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Archiv für Mai, 2006

[Wegmarken] Levitikus – Fazit

15. Mai 2006

27 Kapitel sind zuende,  das Buch Levitikus vorbei. Es ist bestimmt von den Anweisungen, die Gott durch seinen Mittler Mose auf dem Berg Sinai dem Volk Israel verkündigen läßt, um die Bundesbeziehung zu klären.

Zunächst fällt auf: Gott ist gegenwärtig unter seinem Volk, und diese Gegenwart ist herrlich, majestätisch, lebensspendend und gefährlich. Das ganze Leben wird auf die Beziehung des Volkes zu Gott hin ganzheitlich gesehen, das Leben-mit-Gott durchdringt alles.

Gott ist heilig, ausgesondert, es gibt keinen anderen Gott. Und wie Gott heilig ist, so soll auch das Volk heilig sein, ausgesondert für Gott, dann wird Gott unter ihnen gegenwärtig sein und bleiben. Levitikus macht deutlich: Die Begegnung mit Gott ist nicht immer einfach oder bequem. Am Ende bleiben oft mehr Fragen als Antworten.

Reinheit ist ein großes Thema. Was rein ist, kann heilig werden, aber das Unreine und das Heilige müssen getrennt werden. Darum wird gezeigt, wie Unreinheit vermieden werden kann, weil diese von der Begegnung mit Gott ausschließt.

Opfer sind einerseits Geschenke für Gott, Dank und Anerkennung für sein Handeln. Andere Opfer sind Bitten, Gottes Wohlgefallen wird gesucht. Das Opfermahl unterstreicht die Gemeinschaft des Opfernden und seiner Angehörigen mit Gott. Wo die Gemeinschaft mit Gott zerstört wurde, zielen Sünd- und Sühnopfer auf ihre Wiederherstellung.

Levitikus ist Teil der Unterweisung Israels, wie es den Bund mit Gott zu leben hatte. Das Halten der Gebote ist die Antwort des Volkes auf die Gnade und Erwählung Gottes. Wandeln sie auf seinem Weg, ist er unter ihnen gegenwärtig und sie genießen den Segen; verlassen sie den Bund, wird Gott sich zurückziehen und Maßnahmen ergreifen, das Volk zur Buße zu führen. Mehr hier.

Letztlich zeigt Levitikus das ganze Leben auf die Beziehung zu Gott hin, bestimmt von der Identität als Volk Gottes. Aus dieser Weisung können wir Gottes Herz und Gedanken erkennen und unser Verständnis der Größe und Majestät Gottes bereichern lassen. Die ganzheitliche Sicht bleibt eine bedeutsame Stimme, das Zeremonialgesetz wurde durch Christus erfüllt, das Heiligkeitsgesetz und die praktischen Gebote geben uns wichtige Hinweise. Entscheidend bleibt dabei das Hören auf die Stimme Gottes im Neuen Testament,  wo manches differenzierter gesehen und upgedatet wird – vgl. Bergpredigt.

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[Wegmarken] Levitikus 27 – Weihe und Loskauf

15. Mai 2006

Dieses Kapitel schließt die Anordnungen in Levitikus ab. Wer Menschen oder etwas von seinem Eigentum für Gott geweiht hat, kann das Geweihte wieder loskaufen. Nebenbei konnten sowieso nur Leviten in den „geistlichen Vollzeitdienst“ eintreten. Für Männer, Frauen, Kinder, Kleinkinder und Greise werden unterschiedliche Preise genannt. Konnten diese nicht aufgebracht werden, hatte der Priester einen bezahlbaren Betrag zu schätzen. Zum Opfer geweihte Tiere konnten nicht mehr ausgelöst werden, unreine Tiere schon. Auch bei diesen schätzte der Priester den Wert, dazu wurde noch ein Fünftel addiert. Dasselbe gilt bei Häusern und Land. Erstgeborene Tiere konnten nicht geweiht werden, da diese sowieso Gott zustanden, genausowenig Erbland, das für immer im Besitz der Familie zu bleiben hatte. Daüberhinaus gehören Gott alle Zehnten vom Ertrag des Feldes, Frucht der Bäume und Vieh.

Hatte jemand ein Gelübde getan, war er also nicht für allezeit gebunden, sondern konnte einen vorschnellen Entschluß wieder rückgängig machen. Offensichtlich hatte Jeftah von diesem Gebot keine Kenntnis, sonst hätte er seine Tochter nicht verloren (vgl. Ri 11). Leben-mit-Gott führt in die Freiheit, seine Gebote bringen Leben.

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[Allgemein] Der Sämann und Bücher

14. Mai 2006

Wie Du evtl. weißt, lese ich gerne und viel, so es die Zeit denn zuläßt. Bücher, die ich gerade lese, findest Du in meiner Sidebar unter „Aktuelle Saat“; Bücher, die ich meist täglich im Rahmen meiner traditionellen „Stillen Zeit“ bemühe, findest Du unter „Tägliche Saat“. Im zweiten Halbjahr diesen Jahres werde ich mich dranmachen, vieles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe, nochmals durchzugehen und hier auch meine Gedanken zu posten.

Alle Bücher, die bislang auf meinem Blog aufgetaucht sind, findest Du, wenn Du auf das ONE-Logo unter meinem Kalender klickst. Da werden dann auch die Reviews erscheinen. Bestellst Du eines der Bücher, die ich bei ONE als Bookcoach empfohlen habe, erhalte ich 10% des Verkaufspreises. Eine schöne Gelegenheit also, einen Theologiestudenten zu unterstützen und gleichzeitig ein schönes Buch zu erhalten 😉

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[Wegmarken] Levitikus 26 – Leben im Segen? – Alter und neuer Bund

14. Mai 2006

Zunächst eine Wiederholung der bekannten Heiligkeitsforderung: Israel soll Gott allein anbeten – keine Götzenbilder aufstellen, keine heiligen Säulen oder Steine aufrichten und zu Anbetungsstätten erklären, sondern die Sabbate halten und Gottes Heiligtum ehren.

Danach folgt eine Passage, mit der schon viel Schindluder getrieben wurde, die (aus dem Zusammenhang gerissen) schon zu den abstrusesten Auslegungen geführt hat, deren Auswirkungen Menschen in psychisches Leid geführt haben. Die Frage, welche dahinter steht, lautet: Kann ich mir den Segen Gottes erarbeiten?

Gleichzeitig ist dieses Kapitel auch der Schlüssel zum Verständnis der Geschichte Israels im Alten Testament, der AT-Propheten und der Pharisäer im NT.

Nachdem Gott mit Israel einen Bund geschlossen hatte, gab er ihnen seine Ordnungen. Das beginnt bei den Zehn Geboten, geht über Anweisungen zur Stiftshütte, zu Opfern und alles, was „Geistliches“ betrifft, hin zu ganz „profanen“ Dingen wie Umgang mit Aussatz, sexuelle Beziehungen, Strafe für Verbrechen etc. Deutlich wird: Die Trennung zwischen weltlich und geistlich wird aufgehoben, das ganze Leben wird von der Beziehung zu Gott durchdrungen, wird so zum Leben-mit-Gott. Die Anweisungen führen zu erfülltem Leben-in-Gemeinschaft.

Und nun erfolgt das Fazit: Wird sich Israel an die Weisung Gottes halten, verheißt Gott seinen Segen: Regen, reiche Ernte, Friede, Sicherheit vor wilden Tieren, Triumph über Feinde, Vermehrung des Volkes. Gott wird sich zu seinem Volk bekennen, er wird in ihrer Mitte Wohnung nehmen, Israel wird sein Volk und Gott wird ihr Gott sein. Dieselbe Melodie erklingt in Offb 21.
Wird das Volk aber den Bund Gottes brechen und ihm nicht gehorsam sein, dann folgt daraus Strafe: Schrecken, Angst, Leid, Hungersnot. Gott kündigt an: „I will set my face against you“ (V. 17). Die Feinde werden über Israel triumphieren, der Solz des Volkes wird gebrochen, Raubtiere terrorisieren das Land. Kehrt das Volk daraufhin nicht um zu Gott, wird er weiter feindlich gegen sie sein, wird die Strafe vergrößern. Feinde fallen ins Land ein, Israeliten werden ihre eigenen Kinder essen, ihre Anbetungsstätten werden zerstört, das Land verwüstet und das Volk unter die Nationen zerstreut. Wenn das Volk im Exil sein wird, erhält das Land seine Sabbatruhe zurück, die ihm zuvor verweigert wurde; die Dagebliebenen leben in Furcht und Schrecken. Wenn das Volk aber seine Sünde bekennt, wird Gott sich seines Bundes mit den Erzvätern erinnern und Israel nicht vollends ausrotten, sondern sich ihnen wieder zuwenden.

Was wir hier lesen, ist auf erschreckende Weise eingetroffen. Jeder König Israels wurde daraufhin bewertet, ob er das Volk auf die Wege Gottes führte und das Volk deswegen gesegnet wurde, oder ob er sie vom Herrn abtrünnig machte, und das Volk darum Leid erlitt. Die Propheten riefen das Volk zur Umkehr und kündigten das Leid an, das hier in Lev 26 schon erscheint. Der Einfall der Feinde geschah, und in den Berichten Jeremias und der Klagelieder wird erschütternd deutlich, dass alles wahr geworden ist. Sie haben ihre eigenen Kinder gegessen, weil Nahrung knapp und der Hunger groß war. Und sie wurden ins Exil zerstreut. Das Land lag brach. Andere Propheten kündigten die Rückkehr aus dem Exil an, Jeremia sprach von 70 Jahren, Daniel fügte 70 Jahrwochen hinzu. Nach 70 Jahren kam das Volk zwar zurück in sein Land, lebte aber größtenteils in Fremdherrschaft. Erst als 69 von Daniels 70 Jahrwochen um sind, erfüllt sich Jesajas Verheißung von Johannes dem Täufer, dann tritt Jesus auf, das innere Exil ist zuende und die Herrschaft Gottes ist da!
Die Exilserfahrung brachte Israel zurück zu Gott, die Götzen wurden fallengelassen. Aus der Furcht, so etwas wieder erleben zu müssen, analysierte man die Anordnungen Gottes aufs genaueste und kam zu einer Fülle von Einzelgeboten, die es einzuhalten galt, damit das Volk nie wieder von den Wegen Gottes abkommen würde. Weil aufgrund dieser Detailsverliebtheit das Wesentliche vergessen wurde – Gott und den Nächsten zu lieben und mit ihnen in erfüllter Gemeinschaft zu leben – hat Jesus die Pharisäer hart kritisiert, obwohl er an ihren Anweisungen nicht viel auszusetzen hatte (vgl. Mt 23).

Was bedeutet das für uns? Ernte ich Gottes Segen, wenn ich seine Gebote halte?

Erstens: Dieses Kapitel richtet sich an das Volk als Ganzes. Es geht nicht um einzelne Personen. Schon damals wurde in den Psalmen immer wieder die Frage laut: Warum geht es den Gottlosen so gut? Das ganze Volk ist gefragt, auf dem Weg Gottes zu gehen, dann wird das ganze Land gesegnet werden.

Zweitens: Dieses Kapitel spricht in die Bundesbeziehung hinein. Gott hatte mit Israel einen Bund geschlossen und dieses Kapitel gehört in den „Bundesvertrag“ hinein. Ich bin nicht sehr begeistert darüber, wenn über den alten Bund negativ gesprochen oder alles zu trennen versucht wird, aber an dieser Stelle müssen wir klar unterscheiden. Wir können in diesen Gesetzen Gottes Herz erkennen, seine Gedanken verstehen und Prinzipien wahrnehmen, die uns zeigen, wie er Dinge beurteilt. Aber wir können dieses Kapitel nicht einfach 1:1 auf unsere Situation übertragen.

Wenn aber Gott mit uns einen neuen Bund geschlossen und uns in Jesus angenommen hat, erben wir dann nicht die Segnungen des alten Bundes? Sind wir dann nicht an die Stelle Israels getreten?

Nein, sind wir nicht. Israel behält auch im neuen Bund eine Sonderrolle. Lies dazu Röm 9-11. Für uns Christen aus den Heiden gilt, was das neue Testament sonst zu sagen hat. Und das Gesamtzeugnis des NT ist auf die Fragestellung zum Leben im Segen leider nicht die, die wir hören wollen:

Wer Jesus annimmt, wird zum Kind Gottes. Aufgrund des Opfertods Jesu erfährt er Vergebung von Sünden und Schuld. Er wird von oben geboren und der Heilige Geist nimmt in ihm Wohnung. Er verändert ihn und macht ihn Jesus ähnlicher. Leben-mit-Gott schlägt sich in der Tat nieder. Das Handeln und Tun ist Folge des Glaubens, Antwort auf Gottes Gnade, Dank für seine Barmherzigkeit. Vergebung und Rechtfertigung sind ein Geschenk, nicht durch unser Tun zu erkaufen. Das Tun ergibt sich automatisch daraus, dass Gott seinen Geist in uns legt und seinen Willen in unser Herz schreibt. Es ist Erfüllung des Doppelgebotes der Gottes- und Nächstenliebe. Es dient erfülltem Leben-in-Gemeinschaft untereinander und mit Gott.

Jesu Blut wäscht uns rein von der Sünde. Es beschützt uns nicht vor Leid. Kein geistliches Prinzip, das wir einhalten oder Bekenntnis, das wir proklamieren könnten, hält Unglück von uns fern. Christen müssen durch viel Trübsal ins Reich Gottes eingehen. Leid ist Teil einer gefallenen Welt und Nachfolger Jesu erhalten meist eine Überdosis davon. Weil Christus in uns lebt, können wir das Leid überwinden – das heißt standhaft ertragen und aushalten. Leid trifft uns von unterschiedlichen Seiten. Gott kann die Ursache sein, es kann der Böse sein, es kann Folge von Schuld sein, es kann einfach Pech sein. Wir haben die Frage nach der Ursache nicht zu stellen.

Nach der Neuschöpfung nach der Wiederkunft Jesu wird eine Zeit anbrechen, in der Tod, Leid, Geschrei und Schmerz Vergangenheit sein werden. In der Zwischenzeit wird das zeichenhaft hier und dort sichtbar: Menschen werden geheilt, Kranke werden gesund, weil Gott wirkt. Wo das geschieht ist es Gnade. Anworten auf die Frage, warum dieser Kranke geheilt wird, jener nicht, warum hier Wunder geschehen und dort nicht, können nicht gegeben werden. Jede Erklärung greift zu kurz und Sätze wie: „Du hast nicht (genug) geglaubt“ oder „Da ist Sünde in Deinem Leben“ etc. sind ein Affront.

Leben-mit-Gott ist lebendige Beziehung, Lebensgemeinschaft. Es geht um gegenseitigen Austausch, Liebe, geteiltes Leben. Es geht nicht um das Einhalten von Prinzipien, die mir Segen garantieren würden. Griechisch-philosophisches Denken zielt auf abstrakt-spekulative Lehren und Prinzipien. Hebräisches Denken zielt auf Beziehung. Geh mit den Dingen, die Du nicht verstehst zu Gott, berge Dich in seiner Nähe und stelle ihm die Fragen direkt. Du wirst nicht immer Antworten erhalten, aber Dir gewiß sein, daß Gott für Dich ist.

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[Wegmarken] Levitikus 25 – Besondere Jahre

12. Mai 2006

Das Sabbatjahr: Im jeweils siebten Jahr nach der Ankunft in Kanaan soll das Land nicht bebaut oder besät werden, sondern in Ruhe liegen. Was es dennoch an Frucht hervorbringt, darf aber gegessen werden. Gott verspricht für das sechste Jahr eine segensreiche Ernte, die für den Ausfall im siebten ausreichend sein wird.
So gilt das Prinzip der Ruhe nicht nur für die Menschen, sondern auch für das Land. Israel bleibt sich der Ahängigkeit von Gott bewußt. Er ist es, der für sein Volk sorgt, nicht das Land.

Das Jubeljahr/Erlaßjahr: Nach jeweils sieben Jahrwochen, also 49 Jahren wird am großen Versöhnungstag im ganzen Land die Posaune geblasen und das 50. Jahr als Jubeljahr geheiligt. In diesem Jahr gilt dassselbe wie im Sabbatjahr. Außerdem wird in diesem Jahr jede Schuld erlassen, jeder erhält sein verkauftes oder verpfändetes Eigentum zurück und kehrt aus evtl. Sklaverei zurück, in die die er sich aufgrund Verarmung verkaufen mußte. Es folgen weitere Bestimmungen, die sich um das Erlaßjahr drehen.
Dieses Jahr ermöglicht einen Neuanfang für jeden Israeliten. Fremdherrschaft ist beendet, man kehrt auf das eigene Land zurück, das durch seinen Ertrag Leben ermöglicht.

In Luk 4 bezieht sich Jesus in seiner bekannten Predigt in Nazareth auf Jes 61 und ruft das Erlaßjahr aus. Die Fremdherrschaft ist beendet, Gottes Herrschaft bricht an, er wendet sich seinem Volk wieder zu. Was die Juden damals gehört haben: Der Messias wirft die Römer aus dem Land und stellt das Großreich Israel wieder her. Was sie eigentlich hätten hören sollen: Die Knechtschaft unter Satan, Sünde, Selbstsucht ist vorbei, Kinder Gottes können in der Freihet des Geistes ein erfülltes Leben-in-Gemeinschaft genießen, Christus folgen und andere zu seinen Jüngern machen, sie in die Gemeinschaft rufen. Das bleibt auch die Botschaft an uns. In Jesu Wirken wurde das Erlaßjahr erfüllt, seine Vollendung findet es bei Jesu Wiederkunft. Wir leben jetzt schon darin.

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[Wegmarken] Levitikus 24 – Heilige Riten und Todesstrafe

11. Mai 2006

Jede Nacht soll vor dem Allerheiligsten eine Öllampe brennen. So wird die beständige Gegenwart Gottes symbolisiert. Leben-mit-Gott geschieht 24/7 – das ergänzt den Rhythmus des Festkalenders.
Die Anweisung zur Bereitstellung der Schaubrote wird wiederholt. Ein heiliger Anteil an den Opfern für die Priester, der in der unmittelbaren Gegenwart Gottes verzehrt werden soll. Ein Ausblick aufs Abendmahl…

Nach diesen Geboten folgt ein narrativer Teil: Ein Halb-Israelit flucht Gott. Er kommt zunächst in den Gewahrsam, während das Volk auf die Entscheidung Gottes wartet. – Will ich mir gesagt sein lassen, dass es in der Tat immer wieder geraten ist, keine spontanen Entscheidungen zu treffen, sondern auf die Stimme Gottes zu hören. – Und Gott redet: Der Übertreter muß gesteinigt werden. Auf Gotteslästerung steht die Todesstrafe, ebenso auf den Mord an einem Menschen. Wer ein Tier tötet, muß es ersetzen; wer einen Menschen verletzt, dem wird dieselbe Verletzung zugefügt. Dabei gilt für Israeliten und für Fremde, die unter dem Volk wohnen, dasselbe Gesetz.

„Auge um Auge“ scheint heute barbarisch. Damals bedeutete es das Ende des Kreislaufs der Blutrache. Für uns allerdings gilt Jesu neues Gebot: Unrecht ertragen und v.a. nicht gegen Geschwister vor Gericht ziehen.

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[Wegmarken] Levitikus 23 – Leben im Rhythmus Gottes

10. Mai 2006

Gott setzt in diesem Kapitel die von Israel zu feiernden Feste und besonderen Tage ein. (Achtung: anderer Kalender!) Im Einzelnen sind das:

  • Sabbat: Nach sechs Tagen Arbeit folgt der wöchentliche Ruhetag. Dient der Erinnerung an die Schöpfung der Welt und der Ausrichtung auf Gott.
  • Passa: Wird am 14.01. mit dem Passaopfer begangen. Mehr in Ex 12. Erinnert an die Bewahrung Gottes während der Tötung der ägyptischen Erstgeborenen.
  • Fest der ungesäuerten Brote: Sieben Tage lang wird vom 15.01. an nur ungesäuertes Brot gegessen, am ersten und siebten Tag ist heilige Versammlung. Erinnert an den Auszug aus Ägypten.
  • Tag der Erstlingsfrüchte: Nach der Ankunft in Kanaan werden am Tag nach dem Sabbat die ersten Ernteerträge dargebracht, dazu Opfer. Vorher darf nichts von der neuen Ernte gegessen werden. Erinnert an die Abhängigkeit von Gott als dem Geber von Gaben und Segnungen.
  • Wochenfest/Pfingsten: Sieben Wochen nach dem Darbringen der Erstlingsfrucht werden am Tag nach dem Sabbat Speisopfer von der neuen Ernte dargebracht. An diesem Tag ist heilige Versammlung, arbeiten ist verboten. Drückt den Dank gegenüber Gott für die eingebrachte Ernte aus.
  • Tag des Posaunenblasens: Heilige Versammlung, keine Arbeit, Posaunen werden geblasen und Opfer dargebracht. Erinnert wohl an die Begegnung mit Gott am Sinai.
  • Versöhnungstag: Am 10.07. heilige Versammlung, Fasten, keine Arbeit und das Versöhnungsritual aus Lev 16 wird durchgeführt. Mehr hier. Erinnert an die Gnade und Vergebung Gottes.
  • Laubhüttenfest: Ab dem 15.07. sollen die Israeliten für sieben Tag in selbstgebauten Hütten aus Zweigen leben. Erinnert an den Auszug aus Ägypten. Heilige Versammlung am ersten und achten Tag, keine Arbeit.

Ich will nicht auf die einzelnen Feste und ihre Bedeutung für uns eingehen. Sicherlich finden wir an vielen Stellen Implikationen für unser Leben und Vorschattierungen auf Christus und die Gemeinde des neuen Bundes hin. Wichtiger erscheint mir, dass der Festkalender dem Jahreslauf Rhythmus und Struktur gibt. Das Wirken Gottes wird immer wieder thematisiert und in das Leben eingebunden. Die Erinnerung bleibt erhalten und gleichzeitig geschieht eine Neuausrichtung auf Gott hin. Er wird auch in weniger glorreichen Zeiten als der Führende, Befreiende, Sorgende und Durchtragende erinnert, proklamiert und erfahren.

Ich bin dankbar für das Kirchenjahr meines landeskirchlichen Erbes. Es ist gut, bewußt im Advent auf Weihnachten und während der Fastenzeit auf Ostern zuzugehen, Himmelfahrt und Pfingsten zu feiern und sich immer wieder mit den großen Taten Gottes zu beschäftigen. Außerdem hab ich Tagzeitengebete schätzen gelernt (benutze dazu das englische Divine Hours) und ziehe mich regelmäßig zum Jahreswechsel zur Reflektion zurück. Will das aber noch ausbauen und regelmäßigere Einkehrzeiten einrichten. Welchen Rhythmus lebst Du?

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[Bedenkenswert] Tagträume von einer neuen Art Gemeinde

10. Mai 2006

Dieser Post basiert auf einem Kommentar, den ich im Februar hier bei Toby spätnachts verfasst habe und der hier bei Mark nochmals auftauchte. Ich hab ihn ein bißchen umgebaut, um einen Teil meiner Gedanken zusammenzufassen. Viel Spaß dabei.

Ich bin zur EmergingChurch-Diskussuion gekommen, weil da Dinge aus meinem Herzen waren, die ich bei anderen Menschen wiedergefunden habe, plötzlich festgestellt habe: Diese Leute ticken wie ich! Offensichtlich hat Gott uns dieselbe Sehnsucht geschenkt. Die kulturelle Reflektion kam erst hinterher, unterstützt durch meinen lieben Freund [depone].

Aber was ist EC? Ein schwammiger, weiter Begriff – und vielleicht schon zu sehr durch Kimballs Buch ge“labelt“. Wer bestimmt, was EC ist – und wer nicht? Ab wann bist Du EC – wann nicht mehr? Kester Brewin hat mal schön dazu gebloggt unter dem Titel „Will the emerging church be a denomination?“

Wie können wir andere durch Worte von dem begeistern, was in uns brennt? Wie kann ich anderen erklären, was ein bestimmtes Musikstück für mich bedeutet, welche Emotionen und innere Eruptionen es freisetzt, wenn sie das nicht selbst empfinden? Oder wie N.T. Wright von einer Ballet-Tänzerin erzählte, die, nach der Bedeutung ihres Tanzes gefragt, antwortete: „If I could explain it, I wouldn’t have to dance it!“

Ist das mit EC nicht ähnlich? Die Erfahrung macht mir immer wieder deutlich, zuletzt bei Innovation und Transformation: Es geht um ein neues Paradigma. Wir ticken anders, wir träumen anders, wir glauben daran, daß Gemeinde MEHR sein kann, mehr als nur eine Organisation, eine Institution. Mehr als das Sitzen in der Kirchenbank. Mehr als das gemeinsame Trällern von Lobpreisliedern. Wir träumen von echtem, purem Leben, das wir von Gott empfangen, miteinander teilen und an andere weitergeben. Wir integrieren Traditionen, Praktiken, Zugangsweisen zu Gott aus jedem Winkel der Kirchengeschichte, weil wir glauben, daß „der Wind weht, wo er will“. Wir wollen 24/7 mit Gott leben und die sakral/profane Trennung Geschichte werden lassen. Gott von ganzem Herzen mit all unseren Gaben in unserer ganzen Weite anbeten. Dinge ausprobieren. Wege finden, wie Gemeinde auch noch sein kann. Gottes Auftrag neu leben. Gemeinsam leiten. Wir haben einen Teil der gigantischen Weite Gottes erlebt und wollen darin weitergehen. Miteinander unterwegs sein. Ins Dunkel stolpern. Gottes Reich ganzheitlich verstehen. Und und und…

Wo fängt EC an? Wo hört EC auf? Es gibt nicht DIE Merkmale von einer „Absolutely-true-authentic EMERGING CHURCH“. Das wird mir immer wieder neu bewußt. Keiner kann diesen Begriff für sich vereinnahmen, es ist eben „im Anbrechen befindliche Gemeinde“. Es ist kein Label. Es ist eine Bewegung des Geistes Gottes. Vielleicht neuer Wein, der nicht in alte Schläuche passt. Vielleicht aber auch nur rebellische Überreaktionen von post-evangelikal & post-charismatisch Deprimierten, die von dem, was sie kennen, frustriert sind und jetzt ihr eigenes Ding durchziehen wollen, was weiß ich. Jedenfalls ist es etwas, das ich im Herzen trage.

Kann man das erklären oder in Seminaren vermitteln?
Ja und Nein. Prinzipien kann man lehren. Gedanken kann man teilen. Träume kommen aus den Menschen selbst (oder, fromm gesagt: von Gott, der sie in die Herzen legt). Ich kann Dir nicht rational vermitteln, warum ich während der letzten Minuten von „Stadt der Engel“ weine. Das passiert einfach.

EC ist nicht „das Ding“, aufgrund dessen man alles vorhergehende vergessen kann. Es darf nicht nur eine neue Methode sein, eine missionarische Strategie um PoMo-Kids zu erreichen. Möge jeder das tun, was er vor Gott als seinen Weg erkannt hat. Echtheit, Wahrhaftigkeit, Authentizität ist der Kern. Man wendet jetzt nicht mal eben EC-Strategien an, um damit erfolgreich zu sein. Entweder das kommt aus Dir selbst, oder vergiß es.

Laß uns gemeinsam forschen, wie Nachfolge Jesu aussehen kann – und als seine Jünger leben.
Laß uns gemeinsam über Gottes Größe staunen als anbetende Gemeinde.
Laß uns gemeinsam träumen, wie erfülltes Leben-in-Gemeinschaft aussehen kann – und es leben als Leib mit vielen Gliedern.
Laß uns gemeinsam entdecken, wie Leitung nicht nur vom Guru ausgeübt wird – ohne dass wir sie ganz über Bord werfen, sondern einen biblischen Weg finden.
Laß uns gemeinsam nachsinnen, welchen Auftrag Gott uns gegeben hat – und diesen leben als missionale Gemeinde.
Laß uns gemeinsam ein Auge für die Menschen unserer Umgebung bekommen – und für sie da sein als dienende und inkarnatorische Gemeinde, und sie zu Jüngern Jesu machen statt zu Bekehrten.
Laß uns den Reichtum der Glaubensgeschichte erkennen und das Erbe von so hochgradig unterschiedlichen Menschen wie Augustinus, Luther, Finney, Bonhoeffer, Lewis, Wesley, Fletcher, Benedikt, Brainerd, Zinzendorf, Franziskus, Br. Lorenz, Woolman uvm. ausschöpfen als ökumenische Gemeinde und erkennen, dass Gott in jeder Bewegung immer zumindest einen Aspekt offenbart, den es wahrzunehmen gilt.

Kontemplativ-asketisch die einsame Betrachtung suchen, hingegeben nach Reinheit streben, die volle Kraft des Heiligen Geistes annehmen, die eigenen Gaben gebrauchen, in der Schrift zuhause sein, aktiv nach Gerechtigkeit streben usw.

Ich kann Ablehnungen und Abgrenzungen nicht mehr hören – durch Fingerzeigen das eigene Profil schärfen, durch Kritik anderer sich selbst erhöhen. Das ist auch meine Krankheit. Aber ich hasse (!) Pauschalaussagen wie „Dieses Gemeindemodell ist nicht biblisch“ oder „Wir brauchen keine Leitung mehr“ oder „wir müssen jetzt alles neu definieren“ – Ich bin ein sowohl-als-auch-Mensch geworden. Saatgut aus der Fülle des Lebens-mit-Gott betont die FÜLLE. Wenn ich von einer neuen Art Gemeinde träume, dann will ich die alten stehenlassen. Mein Paradigma nicht anderen aufdrängen müssen. Und immer im Dialog mit Schrift, Kultur, Tradition und v.a. Gott die Frage stellen, ob mein Traum auch Gottes Traum ist. Ob das Ding, das ich durchzuziehen gedenke, nur auf meinem Mist gewachsen ist, oder ob es Gottes Idee war.

Ich träume von dieser de-institutionalisierten Struktur, diesem Netzwerk, das sich verbreitet, mulitpliziert, weil es in Christus seinen gemeinsamen Kern hat, von dieser Al-Q*ida-Struktur, von der Alan Hirsch spricht.
Am Ende des Tages muß sich Gemeinde immer noch an den 5 Aufträgen orientieren, die Rick Warren herausgefunden hat, der ja eigentlich nicht cool ist, weil er noch für das öde alte Paradigma steht (Achtung: Ironie). Aber Anbetung, Jüngerschaft, Dienst, Evangelisation und Gemeinschaft sind halt doch biblisch. Und letztenendes wird jede (Orts-)Gemeinde (oder meinetwegen „christliche Gemeinschaft“ oder „Menschen, die gemeinsam Jesus folgen“ oder was auch immer) dann doch wieder

Christuszentriert
Menschenfreundlich
Weltoffen

sein. Und der alte Satz von Luter gilt: Ekklesia semper reformanda – Die Gemeinde/Kirche hat sich beständig zu verändern, an ihren Kontext anzupassen, die passende Form für die sozio-kulturelle Umgebung zu finden. Diese Ansicht ist mittlerweile fast 500 Jahre alt. Schön, dass sie langsam umgesetzt wird. Spannende Zeiten…

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[Aus dem Leben] Is’ nur Kino

10. Mai 2006

Hab mir`s die letzten Tage eingetütet: drei Filme in drei Tagen. Dreimal Popcorn-Unterhaltung, nix Anspruchsvolles, einfach reinsitzen und genießen. War mal wieder schön.

Sonntag Abend: FC Venus Sehr feine deutsche Komödie, ich kann mich nicht erinnern, dass ich im Kino jemals so lautstark auf Pointen reagiert habe. Christian Ulmen sehr cool und Nora Tschirner ist halt auch ein Genuß. Endlich mal wieder eine dieser deutschen Komödien, die mir soviel Freude machen.

Dienstag Abend: Kinotag ausgenutzt, zwei Thriller für 8,50. 16 Blocks bringt Bruce Willis als abgehalfterten, dickköpfigen Cop, der sich mit seinen Kollegen anlegt, einen Zeugen beschützt und dabei selbst eine Wandlung durchmacht. Solides Willis-Material. Verkürzt die Wartezeit auf Stirb langsam IV…
Mission:Impossible III – was muß man dazu sagen? Story wie immer, überraschende Wendungen wie immer, coole Sprüche wie immer, grandiose SpecialEffects von ILM wie immer. Nur daß Ethan Hunt jetzt eine Ehefrau bekommt, die es in dem ganzen Verschwörungstheater zu beschützen gilt. Umgehauen hat mich der bombastische Sound; zusammen mit Kamera, Schnitt und Effekte ist das einfach ein Erlebnis.

So macht mir Kino Spaß. Und in der nächsten Zeit kündigen sich ja noch so fröhliche Filme wie DaVinci Code und X-Men III an… Zum Sakrileg kann ich nur folgenden Zweizeiler von mir geben:

Laß die christliche Guerilla schießen
Ich geh solang den Film genießen

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[Wegmarken] Levitikus 22 – Leben als Opfer

9. Mai 2006

In diesem Kapitel werden einige Vorschriften, die schon an anderer Stelle erwähnt wurden, nochmals zusammengefaßt. Falscher Umgang mit den Opfergaben des Volkes entweiht den heiligen Namen Gottes. Befolgt das Volk die Weisung Gottes, heiligt es den Namen Gottes. Darum gilt: Wer unrein ist und von den Opfern isst, muß sterben. Priestern, die durch Aussatz, Leichenberührung, Ausfluß von Samen etc. unrein geworden sind, ist das Essen der Opfer verboten. Prinzipiell sollen nur sie und ihre Familien + Leibeigene Opfer essen, eine Ausnahme bildet das Dankopfer, das von dem Darbringenden und seinen Angehörigen verzehrt wird. Neugeborene Tiere bleiben sieben Tage bei der Herde, erst ab dem achten Tag dürfen sie geopfert werden. Opfertiere sollen ohne Fehler und Makel sein.

Das makellose Opfer schließt aus, daß die Israeliten ihre schwachen, kranken Tiere opferten. Für Gott war nur das Beste gut genug. Ein Opfer ist ein Opfer – es hat seinen Preis. Paulus spricht davon, dass wir unseren Leib (und damit unser ganzes Leben) Gott als lebendiges, heiliges Schlachtopfer darbringen (Röm 12,1). Das Bild meint: Leben auf der Schlachtbank. Vgl. Gal 2,19f: Unser Leben nach eigenen Vorstellungen ist beendet, nun hat Gott das Sagen. Für mich stellt sich immer mehr die Frage, inwiefern ich meine Ideen und Träume Gott angedichtet habe und sie zu meiner Berufung gemacht habe. Leben als Opfer bedeutet aber: Gottes Weisung erkennen und ihr folgen. (vgl. Joh 21 Jesus zu Petrus: Wenn Du alt bist, wird jemand anders Dich gürten und Dich führen, wohin Du nicht willst.) Christliche Selbstverwirklichung ist kein Opfer, sondern eine Farce. Ein Opfer hat seinen Preis. Gebe ich Gott wirklich mein Bestes – Zeit, Geld etc. – oder nur das, was ich übrig habe, den Ausschuß? Die Antwort „Naja, mein ganzes Leben gehört Gott“ lenkt ab von dem, was ich wirklich hinzugeben bereit bin. Genau wie die Aussage: „Ich bete ja eh ständig, bin in Kontakt mit Gott“ von der Frage ablenkt, wieviel Zeit wir denn wirklich ausschließlich im Gebet verbringen…
Ein Opfer hat seinen Preis, es kostet und es tut weh. Paradoxerweise verspricht Jesus aber demjenigen, der sein Leben um Jesu willen verliert, innere Erfüllung. Also nix mit Selbstkasteiung. Aber auch nix mit Selbstverwirklichung. Sondern Jesus hinterher laufen. Empfangen durch Geben. Aber nicht Geben um des Empfangens willen, sondern aus Dankbarkeit dem Geber aller Gaben gegenüber.

Im Befolgen der Weisung Gottes wird Israel geheiligt – es erweist sich als in der Beziehung mit Gott lebendes Volk. Dadurch wird Gottes Name geehrt, weil sein Wesen in der Volksgemeinschaft immer mehr sichtbar wird. Und erfülltes Leben-in-Gemeinschaft mit Menschen und Gott entsteht. Dazu dienen die Gebote. Und das darf auch in unserem Leben sichtbar werden…

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[Aus dem Leben] Gespaltenes Wochenende

7. Mai 2006

Hab übers Wochenende bei einer Familienfreizeit von Bibel-Memory mitgearbeitet und dabei mit einem lieben Freunde und einer Gruppe 13-16jähriger über Gott und seine Fürsorge für uns nachgedacht. Wundervolles Wetter im Monbachtal bei Bad Liebenzell, Erholung pur im Schwarzwald, Fußball mit 11jährigen, Eis essen und abhängen. War einfach schön. Erstaunlich, dass mir solche Geschichten immer zur Erholung dienen… Beim Nachsinnen über Ps 91 bin ich bei folgenden Worten gelandet:

Im Schatten des Allmächtigen
Deckt ER mich mit seinen Flügeln
Schützt mich der Schild seiner Treue
Tragen seine Engel mich auf Händen
Bin ich sicher wie in einer Burg
Habe ich Zuflucht gefunden
Traue ich auf den HERRN

Angriffe der Nacht
Todesnot
Gefahren des Tages
Pest
Gehen an mir vorüber

Unglück und Böses treffen mich nicht
Nein, mein Fuß stößt an keinen Stein
Seine Engel tragen mich auf Händen
Beschützen mich, wo immer ich gehe

Schön ist das, bei und in Gott geborgen zu sein.

Als ich heimkomme, erfahre ich, daß eine mir bekannte, liebe 18-jährige wohl in der Schule einen Schlaganfall hatte und nun evtl. halbseitig gelähmt sein wird. Aus dem Nichts, einfach so. Hart und krass ist das Leben. Und ich freue mich auf die Zeit, wenn Tod, Leid, Geschrei und Schmerz nicht mehr sein werden. Jesus, sei bei ihr und ihrer Familie!

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[Wegmarken] Levitikus 21 – Priester und Vorbild

5. Mai 2006

Priester waren aus dem bereits heiligen Volk ausgesondert für den besonderen Dienst vor Gott im Heiligtum. Für sie gelten strengere Regeln als für den Rest des Volkes: Sie sollen sich nicht durch Berührung eines Toten verunreinigen (Ausnahme bei nahen Verwandten), nur eine Jungfrau heiraten (keine Witwe, Geschiedene oder Prostituierte), ihren Körper nicht verstümmeln und dürfen keinen äußerlichen Makel haben (blind, lahm, kleinwüchsig etc.).

Aufschlußreiche neutestamentliche Parallele zu den verschiedensten Priesterkapiteln in Levitikus ist der 1.Petrusbrief. Da wird deutlich: Als Christen sind wir das auserwählte Volk, die königliche Priesterschaft. Berufen und ausgesondert zum Dienst für Gott mitten in der Welt. Was heißt das für Dich?

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[Das besondere Samenkorn] Levitikus 20, 26

4. Mai 2006

Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der HERR, bin heilig, der euch abgesondert hat von den Völkern, dass ihr mein wäret.

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[Wegmarken] Levitikus 20 – Strafe für Vergehen

4. Mai 2006

Einiges aus Kapitel 18 wird wiederholt. Die Todesstrafe steht auf das Opfern von Kindern an heidnische Götzen, okkulte Praktiken, Verfluchen der Eltern, Ehebruch, homosexueller Verkehr, Sodomie. Diese Dinge sind in Gottes Augen „Greuel“. Nichtdefinierte Strafen folgen auf diese Vergehen: Verkehr mit Schwester, Tante, Schwägerin und einer Frau während ihrer Regelblutung. Für die Beziehung zu Schwägerin und Tante kommt als weitere Strafe hinzu, daß sie kinderlos bleiben wird.
Gott hat sich sein Volk Israel aus den Völken ausgewählt und zu seinem Volk gemacht. Darum soll es heilig sein, wie Gott heilig ist. Aufgrund der erwähnten Praktiken wird das Land Kanaan seine Einwohner ausspeien. Verhält sich Israel ähnlich, droht ein entsprechendes Schicksal. Sollte uns das nicht ins Nachdenken über unsere Nation führen?

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[Wegmarken] Levitikus 19 – Inside/Outside

3. Mai 2006

Dieses Kapitel bietet eine Masse von Geboten, die alle auf erfülltes Leben-in-Gemeinschaft innerhalb des Volkes und mit Gott abzielen. Das Ziel: Heilig sein wie Gott selbst heilig ist. Das erstreckt sich auf das Ehren der Eltern, Halten des Sabbats, Abkehr von Götzen, Einhalten der Opfervorschriften, Sorge für Arme und Fremdlinge, authentisches Leben, Ehren alter Menschen und Einhalten der Weisung Gottes. Verboten wird die Verleumdung anderer, Betrug, Hass, Verstümmeln des Körpers wie auch Wahrsagerei und okkulte Praktiken.

Rechte Anbetung (vgl. Opfergesetze etc.) und rechtes Leben (vgl. praktische Vorschriften hier) sind nicht zu trennen. Die Beziehung zu Gott nimmt das ganze Leben in Beschlag. Leben-mit-Gott bringt Frucht hervor. Glaube ohne Werke ist tot.

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[Das besondere Samenkorn] Levitikus 18, 5

2. Mai 2006

Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte. Denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben; ich bin der HERR.

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[Wegmarken] Levitikus 18 – Sexuelle Beziehungen

2. Mai 2006

Nun setzt das Heiligkeitsgesetz ein. Die Überschrift dazu am Begin von Kapitel 18: Israel soll sich an Gottes Ordnungen halten und nicht das Verhalten der Ägypter oder Kanaaniter kopieren. Den Auftakt machen Unterweisungen zu sexuellen Beziehungen. Verboten werden diese zwischen Blutsverwandten ersten und zweiten Grades, Verboten wird der Verkehr während der Regelblutung der Frau, Verboten werden homosexuelle Praktiken, Sodomie und das Opfern von Kindern. All das haben die Einwohner Kanaans ausgelebt und so das Land verunreinigt, welches sie deswegen auskotzen mußte. Eine Vorstellung, die uns heute sehr fremd ist; die Auswirkung zwischen Sünde und dem Land, in welchem sie geschieht, wird im Alten Testament jedoch immer wieder beschrieben.

Im Gegensatz zu den Ordnungen über reine und unreine Tiere, welche im Neuen Testament aufgehoben werden, wird dort den Geboten über sexuelle Beziehung aus Lev 18 meines Wissens nicht widersprochen. Warum: Weil sie der Schöfpungsordnung nach Gen 1 und 2 entsprechen. Die Bedeutung für unser Leben geht aber wohl über sexuelle Reinheit hinaus auf die Frage: Lasse mich von Gottes Weisungen, die in der Bibel vernehmbar werden, bestimmen, oder nicht?

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[Aus dem Leben] Innovation und Transformation

2. Mai 2006

… war der Name einer Konferenz, die ich zusammen mit [depone] besuchte, allerdings leider nur die zweite Hälfte, wodurch uns Gerard Kelly (Autor von RetroFuture) durch die Lappen ging. Schade. Wen wir erleben durften, war Alan Hirsch, Co-Autor des wunderbaren Shaping of Things to Come, was mich sehr inspiriert hat und noch bewegt. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch; was Alan gebracht hat, war sehr cool, allerdings nicht so bewegend wie sein Buch. Naja, kannte halt Vieles schon.

Ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt: Gemeinde als organisches System ist ja nix Neues, aber der Vergleich mit Al-K*ida hat mich umgehauen: Du kannst mit Millionen Dollars und heftigstem militärischem Einsatz Al-S*rkawi oder Bin-L*den jagen, das Netzwerk wird weiter existieren, sich vermehren und ausbreiten, da jede einzelne Zelle die DNA und Mission der Gesamtorganisation enthält.

Was mich erschreckt hat: Was an Feedback und Adaptionsvorschlägen für den deutschen Kontext gekommen ist, hat geoffenbart, daß eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmer sowie auch Mitredner (!) des Forums Alans Kerngedanken nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten. Auf meine Nachfrage hat er dies bestätigt und gesagt: „Naja, Gott ist groß, vielleicht haben ja manche den ein oder anderen Gedanken verstanden und mitgenommen.“ Frustrierend, nach der weiten Reise von Australien ein solches Fazit ziehen zu müssen. Und dennoch war er stets freundlich, fröhlich, höflich, hat sich nix anmerken lassen. Beeindruckender Mann mit tollen Gedanken. Futter fürs Hirn und zum Träumen.

Bin gespannt, was sich nach der Konferenz in der Schweiz mit Alan auf den Blogs finden läßt, Mehr zu Innovation & Transformation hier bei Bruder Daniel, der zurecht die hervorragende Übersetzung von Peter Aschoff hervorhebt. Das war großes Kino.

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[Aus dem Netz gezogen] Ohrenfutter für Freunde der Lyrik

2. Mai 2006

Vorgetragene Frühlingsgedichte gibt es hier zum kostenfreien Download. Fein, fein.

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