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Archiv für September, 2006

[Wegmarken] Deuteronomium 23 (3) – Verschiedenes

8. September 2006

Entflohene Sklaven sollen nicht zurückgegeben werden, sondern frei wohnen dürfen und nicht unterdrückt werden – eine Weisung, die mich ins Nachdenken bringt, gibt es doch klare Vorschriften für (israelitische) Sklaven inklusive Entlassung im Sabbatjahr etc. Entweder handelt es sich hier um ausländische Sklaven, oder? Sklaverei war ja nicht verboten, sondern man verkaufte sich bzw. seine Arbeit auf absehbare Zeit an den Eigentümer. Daher wäre Flucht ja ein Brechen des Kaufvertrages. Strange…

Mose wendet sich gegen (männliche und weibliche) Tempelprostitution. Auf diese Weise erworbenes Geld darf auch nicht ins Gotteshaus gebracht und zur Bezahlung eines Gelübdes verwendet werden.

Zinsen dürfen nur von Nicht-Israeliten erhoben werden, nicht von Volksgenossen. Ein Hinweis darauf, wie wir als Gemeinde einander dienen können.

Wer Gott gegenüber ein Gelübde ablegt, muß dieses auch erfüllen. Wer keine Schuld auf sich laden will, sollte lieber kein Gelübde ablegen. Zu seinem Wort soll man stehen.

Im Weinberg des Nachbarn darf man von seinen Trauben essen, sie aber nicht in einem Behältnis sammeln. Entsprechend ist es gestattet, im Getreidefeld des Nachbarn Ähren mit der Hand zu raufen, aber nicht mit der Sichel zu schneiden. Das (Hunger-)Bedürfnis darf gestillt, der Nächste aber nicht beraubt werden. Ein gutes Prinzip auch für andere Lebensbereiche.

 

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[Wegmarken] Deuteronomium 23 (2) – Reinheit im Heerlager

8. September 2006

Wer einen nächtlichen Samenausfluß hatte, hat den Tag über außerhalb des Heerlagers zu bleiben, sich am Abend zu waschen und kann das Lager dann wieder betreten, sobald die Sonne untergegangen ist. Wer ‚mal sch… bzw. seine Notdurft verrichten muß, soll dies innerhalb eines bezeichneten Gebietes außerhalb des Lagers tun – natürlich zunächst ein Grüblein ausheben, welches die Exkremente aufnimmt, die hernach auch wieder fein säuberlich zugedeckt werden müssen. Eine Vorschrift, mit der ich schon persönlich zu tun hatte: Während einer Wanderfreizeit in meiner Jungenschaftszeit (als Teilnehmer) schien sich mir der besondere Sinn eines Grübleins zur Aufbewahrung dessen „was von mir gegangen ist“, nicht recht zu erschließen, dachte ich doch damals: „Wo ist das Problem, irgendwo ins Unterholz zu koten?“ Nur wenige Tage nach der Heimkehr las ich dann Deut 23 😉

Eine faszinierende Weisung: Weil Gott mitzieht, soll das Lager rein sein – rein von menschlichem Kot – ganz praktisch und down to earth. Das ganz alltägliche, profane Leben ist es, das von Gottes Gegenwart durchzogen und geheiligt werden soll – und wo Sch… ist, fühlt sich Gott nicht wohl. Also: Raus mit der Kacke!

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[Wegmarken] Deuteronomium 23 (1) – Wer zur (Volks-)Gemeinde gehören darf

7. September 2006

Männer mit zerschlagenen Hoden oder abgeschnittenem Penis dürfen nicht in die Volksgemeinde Israels bzw. die „Versammlung des HERRN“ aufgenommen werden. Man mag dabei an makellose Opfer und hohe Standards der Heiligung denken, diese Weisung zielt wohl aber in eine andere Richtung: Kastration scheint eine heidnische Praxis gewesen zu sein. Ebenfalls nicht aufgenommen werden dürfen Kinder aus Mischehen sowie Moabiter und Ammoniter. Diese verhielten sich während der Wüstenwanderung feindselig gegenüber Israel. Mischehen waren sowieso verboten. Ägypter und Edomiter allerdings steht der Zugang offen; ersteren, weil Israel auch in ihrem Land schon wohnte, letzteren, weil sie mit Israel verwandt sind (Zur Erinnerung: Esau=Edom ist der Bruder von Jakob=Israel; beide sind Abrahams Enkel).

Eine kurze Passage, die einiges zu denken gibt. Vergeltung für feindselige Behandlung in der Verangenheit (wie hier für Ammoniter & Edomiter) hat Jesus in der Bergpredigt aufgehoben. Schön aber vor allem, dass wir Nicht-Juden nicht mehr ausgegrenzt sind von der Begegnung mit Gott, wir wurden in den Ölbaum Israel eingepflanzt (Röm 11), Gott hat aus Juden und Heiden durch Christus einen einzigen neuen Menschen geschaffen – lies doch einfach mal Eph 2, 11-24 und freu Dich daran! Und selbst Kastrierte werden getauft (Apg 8 ) …

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[Wegmarken] Deuteronomium 22 (2) – Sex und Ehe

4. September 2006

Wer seine Frau loshaben will und sie anklagt, sie sei nicht jungfräulich in die Ehe gekommen, kann widerlegt werden, indem die Eltern der Braut die blutbefleckten Bettbezüge der Hochzeitsnacht vorzeigen. In diesem Fall muß der verleumdende Ehemann den Eltern eine Strafe zahlen, er behält seine Frau und darf sich sein Leben lang nicht von ihr scheiden lassen. Stimmt die Anklage allerdings, dann soll die Frau gesteinigt werden, weil sie sich im Haus ihres Vaters ihr prostituiert hat. Offensichtlich tragen die Eltern die Verantwortung für die Unbeflecktheit ihrer Tochter und werden dadurch geschändet.

Wer mit der Frau eines anderen schläft, begeht Ehebruch. In diesem Fall werden beide gesteinigt. Wer innerhalb einer Stadt mit einer Verlobten schläft, begeht Ehebruch. In diesem Fall werden auch beide gesteinigt – die Frau hätte um Hilfe rufen können, hat es aber wohl nicht getan. Wer auf dem Feld, außerhalb der Stadt mit einer Verlobten schläft, begeht Ehebruch. In diesem Fall wird nur der Mann gesteinigt – die Frau hat vielleicht um Hilfe gerufen, aber es hat sie keiner gehört. Wer mit einer Frau schläft, die noch nicht verlobt ist, soll diese zur Frau nehmen und eine Strafe an die Eltern zahlen. Außerdem darf er sich sein Leben lang nicht von ihr scheiden lassen. Das Kapitel schließt mit dem Verbot, mit der Frau seines Vaters zu schlafen.

Nüchtern und praktisch werden diese Themen abgearbeitet. Und nur von der damaligen Kultur her zu verstehen. Es gibt wenige Gesetzeskataloge im AT, die in unserer heutigen Kultur einen solchen Aufschrei erregen würden. Darum will ich mich auf eine Beobachtung beschränken, welche immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt: Es war die Idee Gottes, Geschlechtsverkehr in den Schutzraum der Ehe einzubetten. Weitere Gedanken gehen aus diesem Kapitel zwar hervor, aber die Schlußfolgerungen stehen auf zu dünnem Eis…

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[Wegmarken] Deuteronomium 22 (1) – Diverse Anweisungen

4. September 2006

(1) Wer etwas Verlorenes oder verirrtes Vieh des Nachbarn findet, soll es zurückbringen, ist der Eigentümer unbekannt, soll es aufbewahrt werden, bis er sich meldet. Auch ist spontan Hilfe zu leisten, wenn bspw. der Esel des Nächsten gefallen ist.
Diese Anweisung klingt sehr nach Jesus: „Alles, was ihr wollt, dass Euch die Leute tun sollen, tut ihr Ihnen auch!“
(2) Niemand soll die Kleidung des anderen Geschlechts anziehen – es ist ein Greuel für Gott. Ein Hinweis auf die Schöpfungsordnung? Ein Ruf, sich mit der Rolle als Mann/Frau zu identifizieren? Ein Schutz der Frauen vor dem Krieg? (Männerkleidung = Waffentracht?)
(3) Wer ein Vogelnest findet, darf nur die Eier oder Küken mitnehmen, die Mutter wird freigelassen. Früher Tierschutz? Eher nicht – die Mutter wird weitere Nahrung produzieren.
(4) Wer ein Haus baut, soll auf seinem (flachen) Dach ein Geländer haben, damit niemand herunterfällt und Blutschuld auf das Haus kommt. Praktische Nächstenliebe und positive Auslegung des 6. Gebots – nicht nur nicht töten, sondern auch die Rahmenbedingungen schaffen, in denen andere leben können.
(5) Ein Weinberg soll nicht mit unterschiedlicher Saat besät, Ochs und Esel nicht unter dasselbe Joch gespannt und dieselbe Kleidung nicht aus Wolle und Leinen zugleich gefertigt werden. Das hat einerseits praktische Gründe: Der Boden des Weinbergs vertträgt die unterschiedliche Saat nicht, ein Ochse trägt/zieht mehr als ein Esel, der Esel läuft schneller, die Kleidung aus Wolle und Leinen wird leichter reißen. Andererseits wurde diese Stelle auch immer wieder herangezogen, um die Heiligkeit des Volkes und das Zurückziehen von der Welt zu unterstreichen (vgl. 2Kor 6,14).
(6) Der Mantel der Israeliten soll an allen vier Zipfeln Quasten haben. Unterscheidungsmerkmal von den Angehörigen anderer Nationen, aber vor allem Erinnerungszeichen an die Gebote Gottes (vgl. Num 15,38-40).

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[Wegmarken] Deuteronomium 21 – Potpourri an Anweisungen

1. September 2006

(1) Wird außerhalb einer festen Stadt ein Erschlagener gefunden, sollen die Ältesten der nächstgelegenen Stadt ein spezielles Opfer darbringen und so die Blutschuld tilgen.
(2) Will ein Israelit eine feindliche Gefangene zur Frau nehmen, werden ihre Haare rasiert und Nägel geschnitten, worauf sie einen Monat im Haus ihres zukünftigen Ehemannes ihre Eltern beweinen kann. Danach kann die Heirat stattfinden. Will sich der Mann von ihr trennen, darf er sie nicht als Sklavin verkaufen.
(3) Der Erstgeborene eines Israeliten erhält doppelten Anteil vom Erbe, auch wenn er bei mehreren Frauen seines Vaters von einer ungeliebten stammt.
(4) Ungehorsame und lasterhafte Söhne sollen auf Antrieb der Eltern als abschreckendes Beispiel von der ganzen Stadt gesteinigt werden.
(5) Wer ein Verbrechen, auf das die Todesstrafe steht, begangen hat und aufgehängt wurde, muß am selben Tag vom Holz  genommen und begraben werden, da ein am Holz aufgehängter unter dem Fluch Gottes steht und sonst das Land verschmutzt würde.

Zu (4): Ein Antrieb, den Eltern Ehre, Respekt und Gehorsam entgegenzubringen. Trifft mich zum richtigen Zeitpunkt.
Zu (1) und (5): Sünde hat Konsequenzen, die über die Beteiligten hinausgehen. Das Land kann beschmutzt werden, Blutschuld wirkt weiter. Ein Bereich, der für mich noch relativ im Nebel liegt. Wie ist damit umzugehen? Verantwortung übernehmen in diesen Fällen nicht-direkt-Beteiligte; bei (1) bringen Leiter ein Opfer dar, und bei (5) ist unklar, wer beerdigt.
Zu (2) und (5): Die Würde des Einzelnen bleibt bestehen. Auch die gefangen Weggeführte ist nicht nur Objekt fremder Begierde und auch ein Gehenkter erhält ein Begräbnis, statt zur Abschreckung hängenzubleiben.
Zu (3), (4) und (5): Gedanken an Jesus. Der einziggeborene Sohn Gottes, Erstgeborener unter vielen Brüdern (Röm 8,29), Erbe des Reiches, wird außerhalb der Stadt hingerichtet, sein Vater stellt sich gegen ihn, er wird für uns zur Sünde, stirbt unter dem Fluch Gottes – krass!
Zu (3): Israel ist Gottes erstgeborener Sohn (Ex 4,22; Jer 31,9) und bleibt es. Hat doppeltes Anrecht auf das Erbe (vgl. Röm 9,1-5). Ist das Volk unter den Völkern, behält seinen Sonderstatus. Laß uns Israel segnen!

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