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Archiv für August, 2006

[Wegmarken] Deuteronomium 20 – In den Krieg ziehen

30. August 2006

Mose ermuntert sein Volk: Wenn Israel in den Krieg ziehen wird, zieht Gott mit und schenkt ihnen den Sieg. Bevor es jedoch losgeht, findet die Musterung statt: Wer ein Haus gebaut, es aber noch nicht bezogen hat, wer einen Weinberg gepflanzt, aber nocht nichts von seiner Frucht genossen hat, wer mit einer Frau verlobt ist, sie aber noch nicht geheiratet hat – der muß nicht an die Front, er kann zuhause bleiben. Das Leben soll gelebt und nicht durch einen vermeidbaren Tod zum falschen Zeitpunkt zerstört werden… Wer furchtsam ist, soll ebenfalls nicht in die Schlacht ziehen, damit er die Moral der anderen nicht gefährdet. Also: Nur wer aus eigenem Antrieb und ganzherzig dabei ist, ist qualifiziert. Ist das bei der Nachfolge nicht auch so? Sagte nicht der Meister selbst: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Luk 9,62)? Mir fällt auf: missio Dei – Gottes Mission. Es ist sein Ding; der Wind weht, wo er will, der Geist Gottes ist am Wirken, er verfolgt seinen Plan der Erlösung, Heilung, Wiederherstellung (in) dieser Welt und ich darf frohen Mutes dabei sein. Der Handelnde bin ich, der Wirkende ist der HERR. Entspannend und herausfordernd zugleich…

Weiter bei Mose: Wenn eine feindliche Stadt angegriffen wird und sich ergibt, dann haben ihre Bewohner Israel in Zwangsarbeit zu dienen. Ergeben sie sich nicht, sind nach der Eroberung der Stadt alle Männer zu töten, der Rest ist Beute Israels. Die Bewohner Kanaans allerdings müssen ausgerottet werden, für sie gibt es keine friedliche Lösung. Zu groß ist die Gefahr, dass Israel zu ihren greulichen Praktiken verführt würde. Wieder weckt das interessante Gedanken: Manche Dinge haben im Leben eines Nachfolgers Jesu nichts verloren, da ist die Schrift klar. Aber wie ist das in den Grauzonen? Wer definiert die? Was kann als Beute gefangen „unter den Gehorsam Christi“ gefangen genommen werden? Was muß kompromisslos abgelehnt werden? „Alles ist mir erlaubt, aber nichts darf mich gefangen nehmen.“ Ab wann wird die göttliche Lebensfülle beeinträchtigt? Das bleibt für mich das entscheidende Kriterium.

Das Kapitel schließt mit dem Verbot, bei der Belagerung einer Stadt, die fruchttragenden Bäume zu fällen. Was klingt da an? Bewahrung der Schöpfung? Dann wäre das die einzige Stelle mir präsente Stelle, die vom Respekt gegenüber der Flora spricht. Sinn macht auch, die Bäume stehen zu lassen, da es sich dabei auch um Israels Lebensgrundlage der kommenden Zeit handeln wird – wer wird denn von den Bäumen essen, wenn die Stadt erobert wurde? Also: Säge nicht am Ast, der Dich trägt!

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[Wegmarken] Deuteronomium 19 – Gerechtigkeit

28. August 2006

Mose weist die Israeliten an, nach Eroberung des Landes drei Freistädte auszusondern, in welche fliehen kann, wer unabsichtlich jemand anderen getötet hat. Wenn Gott das Land dann erweitern wird, was er ja den Erzvätern zugesagt hat, sind dann drei weitere Freistädte festzulegen. Hier erhält der Totschläger Zuflucht vor dem Rächer und unnötiges Blutvergießen wird vermieden. Wer absichtlich mordet und in eine Freistadt flieht, muß von deren Ältesten dem Bluträcher übereignet werden, der die Todesstrafe vollziehen soll. So wird das vergossene Bluet gesühnt.
Ein weitere Anweisung lautet, den Grenzstein des Nachbarn nicht zu verschieben, da es sich um von Gott geschenkes Erbland handelt, das auf die weiteren Generationen übergehen wird.
Zuletzt geht Mose auf die Rechtsprechung ein: Für ein Urteil werden zwei Zeugenaussagen gebraucht. Wer falsch aussagt, erhält die dem Angeklagten zugedachte Strafe.

Interessant, wieder über die Konsequenz vergossenen Blutes nachzudenken. Dieses verunreinigt das Land. In späteren Studien will ich mich näher damit auseinandersetzen. Was mir aber in diesem Kapitel ins Auge tritt, ist der implizite Gerechtigkeitsbegriff, der den Ausführungen zugrundeliegt:

  • Vergossenes Blut fordert die „gerechte“ Strafe: den Tod des Mörders. Wer aber ohne Absicht tötet, der erhält Zuflucht in der Freistadt, entgeht also der „gerechten“ Strafe für Blutvergießen. Maßstab ist hier die Herzenshaltung.
  • Das Verschieben des Grenzsteins ist verboten. Gott hat das Land zugewiesen, kommende Generationen werden sich an die Grenzen halten. Eigenmächtiger Diebstahl wäre „ungerecht“.
  • Falschaussagen werden nicht pauschal bestraft. „Gerecht“ ist hier die Strafe, die der Angeklagte erhalten hätte, also die Konsequenz der Falschaussage.

Ein letzter Gedanke: Gott teilt uns nicht die „gerechte“ Strafe zu, sondern läßt Jesus „ungerecht“ sterben, auf daß wir „gerecht“ würden. Wir erhalten Zuflucht in der Freistadt, die einzige Chance, dem Rächer zu entkommen. Danke!

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[Das besondere Samenkorn] Deuteronomium 18, 13

25. August 2006

Du aber sollst untadelig sein vor dem HERRN, Deinem Gott.

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[Wegmarken] Deuteronomium 18 – Erbteil und die Worte Jesu

25. August 2006

Leviten haben kein Erbland, auf dem sie wohnen und das sie ernähren könnte. Sie essen von den Opfergaben der Israeliten. Gott ist ihr Erbe. Dazu erhalten die Priester die Erstlinge von Öl, Wein und Fellen der geschlachteten Tiere. Wenn ein Levit aus seiner Stadt zum Heiligtum kommt, kann er dort Dienst tun und erhält gleichen Anteil an den Opfern. [Gott versorgt sie, er ist ihr Erbteil. Zu Abraham hat er gesagt: Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Was bedeutet es für Dich, dass Gott Dein Erbe ist?]
Im zweiten Teil des Kapitels wendet sich Mose wieder einmal gegen die heidnischen Praktiken der Kanaaniter. Wahrsagerei, Spiritismus und das Darbringen ihrer Kinder als Menschenopfer ist den Israeliten verboten. Wegen solcher Greuel vertreibt Gott die Bewohner Kanaans. [Wie ist das mit Deutschland? Welche Greuell geschehen bei uns? Wie gehen wir damit um?] Statt dessen sollen die Israeliten auf den Prophten hören, den Gott ihnen schicken wird; ein Prophet wie Mose wird es sein, in dessen Mund Gott seine Worte legen wird. [Diese Weissagung wird allgemein auf den Messias, also Jesus gedeutet. Seine Worte haben höchste Autorität für uns.] Wer aber im Namen anderer Götter spricht oder im Namen Gottes Worte verkündigt, die Gott nicht geboten hat, muß sterben. [Eine Mahnung an uns, nicht vorschnell Wendung wie „Gott hat mir gesagt“ oder „es ist Gottes Wille, daß…“ zu verwenden.] Falsche Propheten werden daran erkannt, dass ihr Wort nicht eintrifft, eben nach dem hebräischen Verständnis nicht „wahr“ ist, nicht fest und zuverlässig. Das ist der Unterschied zu den Worten Jesu: Wer auf seine Rede hört und danach handelt, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.

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[Wegmarken] Deuteronomium 17 – Autorität

23. August 2006

Mose verbietet dem Volk Israel, Gott ein mangelhaftes Opfertier darzubringen und stellt klar, dass jeder, der andere Götter wie z.B. Gestirne anbetet, auf das Wort zweier oder dreier Zeugen hin zum Tod durch Steinigung verurteilt wird. Dabei sollen die Zeugen die ersten Steine werfen. Bei schwerwiegenden Streitfällen ist der von Gott erwählte Ort aufzusuchen, wo dann die Priester und der aktuelle Richter ein Urteil sprechen werden. Dieses ist unbedingt bindend, wer sich nicht daran hält, muß sterben.

Gedanken dazu: Was schenken wir Gott? Unseren Überschuß, das, was eben abfällt, wenn unsere Bedürfnisse gestillt sind, oder das Beste an Zeit, Geld, Gaben, Einsatz etc? Was ist „ein Opfer ohne Makel“ in unserer Zeit?
Dass die Zeugen den ersten Stein werfen sollen, ermahnt mich zu Integrität. Die Anordnung, dem gesprochenen Urteil Folge zu leisten erinnert an das Untertan-sein-der-Obrigkeit aus Röm 13 und stellt mir die Frage, wem ich Autorität gebe, in mein Leben zu sprechen, oder ob ich in meiner Erkenntnis des Willens Gottes letzte Autorität sein will – oder überhaupt kann…
Sollte das Volk später einmal wie die umgebenden Nationen einen König haben wollen, wird Gott einen Mann auswählen – allerdings kann das nur ein Israelit sein. Es ist ihm untersagt, nach Ägypten zu gehen, um dort Pferde zu erwerben, ebenso viele Frauen zu nehmen (die sein Herz abwenden würden), oder viel Silber und Gold anzuhäufen. Jeden Tag soll er im Buch des Gesetzes Gottes lesen, damit er Gott fürchten, seine Gebote und Weisungen halten und sich nicht über seine Volksgenossen erheben möge. Dann werden er und seine Nachkommen lange in Israel regieren.

Zeitlose Prinzipien zeigt uns hier das Königsgesetz: Wer auch immer von Gott Autorität bekommt – also eigentlich jeder, speziell sogenannte „Leiter“ (in welchem Umfeld auch immer, also wieder: jeder), empfängt seine Autorität von Gott, sollte die Fallen Geld, Sex, Macht im Blick behalten, sich auf einer Ebene mit den ihm Anbefohlenen sehen und nach Erkenntnis und Erfüllung des Willens Gottes trachen.

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[Wortakrobatik] The Road Not Taken

22. August 2006

Robert Frost’s Zeilen prägen mich seit mehreren Jahren, kommen immer wieder, poppen auf wie ein Fenster in Windows. Hier sein Gedicht:

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And havong perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I –
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Es bleibt eine Sehnsucht in mir, den schweren, wenig begangenen Weg zu finden und zu gehen, die enge Pforte, von der Jesus spricht. In allen Entscheidungen nicht nach der Funktionalität oder aus Bequemlichkeit zu urteilen, sondern den Weg des Meisters zu gehen. Die letzten, von mir fett gesetzten Zeilen drücken das aus.

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[Wegmarken] Deuteronomium 16 – Große und kleine Linien

22. August 2006

Wiederholung vergangener Weisungen:

  • Zum Passa:  An dem Ort, den Gott sich erwählen wird, sollen die Opfer geschlachtet und gegessen werden, danach steht es frei, heimzuziehen, allerdings darf die nächsten sieben Tage lang nur ungesäuertes Brot gegessen werden.
  • Zum Wochenfest: Von der ersten Ernte an werden sieben Wochen abgezählt, danach ein Dankopfer entsprechend des empfangenen Segens dargebracht. Gemeinsam mit der Familie feiert der Israelit an dem Ort, den Gott erwählen wird und gedenkt an die vergangene Knechtschaft in Ägypten.
  • Zum Laubhüttenfest: Nachdem das Getreide gedroschen und der Wein gekeltert wurde, feiert die ganze Volksgemeinde  wieder sieben Tage lang an dem Ort, den Gott erwählen wird. Der Freude über die Versorgung Gottes wird Ausdruck verliehen und auch die sozial Schwachen (Leviten, Witwen, Waisen, Fremdlinge) werden bedacht.
  • Beamte und Richter werden eingesetzt, die Gerechtigkeit durchsetzen und nicht bestechlich sind.

Das ganze Volk erscheint also dreimal jährlich vor Gott: Hier wird am zentralen Ort die Identität des ganzen Volkes als Gottesvolk geprägt, an die vergangene Knechtschaft und die Rettungstat Gottes gedacht und seine gegenwärtige erhaltende Fürsorge gepriesen. Die Gemeinschaft Gottes feiert zusammen, versorgt die sozial Schwachen, behält in den Hauptfesten die großen Linien im Blick und strebt – unterstützt von Beamten und Richtern – danach, die Maßstäbe Gottes im Alltag umzusetzen. Die Anregung für heute besteht a) in der Neuentdeckung der Tiefe des Kirchenjahres, b)  im Aufruf zum gemeinsamen Feiern vor Gott (Können wir Rituale der Dankbarkeit einführen?) und c) der Frage nach dem Leben nach Gottes Maßstäben in den kleinen Dingen – evtl. durch das Wiedereinführen eines Beichtspiegels o.ä.

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[Wegmarken] Deuteronomium 15 – Beschenkt, um zu segnen

21. August 2006

Die Regelung zum Sabbatjahr wird wiederholt: In jedem 7. Jahr sollen alle Israeliten ihren Volksangehörigen die Schulden erlassen, brauchen aber keine Angst vor Mangel zu haben, da Gott sein Volk segnen wird, wenn sie ihm gehorchen und auf seinen Wegen gehen. Dann wird Israel den anderen Nationen leihen können und von niemandem etwas borgen müssen, über viele herrschen, aber unter niemandes Herrschaft stehen. Wenn jemand in Not ist, soll er unterstützt werden. Es wird immer wieder Notleidende geben, wer sie unterstützt, wird gesegnet werden. Israelitische Sklaven sollen im 7.Jahr auch freigelassen werden und ein Zubrot zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes erhalten. Wollen Sklaven für immer im Dienst ihrer Herren bleiben, wird ihr Ohr durchstochen. Die Erstlinge der Herde dürfen nicht zur Arbeit herangezogen oder geschoren, sondern müssen Gott geweiht und in jedem Jahr an dem von Gott erwählten Ort verzehrt werden. Haben sie einen Makel, sollen sie nicht geopfert, sondern am Heimatort gegessen werden – mit Ausnahme des Blutes, das auf den Boden auszugießen ist.

Faszinierend: Das Gott geweihte Tier ist selbst zu essen, ein Opfer, das dem Opfernden dient, als ob ich den Zehnten meiner Einkünfte auf ein spezielles „Konto zum Lebensgenuß“ überweisen würde (vgl. die Anweisungen in Kap 14 von gestern). So ist klar gestellt, dass auch in Notzeiten immer wieder Fleisch auf dem Speiseplan steht, ein gottgeschenkter Luxus. Einfach und direkt dagegen das Hauptgebot: Gib das, was Du hast, dem, der in Not ist, und sei Dir gewiß: Gott ist es, der Dich versorgt. Klingt sehr Bergpredigt-like. Darum auch heute zu beherzigen.

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[Wegmarken] Deuteronomium 14 – Hingabe, Feiern, Blick für den Nächsten

19. August 2006

(1) Israel ist Gottes Volk. Darum sind ihnen heidnische Praktiken (Bsp. wund ritzen oder kahl rasieren um eines Toten willen) verboten. Sie sollen sich von den Nationen unterscheiden. Deshalb erhalten sie konkrete Speisegebote und alle zum Verzehr freigegebenen Tiere werden aufgezählt.

(2) Der Zehnte der Ernte soll an den Ort gebracht werden, den Gott für seine Wohnung erwählen wird, und dort von der ganzen Familie als fröhliche Feier verzehrt werden. Ist der Weg dahin zu weit, kann der Zehnte zu Geld gemacht werden, das zum Kauf von Fleisch, Wein, starkem Getränk etc. für die Feier dient.

(3) In ihren jeweiligen Städten dürfen die Israeliten die Leviten nicht vergessen, die bei ihnen wohnen, sondern diese mit versorgen, da Leviten kein Erbland besitzen. Darum wird jedes dritte Jahr der Zehnte von allem in der Heimatstadt eingelagert, damit Leviten, Fremdlinge, Witwen und Waisen zu essen haben.

Die drei Anweisungen dieses Kapitels legen die Melodie Gottes, welche ich als „erfülltes Leben-in-Gemeinschaft“ bezeichnet habe, aus, geben ihr Fleisch, machen sie konkret. Die Verbindung der Gottes- und Nächstenliebe (verbunden mit der – posititv verstandenen – Selbstliebe), die Jesus als wichtigstes Gebot des AT bezeichnet hat (Mt 22,34-40) wird hier praktisch: Hingebungsvoll Gott folgen und sein Gebot halten (1), gemeinsam seine Versorgung feiern (2) – nicht nur nur still demütig danken, sondern F.E.I.E.R.N.! – Hallo: „gib das Geld für alles, woran dein Herz Lust hat, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk oder für alles, was dein Herz wünscht, und iss dort vor dem HERRN, deinem Gott, und sei fröhlich, du und dein Haus“ (V. 26) und (3) denen geben, die es nötiger haben als wir. Gott anhängen, das Leben feiern und die Mitmenschen im Blick haben – das ist die Melodie des Lebens-mit-Gott.

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[Wegmarken] Deuteronomium 13 – Verführer und falsche Propheten.

18. August 2006

In diesem Kapitel warnt Mose vor Verführung zum Abfall von Gott und Anhangen an andere Götter durch (1) Propheten / Wahrsager, die in der Vergangenheit recht weissagten, (2) Einzelpersonen und (3) ganze Städte. Der Verführung ist zu widerstehen, die Verführenden sind zu töten, die Städte zu schleifen und die Beute als Brandopfer zu verbrennen. Zerstörte Städte sollen in Ruinen liegen und niemals wieder aufgebaut werden. Für Israel gilt es, die Prüfung zu bestehen, Gott zu fürchten, seine Gebote zu halten, seiner Stimme zu gehorchen, ihn zu lieben und an ihm festzuhalten. Tun sie das, wird Gott sein Volk segnen und vermehren.

Interessant hier: Ein Prophet ist dann ein falscher Prophet, wenn er Abfall von Gott fordert. Ob er in der Vergangenheit die Zukunft richtig vorhersagte, tut nichts zur Sache. Bedeutet für uns heute, dass nicht überall, wo Zeichen und Wunder geschehen, automatisch Gott am Werk sein muß. Immer wieder bedenkenswert, wie eifersüchtig Gott ist und ungeteilte ganzherzige Hingabe fordert. Keine anderen Ansprüche stellt Jesus an seine Nachfolger.

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[Wegmarken] Deuteronomium 12 – Israelischer vs. kanaanitischer Kult

17. August 2006

Mose trägt Israel auf, alle Heiligtümer, Opferstätten und Götzenbilder der Kanaaniter zu zerstören, den Namen ihrer Götter auszutilgen und Gott nicht auf solche Weise anzubeten, sondern zu dem Platz zu gehen, den Gott auswählen wird, Opfer und Gaben dorthin zu bringen, sie in der Gegenwart Gottes zu essen und sich über seinen Segen zu freuen. Geschlachtet werden darf in jeder Stadt in Israel, Opfergaben und Erstlinge der Herde dürfen aber nur an dem von Gott erwählten Ort verzehrt werden. Blut darf nicht gegessen, sondern muß auf die Erde ausgegossen werden. Die Israeliten sollen die Leviten nicht übersehen oder vergessen, sondern ihnen von ihrem Gut abgeben, da Leviten bekanntlich kein Erbland besitzen. Das Blut der Opfer soll am Altar Gottes ausgegossen, das Fleisch darf verzehrt werden. Am Ende dieses Kapitels wiederholt Mose die Anweisung vom Beginn: Israel soll die kultischen Praktiken der Völker Kanaans nicht imitieren, denn dort waren schreckliche Dinge wie bspw. Menschenopfer an der Tagesordnung. Statt dessen sollen sie den Willen Gottes tun, dann werden sie leben und es wird ihnen gutgehen.

Wieder einmal erklingt eine bekannte Melodie: Sondert Euch ab von der heidnischen Praxis Eurer Umgebung! Sieht so interreligiöser Dialog aus? Die Götter der Völker sind Nichtse, ihre Verehrung ist eine Beleidigung der Majestät Gottes. Anhänger anderer Götter sind zur Umkehr zu Gott zu rufen. Ein hartes Wort in die heutige Zeit hinein. Dann der positive Aufruf zur Gottesverehrung: Ausschließlich Gott anhängen, mit den Nächsten in der Gegenwart Gottes die Mahlgemeinschaft feiern, die Schwachen nicht vergessen und Gott auf Gottes Weise dienen. Programm genug für uns. Die Frage aber bleibt: Was sind meine Götzen? Welche „greulichen Praktiken“, Verhaltensmuster oder Gedankenstrukturen haben sich in mein Leben eingeschlichen? Was verunehrt Gott?

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[Das besondere Samenkorn] Deut 11,7

16. August 2006

Eure Augen haben die großen Werke des HERRN gesehen, die er getan hat.

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[Wegmarken] Deuteronomium 11 – Aus Dankbarkeit neu “Ja” sagen

16. August 2006

Aus Dankbarkeit für alles, was Gott getan hat, soll Israel ihn lieben und seine Gebote halten. Mose fordert das Volk auf, sich an die Größe Gottes, seine mächtige Hand und seinen ausgestreckten Arm zu erinnern und die Taten und Zeichten Gottes in Ägypten im Gedächtnis zu behalten – die Armee, die er im Roten Meer versenkt hat; was er in der Wüste an Israel getan hat; wie Datan und Abiram von der Erde verschluckt wurden etc. Dies alles haben die Israeliten mit eigenen Augen gesehen. Darum sollen sie seine Weisung halten, damit sie Stärke bekommen, das Land einzunehmen und lange in ihm zu leben. Es ist ein Land, auf das die Augen Gottes gerichtet sind, der ihm Gedeihen schenkt. Wenn sie Gottes Weisung halten – ihn lieben und ihm dienen – wird er ihnen Regen und Ernte senden, Gras für das Vieh. Wenn sie aber aber Gott verlassen, wird sein Zorn gegen sie entbrennen, er wird den Himmel verschließen, das Land wird keine Frucht bringen und Israel wird untergehen. Darum soll über die Worte Gottes nachgedacht, sie in Herz und Seele bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Folgt Israel der Weisung Gottes, dann wird er größere und stärkere Nationen vor ihnen austreiben, ihnen jeden Ort geben, auf den sie ihren Fuß setzen, ihr Land wird groß sein und niemand wird ihnen standhalten können. Am Ende dieser Passage legt Gott seinem Volk Segen und Fluch vor. Wenn sie Kanaan kommen, sollen sie die Seges- und Fluchworte von zwei gegenüberliegenden Bergen rufen, um deutlich zu machen, vor welcher Entscheidung das Volk immer wieder neu stehen wird.

Wie ist das bei Dir? Erinnerst Du Dich an das, was Gott Großes in Deinem Leben getan hat? Oder bist Du ein viel-zu-schnell-Vergessender? Warum nicht mal innehalten, ein wenig Zeit nehmen, über die Vergangenheit nachdenken und Danke sagen für alles Gute, was Dir einfällt? Die in der Vergangenheit erfahrene Güte Gottes gibt Zuversicht, ihm auch für morgen zu vertrauen. Wer in seiner Weisung lebt, wird mit dem versorgt, was er bedarf (vgl. Mt 6,33). Versiegen die Quellen ist auch die Treue gegenüber Gott zu prüfen. Den Seinen ebnet der Herr den Weg und schenkt ihnen Gelingen. Die Entscheidung, Gott gehorsam zu sein, wird jeden Tag neu getroffen.

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[Das besondere Samenkorn] Deuteronomium 10, 12f

15. August 2006

Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als daß du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, daß du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, daß du die Gebote des HERRN hältst und seine Rechte, die ich dir heute gebiete, auf daß dir’s wohlgehe?

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[Wegmarken] Deuteronomium 10 – Eine zweite Chance & Wandel vor Gott aus Ehrfurcht und Liebe

15. August 2006

Nun erzählt Mose davon, wie er nach den Geschehnissen ums Goldene Kalb zwei neue Steintafeln gebracht hat, auf die Gott selber nochmals die Zehn Gebote geschrieben hat. Diese Tafeln befinden sich als permanentes Zeichen in der Bundeslade.

Eine zweite Chance für das Volk, eine zweite Chance auch für uns. Ein ergreifendes Beispiel ist Gordon MacDonald, der auf bewegende Weise Gott als „God of the second chance“ schildert. Nichts ist zu krass oder zu hart, als dass mit Gott nicht ein neuer Anfang möglich wäre. Mose schließt eine Zusammenfassung über die Ereignisse um den Tod Aarons an, dazu erinnert er an die Einsetzung Eleasars als neuen Hohepriester und betont die Sonderrolle der Leviten: Sie tragen die Bundeslade, stehen vor Gott und segnen seinen Namen. Die Leviten haben kein Erbland, denn Gott selbst ist ihr Erbe.

Auch wir sind berufen, den Schatz der Herrlichkeit Gottes in unseren irdischen Gefäßen zu tragen, vor ihm leben und ihn mit unserem Wandel zu loben. Gott selbst ist unser Erbe; es liegt nicht in materiellem oder ideellem Gut, sondern in der Beziehung zu ihm und im daraus resultierenden erfüllten Leben. Was will Gott von seinem Volk?, so fragt Mose. Und er gibt die Antwort selbst: Sie sollen ihn fürchten, in seinen Wegen gehen, ihm dienen, ihn lieben und seine Gebote halten. (Das bietet sich auch für uns heute an, scheint mir.) Obwohl ihm das All gehört, hat er Israel geliebt und sie aus allen Völkern auserwählt. (Und wieder bleibt es ein Geheimnis, warum sich Gott gerade Dir und mir offenbart und uns zu seinen Kindern gemacht hat.) Darum sollen die Israeliten ihre Herzen beschneiden und nicht mehr hartherzig sein. Gott ist ein großer Gott, der Herr aller Herren, der besonders auf die Schwachen achtet. Deshalb sollen wir das auch tun. Gott hat Israel wie auch uns reich gesegnet. Unser ganzes Leben-mit-Gott gründet in der rechten Herzenshalten, dem Wunsch, aus Liebe und Ehrfurcht Gott dienen zu wollen.

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[Aus dem Netz gezogen] Der Papst im O-Ton

14. August 2006

Joseph „Benedikt XVI.“ Ratzinger im großen Interview. Ein 11-seitiges pdf-Dokument findest Du hier.

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[Wegmarken] Deuteronomium 9 – Gott ist mit uns

14. August 2006

Wenn Israel in das Land ziehen und es einnehmen wird, wird es dabei größere und stärkere Völker besiegen. Dies kann aber nur deshalb geschehen, weil Gott mit ihnen ist – und das nicht, weil Israel so toll wäre, sondern weil Gott sein Versprechen an die Erzväter einlöst. Von Anfang an war Israel rebellisch. Das verdeutlicht Mose anhand der Ereignisse um das Goldene Kalb.

Gute Nachricht für uns heute. Gott liebt und segnet uns, weil er sich festgelegt hat, weil er eine Entscheidung getroffen hat. Es ist sein freier Wille, der dahinter steht. Es liegt nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen (Röm 9,16). Egal, wie oft wir fallen, Gottes Gnade und Erbarmen ist immer größer. Jeden Morgen startet das Leben-mit-Gott neu. Was gestern falsch lief ist vergeben und vergessen. Und Gott ist es, der uns den Weg ebnet und die Bahn bereitet, so dass wir Dinge vollbringen können, die eigentlich nicht in unseren Möglichkeiten lägen.

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[Wortakrobatik] Zeilen zum 13. August

14. August 2006


Thou art the truth, the life. Thou, Lord, wilt see
To every question that perplexes me.
I am thy being; and my dignity
Is written with my name down in thy book;
Thou wilt care for it. Never shall I think
Of anything that thou mightest overlook –
In faith-born triumph at thy feet I sink.

Quelle: George MacDonald – „Diary Of An Old Soul“, S. 83.

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[Wegmarken] Deuteronomium 8 – Erzogen durch Gott

13. August 2006

Mose gibt einen Rückblick auf die Zeit in der Wüste. Dabei hat Gott Israel geführt, gedemütigt, ihr Herz geprüft, sie hungern lassen und ihnen Manna geschenkt, damit sie verstehen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von den Worten Gottes. Während dieser vierzig Jahre sind ihre Kleider nicht verschlissen noch ihre Füße geschwollen. Gott hat sie erzogen, wie menschliche Eltern ihre Kinder erziehen. Es ist ihnen nur geboten, Gott zu fürchten und in seinem Weg zu gehen. Er wird sie in ein gutes Land bringen. Wenn sie dann im Überfluß leben werden, sollen sie Gott nicht vergessen, der sie durch eine harte Zeit geführt und sie geprüft hat, um ihnen am Ende gut zu tun. Er ist es, der sie stark und reich macht. Wenn sie von ihm abfallen, dann sind sie verloren.

Damals wie auch heute sind es harte, entbehrungsreiche Wüstenzeiten, die uns die Anhängigkeit von Gott lehren. Auch heute trägt er uns durch und erzieht uns, auch wenn das für manche ein unangenehmer Gedanke sein mag. Wer Gottes Hand schwer auf sich spürt, mag getrost sein: Es bleibt Gottes Hand als eines treuen und liebenden Vaters. Und es kommen auch wieder andere, augenscheinlich bessere Zeiten. Die Herausforderung ist, auch dann, wenn alles glatt läuft, denn engen, intimen Kontakt zu Gott zu behalten.

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[Das besondere Samenkorn] Deut 6,4-9

11. August 2006

Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.

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