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»New Perspective« Revisited

27. August 2007

Vor einiger Zeit hatte ich Gedanken zur neuen Paulusperspektive mit der Frage nach einem blinden Fleck in der evangelischen Theologie eingeleitet und etwas später dann eine Blogserie Scot McKnigths zur »New Perspective« übersetzt und zusammengefaßt.

Falls Du die Diskussion nicht verfolgt hast, finden sich hier weitere Stimmen zum Thema:

  • Peter leidet an der augustinischen Sünden- und Gnadenlehre und zitiert einen älteren Post von Scot über die „Grace Grinders“
  • Simon faßt ältere Notizen zu einem erhellenden Aufsatz von Christian Strecker zusammen
  • Ron vom Theoblog setzt sich direkt mit der Serie von Soct McKnight auseinander. Darüber hinaus finden sich bei ihm auch Links zu MP3s eines englischsprachigen Vortrages von Peter Stuhlmacher. In Teil 1 und Teil 2 erläutert Stuhlmacher seine (eher traditionelle) Sicht von »Justification According to Paul«, im kurzen dritten Teil setzt er sich direkt mit der NP (v.a. Stendahl, Sanders und Dunn) auseinander.

Sämann’sches (Zwischen-)Fazit:
Ich selbst habe bislang nur aus zweiter bzw. dritter Hand über die NP gelesen. Und ich habe den Verdacht, daß auch in dieser Diskussion das bekannte Problem vorherrscht: Der jeweils Andere wird vereinfacht dar- und seine Schwachpunkte übertrieben herausgestellt. Von meinem Verständnis des Alten Testaments her habe ich „das Judentum“ immer als Gnaden- bzw. Bundesreligion verstanden: Aus freiem Gnadenentschluß wendet sich Gott Israel zu, macht es zu seinem Volk und gibt ihm die Torah als Anleitung zum Leben-mit-Gott. Erst die Gnade, dann der Gehorsam, den ich als Bundestreue verstehe. Erst die Annahme durch Gott, dann die Werke des Menschen. Diese Reihenfolge bleibt im Neuen Testament erhalten. Der entscheidende Unterschied: Im Leben des Christen ist die Macht der Sünde zwar noch vorhanden – aber ent-machtet, aus dem steinernen Herzen ist ein fleischernes Herz geworden, in welches Gott seinen Willen/seine Idee vom Leben geschrieben hat. Wer an/in Jesus bleibt, wird vom Heiligen Geist, der in sein Inneres ausgegossen ist, transformiert, Christus gleichgestaltet und die Frucht des Geistes wächst heran. Aus dieser Frucht entstehen Werke. Ohne diese ist der Glaube tot. Und diese Werke werden im (End-)Gericht eine Rolle spielen – ver-urteilt wird kein Christ (denn Gerechtigkeit kommt durch Christus) – be-urteilt wird hingegen jeder Christ gemäß seiner Werke.

Was mich noch interessieren würde…
Damit habe ich meine (bislang noch sehr traditionellen) Karten auf den Tisch gelegt. Allerdings ist meine Position (insbesondere der Satz vom Endgericht) sehr dehnbar… Was denkst Du? Und – eine weitere Frage an die NP-Insider – warum höre ich von den Kritikern der NP soviel über das jüngste Gericht und sowenig über das diesseitige Leben – und warum ist das bei ihren Vertretern genau umgekehrt? Ich jedenfalls lese in der paulinischen Briefliteratur und den Predigten des Paulus in der ApG a) vom Gericht und b) vom Leben im Diesseits. Und warum ist es heute offensichtlich nicht mehr angebracht, davon zu reden, daß Gott den „ganzen Erdkreis richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, Jesus Christus“? Was in den Predigten der Apostelgeschichte einen so großen Stellenwert hatte, was in den Briefen und der Offenbarung immer wieder betont wird, lasse ich mir durch die Vertreter der NP nicht weginterpretieren – es sei denn, die Lektüre von Sanders und Dunn überzeugt mich 😉 Und warum wird es selbst in unseren post-evangelikalen Kreisen immer unattraktiver, im Namen Jesu über die Buße zur Vergebung der Sünden zu sprechen – obwohl Christus selbst seinen Jüngern diesen Auftrag gegeben hat (Luk 24,47)? Warum müssen wir immer gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, nur weil wir selbst gebrannte Kinder sind und leidvolle Evangelisationserfahrungen nicht wiederholen wollen?

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7 Kommentare zu “»New Perspective« Revisited”

  1. Peter sagt:

    Es ist doch gar nicht so, dass Vertreter der NP nicht über Vergebung der Sünden reden würden. Sie füllen den Begriff nur (wohltuend) anders. Und zumindest bei Wright habe ich nicht den Eindruck, dass er die anderen karikiert.

    Die traditionelle augustinische Variante (und schlimmer noch: Anselms Satiksfaktionslehre, der die evangelikale Theologie im Wesentlichen folgt) hat zudem den Nachteil, dass sie heute (anders als vor ein paar Jahrzehenten) extrem schwer vermittelbar ist an die Menschen, die sie eigentlich erreichen will. N.T. Wright hat das in einem Aufsatz über die Emmaus-Geschichte gut auf den Punkt gebracht: Der moderne Mensch war ein eifriger Pelagianer, sehr leistungswillig. Der postmoderne ist es nicht mehr. Also muss schon deshalb gefragt werden, was das Evangelium denn vielleicht noch soteriologisch zu sagen hat.

  2. DoSi sagt:

    Ich stimme Dir zu, daß der Begriff der Sündenvergebung anders gefüllt wird. Ich habe auch ein Problem damit, wenn die Satisfaktionstherie als einzige Deutung dessen, was am Kreuz geschehen ist, gesehen wird. Aber als eine Deutung neben anderen hat sie schon eine Berechtigung, finde ich.

    Und ich stimme Dir auch darin zu, daß die evangelikale Bewegung das Evangelium verengt dargestellt hat. Aber: Die alte Deutung komplett aufzugeben gefällt mir nicht. Sie hat für mich ihre biblische Berechtigung. Darum macht sie EINE Scherbe in meinem Glaubensmosaik aus. Das Gesamtbild entsteht erst, wenn ich alle Scherben sehe.

  3. Günter J. Matthia sagt:

    Ich bin nun wahrlich kein NP-Spezialist oder gar Theologe, aber dem Satz „Aus dieser Frucht entstehen Werke. Ohne diese ist der Glaube tot. Und diese Werke werden im (End-)Gericht eine Rolle spielen – ver-urteilt wird kein Christ (denn Gerechtigkeit kommt durch Christus) – be-urteilt wird hingegen jeder Christ gemäß seiner Werke.“ kann ich auf jeden Fall zustimmen. Ich wüsste nicht, wie man das abschließende Gericht sonst verstehen könnte.

  4. Danny sagt:

    Hi, dosi, ich kann das nicht nachvollziehen. ich denke nicht, dass bei den Kritikern der NP die Eschatologie über die Jüngerschaft erhoben wird. Überhaupt gar nicht. Lese die Sachen der Kritiker, da ist natürlich auch ein bißchen etwas mit der Kritik dran (es gibt viele Hinweise dafür, dass das Judentum zur Zeit Jesu wirklich auch werksgerecht war, im Gegensatz zu dem, was Tom Wright schreibt). Wenn man Wright liest, bekommt man oft den Eindruck, er würde vieles der Eschatologie (Himmel, Hölle, Endzeit) nicht ganz ernst nehmen, bzw. allegorisch auslegen.

  5. TheoBlog » Wider die Privatisierung des Glaubens sagt:

    […] Sikinger (DoSi) fragt in seinem Beitrag »New Perspective« Revisited: … warum höre ich von den Kritikern der NP soviel über das jüngste Gericht und sowenig über […]

  6. DoSi sagt:

    @Günter: Spannend bleibt der Satz Jesu: „Nicht jeder der »Herr, Herr« zu mir sagt, wird in’s Himmelreich kommen, sondern die den Willen des Vaters tun.“ Die Anrede mit »Herr« ist meinem Empfinden nach das Bekenntnis zu Jesus – eben das was nach landläufiger Meinung einen »Christen« ausmacht…

    @Danny: In der lutherischen akademisch-theologischen Tradition sehe ich eine einseitige Luther-Interpretation. Das mahnt auch Stuhlmacher an, der auch zugesteht, daß Luther sich mit Paulus und die römische Kirche seiner Zeit mit dem Judentum der paulinischen Zeit gleichsetzt, woraus einige Schieflagen entstehen. Das neutestamentliche Faktum, daß wir auch einmal aufgrund unserer Werke gerichtet werden, fehlt mir in der erwähnten Tradition. Und NTW nimmt die Eschatologie sehr ernst, er deutet sie nur so, wie eben apokalyptische Literatur seiner Meinung nach gedeutet werden muß…

  7. Eschatologie und Protologie - Gerade knabbere ich ein wenig an der Hermeneutik » Der Sämann » Blog Archiv » Eschatologie und Protologie - Gerade knabbere ich ein wenig an der Hermeneutik sagt:

    […] ich meine Gedanken-auf-dem-Weg sortiere und kein prinzipielles Statement raushauen will.] In einem Kommentar zu meinem Post »New Perspective« Revisited hat Danny geschrieben: Wenn man Wright liest, bekommt […]


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