessen hattest – vielleicht auch einfach so. Vielleicht wird es aber auch eine Klageschrift – darüber, wo Du Gott vermißt hast, ihn nicht verstanden hast, ein Tränenbrief, der von Trauer und Schmerz handelt und alles enthält, was Du schon immer einmal auf dem Schoß Gottes hättest ausweinen sollen. Falls Du Inspiration brauchst, dann blättere doch einfach mal durch die Psalmen…
  • Über die Erwartungen der Jünger hast Du schon nachgedacht. Gleich werden sie Jesus feiern wie einen König. In ihren Gedanken war kein Raum dafür, daß Jesus sterben könnte, daß es vielleicht anders kommen könnte, als sie dachten. Denke mal nach über Deine Wünsche, Träume, Sehnsüchte. Über das, was Du Dir wünschst für Dein Leben. In allen Bereichen – Beruf, Familie, Besitz, Körper/Gesundheit, Staat/Gesellschaft, Reich Gottes. Schreibe es auf. Bitte Gott darum, wenn es Dir ernst ist damit. Aber überleg Dir auch, was geschehen wird, wenn alles anders kommt. Wenn sich Deine Träume nicht erfüllen. Bist Du bereit, das Blatt, auf dem Deine Wünsche stehen, zerreißen zu lassen? Bist Du bereit, Gott ein weißes Blatt zu geben, auf das der Heilige Geist alles nach seinen Vorstellungen schreiben kann? Was zählt in Deinem Leben? Eine gute Frage für die Fastenzeit…
  • Der triumphierende König wird am Kreuz verenden. Das hätten sich die Jünger nicht gedacht. Gott hat ganz anders gehandelt, als sie es sich vorgestellt hatten. Und doch im Einklang mit der Heiligen Schrift. Sie hatten auf einen königlichen Herrscher gewartet; es kam der leidende Knecht. Wann hat Gott Dinge getan, die für Dich überraschend waren? Wie oft hat sich Dein Bild von Gott im Laufe der Jahre geändert? Wer, wie und was ist Gott jetzt für Dich? Kannst Du das ausdrücken, malen oder schreiben?

Weil Jesus die Prophezeiung aus Sacharja 9,9 kennt und erfüllen will, schickt er zwei Jünger los, die das Füllen holen. Er weiß genau, was er will, sieht auch schon voraus, daß die Jünger Probleme bekommen werden, wenn sie das Tier losbinden und gibt ihnen schon die rechte Antwort für die Besitzer des Esels mit. Ob das den Jüngern komisch erschienen ist? Was sie wohl gedacht haben? Wo war Petrus? War er dabei, als sie das Füllen geholt haben? Hat er sich gewundert, was Jesus da wohl will? Ein König reitet doch auf einem Pferd, ein Eselsfüllen wirkt da eher lächerlich…

  • Was an den Wegen Gottes kommt Dir im Moment sonderbar vor? Wo verstehst Du Gott nicht? Willst Du ihm dennoch folgen?

Dann legen die Jünger ihre Kleider auf den Esel und Jesus setzt sich darauf.

  • Wärst Du auch bereit, den Esel zu machen, damit Jesus groß rauskommt?

Die Menge fängt an, ihre Kleider auf den Weg zu legen, schlägt Zweige von den Bäumen und holt welche vom Feld, um sie auf den Weg zu streuen. Sie jubeln Jesus zu. Schau in die Gesichter der Menschen. Siehst Du ihre Begeisterung? Warum jubeln sie? Wer ist Jesus für sie? Nimm Dir Zeit, die Menge zu betrachten. Siehst Du ihre Euphorie? Suche die Jünger. Wo sind sie? Gehen sie dem Esel voraus? Kommen sie hinterher? Laufen sie an der Seite Jesu? Schau in ihre Gesichter. Wie sehen sie aus? Wie geht es ihnen? Was spiegelt sich auf ihren Gesichtern? Was geht in ihnen vor? Siehst Du Petrus? Wie sieht er aus? Was sind jetzt die Gedanken, die ihm durch den Kopf schießen? Und dann schau Jesus an. Siehst Du den jungen Esel? Siehst Du Jesus? Siehst Du seine Kleidung? Siehst Du sein Gesicht? Was sagt der Blick seiner Augen? Wie sieht er die Menschen an? Wie reagiert er auf die Begeisterung der Menge?

  • Wo stehst Du in der Menge? Jubelst Du auch? Was würdest Du Jesus zurufen oder zusingen, wenn er in Deine Stadt/Dein Dorf kommen würde? Mach es praktisch: Singe ihm ein Lied, schreibe ihm einen Psalm. Sieh die Kleider, die die Menschen auf den Weg gelegt haben. Was würdest Du hergeben, um Jesus freie Bahn zu schaffen? Wie würden die Menschen reagieren, wenn Jesus in Deine Stadt kommen würde? Würden viele am Straßenrand stehen und jubeln? Heute jubeln sie, am Karfreitag werden sie den Tod Jesu verlangen – Menschen sind so wechselhaft. Gut, daß auf Gott Verlaß ist. Schau Jesus an, in diesem Moment, als alle ihm zujubeln. Was sagt er Dir? Wie reagierst Du darauf? Vielleicht willst Du auch einen Weg bereitmachen, damit Jesus in Dein Leben kommt. Wie geht das? Wie kannst Du das ausdrücken? Ob Du auch Zweige streust?

Die Pharisäer fühlen sich nicht wohl dabei, daß die Menge Jesus zujubelt. Jesus entgegnet nur: “Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!” Schon sind die Kritiker wieder da. Was geht in den Pharisäern vor? Warum jubeln sie nicht? Wie reagiert Jesus? Was denken die Jünger? Was geht in Petrus vor, als er diesem Gespräch zuhört?

  • Wen kennst Du, der von Jesus auch nicht so begeistert ist, der sich aufregt, wenn Jesus gefeiert wird? Warum ist das so? Was kannst Du für diesen Menschen tun? Beten? Vielleicht Jesus anders vorleben? Reden? Was willst Du Dir konkret vornehmen, um dazu beizutragen, daß es mehr Menschen gibt, die von Jesus begeistert sind? Wie geht es Dir – würdest Du eher Jesus zujubeln oder ist Dir die Begeisterung über ihn eher etwas fremd? Warum ist das so? Vielleicht redest Du mit Jesus darüber…
  • Wenn die Menschen schweigen, dann werden die Steine schreien. Sagt Jesus. Hat er das jetzt wörtlich gemeint? Oder übertragen? Such Dir doch einen Stein. Draußen, auf dem Feld, im Wald oder im Garten. Schau Dir diesen Stein an. Ob der schreien wird? Wow… Auf welche Weise verkündet dieser Stein das Lob Gottes? Vielleicht ist die Festigkeit des Steines ein Beispiel für die Treue Gottes? Was fällt Dir noch auf, wenn Du Dir die Schöpfung ansiehst? Wie redet sie von der Herrlichkeit Gottes?

Jesus weint über Jerusalem. Er ist traurig darüber, daß die Menschen ihn nicht angenommen haben und denkt daran, daß die Stadt in einigen Jahrzehnten zerstört werden wird. Wie geht es Petrus dabei, wenn er Jesus weinen sieht?

  • Deutlich spricht die Bibel davon, daß ein ohne bzw. nicht für Jesus gelebtes Leben bittere Konsequenzen haben kann. Bist Du Dir dessen bewußt? Wie gehst Du damit um? Schau Jesus an, wie er weint. Wie er um Jerusalem weint. Wie kannst Du seinen Schmerz teilen? Worüber weint Jesus wohl heute? Wie willst Du darauf reagieren?

Die ganze Stadt erregt sich und man fragt danach, wer Jesus ist. Die Antwort: “Der Prophet aus Nazareth in Galiläa.” Aufruhr in der ganzen Stadt! Jesus ist hier! Was das wohl bedeutet? Nimm Dir Zeit, durch die Straßen Jerusalems zu schlendern, den Menschen zuzuhören und mit ihnen zu plaudern.

  • Stell Dir vor, Jesus käme in Deine Stadt. Was würdest Du den Menschen antworten, wenn sie Dich danach fragen würden, wer Jesus ist? Und wer ist Jesus für Dich wirklich?

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Der Beweis für die Klimakatastrophe …

23. Februar 2007

… liegt im Beweis für die globale Erwärmung. Und den erbringt Reinhold Scharnowski. Schau’s Dir an 😉

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[Foster] Meditatives Gebet

23. Februar 2007

{Dies ist der siebzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12| 13|14|15|16}

Meditation ist die Zunge der Seele und die Sprache unseres Geistes. (Jeremy Taylor)

Wenn wir über die Wahrheit meditieren, dann bewegt sie sich vom Mund in den Verstand und sinkt dann in’s Herz. Durch Nachsinnnen und Wiederkäuen erwirkt sie in dem Betenden eine liebende, glaubensvolle Antwort.

Manipuliere Gott nicht. Empfange nur. Gemeinschaft mit ihm ist nichts, was Du hervorbringen könntest. Sie ist wie Schlaf. Du kannst Dich nicht selbst zum Schlafen bringen, aber Du kannst die Bedingungen schaffen, die nötig sind, damit Schlaf geschieht. Alles, was Du tun mußt, ist die Bedingungen schaffen: Öffne Deine Bibel, lies sie langsam, höre auf sie und sinne über sie nach. Zuerst müssen wir uns Kopf und Verstand von der Heiligen Schrift füllen und in Zucht nehmen lassen, bevor wir mit echtem Gewinn in unmittelbarer Gemeinschaft in die Gegenwart des Heiligen treten können.

Im Meditativen Gebet hört die Bibel auf, ein Nachschlagewerk für Zitate zu sein und wird stattdessen zu wunderbaren Worten des Lebens, die uns zu dem Wort des Lebens führen. Das meditative Gebet unterscheidet sich auf vom Studium der Schrift. Wo letzteres die Exegese betont, konzentriert sich die Schriftmeditation darauf, den Abschnitt innerlich aufzunehmen und ihn persönlich anzuwenden. Das geschriebene Wort wird zum lebendigen Wort, das sich an uns richtet. In dieser besonderen Zeit müssen wir alle Arroganz zur Seite legen und mit demütigem Herz auf das hören, was uns gesagt wird.

Die einfachste und grundlegendste Weise, den Text der Schrift zu meditieren, geschieht durch die Vorstellungskraft. Wir sehnen uns danach, die biblische Narrative zu sehen, zu hören und zu berühren. Auf diese einfache Weise fangen wir an, die Geschichte zu betreten und sie zu unserer eigenen zu machen. Statt nur passiv zu beobachten nehmen wir aktiv teil. Indem wir unsere Vorstellungskraft verwenden, bringen wir auch unsere Emotionen mit in die Gleichung, so daß wir mit Herz und Verstand zu Gott kommen. Es ist lebenswichtig, die Schrift intellektuell zu verstehen, aber wenn wir sie nicht emotional erlebt haben, dann haben wir sie nicht vollständig verstanden. Wir streben danach, die Gedanken Gottes nach-zudenken, uns an seiner Gegenwart zu erfreuen, wünschen uns seine Wahrheit und seinen Weg. Je mehr wir auf diese Weise leben, desto mehr benutzt Gott unsere Vorstellungskraft für seine guten Absichten.

Als praktische Hilfe schlägt Ignatius von Loyola vor, alle unsere Sinne dafür zu verwenden, die Schrift zu erleben. Wir riechen das Meer. Wir hören, wie das Wasser gegen das Ufer drängt. Wir sehen die Menschenmenge. Wir fühlen die Sonne auf unserem Kopf und den Hunger in unserem Magen. Wir schmecken das Salz in der Luft. Wir berühren den Saum seines Gewandes.

Denk daran, daß Gott sich im meditativen Gebet immer an unseren Willen wendet. Christus konfrontiert uns und stellt uns vor die Entscheidung. Wenn wir seine Stimme gehört haben, müssen wir seinem Wort gehorchen.

Es gibt einen Spezialausdruck für diese Art des Bibellesens, und vielleicht hilft es Dir, ihn zu kennen – lectio divina (götttliches Lesen). Dies ist eine Art des Lesens, bei der der Verstand in’s Herz hinabsteigt und beide in die LIebe und Güte Gottes gezogen werden. Natürlich ist die Bibel die primäre und reine Quelle für lectio divina. Aber wir können auch aus den großen geistlichen Schriften Vorteil ziehen, von denen sich Christen über die Jahrhunderte hinweg genährt haben. Das sind Worte, die aus denen fließen, die auf dem Berg Sinai leben, aber dennoch gewöhnliche Männer und Frauen auf deren Ebene ansprechen. Beispiele für solche Schriften sind: Das Leben des Mose (Gregor von Nyssa), die Bekenntnisse (Augustinus), Die kleinen Blümlein des heiligen Franziskus, Offenbarungen göttlicher Liebe (Juliana von Norwich), die Nachfolge Christi (Thomas von Kempen), die Tagebücher John Woolmans, das Leben des Heiligen Antonius, die Autobiographie von Teresa von Avila etc. Eine der lohnenswertesten Erfahrungen beim Lesen der geistlichen Meister ist die Entdeckung, wie schnell sie von präziser Beschreibung in leidenschaftliches Gebet und dann wieder in’s Erzählen übergehen – ohne daß es im Geringsten gekünstelt erscheint.

Im meditativen Gebet spricht Gott uns persönlich an. Es ist nichts, was wir bewirken könnten.

Herr, jetzt will ich über Deine unbequemen Worte „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden“ (Luk 12,49) meditieren. Was bedeuten sie? Was bedeuten sie für mich?
Gibt es Dinge in mir, die ausgebrannt werden müssen? … Stolz? … Furcht? … Wut? Verzehre sie, alle zusammen.
Gibt es Dinge in dieser Welt, die Du zerstören willst – die religiösen Systeme, die wir vor Dir zu verbergen suchen – die künstlichen Grenzen, die uns von einander trennen: Schwarze von Weißen, Männer von Frauen, Eltern von Kindern – die schreckliche Ungerechtigkeit, die den Schwachen und Hoffnungslosen zugefügt wird – die unaussprechliche Gewalt, die Frauen und ungeborenen Kindern angetan wird?
Vergib uns, oh Herr.
Um Jesu willen.
Amen.

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Fundstücke des Tages

23. Februar 2007

Drei Dinge, über die ich heute gestolpert bin, und die ich Dir nicht vorenthalten will:

  1. Britney Spears wieder in der Entzugsklinik. Nein, kein Witz, sieh Dir mal unten rechts die Foto-Galerie an. Eigentlich ohne Worte. Die Entwicklung Britneys im Zeitraffer zu sehen schmerzt. Sicher wurden die Bilder einseitig gewählt, aber dennoch: Bedenklich, was mit Menschen geschehen kann, wenn sie dem Star-Rummel nicht gewachsen sind.
  2. Der Atheist, der in die Kirche ging. Ein bekennender Nicht-an-Gott-Glaubender erzählt im Interview davon, wie er Christen in seiner Heimat USA wahrnimmt. Ob er auch uns den Spiegel vorhält?
  3. Gott, Sex und „Das Gefühl“. Peter Aschoff hat Brian McLaren übersetzt, der sich fragt, worum es uns eigentlich in der Anbetung (lies: „beim Lobpreis-machen“) geht, um Gott – oder den Kick? Wenn Du einer ähnlichen Frömmigkeitsecke wie ich entstammst, solltest Du diesen Post lesen, denn Brian faßt (wie so oft) in exzellenter Weise zusammen, was viele bewegt.

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Fast Acht mit Bedacht

21. Februar 2007

Heute ist Aschermittwoch, der traditionelle Start in die Fastenzeit, wie ZDFheute weiß. Ein guter Tag, um innezuhalten, den ein oder anderen Verzicht zu starten und bewußt auf Ostern hin zu beten und zu leben. Wir im p-shuttle wollen sieben Wochen („fast acht“) lang auf etwas verzichten und stattdessen versuchen, mehr Raum für die bewußte Begegnung mit Gott freizuräumen. Dazu gibt es auf der Fast-Acht-Homepage eine Einführung in’s Fasten und unsere Aktion (gekürzte Fassung meiner Message vom letzten Mal), Praktische Tipps und seit heute den Vorspann mit Einstiegsfragen. Die eigentliche Freude beginnt dann am Sonntag. Dann wird der erste Text mit Gedanken/Meditationen zu jeweils einer biblischen Geschichte und evtl. praktischen Anstößen veröffentlicht werden. Inhaltlich beschäftigen wir uns vorrangig mit der letzten Woche vor dem irdischen Tod Jesu, also vom Einzug nach Jerusalem bis zur Auferstehung. Die Texte auf der Homepage wollen uns ermutigen, tiefer in die Bibel zu kommen, damit die Schrift tiefer in uns kommt und wir Jesus vielleicht nochmals neu und auf andere Weise kennenlernen. Fast Acht Wochen mit Bedacht leben – bist Du dabei?

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[Foster] Das Gebet des Herzens

20. Februar 2007

{Dies ist der sechzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12| 13|14|15}

Herz spricht zu Herz (John Henry Newman)

Das Gebet des Herzens ist das intime Gebet. Es ist das liebevolle und zärtliche Gebet des Kindes zu Gott dem Vater. Wie die Mutterhenne, die ihre Küken unter ihren Flügeln sammelt, ermöglichen wir Gott durch das Gebet des Herzens, uns zu ihm zu sammeln – uns zu halten, zu knuddeln, zu lieben (Luk 13,34). Das Gebet des Herzens ist Abba-Gebet.

In ihrem Wesen ist die Beziehung Jesu zu Gott dem Vater natürlich absolut einzigartig, aber erfahrungsgemäß sind wir zur selben Intimität mit Gott dem Vater eingeladen, die Jesus kannte, als er im Fleisch war. Wir werden ermutigt, auf den Schoß des Vaters zu krabbeln und seine Liebe, Trost, Heilung und Stärke zu empfangen. Wir können lachen und wir können weinen, frei und offen. Wir können uns umarmen lassen und in seinen Armen Trost finden. Und wir können tief in unserem Geist anbeten.

Was ist das Gebet des Herzens? Es ist, ganz einfach, der Heilige Geist, der in uns betet. Im Gebet des Herzens sind wir am Ende unserer Kraft angekommen. Wir versuchen, Worte zu verwenden, aber die Worte schlagen fehl. Wir ringen darum, unser Herz auszudrücken und sind uns schmerzhaft dessen bewußt, wie weit unsere Worte von der Realität entfernt sind. Und hier kommt der Heilige Geist mit „unaussprechlichem Seufzen“ (Röm 8,26) in’s Spiel. Im Gebet des Herzens erfahren wir ehrfürchtige Freundschaft. Der Heilige Geist führt uns in die tiefste Intimität hinein, und wir werden wie eine ruhiges Wasserbecken, das die Sonne vollkommen widerspiegelt.

Das Gebet des Herzens drückt sich auf unendliche und unterschiedliche Weise aus – entsprechend der Fülle und Weite Gottes. Wir dürfen das Wehen des Geistes nicht in Schubladen stecken. Trotzdem kann es bisweilen hilfreich sein, einige der häufigen Weisen zu erwähnen, auf die der Heilige Geist sich im Gebet des Herzens unter seinem Volk bewegt. Da sind zunächst besondere Formen der Offenbarung und Worte, die der Geist dem Einzelnen schenkt. Ein anderer Ausdruck des Herzensgebets ist Glossolalie – das Reden in Zungen, wenn der Heilige Geist durch uns betet und wir über das Rationale hinausgehen und eine himmlische Sprache verwenden, um das zu sagen, was wir anders nicht ausdrücken können. Wieder eine andere Form des Gebets des Herzens ist das, was manchmal „Ruhen im Geist“ genannt wird, wo jemand so sehr von der Kraft des Heiligen Geistes ergriffen wird, daß er sein Bewußtsein der Zeit verliert. Oder „Heiliges Lachen“, wenn die Freude des Heiligen Geistes Dich überflutet. Wahres Lachen, wahre Fröhlichkeit kommt immer von Gott. Er schenkt es uns zu unserer Heilung und Freude, für unsere Ganzheitlichkeit. Mit diesen Beispielen soll nicht gesagt sein, daß sich das Gebet des Herzens immer nur im Ekstatischen ausdrückt, denn das ist vielmals nicht der Fall. Oft wird einfach das Herz für die Dinge Gottes erwärmt.

Im Herzensgebet gibt es auch für uns etwas zu tun, auch wenn es sich dabei nur um eine Reaktion auf den Anstoß des Geistes Gottes handelt. Aber unsere Ansprechbarkeit ist wichtig und bedarf unserer Aufmerksamkeit. Der erste Weg zum Gebet des Herzens ist einfach Liebe. Sie ist die Antwort des Herzens auf Gottes überwältigende Güte. Darum komm einfach zu Gott und sprich ehrlich mit ihm. Vielleicht hast Du einen besonderen Namen für Gott, den Du immer wiederholst, um Dich in seine Gegenwart zurückzurufen, wie etwa „Abba, Vater“ oder „Mein Geliebter“ aus dem Hohelied Salomos. Sprich Worte der Liebe und des Mitgefühls zum Vater. Es macht nichts aus, wenn Du im Gebet einschläfst, denn Du kannst in Gottes Gegegenwart ruhen.

Abba, lieber Abba, Du weißt daß mir die Sprache der Liebe nicht leicht fällt. Über Mut und Glauben und haufenweise andere Dinge kann ich leichter sprechen als über die Liebe. In mancherlei Weise scheint es einfacher, meinen Leib verbrennen zu lassen, als zu lieben.
Oh Wein meines Herzens, mach mich trunken mit Deiner Liebe.
Um Jesu willen.
Amen.

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Muß das sein? Zur “Bibel in gerechter Sprache”

16. Februar 2007

Ich bin ja nun wirklich jemand, dem man nachsagt, ständig einen dumm Spruch zu bringen. Und ich bin auch für jeden Scherz zu haben. Und ich möchte auch nicht alles schlecht reden oder negativ sein. Aber die Bibel in gerechter Sprache überschreitet auch mein Toleranzpotential bei weitem. Egal, ob ich mich in die Nesseln setze – was zuviel ist, ist zuviel. Schön, daß die Kritik an diesem Werk aus berufenerem Mund als meinem kommt: Auch der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber und die Landesbischöfe Jochen Bohl und Frank O. July sowie Prof. Ulrich Wilckens (hat z.B. in der EKK-Reihe den Römerbrief kommentiert) haben sich dagegen ausgesprochen. Du suchst eine verständliche Bibelausgabe? Ob die oben genannten Herren sich meiner Empfehlung anschließen würden, weiß ich nicht, ist auch egal: Ich jedenfalls lege Dir die Volxbibel an’s Herz!

Update: Die Süddeutsche Zeitung in einem Weihnachtsartikel zur „Bibel in gerechter Sprache“.

Update II: Der Rat der EKD kritisiert die „Bibel in gerechter Sprache“. Zur Verwendung im Gottesdienst sei sie ungeeignet, da die Treue zum Urtext mangelhaft sei und etwas in den Text hinein getragen werden, was den eigenen Vorstellungen wünschenswert erscheine. Mehr hier.

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Jonny Baker & Scot McKnight über “The Forgotten Ways”

14. Februar 2007

Da ich dieser Tage leider nicht dazu komme, ausführlicher zu posten (hoffe, das wird nächste Woche besser), will ich Dich an dieser Stelle darauf hinweisen, daß sich zwei weitere Blogs mit Alan Hirsch’s Buch beschäftigen. Jonny Baker bringt heute ein kurzes Review und Scot McKnight (dessen „Jesus Creed“ und „Embracing Grace“ heute in meinem Briefkasten gelandet sind) hat eine Serie (1|2|3|4) gestartet, bei der vor allem die Diskussion in den Kommentaren sehr interessant ist, weil sich auch Alan selbst immer wieder zu Wort meldet.

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[Foster] Unaufhörliches Gebet

9. Februar 2007

{Dies ist der fünfzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12| 13|14}

„Wenn der Geist gekommen ist, um in jemandem zu wohnen, dann kann diese Person niemals aufhören zu beten; denn der Geist betet ohne Unterlaß in ihm. Ob er schläft oder wach ist, in seinem Herzen findet die ganze Zeit Gebet statt. Er mag essen oder trinken, er mag ruhen oder arbeiten – der Weihrauch des Gebets wird spontan aus seinem Herzen aufsteigen. Das schwächste Rühren des Herzens ist wie eine Stimme, die still und verborgen zum Unsichtbaren singt.“ (Isaak der Syrer)

Gewöhnliche Menschen aus allen Zeiten sagen uns, daß die beständige Unterhaltung mit Gott möglich ist. „Laß das Gedenken an Jesus sich mit Deinem Atem verbinden“, rät Juliana von Norwich und Kallistos meint, unaufhörliches Gebet bestehe in der beständigen Anrufung des Namens Gottes. Frank Laubach berichtet: „Beständig in der Nähe Gottes zu bleiben, ihn zum Gegenstand meines Denkens und zum Gegenüber meiner Gespräche zu machen, ist das Erstaunlichste, was mir jemals begegnete.“

Durch einen praktischen und verständlichen Prozeß können wir auf dieselbe Weise leben. Außerdem ist beständige Gemeinschaft in mancherlei Hinsicht einfacher als unsere normale Art des Betens. Dadurch, daß wir regelmäßig Verbindung aufnehmen, entwickeln wir Intimität und Ausgeglichenheit. Warum letzteres? Weil wir feste Gewohnheiten der Gerechtigkeit entwickeln. Im Laufe der Zeit werden diese „heiligen Übungen“ ihr integratives Werk tun, so daß Beten leicht, natürlich und spontan wird – schwerer wird es sein, sich des Gebetes zu enthalten. Unaufhörliches Gebet spricht irgendwie Frieden in’s Chaos. Wir beginnen, etwas von der kosmischen Geduld Gottes zu erfahren. Unsere zerbrochenes und zerstückeltes Handeln fokussiert sich auf einen neuen Referenzpunkt. Wir erfahren Frieden, Ruhe, Klarheit und Festigkeit in der Ausrichtung unseres Lebens. Aber all dies entsteht nicht von allein. Wir müssen es wollen, es mit verzehrender Leidenschaft wollen.

Als Christen in der Geschichte danach strebten, der biblischen Weisung, ohne Unterlaß zu beten, zu folgen versuchten, entwickelten sie zwei grundsätzliche Formen unaufhörlichen Gebets. Die eine ist formaler, liturgischer, die andere dialogorientierter und spontaner.

Das eine ist das „Breath Prayer“, Gebet beim Atmen. Ein einziger Satz, der sich beständig wiederholt. Der berühmteste ist das Jesus-Gebet: „Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sei mir Sünder gnädig“. Suche Deinen eigenen Satz, die Sehnsucht Deines Herzens, eine einzelne Fürbitte wie z.B. „Lehre mich Sanftmut, Vater“ oder „Herr, zeige mir Deinen Weg“ etc. Und dann bete Dein Atem-Gebet so oft, wie es Dir möglich ist. Laß es Gott tief in den Tiefen Deines Geistes einpflanzen. Sei nicht in Eile oder verändere Dein Gebet zu schnell. Bete diesen Satz immer und immer wieder, beständig und unaufhörlich, bis er sich mit Deinem Atmen verbunden hat und jeder Atemzug zum Gebet wird.

Die zweite Form ist das „Einüben der Gegenwart Gottes“. [Es geht zurück auf Bruder Lorenz, Thomas Kelly und Frank Laubach]. Diese schlichte Praxis besteht darin, im freudigen Bewußtsein der Gegenwart Gottes durch den Tag zu gehen und beständig flüsternde Lob- und Anbetungsgebete aus dem Herzen fließen zu lassen. Lorenz rät uns, aus unserem Herzen eine private Kapelle zu machen, wohin wir uns von Zeit zu Zeit zurückziehen können um friedlich, demütig und liebevoll mit Gott Gemeinschaft zu haben. Er ermutigt uns dazu, innerliches Gebet zur letzten Tat des Abends und ersten des Morgens zu machen.

Wer das „Gebet ohne Unterlaß“ erfahren will, benötigt erstens Disziplin in seinen Übungen, zweitens muß dann dieses Werk ins Unterbewußte übergehen, drittens in’s Herz und viertens die ganze Persönlichkeit durchdringen. Es wird wie unser Atem oder unser Blut, das sich durch den ganzen Körper bewegt. Das Gebet entwickelt einen tiefen Rhythmus in uns.

Im inneren Heiligtum unserer Seele wartet Gott auf uns. Er heißt uns dort willkommen, wo wir, in den Worten von Madame Guyon, ein „beständiges inneres Verweilen“ erfahren können. Und das Schöne daran: Der Ertrag übersteigt den Aufwand bei Weitem.

„Herr unser Herrscher, wie herrlich ist Dein Name in allen Landen!“ Die nächtlichen Sternbilder singen Dein Lob. Die ganze Schöpfung scheint mit Dir, dem Meister-Dirigent, in Harmonie zu sein. Alle, außer mir. Warum? Warum will ich allein meine eigene Melodie singen? Oh, ich bin gewiß ein stures Geschöpf. Vergib mir.
Ich wünsche mir, umfassender und öfter in Harmonie mit Dir zu sein. Ich wünsche mir eine beständige, unaufhörliche Kameradschaft. Bitte, nähre dieses Verlangen in mir, das im Moment so klein und unscheinbar erscheint. Möge ich eines Tages wie ein Baum werden, „gepflanzt am Wasser, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. In allem, was er tut, floriert er.“
Um Jesu willen.
Amen.

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Die Kirche in China

9. Februar 2007

Wie viele Christen gibt es denn nun in China? Die Antwort: Man weiß es nicht. Sicher ist, daß die Gemeinde Jesu im Reich der Mitte wächst. 40 Mio offizielle Christen der staatlich anerkannten Kirche wurden gezählt; wieviele Christen im Untergrund v.a. in Hauskirchen aktiv sind, ist ungewiß. Ein staatlicher Religionsexperte schätzt insgesamt 130 Mio. Das darf nun also neue offizielle Mindestzahl gelten.

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Fromme Pfarrer

8. Februar 2007

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, meint bemerkt zu haben, daß die junge Pfarrergeneration frömmer ist als frühere Jahrgänge und aus innerer Berufung Theologie studiert. Es gibt also Hoffnung! Mehr hier.

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[Foster] Sakramentales Gebet

7. Februar 2007

{Dies ist der vierzehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12|13}

Sakramentales Gebet ist inkarnatorisches Gebet. Gott hat sich in seiner Weisheit dazu entschlossen, uns sein Leben durch sichtbare Realitäten zu vermitteln. Dies ist ein großes Geheimnis. Gott, der reiner Geist ist, völlig frei von allen geschöpflichen Begrenzungen, erniedrigt sich angesichts unserer Schwäche und offenbart sich uns durch das Sichtbare und Physische. Brot und Wein sind von sakramentaler Kraft erfüllt. Der Reichtum und die Tiefe einer guten Liturgie kann uns zu hoher und heiliger Ehrfurcht erheben. Die Wärme und Intimität spontaner Anbetung kann uns in atemloses Staunen versetzen. In unserer Spiiritualität ist Raum für beides.

Ich habe herausgefunden, daß regelmäßige Andachtsgewohnheiten eine skelettähnliche Struktur formen, an der ich die Muskeln und das Gewebe beständigen Gebets anbringen kann. Ohne diese äußere Struktur hält die innere Sehnsucht meines Herzens einfach nicht zusammen. Die Bibel ist voll von Ritualen, Liturgien und Zeremonien aller Art. Jesus hat aller Wahrscheinlichkeit nach von frühester Kindheit an am liturgischen Leben seines Volkes teilgenommen. Während nicht alle Formen sakramentalen Gebets liturgisch sind, so sind doch alle recht empfangenen Liturgien sakramental.

Zunächst einmal hilft uns liturgisches Gebet, das Sehnen unseres Herzens, das ausgedrückt werden will, in Worte zu fassen. Zweitens vereinigen wir uns im liturgischen Gebet mit der Gemeinschaft der Heiligen, die vor uns dieselben Worte zu Gott gesprochen haben. Drittens hilft uns liturgisches Gebet, der Versuchung, spektakulär und unterhaltsam zu sein, zu widerstehen. Viertens widerstehen wir dadurch der Versuchung zur privaten Religion und fünftens vermeiden wir dabei allzugroße Vertrautheit, die Verachtung erzeugen könnte. Die Intimität des Gebets muß sich immer mit der unendlichen Distanz des Geschöpfes zum Schöpfer die Waage halten. Liturgien sind dazu da, das beste an christlicher Andacht zu erhalten und dadurch bewahren sie uns vor den neuesten Marotten. C.S. Lewis sagte einmal: „Der Auftrag an Petrus war: Weide meine Schafe, nicht: Starte Tierversuche mit meinen Ratten“.

Die Psalmen sind immer schon gleichzeitig sowohl das Gesang-, als auch das Gebetbuch der Gemeinde gewesen. Wenn Du Psalmen singst, dann singe sie betend. Laß zu, daß die Worte Dich zur Ruhe bringen, dazu, Dich niederzulassen, in die Tiefe zu führen. Wer mit vorgefaßten Gebeten nicht vertraut ist, findet in den Psalmen die bestmögliche Einführung. Wenn wir ganze Passagen auswendig lernen, senken sie sich tief in unser Herz und werden auf diese Weise unser spontanes Gebet befruchten und formen.

Im Herzen allen christlichen Gebets ist die Feier des Abendmahls, des heiligen Gemeinschaftsmahles. Hier findet sich fast jeder Aspekt des Gebets: Examen, Buße, Bitte, Vergebung, Betrachtung, Danksagung, Feier und viel mehr. In fast vollkommener Weise verkörpert das Abendmahl den zentralen Kern des Gebets: Wir nehmen ganz an den Handlungen teil, aber die Gnade, die daraus kommt, stammt allein von Gott. Alle Sinne sind beteiligt: Wir sehen, wir riechen, wir fühlen, wir schmecken. Wir hören die Einführungsworte: „Dies ist mein Leib. … Dies ist mein Blut.“ Kurz gesagt ist das eucharistische Gebet das vollständigste Gebet, das wir auf dieser Seite der Ewigkeit jemals darbringen können. Christus ist wahrhaft unter uns gegenwärtig, sein Leben teilt sich uns wahrhaft mit, aber wie das alles funktioniert ist ein heiliges Geheimnis.

Wenn ich vom Sakrament des Wortes spreche, dann meine ich mehr als nur Predigen, obwohl ich das Predigen natürlich mit einbeziehe. Das Wort steht gleichzeitig für mehrere Dinge: Jesus, der göttliche Logos; die Schrift, das geschriebene Wort Gottes; und das Aussprechen der Wahrheit Gottes durch Menschen unter der Kraft und Eingebung des Geistes. E.M. Bounds bemerkte: „Die Art unseres Betens bestimmt den Charakter unseres Predigens. Schwaches Gebet führt zu schwacher Predigt. Das Gebet verleiht der Predigt Stärke, Salbung und Schärfe.“ Wie können wir dabei helfen? Indem wir beständig für den Prediger beten. Aber es gibt noch etwas wichtigeres: Heiliges Zuhören. Wir hören mit dem Verstand, und wir hören mit dem Herzen. Die ganze Zeit nehmen wir unser Leben unter die Lupe und beten um Möglichkeiten, das Gehörte anzunehmen und umzusetzen.

Ich habe keinen Geist, ich bin ein Geist. In derselben Weise habe ich keinen Leib; ich bin ein Leib. Dasselbe gilt für Dich. Allerdings beten wir viel zu oft, als ob wir entkörperlichte Geistwesen seien. Es ist höchste Zeit, daß wir ein christlich-inkarnatorisches Verständnis unserer Leiblichkeit wiedergewinnen. Gottes Gnade wird uns über unsere Körper vermittelt. Wir beten Gott durch unseren Leib an. Wir beten mit unserem Körper und wollen deshalb unser Gebet auch auf vielfältige Weise durch unseren Leib ausdrücken. Ein erfülltes Gebetsleben besteht aus unendlicher Vielfalt. Wir kommen in liturgischer Würde und charismatischem Jubilieren vor Gott. Beides ist für eine ganzheitliche Gebetserfahrung entscheidend.

Unser Vater, der Du im Himmel bist,
Geheiligt werde Dein Name.
Deine Königsherrschaft komme,
Dein Wille geschehe,
Auf Erden so wie das im Himmel der Fall ist.
Gib uns heute unser tägliches Brot.
Und vergib uns unsere Übertretungen,
Wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig werden.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns vom Bösen.
Denn Dein ist das Reich, und die Macht,
Und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.

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[The Forgotten Ways] Das Herz des Ganzen: Jesus ist Herr

6. Februar 2007

{Dies ist der sechste Post zu Alan Hirsch’s The Forgotten Ways: Reactivating the Missional Church. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5}

Die spontane Ausbreitung der Kirche läßt sich leicht auf ihre Kernelemente reduzieren. Es braucht keine durchdachte Organisation, keine großen Finanzen, nicht viele bezahlte Missionare. Es mag das Werk eines einzigen Menschen sein, der weder beschlagen ist in den Dingen dieser Welt noch reich an Gütern dieser Welt… Was benötigt wird, ist Glaube, der den Menschen mit Gott verbindet und ihn entflammt. (Roland Allen)

Das innere Zentrum des biblischen Verständnisses von Gott ist, daß alle Dinge „von ihm und durch ihn und zu ihm“ (Röm 11,36 ) ihr Sein haben, „von dem alle Dinge kommen und durch den wir leben“ (1Kor 8,6). Ein Gott, der uns im Moment unserer Erlösung durch unseren Retter Jesus Christus sein eigen nennt. Wenn wir dies, den geistlichen Kern und die Umrandung der Jesusbewegungen nicht beachten, werden wir sie nie verstehen noch die Kraft, die sie erfüllte, wieder heraufbeschwören können. Behalte das immer im Gedächtnis, wenn wir die unterschiedlichen Bestandteile missionaler DNA des Apostolischen Genius untersuchen. Letztendlich geht es nur um Gott.

Die verfolgten Christen der Urgemeinde und der chinesischen Untergrundkirche klammerten sich am Evangelium Jesu Christi fest und schlossen so dessen befreiende Kraft auf. Aber mehr noch: Ein Werk, das die Verfolgung an den Verfolgten wirkt, ist deren Befähigung dazu, die Essenz der Botschaft zu destillieren und einen neuen Zugang zu ihr zu finden. Eine Untergrundkirche ist nicht in der Lage, sich mit schwerer systematischer Theologie und kirchlichem Dogma abzumühen. Sie muß mit leichtem Gepäck reisen. Darum wird alles zu Komplexe ausgeschieden und ein Wunder geschieht: Die Menschen entdecken ihre wahre Botschaft wieder, und die Bewegung wird geboren. Im Herzen aller großen Bewegungen liegt die Wiederbelebung einer einfachen Christologie (essentielle Vorstellungen davon, wer Jesus ist und was er tut), die den Jesus des neuen Testaments widerspiegelt – es handelt sich im buchstäblichen Sinne um Jesusbewegungen. Durch diese neue Einfachheit wird dann die Kapazität dazu entfesselt, die Botschaft über persönliche Beziehungen weiterzugeben. Der verzweifelte, von Gebet durchtränkte Mensch, der sich an Jesus festklammert, die Abhängigkeit von seinem Geist, die Destillation der Botschaft des Evangeliums zur einfachen Botschaft von Jesus als Herrn und Retter – das ist es, was die missionale Wirkmächtigkeit, die im Volk Gottes liegt, katalysiert hat.

Wenn wir die Botschaft in unseren Kontext destillieren wollen, dann müssen wir ihren Kern neu willkommen heißen, das vorrangige Thema der Bibel: Gottes erlösender Anspruch auf unser Leben. Im Herzen des biblischen Glaubens und der bemerkenswerten historischen Jesusbewegungen und somit im Kern aller authentischen Manifestationen des apostolischen Genius liegt der Glaube, daß Gott einer ist. Das neutestamentliche Bekenntnis „Jesus ist Herr“ nimmt direkten Bezug auf die altestamentlichen Offenbarungen der Natur Gottes, seiner Beziehung zur Welt und seinen Anspruch auf jeden Teilbereich unseres Lebens, persönlich und gemeinschaftlich, sowie die Erlösungserfahrung, welche die Bundesbeziehung zwischen Gott und seinem Volk schafft. Jahwe ist der EINE Gott, der über jeden Bereich des Lebens und der Welt herrscht. Authentische biblische Gläubige sind Monotheisten und haben – im Gegensatz zum polytheistischen Kontext der Menschen des Alten und Neuen Testaments – nur einen Referenzpunkt für Leben und Existenz, und das ist Gott. Die „Eifersucht“ Gottes muß als Weigerung, seinen exklusiven Anspruch auf die Herrschaft über das Leben seines Volkes zu teilen, verstanden werden. Nicht weil Gott sich „eifersüchtig fühlt“, sondern weil uns Götzendienst Schaden zufügt.

Gott ist EINER und es ist unsere Aufgabe, jeden Aspekt unseres Lebens unter diesen einen Gott Jahwe zu bringen – das ist biblische Anbetung, Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und mit aller Kraft zu lieben. Gott will mit jedem Bereich des Lebens der Gläubigen zu tun haben und nicht nur mit der sogenannten „geistlichen“ Dimension, die eine menschliche Erfindung ist, da im biblischen Wirklichkeitsverständnis nicht zwischen heilig und weltlich unterschieden wird. Die Inkarnation verändert die Natur Gottes nicht, sondern rückt den Fokus unserer Loyalität zum Offenbarer und Heiland Jesus Christus, der den Neuen Bund nicht nur in Kraft setzt, sondern selbst der Neue Bund ist. Jesus wird herrschen, bis er alle Feinde unterworfen hat, dann wird er sich Gott unterwerfen, „damit Gott sei alles in allem“ (1Kor 15,25-28).

Unsere Identität als Bewegung ist wie auch unser Schicksal als Volk untrennbar mit Jesus verbunden, der zweiten Person der Trinität. Unsere Beziehung zu Gott besteht nur durch den Mittler; Jesus ist „der Weg“ ohne den niemand zum Vater kommen kann (Joh 14,6). Das ist es, was uns erst christlich macht. Darum ist das Christentum im Kern eine messianische Bewegung, die beständig das Leben, die Spiritualität und die Sendung ihres Gründers verkörpern und ausleben will. Jüngerschaft/Nachfolge, so zu werden wie unser Herr und Gründer Jesus, liegt im Kern der Aufgabe der Gemeinde. Darum muß alles, was wir tun und sagen, von der Christologie her bestimmt werden. Wenn wir den Ethos authentischen Christentums wieder zurückgewinnen wollen, dann müssen wir uns und unsere Organisationen an Jesus dem Herrn ausrichten und die Evangelien als Primärquellen für unsere Selbstdefinition verstehen.

Wenn wir dem Impuls des biblischen Monotheismus folgen, werden wir alle Bereiche und Dimensionen unseres Lebens heilig werden lassen – Familie, Arbeit, Spiel, Konflikt, etc. – und die Gegenwart Gottes nicht auf gespenstische „religiöse“ Gebiete beschränken. Wenn wir der falschen Unterscheidung zwischen sakral und säkular widerstehen und das Ganze unseres Lebens Jesus hingeben, leben wir wahre Heiligkeit aus. Es gibt nichts in unserem Leben, das nicht unter die Herrschaft Gottes gebracht werden könnte oder sollte. Es ist unsere Aufgabe, die verschiedenen Bestandteile unseres Lebens und unserer Gemeinschaften unter den Einen Gott zu bringen, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.

Wie kann diese zentrale Kraft geistlicher mDNA unser missionales Verhalten leiten? Bis zu welchem Grad können wir inkarnieren? Wie weit ist zu weit? Wenn sich die uns umgebende Kultur in die Herrschaft Jesu und seinen exklusiven Anspruch über jeden Aspekt unseres Lebens einmischen will, dann dient der Monotheismus als letztgültiges Kriterium anhand dessen wir zwischen Synkretismus und inkarnatorischer Mission unterscheiden können. Synkretismus verwässert den Anspruch des biblischen Gottes und schafft eine Religion, die nur die Spannung, unter dem Anspruch Jesu Christi zu leben, mindert und am Ende bloß die religiösen Vorurteile der Host-Kultur bestärkt.

Was bedeutet das alles jetzt praktisch für diejenigen, die im Leben der Gemeinschaft Gottes Apostolischen Genius wiedererlangen wollen? Zunächst bedeutet es, das zentrale Bekenntnis „Jesus ist Herr“ ernstzunehmen und die Kirche um diesen Anspruch herum zu gestalten. Dazu kommt die Vereinfachung unserer Kernbotschaften, die Entwirrung unserer überkomplexen Theologien und die Erfassung der traditionellen Denkmuster, die unser Verhalten prägen und unser Selbstverständnis beherrschen. Ich bin mittlerweile absolut überzeugt davon, daß die einfache, unbelastete Christologie der neutestamentlichen Gemeinde im Herzen der Erneuerung der Kirche zu allen Zeiten liegt. Das Christentum ist im Kern seines Wesens eine „Jesusbewegung“ und eigentlich keine Religion. Das Bekenntnis, daß Jesus der Herr ist, enthält die Herausforderung, die absolute und beständige Zentralität Jesu sowohl für das Christentum als Ganzes als auch für die jeweilige örtliche Gemeinde ernstzunehmen. Der erste Schritt zur Wiedererlangung des Apostolischen Genius ist die Erneuerung der Herrschaft Jesu in all ihrer Einfachheit. Hierher muß die Gemeinde immer wieder zurückkehren, um erneuert zu werden. Er ist unser Eckstein, unsere bestimmende Mitte und unser Gründer. Darum hat er im Leben seines Volkes theologisch und existentiell den Vorrang. Wenn wir die missionale Übung der Inkarnation praktizieren, müssen wir immer unseren Blick auf die Herrschaft Jesu und seinen Exklusivitätsanspruch richten. Wie weit ist zu weit? Wenn wir Bereiche unserer Kultur und unseres Lebens nicht unter die Herrschaft Jesu bringen wollen – so einfach ist das.

Dieses Kapitel versuchte, das Epizentrum geistlicher mDNA zu definieren und zu artikulieren und damit ein entscheidendes Element des Apostolischen Genius. Die anderen Bestandteile der Struktur missionaler DNA gruppieren sich folglich um den Christozentrischen Monotheismus und werden von ihm geleitet – sie setzen ihn voraus. Im Herzen der Berufung und Sendung der Kirche liegt die Herausforderung, mit allem, was wir sind, und allem, was wir haben, Gott Antwort zu geben und so den Sinn unseres Lebens zu erfüllen.

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Wir bekennen das irdische Leben Jesu

5. Februar 2007

Ist Dir schon einmal aufgefallen, daß unsere altkirchlichen Glaubensbekenntnisse das irdische Leben Jesu faszinierenderweise überspringen? So heißt es im Apostolicum: „Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“ – und dann? „Gekreuzigt, gestorben und begraben“ – als ob die Jahre zwischen Geburt und Kreuzigung irrelevant wären…

Sind sie aber nicht! Stell Dir vor: Gott wird Mensch! Johannes schreibt:

Das Wort ward Fleisch
und wohnte unter uns
und wir sahen seine Herrlichkeit
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater
voller Gnade und Wahrheit (Joh 1,14)

Worin bestand/besteht diese Herrlichkeit Jesu? Ist Christus allein gekommen, um „gekreuzigt, gestorben und begraben“ zu werden? Ich meine: Nein. Die Herrlichkeit Jesu wird auch sichtbar daran, daß und wie er in allem den Willen des Vaters getan hat. Sein praktisches, irdisches Leben, wie es in den Evangelien berichtet wird, ist uns Maßstab, Vorbild und Richtschnur für unser Leben. Gottes Absicht ist es, uns in das Ebenbild seines Sohnes zu verwandeln, also uns alle so umzugestalten, daß wir in unserem Verhalten auf allen Eben Christus ähnlicher werden. Darum bekennen wir das irdische Leben Jesu. Wer Jesus sieht, der sieht den Vater. Ihm wollen wir folgen, auf ihn wollen wir hören, mit ihm wollen wir uns vergleichen (lassen).

Ein Text, der uns dabei helfen kann, dies immer wieder in den Blick zu bekommen, ist das Jesus-Bekenntnis von Brian McLaren, das ich über Umwege hier bei Danny gefunden habe und das ich Dir an’s Herz legen möchte.

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[Wortakrobatik] Die heilige Kunst der Konversation

3. Februar 2007

Falls Du genauso wie ich die Verbindung aus exzellentem Kaffee und einem guten Gespräch schätzen solltest, dann dürften Dich die folgenden Zeilen ansprechen:

Holy, holy, holy is this almighty moment!
Two beings, coffee on their breaths,
with puffs of air exchange their souls
on wispy sounds, from very deep to deep!

I walk away from the moment
with a new limp
and
with a new hope,
for I have wrestled with God
in another whom I call
„friend.“

Das ganze Gedicht „The Holy Art of Conversation“ findet sich hier bei John Frye.

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Ich, ein Christ?

3. Februar 2007

Gemäß eines Tests, den Du hier bei der Zeit machen kannst, und auf den ich durch [depone] gestoßen bin, stimmen meine Antworten auf die vorgegebenen Fragen mehrheitlich mit folgender Religionen überein:

Christentum 45%

Es folgt mit einigem Abstand das Judentum, mit weiterem Abstand der Islam und irgendwie hat sich 1% Universismus eingeschlichen. Somit ist es amtlich: Ich, der ich mich als Nachfolger Jesu Christi bezeichne und nach der Offenbarung Gottes, die ich vorrangig in der Bibel zu finden glaube, zu leben trachte, kann mich als einen Anhänger des Christentums betrachten. Warum also widersprechen? 8)

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Foster: Das Gebet der Ruhe

1. Februar 2007

{Dies ist der dreizehnte Post zu Richard Fosters Buch Prayer: Finding the heart’s true home. Die Vorgänger: 1|2|3|4|5|6|7|8|9|10|11|12}

Ruhe. Ruhe. Ruhe in Gottes Liebe. Das einzige Werk, das jetzt von Dir gefordert wird, ist seiner kleinen leisen Stimme in Deinem Innern die volle Aufmerksamkeit zu geben. (Madame Jeanne Guyon)

Durch das Gebet der Ruhe platziert Gott seine Kinder im Auge des Sturmes. Wenn alles um uns in Chaos und Verwirrung versinkt, kennen wir tief ins uns eine Stabilität und Klarheit. Mitten im intensivsten persönlichen Kampf sind wir ruhig und entspannt. Während uns tausend Frustrationen ablenken wollen, bleiben wir konzentriert und aufmerksam. Das ist die Frucht des Gebets der Ruhe. Heute, genau in diesem Augenblick, lädt Jesus Dich in seine Ruhe ein: „Nehmt mein Joch auf Euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für Eure Seelen.“ (Mt 11,29)

Keine Lehre, die sich aus dem Sabbatprinzip ergibt, ist so wichtig, wie die Zentralität unserer Ruhe in Gott. Statt danach zu streben, daß dieses oder jenes geschieht, lernen wir, einem himmlischen Vater zu vertrauen, der es liebt, zu geben. Das soll für uns nicht Inaktivität, sondern abhängige Aktivität bedeuten. Wir nehmen die Dinge nicht mehr länger selbst in die Hand, sondern übergeben sie Gott und handeln dann aus innerem Antrieb. Durch das Gebet der Ruhe treten wir in eine intensive Stille, eine leise Wachsamkeit ein. In Gott zu ruhen bedeutet weder Resignation noch Trägheit. Es bedeutet nicht, daß wir uns zurücklehen und dann hoffen, daß Gott schon handeln wird. „Aktivismus“ und „Quietismus“ beschreibt nicht ausreichend, was im Gebet der Ruhe vor sich geht. Ja, es ist „Sabbatruhe“, was passiv klingt, aber wir müssen sie auch betreten, was wiederum aktiv klingt. Die alten Meister sprachen von otium sanctum, heiliger Muße, einer Art Balance im Leben: Aktivität und Ruhe, Arbeit und Spiel, Sonnenschein und Regen. Es geht um die Fähigkeit, die Aktivitäten des Tages in der kosmischen Geduld Gottes auszutragen. Heilige Muße bedeutet, mit der mittleren Stimme zu leben und zu beten. Die wunderbare Neuigkeit, die ich vermitteln will, ist, daß wenn wir am gnadenvollen Werk des Gebets teilhaben, das Werk des Gebets nicht von uns abhängt. Verstehst Du, was das für eine Erleichterung ist? Der Heilige Geist Gottes, das dritte Glied der Trinität, er selbst begleitet uns in unseren Gebeten. Wir können in diesem Werk, das der Geist an unserer Stelle vollbringt, zur Ruhe kommen.

Jesus Christus ist unser großer Hohepriester; es war die Funktion des Hohenpriester im alten Israel, vor Gott in Vertretung des Volkes Fürbitte zu tun. In unseren gestammelten Gebeten hat Gott mit sich selbst ewige Gemeinschaft. Das Wirken der Trinität konzentriert sich auf unsere schwächlichen Gebete. Gott der Geist übersetzt unser Seufzen und Stöhnen vor dem Thron im Himmel. Gott der Sohn vertritt uns in der Fürbitte vor dem Thron im Himmel. Und Gott der Vater, der auf dem Thron im Himmel sitzt, benutzt unsere Gebete, um ein vollkommenes Selbstgespräch zu schaffen – Gott spricht mit Gott.

Es gibt drei etablierte Übungen, die uns in’s Gebet der Ruhe führen sollen. Die erste ist Einsamkeit. In der Einsamkeit enthalten wir uns eine gewisse Zeit von unseren normalen Gewohnheiten der Aktivität und des Umgangs mit den Menschen, um [neu] zu entdecken, daß unsere Kraft und unser Wohlbefinden von Gott allelin herrühren. Wir lassen alles los und empfangen das himmlische Manna.
Die zweite Übung ist Silencio, oder das Ruhen-lassen dessen, was die Alten „kreatürliche Aktivität nannten“. Dabei geht es nicht so sehr um ein Schweigen der Worte, sondern ein Schweigen unserer zupackenden und manipulativen Kontrolle über Menschen und Situationen. In der Silencio lassen wir alle Bewegung ruhen, die nicht in Gott verwurzelt ist. Wir werden ruhig, bewegungslos, bis wir am Ende zentriert sind. Alles überflüssige Gepäck streifen wir ab, bis in die völlige Wirklichkeit des Königreiches Gottes kommen. Wir lassen alle Zerstreuungen fahren, bis wir zum Kern gekommen sind. Wir lassen Gott unsere Prioritäten neu sortieren und unnötigen Schaum eliminieren. Das Ruhen aller kreatürlichen Aktivität befähigt uns, Gott zu hören.
Der dritte Weg, wie wir in’s Gebet der Ruhe gleiten können, wird „Sammlung“ genannt. Sammlung bedeutet Fokus, bedeutet Ruhe des Verstandes, des Herzens und des Geistes. Wir können die Reflektion pflegen, über unsere Identität nachdenken, uns zurückziehen und über die Richtung unseres Lebens sinnieren. Darum geht es in der Sammlung.

Gelobter Heiland,
ich bin nicht gut darin, in der Senke Deiner Hand zu ruhen. Nichts in meiner Erfahrung hat mich diese Ruhe gelehrt. Ich wurde gelehrt, wie ich etwas in die Hände nehmen kann, wie ich die Kontrolle erlangen kann. Aber zu ruhen? Nein, ich habe kein Muster, kein Paradigma für das Ruhen.
Das stimmt nicht ganz. Jesus, als Du unter dem Volk in Jerusalem und auf den Hügeln Judäas unterwegs warst, hast Du diese Lebensweise vorgelebt. Du warst immer aufmerksam und lebendig. Du warst äußerst ansprechbar für den Willen des Vaters. Vielen Anforderungen bist Du begegnet, aber Du warst nie in Eile.
Hilf mir, in Deinen Fußtapfen zu gehen. Lehre mich, nur das zu sehen, was Du siehst, nur das zu sagen, was Du sagst, nur das zu tun, was Du tust. Hilf mir, Herr, ruhend zu arbeiten und ruhend zu beten.
Ich bitte das in Deinem guten und starken Namen.
Amen.

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