Der Sämann

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    • Johnny Cash – Now, there Was a Song!
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    • Matt Redman – We Shall Not Be Shaken
    • Philipp Poisel – Bis nach Toulouse
    • Ron Sexsmith – Exit Strategy of the Soul
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    • The Avett Brothers – Four Thieves Gone: The Robbinsville Sessions
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Countdown: Das Emergent Forum 2011 steht vor der Tür

19. November 2011

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, keine Ahnung, ob das in Zukunft mal wieder besser wird, die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)
Das ungewollte Schweigen sei dennoch kurz unterbrochen, um auf eines meiner jährlichen Highlights hinzuweisen.
In einer knappen Woche beginnt das Emergent Forum 2011, darum ist jetzt die Zeit, sich dafür anzumelden.

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Ich zitiere mal eben von unserer Website www.emergent-deutschland.de:

Vom 25. bis 27. November 2011 wird das diesjährige Emergent Forum in Berlin stattfinden. Das Emergent Forum ermöglicht kreative und mutmachende Gespräche jenseits von Denkverboten und Fraktionszwängen:
über Christsein in einer unvorhersehbaren
Welt, Interaktion mit einer vielschichtigen Kultur und eine frische Interpretation unseres Erbes.
In Berlin wollen wir über folgende Fragen ins Gespräch kommen:
Ist die
Welt noch zu retten? Was hat die Occupy-Bewegung mit dem Christsein zu tun?
Kulturschock – Ist der Bruch zwischen Evangelium und
Kultur notwendig? Ist Wahrheit immer kontextuell?
Was ist unser christliches
Erbe? Verpflichtung zur Tradition oder Auftrag zur Innovation? Brauche ich heute noch eine Gemeinde um Christ zu sein?

Sollten Dich diese oder ähnliche Fragen ansprechen, dann freue ich mich darauf, Dich nächstes Wochenende in Berlin zu treffen!
Mehr Infos und die Anmeldemöglichkeit gibt’s hier.

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Auf den Kopf getroffen – Spaltung im evangelikalen Haus

8. April 2011

Roger Olson macht sich zur Zeit so seine Gedanken über die Zukunft der evangelikalen Bewegung in den Vereinigten Staaten. Dabei sieht er eine Spaltung zwischen Neo-Fundamentalisten und post-konservativen Evangelikalen. Interessant ist, woran er diese Spaltung festmacht:

I do NOT consider all “traditionalists” neo-fundamentalists.  Neo-fundamentalism is NOT defined by beliefs held; it is defined by HOW beliefs are held and HOW disagreement is handled. … REPEAT–I AM NOT saying that all conservative evangelicals are neo-fundamentalists.  Some are and some are not.  The neo-fundamentalists are recognizable among the conservatives by their aggressive behavior toward fellow evangelicals, their willingness sometimes to use underhanded means to “win,” their inclusion of non-essentials of doctrine among the essentials of Christian orthodoxy and their obsession with “evangelical boundaries” with the clear intention of excluding people from evangelicalism who grew up in it, have always been part of it, are influential within it, but whom they consider doctrinally unsound using extremely narrow definitions of doctrinal soundness.

Meiner Ansicht nach trifft Olson hier den Nagel auf den Kopf. Ich würde mich selbst als theologischen Traditionalisten oder Konservativen bezeichnen. Allerdings irritiert es mich immer wieder und immer häufiger, wie Menschen, mit denen ich zentrale theologische Aussagen teile, mit anderen umgehen, deren theologische Überzeugungen ich nicht teile, die mir aber dennoch Brüder und Schwestern sind, weil sie mit mir demselben Herrn und Meister folgen. Das ist schmerzhaft. Um so erfreulicher hingegen die Tatsache, daß wir es bei Emergent Deutschland einigermaßen geschafft haben, einen Raum zu eröffnen, in dem sich Christen unterschiedlicher theologischer Prägung und verschiedenartiger Frömmigkeit respektvoll begegnen und einander stehen lassen können – ohne gleich immer Recht haben oder bekommen zu müssen. Das ist selten einfach aber immer lohnenswert. Mehr hier und hier.

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Rückblick 2010 – 100 DVDs

6. April 2011

Der Vollständigkeit halber noch die 100 DVDs die ich letztes Jahr gesehen habe. Damit wäre nun Anfang April der Jahresrückblick abgeschlossen ;-)

16 Blocks
Alice im Wunderland
America’s Sweethearts
Apocalypse Now
Auftrag Rache
Australia
Black Hawk Down
Die besten Frauen der Welt
The Boat that Rocked
The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe
The Chronicles of Narnia: Prince Caspian
City of Angels
Cleaner
Der Club der toten Dichter
Collateral
Control
Corellis Mandoline
Dead Man Walking
Delicatessen
Donnie Darko
Ein Freund von mir
Ein Quantum Trost
Der Einsatz
Enigma
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Es begab sich aber zu der Zeit…
Face/Off
Fight Club
Full Metal Jacket
Gangster No. 1
Das Gesetz der Rache
Gilbert Grape
Gomorrha: Reise in das Reich der Camorra
Gone in 60 Seconds
Harold and Maude
Inglourious Basterds
Iron Man
It’s a Wonderful Life
Jenseits aller Grenzen
Kampf der Titanen
Kill Bill Volume 1
Kill Bill Volume 2
Kiss Kiss Bang Bang
Knowing
Lammbock
Layover
Lock, Stock, and Two Smoking Barrels
The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring
The Lord of the Rings: The Two Towers
The Lord of the Rings: The Return of the King
LOST: Season 1
LOST: Season 2
Love Actually
Der Manchurian Kandidat
Männerherzen
Maria, ihm schmeckt’s nicht
Moulin Rouge
Ocean’s Eleven
Ocean’s Twelve
Ocean’s Thirteen
Operation Walküre: Das Stauffenberg Attentat
The Others
Pan’s Labyrinth
Die Passion Christi
Payback
Phantomschmerz
Planet Terror
Public Enemies
Pulp Fiction
Regarding Henry
Reservoir Dogs
Rock’n'Rolla
Seven
Shooter
Shutter Island
Snatch
The Spirit
Star Trek
Street Kings
Taken
To End All Wars
Tödliche Diamanten
Traffic
True Romance
Tsotsi
Twisted
Underworld
V wie Vendetta
Verdammnis
Vicky Cristina Barcelona
WALL·E
Wanted
War of the Worlds
Was tun, wenn’s brennt?
Watchmen
The Wrestler
Wo die wilden Kerle wohnen
X-Men
X-Men 2
X-Men: The Last Stand

Ein Muster schält sich heraus – manche Filme gehören mittlerweile zu meinem Jahreszyklus:

Lotr
In der ersten Januarwoche wird ein Tag für den Genuß von Lord of the Rings Special Extended reserviert.

Passion
Karfreitag läuft die Passion Christi.

Ctd
Mit den Studenten des Einführungskurses der Akademie für Leiterschaft gönne ich mir den Club der toten Dichter.

WonderfullifeLoveactually
In der Adventszeit müssen It’s a Wonderful Life und Love Actually sein.

Thenativitystory-1Knowing
An einem der Weihnachtsfeiertage gibt es The Nativity Story und zwischen den Jahren Knowing.

60SecondsTrueromance
Darüber hinaus gibt es gewisse Filme wie Gone in 60 Seconds und True Romance oder die Werke von Regisseuren wie Tarantino und Ritchie, die sich dann doch immer wieder dazwischen schleichen und jedes Jahr auftauchen. In ein paar Jahren gehören wohl auch Watchmen und The Wrestler zu den Regulars.
WatchmenWrestler-1

Gibt es in Deinem Leben Filme, denen Du regelmäßig Zeit einräumst?

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Die Fastenzeit 2011 bewußt(er)leben

7. März 2011

[Ein gemeinsames Projekt von Daniel und mir, läuft eigentlich lokal in Heimerdingen, könnte aber auch andere interessieren, daher poste ich hier mal die Beschreibung, die wir den Teilnehmenden gemailt haben. Solltest Du auch Interesse an den täglichen Mails haben, laß einen Kommentar da, und ich nehme Dich in den Verteiler.]

Wie es zum Projekt kam
Als wir uns überlegten, die traditionelle Ostermorgenandacht des CVJM Heimerdingen in diesem Jahr zu gestalten, da dachten wir uns, es wäre schön, wenn wir die Weite von Ostern erfassen könnten – die Auferstehung Jesu hat ja nicht nur damit zu tun, daß wir alle dermaleinst auch vom Tod auferstehen werden. Ostern ist der entscheidende Wendepunkt der Weltgeschichte mit Auswirkungen bis tief in unser tägliches Leben hinein. Damit Ostern nicht einfach so wirkungslos an uns vorbeizieht, haben wir uns mehrere Bausteine überlegt, zu denen wir Dich herzlich einladen.

Die Fastenzeit – aus Tradition gut
Für manche ist »Tradition« ein negativ besetztes Wort – für uns nicht, denn wir haben erkannt: Menschen, die in der Vergangenheit ihr Leben mit Gott gelebt haben, haben gewisse Praktiken entwickelt, die sie so gut fanden, dass sie sie immer wieder getan haben – daraus wurde dann eine Tradition. Wir sind dankbar für die vielen guten Dinge, die wir von ihnen lernen und übernehmen können. Es ist gut, das Rad nicht neu erfinden zu müssen, sondern in den Fußstapfen weiser Männer und Frauen gehen zu können.
Etwas, das sich in der Kirchengeschichte bewährt hat, ist das bewußte Leben und Erleben der sieben Wochen vor Ostern – als eine Zeit der inneren Umkehr und Vorbereitung auf die Ereignisse der Karwoche. Traditionell dachte man dabei an den Vergleich mit der Taufe (Röm 6): Das Sterben das alten Menschen und die Neugeburt / Auferstehung des neuen Menschen in Christus. Immer wieder spricht Paulus in seinen Briefen davon, daß wir den alten Menschen aus- und den neuen Menschen anziehen sollen. Die Fastenzeit eignet sich besonders dafür, das eigene Leben im Angesicht Gottes zu prüfen und dann an Ostern einen Neustart zu wagen. Gut charismatisch und positiver formuliert könnte man sich auch fragen: Wo will Gott in meinem Leben durchbrechen?

Der Sinn des Fastens
Biblisches Fasten ist immer zuerst eine Antwort auf etwas Heiliges und Ernsthaftes, das uns widerfährt. Es geht dabei nicht darum, daß wir auf einen besonderen geheimen geistlichen Knopf drücken, der uns mehr Vollmacht verleiht. Nein, Fasten ist Teil unserer Beziehung zu Gott – wir fasten als Reaktion auf die Umstände, unser ganzer Körper betet mit und macht deutlich, wie sehr uns eine Sache bewegt. Manchmal reagiert Gott auf unsere Hingabe und erhört unser Gebet – aber das ist nicht die Hauptsache beim Fasten. Wer mehr darüber wissen will, schaue sich Scot McKnights brillantes Buch Fasting an, leider nur auf Englisch, aber dennoch recht einfach zu lesen.
Warum wir fasten – das kann viele Gründe haben. Vielleicht, weil ein lieber Mensch krank oder verstorben ist. Vielleicht, weil wir Gottes Wirken und/oder Gegenwart in unserem Leben vermissen. Vielleicht, weil wir eine wichtige Entscheidung zu treffen haben. Eben weil uns eine Sache so sehr auf dem Herzen liegt, daß wir unseren Körper das sagen lassen wollen, was wir nicht in Worte fassen können.

Die Einladung
Wir laden Dich dazu ein, die Fastenzeit 2011 gemeinsam mit uns bewußt(er) zu (er)leben. Dazu gehört, sich in diesen Wochen bewußt(er) Raum und Zeit für das Hören auf Gott zu nehmen. Vielleicht möchtest Du das Ganze mit Fasten (Verzicht auf Essen, in seltenen Fällen auch auf Trinken) oder Abstinenz (Verzicht auf gewisse Nahrungsmittel oder sämtliche anderen Dinge, auf die zu verzichten Dir sinnvoll erscheint) begleiten. Wir ermutigen Dich dazu. Darüber hinaus laden wir Dich erstens zum gemeinsamen Gebet und Bibellesen sowie zweitens zu drei besonderen Veranstaltungen ein.

Gemeinsam beten
Wir laden Dich dazu ein, ein von uns vorformuliertes Gebet, das sich jede Woche in Nuancen verändern wird, täglich zu beten. Wir haben beide den Wert vorformulierter Gebete schätzen gelernt und sind auch ein wenig traurig darüber, daß solche Gebete heute nicht mehr einen solchen Stellenwert zu haben scheinen, wie das zu anderen Zeiten der Kirchengeschichte der Fall war. Wer vorformulierte Gebete seltsam findet, frage sich einmal, was denn beim Singen von Chorälen und Lobpreisliedern geschieht… Unser Gebet besteht hauptsächlich aus Bibelversen (davon die meisten natürlich aus den Psalmen) und soll uns dabei helfen, die Fastenzeit bewußt(er) zu (er)leben, indem es uns hilft, auf Jesus zu sehen und uns vor Gott selbst zu prüfen. Dieses Gebet kann persönlich zu Hause gebetet werden oder aber auch gemeinsam mit anderen. Daniel bietet das wieder montags bis freitags um 6:45 Uhr in der Heimerdinger Kirche an. In der Karwoche wird es allerdings aufgrund des Frühabendmahls, das um 6:30 Uhr stattfindet, ausfallen.

Gemeinsam Bibel lesen
Wir laden Dich außerdem zum gemeinsamen Bibel lesen ein. Dazu haben wir Texte aus der traditionellen Wochenlesung ausgewählt. Diese Texte haben sich in der Kirchengeschichte bewährt, weil auch sie uns dabei helfen, die Fastenzeit bewußt(er) zu (er)leben. Wir laden dazu ein, denselben Text eine Woche lang jeden Tag zu lesen, weil wir glauben, daß wir dadurch in die Tiefe gelangen und der Text stärker an uns wirken kann, wenn er uns eine ganze Woche lang begleitet. Darüber hinaus bieten wir täglich neue Inspiration an – 35 Menschen aus dem CVJM Heimerdingen und dem p-shuttle haben sich bereit erklärt, einen kurzen Impuls zu schreiben. Diesen bekommst Du, wenn Du möchtest, täglich von uns per E-Mail in Deinen Posteingang geliefert. Darüber hinaus wirst Du in dieser E-Mail neben dem Gebet der Woche auch einen Downloadlink zu einer MP3 finden, die den Text der Woche enthält, falls Du diesen gerne auch anhören würdest.

Der Start: Aschermittwoch, 9. März
Traditionell beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch. Darum wollen wir uns am 9. März um 19 Uhr in der Heimerdinger Kirche treffen, um gemeinsam bewußt in diese heilige Zeit zu starten, nochmals über ihren Sinn nachzudenken und herauszufinden, warum dieser Tag Aschermittwoch heißt.

Tief in das Leiden Jesu schauen – »Die Passion«
Am Karfreitag Nachmittag werden wir gemeinsam im CVJM-Heim in Heimerdingen den Film »Die Passion« anschauen. Die genaue Uhrzeit geben wir noch durch.

Ostermorgenandacht Teil 1 – Die abendliche Besinnung am Karsamstag
Das Licht des Ostermorgens leuchtet hell, sehr hell sogar. Am hellsten leuchtet es aber, wenn wir uns der Dunkelheit bewußt sind, die uns umgibt. Daher werden wir dieses Jahr die Ostermorgenandacht halbieren. Am Karsamstag war Jesus tot und lag im Grab. Für die Jünger war alles aus, ihre Hoffnung war am Ende, sie schlossen sich ein und weg. Wir wollen das nachvollziehen. Darum treffen wir uns am Karsamstag Abend wieder in der Heimerdinger Kirche, um gemeinsam der Dunkelheit dieser Welt ins Angesicht zu schauen. So vieles in und um uns ist zerbrochen, so vieles schmerzt uns, so viel Leid und Unheil ist in der Welt. Diesem Schmerz wollen wir Raum geben in der Gegenwart Gottes, denn dort ist er am Besten aufgehoben. Wir wollen diesen Schmerz nicht verdrängen, ignorieren oder zur Seite schieben, sondern wir wollen ihm in die Augen sehen und ihn bewußt aushalten. Wir wollen über alles nachdenken, was gott-los ist in der Welt und uns dabei fragen, was wohl wäre, wenn Jesus nicht auferstanden wäre. Wir glauben, daß uns dadurch der Sinn des Osterfestes noch einmal ganz neu aufgehen kann und wird.

Ostermorgenandacht Teil 2 – Das neue Leben feiern
Am Ostersonntag werden wir um 6 Uhr morgens die traditionelle Ostermorgenandacht des CVJM in der Heimerdinger Kirche feiern. Währenddessen wird die Sonne aufgehen und wir werden gemeinsam die Auferstehung Jesu und den Beginn der neuen Schöpfung feiern und uns dabei fragen, wie wir selbst Teil dieser neuen Schöpfung sein und werden können. Im Anschluß findet wieder das gemeinsame Frühstück im Gemeindehaus statt.

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Rückblick 2010 – Neu im Plattenschrank

25. Februar 2011

[Diesen Post habe ich vor 5 Wochen geschrieben, bin aber erst jetzt dazu gekommen, die Bilder und Links einzufügen...]

Folgende Alben haben im vergangenen Jahr den Weg in meinen Plattenschrank gefunden:

As I Lay Dying – An Ocean Between Us
The Avett Brothers – Emotionalism
Bay City Rollers – Rock’n'Rollers: The Best of
Believer – Gabriel
Johnny Cash – America: A 200-Year Salute in Story and Song
Johnny Cash – American VI: Ain’t No Grave
Johnny Cash – At Madison Square Garden
Johnny Cash – Ragged Old Flag
Johnny Cash & Waylon Jennings – Heroes
Rosanne Cash – The Wheel
Glashaus – NEU (Deluxe Edition)
Emmylou Harris – Roses in the Snow
The Highwaymen – Highwayman
The Highwaymen – Highwayman 2
The Highwaymen – The Road Goes On Forever
Mark Knopfler – Get Lucky
Mark Knopfler – Kill To Get Crimson
Mark Knopfler – Sailing to Philadelphia
Mark Knopfler – Shangri-La
Dania König – Auf dem Grund
Udo Lindenberg – Stark wie Zwei
The National – Boxer
Philipp Poisel – Bis nach Toulouse
Shad – The Old Prince
Shad – Tsol
STS – STS
Stuck Mojo – Snappin’ Necks
Take That – Progress
Jason Upton – Beautiful People
Jason Upton – Faith

Lose Gedanken dazu:
Dominiert wird die Liste wieder mal von Johnny Cash inklusive den Highwaymen sowie von Mark Knopflers Solowerk. Mag ich beides sehr. Insbesondere Knopfler bringt mich beim Arbeiten in den gewissen Flow, der auch unangenehme Tätigkeiten in erträgliche verwandelt. Was den Man in Black anbelangt stehe ich jetzt bei ca. 50 Silberscheiben. Wird aber immer noch nicht langweilig ;-)

Mojo
Stuck Mojo’s Snappin’ Necks habe ich vor mehr als einem Jahrzehnt schon mal besessen, jetzt wieder neu gekauft. Knallt immer noch genau so fein. Besser geht HipHop+Metal nicht.

Believers Comeback hätte nicht sein müssen, Gabriel gefällt mir nicht so wirklich. Ist eben nicht Extraction from Mortality. Huch war das noch fein! Wenn Trash, dann bitte voll auf die Zwölf.

Poisel
Local Hero Philipp Poisel hat einen netten Zweitling vorgelegt. Funktioniert, reißt mich aber nicht vom Hocker.

ShadShad1
Shad ist der einzige HipHop-Artist, den ich mir immer wieder anhören kann. Danke an Cameron Strang und den famosen Relevant Podcast. Ohne diesen hätte ich auch nicht die Avett Brothers entdeckt. Dort habe ich übrigens auch die Musik von Mumford & Sons sowie Gungor zum ersten Mal gehört, auch wenn ich nicht zum Fanboy geworden bin, was ja grade trendy ist. Vielleicht kommt das ja noch… Aktuell loben sie Civil Wars’ Barton Hollow über den grünen Klee. Hab ich mir vor Wochen bestellt, ist aber immer noch nicht angekommen. MP3 wäre einfacher gewesen – aber wo ist das physikalische Objekt, das ich in die Hand nehmen, in den Player legen und dessen Booklet ich durchblättern kann?

Jason Uptons Trusting the Angels hatte mir sehr gut gefallen, Beautiful People geht so, Faith eher nicht. Klassische Anbetungsmusik ist so gar nicht mehr mein Fall.

Takethat
Zum Abschluß noch TakeThat. So viel Spaß muß sein. War schon in den frühen 90ern irgendwie Kult. Daher mußte die Reunion-Platte von mir gekauft werden. Hat zwar lange nicht die Klasse von Robbie Williams’ Solozeug, macht aber trotzdem Spaß.

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Rückblick 2010 – Gedanken zum Kino

8. Februar 2011

Lose Gedanken zu den Filmen, die ich letztes Jahr gesehen habe:

  • Stieg Larssons Vergebung hat die Millennium-Trilogie sauber zum Abschluß gebracht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie David Fincher das besser machen will, bei allem, was man über das Projekt hört. Und wie bitte soll die Performance von Noomi Rapace getoppt werden?
  • Avatar hat Spaß gemacht, war aber lange nicht der Überhammer. Trotzdem: James Cameron hat da eine wunderbare Welt mit tollen Farben und Wesen kreiert.
  • Harry Potter 7.1: Enttäuschung für mich, fand 6 besser. Hoffe auf ein feines Finale.
  • Salt: So soll ein Agententhriller sein. Angelina Jolie zeigt, dass auch Film dieses Genres mit schauspielerischen Fähigkeiten aufgewertet werden können – mit freundlichen Grüßen an Clive Owen, Jason Statham, Megan Fox und Co.
  • Knight and Day: Herrlich selbstironisch. Schlägt Kiss & Kill um Längen und zeigt den überraschend großen qualitativen Unterschied zwischen den Paaren Tom Cruise / Cameron Diaz (Top) und Ashton Kutcher / Katherine Heigl (Flop).
  • Das A-Team: Wunderbarer Gute-Laune-Film. Hier ne Explosion, da ein cooler Spruch, dort ne Schießerei.
  • Die Reise auf der Morgenröte: Hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Bin mal gespannt auf die englischsprachige Version, da haben für mich die ersten beiden Narnia-Filme sehr viel besser funktioniert.
  • Toy Story 3: Pixar, weiß wie’s geht, und berührt mich immer wieder neu.

Sonstiges:
Der Film, bei dem ich am meisten gelacht habe: Vincent will Meer.
Schauspieler, von dem ich die meisten Filme gesehen habe: Robert Downey Jr. (Sherlock Holmes, Iron Man 2 – beide ganz ok; Stichtag: dröge)
Größter »kleiner Film«: Der kleine Nick

Enttäuschung des Jahres
:
Robin Hood – Ein schlechter Witz. Trauriger Höhepunkt: Die Landung der Truppen aus Frankreich. Innerhalb von zwei Minuten Film wird auf billigste Weise an Troja, 300 und Saving Private Ryan erinnert, so dass der ach so ernste Film wie eine Parodie wirkt. Das waren noch Zeiten, als Errol Flynn den Robin Hood geben durfte

Sonderpreis für den Dialog, der mich spontan zum Lachen brachte (was mir im Kino eher selten passiert):
Briefe an Julia (nette Schnulze, mag ich auch deswegen, weil sie in Italien spielt):
Ältere Italienerin zum jungen Engländer: »Du hast keine Romantik in Dir. Das ist, weil Du Engländer bist.«
Junger Engländer zur älteren Italienerin: »Wie hieß nochmal der Autor von “Romeo und Julia”?«
Ältere Italienerin (im Brustton der Überzeugung): »Williamo Shakespearelli!«

Sonderpreis für schauspielerische Leistungen:
Splice – Wahnsinnig intensives Kammerspiel mit brillantem Darstellerpaar Adrian Brody und Sarah Polley. Nichts für schwache Nerven.

Filme des Jahres (in my humble by accurate opinion ;-)

Thetown
The Town – Gangsterballade ersten Ranges. Bestes Werk in diesem Genre seit Heat. So muß das sein und nicht anders.

Daskonzert
Das Konzert – Wunderbare französische Melange aus Komödie und Drama mit viel klassischer Musik und Mélanie Laurent, der zweiten Entdeckung aus Inglourious Basterds neben Christoph Waltz. Plötzlich hatte ich feuchte Augen.

Inception
Inception – Christopher Nolan, Hollywoods momentan heißester Regisseur, setzt auf The Dark Knight noch einen drauf, schreibt ein brillantes Drehbuch und läßt auch noch drei meiner absoluten Faves – Leo DiCaprio, Ellen Page und Marion Cotillard – zentrale Rollen spielen. Hab ich mir im Kino dreimal gegönnt.

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Rückblick 2010 – Kino

1. Februar 2011

Freunde haben mich dieses Jahr mit einer Halbjahres-Kinoflat beschenkt. Wunderbare Sache, das. Dummerweise hat mir die Fußball-WM einiges davon geklaut. Trotzdem hat es noch zu mehr Filmen als letztes Jahr gereicht, darunter einige, die ich mit Sicherheit nicht angesehen hätte, wenn ich dafür hätte bezahlen müssen. Folgende Filme habe ich 2010 im Kino gesehen:

Das A-Team
The American
Avatar
Briefe an Julia
Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte
The Crazies
Eclipse
The Expendables
Für immer Shrek
Harry Potter 7.1
Inception (3x)
Iron Man 2
Karate Kid
Kindsköpfe
Kiss & Kill
Der kleine Nick
Knight and Day
Das Konzert
Die Legende von Aang
Predators
Prince of Persia
R.E.D.
Robin Hood
Salt
Sex and the City 2
Sherlock Holmes
Splice
Stichtag
The Town
Toy Story 3
Vergebung
Vincent will Meer

Ein paar Gedanken zu diesen Filmen dann im nächsten Post.

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Rückblick 2010 – Gedanken zum Lesestoff

23. Januar 2011

Das ist das dritte Jahr, in dem ich mir die 100 Bücher als Ziel gesetzt und erreicht habe. Das ist fein. Was bleibt hierzu zu sagen?

Zunächst einmal ist die Lyrik wieder etwas zu kurz gekommen. Aber ich arbeite dran. Immerhin hat es für die Droste und den Morgenstern gereicht.

Dafür hat sich der Wunsch nach mehr Romanen problemlos umsetzen lassen. Sonn- und Feiertage bieten dazu den optimalen Raum. Sabbat eben – Gang raus, Buch rein, einwandfrei. Besonders geeignet an Sonntagen ohne Formel 1 ;-) Mit den Dämonen und dem Jüngling habe ich endlich meine Lücke geschlossen und die fünf »großen Romane« Dostojewskis voll. Nun ist nur die Frage offen, wann ich sie das nächste mal lesen werde… Ansonsten viel Nettes und nichts Besonderes. Von Kehlmanns Vermessung der Welt war ich nicht so aus dem Häuschen wie die gesammelte Kritikerschar. Über Die Zweifel des Salaí habe ich mich bereits geäußert, ebenso über Frank Schaeffers Calvin und Portofino. Der Krimi des Jahres war für mich Christine Lehmanns Allmachtsdackel, was auch mit dem schwäbischen Schauplatz der Handlung zu tun hat. Aber auch Deon Meyers Weißer Schatten hatte seine Momente. Die Erinnerung an dieses Buch ist auch deswegen süß, weil ich es im viertägigen Kurzurlaub in Alicante gelesen habe.

Charleswilliams
Charles Williams ist natürlich zu erwähnen, der Inkling von dem ich bislang gar nichts kannte. Sehr feine sieben Romane, kurz, aber intensiv. Anders als bei z.B. Lewis finden sich hier keine klaren Allegorien; anders als bei Tolkien spielt sich das Geschehen nicht komplett in einer kohärenten Fantasiewelt ab. Statt dessen bricht immer wieder die unsichtbare, mythische, übernatürliche Welt in das normale Geschehen herein. So ganz speziell, erinnert an George MacDonald.

Fromtheheart
Nachdem ich letztes Jahr etwas zu Vivian Cashs Biographie geschrieben hatte, war es nun an der Zeit, June Carter Cashs Sicht kennenzulernen. Naja. Schmalz pur.

Roadtomiddleearth
Das Werk J. R. R. Tolkiens habe ich nun bald erschlossen, dieses Jahr kam wieder einiges dazu, auch an Sekundärliteratur. Besonders empfehlenswert für alle, die von Mittelerde nicht genug bekommen können, ist Tom Shippeys The Road to Middle-Earth: How J.R.R. Tolkien Created a New Mythology. Wunderbares Buch mit sehr vielen Einsichten. Tolkien wird mich weiterhin bezaubern.

Bone
Nachdem mir 2009 Watchmen den Einstieg ins Reich der Graphic Novel bescherte, war ein neues Hobby geboren ;-) 2010 kamen Kick-Ass, From Hell, Bone, Maus und Jimmy Corrigan hinzu. Besonders beindruckend waren Maus (über das Schicksal polnischer Juden während des Dritten Reiches) und From Hell (über die Jack-the-Ripper-Morde); Bone hat mir von allem, was ich im vergangenen Jahr gelesen habe, den meisten Spaß bereitet.

Sonstige Splitter:

  • Was war nochmal so toll an Seth Godins Tribes und Clay Shirkys Here Comes Everybody? Allgemeinplätze, wohin das Auge schaut. Oder bin ich einfach 20 Jahre zu jung, um die Genialität an Autoren zu erkennen, die das in Worte fassen, was im Web offensichtlich ist?
  • Florovskijs Sobornost bringt einen feinen Einstieg ins Denken der orthodoxen Theologie, die mir sehr sympathisch ist.
  • Von Christian Schwarz’ 3 Farben Deiner Spiritualität bin ich so begeistert, dass ich es für die allermeisten AfL-Studenten zur Pflichtlektüre gemacht habe
  • Zwei Bücher von Erwin McManus gelesen und den Hype nicht ganz verstanden. Aber nett sind sie allemal.
  • Brian McLarens New Kind of Christianity hat mir bei aller Sympathie für sein integratives Wirken (wieder mal) gezeigt, dass unser Verständnis von »Christianity« nicht dasselbe ist.
  • Richard Fosters Longing For God ist empfehlenswert wie immer bei Foster.
  • Ein Jammer, dass Internet Monk Michael Spencer verstorben ist. Sein Buch Mere Churchianity ist da nur ein ganz schwacher Trost. Seine Stimme fehlt.
  • So You Don’t Want to Go to Church Anymore (deutsch: Der Schrei der Wildgänse) ist nicht ganz so gut wie The Shack (deutsch: Die Hütte), hat aber in derselben Weise sehr hübsch in mein Leben gepasst bzw. mich an meine eigene Geschichte erinnert.

Besonders erwähnenswert:

DeepchurchOtherOrganiccommunity
Jim Belchers Deep Church: A Third Way Beyond Emerging and Traditional, Kester Brewins Other: Loving Self, God and Neighbour in a World of Fractures und Joseph Myers Organic Community: Creating a Place where People Naturally Connect sind aus meiner Sicht die drei wertvollsten Bücher des Jahres aus der EmergingChurch-Conversation. Zu ihnen werde ich zu gegebener Zeit noch mehr schreiben, zumindest höchstwahrscheinlich ;-)

Cruciformgod
Michael J. Gormans Inhabiting the Cruciform God: Kenosis, Justification and Theosis in Paul’s Narrative Soteriology war mein theologisches Buch des Jahres. Was, wenn der Christushymnus in Philippper 2 nicht mit den Worten beginnt: Obwohl er Gott gleich war, … sondern statt dessen: Gerade weil er Gott gleich war, … Gorman argumentiert mit guten Gründen für diese Übersetzung und zeigt Jesu Selbsterniedrigung als direkten Ausdruck seiner Göttlichkeit. Er erniedrigte sich nicht trotz seiner Göttlichkeit, sondern eben gerade weil es Gottes Wesen ist, sich zu erniedrigen, sich klein zu machen, sich zu verschenken – God is cruciform. Die Folgen für Soteriologie und praktische Nachfolge des Messias Jesus sind Hauptgegenstand des Buches. Rechtfertigung ist für Gorman ein beständiger Prozess des Umgestaltet-werdens in die Christusähnlichkeit hinein – eben »inhabiting the cruciform God« – in einem Wort: Theosis.

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Rückblick 2010 – 100 Bücher

21. Januar 2011

Nachfolgende Bücher habe ich 2010 gelesen. Ein paar lose Gedanken dazu im nächsten Post.

Kate Atkinson – Lebenslügen
Paul Auster – Mann im Dunkel
Jim Belcher – Deep Church: A Third Way Beyond Emerging and Traditional
Jan Böttcher – Nachglühen
Jens Böttcher – Der Tag des Schmetterlings: Short Stories
Kester Brewin – Other: Loving Self, God and Neighbour in a World of Fractures
Bill Bryson – Eine kurze Geschichte von fast allem
Michail Bulgakow – Der Meister und Margarita
John Bunyan – Die Pilgerreise
Peter Carey – Liebe: Eine Diebesgeschichte
Humphrey Carpenter – J.R.R. Tolkien: A Biography
Humphrey Carpenter (Hg.) – The Letters of J.R.R. Tolkien
June Carter Cash – From the Heart
Fjodor M. Dostojewskij – Die Dämonen
Fjodor M. Dostojewskij – Der Jüngling
Fjodor M. Dostojewskij – Der Spieler
Annette von Droste-Hülshoff – Werke
Zoran Drvenkar – Sorry
Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo
Claude Duvernoy – Der Fürst und sein Prophet: Theodor Herzl und William Hechler. Die Wegbereiter der zionistischen Bewegung
Faix, Tobias u.a. (Hg.) – Die Welt verändern: Grundfragen einer Theologie der Transformation
Georgij V. Florovskij – Sobornost: Kirche, Bibel, Tradition
Richard Foster und Gayle D. Beebe – Longing for God: Seven Paths of Christian Devotion
Julia Franck – Die Mittagsfrau
Dwight J. Friesen – Thy Kingdom Connected: What the Church Can Learn from Facebook, the Internet, and Other Networks
Malcolm Gladwell – Outliers: Stories of Success
Malcolm Gladwell – The Tipping Point: How Little Things Can Make a Big Difference
Seth Godin – Tribes: We Need You to Lead Us
Michael J. Gorman – Inhabiting the Cruciform God: Kenosis, Justification and Theosis in Paul’s Narrative Soteriology
Graham Greene – The Honorary Consul
Allan Guthrie – Post Mortem
Katharina Hagena – Der Geschmack von Apfelkernen
Joseph Heath and Andrew Potter – The Rebel Sell: Why the Culture Can’t Be Jammed
Ute Horn – Meine Krise – Gottes Chance
Nick Hornby – Slam
Wayne Jacobsen und Dave Coleman – So You Don’t Want to Go to Church anymore: An Unexpected Journey
Karin Johne – Wortgebet und Schweigegebet
Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
Stephen King – Das Leben und das Schreiben
Dieter Kühn – Geheimagent Marlowe: Roman eines Mordes
Sarah Kuttner – Mängelexemplar
Christine Lehmann – Allmachtsdackel
George Lindbeck – The Nature of Doctrine: Religion and Theology in a Postliberal Age
Armin Mauerhofer – Gemeindebau nach biblischem Vorbild
Gordon MacDonald – Ordne Dein Leben: Perspektiven für den Umgang mit dem Leben und der Zeit
Rob McAlpine – Post-Charismatic: Where Are We Now? Where Have We Come From? Where Are We Going?
Brian McLaren – A New Kind of Christianity: Ten Questions that Are Transforming the Faith
Erwin Raphael McManus – An Unstoppable Force: Daring to Become the Church God Had in Mind
Erwin Raphael McManus – Wide Awake: The Future Is Waiting Within You
Deon Meyer – Weißer Schatten
Mark Millar and John Romita Jr. – Kick-Ass: The Graphic Novel
Ira Milligan – Understanding the Dreams You Dream: Biblical Keys for Hearing God’s Voice in the Night
Rita Monaldi und Francesco Sorti – Die Zweifel des Salaí
Alan Moore und Eddie Campbell – From Hell
Christian Morgenstern – Gedichte
Joseph R. Myers – Organic Community: Creating a Place where People Naturally Connect
Neues Testament: Neue Genfer Übersetzung
Roger von Oech – A Whack on the Side of the Head: How You Can Be More Creative
Pabst, Walter (Hg.) – Kirche für andere: Vorträge und Ansprachen im Bonhoeffer-Gedenkjahr 1970
Richard T. Pascale u.a. – Surfing the Edge of Chaos: The Laws of Nature and the New Laws of Business
Carl Raschke – GloboChrist: The Great Commission Takes a Postmodern Turn
Meg Rosoff – How I Live Now
Alan J. Roxburgh und Fred Romanuk – The Missional Leader: Equipping Your Church to Reach a Changing World
Göran Sahlberg – Sieben wunderbare Jahre
Dorothy L. Sayers – Clouds of Witness
Dorothy L. Sayers – Lord Peter Views the Body
Mark Scandrette – Soul Graffiti: Making a Life in the Way of Jesus
Frank Schaeffer – Calvin oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren
Frank Schaeffer – Portofino
Julia Schoch – Mit der Geschwindigkeit des Sommers
Christian A. Schwarz – Die 3 Farben Deiner Spiritualität
Erich Segal – Love Story
Lothar J. Seiwert – Wenn Du es eilig hast, gehe langsam: Das neue Zeitmanagement in einer beschleunigten Welt
Tom Shippey – The Road to Middle-Earth: How J.R.R. Tolkien Created a New Mythology
Clay Shirky – Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations
Jeff Smith – Bone (One Volume Edition)
Michael Spencer – Mere Churchianity: Finding Your Way Back to Jesus-Shaped Spirituality
Art Spiegelman – The Complete Maus
Jens Stangenberg – Tanz auf der Fontäne: Christliche Spiritualität in der Postmoderne und der Zukunft
Barbara Strachey – Journeys of Frodo: An Atlas of J.R.R. Tolkien’s Lord of the Rings
J. R. R. Tolkien – Letters from Father Christmas
J. R. R. Tolkien – Mr. Bliss
J. R. R. Tolkien – Roverandom
J. R. R. Tolkien – Sir Gawain and the Green Knight, Pearl and Sir Orfeo
J. R. R. Tolkien – Tree and Leaf. Smith of Wotton Major. The Homecoming of Beorhtnoth Beorhthelm’s Son
J. R. R. Tolkien und Donald Swann – The Road Goes Ever On
Tolkien’s World: Paintings of Middle-Earth
Oliver Uschmann – Voll beschäftigt
Andrew Walker and Luke Bretherton (Hg.) – Remembering Our Future: Explorations in Deep Church
Chris Ware – Jimmy Corrigan: The Smartest Kid on Earth
Rob Warner – Kirche im 21. Jahrhundert
Michael Welker – Gottes Geist: Theologie des Heiligen Geistes
Charles Williams – All Hallow’s Eve
Charles Williams – Descent into Hell
Charles Williams – Many Dimensions
Charles Williams – Shadows of Ecstasy
Charles Williams – Die Stätte des Löwen
Charles Williams – Die Trumpfkarten des Himmels
Charles Williams – War in Heaven
Feridun Zaimoglu – Liebesbrand

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Crazy for God IX – Dreimal O-Ton VI

19. Januar 2011

[Das ist der neunte und letzte Post in einer Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Alle Posts finden sich auf der Übersichtsseite zum Buch. Nun zum Abschluß der Serie noch die Anmerkung, dass die jeweils zitierten O-Töne Schaeffers nicht zwingend meiner persönlichen Ansicht entsprechen müssen. Das ist ja bei den auf diesem Blog zitierten Werken immer so, wird aber doch leider zu oft vergessen...]

Crazy For God-8

But what if absolute consistency on any issue from the left or the right, religious or secular, is an indication of mediocre intelligence and a lack of intellectual honesty? What if the world is a complex place? What if leadership requires flexibility? What if ideology is a bad substitute for common sense? What if ideological consistency, let alone “purity,” is a sign of small-mindedness, maybe even stupidity? (347)

I think my problem with remaining an evangelical centered on what the evangelical community became. It was the merging of the entertainment business with faith, the flippant lightweight kitsch ugliness of American Christianity, the sheer stupidity, the paranoia of the American right-wing enterprise, the platitudes married to pop culture, all of it . . . that made me crazy. It was just too stupid for words. (389)

Faith is certainly not theology to me. Church is just one of the places I look for answers to the only real question I have: Why do we long for meaning? (403)

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Crazy for God VIII – Dreimal O-Ton V

12. Januar 2011

[Das ist der achte Post in einer Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3|4|5|6|7]

Crazy For God-7

To one extent or another, my parents’ children have had serious problems that relate to Mom and Dad and their work. And even though everyone can say the same, perhaps there is a little added pressure on the children of venerated saints that in private were far from saintly. (323)

There were three kinds of evangelical leaders. The dumb or idealistic ones who really believed. The out-and-out charlatans. And the smart ones who still believed – sort of – but knew that the evangelical world was shit, but who couldn’t figure out any way to earn as good a living anywhere else. (328)

The problem with the evangelical homeschool movement was not their desire to educate their children at home, or in private religious schools, but the evangelical impulse to “protect” children from ideas that might lead them to “question” and to keep them cloistered in what amounted to a series of one-family gated communities. (331)

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Crazy for God VII: Dreimal O-Ton IV

10. Januar 2011

[Dies ist der siebte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3|4|5|6]

Crazy For God-6

Unlike Billy Graham, who made sure everyone knew he was the “chaplain to presidents,” Dad made sure his conversations were private. He used to often say “You can be seen to do something, or actually do it.” (296)

Falwell, Robertson, Dobson and others would later use their power in ways that would have made my father throw up. (299)

Once fundamentalists start to sniff out impurities, they don’t stop. (311)

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Crazy for God VI: Dreimal O-Ton III

7. Januar 2011

[Nach einem Todesfall im Freundeskreis erschien es mir angebracht, den vorherigen Post Nachruf eine angemessene Zeit oben auf der Startseite dieses Blogs stehen zu lassen. Mit Beginn des neuen Jahres ist es nun aber an der Zeit, das "reguläre" Bloggen wieder aufzunehmen. Hier nun also der sechste Post in einer Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3|4|5]

Crazy For God-5

The most ridiculous thing in the world is a PhD in theology, an oxymoron, if one ever existed. (102)

Prayer was a way to remind God not to let his attention wander or forget that we, and we only, really understood what he was supposed to be doing. … Theologically speaking, we believed in an absolutely powerful, omnipotent and sovereign Lord. But in practice, our God had to be begged and encouraged to carry out the simplest tasks (151).

My father taught that if the idea of biblical God-given absolutes was abandoned, there would be a real question as to where a new morality would come from. Since humankind did not like chaos, Dad warned, either would we turn to authoritarian systems (some sort of technocratic elite), or we would be ruled by the “tyranny of the majority, with no way to challenge the popular will, nothing higher to appeal to.” (255)

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Nachruf

3. Oktober 2010

(für L.K.)

Während der Sportschau ein Anruf
Wenige Worte übermitteln kompakt die Sachinformation:
Autounfall
Tot

Unsichere Reaktion bis zum Auflegen des Hörers
Fußball läuft weiter, dringt aber nicht durch
Die Nachricht diffundiert
Sickert ein
Durchdringt mich

Autounfall im Land jenseits des Ozeans
Bilder entstehen in meinem Kopf
Wer saß am Steuer?
Wie ist es passiert?
Die Bilder lösen sich auf, verdrängt von der Nachricht:
Tot

Ich hatte immer gedacht, daß aus Dir mal eine ganz große werden würde

Deine Leidenschaft kommt mir in den Sinn
Die Suche nach dem Echten
Die Rastlosigkeit
Der Zug nach vorn

In meinem Kopf sehe ich Dich lachen
Erinnere mich an diesen Klang
Unverkennbar
Aus jeder Menschentraube herauszuhören

Deine Lebenslust und Freude haben mein Leben reicher gemacht

Offensichtlich habe ich übersehen
Daß Du schon längst eine ganz große warst

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Crazy for God V: Dreimal O-Ton II

25. September 2010

[Dies ist der fünfte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3|4]

Crazy For God-4

The more successful in the world you were before you got saved, the greater the triumph when you “returned from these worldly things to serve the Lord”. (71)

Mom drove me crazy with her pietistic spin on just about anything. She also drove my sisters and myself crazy by folding the most personal moments of our lives into her talks as further illustrations of God’s hand on us, or to make points on how to raise a family. (91)

Über Billy Graham: Did the followers of Billy know that he’d plucked his seventeen-year-old daughter out of her first semester at Wheaton College to marry a man almost twenty years older than her whom she had never met until Billy introduced her? Would they have cared? (100)

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Crazy for God IV: Dreimal O-Ton I

24. September 2010

[Dies ist der vierte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den anderen: 1|2|3]

Crazy For God-3

Ich beende meine Serie zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God mit einigen Posts, die jeweils drei Zitate aus dem Buch enthalten, die ich für bedenkenswert erachte.

Fundamentalists never can just disagree. The person they fall out with is not only on the wrong side of an issue; they are on the wrong side of God. … A church split builds self-righteousness into the fabric of every new splinter group, whose only reason for existence is that they decide they are more moral and pure than their brethren. (30)

We Schaeffers never compromised. At times it seemed that only God knew how important we were, how right, how pure. But isolation and rejection by “The World” only confirmed our self-importance. The sense of being like the tribes of Israel wandering the desert, with enemies on all sides, was the underlying reality of my childhood. (31)

It is no coincidence that about 99 percent of evangelical books are written to help people order their lives according to an invisible world when everything in the visible world is challenging faith. (33)

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Crazy for God III: More than fiction

20. September 2010

[Das ist der dritte Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Zu den ersten beiden: Einführung | Aufstieg und Ausstieg.]

Crazy For God-2
Nachdem Frank Schaeffer der religiösen Rechten seinen Rücken gekehrt hatte, versuchte er sich mit einigen Projekten über Wasser zu halten, die alle nicht von Erfolg gekrönt waren. Wie bereits erwähnt, erwiesen sich erst seine von ihm selbst als »semi-autobiographical« bezeichneten Romane als Wendepunkt, da sie sich überraschend gut verkauften. Darin nimmt er die Perspektive Calvin Beckers ein, Sprössling fundamentalistisch-evangelikaler US-Missionare, die in der Schweiz eine Kommunität gegründet haben. Ich habe nur die ersten beiden Teile der Becker-Trilogie gelesen – Portofino und Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren.
Portofino-2
Beide Bücher sind in deutscher Übersetzung günstig antiquarisch zu bekommen. »Portofino« handelt von den Abenteuern des elfjährigen Calvin im Italien-Urlaub. Sonne, Strand, italienische Lebensart und seine Freundin Jennifer aus England, deren Familie immer zeitgleich mit den Beckers in derselben Pension urlaubt, bringen ihm viel Freude. Auf der anderen Seite steht der religiöse Fanatismus der Eltern, für den er sich beständig schämt, personifiziert in seiner Mutter, die lautstark betend am Mittagstisch im Restaurant die Kellnerin ignoriert, Mitreisende im Zug mit Hilfe von aberwitzigen evangelistischen Hilfsmitteln (Jesus-Junk gab es wohl schon lange vor WWJD und Kawohl) die Mitreisenden zu bekehren versucht und immer wieder auf peinliche Weise Calvins sexuelle Aufklärung vorantreiben will. »Calvin: oder wie ich versuchte, meine Großmutter zu bekehren« spielt 5 Jahre später und handelt vom Leben in der Schweizer Kommunität/Missionsstation, von Kirchenspaltungen, familiären Konflikten und davon, wie Calvin es trotz vieler Herausforderungen letztlich doch schafft, wieder zur rechten Zeit nach Portofino zu kommen und Jennifer wieder zu sehen.
Calvin-2
Die Bücher sind wunderbar leicht und humorvoll geschrieben, lesen sich flüssig und lassen ein bitter-süß melancholisches Gefühl zurück. Ich wurde beim Lesen in die Geschichte hineingezogen und war etwas enttäuscht, dass der zweite Band fünf Jahre übersprang, weil ich wissen wollte, was in der Zwischenzeit geschehen war… Nach der Lektüre von »Crazy for God« faszinieren die Calvin-Becker-Romane, weil die Charaktere so eng an der Ursprungsfamilie Frank Schaeffers und Mitarbeitern L’Abris gehalten sind, dass es schwer fällt, nicht alles als quasi-autobiographisch zu verstehen. Dasselbe gilt für die Schauplätze und weitere Details. Frank Schaeffer gibt hier Einblick in das (erinnerte) Seelenleben seiner Kindheit, und so werden hier all die Themen, die in »Crazy for God« intensiv behandelt werden, spielerisch mit eingeflochten. Lesestoff für entspannte Stunden am Sonntagnachmittag, der zum Nachdenken einlädt. Meine Empfehlung.
(Dritter und letzter Teil der Calvin-Becker-Serie ist übrigens Zermatt).
Zermatt

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Crazy for God II – Aufstieg und Ausstieg

11. September 2010

[Dies ist der zweite Post zu Frank Schaeffers Buch Crazy for God. Hier geht's zur Einführung.]

Crazy For God-1
Im weiteren Verlauf des Buches beschreibt Frank Schaeffer, wie sein Vater Francis immer bekannter und berühmter wurde, als er sich mit der säkularen Kultur zu beschäftigen begann. »He slipped into a second career as an art historian, pop culture analyst, and futurist.« (118) Die Veränderung wird auch optisch sichtbar: »Dad was wearing his hair longer and longer, and he grew a goatee. … Dad had evolved into a hip guru preaching Jesus to hippies, a precursor to, and the spiritual father of, the Jesus Movement that some of Dad’s disciples (…) founded after they studied at L’Abri« (208).

Francis Schaeffer veröffentlichte sein erstes Buch Escape from Reason und wurde zu einem der bekanntesten und einflußreichsten christlichen Leiter seiner Zeit. »Born-again Christians were confronted by a rebellious youth culture. Suddenly they needed Dad’s pop culture expertise.« (209) Je bekannter sein Vater wurde, desto intensiver wurde das Doppelleben Franks. Er schildert sein Aufwachsen, den ersten Geschlechtsverkehr u.ä., was ihm in L’Abri keinen Ruhm einbrachte. Gleichzeitig wird die Kluft zwischen dem öffentlichen Bild der Schaeffers und seiner Wahrnehmung seiner Eltern immer größer. L’Abri spaltet sich, und über seine Mutter schreibt Frank: »On one days, Mom was hiding bruises on her arms; on other days she was flirting shamelessly with Roger, a handsome “sensititve poet” from SanFrancisco, twenty years younger than her. This was the source of my parents’ biggest fights.« (216) Und zu aller Ironie wurden seine Eltern als Heilige wahrgenommen, die dafür gelobt wurden, dass sie “diese Hippies” erreichten – dabei waren sie in Franks Augen selbst zu Hippies geworden. »But groupies have to believe in something or someone.« (217)

Mit der Zeit versucht sich Frank als Maler und lernt seine spätere Frau Genie kennen, die er auch gleich schwängert, was seinen Ruf weiter in den Keller zieht. Francis schreibt sein Buch How should we then live?, das Frank zu einer Filmserie verarbeitet, in deren zwei letzten Episoden Abtreibungsproblematik thematisiert wird. Die Filme werden im Rahmen einer Seminar-Tour in fünfzehn amerikanischen Städten vorgeführt – jeweils einen ganzen Tag lang wurden die halbstündigen Episoden gezeigt und eine Diskussion von Francis, später auch von Frank geleitete Diskussion schloß sich an. »By the end of the tour, Dad was one of the most sought-after and best-known evangelical leaders in the United States.« (269) Als nächstes folgte dann Whatever happened to the Human Race?, zu dem Frank auch eine Film-Serie produzierte. Das Ergebnis beschreibt er so:

The impact of our two film series, as well as their companion books, was to give the evangelical community a frame of reference through which to understand the secularization of American culture, and to point to the “human life issue” as the watershed between a “Christian society” and a utalitarian relativistic “post-Christian” future stripped of compassion and beauty. (273)

In der Folgezeit sind die beiden Schaeffers ganz oben angekommen. Sie haben direkten Zugang zu allen Mitglieder der Republikanischen Partei. Nach seinen Worten waren er und sein Vater die ersten, die die amerikanischen Evangelikalen dazu aufforderten, politisch aktiv zu werden. Ihre Plattform erhielten sie durch das berühmt gewordene Roe-vs.-Wade-Urteil. »Abortion became the evangelical issue. Everything else in our “culture wars” pales by comparison. The anger we stirred up at the grassroots was not feigned but heartfelt.« (289) Nach Franks Buch A Time for Anger und Francis’ A Christian Manifesto begannen die Demonstrationen vor Abtreibungskliniken. Die Evangelikalen strömen ins amerikanische Fernsehen und die religiöse Rechte formiert sich. Auch wenn die beiden Schaeffers von dieser oft angewidert waren, spielten sie das Spiel mit.

To our lasting discredit, Dad and I didn’t go public with our real opinions of the religious-right leaders we were in bed with. We believed there was too much at stake, both personally, as we caught the power-trip disease, and politically, as we got carried away by the needs of the pro-life movement. (300) The public image of the religious right I met with so many times also contrasted with who they really were. In public, they maintained an image that was usually quite smooth. In private, they ranged from unreconstructed bigot reactionaries like Jerry Falwell, to Dr. Dobson, the most power-hungry and ambitious person I have ever met, to Billy Graham, a very weird man indeed who lived an oddly sheltered life in a celebrity/ministry cocoon, to Pat Robertson, who would have a hard time finding work in any job where hearing voices is not a requirement. (315)

Über seine öffentlichen Auftritte im Rahmen der Whatever happened to the Human Race?-Tour schreibt Frank:

I knew “The Speech” so well, I could think about other things while I delivered it; for instance, about how I wished God had never made any men or women with a “ministry in music.” I wished he’d strike them all down so I’d never have to spend another minute listening to another fat lady (even the men were “fat ladies” to me) sing another Jesus-is-my-boyfriend song to synthesized violin playback. … Shorthand version: Abortion is murder; secular humanism is destroying us; turn back to our Christian foundation; vote Republican. (325)

Die innere Distanz Francis Schaeffers zur Religiösen Rechten wurde immer größer:

Dad seemed lost in a depressed daze. He had recently been saying privately that the evangelical world was more or less being led by lunatics, psychopaths, and extremists, and agreeing with me that if “our side” ever won, America would be in deep trouble. (335) I still regard abortion as an unmitigated tragedy. … More than thirty years after helping to launch the pro-life movement, I am filled with bitter regret for the unintended consequences. (345) To the extent that the Republican Party benefited from the pro-life movement, my efforts and those of my father contributed to making the Republican congressional majorities of the 1980s and 1990s possible. We also indirectly helped make the elections of Reagan, Bush Sr., and Bush Jr. possible. (346)

Frank stieg aus. Verließ die evangelikale Bühne, führte bei einigen Hollywood-B-Movies Regie und begann zu schreiben. Zwischenzeitlich war er samt Frau und Kindern in finanziellen Schwierigkeiten, so dass bisweilen das Geld für Lebensmittel fehlte und Frank im Supermarkt einmal Steaks stahl.

I’d remember that if it came down to it, I’d rather be arrested for shoplifting than ever be an evangelical leader again. There was a certain basic and decent honesty about stealing pork chops that selling God had lacked. (376)

Frank versuchte Geld zu verdienen, schrieb Drehbücher für Filme, die aber abgelehnt wurden. 1990 trat er der Griechisch-Orthodoxen Kirche bei, arbeitet ein bißchen in seiner Ortsgemeinde mit. Das Urteil über seine Eltern fällt differenzierter aus, als es hier den Anschein haben mag. Sie bleiben ihm Vorbilder in ihrer Hingabe, Demut und der Opferbereitschaft für andere. Das Buch enthält auch sehr schöne Momente, wenn Schaeffer fast zärtlich über Vater und Mutter spricht. An der Orthodoxen Kirche schätzt er die Liturgie und die jahrhundertelange Kontinuität. Es scheint, er hat seinen Frieden gefunden. Auch wirtschaftlich ging es wieder aufwärts – die beiden semi-autobiographischen Romane Portofino (über Franks Kindheit) und Saving Grandma (deutsch Calvin oder wie ich versuchte meine Großmutter zu bekehren) verkauften sich recht gut und leiteten die Wende ein. Mehr zu diesen Romanen später in einem separaten Post.

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Crazy for God I – Einführung

6. September 2010

Im März hatte ich angekündigt, “in nächster Zeit” mal was zu Frank Schaeffer’s Buch Crazy for God zu schreiben. Und voilà, nur ein halbes Jahr später ist es schon so weit ;-)
Nun bin ich zwar in Evangelikalien aufgewachsen, kannte den Namen Francis Schaeffer (Vater von Frank) aber nur vom Hörensagen, ohne mich näher mit ihm auseinandergesetzt zu haben. So ist das, wenn man erst 1980 das Licht der Welt erblickte. Auf das 2007 erschienene »Crazy for God« bin ich über die englischsprachige Blogosphäre aufmerksam geworden, wo es einigen Staub aufgewirbelt hat und mir daher näherer Betrachtung wert schien. Der Untertitel spricht für sich: »How I grew up as one of the elect, helped found the Religious Right, and lived to take all (or almost all) of it back«. Klingt nach Autobiographie und nach Abrechnung, könnte also interessant werden.
Crazy For God
Interessant ist das Buch allemal, um mal ein wertneutrales Wort zu verwenden. Es ist untergliedert in die vier Teile »Childhood«, »Education«, »Turmoil« und »Peace«. Als Kind der amerikanischen Missionare Francis und Edith Schaeffer wuchs Frank in der Kommunität L’Abri in den Schweizer Bergen auf. Abgeschirmt von der heidnischen Welt und umgeben von geistlich Suchenden entfremdete er sich mehr und mehr vom calvinistischen Glauben seiner Eltern. Mit der Zeit wurde sein Vater Francis immer berühmter, so dass »Billy Graham’s daughter, President Ford’s son, even Timothy Leary« (2) häufig am Schaeffer’schen Esstisch anzutreffen waren. Francis und Edith Schaeffer stiegen auf der Leiter des Einflusses bis nach ganz oben, waren desöfteren im Weißen Haus und trafen dort die Präsidenten Ford, Reagan und Bush Sr. Im Prolog bilanziert Frank:

My life has been one of all-consuming faith – not my faith, but the faith of others that I seem to have caught like a disease and been almost obliterated by. What does God want? I still don’t know. … The only answer to “Who are you?” is “When?”

Das macht neugierig. Und, wie gesagt, das Buch ist interessant. Schaeffer kann schreiben, ohne Frage. (Davon zeugen auch seine Romane, die zu Bestsellern wurden – mehr dazu später.) Aber nicht nur deshalb ist das Buch interessant. Beim Lesen finde ich mich ständig auf beiden Seiten wieder – viele der Überzeugungen von Franks Eltern teile ich. Und manche der schmerzlichen Erfahrungen, die Gefühl, in eine evangelikale Subkultur nicht ganz reinzupassen, einhergehen, teile ich auch. Ich leide mit und an den handelnden Personen. (Ein ähnliches Erlebnis übrigens wie bei den Gleichnissen Jesu – z.B. beim Verlorenen Sohn: Meine Identifikation und mein Verhalten springt zwischen allen drei männlichen Figuren im Gleichnis hin und her. Das Ziel ist zum Vater zu werden, schon klar…) Aber zurück zu Schaeffer. Er betont: »This is a memoir, not a biography« (6). Er erhebt nicht den Anspruch, die absolute Wahrheit über seine Familie zu erzählen, sondern auch mal Namen geändert und Jahreszahlen vertauscht zu haben. Aber er erzählt seine Geschichte, erzählt von seinen drei Schwestern, von dem oft geistig abwesenden Vater, der viel Zeit mit den Sinn suchenden Gästen und wenig Zeit mit seinem Sohn verbrachte und die Erziehung der Kinder in allen Belangen seiner Frau Edith überließ. Frank hatte keine einfache Beziehung zu seiner Mutter, die morgens um vier aufstand, um zu beten, selbst im Hotel im Urlaub vor allen Anwesenden am Essenstisch seeeehr lange und laut betete und in allem, was geschah, die Bestätigung Gottes für ihre Lebensweise sah, und sich gesandt wußte, den armen Schweizer Heiden das Evangelium zu bringen. Die Ironie ist nicht zu überlesen:

The overall feeling was that we were somehow displaced aristocrats, former royalty reduced to being dependent on less-cultured strangers, grateful yet resentful, sorry for ourselves for the sacrifices we were making for a higher cause, yet envious of those people who could lead normal lives (…) and made money from everyday jobs where you were paid instead of waiting for a series of miracles. (51f) We were outsiders doing everything we could to be mistaken for insiders and then convert them to being outsiders, like us, until everyone became an outsiders and therefore we got to be insiders forever! (52) What I never heard Mom or Dad explain was that if the world was so bad and lost, why did they spend so much time trying to imitate it and impress the lost? (53)

Wie Streiflichter tauchen die Erinnerungen auf. Über seine Schwager schreibt Schaeffer, dass sie erst »our kind of people« werden mußten: »My sisters were very good at training their husbands, just as Mom had trained Dad« (70). Bei den Hochzeiten seiner Schwestern gab es keinen Alkohol, keinen Tanz und die Predigten zielten jeweils auf die Eltern des Bräutigams ab, um ihnen klarzumachen »how, without a faith in Christ, a real faith, a faith like ours, no marriage could last.« (71) Dass an der Ehe seiner Eltern auch nicht alles Gold war, erzählt Schaeffer mit schonungsloser Offenheit:

God might have given Dad faith, but he never did manage to get him to be polite to his wife. … And when it came to how Dad sometimes treated my mother, the other L’Abri workers looked the other way. They must have heard the screaming, and some must have known there was abuse. They did nothing. (101) Dad was abusive at times, but my mother was in no way intimidated. In fact, she seemed to relish her martyr status. (104) Mom never showed any weakness. She could do everything, and she let us know it. (111) The spiritual pride that underlay Mom’s zeal made her children grow up with the feeling that no matter what we did for the Lord, it was never enough. Mom had gotten there first, and the rest of us weren’t even in the race. (113)

So weit für diesen Post. Genug Stoff um nach- und weiterzudenken.

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»Die Zweifel des Salaì« oder: Nur die toten Fische …

30. August 2010

Seit ca. anderthalb Jahren habe ich mir ein neues Hobby angeschafft – den “Sonntagsroman”. Soll heißen: An terminfreien Sonn- und Feiertagen gönne ich mir einen Roman. Das ist eine feine Sache und verstärkt das Sabbat-Gefühl enorm. Außerdem hilft es mir, auf die 100 im Jahr zu lesenden Bücher zu kommen ;-)

Vor ein paar Wochen war Die Zweifel des Salaì dran. Ein historischer Roman, verfasst von einem italienischen Ehepaar, der Altphilologin Rita Monaldi und dem Musikwissenschaftler Francesco Sorti. Nachdem ihr erster Roman IMPRIMATUR in Italien boykottiert worden war, entschlossen sich die beiden, ihre Bücher international zu veröffentlichen, wo sie in über zwanzig Sprachen übersetzt und zu Bestsellern wurden. Die Zweifel des Salaì erschien 2008 und landete (wie das im Normalfall so läuft) über den Bücherbrief des Perlentauchers in meinen Suchaufträgen bei booklooker und einige Zeit später zum Schnäppchenpreis in meinem Briefkasten.
Der Plot: Leonardo da Vinci verbringt im Jahre 1501 einige Zeit in Rom, weil er von einem hohen Beamten der Kurie beauftragt wurde, herauszufinden, wer all die schlimmen Gerüchte über Papst Alexander VI. in Umlauf bringt. Leonardo wird von seinem Adoptivsohn Salaì begleitet. Aus dessen Briefen an seinen Florentiner Padrone Macchiavelli besteht die Erzählung. Locker, flüssig und humorvoll lesen sich die 400 Seiten der Korrespondenz. Im Stil des Schmelmenromans berichtet Salaì von zwielichtigen Gestalten und erotischen Abenteuern, von Scherzen und Gefahren. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass die Verschwörung mehrheitlich von Deutschen aus Straßburg ausgeht, die – durch Tacitus’ Germania – von ihrer Überlegenheit überzeugt sind und den Papst schwächen wollen, auf dass eine Revolution kommen möge. Alles in allem ein nettes Buch, in welchem der Leser einiges über die damalige Zeit erfährt und ganz gut unterhalten wird.

Zweifeldessalai
Warum mir unter all den Sonntagsromanen gerade dieser einen Blogpost wert ist? Der Grund liegt weniger in den knapp 70 Briefen des Salaì, sondern vielmehr im 100-seitigen Apolog. Hier erfährt der Leser von den intensiven historischen Nachforschungen der Autoren und erkennt fasziniert, dass der rote Faden der Erzählung wahrer ist als gedacht, und dass es die Wahrheit durchaus mit erdichteten Kriminalromanen aufnehmen kann. Monaldi & Sorti berichten von Rodrigo Borgia, besser bekannt als Skandalpapst Alexander VI., dem Mätressen, Orgien, uneheliche Kinder etc. angehängt wurden und der bis heute als das schlechthinnige Sinnbild für den Abfall der römischen Kirche im Mittelalter gilt. Die Autoren geben in aller Kürze Rechenschaft über ihre Recherchearbeiten, verweisen auf weiterführende Literatur und präsentieren Ergebnisse, die ungeheuerlich aber glaubwürdig scheinen und die mich zum Nachdenken bringen. Zwei Ausschnitte:

  • Borgia war vor seiner Wahl zum Papst ein ehrenwerter Mann und ist es auch danach geblieben. Als Alexander VI. versuchte er, diverse Kirchenreformen anzustoßen, die ihm aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gelangen. Briefe an den deutschen Klerus belegen, wie ernst es ihm damit war und wie sehr er sich damit in die Nesseln setzte. Manches von dem, was er angedacht hatte, wurde erst Jahrzehnte später im Tridentinum umgesetzt. Nun allerdings unter ganz anderen Vorzeichen.
  • Tacitus’ Germania, von der ich im Lateinunterricht auch schon Teile zu übersetzen hatte, ist möglicherweise eine Fälschung, gerne aufgenommen von der Gruppierung Deutscher, die den Reformen Alexanders entgegen standen. Der darin enthaltene Gedanke der Überlegenheit und Rassenreinheit der Deutschen wurde später insbesondere von Himmler wieder aufgegriffen. Faszinierenderweise wurde die Echtheit der Germania immer wieder angezweifelt, aber das Werk, das diese Zweifel letztlich zu zerstreuen versuchte, wurde von einem Historiker in Diensten der SS verfasst, der ein besonderer Günstling Himmlers war und auch im Nachkriegsdeutschland bis 1990 (!) noch einen Lehrauftrag hatte.

Sollten Monaldi und Sorti mit ihren Thesen richtig liegen (was ich natürlich nicht beurteilen kann), dann stellt die Wirklichkeit Dan Browns Phantasie deutlich in den Schatten. In mancherlei Hinsicht bringt mich dieses zum Nachdenken: Was war das für ein Boden, auf dem die Reformation gewachsen ist (nicht dass ich ihre Kerninhalte in Frage stellen will)? Ob der ohne die Verleumdungen Alexanders auch so fruchtbar gewesen wäre? Ob die Kirchengeschichte möglicherweise ganz anders verlaufen wäre? Und wie ist dies im Nachhinein zu bewerten? Interessant auch, dass das, was als gesicherte Geschichte, als faktische Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen, als historisch abgesichert präsentiert wird, auf solch tönernen Füßen steht. Dass eine Lehrmeinung irgendwann zu einer Doktrin wird, die nicht mehr hinterfragt werden darf, das kommt mir aus der Theologie doch äußerst bekannt vor und gefällt mir überhaupt nicht. Wenn der Wind sich gedreht hat und das neue Paradigma etabliert ist, dann wird von intellektueller Redlichkeit gesprochen, von gesicherten Ergebnissen, und dann ist es vorbei mit der Toleranz – ob nun die Evolutionstheorie in Frage gestellt wird oder die Theorie des deuteronomistischen Geschichtswerkes mit jahwistischen, elohistischen und was-weiß-ich-was-Schriften oder die Frage, ob praktizierte Homosexualität Gottes gute Idee war (dem geneigten Leser werden sicherlich auch andere Beispiele einfallen). Wer das Hinterfragen und das Hinterfragt-werden des Hinterfragens nicht mehr zulässt, bewegt sich in eine Richtung, die ich nicht mitgehen möchte. Denn: Nur die toten Fische schwimmen immer mit dem Strom. Das ist natürlich auch eine platte Pauschalaussage, aber es gibt mir die Möglichkeit, einen ernsten Post augenzwinkernd mit einem Lied zu beenden, bei dem Du – falls Du genau zuhörst – im Hintergrund nicht nur meine Jungscharknaben, sondern auch mich sowas wie … ähm … singen hören kannst. Mann ist das lange her…

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