17. April 2006
Jetzt kommen die letzten Anweisungen betreffs der Opfer. Da gibt es also Speisopfer, Dankopfer, Brandopfer, Sündopfer, Schuldopfer und Ordinationsopfer zur Einsetzung eines Priesters. Bestimmungen darüber, wer was essen soll, was nicht, was verbrannt werden soll, welches Blut auf den Boden gegossen wird, welches an den Altar gesprengt wird, welches Tier zu welchem Anlass geopfert wird usw. Und dann auch noch sieben (!) Kapitel lang. Blödes altes Thema, geht uns nix an, kann man überblättern und am besten gleich im NT weiterlesen, oder?
Gegenfrage: Wenn die Opfer nicht wichtig sind, warum nehmen die Bestimmungen darüber soviel Raum ein?
Die theologische Antwort: Lies den Hebräerbrief und entdecke die verschiedenen Melodien unserer sieben Kapitel, die in Jesus wiederaufgenommen werden.
Die praktische Antwort: Weil Ordnung sein muß. Gott ist nicht ein Gott des Chaos, aus dem Tohuwabohu formt er seine Schöpfung, auch der Gottesdienst / die Gemeindeversammlung / das konspirative Untergrund-Treffen der Jesus-Revolutions-Bewegung soll nach 1Kor 14 geordnet ablaufen. Genauso Dein Leben. Bewußtes Leben-mit-Gott passiert nicht einfach, sondern hat eine Ordnung. Die Melodie, die in den verschiedenen Opfern anklingt, nennt sich traditionell “geistliche Übungen”. Dank, Hingabe, Gemeinschaft, Feiern, Lobpreis Gottes, Geben und Beichte erkenne ich in den beschriebenen Opfern. Diese Melodie wurde erweitert, andere Parts wurden hinzugefügt, die Deinem Leben-mit-Gott Ordnung, Struktur und Rhythmus geben können. Zum Beispiel: Gebet, Meditation, Geistliche Begleitung, Stille, Fasten, Lesen, Tagebuchschreiben u.v.m. Mir sind die meisten dieser “geistlichen Disziplinen” unverzichtbar geworden. Weil ich nicht vor mich hinstolpern will, sondern bewußt leben. Darum werden sie auf diesem Blog immer wieder zur Sprache kommen. Welche geistlichen Übungen praktizierst Du? Womit kannst Du gar nichts anfangen?